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Hornita
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Augsburg

Bewertungen

Insgesamt 925 Bewertungen
Bewertung vom 15.01.2026
Arenz, Ewald

Ehrlich & Söhne (Sonderausgabe)


sehr gut

Eine unkonventionelle Familie;
Das Buch hat unterhaltsam angefangen, man hat die Familie und das Bestattungsunternehmen auf interessante Weise kennengelernt, das hat mir gut gefallen. Dann gab es einige Längen, mir war lange nicht klar, wo die Geschichte hin will, was der rote Faden der Handlung sein soll. Obwohl das Buch als Familienchronik angekündigt war, hatte ich einige skurrile Geschichten über Bestattungen erwartet, die gab es so allerdings nicht. Es ist tatsächlich eine Familiengeschichte, die in verschiedenen Erzählzeiten und aus verschiedenen Perspektiven geschildert wird. Die Charaktere haben mir gut gefallen, ich fand sie sehr sympathisch und wollte sie am Ende nicht loslassen, sondern hätte gerne noch mehr über die weitere Entwicklung erfahren. Sie sind ebenso wie der Plot ein bisschen überzogen, aber das hat es auch unterhaltsam gemacht. Die Handlung hat im letzten Drittel ihren roten Faden bekommen, aber ich fand sie trotzdem nicht ausgewogen. Man muss den schwächeren mittleren Teil überwinden, weshalb ich die Spannungskurve im Buch nicht optimal fand. Daher gibt es von mir 3,5 Sterne.

Bewertung vom 15.01.2026
Töpfner, Astrid

Die verschwundenen Jahre (MP3-Download)


sehr gut

Interessante Geschichte, aber stellenweise sehr pathetisch;
Mir hat sehr gut gefallen, wie einen die Autorin in das Thema des Spanischen Bürgerkriegs einführt. Durch die beiden Erzählzeiten 1936 und 2019 wird klar, wie wenig die Familie über die Geschichte der Hundertjährigen Clara weiß. Man fragt sich unweigerlich, wie gut man die eigenen Vorfahren kennt. Der Aufbau der Geschichte hat mir gut gefallen, auch die Details zum Spanischen Bürgerkrieg schienen mir sehr gut recherchiert. Alles in allem war die Handlung sehr gut und nachvollziehbar, mir war allerdings die Liebesgeschichte viel zu pathetisch. Die Emotionalität fand ich übertrieben und dadurch ziemlich anstrengend.
Ich habe das Ganze als Hörbuch gehört und auch da ist es so, dass die Sprecher den Gefühlsteil noch mehr betont haben als den Rest und das empfand ich als ziemlich nervig. Mir haben leider nicht alle Stimmen bzw. Sprecher des Hörbuchs gefallen. Es waren einige dabei, die für meinen Geschmack zu sehr betont haben, das Sprechen war dadurch nicht mehr natürlich und wirkte sehr aufgesetzt. Daher gibt es von mir insgesamt 3,5 Sterne für das Hörbuch.

Bewertung vom 15.01.2026
Koppelstätter, Lenz

Am Hang des Todes / Commissario Grauner Bd.11


ausgezeichnet

Spannend, authentisch, realistisch;
Der elfte Fall für Commissario Grauner beginnt spannend und es macht Spaß, Grauner und sein sympathisches Team bei den Ermittlungen zu begleiten. Die Charaktere gefallen mir sehr gut, sie sind mit ihren charmanten, kleinen Eigenheiten sehr glaubhaft und realitätsnah. Besonders gut gefallen hat mir, dass der Autor sehr ausgewogen in der Darstellung der Ermittlungsschritte ist. Eindeutige Dinge werden nicht langgezogen, sondern schnell und klar dargestellt und da wo es Aufwand und Nachforschungen braucht, da wird dann auch richtig ermittelt. Auch der Fall ist realistisch und es zeichnet ihn aus, dass er zum Setting passt, weil er nicht überall auf der Welt so passieren könnte. Ich habe noch nicht alle Bücher aus dieser Reihe gelesen, aber für mich scheint es das Ziel es Autors zu sein, für die Region Südtirol typische Fälle zu schildern. Das ist genau das, was ich von einem Regionenkrimi erwarte. Lenz Koppelstätter verbindet aktuelle, zeitgenössische Themen mit dem Setting in einer traditionsbewussten Region. Das Ganze hat Charme und ist sehr atmosphärisch. In diesem Fall ist die Spannungskurve gut gelungen, mir hat das Buch großen Spaß gemacht. Der Schreibstil ist einwandfrei und ich kann diesen Fall und auch die ganze Reihe empfehlen.

Bewertung vom 08.01.2026
Mercier, Pascal

Der Fluss der Zeit


ausgezeichnet

Feinsinnige Kurzgeschichten;
Für mich war es die erste Erfahrung mit Werken von Pascal Mercier und bin begeistert vom wunderschönen, federleichten Schreibstil. Inhaltlich fand ich alle fünf Kurzgeschichten sehr ansprechend. Sie sind sehr feinsinnig und psychologisch nachvollziehbar. Selbst ungewöhnliches Verhalten der Charaktere wird glaubhaft und stimmig beschrieben. Jede Geschichte ist auf ihre Weise wunderschön und ich kann mich gar nicht entscheiden, welche mir am Besten gefällt. Sie verfügen alle über eine große psychologische, ja philosophische Tiefe, die ich beeindruckend finde. Gerade weil es sich um kurze Geschichten handelt, sind sie sehr pointiert, ohne aufdringlich zu sein. Für mich sind sie meisterhaft geschrieben, da Inhalt und Schreibstil wunderbar harmonieren und sie gute Gedankenanstöße geben.

Bewertung vom 08.01.2026
Metger, Georg;Müller, Franziska K.

Für immer


ausgezeichnet

Wichtige Perspektive eindringlich beschrieben;
Dieses Buch hat mich tief beeindruckt und ich fand es sehr wichtig, dass sich ein Hinterbliebener, ein Angehöriger auf diesem Weg zu Wort gemeldet hat. Diese Seite wird oft nicht gesehen und ich fand den Mut von Georg Metger beeindruckend. Das Buch ist sehr bedacht formuliert und gut aufgebaut. Man spürt ab der ersten Seite die tiefe Betroffenheit und das gleichzeitige Ringen um den richtigen Umgang mit der Situation, den Medien, den Behörden. Er erzählt etwas über sein Leben mit den Verstorbenen und ihre Charaktere, Hobbies, usw. und gibt ihnen dadurch ihre Menschlichkeit zurück. Außerdem berichtet er darüber, wie er, seine Angehörigen und andere Hinterbliebene die Zeit nach der Tat erlebt haben und wie nicht nur diese, sondern auch die Ungewissheit, dann das Wissen, der offizielle und mediale Umgang traumatisiert haben. Auch praktische Dinge, wie Unterkunft, Zutritt zum Haus und die Nachlaßregelung werden offen geschildert. Alles zusammen macht dem Leser bewusst, wie unfassbar diese Situation für die Angehörigen ist. Für mich verdient auch Respekt, wie würdevoll es Georg Metger gelingt, Fassung und Haltung zu bewahren bzw. zu gewinnen. Als Verdächtigter führte er ein Leben unter dem Brennglas und musste doch auch seinen Alltag bewältigen und sich um seine Kinder kümmern. Sehr gut hat mir gefallen, dass mit seinem erwachsenen Sohn eine weitere Perspektive geschildert wurde. Nach dem Lesen dieses Buches sehe ich auch den aktuellen True Crime Hype deutlich kritischer, da es für die Hinterbliebenen eine Herausforderung bis Zumutung sein kann.

Bewertung vom 03.01.2026
Bernemann, Dirk

Gromzell


ausgezeichnet

Ein schöner, bitterböser Heimatroman;
Aus den verschiedenen Perspektiven seiner Bewohner und Bewohnerinnen schildert der Autor das Leben in einem Bergdorf namens Gromzell. Die Strukturen einer dörflichen Gemeinschaft werden mit Humor offengelegt und analysiert. Ausgehend vom Tod der ältesten Bewohnerin Marie werden die Charaktere treffend in einer Ausnahmesituation in der Enge des Dorfes beschrieben. Er demaskiert Aberglauben, Borniertheit und Beharrungswillen durch die bedrohlich wahrgenommene Veränderung aufgrund des Todesfalls. Dirk Bernemann gelingt es meisterhaft, Gromzell und seine Bevölkerung verdichtet aus Klischees, Vorurteilen, Glaube und Abhängigkeiten zu schildern. Das Ganze geschieht mit einer großen psychologischen Tiefe, ist nachvollziehbar, intelligent und aufgrund der guten Beobachtungs- und Analysegabe des Autors bitterböse und sehr unterhaltsam. Mich hat das Buch sehr gut unterhalten, die Charaktere fand ich glaubhaft und das auch manchmal absurde Verhalten in ihrer speziellen Gedanken- und Erlebniswelt nachvollziehbar.

Bewertung vom 03.01.2026
Huhs, Antje

Zuhause ist vorübergehend geschlossen (MP3-Download)


ausgezeichnet

Sehr unterhaltsame Fiktion, die auch nachdenklich macht;
Die Geschichte beginnt sehr lustig mit einem unbekannten Senioren, der einfach bei Annett zu Hause abgeladen wird. Im Laufe der Geschichte erfährt man, dass aufgrund des Streiks des Pflegepersonals die Senioren aus den Heimen privaten Haushalten zur Pflege und Betreuung zugeteilt wurden. Das Ganze wird sehr witzig und humorvoll erzählt, es ergeben sich einige sehr lustige Situationen, genau so zeigen sich aber auch dramatische, betroffen machende Verhaltensweisen der Menschen. Es ist auf eigentümliche Weise zeitgemäß, dass keine ruhige Diskussion möglich ist, sondern zum Beispiel Teilnehmer einer öffentlichen Debatte beschimpft und verfolgt werden. Mir hat es sehr gut gefallen, dass viele verschiedene Seiten dargestellt werden, das hat dem Ganzen eine gewisse Tiefe verliehen. Die Senioren werden wie Sachen behandelt, ihre Meinung geht ein bisschen unter, vermutlich sollte das so sein. Auf jeden Fall ist es eine total gelungene Idee, den Pflegenotstand auf diese Art und Weise darzustellen, ich war vom Hörbuch sehr gut unterhalten.
Die Sprecherin macht einen tollen Job. Sie geht richtig in den Rollen der verschiedenen Personen auf und verleiht der Geschichte durch ihren humorvollen Unterton Charakter und Charme.

Bewertung vom 28.12.2025
Schröder, Alena

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel


gut

Nicht so gut wie die ersten beiden Bücher ;
Die ersten beiden Bücher von Alena Schröder habe ich mit Begeisterung gelesen und dieses hat mich leider ein bisschen enttäuscht. Die Autorin bleibt mit vielen Frauenfiguren und ihren Beziehungen ihrem Thema treu, allerdings fühlt es sich wie eine Wiederholung an, es liest sich nicht wie etwas Neues. Das Buch teilt sich in zwei Zeitebenen auf, zum einen die Nachkriegszeit und dann die Gegenwart. In beiden Ebenen gibt es wechselnde Perspektiven, was das Lesen abwechslungsreich macht. Die Nachkriegszeit fand ich allerdings schwächer, die Charaktere nicht so greifbar und streckenweise etwas langatmig. Die Gegenwart mit dem Hauptmotiv Familie und Wahlfamilie hat mir dagegen gut gefallen. Die beiden Erzählstränge werden erst am Ende zusammengefügt, sie sind nur durch eine Leinwand miteinander verbunden, was etwas dürftig und willkürlich wirkt. Da habe ich mehr Substanz erwartet, weshalb die Spannungskurve dann abrupt abfällt. Auch der Prolog lässt einiges angedeutet, das hätte klarer und intensiver ausgearbeitet werden können. Insgesamt kein schlechtes Buch, aber im Vergleich zu den Vorgängern fällt es deutlich ab.

Bewertung vom 28.12.2025
Erne, Andrea

Wieso? Weshalb? Warum? Band 60 - Alles über Wasser


ausgezeichnet

Anspruchsvolles Wissen kindgerecht vermittelt;
Das war mein erstes Buch aus dieser Reihe und ich bin beeindruckt davon, wie durchdacht es gestaltet ist. Durch die Spiralbindung nutzt es sich durch häufiges Lesen nicht ab und da es so viel zu bieten hat, wurde es schon in kurzer Zeit oft in die Hand genommen. Das Wasser-Thema ist so aufbereitet, dass es die Kinder in ihrer Lebenswelt abholt und dadurch auch anspruchsvollere Informationen kindgerecht vermittelt. Es gibt das richtige Maß an Bildern und Text und die Illustrationen haben viel zu bieten, es gibt immer wieder Neues zu entdecken. Die Mitmachklappen sind liebevoll gestaltet und machen richtig viel Sinn, z. B. bei Ebbe und Flut oder Wetterveränderungen. Da die Unterthemen unterschiedlich schwer sind, eignen sich manche Seiten eher für Kinder ab 4 Jahren und andere dann eher für die älteren bis 7 Jahren. Das ist durchdacht und gut gemacht. Ich bin mir sicher, dass unsere kleine Leserin, die jetzt schon viel Freude an dem Buch hat, es auch noch in ein oder zwei Jahren interessant finden wird. Es ist zeitgemäß, da auch Themen wie Klimawandel und Umweltschutz spielerisch behandelt werden. Wir sind begeistert von dieser Reihe und können das Buch uneingeschränkt empfehlen!

Bewertung vom 28.12.2025
Alvarenga, Daniel

Ruf der Leere


sehr gut

Ethik und Moral in Theorie und Praxis;
Der Schreibstil hat mir gut gefallen, ich hatte jederzeit Lust weiter zu lesen. Durch verschiedene Erzählzeiten und Perspektiven ist klar, wie die Handlung aufeinander zusteuert und das macht die Geschichte sehr spannend. Die Charaktere fand ich sehr gut getroffen, durch die Perspektivwechsel hat man zu jeder Person ein Selbst- und Fremdbild bekommen und die Diskrepanzen fand ich glaubhaft und nachvollziehbar. Die Rückblenden zu den Themen des Ethik Seminars passen sehr gut zu der praktischen Herausforderung der Gruppe, in der Gegenwart zu bestimmen, welches Leben erhaltenswert ist und bilden einen spannungsreichen Kontrast zwischen Theorie und Praxis. Das Ganze ist intelligent gemacht und die Beziehungen der Charaktere untereinander fand ich interessant und psychologisch treffend. Ich hätte fünf Sterne vergeben, wenn mich das Ende nicht so enttäuscht hätte. Mir haben noch ein paar erklärende Seiten als Abschluss gefehlt. So hat es auf mich gewirkt, als hätte der Autor nicht gewusst, wie er die Geschichte sinnvoll zu Ende bringen soll. Ich mache nur einen Stern Abzug, da mir der Schreibstil und das Buchmotiv an sich gut gefallen haben, aber etwas ärgerlich hat mich das Ende doch gemacht.