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Chris_K

Bewertungen

Insgesamt 147 Bewertungen
Bewertung vom 26.12.2025
Imlau, Nora

Was wütest du so sehr, kleiner Pandabär?


ausgezeichnet

Über den Umgang mit Wut

Wut ist ein zentrales Thema für Kinder, denn es ist nicht immer leicht, mit Alltagssituationen umzugehen und zu kooperieren, wenn man klein ist, und sich eventuell auch noch nicht so ausdrücken zu können wie man möchte. Das Buch greift dieses wichtiges Thema auf und zeigt, dass Kinder nicht alleine mit ihren Gefühlen sind.

Tilly der Panda ist liebevoll illustriert. Alltagssituationen werden detailliert und einfühlsam geschildert. Dabei wird deutlich, in welchen Situationen Tilly wütend wird. Kinder können sich hier gut wiederfinden. Die Reime klingen gut und eignen sich wunderbar zum Vorlesen. Die Altersempfehlung ab zwei Jahren passt aus meiner Sicht sehr gut.

Zum Abschluss gibt es auch noch Tipps für die Eltern, um mit diesen Thema verantwortungsvoll umzugehen. Ein wunderbares und hilfreiches Buch sowohl für Kinder als auch Erwachsene.

Bewertung vom 08.12.2025
Sveistrup, Søren

Der Kuckucksjunge


ausgezeichnet

Spannungs-Highlight

Nachdem ich die Netflix-Verfilmung von „Der Kastanienmann“ gesehen hatte, wusste ich sofort, dass ich dieses Buch lesen muss und ich wurde nicht enttäuscht. Eine Frau verschwindet spurlos und die letzte Nachricht auf ihrem Handy lautet „Hab dich“. Sie ist nicht die einzige Person, die solche Nachrichten erhalten hat, und die Ermittler begeben sich auf die Suche nach einem perfiden Stalker.

Bereits die ersten Seiten konnten mich fesseln und die Anspannung hat mich bis zur Auflösung nicht mehr losgelassen. Es gibt einige nervenaufreibende, unheimliche Stellen, die nichts für schwache Nerven sind. Trotz des Umfangs des Thrillers gab es keinerlei Längen und die Spannung war stets greifbar.

Die Ermittler Naia Thulin und Mark Hess haben einige Konflikte zu bewältigen, sowohl miteinander als auch in ihrem Privatleben. Dadurch ergibt sich eine weitere Ebene, wodurch die beiden authentisch und nahbar wirken. Dies gilt auch für Marie Holst, die durch Tod der Tochter getrieben wird. Ihre Verzweiflung ist auf jeder Seite spürbar.

Ein Spannungs-Highlight zum Abschluss des Jahres!

Bewertung vom 30.11.2025
Beckett, Simon

Knochenkälte / David Hunter Bd.7


sehr gut

Stimmungsvoll

In „Knochenkälte“ ist Dr. David Hunter unterwegs zu einem Fall, als er auf dem Weg dorthin in ein Unwetter gerät und das Dorf, in dem er übernachtet, von der Welt abgeschnitten wird. Der Fund eines menschlichen Skeletts wirbelt das ruhige Dorfleben auf und lässt die eh angespannte Atmosphäre kippen.

Die Stimmung ist grandios dargestellt. Der Schneesturm, die graue, bedrückende und eintönige Wetterlage erzeugen ein beklemmendes Gefühl. Der dynamische Schreibstil konnte auch Passagen aufleben lassen, die an der Grenze zur Langatmigkeit lagen.

Die Charaktere konnte mich überzeugen. David Hunter ist ganz der etwas melancholische Forensiker. Die Spannungen und feinen Dynamiken innerhalb der Dorfgemeinschaft sind authentisch und nachvollziehbar dargestellt.

Die Auflösung ist stimmig, wenn auch nicht besonders überraschend. Das Thema der forensischen Anthropologie hätte für meinen Geschmack eine größere Rolle spielen dürfen.

Insgesamt ein spannendes Buch, das jedoch leider nicht mit den ersten Teilen der Reihe mithalten kann. Dennoch freue ich mich auf eine mögliche Fortsetzung.

Bewertung vom 16.11.2025
Pflüger, Andreas

Kälter


sehr gut

Ein rasanter Ritt durch Ort und Zeit
Bereits vor einiger Zeit bin ich auf den Autor Andreas Pflüger und seine Agentengeschichten aufmerksam geworden. Seine Bücher sind insofern besonders, dass der Autor sich nicht wie üblich an FBI oder CIA Geschichten versucht, sondern seine Agentengeschichten in Deutschland spielen lässt. Auch die Hauptdarsteller sind nie typische Superagenten. Meist handelt es sich um weibliche Personen mit besonderen Fähigkeiten, aber auch mit ausreichend Fehlern. Zudem findet man in all seinen Büchern immer wieder Verbindungen durch gemeinsame Nebenpersonen.

Der Roman „Kälter“ fügt sich nahtlos in das Muster der vorangegangenen Büchern ein. Dem Leser wird einmal mehr ein atemloser, spannender Agententhriller geliefert, welcher mit Zeitsprüngen und rasanten Ortswechseln überzeugt. Indem der Autor seinen Roman hauptsächlich zur Zeit des Mauerfalls spielen lässt, bringt er noch ein zusätzliches spannendes Element in das Buch mit ein.

Einziger kleiner Kritikpunkt: Ab und zu verzettelt sich der Autor ein wenig in Agentendetails, was das Lesen an der ein oder anderen Stelle ein wenig holprig macht.

Alles in allem ist dieser Agententhriller jedoch absolut zu empfehlen für spannende Stunden an einem anderen Ort und zu einer anderen Zeit.

Bewertung vom 16.11.2025
Yagisawa, Satoshi

Die Tage im Café Torunka


sehr gut

Ruhige Geschichten

Die Romane von Satoshi Yagisawa sind von der ruhigen und nachdenklich machenden Sorte und regen stets zum Nachdenken an. So auch die Geschichten rund um das Café Torunka.

Der Roman erzählt drei Einzelgeschichten, die sich rund um das Café Torunka und die Menschen dort drehen. Die Perspektiven wechseln jedoch. So werden die Geschichten eines Mitarbeiters, der Tochter des Inhabers und einem Gast erzählt. Diese Geschichten drehen sich im Schwerpunkt um die Themen Liebe und Verlust, aber auch Freundschaft. Das Café wird so schön beschrieben, dass einem der Kaffeeduft beim Lesen in der Nase liegt.

Die Geschichten vermitteln eine tiefgründige Botschaft mit einem Hauch Melancholie, sind aber zugleich leicht zu lesen. Der japanische Schreibstil ist klar und hat eine gelassene Note.

Ein warmherziges Buch, dass mich mit einem positiven Gefühl zurücklässt.

Bewertung vom 09.11.2025
Langen, Annette

Die Streitsaurier


sehr gut

Witziges Dinoabenteuer

„Die Streitsaurier“ ist ein unterhaltsames Buch, das vor allem durch seine lustigen Illustrationen besticht. Miracelrex und Superosaurus sind witzig dargestellt, und auch ihre Namen sorgen für Schmunzler. Die farbenfrohen, lebendigen Bilder machen Spaß und haben bei uns für viel Lachen gesorgt.

Die Geschichte selbst ist amüsant erzählt und der Wettstreit der beiden Dinos sorgt für gute Unterhaltung. Allerdings wirkt die Handlung stellenweise etwas unklar, sodass gerade jüngere Kinder aus meiner Sicht zusätzliche Erklärungen brauchen. Auch das Ende kommt recht abrupt, und insgesamt hatte ich mir etwas mehr Tiefe erhofft. Die Botschaft zu den Themen Streit und Versöhnung bleibt leider ein wenig auf der Strecke.

Für etwas ältere Kinder könnte die Geschichte – insbesondere durch die originelle Dinosauriersprache – dennoch interessant sein. Insgesamt also ein lustiges Buch für zwischendurch, dem es jedoch etwas an einer klaren, stärkeren Aussage fehlt.

Bewertung vom 07.11.2025
Bailey, Anna

Unsere letzten wilden Tage


sehr gut

Düster und beklemmend
Loyal kehrt in ihre Heimatstadt zurück, um sich um ihre demenzkranke Mutter zu kümmern. Doch kaum angekommen, wird ihre Jugendfreundin Cutter tot aufgefunden – und die Journalistin Loyal beginnt, auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen.

Der Einstieg in den Roman ist mir zunächst etwas schwer gefallen. Es dauert, bis man sich in die Erzählweise und die Atmosphäre hineinfindet. Doch die Handlung wurde zunehmend spannender, wenn sie auch stellenweise etwas langatmig ist.

Das Setting ist ungewöhnlich und eindrucksvoll umgesetzt: ein abgelegenes, trostloses Nest, in dem niemand an eine Zukunft glaubt. Die Menschen dort wirken hinterwäldlerisch, rau und desillusioniert – genau wie der Ort selbst. Diese Beklemmung zieht sich durch das ganze Buch und schafft eine dichte, fast körperlich spürbare Atmosphäre. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, die flirrende Hitze und das Summen der Mücken auf der Haut zu spüren.

Die Figuren sind nicht sympathisch, aber äußerst authentisch. Ihre Härte und Widersprüchlichkeit passen perfekt in diese düstere, hoffnungsarme Welt.

Insgesamt ist „Unsere letzten wilden Tage“ ein interessanter, atmosphärisch dichter Roman mit starkem Setting und glaubwürdigen Charakteren. Trotz einiger Längen bleibt die Geschichte fesselnd – vor allem für Leserinnen und Leser, die düstere, psychologisch dichte Erzählungen mit einem Hauch Noir schätzen.

Bewertung vom 20.10.2025
Graw, Theresia

In uns der Ozean


ausgezeichnet

Absolut empfehlenswert

Die Handlung basiert auf der Lebensgeschichte der Ökologin Rachel Carson und somit auf wahren Begebenheiten. Bislang war mir Rachel Carson kein Begriff, doch ihr Leben erweist sich als überaus interessant und beeindruckend. Sie war eine außergewöhnlich starke Frau, die sich gegen die Widrigkeiten des Lebens und die gesellschaftlichen Widerstände ihrer Zeit stellte.

Die Autorin überzeugt mit einem fesselnden Schreibstil, der die Themen Umweltbewusstsein und Naturschutz auf eindrucksvolle Weise zum Leben erweckt. Diese Thematik ist – damals wie heute – von großer Aktualität, und die Schilderungen haben mich zutiefst berührt. Das „magische Staunen“, das im Buch beschrieben wird, hat sich beim Lesen unmittelbar auf mich übertragen.

Der Klappentext des Buches hatte mich auf den ersten Blick gar nicht angesprochen. Umso mehr freue ich mich, dass ich dieses tolle Buch doch noch entdeckt habe.

Ein Buch für alle Naturliebhaberinnen und Naturliebhaber – und für jene, die Geschichten über starke Frauen schätzen. Wirklich lesenswert!

Bewertung vom 20.10.2025
Pfister, Marcus

Der Regenbogenfisch in Gefahr


ausgezeichnet

Wichtiges Thema

Wer kennt ihn nicht – den Regenbogenfisch? In dieser neuen Geschichte gerät der beliebte Meeresbewohner in große Gefahr. Bisher hat er ein behütetes Leben geführt und nur aus Erzählungen anderer Fische von den gefürchteten Schleppnetzen gehört. Doch nun sind er und seine Freunde selbst gefangen und müssen gemeinsam einen Weg in die Freiheit finden. Mit vereinten Kräften und der Hilfe einiger Meeresbewohner gelingt schließlich die Rettung.

Die Illustrationen sind farbenfroh und nehmen großzügig Raum auf den Seiten ein, sodass auch jüngere Kinder in diese bezaubernde Unterwasserwelt eintauchen können. Der bekannte Glitzereffekt der Fischschuppen ist wunderschön gestaltet – ein zusätzlicher haptischer Effekt hätte das Erlebnis jedoch noch bereichert.

Themen wie Naturbewusstsein und Umweltschutz sind aktueller denn je, und es ist wichtig, Kinder bereits früh dafür zu sensibilisieren. Das gelingt dem Autor auf einfühlsame Weise. Zudem vermittelt die Geschichte eine wertvolle Botschaft über Zusammenhalt und gegenseitige Hilfe, die ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens sein sollten.

Ein wunderbares Buch für kleine und große Regenbogenfisch-Fans – mit einer wichtigen Botschaft und liebevoll gestalteten Bildern.

Bewertung vom 16.09.2025
Teige, Trude

Wir sehen uns wieder am Meer


ausgezeichnet

Bewegende Schicksalserzählung

Ich hatte bereits viel über Trude Teige und ihre Vorgängerromane gehört und war daher umso gespannt auf "Wir sehen uns wieder am Meer". Auch ohne Vorkenntnisse konnte ich problemlos in den Roman finden.

Im Fokus steht Birgit. Die junge Krankenschwester arbeitet im Krankenhaus von Bodo und wird täglich mit Leid konfrontiert. Insbesondere das Schicksal der ukrainischen Zwangsarbeiterin Nadia lässt sie nicht los. Sie setzt sich für sie ein und schließt sich auch bald dem Widerstand an.

Birgit habe ich, trotz etwas Naivität, als sehr mutige und starke junge Frau erlebt. Dies zieht sich auch durch ihren weiteren Lebensweg. Sehr interessant fand ich es, mehr über die Rolle Norwegens im zweiten Weltkrieg zu erfahren. Viele Geschehnisse waren mir bisher nicht bekannt. Die Autorin schildert eindrucksvoll das Leiden der Kriegsgefangenen. Der Kampf im Widerstand ist spannend und der Roman durchweg fesselnd. Eine bewegende Geschichte über das Schicksal von Frauen in den Kriegs- und Nachkriegsjahren. Empfehlenswert!