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Schnuppe1

Bewertungen

Insgesamt 149 Bewertungen
Bewertung vom 19.01.2026
Petszokat, Oliver

Vegan Meal Prep


sehr gut

Vegan unterwegs

Oli P. ist viel unterwegs und möchte bei seiner veganen Ernährung keine Abstriche machen. In diesem Buch zeigt er wie er es macht.

Die Einleitung nimmt rund 30 Seiten ein, danach kommt der Rezeptteil, der in die Kapitel Frühstück, Stulle reloaded, Salate im Glas, Suppen de luxe, Fingerfood, Lunch & Dinner, Sweets & Desserts eingeteilt ist. Dann folgt noch ein Extra mit Dips & Aufstrichen, sowie ein Register.

Die 50 Rezepte sind vielseitig und gut dargeboten. Eine Doppelseite für ein Rezept, dabei zeigt ein ganzseitiges Foto das fertige Essen, gegenüber findet sich der Titel, die Angabe für wie viele Personen das Rezept ist, wieviel Prep-Time benötigt wird, eine übersichtliche Zutatenliste und gut aufgegliederte Anleitungsschritte. Die meisten Gerichte lassen sich gut ein zwei Tage vorher vorbereiten, manchmal sind mehrere Behälter notwendig. Die Angaben zu den Nährwerten und Allergenen fehlen leider.

Für Einsteiger ins Preppen und/oder die vegane Ernährung ist das Buch gut geeignet, da die Rezepte größtenteils sehr einfach und gelingsicher sind. Den ausführlichen Einleitungsteil hätte ich nicht gebraucht, dafür hätte ich mich insbesondere über die Angaben der Allergene gefreut, diese auf den ersten Blick zu sehen ist sehr erleichternd, wenn man da viel berücksichtigen muss. Der Rezeptteil ist auch etwas knapp, aber schön durchmischt. Wir haben schon einiges ausprobiert (div. Shots, Süßkartoffelsalat, weiße Bohnen-Salat, Kürbissuppe und kalte gelbe Paprikasuppe) was uns gut gefallen hat.

Für alle, die unterwegs gesund und vegan essen wollen, sowie Zeit und Lust zum preppen haben, ein schönes Buch.

Bewertung vom 18.01.2026
Maar, Paul;Maar, Anne

Opa Bär und die Schuhe im Kühlschrank


sehr gut

Benny´s Opa hat Demenz

In diesem Buch wird Kindern das Thema Demenz auf einfache und einfühlsame Art nahegebracht. Ben besucht seinen Opa regelmäßig jeden Mittwoch. An diesem Tag unternehmen sie gemeinsam immer schöne Sachen, an die sich Ben gerne erinnert. In der letzten Zeit ist Opa jedoch anders, er stellt Dinge an die falschen Orte, isst Benny alle Gummibärchen weg, ist vergesslich und hat Wortfindungsschwierigkeiten, oft nennt er Dinge auch anders oder verändert deren Namen. Benny versucht zu helfen, aber manchmal wird Opa dann ärgerlich. Er wird nicht gerne verbessert, die blöde Demenz macht ihn wütend. Benny findet trotzdem einen Zugang zu Opa und hat eine gute Zeit mit ihm.

Das Buch zeigt mit den genannten Themen die gängigen ersten Demenzanzeichen und erklärt sie den Kindern durch die alltagsnahen Situationen aber auch durch die tolle Illustration sehr gut. Gerne hätte ich noch ein wenig mehr Tiefe gehabt und auch andere Demenzanzeichen wie häufige gleiche Fragen in kurzer Zeit, das Weglaufen aus unliebsamen Situationen oder plötzliches ärgerlich werden im Buch gefunden, finde es aber auch verständlich, dass ein Buch für Kinder ab fünf sehr stark reduziert und beängstigende Situationen vermeidet.

Besonders gefällt mir, das Benny seinen Opa nach wie vor sehr lieb hat und ihm das auch zeigt. Während Benny an Selbständigkeit dazu gewinnt, verliert der Opa diese zunehmend. Benny verspricht dem Opa immer für ihn da zu sein. Das ist eine tolle Aussage, doch sollte man sie mit sensiblen Kindern gut besprechen. Meine Kindern neigen sehr zur Verantwortungsübernahme, aber das Thema wird für Kinder nicht alleine zu meistern sein.

Ein gutes Buch, um mit Kindern das Thema Demenz zu besprechen und ihnen Situationen zu erklären, die sie sonst nicht gut einordnen können. Die schönen Illustrationen passen hervorragend zu dem Text und ermöglichen auch ein freies Erzählen. Sie zeigen unterschiedliche Situationen genau auf und vor allem können die Emotionen klar an den Gesichtern abgelesen werden. Die Botschaft, das Opa trotz Demenz immer noch Opa ist und geliebt werden kann und es auch möchte, wird anschaulich herausgearbeitet. Das Buch erklärt Kindern krankheitstypische Veränderungen und nimmt ihnen damit die Angst vor Situationen, in denen sich ein geliebter Mensch ungewohnt verhält.

Bewertung vom 17.01.2026
Borrmann, Mechtild

Lebensbande


ausgezeichnet

Großartig

Mechthild Borrmann erzählt in diesem historischen Roman über eine tiefe Freundschaft zwischen drei Frauen, wobei sie den Bogen vom zweiten Weltkrieg bis in die Zeit der Wiedervereinigung spannt. Der Roman basiert auf wahren Begebenheiten.
Lene, Nora und Lieselotte begegnen sich in den Kriegsjahren und werden zu guten Freundinnen, sie riskieren nicht wenig füreinander.

Lene darf ihre große Liebe nicht heiraten, weil die Eltern es verbieten. So gerät sie an einen anderen Mann, der ihr leider kein Glück bringt. Ihr erstgeborener Sohn Leo hat ein geringes Handicap, aber es genügt, um ihn zum Reichsauschusskind zu erklären und ihr das Sorgerecht zu entziehen. Ihre Freundin Nora rettet Leo im letzten Moment vor einer verhängnisvollen Verlegung, muss dann aber auch untertauchen. Sie gerät nach Danzig, wo sie Lieselotte kennenlernt. Die Beiden werden später nach Russland in einen Gulag verschleppt, von hier scheint es kein Entrinnen zu geben.

Die Autorin erzählt kurzweilig und spannend über die dramatischen Erlebnisse der Frauen. Dabei wechselt sie die Perspektive zwischen ihnen und auch zwischen den Zeiten, es gelingt es ihr viele brisante Themen anzuschneiden. Die historischen Fakten werden gut mit den fiktiven Aspekten verbunden, so dass ein authentisches interessantes Zeitbild entsteht. Die Figuren sind gut beschrieben und machen nachvollziehbare Entwicklungen durch. Der Mut, die Verzweiflung, die Armut und Angst werden deutlich transportiert. Über den Zeitstrang 1993 kommt nochmal eine andere Sichtweise auf die Kriegszeit dazu und es ist spannend zu sehen, was für Emotionen die Erinnerungen auslösen.

Bewertung vom 17.01.2026
Åslund, Sandra

Dann ruhest auch du / Maya Topelius Bd.3


sehr gut

Wenn die Vergangenheit anklopft

In dem neuen Krimi rund um Maya Topelius gibt es wieder einen spannenden Kriminalfall, der eine Verbindung zu Maya und ihren Freundinnen hat. Die Verquickung von Krimi und dem Privatleben der Gruppe ist wieder gut gelungen.
Maya macht Urlaub bei ihren Eltern, auch um diesen ihren neuen Freund vorzustellen. Ein Mordfall stört das Kennenlernen und ihr Kollege Pär rückt zur Unterstützung an, der Urlaub ist gestrichen. Nebenbei versucht Maya auch einer Freundin zu helfen, die glaubt eine vermisste Freundin aus der Kindheit getroffen zu haben. Das Verschwinden dieses Mädchens hat die anderen immer belastet.
Die Ermittlungsarbeiten sind interessant beschrieben und die privaten Verstrickungen nehmen immer mehr zu. Der Autorin ist es gut gelungen, die verschiedenen Stränge zu einer glaubhaften Geschichte zu verbinden, die bis ins rechtsradikale Milieu reicht.
Ein weiterer spannender Fall, den ich gerne weiterempfehle. Allerdings sollten die Vorgängerbände bekannt sein, damit man gut folgen kann.

Bewertung vom 17.01.2026
Funke, Cornelia

Gespensterjäger auf eisiger Spur / Gespensterjäger Bd.1 (MP3-Download)


ausgezeichnet

Klassiker im neuen Gewand

Cornelia Funkes Gespensterjäger sind nach wie vor klasse und können begeistern. Der Loewe Verlag hat die Reihe neu aufgelegt, hier war Franziska Blinde für die stimmungsvolle Illustration verantwortlich, die die Geschichte gekonnt untermalen.
Tom soll Saft aus dem Keller holen, das macht er gar nicht gerne, weil er sich dort immer gruselt. Als er dort von einem Gespenst erschreckt wird, glaubt ihm zunächst keiner. Als er sich seiner Oma anvertraut, weiß dieser aber Rat. Sie rät ihm, sich an Hedwig Kümmelsaft zu wenden, diese Gespensterjägerin kann sicher helfen.
Tom faßt sich ein Herz und nimmt den Kampf auf. Schließlich gewinnt er mit Hedwig und dem Gespenst Hugo tolle Freunde und findet sogar eine neue Aufgabe, er wird auch Gespensterjäger. Das unterschiedliche Trio sorgt für gruselige Momente, die gut zu der empfohlenen Altersgruppe passen, aber auch für lustige Situationen, über die man schön lachen kann.

Bewertung vom 17.01.2026
Ridzén, Lisa

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Berührend

Bo ist 89 Jahre alt, seine Frau lebt wegen ihrer Demenzerkrankung in einem Pflegeheim. Bo spürt sein Alter, er kann vieles nicht mehr so wie früher und ist auf Hilfe angewiesen. Diese leisten ein Pflegedienst, aber auch sein Sohn Hans. Hans denkt, dass sein Vater nicht länger alleine leben kann und vor allem, dass er sich nicht mehr richtig um den Hund Sixten kümmern kann, der Bo sehr viel bedeutet. Das führt zu weiteren Spannungen, denn Bo möchte sich in seiner Selbstbestimmung nicht einschränken lassen.
In diesem Roman lernen wir Bo sehr gut kennen. In weiten Teilen lässt er sein Leben Revue passieren, er denkt über bestimmte Ereignisse und Entwicklungen sehr viel nach, dabei geht es oft melancholisch zu. Bo´s Einbußen werden deutlich und auch wie schmerzlich sie für ihn sind. Seine Welt schrumpft immer weiter.
Dies ist kein spannendes Buch, aber eines das berührt, indem es das Älterwerden so deutlich macht.

Bewertung vom 17.01.2026
Hewlett, Rosie

Medea


sehr gut

Medeas Schicksal Rosie Hewlett erzählt die Geschichte Medeas neu und mit eigenen Schwerpunkten. Viola Müller liest das Hörbuch mit einer Dauer von 14,3 Stunden engagiert vor.
Medea hat aufgrund ihrer Zauberkraft, die sie von einer Göttin als Geschenk erhielt, eine Sonderstellung in der Familie und später auch in der Gesellschaft. Leider wirkt sich dies nicht positiv aus: die Kräfte waren vielen willkommen, aber als Hexe wurde sie verachtet, sie führte ein einsames, zurückgezogenes Leben. Ihr Wunsch nach Liebe und Nähe erfüllt sich nicht.

So hilft sie bereitwillig Jason, einem jungen Krieger, der bei ihrem Vater auftaucht, um das goldene Vlies zu erobern. Aus Liebe zu ihm verliert sie die Loyalität zur Familie, tötet sogar den eigenen Bruder.
Jason weiß Medea geschickt zu manipulieren. Lange geht dies gut, sie steht dem Narzissten sehr naiv gegenüber, doch irgendwann überspannt er den Bogen. Sie rächt sich auf fürchterliche Weise mit einem Blutbad und tötet sogar die eigenen Kinder, für die sie keine Zukunft in der vorurteilsbehafteten Welt sieht. Danach besinnt sie sich auf ihre Kräfte und eigenen Ziele, die sie fortan durchsetzt. Aus der willfährigen Frau wird eine verletzte rachsüchtige Hexe, die tatsächlich über Leichen geht.
Das Schicksal Medeas wird gut deutlich, jedoch hat das Buch einige Längen, die trotz des guten Vortrags der Sprecherin etwas störten.
Der Lebensabschnitt an Jason´s Seite wird sehr ausführlich beschrieben, ebenso der Weg dorthin. Am Ende wird die Erzählperspektive gewechselt, das war nicht uninteressant, dennoch hätte ich auch hier gerne etwas über Medeas Gedanken erfahren. Dieser Bruch gefiel mir nur teilweise, auch das Ende erschien etwas überstürzt.
Von mir gibt es 3.5 Sterne, die ich aufrunde wo es nötig ist.

Bewertung vom 11.01.2026
Asher, Ivy;Kennedy, Raven

Rabid


gut

nicht meins

Auf dieses Buch war ich wegen des tollen Covers neugierig, außerdem wollte ich einmal in ein anderes Genre hineinschnuppern. Leider war das keine so gute Idee, mich konnte die Geschichte gar nicht abholen. Laut Klappentext war bei dem beschriebenen Plott klar worum es geht und das Ende vorhersehbar. Für ein paar entspannte Lesestunden ist das häufig das Richtige, dennoch fand ich die Umsetzung extrem schlecht. Die einzelnen Figuren fand ich schwach angelegt und eine wirkliche Entwicklung konnte ich nicht feststellen. Durch die dominante Wölfin nach dem schief gelaufenen Ritual, die Gruppen und Beziehungen wäre hier einiges möglich gewesen, doch das Ganze plätschert nur so vor sich hin, die Spannung fehlte. Dies sollte wohl mit viel Spice gerettet werden, doch auch diese Szenen wirkten so hölzern, dass ich sie ungern gelesen habe. Die Triggerwarnungen sind jedoch sehr berechtigt und sollten beachtet werden.
Von mir gibt es 2,5 Sterne, die ich aufrunde wo es nötig ist.

Bewertung vom 11.01.2026
Stern, Anne

Die weiße Nacht


ausgezeichnet

Nachkriegskrimi

Anne Stern hat mit „Die weiße Nacht“ einen Reihenauftakt für ein interessantes Ermittler Duo vorgelegt. Das Setting ist der Hungerwinter 1946/47, Lou Faber ist eine junge Fotografin, die auf der Suche nach emotionalen Motiven eine Tote mit gefalteten Händen, in den Ruinen auffindet. Sie unterstützt den Kriminalkommissar Alfred König bei seinen Ermittlungen. Es bleibt nicht bei dieser einen Leiche, und die nahe Vergangenheit spielt mit in die Ermittlungsarbeit.
Die Zeit und ihre Ereignisse haben die Menschen geformt, so lernen wir hier Figuren kennen, die ihr Päckchen zu tragen haben und somit besondere Ecken und Kanten haben. Anne Stern ist es gelungen, ein authentisches Bild dieser schweren Zeit zu zeichnen und lebensnahe Figuren zu kreieren, auch die Nebenfiguren sind gut ausgestaltet und wirken realistisch. Der Konflikt zwischen richtig und falsch, Opfern und Tätern war in dieser Zeit besonders schwer, da die Vergangenheit die Gegenwart immer überschattet hat. Das Treiben auf dem Schwarzmarkt, die Polizeiarbeit und auch die Einmischung der Politik sind gut in die Handlung eingeworben worden. Mir hat das Buch sehr gut gefallen

Bewertung vom 11.01.2026
Barron, Sylvia B.

Uns führt der Mut


ausgezeichnet

bewegende Familiengeschichte

Dieses Buch ist ein Reihenauftakt zu einer Trilogie. Die Familiengeschichte rankt sich um das Unternehmen Otto Kaiser AG, die 1932 in den roten Zahlen steckt. Eine Verbindung der jüngsten Tochter Emma mit dem Unternehmersohn Franz von Altrock könnte eine Wendung herbeiführen. Doch Franz steht der NSDAP nahe, die Emma nicht mag. Als Max Dietrich in der Kaiser AG anfängt, bringt er vielversprechende innovative Ideen mit, doch er verbirgt etwas.

Das Buch spiegelt sehr gut das Zeitgeschehen Dresdens in den 30erJahren wider. Die Familiengeschichte, die Not, die politische Entwicklung und schließlich auch die politische Bedrohung sind gut herausgearbeitet. Der christliche Glaube ist gut mit eingearbeitet, das Gottvertrauen und die Hilfsbereitschaft aus der christlichen Überzeugung heraus werden hier glaubhaft und selbstverständlich dargestellt, was mir gut gefällt.

Emma gerät zwischen die moralischen Fronten: Soll sie die Familie mit einer sicheren Verbindung retten oder ihrem Gefühl folgen? Das in der Familie jüdische Verwandtschaft vorkommt, die ihr lieb und teuer ist, erleichtert ihre Lage nicht. Damals mussten Äußerungen und Taten oft zur eigenen Sicherheit gut abgewogen werden. Denunzianten waren gefährlich und viele Menschen ließen sich in ihrer Verzweiflung über die Lebenssituation hinreißen der Propaganda zu folgen.

Ein spannender erster Teil, ich freue mich auf die Fortsetzungen, die hoffentlich genauso spannend und unterhaltsam Zeitgeschichte vermittelt und über das weitere Schicksal der Familie Kaiser erzählt.