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Aarany
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Passionierte Leseratte

Bewertungen

Insgesamt 199 Bewertungen
Bewertung vom 13.01.2026
Louis, Saskia

How to Kill Fate (Fate Dilogie, Bd. 2) (eBook, ePUB)


sehr gut

Zufall versus Schicksal


Cover & Klappentext
Entsprechend zum Cover des ersten Bandes wurde auch dieses kreiert. Es ist durchaus gelungen, obwohl Blau eher Entspannung suggeriert, und das ist bei dieser Geschichte keineswegs der Fall. Allerdings steht es auch für Vertrauen, was schon besser passt.

Der Klappentext verspricht eine spannende Fortsetzung. Für mich war die Erwartungshaltung ziemlich hoch, nachdem ich von dem ersten Teil schon begeistert war.


Meinung
Seit Kiana den Schicksalsbrechern Tyron und Nevin begegnet ist, stellt sie ihr Leben unter den Göttern von Anima infrage. Denn wie kann es sein, dass sie für Tyron so viel empfindet, obwohl die wahre Liebe nur durch das Verknüpfen von Schicksalsbändern möglich sein soll?
Je weiter sich die beiden annähern, desto stärker werden sie. Ihre Kräfte entwickeln sich weiter und es kommen neue hinzu.
Als Tyron gefangen genommen wird, sind es genau diese Kräfte, die ihm noch das Leben retten und schließlich das Geheimnis um den Krieg und die Götter lüften könnten.

Überwiegend aus der Sicht von Kiana und Tyron wird man auch in diesem Band durch das Geschehen geführt. Obwohl ich mich auf die Fortsetzung gefreut habe, brauchte ich eine Weile, um in die Story zu finden. Vielleicht hätte eine Rückblende das Ganze erleichtert.

Mit Band zwei geht es nahtlos weiter. Damit ist es der Autorin gelungen, das Spannungslevel von Seite eins an oben zu halten. Das lag ganz klar auch an dem ziemlich hohen Tempo, das aber in den entsprechenden Szenen angepasst wurde. Die einzig spürbaren Längen entstanden in den Beschreibungen. Das lässt sich allerdings verschmerzen, da der Schreibstil der Autorin gewohnt geschmeidig und farbenfroh war. Dabei verwendet sie einen guten Mix aus Ausdruck und Umgangssprache.

Die Charaktere zeichnen sich durch ihre starke Präsenz aus. Der Schlagabtausch zwischen den beiden, ihre Reibereien und sarkastischen Sprüche sorgen für einen hohen Unterhaltungsfaktor. Ich musste des Öfteren lachen. Jedoch wurde der humoristische Einsatz gelegentlich zu sehr ausgereizt, dass es meiner Meinung nach beinahe schon anstrengend wurde. Es war eine Gratwanderung, die die Autorin gerade so gemeistert hat.
Dafür konnte sie mit der Entwicklung der Handlung und der Hauptprotagonisten punkten.

Die überraschenden Wendungen sorgen für Spannung, während der Plot zügig voranschreitet. Dabei bleiben auch Verluste nicht aus.
Die Charaktere überzeugen mit einer Tiefe, die man in dieser Art von Geschichte nicht erwartet. Mir ist es mehr als einmal passiert, dass ich durch eine Szene Rückschlüsse gezogen habe, ehe genau diese im nächsten Absatz auftauchten. Diese Verbindung habe ich selten.

In Band eins finden sich viele Gegensätze, die hier ein wenig abgeschliffen wurden. Dafür kommen in der Fortsetzung neue hinzu, bedingt durch weitere Charaktere und Szenenwechsel. Das verleiht für mich einer Geschichte noch mal etwas Besonderes.

Eine Story, deren Anfang noch so vielversprechend ist, kann durch ein ungünstiges Ende ruiniert werden. Wobei ich anmerken muss, dass ich mit allem klarkomme, solange es zur Handlung passt. Oftmals ist das Problem, dass es zu schnell geht und man dann gefühlt aus der Geschichte geschmissen wird.
Dieses Ende hat mir gefallen, auch wenn alles recht rasant aufgebaut wurde. Versöhnt wurde ich mit dem Epilog, weshalb ich darüber hinwegsehen kann.


Fazit
Diese Dilogie hat mich wahrhaftig überrascht. Sie brilliert mit Wortwitz, Spannung und einer emotionalen Achterbahnfahrt, wobei sie alle Gefühle bedient. Die Hauptprotagonisten wirken so echt, dass man sie nicht einfach nur mag. Manchmal möchte man sie auch schütteln und anschreien. Okay, das betrifft eigentlich nur Tyron.

Von mir gibt es vier von fünf Sternen und eine absolute Leseempfehlung.

Bewertung vom 13.01.2026
Cole, Penn

Heat of the Everflame (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Balance


Cover & Klappentext
Bis auf Band eins ist das Gesicht von Diem auf dem Cover verborgen, was mir deutlich besser gefällt. Ich stelle mir Hauptprotagonisten einfach immer anders vor, als sie dargestellt werden.
Die Farbgebung aufgrund der Flammen stellt eine gewisse Signalwirkung her, auch wenn es für mich kaum notwendig war, konnte ich doch die Fortsetzung kaum erwarten. Trotzdem macht der Klappentext extrem neugierig.


Meinung
Dieser Teil schließt nahtlos an Band zwei an. Es ist also erforderlich, die vorangegangenen Bücher der Saga zu kennen.

Nach ihrer katastrophalen Krönung verschwimmen die Grenzen.
Während Diem versucht, ihre Lieben zu schützen, steht sie zwischen den Fronten. Freunde werden zu Feinden und umgekehrt. Wem kann sie noch vertrauen? Gleichzeitig haben es die anderen Crowns auf sie abgesehen.
Auf der Flucht durch die Reiche muss Diem sich schrecklichen Wahrheiten stellen, die sie an allem zweifeln lässt, doch aufzugeben kommt nicht infrage, solange ein gefährlicher, mächtiger Feind dort draußen lauert.

Auch diesem Band verleiht Diem ihre Stimme. Obwohl eine einzelne Sichtweise auch Nachteile mitbringen kann, trifft das auf die bereits erschienenen Bücher der Kindred-Saga nicht zu. Manchmal sorgt der Fokus auf eine Person dafür, dass andere wichtige Charaktere blass und farblos bleiben. Das ist hier nicht der Fall. Neben Diem, die man bereits gut kennengelernt hat, nehmen noch andere Figuren viel Raum ein. Doch sie sind sehr präsent und bestehen damit an der Seite von Diem.

Die Hauptprotagonistin konnte sich in den ersten Bänden bereits behaupten. Von Anfang an war sie mir sympathisch, denn trotz ihres harten Lebens hielt sie immer an ihren Vorsätzen fest. Und das hat sie jetzt als Descended nicht verloren. Ihr Wille, den Schwächeren zu helfen, nicht nur den Mortals, ist nach wie vor ihr oberstes Ziel. Nur um Toleranz und wahrhaftigen Frieden zu erreichen, scheint es notwendig zu sein, den sich anbahnenden Krieg eskalieren zu lassen. Alle Seiten, ob die Rebellen, die Crowns oder die Häuser der Descended steigern sich in ihrer Gewaltbereitschaft. Entweder um ihre Macht zu behalten beziehungsweise zu vermehren oder Veränderungen zu erzwingen.

Der Einstieg ist mir zugegeben etwas schwergefallen. So ganz ohne Rückblende mit den vielen Geschehnissen aus den vergangenen beiden Teilen ist mir einiges entfallen. Allerdings gab es geschickte Hinweise, die meine Erinnerungen reaktiviert haben, sodass ich mich ganz auf die Handlung einlassen konnte.
Wie schon im zweiten Band überschlagen sich hier die Ereignisse. Dieses Buch strotzt nur so vor unvorhergesehenen Wendungen und Szenenwechseln, sodass trotz der vielen Seiten kaum Längen aufkamen. Die Schwächen im Auftakt wurde gänzlich eliminiert.
Der Schreibstil ist nach wie vor flüssig, gut ausformuliert und geschmeidig.

Das Tempo ist überwiegend beinahe rasant, was der Handlung geschuldet ist, wurde aber in den schön ausgearbeiteten Schlüsselszenen rausgenommen. So wird dieser Teil nicht nur von der Spannung beherrscht, sondern überträgt eine Vielzahl von Emotionen.

Der dritte Band braucht sich hinter seinen Vorgängern nicht zu verstecken, ganz im Gegenteil. Obwohl das Ende mich völlig vernichtet hat. Aber wie die bisherige Sage bereits deutlich gemacht hat: Man darf die Hoffnung nicht aufgeben.


Fazit
Wer erst jetzt auf die Reihe der Autorin aufmerksam wurde, der sollte sie sich nicht entgehen lassen. Von Band zu Band scheint sie sich zu steigern und den Leser mehr in ihren Bann zu ziehen.
Diese Geschichte überzeugt durch ihre Aussagekraft, ihre Charaktere und ihre mitreißende Handlung. Deshalb gibt es von mir erneut seltene fünf von fünf Sternen und eine klare Leseempfehlung.

Bewertung vom 08.01.2026
El-Arifi, Saara

Kleopatra (eBook, ePUB)


sehr gut

Alea iacta est (Die Würfel sind gefallen)


Cover & Klappentext
Das Cover ist schlicht, dafür aber sehr aussagekräftig. Es spricht für sich.
Der Klappentext war für mich weniger relevant, allerdings war ich gespannt, was die Autorin, die für mich keine Unbekannte ist, aus dem Leben Kleopatras gemacht hat.


Meinung
Kleopatra dürfte wohl für jeden ein Begriff sein, umso erstaunlicher, dass es kaum etwas gibt, was ein konkretes Bild von ihr zeichnet. So viel auch überliefert wurde, ist die Glaubwürdigkeit doch fragwürdig, schließlich stammen die Aufzeichnung von Historikern, die weit nach ihrem Tod lebten, und dienten oftmals der römischen Propaganda.

Saara El-Arifi hat sich an eine der mächtigsten Frauen der damaligen Zeit gewagt, dabei diverse Quellen bemüht, aber letztendlich ihre eigene Geschichte daraus gemacht.
Aus der Sicht von Kleopatra wird der Leser auf eine Reise in das alte Ägypten entführt und lernt die Pharaonin von einer anderen Seite kennen. Ihr Kampf um den Thron, ihre Liebe zu Caesar, ihre Pläne, ihr Wirken und ihr Ableben werden dabei zu einer interessanten spannenden Story verwoben, die zeigt, wie vielschichtig Kleopatra war.

Die Ich-Erzählperspektive hat mich zugegebenermaßen anfangs etwas irritiert. Normalerweise dient diese Erzählweise dazu, sich dem Hauptprotagonisten näher zu fühlen, aber da Kleopatra nun einmal längst nicht mehr lebt, mutete es seltsam an. Doch die Autorin hat sich definitiv etwas dabei gedacht, was sich am Ende herausstellt.

Der Schreibstil ist gewohnt solide und flüssig. Es gab, was die Wortwahl oder die Satzkonstruktion betrifft, keinerlei Stolperstellen. Was mich eher regelmäßig herausgerissen hat, waren die Ankündigungen auf die Zukunft. Ja, vieles weiß wohl jeder Leser, dennoch hätte ich es darauf ankommen lassen, sodass die Geschichte im Ganzen zündet und eine gewisse Spannung nicht vorweggenommen wird. Immerhin konnte man nicht wissen, wie die Autorin es darstellt. Das heißt, bestimmte Begebenheiten wurden insoweit geändert, dass es besser passt.
Leider ziehen sich diese Vorankündigen durch das gesamte Buch. Dennoch konnte ich nicht davon ablassen.

Ich habe Kleopatra an einem Abend förmlich verschlungen. Sie wurde mir nähergebracht. Ägypten stand immer an erster Stelle und war mehr als ein Land für sie. Dafür hat sie sich aufgeopfert und gekämpft. Ich bin beeindruckt von dieser starken Frau, die mit ihrer Intelligenz definitiv für ihre Feinde ein Dorn im Auge war.

Aus Kleopatra von Saara El-Arifi,
von Ptolemaios XII. an seine Tochter Kleopatra

»Wir sind Ägypten, und Ägypten sind wir. Manchmal müssen wir opfern, was wir lieben. Aber Ägypten muss leben. Immer.«



Fazit
Kleopatra, eine vielschichtige und sehr mächtige Frau, die mit ihrem Scharfsinn für ihre Ziele kämpfte.
Den Ansatz, den die Autorin hier gewählt hat, ist durchaus gelungen, auch wenn mich das gewählte Ende der Autorin sprachlos zurücklässt. Meiner Meinung nach hatte Kleopatra nach diesem abenteuerlichen Leben Besseres verdient.

Historische Darstellung trifft auf einen Schuss Fantasy. Mythos trifft Legende.

Ich vergebe dreieinhalb von fünf Sternen, runde aber auf knappe vier auf, sowie eine Leseempfehlung.

Bewertung vom 01.01.2026
Gray, R. M.

Nightweaver (eBook, ePUB)


sehr gut

Überraschend vielschichtig


Cover & Klappentext
Aufgrund der Farbgebung hat das Cover meine Aufmerksamkeit geweckt, obwohl es ansonsten nicht ganz mein Fall ist. Allerdings kommt es wie immer auf den Inhalt an. Und der Klappentext lässt in dieser Hinsicht ein spannendes Abenteuer erwarten.


Meinung
Vorab, es ist weniger Fluch der Karibik, sondern mehr Downton Abbey.

Im westlichen Meer wird die Lightbringer der Piratenfamilie Oberon von Nightweavern angegriffen. In dieser Nacht verliert Aster nicht nur ihren Bruder Owen, sondern auch ihr Zuhause. Kurz bevor sie gehängt werden, verspricht ihnen der Nightweaver Will Schutz und Arbeit auf seinem Anwesen.
Während Aster den Mörder ihres Bruders sucht, muss sie erkennen, dass es schlimmere Monster als die Nightweaver gibt, was aber nicht heißt, dass man ihnen vertrauen kann. Oder?

Man wird sofort in die Geschichte geworfen, beginnend mit der Schlacht auf der Lightbringer, dem Schiff, was dem Clan der Oberons als Zuhause dient. Die Familie verliert in der Nacht nicht nur einen Bruder beziehungsweise Sohn, sondern auch ihr Heim und beinahe ihr Leben.
Aster erkennt, dass die Geschichten, die ihre Eltern ihr erzählt haben, mit vielen Lücken behaftet sind. Gerade ihr Vater und ihre Mutter wirken auf mich lange Zeit undurchsichtig. Aber der Fokus liegt ganz klar auf Aster, die wohl als Einzige dem neuen Leben auf dem Anwesen der Nightweaver skeptisch gegenübersteht. Ihr sehnlichster Wunsch ist den Tod ihres Bruders zu rächen und schnellstmöglich zu verschwinden. Doch merkwürdige Dinge passieren auf dem Castor-Anwesen. Der Tod geht um. Nicht nur das ist der Grund, warum Astor sich entscheidet zu bleiben, um ihre Familie zu schützen, sondern auch der gut aussehende Will Castor.

Aster bringt viel Heldenpotenzial mit. Sie ist stur, durchsetzungsfähig und lässt sich nichts gefallen – vermutlich bedingt durch ihr Leben als Piratin. Das Problem hierbei ist nur, dass man von ihrem Piratenleben nichts weiter erfahren hat. Es wird erwähnt, dass sie getötet hätte, aber das ist beinahe kaum vorstellbar, wenn man sie und ihre Familie etwas besser kennenlernt.
Das gerät in den Hintergrund aufgrund der Ereignisse bei den Castors und dem verbotenen Näherkommen von Will und Aster. Doch ganz gleich, wie viel Zeit die Autorin für die beiden aufgewendet hat, um zu verdeutlichen, dass sie Gefühle für einander entwickeln, konnte diese angehende Romanze nicht bei mir punkten. Es wirkte durch die vielen Geheimnisse etwas unglaubwürdig.
Zum Glück bringen der Prinz von Eerie und Captain Shade neuen Wind in die Story.

Der Schreibstil ist geprägt von Schachtelsätzen, die, wenn man nicht aufpasst, so viel Aufmerksamkeit auf sich lenken, dass der Inhalt untergeht. Das ist mir phasenweise passiert, zumindest in Szenen, die überwiegend aus Beschreibungen bestehen. Dadurch entstehen einige Längen, die das Lesevergnügen schmälern. Doch ansonsten ist der Schreibstil geschmeidig.

Die Stärke der Geschichte sind die Charaktere, die sehr unterschiedlich sind und gleichzeitig viel Entwicklungsspielraum mitbringen, der teilweise schon genutzt wurde. Zudem ist auch der Leser gefragt. Die brutalen Morde sorgen dafür, dass eigene Überlegungen angestellt werden. Und nicht zuletzt einige Twists, wobei die meisten jedoch bei mir kaum zündeten. Da gibt es noch Spielraum nach oben.

Trotz einiger Längen gibt es auch eine Menge an spannenden Szenen, die regelrecht fesseln und das Tempo nach oben treiben, immer abgelöst von entspannteren Momenten. Das hat mir richtig gut gefallen, da ein zu rasanter Roman die emotionalen Abschnitte ignoriert. Das ist hier nicht der Fall.

Das Ende wiederum hat mich etwas verwirrt zurückgelassen, wobei ich davon ausgehe, dass Band zwei mehr Licht ins Dunkel bringen wird.


Fazit
Diese Geschichte ist wahrlich außergewöhnlich, und das ist nicht nur so dahingesagt. Gerade anfangs glaubt man zu wissen, womit man zu rechnen hat, doch es ist tatsächlich ganz anders. Allein dafür verdient die Autorin ein großes Lob.
Trotz einiger Schwächen hat mich Band eins überzeugt, sodass ich die Fortsetzung sehnsüchtig erwarte.

Ich vergebe dreieinhalb von fünf Sternen, runde aber auf knappe vier auf, sowie eine Leseempfehlung.

Bewertung vom 01.01.2026
Woods, Autumn

Nightshade (eBook, ePUB)


sehr gut

Sorrowsong


Cover & Klappentext
In meinen Augen ist das Cover etwas zu überladen, sodass man sich kaum auf die Details konzentrieren kann. Auch spiegelt es weniger die Düsternis wider, die diesem Buch innewohnt.
Doch letztendlich kommt es auf den Inhalt an.
Der Klappentext vermittelt einen wagen Eindruck, aber hinter diesen Seiten lauern weitaus mehr Geheimnisse.


Meinung
Dank eines Stipendiums darf Ophelia an der Eliteschule Sorrowsong in den schottischen Highlands studieren, die im Grunde lediglich den gefährlichsten und skrupellosesten Familien vorbehalten ist. Doch ihr liegt weniger an einem Abschluss, sondern an Rache für den Tod ihrer Eltern.
Als Ophelia von einem Stalker bedroht wird, ist es ausgerechnet Alex, der Sohn ihres Hauptverdächtigen, der ihr beisteht. Dabei lernt sie ihn kennen, und obwohl sie sich sträubt, kann sie kaum leugnen, dass in Alex mehr steckt als anfangs angenommen.

Die Erwartungshaltung ist gelegentlich der größte Feind. Wird sie nicht erfüllt, ist man enttäuscht. Umso entspannter, wenn man ohne große Erwartungen an eine Story herangeht. So ist es mir hier ergangen. Die Autorin ist für mich eine Unbekannte. Der Klappentext klang zwar interessant, gab aber zu wenig her, um einen wirklichen Eindruck zu vermitteln.
Trotzdem oder gerade deswegen bin ich so froh, auf diese Story gestoßen zu sein. Sie ist weder oberflächlich noch unnötig brutal, sondern tiefgängig und pur. Ich habe jede Seite geliebt.

Aus der Sicht von Ophelia und Alex wird man durch das Geschehen geführt. Man konnte sofort die Melancholie wahrnehmen, die dieser Handlung anhaftet und bis zum Schluss bestehen bleibt. Mir liegen solche Geschichten. Ich mag die Abgründe der Menschen, das Dunkle, das Hoffnungslose. Doch die Autorin hat immer für einen Ausgleich gesorgt, weil diese Emotionen enorm bedrückend sind und auch in einem Buch zu anstrengend werden können. Ophelia, von Trauer gezeichnet und von Wut verzehrt, ist ungemein schlagfertig. Ihre Sprüche sorgten bei mir regelmäßig für Lacher. Auch einige Charaktere strahlen durch die Dunkelheit aufgrund ihrer lebensbejahenden und witzigen Art. Da konnte ich es verschmerzen, dass die beiden Hauptprotagonisten, so unterschiedlich sie auf den ersten Blick auch scheinen mögen, doch mehr traurige Gemeinsamkeiten haben als anfangs ersichtlich.

Der Schreibstil sorgt für einen leichten Einstieg, obwohl ich eine Weile brauchte, um mich richtig mit Ophelia zu verbinden. Hier geht es weniger um Sympathie. Davon kann man nicht sprechen, wenn die Hauptprotagonistin so angelegt ist, dass man lange braucht, um sie kennenzulernen. Denn sie versteckt sich hinter Ablehnung und suhlt sich in ihrer Einsamkeit. Freundlichkeit begegnet sie mit Misstrauen. Natürlich sind das alles Schutzmechanismen, die aber verhindern, dass man ihre nahekommt.
Damit ist die Autorin ein Risiko eingegangen, denn eine gute Story steht und fällt mit starken, aussagekräftigen, präsenten Hauptprotagonisten, mit denen man sich identifizieren kann. Das ist zwar hier der Fall, aber es fällt doch deutlich leichter, wenn nicht alles so trist und grau ist.
Ich hingegen fühle mich in der Dunkelheit wohl. Ich liebe die Abgründe und die Tiefe, die damit einhergehen. Und das findet sich in diesem Roman wieder. Sowohl bei Ophelia als auch bei Alex. Es scheint, als könnten sie sich nur zusammen heilen. Diese Intensität hat mich zutiefst beeindruckt, weil sie so authentisch dargestellt wurde.

Dank der geschmeidigen Wortwahl, die einen flüssig durch das Buch führt, konnte ich mich komplett auf den Inhalt konzentrieren. Auch wenn relativ schnell klar ist, wer der Stalker ist, finden sich einige unvorhergesehene Wendungen und Spannungsspitzen, die dafür sorgen, dass man gern dranbleibt.
Einzig kleinere Sprünge in den Szenen haben mich anfangs irritiert. Es wurde Bezug auf Dinge genommen, die vorher nicht relevant waren. Doch darüber konnte ich im Verlauf hinwegsehen, schon allein wegen der Eigenheiten, die den ersten Teil zu etwas Besonderem machen.

Nightshade ist ein kleines Meisterwerk, dessen zweiten Teil ich kaum erwarten kann.


Fazit
Gift trifft auf Rätsel trifft auf Zitate.
Wer vor intensiven, tiefgründigen Geschichten nicht zurückschreckt, der ist hier genau richtig. Die Autorin versteht es, mit den Emotionen zu spielen, sodass man sich auf eine gefühlsmäßige Achterbahnfahrt einstellen sollte. Man wird zerstört, wiederaufgebaut, umarmt und weggestoßen.

Von mir gibt es vier von fünf Sternen und eine klare Leseempfehlung.

Bewertung vom 30.12.2025
Corland, Mai

Three Shattered Souls / The Broken Blades Bd.3 (eBook, ePUB)


sehr gut

Actionreiches Finale


Cover & Klappentext
Passend zu den vorangegangenen Teilen wurde auch dieses Cover gestaltet. Bis auf die Farbgebung und die Details sind sie gleich. Das Blau suggeriert Entspannung, was ich mit dem Buch nicht wirklich in Einklang bringe.

Der Klappentext macht definitiv neugierig auf mehr, besonders wenn man nicht jetzt erst auf die Trilogie aufmerksam geworden ist.



Meinung
Ein letzte Mission steht den Attentätern bevor, die sie wieder an den Anfang führt.

Die Handlung geht nahtlos weiter. Dennoch ist mir der Einstieg nicht leichtgefallen, weil der zweite Teil schon eine Weile her ist. Aber die Autorin versteht es, die Erinnerung durch geschickte Formulierungen hervorzuholen, sodass ich recht schnell wieder Anschluss fand.
Weiterhin dominieren kurze Kapitel aus unterschiedlichen Sichtweisen, die ein recht hohes Tempo fördern.

Im Mittelpunkt stehen die Protagonisten, weniger die Handlung. Ich konnte sie bisher kaum einschätzen, habe immer misstrauisch beobachtet, wie sie agieren und reagieren, war aber unsicher. Trotzdem wurde ich im Finale überrascht. Hier zeigt sich, wie vielschichtig die Charaktere angelegt wurden.
Obwohl der Fokus auf der Verbindung liegt, kommt die Handlung nicht zu kurz. Auch hier wurde wieder auf überraschende Wendungen gesetzt.
Die größte Schwäche scheint die Dosierung des Tempos zu sein. Entweder man fliegt quasi durch die Seiten oder man steht still. Der Anfang wird von einer hohen Geschwindigkeit dominiert, der Mittelteil zieht sich etwas, ehe es zum Ende hin wieder rasant weitergeht. Das hätte ich mir ausgewogener gewünscht. Insbesondere die Schlüsselszenen betreffend, die einer Geschichte eine andere Wendung geben kann, ist das unabdingbar.
Vielleicht liegt hier die Ursache für die weiterhin mangelnde Tiefe der Emotionen. Nicht falsch verstehen, die Autorin bediente hier eine breite Palette. Aber das Potenzial für intensivere Gefühle wäre da gewesen. Insbesondere der Ausgleich zwischen Überraschung und Spannung hätte besser herausgearbeitet werden können.
Vielleicht liegt es auch an meiner Vorliebe an Gegensätzen, die in dieser Trilogie für mich einfach zu kurz kamen, dass ich es so wahrnahm.

Der Schreibstil sorgt mit seiner angenehmen Wortwahl und der perfekten Mischung an Satzlängen für ein Lesevergnügen. Es macht einfach Spaß, der Story zu folgen.

Nach diesem actionreichen Abenteuer, in der ich die unterschiedlichsten Emotionen erlebt habe, hatte ich ein wenig Angst vor dem Ende. Das Ende, wie auch das gesamte Finale, ist ausschlaggebend für meine abschließende Meinung über eine Reihe.
Nun, hier wird es schwierig. Ich komme so ziemlich mit allem klar. Nicht immer ist das Optimum glaubwürdig und nachvollziehbar, ganz gleich ob man damit glücklich ist. Für mich ist das Ende passend. Was mich stört, sind die losen Enden.
Natürlich muss nicht jede Kleinigkeit abgeschlossen werden. Hier ist es eher so, dass die eigene Fantasie gefragt ist.


Fazit
Das Finale braucht sich nach den anderen beiden Bänden keineswegs zu verstecken, schon allein weil der Spannungsfaktor für Unterhaltung sorgt. Wenn man zusätzlich die Protagonisten berücksichtigt, die mit ihrer Vielschichtigkeit begeistern, dann kann man mit dieser Trilogie eigentlich nichts falsch machen.

Ich vergebe für den Abschluss von The Broken Blades dreieinhalb Sterne, die ich auf knappe vier aufrunde, und eine Leseempfehlung.

Bewertung vom 28.12.2025
Skadi, Liz

A Hunter's Legacy / Realm of Myths and Magic Bd.2 (eBook, ePUB)


sehr gut

Von Monstern und Magik


Cover & Klappentext
Die Farbgebung zeigt die Zugehörigkeit zum ersten Cover. Da Totenschädel einfach schon zu oft genutzt wurden, sprechen sie mich nicht mehr an, obwohl es indirekt zur Story passt.

Nach Band eins musste ich wissen, wie es weitergeht. Der Klappentext war für mich weniger relevant, da er nicht allzu viel preisgibt. Dennoch verspricht er eine gewisse Spannung.


Meinung
Nach den Ereignissen auf Azythros befinden sich Xena, die ebenfalls ein Halbmonster ist, und Ajax keineswegs in Sicherheit. Die Reiche wollten die Halbmonster schon immer benutzen, um sich einen Machtvorteil zu sichern. Doch nun sind sie auf deren Hilfe angewiesen, um die entfesselten Bestien aufzuhalten, die alles ins Chaos stürzen.
Die Rettung liegt auf der Insel Koralia. Aber allein kann Xena die Menschen nicht retten. Nur wem kann sie vertrauen, wenn sie alles zu verlieren droht, sollte sie die falsche Entscheidung treffen?

Aus Xenas Sicht wird der Leser erneut durch das Geschehen geführt. Mir ist der Einstieg erstaunlich leichtgefallen, obwohl es nahtlos weitergeht. Normalerweise brauche ich immer ein wenig, um mich an verschiedene Details der Handlung zu erinnern. Hier war dies nicht nötig.
Im Laufe von Band eins hat sich Xena in erster Linie als Cassia ausgegeben, sodass man sie kaum kennenlernen konnte. Aber hier stellt sich gut heraus, dass es lediglich einzelne Facetten waren. Denn dieser Mut steckt in ihr, auch wenn sie regelmäßig von Unsicherheiten geprägt wird.
In diesem Teil war sie mir deutlich näher, weil hier ihr komplexer Charakter entfaltet wurde.

Der Schreibstil hat mir zeitweise deutlich besser gefallen. Die Autorin hat weiterhin versucht, eine gewisse Lockerheit zu vermitteln, allerdings ohne allzu sehr ins Umgangssprachliche zu gehen. Leider neigt sie zu ungünstigen Worten bei gängigen Formulierungen. Das hat mich immer wieder etwas irritiert.

Die Weiterentwicklung der Story geht rasant voran, bedingt durch das hohe Tempo, was vorherrscht. Aber bei wichtigen Szenen wurde die Geschwindigkeit rausgenommen, was der Geschichte sehr gutgetan hat. Es bietet Platz für andere Emotionen als nur die vorherrschende Spannung.

In diesem Band wird man mit neuen und alten Charakteren konfrontiert. Sie sind teilweise unmöglich einzuschätzen. Das allein sorgt schon dafür, dass man gern dranbleibt.
Besonders Ajax wird genauer beleuchtet. Ich muss sagen, ich stand ihm sehr misstrauisch gegenüber. Vielleicht weil er sich nach langer Zeit etwas mehr entfalten kann. Weshalb er etwas sprunghaft erscheint. Und während man als Leser über die Wahrnehmung der Charaktere grübelt, wird man mit diversen Twists überrascht.

Insgesamt wurde ich wirklich toll unterhalten. Die Autorin hat viel Wert auf die Protagonisten gelegt, sodass ihre Entwicklung, obwohl zeitweise sprunghaft, doch glaubwürdig und authentisch wirkte.


Fazit
Während im ersten Teil anfangs noch auf ruhigere Szenen gesetzt wurde, geht es hier rasant weiter, sodass die Geschichte bedingt durch die Szenenwechsel wie eine Abenteuerreise anmutet.
Wer bereits von dem Auftakt begeistert war, wird hier sofort mitgerissen. Alle anderen sollten der Story eine Chance geben, da sie nicht nur oberflächlich unterhält, sondern auch erstaunlich viel Tiefgang mitbringt.

Ich vergebe erneut vier von fünf Sternen und eine Leseempfehlung.

Bewertung vom 12.12.2025
Benning, Anna

To Love a God / Götterlicht-Saga Bd.2 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Decidium


Cover & Klappentext
Passend zu Band eins wurde auch dieses Cover kreiert. Nach wie vor erinnert es an die griechische Mythologie, deren Vibes sich auch in der Geschichte finden. Normalerweise spricht mich diese Art Darstellung nicht an, aber hier passt es.

Der Klappentext war für mich weniger relevant. Nachdem ich den ersten Band der Trilogie geradezu verschlungen habe, war es für mich keine Frage, die Fortsetzung zu lesen, sondern Gesetz. Nichtsdestotrotz nimmt er den potenziellen Leser für sich ein.


Meinung
Nach den letzten Geschehnissen ist Aurora auf der Flucht, fernab von allem, was sie kennt. Galadons Herrschaft nimmt immer düsterere Züge an. Tagtäglich werden Menschen hingerichtet.
Um dem ein Ende zu setzen, fordert ihn Colden zu einem Kampf heraus, der ein für alle Mal die Machtverhältnisse klären soll, und Aurora folgt ihm. Doch in der Stadt, in der sie sich ihr Leben eingerichtet hatte, ist sie längst nicht mehr sicher. Nur fürchtet sie weniger ihren Tod, sondern Colden, der für einen Sieg alles zerstören würde.

Der Einstieg ist mir nicht leichtgefallen. Trotz Rückblende fehlten mir zu viele Details, und das Ende war mir komplett entfallen. Hier glaube ich, dass es weniger daran lag, dass das Buch keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen hat, sondern dass ich es verdrängt habe, weil ich sonst die Wartezeit nicht überstanden hätte.
Trotzdem war ich irgendwann, ohne es bewusst wahrzunehmen, wieder mitten im Geschehen.

Der Fokus liegt auch in Band zwei eindeutig auf Aurora, obwohl auch Colden einige Sichtweisen erhält, wieder unterbrochen von Ausflüge in die Vergangenheit.
Nach der Veränderung von Colden war das ein kluger Schachzug, denn es ist, als würde man ihn erneut kennenlernen. Und wie sehr er sich doch von der alten Version unterscheidet.
Gerade für Aurora ist das, neben allem, was geschehen ist, nur schwer zu verkraften. Zum Glück geben ihr Bruder und die Verbündeten ihr genug Halt, sonst würde sie vermutlich untergehen. Ganz gleich wie stark sie auch sein mag. Und das ist sie. Während sie mit ihrem Dasein zu kämpfen hat, muss sie um ihr Leben bangen. Noch mehr als je zuvor.

Wie schon im ersten Teil zeigt sich Aurora auch von ihrer verletzlichen Seite. Sie kämpft und sie strauchelt, doch sie gibt nicht auf. Diese Attribute zeichneten sie von Anfang an aus, dennoch hat sie sich weiterentwickelt, was mir erst im Nachhinein aufgefallen ist. Das spricht für die Autorin, weil es schleichend geschah und perfekt in die Handlung integriert wurde.

Der Schreibstil ist gewohnt sanft, geschmeidig, mit einem angenehmen Word-Building und einem entsprechenden Tempo, das je nach Szene variiert. Anna Bennings Art, Worte zu verwenden, richtet die Konzentration auf die Handlung und sorgt für eine Fülle an Emotionen, immer unterlegt von einem gewissen Grad an Spannung.
Längen waren kaum zu finden. Aufgrund der Szenenwechsel kam es natürlich zu Beschreibungen, was, wenn es zu ausufernd geschieht, das Potenzial für Längen bietet. Aber die Autorin hat hier meist das richtige Maß gefunden.

Die Charaktere sind durch die Reihe weg gelungen. Neue tauchen auf, alte verschwinden oder werden zu einem festen Bestandteil. Doch ganz gleich, welche Rolle ihnen zugedacht wurde, sie wirken keineswegs farblos, sondern brillieren mit ihrer Präsenz. Das ist recht ungewöhnlich, weil in vielen Büchern der Fokus lediglich auf den Hauptprotagonisten liegt.

Der zweite Teil der Götterlicht Trilogie ist alles andere als ein Zwischenband, der die Handlung kaum voranbringt. Zwar finden sich hier durchaus Hintergründe, die für das Verständnis notwendig sind, aber auch unvorhergesehene Wendungen und eine Entwicklung des Plots.


Fazit
Die Fortsetzung steht dem ersten Band in nichts nach. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass sich die Spannung noch steigern könnte, aber mir war es zwischenzeitlich unmöglich, dieses Buch aus der Hand zu legen. Es nimmt einen an die Hand und entführt den Leser in ein unvergleichliches Abenteuer, was einen kaum loslässt.
Wer noch unschlüssig, dem kann ich nur raten, sich darauf einzulassen.

Ich vergebe erneut fünf von fünf Sternen und eine klare Leseempfehlung.

Bewertung vom 10.12.2025
Owen, Abigail

The Things Gods Break / Schattenverführt Bd.2 (eBook, ePUB)


sehr gut

Mythisch, geheimnisvoll, vereinnahmend


Cover & Klappentext
Das Cover von Band zwei gefällt mir deutlich besser, was in erster Linie mit der Farbgebung zu tun hat. Sie passt zu diesem actionreichen Teil, der an Spannung kaum zu überbieten ist. Aber auch die Detail überzeugen und sind passend zum Buch gestaltet worden.

Der Klappentext gibt zwar nicht viel her, aber wer Teil eins kennt, wird garantiert dranbleiben wollen.


Meinung
Lyra hat das Crucible überlebt, doch die Prüfungen reißen nicht ab. Nur riskiert sie hier nicht nur ihr Leben, sondern das Fortbestehen der Welt, während ihr die Zeit davonrennt.

Der Einstieg in das Geschehen ist nicht gerade leicht. Alles passiert so schnell, dass man sich kaum zurechtfindet. Insbesondere Zeitreisen sind normalerweise nicht unbedingt mein Fall, daher brauchte ich eine Weile, um alles zu sortieren.
Ich gebe zu, der Anfang hat mich etwas überfordert, daher war ich anfangs etwas enttäuscht. Zum Glück habe ich schnell den Anschluss gefunden, sodass ich einfach nur mitgerissen wurde. Damit hat nicht zuletzt der Schreibstil zu tun, der sich zu Band eins weiterentwickelt hat. Atmosphärisch, vielschichtig und eindringlich wird man durch die Story geführt, jedoch ohne die Handlung in den Schatten zu stellen.
So unberechenbar der Einstieg auch sein mochte, werden im Verlauf die Fäden zusammengeführt, sodass alles einen tieferen Sinn ergibt. Das wurde toll umgesetzt. Gerade weil hier das Risiko besteht, sich in den Nebenszenen zu verlieren.

Ich brauchte eine Weile, um mit Lyra warm zu werden, was aber in Band zwei keine Problem mehr darstellte. Sie muss erneut Stärke und Durchsetzungsvermögen beweisen. Ihr Wille und ihre Stärke sind beeindruckend.
Sie steht natürlich wieder im Fokus und besitzt eine tolle Präsenz, jedoch ohne den Nebencharakteren den Spielraum zu nehmen. So gehen sie nicht unter und können ihre Eigenheiten zeigen. Dementsprechend sind sie alles andere als blass und farblos.

Hades hingegen überzeugt mich immer noch nicht ganz. Er stellt für mich aufgrund seiner Art einen Widerspruch in sich dar. Aber darüber konnte ich hinwegsehen, denn der Plot entwickelt sich interessant weiter. Dazu kommt die rasante Geschwindigkeit, die die Spannung befeuert, obwohl das nicht notwendig gewesen wäre. Ein wenig mehr Varianz hätte der Story gutgetan, denn damit wären positive Emotionen noch besser zur Geltung gekommen, und der Leser hätte die Möglichkeit gehabt, zwischendurch etwas durchzuatmen.
Dafür finden sich kaum Längen. Selbst die Beschreibungen sind so atmosphärisch und wortgewaltig, dass ich es fühlte. Das ist schon erstaunlich.

Das Ende von Band zwei zeigt aufgrund des Cliffhangers, der beinahe schmerzhaft ist, dass es noch eine Fortsetzung gibt. Ich leide und hoffe schnellstmöglich auf Teil drei.


Fazit
Es geht actionreich weiter. Trotz der teilweise harten Kost sorgt die Autorin immer wieder durch einen Ausgleich in Form von Lyra, die mit ihrem frechen Mundwerk und ihrer dosierten Witzigkeit unterhält.
Insgesamt bin ich positiv überrascht von Band zwei, trotz des schwierigen Einstiegs. Daher kann ich nur jedem raten, der noch unschlüssig ist, sich an die Schattenverführt-Reihe zu wagen. Es lohnt sich.

Obwohl sich im Vergleich zu Teil eins immer noch einige Schwächen finden, manchmal die gleichen, manchmal andere, zeigt die Autorin hier, was in ihr steckt.
Ich vergebe vier von fünf Sternen und eine klare Leseempfehlung.

Bewertung vom 08.12.2025
Marczak, Weronika Anna

Be Strong, My Pearl / The Monet Family Bd.5 (eBook, ePUB)


gut

Was es bedeutet, Hailie Monet zu sein


Cover & Klappentext
So einfach das Cover gestaltet ist, so schön ist es auch, und wie immer passend zu den anderen Bändern kreiert.

Der Klappentext war für mich weniger relevant, weil ich von Anfang an die Family-of-Secrets-Reihe gelesen habe.


Meinung
Es scheint, als wäre Camden Monet in Gefahr, also setzt Hailie alles daran, ihm zu helfen, ganz gleich was ihre Brüder davon halten.
Doch ihre leichtsinnige Handlungsweise bringt das Familienleben komplett durcheinander, sodass sie alles verlieren könnte.

Um dem Inhalt folgen zu können, ist es notwendig, die Bände von Anfang an zu lesen, da sie aufeinander aufbauen.

Erneut aus der Sicht von Hailie wird man durch das Geschehen geführt.
Da der letzte Teil mit einem Cliffhanger endete, findet man schnell wieder Anschluss. Ich hatte zumindest keine Schwierigkeiten mit dem Einstieg. Das liegt aber auch daran, dass in den vorherigen vier Büchern nicht so viel passiert ist. Die wichtigsten Punkte merkt man sich.

Der Schreibstil ist solide und überwiegend flüssig. Meines Erachtens nach sogar ein wenig besser. Allerdings schlichen sich zum Ende viele Flüchtigkeitsfehler ein, sodass einige Sätze nicht leicht verständlich waren, ganz zu schweigen von den Ungenauigkeiten diverser Beschreibungen. Aber unabhängig davon wirkt sich der Schreibstil weniger störend auf den Inhalt aus als bei den anderen Teilen.

Die Autorin setzt in diesem Band auf mehr Spannungsspitzen, die etwas mehr Tempo in die Geschichte bringen. Dennoch neigt sie weiterhin dazu, sich auf Kleinigkeiten zu verlegen, die die Handlung nicht voranbringen. Allerdings habe ich mich mittlerweile daran gewöhnt, stört mich also nicht weiter. Was mich eher irritierte, waren die kleinen Zeitsprünge.

Der Band umfasst etwas über ein Jahr. Hailie ist inzwischen fast siebzehn und deutlich reifer geworden. Mittlerweile wagt sie es, ihren Brüdern ordentlich Kontra zu geben, mit mehr oder weniger Erfolg.
Obwohl sie in diesem Teil auch häufig weint, ist es insgesamt weniger geworden. Mir war das zuvor immer ein bisschen zu viel. Ein falsches Wort und sie brach in Tränen aus.
Inzwischen ist sie tougher geworden, ein wenig. Und sie erkennt, wie sehr sie ihre Brüder liebt, auch wenn sie sich nach wie vor regelmäßig über sie aufregt. Gerechtfertigt.
So viele Möglichkeiten sie auch hat, aufgrund des Reichtums ihrer Familie, desto eingesperrter ist sie auch. Und dieser Mangel an Freiheit macht ihr immer mehr zu schaffen. Gerade die Geschichte über die Mutter ihrer Brüder zeigt, was daraus entstehen kann. Damit hat die Autorin deutlich mehr Tiefe in die Geschichte gebracht.
An anderer Stelle blieb es oftmals oberflächlich, was schade ist.

Wie schon in den anderen Teilen angemerkt, gibt es auch hier einiges an ungenutztem Potenzial. Die spannenden Szenen hätten nicht vorangekündigt werden müssen. Auch der Einstieg war zeitweise unglücklich formuliert.
Zusätzliche Tiefe hätte dafür gesorgt, dass man mit Hailie mehr mitleidet.
Dennoch sehe ich Verbesserungen, weshalb ich auch die nächsten Bände lesen werde. Denn trotz der Kritik mag ich die Reihe und bin gespannt, wie es mit Hailie weitergeht.


Fazit
Es ist nach wie vor seltsam, wie sehr mich die Reihe in ihren Bann gezogen hat. Besonders seit Hailie nicht mehr ganz so naiv wirkt. Auch hier hat sie noch mal einen Entwicklungsschub gemacht, jedoch ohne ihre positiven Eigenschaften zu verlieren.

Ich bleibe dabei: Diese Reihe besitzt ihren eigenen Charme.

Diesmal vergebe ich dreieinhalb von fünf Sterne, bleibe aber bei drei, und eine Leseempfehlung.