Worum geht es?
Die erfolgreiche Nachrichtenchefin Stephanie und die junge, flüchtende Jasmine begegnen sich auf einem Flug nach San Diego. Obwohl sie völlig unterschiedliche Leben führen, ähneln sie sich äußerlich. ... Und kurz darauf verschwinden beide spurlos. Ihre Angehörigen erhalten mysteriöse, identische Nachrichten über einen Mann namens Trent McCarthy. Es beginnt ein raffiniertes Spiel um Identität, Geheimnisse und die Frage, was auf dieser Reise wirklich geschah.
Meine Meinung
Jessie Garcia schreibt sehr flüssig, packend und atmosphärisch. Besonders spannend ist der Erzählstil: Die Geschichte ist in mehrere Teile gegliedert und wird aus zahlreichen Perspektiven erzählt. Neben den Hauptfiguren Stephanie und Jasmine kommen auch Freunde und Kollegen zu Wort. Was anfangs gewöhnungsbedürftig erscheint, entpuppt sich als hervorragendes Mittel, um die Puzzleteile langsam zusammenzusetzen und das Tempo hochzuhalten.
Der Aufbau ist raffiniert konstruiert, man rätselt ununterbrochen mit und wird von unerwarteten Wendungen überrascht. Obwohl die meisten Charaktere unsympathisch gezeichnet sind, hat mich die Handlung so gefesselt, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.
Einen kleinen Abstrich mache ich jedoch beim Ende. Der Ausgang ergibt im Kontext zwar Sinn, hat mich persönlich aber nicht ganz überzeugt. Hier hätte ich mir einen anderen Abschluss gewünscht, vielleicht mit einem größeren Zeitsprung, um die männlichen Protagonisten für ihre Taten noch länger leiden zu sehen.
Das Cover gefällt mir gut und es passt zur Story.
Fazit
"The Business Trip" ist eine spannende und sehr aufregende Lektüre. Die Stärke des Buches liegt ganz klar im hohen Tempo, dem flüssigen und packenden Schreibstil und den ständigen Plot-Twists. Wäre das Ende etwas anders, wäre es ein absoluter Top-Thriller. So bleibt es ein sehr unterhaltsames Debüt mit großem Lesespaß, das ich innerhalb kürzester Zeit ausgelesen habe. Von mir eine absolute Leseempfehlung.
Authentischer Rückblick mit Längen
Worum geht es?
In "Before I Met Supergirl" beschreibt Rea Garvey die rauen Küsten Irlands. Es ist ein Buch über seine Identität, Heimat und den Mut, den eigenen Weg zu gehen, auch wenn dieser sich oft holprig gestaltet. Garvey schreibt über die Reibung mit seinem Vater und jene ersten Akkorde, die sein Leben für immer verändern sollten.
Meine Meinung
Erfrischend ehrlich und mit viel Humor schildert Garvey seine Kindheit und Jugend, die ersten musikalischen Gehversuche, abenteuerliche Touren und das Wechselspiel aus Erfolg und Misserfolg. Durch die lockere, spontane Erzählart wird der junge, impulsive Mann richtig greifbar.
Da die Kapitel eher wie Anekdoten wirken, kann das Buch gut zwischendurch gelesen werden, ohne den Faden zu verlieren. Ein tolles Extra ist die Playlist, die die Stimmung beim Lesen perfekt einfängt.
Jedoch war es inhaltlich für mich leider nicht so spannend wie erhofft. Die Schilderungen sind zwar nicht uninteressant, aber auch nicht fesselnd. Mir fehlte bei vielen Dingen der inhaltliche Mehrwert. Deshalb gibt es 2 Sterne Abzug.
Das Cover gefällt mir sehr gut und passt wunderbar zum Inhalt des Buches.
Fazit
Ein gut erzählter, leicht zu lesender Rückblick auf prägende Momente, der aber weniger ein lückenloser Lebensbericht als vielmehr eine selektive Auswahl an Anekdoten ist. Unterhaltsam für zwischendurch, aber der letzte Funke ist bei mir einfach nicht übergesprungen.
Das innere Kind
Worum es geht?
Die Geschichte dreht sich um Hannah, eine Frau Mitte 30, die in Berlin ein extrem durchgetaktetes und stressiges Leben führt. Sie funktioniert nur noch, fühlt sich aber innerlich leer und ausgebrannt. Um dem Hamsterrad zu entkommen, mietet sie sich für ein Wochenende allein ein kleines Holzhaus an einem verschneiten See.
Dort begegnet sie der kleinen Sophie, einem Mädchen im roten Schneeanzug. Durch die unbeschwerten Spiele im Schnee, wie Iglubauen oder Schneeengel machen, und die ehrlichen Fragen des Kindes beginnt Hannah, ihr eigenes Leben zu hinterfragen. Sie erinnert sich an ihre Träume aus der Kindheit und merkt, wie sehr sie den Kontakt zu sich selbst verloren hat.
Meine Meinung
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, schlicht und dennoch leicht poetisch.
Es ist kein Ratgeber mit erhobenen Zeigefinger und statt trockener Theorie zur Resilienz gibt es eine berührende Geschichte. Der Leser oder die Leserin lernt gemeinsam mit Hannah, ganz ohne Druck.
Es hat Alltagsnähe und die Fragen, die das Buch aufwirft, betreffen jeden von uns. Warum nehmen wir uns selbst die Leichtigkeit?
Es ist atmosphärisch, denn der Schnee und die Abgeschiedenheit bilden den perfekten Rahmen für diese innere Einkehr.
Das Cover gefällt mir sehr gut, strahlt es doch diese Ruhe aus, die dieses Buch transportiert.
Fazit
Dieses Buch ist perfekt für kalte Wintertage. Es fordert die Leser auf, mal inne zu halten und über sich selbst nachzudenken. Mir hat es wunderbar gefallen. Deshalb gibts von mir eine absolute Leseempfehlung.
Worum es geht
Die Welt von Tansy, alleinerziehende Mutter und engagierte Bibliotheksleiterin in Houston, wird durch einen Hurricane zerstört. Leider auch ihre geliebte Bücherei. Ihre Rettung im Chaos ist Jack, der ruhige und pflanzenliebende Leiter des Botanischen Gartens.
Dieses Schicksal führt sie zusammen, denn Tansys Bibliothek muss als Übergangslösung in Jacks strukturiertes Reich verlegt werden. Die erzwungene Zusammenarbeit ist zunächst ein Clash der Gegensätze. Tansys quirlige Welt voller Bücher und Gemeinschaft trifft auf Jacks disziplinierten Rückzugsort. Im Gewächshaus, zwischen Regalen und blühenden Pflanzen, beginnt sich langsam eine sanfte Romanze zu entwickeln.
Meine Meinung
Botanic Hearts von Melanie Sweeney ist eine Lektüre, die sich von der ersten Seite an warm, sanft und tröstlich anfühlt. Die Kombination aus Büchern, dem bezaubernden Setting im Botanischen Garten und der Geschichte einer alleinerziehenden Mutter, die ihren Weg zurück ins Leben findet, schafft eine unwiderstehliche Atmosphäre. Beim lesen konnte ich diese kleine, cozy Welt fast riechen und spüren.
Der Schreibstil ist herzlich, angenehm und authentisch. Die Charaktere sind realistisch gezeichnet und nichts wirkt überzeichnet. Die Geschichte überzeugt durch schöne und tiefe Gefühlsmomente und erzählt sehr feinfühlig von Heilung und dem Mut, nach Rückschlägen wieder Nähe zuzulassen.
Das Cover fängt diese sanfte Stimmung durch seine schönen Farben hervorragend ein.
Fazit
Wer turbulente Spannung oder große Dramen sucht, wird hier nicht fündig. Dies ist eine authentische, gefühlvolle Slow-Burn-Geschichte. Für mich persönlich war das Tempo der Beziehungsentwicklung dann doch etwas zu langsam, weshalb ich einen Stern abziehe.
Trotzdem ist Botanic Hearts ein echtes Wohlfühlbuch, das ich jedem empfehlen kann, der eine ruhige, herzerwärmende Liebesgeschichte mit Tiefgang sucht.
Worum geht es?
Von außen betrachtet führt die 21-jährige Darcy ein perfektes Leben an der Seite des beliebten Football-Stars Jason, doch hinter der Fassade verbirgt sich eine zutiefst toxische Beziehung voller Kontrolle, Manipulation und ständiger Angst. Und dann nutzt Darcy eine Situation für sich und ergreift die Flucht.
Meine Meinung
Dieses Buch überzeugt mit einem flüssigen, atmosphärischen und mitreißenden Schreibstil, der die innersten Ängste und Hoffnungen der Protagonistin Darcy Sullivan unmittelbar spürbar macht. Nikola Hotel scheut sich nicht, die schmerzhaften Seiten dieser Ehe aufzuzeigen, für mich war das Leseerlebnis stellenweise aufwühlend und ergreifend. Auch die Rolle von Darcys geliebtem Hund Cashew war mitunter etwas schwierig auszuhalten.
Die Charaktere sind hervorragend gezeichnet. Darcy wirkt für ihre 21 Jahre ziemlich erwachsen, man fiebert unweigerlich mit ihr mit. Ellis, der zurückhaltende Engländer, ist eine absolute Green Flag und bildet einen Ruhepol im Chaos. Er steht im krassen Gegensatz zu Jason, der mit seinem kontrollsüchtigen und manipulativen Verhalten eine massive Red Flag darstellt. Auch Nebenfiguren wie der kleine Max und die Mädelsgruppe fügen sich perfekt in die Story ein.
Trotzdem habe ich zwei kleine Kritikpunkte. Die Handlung wirkt an einigen Stellen etwas konstruiert und manchen Wendungen oder schnellen Lösungen im Verlauf der Flucht fehlt es an Realismus, was dem ansonsten sehr ernsten Thema entgegensteht. Dennoch nimmt dies der Geschichte nichts von ihrer emotionalen Wucht!
Das Cover ist perfekt gestaltet, passt super zur Story und gefällt mir sehr gut.
Fazit
Ein packendes und intensives Buch, das mir tief unter die Haut ging. Darcys Geschichte von Kampf, Selbstbestimmung und Heilung wird definitiv lange bei mir nachklingen.
Diese Lektüre ist nichts für kurz mal zwischendurch, sondern für alle, die emotionale Romane suchen, die auch vor schmerzhaften Themen nicht haltmachen. Ich bin gespannt auf Blakes Story im zweiten Band.
Von mir gibt es für den Dilogie-Auftakt eine klare Leseempfehlung.
Absehbare Zukunftsmusik?
Worum es geht?
Die Galeristin Nova steht vor dem Nichts (Job weg, Wohnung weg, Freund weg), als sie das Angebot erhält, kostenlos in einer hochmodernen Luxuswohnung im Pramtower in Berlin zu wohnen. Was wie ein Jackpot beginnt, entwickelt sich schnell zu einem Albtraum. Das Hochhaus, das stark von einer KI gesteuert wird, birgt dunkle Geheimnisse. Nova muss herausfinden, was mit ihrer Vormieterin geschehen ist, bevor es für sie selbst zu spät ist.
Meine Meinung
Der Schreibstil des Autors ist flüssig, modern und sehr atmosphärisch. Ivar Leon Menger schafft es hervorragend, die beklemmende und sterile Atmosphäre des Hightech-Towers zu vermitteln. Die Idee, eine KI als unberechenbare Bedrohung zu nutzen, ist faszinierend und regt die Leserin und den Leser definitiv zum Nachdenken an. So ging es mir jedenfalls. Wie realistisch ist es, dass eine programmierte KI Menschen bestraft, die nicht ins System passen. Ist es absehbare Zukunftsmusik oder doch unmöglich?
Leider hat es die Geschichte nicht geschafft, mich komplett mitzureißen. Die Spannungsbögen waren nur vereinzelt vorhanden, und der große, nervenzerreißende Sog eines Pageturners hat mir gefehlt.
Mein größter Kritikpunkt betrifft die Hauptfigur Nova. Ihr Verhalten war für mich an vielen Stellen zunehmend nervend und nicht wirklich nachvollziehbar. Das erschwerte mir das Mitfiebern.
Das Cover ist hervorragend gelungen und passt zur Story.
Fazit
Ein atmosphärisch dichter Thriller mit einem spannenden Grundkonzept, der aber durch die für mich teils unlogische Hauptfigur und die fehlende durchgängige Spannung an Potenzial verloren hat. Dennoch gibt es von mir eine Leseempfehlung für alle, die sich gerne mit KI-Szenarien auseinandersetzen möchten.
Topaktuell & scharfsinnig
"Bestie" - eine Story, die sich mit dem toxischen Einfluss der Selbstinszenierung auf unser Leben auseinandersetzt.
Worum geht es?
Die unscheinbare Delia sieht die Chance durch den Einzug in die WG ihrer geliebten Influencerin Anouk, unter dem Alter Ego "Lilly", einen radikalen Neuanfang zu wagen. Was folgt, ist ein intensives Miteinander und die Frage, ob man seine Idole wirklich kennenlernen sollte.
Meine Meinung
Der Schreibstil ist flüssig, modern und zugänglich, ich konnte mich schnell in der komplizierten Dynamik der beiden Frauen verlieren. Jedes einzelne Wort sitzt, und die Protagonistinnen sind auf faszinierende Weise nahbar und menschlich, denn sie treffen "keine richtigen Entscheidungen, zweifeln an sich, stürzen ab, bauen Lügenkonstrukte auf und verlieren sich dabei."
Der Roman thematisiert eindringlich die Realität hinter der glänzenden Social-Media-Fassade. Die kritische Reflexion über Authentizität und den Zwang zur Perfektion wurde hervorragend umgesetzt. "Bestie" passt zur heutigen Generation und transportiert Schmerz, Verletzlichkeit und Inszenierung mit starkem Ausdruck.
Obwohl die Figuren in ihren Lügen und Fehlern relatable sind, fehlt mir an manchen Stellen das Gefühl eines emotionalen "Miteinanders", denn beide sind sich, trotz der Lügen, ähnlich.
Das Cover gefällt mir sehr gut.
Fazit:
"Bestie" trifft thematisch voll ins Schwarze und liefert einen klugen Kommentar zur Gegenwart. Eine gute Lektüre, die dazu anregt, über die eigene digitale Präsenz und die Vorsicht im Umgang mit fremden Menschen und öffentlichen Fassaden nachzudenken. Trotz kleinerer emotionaler Lücken gibt es definitiv eine Leseempfehlung von mir.
guter Thriller mit ein paar Schwächen
Worum geht es?
Nachdem der charmante, aber toxische Schönheitschirurg Luke Whitney ermordet wird, gesteht seine Frau Anna die Tat, kann sich aber an nichts erinnern. Die Ermittlungen enthüllen schnell, dass Lukes Frauen alle Grund zur Rache hatten. Was als einfaches Geständnis beginnt, entpuppt sich als hochkomplexer Racheplan.
Meine Meinung
Der Thriller kommt zunächst etwas schleppend in Fahrt, entwickelt dann aber relativ schnell einen fesselnden Spannungsbogen. Jenny Blackhurst beweist ein gutes Händchen für die atmosphärische Schilderung und einen flüssigen Schreibstil, der das Lesen sehr angenehm macht.
Das Highlight ist die clevere Konstruktion des Mordfalls und ein Überraschungseffekt. Die Kapitel werden aus der Perspektive der jeweiligen Frauen erzählt, dadurch ist die Story auch sehr wendungsreich. Die Charaktere sind fast alle sehr vielschichtig und interessant. Ausser Rebecca, sie bleibt blass und wirkt auf mich mitunter ein bisschen nervig.
Das Cover ist fast schon etwas zu schlicht und dunkel gehalten. Wiederum wirkt genau das sehr geheimnisvoll und passt hervorragend zur Story.
Fazit
Der Thriller ist gut, aber kein absoluter "Pageturner", da es ein paar Schwächen gibt. Rebecca blieb etwas blass und konnte mich definitiv nicht überzeugen. Pippa hingegen ist interessant, wird aber leider etwas zu spät in die Handlung eingebracht. Es war nicht alles rund. Trotzdem wurde ich gut unterhalten, konnte miträtseln und wurde öfter in die Irre geführt.
"The Final Wife" ist ein solider Thriller mit einer Leseempfehlung.
Eine Tante von Karina nennt die Protagonistin wegen ihrer Eile und der vielen Bücher, die sie mit sich herumträgt, ein "Moskauer Maultier" – eine Anspielung auf den Titel "Moscow Mule", der übrigens auch ein würziger Cocktail ist.
Worum geht es?
Moskau in den frühen 2000er Jahren. Im Mittelpunkt stehen zwei befreundete Studentinnen: Karina und Tonya. Sie versuchen ihren Alltag zwischen Partys, Studium, Geldnot und der russischen Politik zu meistern. Und haben das Leben in Russland dabei ziemlich satt. Haben aber auch ein gemeinsames, ambitioniertes Ziel: Sie wollen nach Europa auswandern, insbesondere nach Berlin, um dort ein freies und selbstbestimmtes Leben fernab der politischen und gesellschaftlichen Zwänge ihrer Heimat zu beginnen. Dieser große Freiheitsdrang und welche Versuche Tonya und Karina dabei unternehmen wird im Buch auf eine spezielle Art beschrieben.
Meine Meinung
Meine Hauptkritikpunkte sind die mangelnde Tiefe und der fehlende Spannungsbogen. Die Handlung ist eintönig und wirkt wie eine Aneinanderreihung von Geschehnissen ohne wirkliche Highlights. Karina und Tonya, bleiben blass. Obwohl die Erzählperspektive die Ich-Form wählt, gelang es der Autorin nicht, eine Bindung zu mir als Leser aufzubauen. Lediglich im Hintergrund waren vereinzelt Gefühle, wie Wut oder Mitgefühl spürbar, jedoch ohne tiefere Berührung.
Der Schreibstil ist leicht, aber sprachlich eher durchschnittlich. Die Geschichte verliert sich zu oft in belanglosen Beschreibungen, ohne die angeschnittenen interessanten Ansätze ausreichend auszuarbeiten.
Das Cover ist sehr schön gestaltet und verspricht mehr, als es halten kann.
Fazit
"Moscow Mule" konnte meine Erwartungen inhaltlich leider nicht erfüllen und wirkte größtenteils emotionslos und distanziert. Ich hatte mir mehr vom Klappentext versprochen, sehr schade. Es ist eine ziemlich lockere Geschichte für zwischendurch, wenn man definitiv keine tiefgründige Handlung erwartet.
Scharfsinnig, schwarzhumorig, brillant
Worum geht's?
Leonie ist eine junge Frau, die ihre ganz eigenen Vorstellungen von Moral hat. Sie lebt in einer kleinen Stadt und will, nachdem sie dort ihren Job verloren hat, in München neu durchstarten.
Leonie merkt sehr schnell, dass ihr normales Gehalt in der teuren Stadt nicht ausreicht. Sie lernt drei junge Frauen kennen, die ihren Lebensstil mit "zweifelhaften Methoden" finanzieren. Daraufhin dauert es nicht lange und Leonie findet bald ihr eigenes lukratives Geschäftsfeld, indem sie auf ihre Art enttäuschten Menschen gegen Bezahlung weiterhelfen wird ...
Meine Meinung
Julia Bährs Schreibstil ist modern, direkt und voller schwarzem Humor.
Leonie wird schlagfertig, moralisch flexibel und brillant in ihrer Kreativität gezeichnet. Ihre Entwicklung von der genervten Ex-Angestellten zur Gründerin eines inoffiziellen Business für enttäuschte Seelen ist rasant und fesselnd. Die Dialoge sind pointiert, die Beobachtungen messerscharf, und die Autorin schafft es mühelos, eine leichte und kurzweilige Erzählung mit tiefgründiger Kapitalismuskritik zu verbinden. Sie zeigt, wie dekadent unsere Gesellschaft ist! Zeigt aber auch, anhand der 4 jungen Frauen, wie schwer es ist, sich aus dem Konsumsystem befreien zu können. Und mir kommen Fragen in den Sinn wie: Wollen wir überhaupt aus unserer Wohlfühl-Bubble raus? Jeder schimpft über solche überteuerten Städte, wie München. Aber keiner boykottiert dieses Getue. Im Gegenteil, das beste Beispiel dafür ist ein Fest, welches als weltbekanntes Volksfest dargestellt wird, aber nur noch für Besserverdienende erschwinglich ist.
Das Cover gefällt mir sehr gut. Es passt hervorragend zur Story.
Fazit
Julia Bährs Roman "Hustle" ist ein absoluter Volltreffer und eine bissige, hochaktuelle Gesellschaftssatire, die ich nicht mehr aus der Hand legen konnte. Ebenso witzig wie unterhaltsam und eine unglaublich kluge und ehrliche Auseinandersetzung mit dem prekären Leben junger Frauen in einer hyperteuren Stadt wie München und der Frage, wie man im Kapitalismus überhaupt überleben soll, wenn man sich an alle Regeln hält.
Dieses Buch ist eine bittersüße und zugleich hochkomische Lektüre. Wer Lust auf eine clevere Geschichte über weibliche Rache und Selbstermächtigung hat sollte dieses Buch lesen. Von mir gibts eine klare Leseempfehlung!
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