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Lymon

Bewertungen

Insgesamt 51 Bewertungen
Bewertung vom 13.01.2026
Rabinowich, Julya

Mo & Moritz


sehr gut

„Mo & Moritz“ heißt dieser Jugendroman, der das sensible Thema der Homosexualität in Verbindung mit kulturellen Unterschieden behandelt. Der jugendliche Protagonist Mo, Migrant mit Kriegstrauma, lernt den gleichaltrigen jüdischen Jugendlichen Moritz kennen. Beide verlieben sich ineinander. Aber der Weg zueinander ist nicht leicht. Zu unterschiedlich sind die kulturellen und familiären Hintergründe. Doch Unterstützung gibt es auch. Im Hintergrund finden sich vor allem „die blaue Fee“ und der Friseurmeister Franz, die an Mo glauben und ihn auf seinem schwierigen Weg begleiten. Ein Roman, der Mut macht, für seine eigenen Ziele und Lebenswege einzustehen und gegen Widerstände zu kämpfen und der dazu auffordert, mehr Empathie und Toleranz zu zeigen. Ein Coming-of-Age-Roman, der vielschichtig, feinfühlig, ermutigend und aktuell ist.

Bewertung vom 10.01.2026
Froböse, Ingo

Die Stimme unseres Körpers


sehr gut

„Die Stimme unseres Körpers“ heißt dieses Sachbuch, das die inneren Vorgänge im Körper besser verstehen hilft. Allein acht unterschiedliche Systeme, vom Nervensystem über das sensorische System, das Verdauungssystem, das Imunsystem usw. arbeiten parallel und einander zuarbeitend in unserem Körper ab und trotz vielfach ungesunder Lebensweise und einem wenig körperfreundlichem Umgang gelingt es den Prozessen im Körper meist ganz gut, einen Ausgleich zu schaffen. Aber Vieles könnte auch noch besser funktionieren, wenn wir wieder verstärkt auf unsere Körpersignale achten würden. Dieses ist in unserer schnelllebigen Zeit und unter den alltäglichen Anforderungen des Arbeitslebens verloren gegangen. Die Vorgänge werden gut sortiert und meist verständlich erklärt. Gelegentlich sind die Ausführungen aber auch sehr von medizinischem Fachvokabular überfrachtet.

Bewertung vom 29.12.2025
Hoersch, Judith

Niemands Töchter


ausgezeichnet

„Niemands Töchter“ heißt dieser berührende Roman, in dem zwei sehr unterschiedliche junge Frauen mit dem Schicksal hadern. Sie suchen nach ihren Wurzeln, fühlen sich um ihre Herkunft betrogen und haben mit Verlustängsten zu kämpfen. Beide suchen schließlich professionelle Hilfe auf. Mit der Unterstützung eines Psychologen gelingt es ihnen, die „schwarzen“ Stellen ihres Lebensweges auszuloten und nach und nach Licht in die nebulösen Bereiche ihrer Lebenswege zu bringen. So können sie schließlich auch Frieden mit ihren wichtigen Bezugspersonen in ihrem näheren Umfeld schließen und finden Trost von einer Seite, von der sie diesen niemals erwartet hätten. Ein spannender Roman, der beleuchtet, wie man zu dem geworden ist, was man ist. Nicht nur die genetischen Anlagen sind in diesem Kontext maßgeblich, sondern auch liebevolle, verständnisvolle und empathische Personen.

Bewertung vom 21.12.2025
Alvarenga, Daniel

Ruf der Leere


weniger gut

„Ruf der Leere“ heißt dieser Roman, der auf verschiedenen Zeitebenen spielt und immer wieder die Perspektiven und Handlungsorte wechselt. Nach und nach werden immer mehr Geheimnisse und Verstrickungen zwischen den Handlungsträgern deutlich. Immer klarer wird, welch manipulative psychotische Kriminalität einer der Protagonisten an den Tag legt, um aus verletztem Ehrgefühl einem Freund gegenüber einen perfiden Plan zu schmieden. Ein geheimnisvoller Alter spielt dabei eine Rolle, der sieben junge Erwachsene während einer Willkommensparty mit der Forderung in Schach hält, sie müssten eine Person auswählen, die allein das Recht hätte, zu überleben. Am Ende wird die Handlung ziemlich unübersichtlich und von der Anlage her auch schwer nachvollziehbar. Es bleiben viele Fragen offen, so dass der Roman unvollständig wirkt.

Bewertung vom 04.12.2025
Johann, Petra

Wem du traust


sehr gut

„Wem du traust“ heißt dieser raffinierte Kriminalroman, in dem das nächtliche Verschwinden der fünfzehnjährigen Sofia für große Unruhe und Panik sorgt. Wer ist in diesen Fall verwickelt? Daniel hat das Mädchen als letzter gesehen, da er sie nach dem Babysitten nach Hause gefahren hat. Aber auch der neue Freund von Sofias Mutter Susanne wirkt verdächtig. Dann taucht das Fahrrad der Schülerin auf, zusammen mit ihrem Hoody. Doch auf diesem finden sich Blutspuren und er ist mit einem Messer zerschnitten. Daniels Frau Eva, die beste Freundin Susannes, versucht dieser beizustehen. Gleichzeitig wächst ihr Misstrauen dem eigenen Mann gegenüber. Denn die Verdachtsmomente gegen diesen verhärten sich immer mehr. Immer mehr Ungereimtheiten lassen die Schlinge um ihn enger werden. Die wechselnden Erzählperspektiven sorgen für eine gleichbleibende Spannung.

Bewertung vom 30.11.2025
Céspedes, Alba de

Was vor uns liegt


sehr gut

„Was vor uns liegt“ heißt dieser Roman, der posthum zu neuen Ehren kommt, nachdem er im aufkommenden Faschismus unter Musslini der Zensur zum Opfer gefallen war. Der Leser wird in die Zeit der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts versetzt. Acht junge Frauen aus ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten treffen im Mädchenkonvikt Grimaldi aufeinander. Sie vereint, dass sie sich vom Studium der Literatur, Musik und Philosophie ein eigenständiges Leben jenseits von den damals noch recht engen Grenzen, in denen sich Frauen bewegen konnte, versprechen. Den einen gelingt es, auszubrechen und ein abenteuerliches Leben zu leben - sei es, dass sie die finanzielle Unabhängigkeit ihrer Familien mitbringen, sei es aus dubiosen Verwicklungen in mafiöse Kreise. Einigen gelingt es aber auch nicht, nach absolviertem Studium kehren sie in ihre ländliche Heimat zurück, heiraten und gebären Kinder. Ein Roman, der von Freundschaft, Liebe und Zusammenhalt, aber auch den tief verborgenen Geheimnissen und Bürden erzählt, die letztlich doch die jungen Frauen am Ende allein zurücklassen.

Bewertung vom 30.10.2025
Thora, Sophia

Smart & Steady - Erfolgreich sein, ohne sich zu verbiegen


gut

„Smart & Steady“ heißt dieses Sachbuch, das dem Leser ganz systematisch helfen kann hochgesteckte Ziele bewusst und angeleitet zu verfolgen. Mit vielen konkreten Veranschaulichungen, Beispielen aus verschiedenen Bereichen, Informationskästen und Exkursen aus dem Erfahrungsschatz der Autorin wird dem Leser der Weg geebnet, wie man mit Bedacht und Beharrlichkeit seine Ziele verfolgen kann. Auch wenn man wohl kaum der Anleitung in allen Punkten folgen wird, liefert die Lektüre viele hilfreiche Denkanstöße und Fragenkataloge, die sich gut für die je eigenen Bedürfnisse anwenden lassen. Gut gelungen ist die umfangreiche Einbindung von Theorien und psychologischen Ansätzen ganz unterschiedlicher Richtungen. Dass man auch auf sein Bauchgefühl achten soll, was durch Achtsamkeitsübungen und Atemtechniken wieder mehr in den Fokus geholt werden kann, ist ein sehr hilfreicher Ansatz.

Bewertung vom 28.10.2025
Hertmans, Stefan

Dius


ausgezeichnet

“Dius“ heißt dieser Roman, in dem Anton, Hochschuldozent für bildende Kunst auf das Freundschaftsangebot des äußerst begabten Studenten Dius eingeht und sich immer mehr in dessen Bann ziehen lässt. Beide könnten nicht gegensätzlicher sein: der Theoretiker Anton, der mit sich selbst und seinen Beziehungen nicht im Reinen ist auf der einen Seite und der unkonventionelle, wie aus der Zeit gefallene, sensible und unermüdlich Schaffende und schöpferisch begabte Schüler auf der anderen Seite. Doch beide vereint die Begeisterung für die Kunst, philosophische Betrachtungen und Musik, vorzugsweise aus dem 16. Jahrhundert, die die Grundlage ihrer Freundschaft ist. Jedoch gibt es auch Herausforderungen, an denen beide zu zerbrechen drohen, unter anderem, da sich ihre Wege im Zusammenhang mit Liebesbeziehungen zu Frauen auch immer wieder gabeln. Zudem gibt es tief sitzende Verletzungen, über die sie lange nicht miteinander reden können.

Bewertung vom 21.10.2025
Bertram, Rüdiger

Robin the Hood - Wie klaut man eine Stadt?


gut

„Robin the Hood - Wie klaut man eine Stadt?“ heißt dieses Jugendbuch, in dessen Zentrum ein Junge aus einer Klaudynastie steht, der von seinen Eltern vernachlässigt wird. Während diese auf ihrer Jacht ihre Millionen verprassen, wird Robin von Loretta in der Familienburg betreut. Hin und wieder besuchen sie gemeinsam die inhaftierte Großmutter. Robin und die Großmutter verbindet die ehrenwerte Motivation des Klauens: Was sie den Reichen wegnehmen, geben sie den Armen. Dieses Motto wird sogar immer wieder mit dem lateinischen Satz „Primum furare, deinde dare“ zitiert. Das Abenteuer, in das Robin verstrickt wird, ist ziemlich spektakulär. Zusammen mit Mary, einer ebenso talentierten Klau-Spezialistin gelingt Robin eine Weltrettungsaktion, bei der sie zudem eine gefährliche Verbrecherin besiegen.
Insgesamt fehlt mir bei der Lektüre der Realitätsbezug.

Bewertung vom 17.10.2025
Leibowitz, Kari

Wintern


gut

Wintern“ heißt der Titel dieses Sachbuches, das sich zum Ziel setzt, den Leser auf die positiven Seiten der kalten Jahreszeit aufmerksam zu machen und ihnen zu vermitteln, dass viel Potenzial in dieser steckt. Wenn wir den Winter als Zeit der Ruhe, Regeneration, sozialen Zusammenkünfte und Gemütlichkeit begreifen, können wir ihn nicht nur eher akzeptieren, sondern ihn auch viel eher willkommen heißen und sogar Vorfreude auf ihn entwickeln.
Viele der im Buch genannten Aspekte sind sehr inspirierend und auch nachzuvollziehen. Bisweilen hätten einige Passagen komprimiert werden können, da es zu vielen Wiederholungen kommt. Aber der Zusammenhang des Versuchens, Erlebens und der daraus möglichen veränderten Wahrnehmung und Verhaltensänderung ist erstrebenswert. Ich werde es im bevorstehenden Winter ausprobieren!