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Test-LR

Bewertungen

Insgesamt 220 Bewertungen
Bewertung vom 03.01.2026
Löckenhoff, Ursula;Sombecki, Simone

Tierschutzhund Lieblingshund


ausgezeichnet

An alles gedacht!

Gestaltung:
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Das Buch ist sehr übersichtlich und optisch ansprechend gestaltet. Bereits das Inhaltsverzeichnis ist klar strukturiert, wobei die wichtigsten Begriffe farblich hervorgehoben sind.
Zudem enthält das Buch zahlreiche Fotos, Checklisten und Selbsttests, die den Inhalt anschaulich ergänzen.

Inhalt:
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» Es sind wir Menschen, die Hunde in Not bringen, es liegt also an uns, ihnen aus ihrer Not zu helfen!« (S. 10)

Die Moderatorin Simone Sombecki und Ursula Löckenhoff sind beide seit vielen Jahren im Tierschutz engagiert und kennen sich aus der bekannten WDR-Sendung "Tiere suchen ein Zuhause".
In diesem Buch haben sie alles zusammengetragen, was man rund um das Thema Tierschutzhund wissen muss und noch viel mehr! Es bleibt nicht nur bei der Vermittlung, sondern ist eine umfassende Einführung sowohl in den Tierschutz als auch in die Hundehaltung.

Mein Eindruck:
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Wir tragen als Familie bereits schon lange das Thema "eigener Hund" mit uns herum. Vor allem meine Tochter ist da sehr hartnäckig und die Sendung "Tiere suchen ein Zuhause" ist eine ihrer Lieblingssendungen. Daher war es Zeit, sich zumindest theoretisch mit dem Thema zu befassen. Da kam dieses Buch gerade passend!
Ich mochte den angenehmen Schreibstil. Man merkt, dass beide Autorinnen viel persönliche Erfahrung haben und der Tierschutz eine Herzensangelegenheit für sie ist. Sie lassen den Leser daran teilhaben, wobei sie einen sachlichen, aufklärerischen, nie aber einen belehrenden Tonfall haben.
Ich war sehr überrascht vom Umfang der Lektüre. Sie beginnen damit, über den Tierschutz allgemein aufzuklären, wobei sie auch erklären, woran man z. B. schwarze Schafe erkennt, warum nicht jeder Straßenhund eingefangen und vermittelt werden sollte und geben Einblicke in die Arbeit der Vermittlungsstellen. Auch der Bereich Pflegestelle mit entsprechenden vertraglichen Bedingungen wird erläutert. Beim Thema Adoption werden auch Papierkram wie Einreisebestimmungen, Listenhunde, Impfungen sowie Erstausstattung für den Hund werden behandelt.

"Es ist nicht Aufgabe des Hundes, sich nach unseren Wunschvorstellungen zu verhalten und unser Ego zu streicheln. Wie absurd ist es, von Hunden Dankbarkeit zu erwarten, wenn wir ihnen das geben, was jedes Lebewesen verdient: Einen sicheren Ort, Nahrung, Liebe und Fürsorge. Unsere Aufgabe ist es, den Hunden je nach Vorgeschichte mit Geduld und Empathie zu begegnen und ihr Tempo im Bindungsaufbau zu respektieren sowie ihren Wunsch nach etwas mehr Abstand zu akzeptieren, statt ihr Verhalten persönlich zu nehmen und als Ablehnung zu verstehen." (S. 91 "Mythos Dankbarkeit")

Für die Haltung gibt es noch Tipps zur Fütterung, Behandlung bestimmter Krankheiten, Verhaltenstipps für die Erziehung u. v. m. Das Buch ist wirklich so umfassend, dass ich mit Sicherheit einige Details vergessen habe.
Natürlich kann man bei diesem Seitenumfang nicht alles bis in die Tiefe beschreiben. Aber für Menschen, die sich unsicher sind, ob ein Hund aus dem Tierschutz für sie infrage kommt, liefert es meiner Meinung nach sehr gute und umfängliche Informationen. Vor allem die Selbsttests fand ich sehr hilfreich und auch, dass die beiden Autorinnen klare Worte wählen und nichts beschönigen. So erwähnen sie auch, wann es angeraten wäre, keinen (Tierschutz-)Hund anzuschaffen oder ggf. bei einer Vermittlung die Reißleine zu ziehen und den Hund wieder zurückzugeben.
Mir hat dieser Ratgeber sehr weitergeholfen und ich weiß jetzt, was ich will bzw. nicht will. Es sollte ohnehin klar sein, dass ein Hund eine große Verantwortung ist. Ob man dieser gewachsen ist, das kann man mithilfe dieses Buches besser herausfinden.

Fazit:
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Sehr umfassendes und informatives Buch über das Thema Hund aus dem Tierschutz: Sehr empfehlenswert!

Bewertung vom 30.12.2025
Winkelmann, Andreas

Entführung im Himmelreich / Mord auf Achse Bd.2 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Spannende Fortsetzung

Gestaltung:
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Das Titelbild mit dem Hund Pinguin im Vordergrund und daneben der Bäckerwagen auf dem Campingplatz passt sehr gut in die Reihe.

Inhalt:
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Es ist nur wenige Wochen her, seit der pensionierte Schauspieler Björn Kupernikus und seine Bekannte Annabelle Schäfer ihren ersten Mordfall auf dem Campingplatz Himmelreich gelöst haben. Doch nun droht neues Ungemach in der Campingidylle: Der Bäcker, der jeden Morgen die Brötchen ausliefert, ist verschwunden!
Seinen Bäckerwagen findet Kupernikus wenig später verlassen im Wald in der Nähe eines Sees. Am Ufer steht ein Paar Schuhe. Hat der Bäcker Selbstmord begangen? Und warum sind seine Familienangehörigen scheinbar gar nicht in Trauer? Zum Unmut des ermittelnden Kommissars beginnen Kupernikus und Annabelle wieder zu ermitteln und stoßen dabei auf ungeahnte Zusammenhänge.

Mein Eindruck:
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"»Wir sind hier im Himmelreich«, echauffierte sich Roger Gross. »Hier passiert doch so etwas nicht.«
Kupernikus unterließ es, ihn darauf hinzuweisen, dass erst vor wenigen Wochen jemand in seinen Camper eingebrochen war und Pinguin entführt hatte. Das Himmelreich war wohl nur auf den ersten Blick ein idyllischer Ort. Wie überall, wo Menschen zusammenkamen, taten sich auch hier Abgründe auf. Und wenn man die nicht erwartete, wirkten sie meist umso tiefer." (S. 23)

Mir gefiel der erste Fall bereits sehr gut. Aber im Vergleich zum aktuellen plätscherte der erste Teil eher vor sich hin. Das lag daran, dass die Figuren zunächst lang und breit eingeführt wurden und die Bekanntschaft sich zwischen Kupernikus und Annabelle erst entwickeln musste.
In diesem Fall gibt es nur kurze Erklärungen zu den Charakteren. Obwohl man den Band auch ohne Vorkenntnisse lesen könnte, kann man ihn m. E. mit Kenntnissen des ersten Teils optimaler einordnen.
Die Charaktere haben sich in der (kurzen) Zwischenzeit weiterentwickelt. Auch Kommissar Fass befindet sich in einer Beziehung, die ihm offensichtlich guttut. Daher überwindet er sich häufiger und akzeptiert die Einmischung von Kupernikus in "seinen" Fall. Dieser ist sehr unterhaltsam und spannend konstruiert. Es gibt viele Verdächtige und spannende Wendungen, und erst am Ende ergibt alles Sinn. Zwar hatte ich eine leichte Ahnung, was mit dem Bäcker geschehen sein könnte, aber die vollständige Komplexität erklärte sich für mich dann mit der Erläuterung am Schluss.
Neben den Krimi-Elementen kommt auch der Humor nicht zu kurz, der trocken und manchmal ein wenig makaber ist. Mir hat er jedes Mal ein Schmunzeln beschert und bewirkt, dass das Rätselraten überwog.
Abgerundet wurde der positive Eindruck wie in Band 1 durch die Rezeptsammlung der Gerichte aus dem Roman, einschließlich der außergewöhnlichen "NuMaKo-Ecken" des Bäckers, die ich sicher bald mal ausprobieren würde. Ich freue mich auf weitere Mordfälle im Himmelreich!

Fazit:
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Im Vergleich zum ersten Teil ein temporeicherer und komplexerer Fall mit spannenden Charakteren und trockenem Humor: gelungene Fortsetzung!

Bewertung vom 25.12.2025
Osman, Richard

Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code / Die Mordclub-Serie Bd.5


ausgezeichnet

Donnerstagsmordclub at its best!

Gestaltung:
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Das Cover hat auf den ersten Blick nichts mit dem Titel zu tun, passt aber wunderbar zu der Reihe und für Insider hat es einen Wiedererkennungseffekt. Mir gefällt es sehr gut.

Inhalt:
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"Mit dem Verbrechen ist es wie mit der Liebe, wenn die Zeit reif ist, findet es dich. Hier sitzt sie nun also, bei der Hochzeit. Ob sie ihm helfen wollen würde? Elizabeth sieht Nick an, nickt und nimmt seine Hand.»Ja, Mr Silver, ich will.«" (S. 23)

Elizabeth trauert noch um ihren verstorbenen Ehemann, aber das Leben geht weiter: Die Tochter ihrer Freundin Joyce heiratet! Doch zum Trauern bleibt keine Zeit, denn auf der Hochzeitsfeier vertraut der Freund des Bräutigams Elisabeth an, dass sein Leben bedroht ist, weil jemand es auf einen geheimen Code abgesehen hat, von dem er eine Hälfte kennt! Sofort ist Elisabeths Neugier und Spürsinn geweckt. Und natürlich bleibt sie damit nicht allein, denn ihre Freundin Joyce und der restliche Donnerstagsmordclub sind gefragt.
Dabei gibt es nicht nur viele Verdächtige, sondern auch noch einige Tote sowie unverhoffte Zusammenarbeit mit alten Bekannten.

Mein Eindruck:
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Ich bin damals in Teil 3 der Reihe zuerst eingestiegen und hatte Schwierigkeiten, in die Zusammenhänge einzusteigen und alle Beziehungen bis in die Tiefe zu verstehen. So wird es auch Neueinsteigern bei Band 5 ergehen. Zwar wird kurz angerissen, wer welche Rolle hat, aber wirklichen Spaß und den tiefergehenden Sinn der Figurenentwicklungen wird man erst mit Vorkenntnissen der anderen Bände erleben.
Während Band 3 für mich meistens dahinplätscherte, fand ich den vierten sehr viel besser und hatte bei diesem hier so richtig mein Vergnügen. Das liegt zum einen daran, dass ich nun in der Figurenwelt angekommen bin und alle Charaktere verinnerlicht habe. Zum anderen ist der Fall selbst von Beginn an gut und spannend aufgebaut. Die Geschichte ist voller Action, unerwarteter Wendungen und die Auflösung genial, nicht vorhersehbar und überzeugend.

"Elizabeth läuft mit langen Schritten los, sobald Joyce bei ihr ankommt, als wollte sie sagen: »Wir müssen jetzt zwei Minuten Teilchenpause wieder reinholen, Joyce.« Joyce trottet zufrieden hinter ihr her. Jeder muss den Rhythmus des anderen verstehen, das ist wichtig. Zeit, Elizabeth für eine Weile das Ruder zu überlassen."

Die Charaktere entwickeln sich weiter und harmonieren immer besser miteinander. Auch einige zwischenmenschliche Themen kommen zwischen den Zeilen immer wieder zur Sprache, wie Trauer, Freundschaft und Gewalt in der Ehe.
Schade finde ich, dass in diesem Band die Freundin von Bogdan, d. h. die Polizei diesmal nur eine kleine Rolle erhält. Und der manchmal sehr makabere Humor kommt auch nie zu kurz: Ganz nach meinem Geschmack!
Insgesamt ist dieser Band für mich der bisher beste der Reihe und ich freue mich bereits auf weitere!

Fazit:
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Spannend, actionreich mit vielen Überraschungen, eine Prise Humor und skurrile, liebevolle Charaktere: Was will man mehr?

Bewertung vom 16.12.2025
Izquierdo, Andreas

Über die Toten nur Gutes / Ein Trauerredner ermittelt Bd.1 (eBook, ePUB)


sehr gut

Mads erster Fall

Cover:
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Das Titelbild zeigt einen Hund, der einen Sarg anpinkelt. Somit ahnt man schon, dass hier ein etwas makaberer Humor nicht zu kurz kommt. Es ist schlicht, aber witzig und passt auch sehr gut.

Inhalt:
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"Zu Mads’ positiven Eigenschaften gehörte, dass er nicht so leicht einzuschüchtern war, was weniger an einem überbordenden Selbstvertrauen als an einer gewissen Naivität lag. Im Grunde hielt er den Menschen an sich nicht für böse oder feindselig, obwohl ihm das Gegenteil – wie jedem anderen auch – täglich in den Nachrichten und im Internet vorgeführt wurde. Aber Mads war ein Optimist, der fest daran glaubte, dass Zorn und Hass nur vorübergehende Phänomene waren, allenfalls Ausdruck von Hilflosigkeit und Verzweiflung. Gelangte man hinter die wütende Fassade, trat der wahre Mensch zum Vorschein, der von den Bitternissen des Lebens verätzt worden, doch im Wesenskern freundlich war. Empathie und Neugier waren die Politur, mit der man von einem Strolch die schlechten Eigenschaften abschleifen konnte." (S. 69)

Der Trauerredner Mads wohnt im wunderschönen Glücksburg an der Ostsee und geht seinem Beruf mit Leidenschaft nach. Aber als sein ehemaliger bester Freund Patrick bei einem Autounfall ums Leben kommt und ihm eine geheime Botschaft zukommen lässt, wird bei Mads die Neugier geweckt. Und obwohl er immer wieder gewarnt wird und sein Leben zunehmend in Gefahr gerät, muss er unbedingt rausfinden, woran Patrick verwickelt war und weshalb er sterben musste. Dabei helfen ihm sein treuer Freund Fiete und dessen neue Bekannte Laura und seine Wege mit der Kommissarin Mills (Spitzname "Mills kills") kreuzen sich dabei öfter als ihm lieb ist.

Mein Eindruck:
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Dieser Krimi ist eine sehr ungewöhnliche Mischung. Es ist einerseits Cosy-Crime, aber andererseits auch gemischt mit ein paar brutaleren Szenen. Die Spannung baut sich anfangs sehr langsam auf, wird aber bis zum Showdown durch die Komplexität der Story immer höher und so konnte ich das Buch etwa ab der Hälfte nicht mehr aus der Hand legen.
Die Charaktere sind teilweise sehr skurril, vor allem Mads Vater Fridtjof mit seiner Bingo-Besessenheit und seiner etwas seltsamen Logik hat mich sehr amüsiert. Aber auch der Bestattungsunternehmer Fiete in seiner blinden Verliebtheit gefiel mir gut. Mads selbst mochte ich auch, wenngleich er mir teilweise zu naiv war. Aber dass er nicht locker lässt und sich nicht einschüchtern lässt, fand ich gut.
Neben der Krimihandlung erfährt man einiges über die Arbeit als Trauerredner und erhält generell Einblicke ein Bestattungsunternehmen. So war mir beispielsweise vorher der Beruf des Thanatopraktikers nicht geläufig. In die Handlung sind auch immer wieder philosophisch anmutende Texte über den Tod und das Leben enthalten, die für nachdenkliche Momente sorgen, wie z. B. "Der Tod schuf vollendete Tatsachen, interessierte sich weder für gute Absichten noch für verpasste Gelegenheiten. Er war nur ein stummer Zeuge der unerfüllten Versprechen." (S. 273)

Am Ende driftet die Handlung zum Showdown hin ins Unrealistische ab und wird teilweise auch etwas verworren. So hat der Krimi, der vielversprechend begann, mich zum Ende hin leider etwas verloren. Auch die ambivalente Beziehung zwischen Mads und der Kommissarin konnte ich nicht nachvollziehen, man wird aus beiden nicht so richtig schlau.
Dennoch hat mich der Roman gut unterhalten und ich werde dem zweiten Teil, der nächstes Jahr erscheinen soll, gerne eine Chance geben, besser zu werden als der erste.

Fazit:
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Interessanter Protagonist + humorvoller Cosy-Crime durchmischt mit anderen Elementen und einem actionreichen, aber unrealistischen Showdown

Bewertung vom 05.12.2025
Keweritsch, Katja

Das Flüstern der Marsch (eBook, ePUB)


gut

Annemies Geheimnis

Gestaltung:
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Die Abbildung des Marschlandes mit einem Zugvogel im Vordergrund passt sehr gut zu diesem leisen, stillen und eindrücklichen Roman. Man gerät sofort ins Träumen und wird neugierig.

Mein Eindruck:
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"Genau wie neulich mit Jon fragte ich mich, ob ich meinen Erinnerungen trauen konnte. Irgendwie ordneten sie alles nach komischen Kriterien, hatten einen ganz eigenen Algorithmus. Ich dachte, ich hätte uneingeschränkten Zugriff, könnte einzelne Szenen nach Bedarf heranzoomen. Ein Trugschluss. Mein Blick in die Vergangenheit schien auf einmal unzuverlässig, als wäre ich damals gar nicht selbst dabei gewesen und würde nur wiedergeben, was jemand anderes mir eingeflüstert hatte."
(Mona, S. 112)

Mona trifft kurz vor dessen 80. Geburtstag bei ihrem Großvater ein und erfährt, dass ihre Großmutter Annemie verschwunden ist. Niemand weiß, wo sie hingegangen ist, und ihren Opa scheint dies auch nichts auszumachen. Auch der Rest der Familie hält sich eher zurück. Durch einen Zufall begegnet sie ihrem Jugendfreund Jon wieder, der sie bei ihrer Recherche nach ihrer Oma und deren Geheimnissen unterstützt. Dabei hat Mona derzeit auch andere Probleme.
Während Mona in der Gegenwart recherchiert, erhält der Leser abwechselnd Einblicke in Annemies Leben in der Vergangenheit sowie in weitere Biografien von Frauen, die mit Annemie und ihrem Schicksal auf teilweise unbekannte Weise verbunden sind:
Monas Schwägerin Janne: Sie hat mit drei kleinen Kindern und einem Ehemann, der sie mäßig unterstützt, genug zu tun und dennoch hat sie die Vorbereitungen für das Geburtstagsfest ihres Schwiegervaters mehr oder weniger an sich gerissen und wirkt damit zunehmend überfordert. Im Laufe der Geschichte zeigt sich, dass ihr Perfektionsanspruch durch ihre Schwiegermutter stark geprägt wurde.
Frejas Mutter ist früh gestorben, auch ihren Bruder hat sie auf tragische Weise verloren. Bei dessen Beerdigung wirft ihr Vater einen geheimnisvollen Zettel ins Grab, der Freja auf die Spur eines Geheimnisses ihrer Eltern bringt.

"Die Vergangenheit hatte dieses Fleckchen Erde fest im Griff. All das Leid, die Trauer, das Schweigen, die Geheimnisse. Ihr Vater tat so, als verschwänden Ereignisse, wenn man nicht über sie redete. Aber nur weil sie nie über den Krebstod ihrer Mutter sprachen, verringerte sich die Trauer nicht, [...]. Das Ergebnis blieb gleich. Aber genauso wie früher im Matheunterricht spielte es eine Rolle, ob man das Resultat herleiten konnte oder nicht. Es half, die zugrunde liegende Formel zu kennen. Nur so konnte man Alternativen entwickeln, es war die einzige Möglichkeit, Einfluss zu nehmen. Man musste die Dinge verstehen, um sie nachträglich einordnen zu können und dafür zu sorgen, dass sie sich nicht wiederholten." (Freja, S. 89)

Die Beschreibung des Romans klang sehr vielversprechend. Die Umsetzung gestaltete sich jedoch schleppend. Generell ist die Idee gut, die unterschiedlichen Frauen über verschiedene Generationen hinweg einzubeziehen. Ich habe das Buch auch immer weiter lesen wollen, weil ich wissen wollte, welche Geheimnisse diese Familie birgt, ob Annemie am Ende gefunden wird und in welcher Beziehung Freja zu Annemie steht. Leider waren die einzelnen Passagen mir viel zu detailliert geschildert, und durch die ständigen Sprünge zwischen den Zeitebenen und Personen musste man sich stark konzentrieren, um den Faden nicht zu verlieren. Ab dem letzten Drittel wurde es dann zunehmend spannender und das Ende hat mich überzeugt.

Dieser Roman zeigt, wie lang anhaltend und schwerwiegend Auswirkungen von nicht ausgesprochenen Tatsachen und Gefühlen sich auf eine Familie auswirken können.
Besonders in der Nachkriegsgeneration gab es viele Probleme, die generationenübergreifend nachhallen. Vor allem Frauen hatten darunter zu leiden, aber indirekt waren natürlich auch die Männer betroffen. Mona war mir am sympathischsten, sie versucht, die Vorbelastung im positiven Sinne zu nutzen. Es besser zu machen als die Frauen vor ihr.
Die Geschichte mit Janne fand ich etwas überzogen und teilweise verstörend. Mir war nicht ganz klar, welche Rolle sie in dem Ganzen spielt und wieso ihr Part so ausführlich geschildert wurde. Für mich war sie nur eine Randfigur und für das Geheimnis nicht wirklich relevant.

Außer dass sich die Erzählung aufgrund der Detailreiche teilweise zu sehr in die Länge gezogen hat, hat mir der Roman gut gefallen.

Fazit:
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Verbotene Liebe, ungewollte Schwangerschaften, Ansprüche an die Mutterschaft sowie ein Schweigen, das generationenübergreifend belastet.

Bewertung vom 26.11.2025
Rupflin, Alexander

Protokoll eines Verschwindens


weniger gut

True Crime, Roman oder...?

Gestaltung:
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Das Titelbild wirkt sehr schlicht und nüchtern in den schwarzen und weißen Farben. Durch die Silhouette ist der Täter anonymisiert. Für einen True Crime-Bericht wäre es passend.

Kurzeindruck:
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Der Brasilianer Gabriel ist von seiner Schwester nach Deutschland geholt worden und hat sich als IT-Experte in Hamburg gut eingelebt. Er hat sich in eine Frau verliebt, doch dann verschwindet er auf einmal spurlos. Auf der anderen Seite ist da Fabio, der Monate später des Mordes an Gabriel verdächtigt wird. Immerhin lag die Leiche monatelang in seiner Wohnung. Doch er sagt, er wäre unschuldig. Alexander Rupflin trifft Fabio nach dem 2. Prozess und versucht, diesem Mann näher zu kommen, seinen Charakter zu erschließen und zu erfahren, was tatsächlich geschah. Dabei rekonstruiert er in diesem Buch den Fall, wobei hin und her springt zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Romanform und Berichtsform. Mir waren die Teile, in denen er von Gabriel und seinem Leben vor dem Mord berichtet, zu ausschweifend. Der Autor schmückt viele Details aus, die m. E. für einen True Crime nicht erforderlich sind. Dann wechselt er wieder und zitiert aus der Fallakte oder schildert biografisch die Begegnung mit dem Täter, wobei er auch dabei immer mal wieder Sprüche oder Gedichte zitiert. Der Fall ist schockierend bis faszinierend, vor allem Fabios Persönlichkeit lässt einen immer wieder schaudern. Insgesamt hatte ich mir jedoch etwas anderes von einem True Crime erwartet. Mehr nüchterne Fallkonstruktion gepaart mit Interviewausschnitten. Die Mischung in diesem Buch ist mir zu wild, folgt keinem roten Faden und hat mich stellenweise durch die ausschweifende Schreibweise häufig genervt, sodass ich an diesen Stellen eher quergelesen habe. Man hätte diesen interessanten Fall durchaus besser darstellen können, um ihm und seiner Komplexität gerecht zu werden.

Fazit:
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Der Fall an sich ist interessant, die Darstellungsweise mit fehlendem roten Faden und wechselnden Text-Genres konnte nicht überzeugen.

Bewertung vom 26.11.2025
Johnson, Maureen

Death at Morning House (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Was passierte bei den Ralstons?

Gestaltung:
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Das Titelbild mit dem altmodischen Inventar und dem gelb schimmernden Titel hat etwas Mysteriöses und Unheilvolles. Beim Betrachten überkam mich leichte Neugierde und eine Gänsehaut.

Inhalt:
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"Petrichor. Damit fing alles an – mit einem bloßen Geruch. Kennt jemand dieses Wort? Ich habe es von Akilah Jones gelernt. Akilah, Akilah, Akilah …
Zum ersten Mal sah ich sie in Französisch in der Neunten." (S. 11)

Marlowe Wexler ist ein durchschnittlicher weiblicher Teenager. Sie verliebt sich in das Mädchen Akilah. Um sie zu beeindrucken, besorgt sie ihr eine teure Duftkerze mit ihrem Lieblingsgeruch, die leider beim ersten Date ein Haus abbrennen lässt. Akilah zieht sich zurück und Marlowe ist davon so niedergeschlagen, dass sie sich überreden lässt, zur Ablenkung auf einem geheimnisvollen Haus auf einer Insel "Ralston Island" mit anderen Teenagern als Fremdenführerin auszuhelfen. Im sogenannten "Morning House" geschahen in den 1930er-Jahren zwei mysteriöse Todesfälle in der Familie.
Kaum angekommen, erfährt Marlowe von einem weiteren Todesfall kurz vor ihrer Ankunft und zudem verhalten sich die anderen Teenager der Gruppe merkwürdig. Dann macht Marlowe merkwürdige Entdeckungen und je mehr sie versucht, die Puzzleteile zusammenzusetzen, desto mehr gerät sie in tödliche Gefahr.

Mein Eindruck:
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"»Als Historikerin«, fuhr sie fort, »erlebe ich oft, dass Leute das Offensichtliche ignorieren. Vor allem Böses. Leute tun so, als ob es irgendwie okay sein müsste, wenn irgendwas direkt vor ihrer Nase passiert – wenn andere vor aller Augen irgendwas sagen oder tun. Denn wie kann es denn etwas Falsches sein, wenn sie es in aller Öffentlichkeit tun? Böse bedeutet nicht immer smart. Manche Bosheiten umfassen komplexe Manöver im Geheimen, aber die schlimmsten Missetaten, die, mit denen Leute am häufigsten durchkommen, passieren in aller Öffentlichkeit.«" (S. 78f.)

Die Geschichte ist aus Marlowes Sicht als Ich-Erzähler geschrieben und sie war mir direkt sympathisch. Der Roman ist daher geprägt von etwas übertriebenen, aber trockenen Teenagerhumor mit einer Portion Selbst-Ironie. Aber genau das gefiel mir sehr gut, obwohl ich nicht mehr zur Zielgruppe gehöre.
Die Handlung spielt abwechselnd in der Gegenwart und der Vergangenheit der Ralston-Familie. Man ahnt, dass in dieser scheinbar harmonischen Familie irgendwas nicht stimmt, doch das Geheimnis ist sehr gut verpackt. Obwohl ich eine gewisse Ahnung hatte, hat mich das Ende dann doch überrascht. Gleichzeitig beschäftigen Marlowe Todesfälle in der Gegenwart und man kommt beim Lesen nicht umhin, Zusammenhänge zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu vermuten. Die Rückblicke in die Ralston-Vergangenheit weckten in mir ungute Gefühle, da sie ein dunkles Kapitel der Nazis beleuchten (Stichwort: Eugenik).
Ich habe die 400 Seiten fast in einem Rutsch gelesen. Die Kapitel sind recht kurz gehalten und durch den Zeitenwechsel wird die Spannung aufrechterhalten. Zudem mochte ich Marlowe mit ihrem Humor sehr gerne und auch die Romanzen zwischen den Jugendlichen fand ich sehr unterhaltsam.
Insgesamt kann ich diesen Jugendkrimi sehr empfehlen und würde mir wünschen, dass Marlowe mit ihrer Clique irgendwann einen weiteren Fall löst.

Fazit:
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Spannender Jugendkrimi mit leichtem Gänsehautfaktor

Bewertung vom 14.11.2025
Wills, S.J.

Kein Entkommen / Bite Risk Bd.1


ausgezeichnet

Das Geheimnis von Tremorglade

Inhalt:
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"Hier in Tremorglade sind wir so isoliert, dass wir vor vielen Schrecken, die den Rest der Welt heimsuchen, verschont bleiben – Naturkatastrophen, Seuchen, Gewaltverbrechen und marodierende Banden. Dafür müssen wir mit unseren Fehlern leben." (S. 9)

Ansel, von seinen Freunden nur Sel genannt, ist ein 13-jähriger Junge, der in einer beschaulichen Kleinstadt in den USA lebt. Hier scheint man behütet vor den Gefahren der Welt zu sein - außer vor einer: Durch einen hoch ansteckenden Virus verwandeln sich alle ab 14 Jahren zu Vollmondnächten in Werwölfe. Doch in Tremorglade hat man das Problem im Griff: Man sperrt alle "Ripper" vorzeitig in Käfige und betreut sie die Nacht über, bis die Verwandlung vorbei ist. Für die Kinder ist das ihre Nacht, in der sie freie Bahn haben. Sel und seine Freundin Elena nutzen diese Zeit, um mit Harold im Altenheim Karten zu spielen, denn er ist der einzige Erwachsene, der gegen den Virus immun ist.
Alles scheint gut. Doch plötzlich geschehen seltsame Dinge: Ein Ripper entkommt auf mysteriöse Weise aus seinem Käfig, Tauben stürzen sich auf ein Mädchen, das mit Sel Streit hatte und die Kinder finden eine abgestürzte Drohne. Irgendwas stimmt nicht in Tremorglade und Sel und seine Freunde versuchen, das Geheimnis zu lüften. Doch das ist gar nicht so einfach, denn nichts ist, wie es scheint und sie wissen nicht, wem man in Tremorglade noch vertrauen kann.

Mein Eindruck:
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Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive von Sel geschrieben und beginnt gleich mit der ersten Vollmondnacht, auch "Sperrnacht" genannt. So wird man direkt in die Handlung hinein katapultiert. Dank der Erklärungen von Sel findet man sich schnell in Tremorglade zurecht. Sel ist ein sympathischer Charakter. Er sieht die Sache mit den Rippern eher gelassen, ist aber wachsam und intelligent genug, um mit der Zeit die Umstände zu hinterfragen. Gemeinsam mit seiner Freundin Elena, deren Bruder Pedro und seiner ursprünglichen Feindin Ingrid ermitteln sie im Untergrund wie Detektive und kommen dabei einem unglaublichen Geheimnis auf die Spur.
Zwar ist die Thematik, die letztendlich dahinter steht, keine neue, aber die Verpackung in eine spannende Story mit Gruseleffekten, trockenem Humor und Anspielungen auf die Hightech-Welt von Morgen (Drohnenlieferungen, Überwachung durch den Staat via Internet, Viren und Verschwörungstheorien usw.) ist rundum gelungen.
Die Kapitel sind recht kurz gehalten, das Erzähltempo daher hoch und ich konnte das Buch vor Spannung kaum aus der Hand legen. Auch das unerwartete Ende konnte mich rundum überzeugen. Der erste Band ist abgeschlossen, lässt aber noch genug Potenzial, um die Handlung in weiteren Bänden auszubauen.
Daher freue ich mich schon jetzt auf den geplanten Folgeband!

Fazit:
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Spannung, Grusel, trockener Humor: Eine unterhaltsame und überzeugende Science-Fiction-Story mit Anspielungen auf die aktuelle Welt

Bewertung vom 16.10.2025
Teige, Trude

Wir sehen uns wieder am Meer


ausgezeichnet

Würdiger Trilogieabschluss

Gestaltung:
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Das Titelbild mit den drei Freundinnen, die sich im Meer an den Händen halten, reiht sich von der Art sehr gut in die Trilogie rund um die Großmutter der Autorin ein. Es hat mir sehr gefallen.

Inhalt:
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Die drei Mädchen Birgit, Tekla und Annelise sind sehr gute Freundinnen und wohnen in der Nähe von Oslo. Als der Zweite Weltkrieg ausbricht und Norwegen durch die Deutschen besetzt wird, trennen sich ihre Wege. Während Anneliese als Krankenschwester an die Front geht und es Tekla der Liebe wegen nach Deutschland verschlägt, reist Birgit nach einem persönlichen Verlust nach Bodø, um dort als Krankenschwester zu helfen. Hier trifft sie auf Nadia, eine ukrainische Zwangsarbeiterin und freundet sich mit ihr an. Dadurch möchte sie die Situation verändern und engagiert sich im heimlichen Widerstand. Dies und die Tatsache, dass sie gut Russisch spricht und russische Freunde hat, bringt ihr Vorteile, aber auch ihr Leben in Gefahr.

Mein Eindruck:
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Ich habe die beiden Vorgängerbände "Als Großmutter im Regen tanzte" und "Und Großvater atmete mit den Wellen" mit Begeisterung verschlungen. Nun werden auch die Freundinnen ihrer Großmutter Tekla beleuchtet und in diesem Roman wird ihnen ein würdiges Denkmal gesetzt. Zwar ist dies keine reine Biografie, denn besonders die Figur der Birgit basiert auf einer Mischung verschiedener Persönlichkeiten, aber letztendlich symbolisiert sie die Frauen, die sich getraut haben, heimlich gegen das Naziregime aufzubegehren, die den Mut hatten, zu helfen, obwohl sie dafür hart bestraft werden konnten. Und die sich schließlich nach dem Krieg der Spionage beschuldigt sahen - ob schuldig oder nicht.
Nadia steht für die ukrainischen Zwangsarbeiter und man erhält anhand der Erzählung starke Eindrücke über das harte Leben in den Arbeiterlagern.
Ich wusste bisher nichts von diesem Teil der Geschichte und manche Szenen waren schwer auszuhalten. Vor allem die geschilderten Folterungen haben mich erschüttert, auch wenn die Autorin sich bemüht hat, sie nicht zu detailliert zu schildern.
Ebenso wie bei den Bänden zuvor war ich gefesselt von der Handlung. Ich habe mitgelitten, aber auch gehofft, dass es für Birgit und Nadia gut ausgeht. Es ist unvorstellbar, was diese Frauen durchmachen mussten und es dennoch geschafft haben, trotz ihrer Narben (seelisch und körperlich) ein neues Leben aufzubauen.
Mir hat der dritte Teil ebenfalls sehr gut gefallen. Man kann ihn unabhängig von den anderen Romanen lesen, aber das volle Bild erschließt sich einem erst, wenn man alle kennt.
Ich empfehle dieses Buch allen, die sich für starke Frauen und das Leben Norwegens im Zweiten Weltkrieg interessieren.

Fazit:
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Fesselnder Abschluss der "Großmutter"-Trilogie von Frau Teige mit starken Protagonistinnen

Bewertung vom 24.09.2025
Oswald, Susanne

Mörderisch verstrickt - Ein Strickclub ermittelt (eBook, ePUB)


weniger gut

Viel Cosy - wenig Crime

Gestaltung:
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Das Cover sieht nach einem Unterhaltungsroman aus und so gar nicht nach einem Kriminalroman. Im Nachgang betrachtet passt das Titelbild somit leider sehr gut zum Inhalt.

Inhalt:
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Im Strickladen von Mette treffen sich regelmäßig ein paar strickbegeisterte Bewohner aus dem kleinen Küstenort Lüttjekoog. Eine von ihnen ist die Pfarrerin und Mettes beste Freundin Anne. Diese findet bei einer Wattwanderung einen Schatz und vermutet, eine legendäre, untergegangene Stadt entdeckt zu haben. Sie fühlt sich auf einmal bedroht. Dann wird sie in ihrer Kirche überfallen und wenig später wird im Ort ein unbekannter Toter gefunden. Hatte er etwas mit dem Schatz zu tun? Und wer hat ihn ermordet? Der Strickclub beginnt zu ermitteln.

Mein Eindruck:
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Ich bin ein großer Fan von Küstenkrimis und auch von Cosy-Crime. Allerdings überwog in diesem Fall das "Cosy" eindeutig und das Kriminalthema ging dabei fast ganz unter.
Die Autorin knüpft an das von ihr bekannte Thema eines Strickladens an und kreiert eine richtige Wohlfühlatmosphäre mit sympathischen Charakteren. Allen voran Mette, die ihr Studium abgebrochen hat, um ihren eigenen Weg zu gehen und einen Strickladen zu leiten. Pfarrerin Anne lebt in Scheidung und ist nun alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. Und dann ist da noch die etwas ausgeflippte Brunhilde, Betreiberin des Friseursalons "Wilde Welle" und der stille, aber liebenswerte Gustavsen, dessen Mann vor ein paar Jahren verstorben ist. Sie alle habe ich beim Lesen in mein Herz geschlossen.
Allerdings dauert es sehr lange, bis zum Überfall und bis zum Mord. Auch danach kommt keine Spannung auf. Vor allem beschäftigt sich der Roman mit dem Alltagsleben der Charaktere, ihren Strickprojekten und ihren persönlichen Problemen. Richtige Ermittlungen kommen nicht wirklich zustande, vielmehr stolpern sie mehr oder weniger per Zufall am Schluss auf den Mörder. Die Erläuterung war zwar schlüssig, aber die Art und Weise, wie sie zu der Auflösung gelangen und am Ende damit umgehen, überzeugte mich nicht. Es war mir alles zu harmonisch und daher zu unrealistisch.
Die Autorin hätte beim Genre Unterhaltungsroman bleiben sollen, der Versuch, Krimielemente hinzuzufügen, ist in meinen Augen leider missglückt. Es ist eine nette Erzählung für einen schönen Nachmittag am Strand, aber es kommt fast keine Spannung auf. Ich gebe noch 2 Sterne, weil ich mich beim Lesen ganz gut unterhalten fühlte und mir die Tipps zum Thema Stricken am Ende des Buches gut gefielen.

Fazit:
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Liebenswerte Charaktere, aber mehr Unterhaltungsroman als Krimi und somit leider am Thema vorbei. Für Strickfans zu empfehlen!