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raschke64

Bewertungen

Insgesamt 97 Bewertungen
Bewertung vom 13.01.2026
Sandmann, Elisabeth

Wir dachten, das Leben kommt noch


sehr gut

Gwen arbeitet bei der BBC und stellt unbekannte oder vergessene Frauen in ihren Beiträgen vor. Sie bekommt die Aufgabe, ein Buch über Frauen im Zweiten Weltkrieg zu schreiben, die als Agentinnen in das besetzte Frankreich geschleust wurden. Die Suche bringt sie auch zu ihrer familiären Vergangenheit...

Das Buch erzählt in sehr guter Form über die unbekannten englischen Frauen, die im Zweiten Weltkrieg als Funkerinnen und Agentinnen ausgebildet wurden und ins besetzte Frankreich kamen. Dort hatten sie zwar Hilfe, waren aber extrem großen Gefahren ausgesetzt und viele haben ihre Einsätze nicht überlebt. Nach dem Krieg wurden ihre Leistungen fast gar nicht anerkannt. Das Buch setzt ihnen ein Denkmal. Gleichzeitig erzählt es aber auch eine interessante Familiengeschichte und ist gut lesbar. Von mir gibt seine Leseempfehlung.

Bewertung vom 13.01.2026
Céspedes, Alba de

Was vor uns liegt


gut

1934 in einem Konvikt in Rom. Acht junge Frauen studieren dort mehr oder weniger. Offiziell sind sie Freundinnen, doch jede von ihnen hält etwas zurück und verschweigt vieles.

Dieser Debütroman der Autorin wird als Neuentdeckung hochgelobt, er war bei den Nazis verboten. Aus heutiger Sicht fehlt mir etwas die Vorstellung, warum das Buch verboten wurde. Ist es nur wegen dem Spanienkrieg? Denn die Lebenswege der Frauen sind eigentlich gar nicht so sehr modern, die meisten möchten zwar freier leben, suchen im Endeffekt aber eigentlich nur einen Mann. Und auch untereinander tun sie so als wären sie große Freundinnen. Doch sobald eine aus dem Kreis ausbricht, vergisst sie die Freundinnen und umgekehrt ist es ähnlich. Eine junge Frau stirbt und die Trauer hält sich in sehr engen Grenzen. So gesehen fand ich das Buch nicht besonders gut. Außerdem fand ich es extrem langatmig und langweilig geschrieben. Daher spreche ich keine Leseempfehlung aus.

Bewertung vom 13.01.2026
Marshall, Kate Alice

Eisnebel


ausgezeichnet

Theo hat sich mit Connor verlobt und soll jetzt seiner Familie vorgestellt werden. Diese ist unsagbar reich und mächtig und lässt möglichst niemand Fremden in den engeren Kreis. Auf einem Berg haben sie sich ein luxuriöses Anwesen gebaut und dort findet das Weihnachtsfest statt. Doch Theo bekommt schon bald Drohungen und Warnungen und hat immer das Gefühl, sie war schon einmal dort....

Das Buch hat mich komplett überzeugt und ist sehr spannend. Auf einer kleinen Fläche und mit begrenzten Personen findet unheimlich viel statt und die Geschichte erhält immer und immer wieder neue Wendungen und überraschende Aussagen. Immer, wenn man denkt, man hat das Spiel durchschaut, gibt es wieder eine neue Information und es ändert sich alles. Das geht so bis zum Ende. Das ist sehr gut lesbar und so gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung.

Bewertung vom 13.01.2026
Woywod, Torsten

Mathilde und Marie


gut

Marie lebt und studiert in Paris und hat erneut einen familiären Verlust zu beklagen. Damit fällt sie in eine Art Burnout und verlässt Paris fluchtartig. Unterwegs lernt sie Jonina kennen, die sie mit in ihr kleines Dorf Redu nimmt. Ein Bücherdorf ohne Internet und Handyempfang. Marie bleibt erst einmal dort...

Das Buch ist sehr nett zu lesen und man hat dabei ein gutes Gefühl. Die Absicht schimmert aus jeder Zeile und manchmal war mir dies zu viel. Ehrlich gesagt, nervte mich die dauernde Bezeichnung: Isländerin oder junge Französin. Spätestens nach dem zweiten Mal wusste man, wer damit gemeint ist und ich fand diese Bezeichnungen sehr distanziert. Auch manche Dialoge fand ich zwischen altmodisch und gestelzt. Hier kam die Intention des Buches so stark in den Vordergrund, dass es mir zu viel wurde. Ansonsten ist es eine schöne Geschichte, die gut unterhält und deren Ansatz man nachvollziehen kann. Allerdings hat das Buch bei mir keine tiefgreifenden Spuren hinterlassen. Man kann es lesen, man muss es aber nicht

Bewertung vom 13.01.2026
Borrmann, Mechtild

Lebensbande


ausgezeichnet

Lotte lebt im Ostseebad Kühlungsborn. Sie ist verwitwet und bekommt plötzlich nach der Wende einen Anruf von ihrem Neffen. Er kommt aus dem Westen und will sie besuchen. Das stellt sie vor ein Problem: sie hat über ihre Vergangenheit nicht die Wahrheit gesagt. Und so beginnt sie, ihre Geschichte aufzuschreiben

Das Buch hat mich sehr beeindruckt und berührt. Anhand von drei völlig unterschiedlichen Frauen erfährt man die Schicksale der Frauen und ihrer Familien vor allem in der Nazizeit, aber auch danach. Das alles ist hochemotional und trotzdem sehr direkt und überhaupt nicht kitschig beschrieben. Man kann die Entscheidung der Frauen nachvollziehen, auch ihre Fehler und ihren Zusammenhalt. Daher gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung

Noch eine Anmerkung, falls es eine weitere Auflage des Buches geben sollte: es heißt der Molli und nicht die Molli. Vielleicht kann man das dann korrigieren.

Bewertung vom 13.01.2026
Nesbø, Jo

Minnesota


ausgezeichnet

Bob Oz ist Polizist, allerdings ein extrem heruntergekommener. Er trinkt, arbeitet wenig und hat jede Nacht eine andere Frau. Doch als ein Waffenhändler angeschossen wird, klemmt er sich hinter den Fall, denn es wird nicht das einzige Opfer bleiben und zwischenzeitlich wird Oz sogar suspendiert. Trotzdem kann er nicht loslassen

Das Buch ist mehr als ein Krimi. Die Geschichte an dich selbst ist schon interessant und über weite Teile auch sehr spannend. Es gibt immer wieder unerwartete Wendungen und auch das Ende birgt einiges an Überraschungen. Die Figur Oz selbst erinnert stark an Harry Hole, auch hier wieder eine gebrochene Gestalt, die so gar nicht in das Schema eines aktiven Polizisten passt. Trotzdem gelingt es gut, die Facetten dieses Menschen aufzuzeigen. Ein weiterer Vorteil für mich ist, dass das Buch eine Art Gesellschaftskritik aufweist. In diesem Fall geht es um die Waffenlobby in den USA und die entsprechenden Auswirkungen, die neutral von allen Seiten beleuchtet werden, so dass man als Leser eine eigene Meinung entwickeln kann. Von mir gibt es eine Leseempfehlung

Bewertung vom 13.01.2026
Lillegraven, Ruth

Düsteres Tal


sehr gut

Clara leitet in Nairobi eine Schule. Als der norwegische zuständige Minister zu Gast ist, wird die Schule von Terroristen überfallen und er getötet. Clara rettet viele Menschenleben und wird zur Heldin. Wieder in Norwegen zurück, bekommt sie den Posten als Justizministerin erneut angeboten. Doch die Schatten aus der Vergangenheit werden immer länger

Das Buch ist der Abschluss der Trilogie. Wie die vorangegangenen Teile ist er sehr gut lesbar und bringt die aktuelle Situation in Norwegen gut auf den Punkt. Die Hauptfigur ist sehr zwiespältig. Nicht direkt unsympathisch, aber als mehrfache Mörderin auch nicht wirklich sympathisch. Mich hat am Ende vor allem interessiert, wie die Situation aufgelöst wird. Und hier wurde ich dann für meinen Geschmack etwas enttäuscht. Für genauere Ausführungen müsste ich allerdings jetzt zu viel spoilern, was ich unterlasse.

Bewertung vom 17.12.2025
Pöppelmann, Christa

KUNTH Bonjour Bretagne


ausgezeichnet

„Bonjour Bretagne“ ist ein kleinerer, aber umso feiner Bildband. Das Buch ist kein Reiseführer im klassischen Sinn, sondern es werden auch mit wunderbaren Fotos verschiedene Orte, größere wie unbekanntere, aber auch Eigenheiten der Bretonen oder bestimmtes Essen vorgestellt. Die Texte sind sehr kurz gehalten und unterstreichen eigentlich vor allem die Bilder. Wird, um ein Beispiel zu nennen, ein Museum vorgestellt, findet man am Ende die Internetadresse und kann sich weitere Informationen selbst holen.

Ich gebe zu: ich bin ein großer Fan der Bretagne. Und dieses Buch verführt dazu, sich noch mehr in dieses wunderbare Land zu verlieben. Beim Lesen und vor allem beim Ansehen der Bilder hatte ich gleich wieder eigene Erlebnisse vor Augen, konnte bestimmte Gerüche oder Geräusche wiedererkennen und hatte sofort wieder absolutes Fernweh. Einer der für mich schönsten Landschaften dieser Erde wird in dem Buch eine Art lebendiges Denkmal gesetzt. Dabei werden auch unbekanntere Ecken entdeckt und vorgestellt und so Anregungen für die nächste Reise gegeben. Von mir gibt es absolut eine Leseempfehlung

Bewertung vom 17.12.2025
Johann, Petra

Wem du traust


ausgezeichnet

Sofia ist 15 und nach dem Babysitten bei einer befreundeten Familie kommt sie nicht zu Hause an. Ihre Mutter und Eva, bei der sie deren Sohn beaufsichtigt hat, sind allerbeste Freundinnen. Doch Evas Mann gerät mehr und mehr in den Verdacht, etwas mit Sofias Verschwinden zu tun zu haben. Auch der Freund der Mutter scheint etwas zu verbergen, doch sein Alibi ist fest...

Das Buch erzählt eine - fast alltägliche - Geschichte über das Verschwinden eines Teenagers. Es ist deshalb durchgehend so spannend, weil man als Leser immer Andeutungen erhält und so auf verschiedene Tätermöglichkeiten tippt: der Stiefvater, der Mann der besten Freundin, Mitschüler oder Lehrer. Dabei wechseln die Geschehnisse eher subtil und die geweckten Zweifel teilt man. Oft beginnen die Thriller rasant und der Mittelteil wird eher langatmig bis es zu einem überraschenden Ende kommt. Das ist hier nicht, auch wenn das Ende tatsächlich dann überraschend ist. Von mir gibt es eine Leseempfehlung

Bewertung vom 08.12.2025
Horowitz, Anthony

Tod zur Teestunde


sehr gut

Lektorin Susan erhält den Auftrag, mit einem jungen Autor zusammenzuarbeiten. Er heißt Eliot und hat schon zwei ziemlich erfolglose Krimis geschrieben. Sein neues Buch ähnelt sehr der Geschichte seiner Familie, einer berühmten Familie. Doch bald ist er tot und auch Susan gerät in Lebensgefahr.

Das Buch ist sozusagen ein Buch im Buch, zwei Krimis in einem. Warum es als Roman betitelt wurde, verstehe ich nicht ganz. Das aber nur am Rande. Ich selbst bin anfangs extrem schwer in die Geschichte reingekommen. Ich habe mich wirklich gequält und tatsächlich schon überlegt, das Buch abzubrechen. Aber nach ungefähr einem Drittel wurde es dann auch für mich richtig gut. Es gibt sehr viele Verweise auf andere aktuelle Autoren. Das Verweben der beiden Geschichten untereinander ist wirklich ein Meisterstück. Die Spannung ist insgesamt anfangs nicht super hoch, aber zumindest im hinteren Teil wird sie immer stärker und ich muss zugeben, dass ich keine Ahnung zum/zu den Täter/n hatte. Wenn jemand auf einen eher ruhige Krimi steht, dem würde ich dieses Buch absolut empfehlen.