Es war nicht nur die schneebedeckte Berglandschaft und das luxuriöse und vor allem abgelegene Winterdomizil, was mir atmosphärisch gut gefallen hat. Theodora hat mich als starke Figur überrascht, nachdem ich sie anders eingeschätzt hätte. Ihr Verlobter Connor ist für sie unerlässlich wie Sauerstoff, sagt sie. „Erschreckend, wie rasch wir uns ineinander verflochten.“ Liebe, die nach wenigen Monaten mit einer Verlobung gefeiert wird, was bei der reichen Familie für Skepsis sorgt. Das Zusammentreffen bleibt nicht ohne Hürden, aber was sich dann auftut ist düster und gefährlich. Doch Theodora wurde gewarnt. Irgendjemand aus der Familie will sie nicht dort haben und bald ist sie überzeugt, dass sie wohlmöglich gezielt an diesen Ort geführt wurde. Es ist eine einfache Erzählweise, denn fast ausschließlich Theodoras Sichtweise wird erzählt. Dass macht es teilweise besonders spannend, aber an der ein oder anderen Stelle hätte ich eine neue Perspektive gebraucht.
Es geht um dunkle Geheimnisse und eine Wahrheit, die nur mithilfe der Vergangenheit aufgedeckt werden kann. Familiäre Verstrickungen, Reichtum und Gehorsam. Wendungsreich, sprunghafte Verdächtigungen und ein Kern, der berühren kann. So ganz ohne Konstruktionen und verschenktes Potenzial geht es aber leider nicht. Insgesamt zwar spannend, aber nicht so packend, wie gehofft. In jedem Fall war es ein Thriller, der unter den Nägel brennt und sich gut zusammen (Buddyread, Lesezirkel etc.) lesen lässt.
Es gibt mehrere faszinierende Aspekte an dieser Geschichte: Die Handlung, die in London (1851) spielt und der Zusammenhalt der «Waterloo Boys», die ein gemeinsames Schicksal eint und Freundschaft und Zusammenhalt gegen die «Kings» verbindet. Außerdem ist es ein mitreißendes Abenteuer in die Vergangenheit mit mutigen Helden, ausgewogen temporeicher Spannung und emotionalen Momenten.
Ich habe von Anfang an mitgefiebert, als der Zeitungsjunge Joshua an einem Dienstag im März, in einer todesmutigen Rettungsaktion, Hazel das Leben rettete. Autor Benedict Mirow beweist schon in diesem ersten Kapitel, dass er es versteht, packende Spannung und Emotionen zu verbinden. Dabei erzeugt er stimmungsvolle Bilder und lebendige Figuren, sodass das Hörerlebnis auf mehreren Ebenen funktioniert, während mir die kreativen Ideen und die Vielseitigkeit besonders gefallen hat. Kindgerecht wird auch die Härte der Zeit abgebildet und ein Eindruck davon vermittelt, wie die Menschen damals gelebt haben, denn für Joshua und seine Freunde ist das Geld stets knapp und das Überleben hängt von ihrer Arbeit ab. Dadurch ist das Angebot, den Fall des gestohlenen Himmelseglers aufzuklären, aufgrund der hohen Belohnung, sehr verlockend. Gemeinsam mit dem diebischen Leroy und der cleveren Charly sowie weiteren sympathischen Figuren begibt man sich gern in dieses Abenteuer und fiebert mit den Figuren mit, die brenzlige Momente durchzustehen haben.
Ich fand die Hörbuch- bzw. Hörspiel-Inszenierung spektakulär. Untermalt mit einem stimmungsvollen Soundtrack werden gefühlvolle Momente intensiver und da die zahlreichen Figuren ihre eigene Stimme bekamen, war es noch lebendiger und ein unterscheiden der Charaktere keine Schwierigkeit. Dazu gab es Geräusche, die einen direkt ins 19. Jahrhundert befördern und der Schrei des Prinzen Ilavarasan verursacht eine angenehme Gänsehaut. Ich fand es grandios. Absolute Empfehlung, ganz besonders für das gelungen (ungekürzte) Hörspiel.
Wer möchte nicht die lästigen Pflichten für einen Tag hinter sich lassen, um stattdessen die Freiheiten eines Samstags zu genießen, der mit großen Abenteuern lockt? Nicht nur aus Kindersicht macht das absolut Sinn.
Ein Junge hat ganz eigene Pläne für diesen Tag, während sein Teddy namens Walter ihm ins Gewissen redet. Doch der Junge will „dahin, wo wir noch nie waren“ und nimmt Reißaus. „Mit aller Macht wollte er den Haushaltspflichten entkommen, die seinen perfekten Tag zu verderben drohten.“
„Mach dich darauf gefasst, seltsame Dinge zu erleben.“ Ingesamt drei fantasievolle Begegnung im hohen Gras hinterlassen einen bleibenden Eindruck bei den zwei Gefährten und lehren sie eine neue Sicht auf die Welt, in der wir versuchen, einander zu verstehen und aufeinander zuzugehen.
Eine unterhaltsame Geschichte, farbig illustriert und
nicht zu überladen, regt mit Fantasie zum Nachdenken über unser Miteinander an. Gleichzeitig wird die Abenteuerlust geweckt, aus der Perspektive eines Kindes, das nicht versteht, warum es all die Regel immer befolgen muss.
Das offene Ende gefällt mir gut, weil ich mir selber ausmalen kann, wie der Junge mit Walter nach Hause zurückkehrt und was ihn dort erwartet. Angesichts des Themas finde ich auch nachvollziehbar, warum die Suche nach Antworten ebenso viel Seitenumfang hat, wie die Idee zum Aufbruch. Dieser Teil gehört bereits zum Abenteuer dazu.
Die hochwertigen Materialien und gestalterischen Details des Buches, machen es zu einem edlen Geschenk. Die besondere Buchgestaltung unterstreich den Zauber und die Tiefe der Geschichte um einen Jungen und seinen Teddybären. Es ist eine Einladung an Kinder und Erwachsene diese bebilderte Geschichte zu entdecken, wirken zu lassen und sich darüber zu unterhalten. Ein wunderbares Beispiel dafür, wie ein Buch durch seine Aufmachung und Gestaltung zu einem besonderen Erlebnis wird.
Der Winter bringt Kälte, Dunkelheit, Müdigkeit und vermindert das Interesse an sozialen Kontakten. Was soll daran gut sein? Was macht man, wenn man sich permanent nach der Sonne sehnt und nur will, dass der Winter schnell vorüber geht? Winterdepression vorprogrammiert.
Autorin Kari Leibowitz lenkt die Aufmerksam weg von den unangenehmen Seiten des Winters, die nun mal unabänderlich sind, und etabliert eine positivere Einstellung zur Winterzeit. Das tut sie ausführlich und wechselt, wenig stimmungsvoll, zwischen ihren Reisen, Erfahrungen und durchgeführten Studien und deren Erkenntnisse.
Die „Aufwärtsspirale von Akzeptanz und Anpassung“ und der Winter als ruhige Pausentaste, als Gelegenheit, sich mehr auszuruhen. Beim Lesen kommen direkt Ideen und ich wurde angeregt, meine innere Einstellung zu hinterfragen. Viele Sätze werden in anderer Form wiederholt, um sich allmählich im Kopf festzusetzen, immer mit der Botschaft: den Winter annehmen. Letztlich nichts Neues, aber ein zusammengefasst wertvoller Reminder und Impulsgeber.
„Und indem wir die Einstellung einnehmen, dass Ruhe von Natur aus wertvoll ist, dass sie ein Teil des Menschseins ist, bekommt die Ruhe eine andere Bedeutung.“
Wer schnelle Impulse sucht, findet in den zahlreichen „Praxistipps für den Winter“ die wichtigsten Umsetzungstipps. Es lässt sich nicht für jeden alles umsetzten, besonders, wenn die Lebensrealität eine andere als die der privilegierten Autorin ist, aber letztlich kann jeder etwas für sich mitnehmen und positive Aspekte am Winter finden.
Kari Leibowitz geht auf positiv ausgerichtete Strategien ein, sowie achtsame Entschleunigung, etablierte Rituale der Gemütlichkeit und Bewegung in der Natur. Dabei geht es im gesamten auch darum, wie sich schwierige Lebensphasen besser überstehen lassen und wie sich ein anderer Blickwinkel auf das eigenen Wohlbefinden auswirkt.
Ich empfand es als Liebeserklärung an den Winter und einige Aspekte haben meine Sichtweise verändert und meine Bewältigungsstrategien bereichert. Viele Maßnahmen zusammengenommen, helfen mir bereits.
Daher ist das Buch aus meiner Sicht gut geeignet für alle, die Schwierigkeiten haben, sich auf den Winter einzulassen, unter Winterdepressionen oder starker Wintermüdigkeit leiden, und deren Lichtlampe ungenutzt in der Ecke steht. Wer «Überwintern. Wenn das Leben innehält» von Katherine May mochte, dem wird dieses Buch auch gefallen. Besonders sinnvoll, wenn man im Einklang mit den Jahreszeiten leben möchte, aber bisher gescheitert ist.
Wie ist das, wenn man in die Vergangenheit eintaucht und noch einmal ganz lebendig in Erinnerungen schwelgen will? Wenn man die Vergangenheit nicht loslassen kann und der Abschied einen Neuanfang überschattet? Wenn Dankbarkeit zur Last wird oder der Fluss der Zeit sich in einem angstvollem Moment des Wartens ewig hinzieht? Diese fünf Kurzgeschichten vereinen sprachliche Präzision und erzählen mit philosophischer Tiefe von eindrücklichen Momenten. Dabei endet jede Geschichte mit einem gefühlten Paukenschlag, manchmal laut und manchmal leise. Wobei «Tödlicher Lärm» mich in seiner Drastik am meisten überrascht hat und das Konzept umzukehren scheint.
Unverkennbar betrachtet Pascal Mercier nicht nur die direkte Erfahrung seiner männlichen Figuren, sonder zeigt auch außenstehende Personen und ihre Eindrücke, wie in «Die Übergabe», in der der Vorbesitzer den Käufern sein Haus übergibt, wobei seine Gefühlswelt sich nur durch seine skurrilen Handlungen erahnen lässt: „…kaum auszuhalten…Wir gehen auf dünnem Eis.“ Oder Jan Winter, der sich mit seinem Sohn unterhält und unerwarteten Halt bei seiner Familie findet. Im Fluss der Zeit stehen wir nie allein und begeben uns in Momente der Nostalgie, Angst, Vorfreude, Dankbarkeit und ihren Schattenseiten.
„Wir hatten es nicht in der Hand, wie wir empfanden, und das Empfinden war mächtiger als unser Wunsch, es möge ein anderes Empfinden sein.“
Wenn man kurze Geschichten, besondere Momentaufnahmen, eine fokussierte und doch tiefgründige Handlung mit wenigen Charakteren mag und Lust hat, auf unterschiedliche Ausgänge, die zum Nachdenken anregen und sprachlich überzeugen, dann ist «Der Fluss der Zeit» wunderbar für Zwischendurch und alle Kurgeschichten-Fans geeignet.
In acht friedvollen Kurzgeschichten webt «Winterzauber und Weihnachtswunder» ein längst vergangenes Bild von Weihnachten in Dörfern und Städten, aus der Sicht von Kindern und Erwachsenen, frei von religiöser Einbettung.
Autor Akela Fisher fängt die besondere Atmosphäre und greifbare Stimmung ein, die Weihnachten für mich ausmacht. Es sind Erzählungen voller Licht, Liebe, Hoffnung, Gemeinschaft und Mitgefühl. Zeitlose Werte, lebendige Figuren, eine spannend erzählte Handlung ohne Kitsch und immer - soviel sei verraten - mit einem hoffnungsvollen Ausgang bei harten Lebensbedingungen. Denn die Geschichten spielen in einer Zeit, die von großer Ungleichheit zwischen dem Adel und den Bürgern geprägt war, und im gemeinschaftlichen Leben in den Dörfern und Städten das Handwerk und naturverbundene Bräuche noch stark verwurzelt waren. Besonders schön fand ich die Geschichte «Fahrschein zurück ins Leben». Die einzige etwas fantastischere Erzählung, die vermutlich im frühen 19. Jahrhundert angesiedelt ist. Allerdings sind mir alle Geschichten im Gedächtnis geblieben, weil jede für sich eine einzigartige Note hatte, die mir nahe ging. Ob ein junges Mädchen, das einen geheimnisvollen Wald betritt oder ein großer Künstler, der einen Auftrag vom König erhält. Ich habe das Lesen sehr genossen, was nicht nur am Inhalt lag. Die kunstvoll eingesetzte Sprache und die sorgfältige Wortwahl, die den Lesefluss unterstützt und die Atmosphäre verstärkt, unterstreichen den Lesezauber. Jeder Moment ist von einer Gefühl durchdrungen, sei es Melancholie, Freude oder Wärme, die sich intensiv entfaltet und die Vielfalt menschlicher Erfahrungen sichtbar macht, neue Perspektiven eröffnet und friedvolle Gedanken schenkt — gerade in einer Epoche, die für gewöhnlich stark mit Kirche assoziiert wird. Dazu das behutsame Aufgreifen tiefsinniger Themen, die das Verständnis von Menschlichkeit und gesellschaftlichem Zusammenhalt erweitern und alle sensiblen Menschen, die damals ausgeschlossen wurden, einbezieht. Ein kleines Kunststück in dieser kurzen Form.
Für mich ist diese Kurzgeschichten-Sammlung eine echte Entdeckung, die ich nur empfehlen kann. Wunderschöne und sehr lesenswerte Geschichten, die nicht nur in der Weihnachtszeit mit ihrem Winterzauber wärmen.
Ein Adventskalender, um in Weihnachtsstimmung zu kommen und die Adventszeit schöner zu machen - für sich selbst und für andere.
Die harmonische Gestaltung und die gleichbleibende Strukturierung gefiel mir besonders gut und weckte meine Vorfreude, auf das „Öffnen“ der 24 Glücksmomente. Jedes der Türchen beginnt mit einer Illustration und einer seitenlangen Geschichte, in der man eine Frau durch die Adventszeit begleitet. Danach folgen ein paar Fragen und drei Empfehlungen für Glücksmomente, die hier „Happy Moments“ genannt werden. Am Ende folgen Tipps und ein Abschlussgedanken, die nachhaltiger sind. Wie kann ich das Gefühl der Verbundenheit entwickeln? Wie kann ich mir Freiräume schaffen? Wie kann ich mich öfter selbst verwöhnen?
Dabei bewegt sich alles im Rahmen eines Themas für das jeweilige Türchen. Es dauert maximal zehn Minuten, sich den Text zu jedem Türchen durchzulesen.
Die Vielzahl an Anregungen und Möglichkeiten pro Türchen hat mich überwiegend inspiriert. Es war oft etwas dabei, was sich auch ins knappe Zeit- und Geldbudget integrieren lässt. Ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt, der im 11. Türchen beschrieben wird, erfordert natürlich einen anderen Aufwand, als die Gedankenspiele in dem Format „Fragen für dich“, die zu interessanten Gesprächen geführt haben, die aber nicht unbedingt etwas mit Weihnachten zutun hatten.
Ansonsten wird das Weihnachtsthema durch Nächstenliebe, ehrenamtliche Unterstützung, Genussmomente und Traditionen aber immer wieder aufgegriffen und durch positive und wertschätzende Formulierungen unterstrichen. Am meisten mag ich allerdings die modern gehaltene Geschichte der namenlosen Frau. Für mich immer wieder eine wohlige Auszeit, weil diese so bildhaft und stimmungsvoll geschrieben ist.
In erster Linie ist es schön, jeden Tag etwas Neues zu entdecken und sich wohlwollend und achtsam inspirieren zu lassen.
Die Illustrationen waren mir persönlich zu einfach. Sie zeigen traditionelle Elemente der Weihnachtszeit, auch im humorvollen Kontext aber ich hätte mir mehr Details gewünscht, die zum Verweilen einladen.
Fazit:
Weckt Weihnachtsstimmung und kann den Stress der Vorweihnachtszeit mildern. Denn es entsteht ein schönes Ritual bei dem man sich von jedem Kapitel überraschen lässt. Der Inhalt geht noch über die 24 Türchen hinaus (weitere Tipps und kurze Informationen zu den darauffolgenden Rauhnächten).
Ein schönes Geschenk für sich selbst oder andere, wenn man einen stimmungsvollen Adventskalender mit achtsamen Impulsen sucht.
«Rauhnächte – 12 Tage nur für dich: Klarheit schaffen, loslassen und Neues wagen» ist ein kompakter Begleiter für die Rauhnächte und besonders geeignet, wenn man sich zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigt oder sich Orientierungshilfe wünscht. Ein ideales Ritual für Selbstreflexion und den Blick auf das Vergangene und Kommende.
Die kreative Zahlen-Illustration, die den jeweiligen Tag einleitet und die gleichbleibende und übersichtliche Strukturierung, gefiel mir besonders gut. Es fühlt sich an wie die Fortführung des Adventskalender-Rituals, wenn man am 25. Dezember das erste Kapitel liest. Zwölf Themen (Ruhe, Klarheit, Geduld usw.) für jeden Monat des kommenden Jahres. Zu den Tagesritualen gibt es zusätzliche Anregungen, Gedanken, Reflektionsfragen und Tipps für die Umsetzung. Genug Impulse, um sich mit den Themen auseinanderzusetzten, aber so kompakt, dass ich nur zehn Minuten gebaucht habe, um den Text zu lesen.
Vorweg gibt es Hintergrundwissen über die Rauhnächte und ein paar Rituale. Das steigert die Vorfreude und versetzt einen in die richtige Stimmung. Der Schreibstil von Tanja Köhler ist zudem liebevoll, wertschätzend und vertieft das wärmende Gefühl beim Lesen.
Was ich aber ganz besonders toll fand, ist die Rückschau auf die Monate und die jeweiligen Rauhnächte und ihre Themen. Dadurch begleitet einen das Buch auch die nächsten zwölf Monate und der Mehrwert ist höher.
Fazit:
Eine wunderschöne Gestaltung, eine übersichtliche Struktur, kompakte Impulse und eine liebenswerte Schreibweise machen dieses Buch zu einem schönen Begleiter für die Rauhnächte. Gut geeignet für Anfänger und jeden, der sich gern mit psychologischem Coaching und Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt oder ein besonders ansprechendes Werk dazu sucht. Wer sich eine intensive Beschäftigung mit den Mythen und Ritualen der Rauhnächte wünscht, wird mit diesem Buch nicht glücklich.
«Thea Magica - Das Geheimnis von Port Mint» entführt als Auftakt einer Reihe in eine Welt voller Magie und Geheimnisse. Es geht um Familiengeheimnisse, Freundschaft, Geheimnisse, magische Superkräfte und eine drohende Gefahr.
Robin Fluff ist gerade erst nach Port Mint gezogen und erfährt bei einer feierlichen Zeremonie endlich, welche Magie in ihr schlummert, wenn sie einen Schluck Thea Magica trinkt. Dabei lernt sie ihre neuen Freunde Mailin und Cornelius kennen. Doch ihre Fähigkeit, Gedanken zu lesen, muss sie auch vor ihnen geheimhalten, weil sie verboten ist und schön längst nicht mehr existieren dürfte. Eine große Bürde, die noch so einige Geheimnisse birgt und Robin in große Gefahr bringt. „Ihr könnt euch vorstellen, wie gefährlich jemand ist, der in eure Köpfe schauen kann und jeden einzelnen Gedanken, jedes innere Bild und jede Idee von euch wahrnimmt.“
Es ist ein bisschen cosy, spannend und hat eine sympathische Ich-Erzählerin, die mit vielen Veränderungen zurecht kommen muss, während sie nach Antworten sucht und sich mit ihrer Gabe allein gelassen fühlt. Mai und Cornelius sind interessante Charaktere, die auch etwas zu verbergen haben und Robin in einige Abenteuer verwickeln. „Auch wenn ich zugeben musste, dass ich zusammen mit Mai und Cornelius schon mehr Verbotenes getan hatte als im gesamten letzten Jahr mit Milly.“ Die Buchidee lädt zum Träumen ein, es ist interessant, das Magiesystem zu entdecken, aber man merkt, dass es ein Auftakt ist, weil sich vieles erst entwickelt und vor allem die letzten Seiten das Tempo rasant vorantreiben, der Cliffhanger aber okay ist. Die vielversprechende Fortsetzung wird dann von dem aufgebauten profitieren und ich bin neugierig, wie es weitergeht. Für Kinder ab 10 Jahren durchaus empfehlenswert, weil es um „Superhelden“ geht, mit denen man sich identifizieren kann. Man muss nur einen Tee trinken…
Der Fuchs auf dem schlichten Cover spielt auf die Fantasy-Geschichte „Der Fuchs und das Mädchen“ an, die Katja ihrer krebskranken Tochter Paula erzählt, um ihr Hoffnung zu schenken und das Warten auf die Operation erträglicher zu machen. Damit umspielt das zarte Cover das harte Grundthema des Romans und zeigt, wie kraftvoll und mutmachend Geschichten sein können. Das spiegelt sich auch in der Erzählweise nieder. „Der Fuchs und das Mädchen“ wird fantasievoll und bildhaft erzählt. Die mutige Heldin Pola flieht vor dem Bösen der Schattenwelt und kämpft um ihr Überleben. Ihre Geschichte nimmt immer mehr Raum ein und wird zunehmend düsterer, während auch die Mutter-Tochter-Beziehung sich verändert.
«Elf ist eine gerade Zahl» umfasst eine Woche und konzentriert sich dabei auf die alleinerziehende Katja, die mit Depressionen, Alkoholmissbrauch und dem drohenden Verlust ihrer 14-jährigen Tochter schwer belastet ist. Damit gibt Autor Martin Beyer auf einfühlsame Weise den Angehörigen von Krebspatienten eine wahrhaftige Stimme und vermittelt berührend, was die Ungewissheit und der drohende Verlust mit einem Menschen macht. Dabei kommt es zu einem unvermittelten Wechsel zwischen der „Der Fuchs und das Mädchen“ und der bedrückenden Realität aus Krankenhausaufenthalt, bevorstehender Operation und dem täglichen Überleben der Mutter. Grandios verwoben laufen die beiden Ebenen ineinander und lassen eine emotionale Wirkung entstehen, die mit Worten kaum zu erfassen ist. Eine besondere Erzählkunst, die dieses Werk bewegend, hoffnungsvoll und märchenhaft macht, aber weder erzählerisch noch inhaltlich leichte Kost ist.
Ich würde es allen empfehlen, die eine Mischung aus Drama und Fantasy (in der Tradition von 1001 Nacht) mögen und etwas außerhalb der Lesegewohnheiten lesen möchten.
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