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Nina Albert

Bewertungen

Insgesamt 182 Bewertungen
Bewertung vom 14.01.2026
Zürcher, Dorothe

Venusmuscheln in Venedig


ausgezeichnet

„Ein Roman, der nach Liebe, Honig und Gefahr schmeckt.“

Wie ein duftender Schleier legt sich dieser Roman über die Wirren der Jahre 1190, spannt seinen Bogen von Akkon bis nach Venedig und erzählt von einer Frau, deren größte Gabe zugleich ihre gefährlichste Waffe ist. Alkmene, eine begnadete Köchin, steht im Licht der höfischen Pracht: Sie soll die Hochzeit des künftigen Königs von Jerusalem kulinarisch veredeln. Doch während ihre Hände Gewürze mörsern und Kessel zum Singen bringen, zieht jenseits der Mauern Akkons das Grauen des Kreuzzugs herauf.
Dort ringt der Kreuzritter Diethelm mit seinem Gewissen. Zwischen Treue und Zweifel, zwischen Pflicht und Menschlichkeit droht er sich selbst zu verlieren. Als Alkmene erfährt, dass der Königsanwärter das Heer für Gold verraten hat, kippt die Geschichte ins Dunkle. Plötzlich ist nicht nur ihr Leben, sondern auch das Diethelms und das ihrer gemeinsamen Tochter Sophia in Gefahr.
Zwischen dampfenden Kesseln und Kräuterdüften entfaltet sich eine Frage von märchenhafter Grausamkeit: Können ihre Kochkünste Leben retten? Oder muss sie töten, um das Liebste zu bewahren? Alkmenes Küche wird zum Schicksalsort, ihre Rezepte zu Zaubersprüchen, ihre Entscheidungen zu Prüfungen von Herz und Gewissen.

Der Roman verwebt historische Ereignisse mit einer leisen Liebesgeschichte, die durch den Magen ins Herz findet. Jedes Kapitel eröffnet sich einem Hors d’œuvre gleich, gefüllt mit zeitgenössischen Rezepten, die den Leser einstimmen auf das was kommen mag. Man liest mit allen Sinnen: riecht Mandelplätzchen, schmeckt Dattelmilch und glaubt Venus selbst entsteige ihrer Muschel.
Und über allem schwebt ein bittersüßer Geschmack – wie der eines kostbaren Gerichts, das man nicht vergessen kann.

Bewertung vom 14.01.2026
Zürcher, Dorothe

Anisbrot in Antiochia


ausgezeichnet

„Ein Festmahl aus Liebe, List und Gewürzen“ – eine sinnliche Reise ins Herz des Mittelalters

Der zweite Band der Triologie „Anisbrot in Antiochia“ entfaltet sich wie ein leiser Zauber aus Gewürzen, Gefahr und Gefühl.
Vor dem Hintergrund der Wirren des Jahres 1190 – Kaiser Barbarossa ist tot, sein Kreuzritterheer zerfällt – begleitet der Roman einen geschwächten Ritter und jene, die ihn nicht aufgeben wollen. Ritter Diethelm, von der Ruhr gezeichnet und vom Glauben an einen Fluch gelähmt, steht am Rand des Lebens. An seiner Seite: die hochschwangere Delikatessköchin Alkmene, deren Herz ebenso groß ist wie ihr kulinarisches Können, ihr Geliebter Pares, ein kluger Eunuch mit scharfem Verstand, und ein treuer Knappe. Gemeinsam wagen sie den gefährlichen Weg nach Antiochia – eine Reise durch lähmende Angst und unermüdliche Hoffnung.
Doch Heilung will sich nicht erzwingen lassen. Keine Speise vermag Diethelm zu retten, bis Pares einen ebenso kühnen wie lebensgefährlichen Plan schmiedet. Alkmenes Kochkunst wird dabei zur heimlichen Heldin: Sie ist Trost, Versuchung und letzte Hoffnung zugleich. In ihrer Küche verschmelzen Liebe und Mut, Gewürze und Gebete, und jedes Gericht erzählt mehr als Worte es könnten.
Der Roman verwebt historische Ereignisse mit einer sinnlichen Liebesgeschichte, die – im wahrsten Sinne – durch den Magen geht. Zeitgenössische Rezepte eröffnen die Kapitel wie kleine Schatztruhen und stimmen auf das Kommende ein. Man liest mit allen Sinnen, riecht Anis und Granatapfel, schmeckt Honig und Kräuter, hört das Knistern des Feuers und wünscht sich, Alkmene möge auch für einen selbst ihre Kochkünste offenbaren.
Sympathische Figuren, feine Intrigen und eine leise, verborgene Liebe verleihen der Geschichte Tiefe und Wärme – und über allem liegt ein bittersüßer Zauber, der lange nachhallt.
🍯🍯🍯🍯🍯 | 5

Bewertung vom 12.01.2026
Beyer, Martin

Elf ist eine gerade Zahl


ausgezeichnet

„Vom Mädchen, das auszog, den Tod zu besiegen.“

„Elf ist eine gerade Zahl“ erzählt von Katja und ihrer Tochter Paula, die viel zu früh in den Schatten einer schrecklichen Krankheit treten muss. Was einst wild und hell in Paula leuchtete, ist nun von Angst umhüllt – und auch Katja taumelt zwischen Stärke und Verzweiflung, zwischen Schuld und Liebe. Doch dort, wo Worte zu fehlen scheinen, beginnt Katja Paula die Geschichte eines Mädchens zu erzählen, das gemeinsam mit einem silbergrauen Fuchs vor einem gierigen Schatten fliehen muss, der droht, die beiden zu verschlingen…
Der Roman entfaltet nach Art der „Gebrüder Grimm“ ein Märchen im Märchen: zart, tröstend und schmerzlich schön. Es ist ein Buch über die Macht der Fantasie, die uns aufrichtet, wenn die Welt uns niederdrückt; über die Geschichten, die uns festhalten, wenn wir zu fallen glauben. Poetisch und tief berührend führt es uns zu jenem Ort im Inneren, an dem Mut und Hoffnung wohnen – für alle, die träumen, zweifeln, und dennoch niemals aufgeben.
🦊🦊🦊🦊🦊 | 5

Bewertung vom 12.01.2026
Gelfuso, Hayley

Das Buch der verlorenen Stunden


ausgezeichnet

„Was im Herzen liebevolle Erinnerungen hinterlässt, kann weder vergessen werden noch verloren gehen.“

Dieses Buch liest sich wie ein leises, zugleich mächtiges Märchen über Erinnerung, Liebe und Verantwortung.
Im Zentrum steht Lisavet, deren Leben sich an einem schicksalhaften Abend für immer verändert. Um sie zu retten, verbirgt ihr Vater sie in einer zeitlosen Bibliothek, einem geheimen Ort, an dem die Erinnerungen der Menschheit in Büchern bewahrt werden. Doch Erinnerungen sind hier nicht unantastbar: Zeithüter entscheiden, was bleiben darf – und was für immer ausgelöscht wird. Mit jeder vernichteten Erinnerung verschwinden auch Menschen aus der Geschichte.
Als ihr Vater nicht zurückkehrt, beginnt Lisavet selbst zu sammeln, was die Welt vergessen soll. Ihre Begegnung mit dem Zeithüter Ernest wird dabei zu ihrem einzigen Halt – und zur Hoffnung in einer Welt, in der Vergangenheit manipuliert und Identität ausgelöscht werden kann. Die Frage, wer über unsere Erinnerungen bestimmt, zieht sich wie ein leiser Widerhall durch jede Seite.
Die Geschichte entfaltet sich auf zwei kunstvoll ineinander verwobenen Ebenen und verbindet Historie, Fantasy und philosophische Tiefe zu einer atmosphärischen Erzählung voller Magie. Bildhafte, poetische Sprache und eine originelle Grundidee erschaffen eine Welt, die gleichermaßen verzaubert und nachdenklich stimmt. Die Figuren – allen voran Lisavet und Amelia – wirken vielschichtig, verletzlich und berührend, getragen von Emotionen, Verlust und Hoffnung.
Trotz der märchenhaften Anmutung entwickelt sich die Handlung stellenweise zu einem temporeichen Mystery-Thriller mit überraschenden Wendungen. Liebe, Erinnerung und Verantwortung stehen dabei stets im Mittelpunkt und verleihen der Geschichte eine stille Dringlichkeit.
Dieses Buch fühlt sich an wie ein magischer Fund im Buchladen – eines, das sofort heraussticht. Ein Roman voller Herz, Tiefgang und Poesie, der lange nachhallt und daran erinnert, dass unsere Erinnerungen nicht nur unsere Vergangenheit sind, sondern auch der Schlüssel zu dem, was wir werden.
📚📚📚📚📚 | 5

Bewertung vom 03.01.2026
Riedel, Sabine

Ein Pakt aus Asche und Blut


ausgezeichnet

„Wo Feuer die Vergangenheit weckt, Flammen Jahrhunderte sprechen lassen und Asche Geschichten erzählt!“

Sabine Riedels „Ein Pakt aus Asche und Blut“ entfaltet ein düsteres Märchen, in dem Vergangenheit und Gegenwart wie zwei Flammen lodern, die sich nie ganz berühren – und doch einander verzehren.
Als ein Waldbrand in Ratingen die Nacht blutigrot färbt, erwachen längst verschüttete Geheimnisse: Visionen verfolgen einen Feuerwehrmann, eine junge Frau wird in ein okkultes Spiel gezogen, und uralte Schatten schleichen zurück ins Licht.
Parallel dazu kämpft im 15. Jahrhundert die Heilerin Helene verzweifelt um das Leben ihrer Schwester – und bezahlt dafür mit einem Pakt, der ihr Schicksal an Blutmagie, Intrigen und Unsterblichkeit bindet. Was damals begann, hallt bis in die Gegenwart nach und verstrickt Unschuldige in einen Fluch, so alt wie die Flammen selbst.
Mit dichter Atmosphäre und klarer, unheilvoller Sprache verwebt Riedel die Legenden des Bergischen Landes zu einem mystischen Thriller, der Zeitebenen verschmelzen lässt und mit jeder Seite tiefer in die Finsternis führt. Geheimnisvoll. Fesselnd. Düster wie ein Märchenbuch…, das man niemals hätte öffnen sollen. Denn sein Echo hallt bis heute nach …
und fordert neue Opfer: Wenn Vergangenheit und Gegenwart ineinander übergehen, wenn Dämonen erwachen und Legenden atmen, dann zeigt sich die Wahrheit:
„Manche Flüche löschen nie. Sie warten nur darauf, wieder zu brennen.“

Ein atmosphärisch-düsterer Zeitebenen-Thriller, der Vergangenheit und Gegenwart zu einem packenden, unheilvollen Märchen aus Feuer, Blut und alten Geheimnissen verwebt.
🔥🔥🔥🔥🔥 | 5

Bewertung vom 20.12.2025
Golinske, Svea;Heilmeyer, Peter

Der Cortisol-Code


ausgezeichnet

„Der Cortisol-Code“ – Eine Reise zurück ins hormonelle Gleichgewicht

Wie ein Schlüssel zu einem überreizten Inneren öffnet „Der Cortisol-Code“ den Blick auf ein Hormon, das unser Leben stärker lenkt, als wir ahnen. Svea Golinske und Dr. med. Peter Heilmeyer erzählen die Geschichte des Cortisols nicht als Feindbild, sondern als missverstandenen Begleiter unserer Zeit – lebensnotwendig, kraftvoll und doch empfindlich aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Mit ruhiger Klarheit zeigen die Autor:innen, wie der moderne Alltag den natürlichen Rhythmus dieses Stresshormons aus dem Takt bringt und sich dies in Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Bauchfett, Gereiztheit oder Erschöpfung widerspiegelt. Dabei zerlegen sie den populären Mythos des „Cortisol-Detox“ und ersetzen ihn durch ein stimmiges Bild: Es geht nicht um Bekämpfung, sondern um Balance.

Das Buch gleicht einem Puzzle aus vielen Teilen – Ernährung, Schlaf, Bewegung, Achtsamkeit, Kälte und Wärme, Emotionen und Licht. Besonders berührend ist der Blick auf Kinder, deren feines Nervensystem im Lärm unserer Zeit oft schutzlos ist. Wissenschaftlich fundiert und zugleich wohltuend zugänglich verbindet „Der Cortisol-Code“ Wissen mit alltagstauglichen Ritualen.

Der 30-Tage-Cortisol-Reset wirkt dabei wie ein Wegweiser zurück zu innerer Ordnung: Schritt für Schritt, ohne Druck, mit Verständnis für die Individualität jedes Körpers. Am Ende bleibt das Gefühl, verstanden worden zu sein – und die Gewissheit, dass Gelassenheit, Energie und erholsamer Schlaf keine verlorenen Zauber sind, sondern eine erlernbare Kunst.

Bewertung vom 13.12.2025
Blum, Ingo

Der Bär hat heute Lust zu feiern - Today, The Bear Wants to Party


ausgezeichnet

„Let’s have a Party!“

Eine Waldgeschichte über kleine Flunkereien, große Freundschaft – und eine ganz besondere Party!
Ingo Blums zweisprachiges Kinderbuch wirkt wie ein Spaziergang durch einen lebendigen, warmherzigen Märchenwald. Zwischen raschelnden Blättern und neugierigen Pfoten beginnt alles mit einer winzigen, scheinbar harmlosen Lüge: Der kleine Hase erzählt dem Bären von einer Party – und plötzlich geraten alle Tiere des Waldes in aufgeregte Bewegung.
Mit funkelnden Augen und liebevoll verpackten Geschenken machen sie sich auf den Weg zur vermeintlichen Feier. Doch als sie beim Biber ankommen, erwartet sie nicht Jubel, sondern eine überraschende Wendung…
Blum erzählt hier eine Geschichte, die Kindern ab drei Jahren nicht nur ein Lachen entlockt, sondern ihnen spielerisch zeigt, welche Wege kleine Unwahrheiten nehmen können, und wie wichtig Ehrlichkeit, Zusammenhalt und Problemlösung sind. Die warmen Illustrationen lassen den Wald lebendig werden: farbenfroh, freundlich, voller kleiner Details, die zum Verweilen einladen.
Besonders bezaubernd ist die Zweisprachigkeit: Jede Zeile erscheint auf Deutsch und Englisch – ein sanfter, natürlicher Einstieg in eine neue Sprache. So werden Kinder ermutigt, spielerisch Wörter zu entdecken, Klänge zu vergleichen und ein Gefühl für Mehrsprachigkeit zu entwickeln. Ergänzt wird dies durch eine Audioversion, die die Geschichte wie ein gesprochenes Waldmärchen erklingen lässt.
Ob zu Hause, in der Kita oder in der Schule – dieses Buch lädt dazu ein, gemeinsam zu lesen, zu sprechen und zu staunen. Die Fragen am Ende regen zum Austausch an und helfen, die Botschaft des Buches noch tiefer zu verstehen.
Ein lehrreiches Kinderbuch, das zeigt, dass Freundschaft stärker ist als jede kleine Flunkerei – und dass manche Partys ganz anders enden, als man sie sich ausmalt. Ein Schatz für kleine Naturfreunde und alle, die Geschichten lieben, die Herz und Fantasie erhellen.

„A story about little lies and big consequences!“

Bewertung vom 02.12.2025
Partant, Antonio

Fitness Freaks


ausgezeichnet

„Beweg dich! - Der eigene Weg gegen alle Widerstände!“

Es gibt Geschichten, die uns an die Hand nehmen und in eine Welt führen, in der Körper und Geist im gleichen Takt schlagen – wie zwei Herzen, die denselben Traum träumen. Antonio Partants Fitness Freaks ist eine solche Erzählung: ein moderner Motivationsroman, der die Grenzen des Sports hinter sich lässt und sich in eine poetische Reise der Selbstentfaltung verwandelt.

Im Mittelpunkt stehen Jacob und Anna, zwei außergewöhnliche Seelen, deren Leben von der Sehnsucht nach Bewegung und der Suche nach einem selbstbestimmten Weg durchdrungen ist. Wir begleiten Jacob, den Jungen, der zwischen Schatten und Schlagpolstern zum Kickboxer heranwächst, und Anna, die furchtlose Turnerin, deren Wissbegier sie bis in die Tiefen der Sportwissenschaft führt. Ihre Geschichten fließen wie zwei Bäche, die sich erst zaghaft, dann kraftvoll zu einem gemeinsamen Fluss verbinden.
Partant versteht es, Sport zu einer Philosophie zu erheben. Und im Hintergrund arbeiten Myosinköpfchen, Dopamin und Sehnen wie kluge, unsichtbare Helfer eines großen Mechanismus – stets bereit, die Magie der Bewegung zu enthüllen. So erfährt man ganz nebenbei, was in uns geschieht, wenn wir laufen, springen, kämpfen oder tanzen, und warum Sport nicht nur Kraft, sondern auch Klarheit schenkt.
Mit jedem Kapitel wechseln die Stimmen, die Perspektiven und Jacob und Anna wachsen, stolpern, triumphieren – erst als wilde, ungestüme Jugendliche, später als gereifte „Fitness Freaks“, die sich den Herausforderungen des Lebens, der Elternschaft und des Älterwerdens stellen.
In der Tradition inspirierender Selbstentwicklungsbücher ist Fitness Freaks jedoch mehr als Motivation. Es ist ein leises Plädoyer gegen Bequemlichkeit und Konventionen, eine Hommage an Menschen, die den Mut haben, jenseits vorgezeichneter Pfade zu laufen.
Am Ende bleibt die Frage, die durch alle Seiten hindurchschimmert: Welche Opfer ist man bereit zu bringen, um seine Freiheit, seine Leidenschaft und die Magie seiner eigenen Geschichte zu bewahren?
Ein Roman, der nicht nur erzählt, sondern bewegt. Ein Buch, das wie ein tiefer Atemzug wirkt – und uns daran erinnert, dass Bewegung manchmal der wundersamste Weg zu uns selbst ist.
🤸🏻🤸🏻🤸🏻🤸🏻🤸🏻 | 5

Bewertung vom 16.11.2025
Lüscher, Conny

Der verstummte Zeuge


ausgezeichnet

„Er ist nur ein kleiner Junge…

…Doch er ist der einzige Zeuge – und deshalb dem Tod geweiht.
„Sie konnte nicht ahnen, dass dies ihre letzten Minuten waren. Dass der Tod nur ein paar Atemzüge entfernt auf sie wartete…“
In einer Nacht, so abgrundtief schwarz, wird Milla Zeugin eines Mordes – und spürt sofort, dass nun auch sie zur Beute geworden ist. Im letzten Moment entkommt sie dem Mörder. Doch sie ist nicht allein: ein kleiner, stummer Junge klammert sich an ihre Hand. Seine Augen offenbaren eine schier panische Angst.
Milla weiß nichts über ihn – nicht, wer er ist, nicht, wovor er flieht. Nur eines ist sicher: Sie muss ihn beschützen. Vor einem boshaften Schatten, der niemals schläft, der Kälte atmet und immer weiß, wo sie sind.
Und so beginnt eine nervenzerreissende Flucht durch die unbarmherzige Dunkelheit – zwei verlorene Seelen, verbunden durch Furcht und Hoffnung, gejagt vom eiskalten Bösen, das keine Namen trägt.

Conny Lüscher entführt in düstere Psychothriller – Geschichten von Schuld und Überleben, von Mut und Abgrund. Sie spinnt Worte zu einem feingliedrigen Netz aus Spannung, das sich leise und unaufhaltsam um den Leser legt – bis kein Entkommen mehr bleibt. Ein Stil so still wie ein Herzschlag vor dem Sturm, eine Erzählkraft, die mit jeder Seite fester packt. Wer einmal zu lesen beginnt, wird hineingezogen – und findet erst am Ende wieder Licht.

Bewertung vom 02.11.2025
Kurisu, Hiyoko

Der Laden in der Mondlichtgasse


ausgezeichnet

Irasshaimase いらっしゃいませ - Willkommen in der magischen Confiserie,…

…jenem Ort, der nur den Suchenden erscheint – verborgen in der Stille der Nacht, dort, wo das Licht des Mondes die Schatten silbern färbt. Man sagt, in den Tagen zwischen Vollmond und Neumond öffnet sich eine schmale Gasse, die Mondlichtgasse genannt wird. Nur jene, deren Herz aus dem Gleichgewicht geraten ist, finden den Weg dorthin. Und wer sie betritt, hört das leise Läuten eines Glöckchens – das Zeichen, dass die Türen der Confiserie Kogetsu offenstehen. Hinter dem Tresen steht Kogetsu, ein Mann mit den goldenen Augen eines Tanuki und der Ruhe des Waldes. Niemand weiß, woher er kam. Er verkauft seinen Gästen kunstvoll gefertigte Süßigkeiten, jede ein kleines Werk aus Reis, Bohnen und Zucker – und doch mehr als das. Denn in ihnen ruht ein Zauber, der leise zu wirken beginnt, sobald der erste Bissen Trost spendet und deren Magie leise in die Seele sickert. Wer aus die traditionellen japanischen Süßigkeiten kostet, spürt, dass sich etwas verändert. Die Sorgen scheinen leichter, der Weg vor einem klarer, das Herz still. Von fern, im Schatten des Pflaumenbaums, beobachtet Kogetsu sie – lächelnd, doch voller Sehnsucht. Denn er ist kein Mensch. Er ist ein Fuchsgeist, geboren aus Mondlicht und Wind, der das Menschsein begreifen will.
So zergehen in Hiyoko Kurisus geschmackvoll poetischem Roman „Der Laden in der Mondlichtgasse“ sechs Geschichten, die von jenen Gefühlen erzählen, die uns verletzlich machen und zugleich unsere tiefste Stärke offenbaren, auf der Zunge wie zuckersüße Konpeito. Sie erzählen von jenen zarten Momenten, in denen Schmerz zu Hoffnung wird, und von der Süße, die bleibt, wenn der bittere Nachgeschmack längst verweht ist. Kogetsu führt uns mit der Anmut eines Erzählers aus einer anderen Welt durch Geschichten, die schmecken wie Süßigkeiten für die Seele – zart, bittersüß und von leuchtender Poesie.
Ein Roman, der glücklich macht – wie eine Tasse heißer Matcha an einem verregneten Tag.
Für alle, die Satoshi Yagisawas Romane lieben und in den träumerischen Welten des Studio Ghibli zu Hause sind. Ein Buch wie ein Duft von Vanille und Pflaumenblüte, ein Märchen, das lange nachhallt – und ein Fuchs, der lehrt, dass Heilung manchmal in einem Stück Wagashi liegt.
🦊🦊🦊🦊🦊 | 5