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buecherwurm_01
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Heinsberg

Bewertungen

Insgesamt 297 Bewertungen
Bewertung vom 17.01.2026
Blake, Matthew

Sophie L.


gut

Potenzial der Grundidee leider nicht genutzt

Spannungsroman anstatt Thriller, leider mit Schwächen in der Umsetzung der Idee.

Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen, der Nachkriegszeit und der Gegenwart mit Rückblick von 12 Monaten. Im Mittelpunkt stehen Großmutter und Enkelin. 80 Jahre liegen zwischen den Ebenen und um die Rückkehr ihrer Großmutter aus dem KZ Auschwitz nach Paris hat diese ihr Leben lang ein großes Geheimnis gemacht. Nun erkrankt sie an Demenz, die Erinnerungen kommen wieder und sie äußerst sich öffentlich. Was steckt dahinter? Als sie ermordet wird, will die Enkelin das Geheimnis lüften.

Etwas verworren kommt die Geschichte daher, ist mehr Spannungsroman denn Thriller, denn dafür fehlten mir doch Tiefgang und Spannung. Die Figuren bleiben blass. Die kurzen Kapitel, die in Zeit und Erzähler wechseln, haben mir gefallen, aber sie haben auch für Chaos gesorgt und das Verfolgen der einzelnen Stränge erschwert. Viele, auch für den Verlauf unwichtige Informationen werden häufig wiederholt, was ich als sehr störend empfunden habe. Das Cover ist total ansprechend, kann aber sein Versprechen auf ein tolles Buch nicht erfüllen. Die Idee zu diesem Buch hat mir sehr gut gefallen, die Umsetzung jedoch nicht. Sehr schade, ich kann es leider nicht uneingeschränkt empfehlen.

Bewertung vom 11.01.2026
Schröder, Alena

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel


sehr gut

Familiengeschichten

Das Buch erzählt von starken Frauen und ihrer Lebensgeschichte in zwei Erzählsträngen sowie auf drei Zeitebenen (Kriegsende 1945, Gegenwart mit Rückblick auf den Mauerfall 1989). Jede einzelne Protagonistin hat eine spezielle Geschichte, die von Zerrissenheit, Wünschen und Rücksichtnahme erzählt, alles geprägt vom jeweiligen Zeitgeschehen und geist. Es hat allerdings ein wenig gedauert, bis ich die Zusammenhänge fassen konnte, da die Rückblenden sehr gestreut werden. Was mir gefehlt hat, ist ein genauerer Bezug zum immer mal wieder und nur kurz erwähnten Bild, das auch im Buchtitel Eingang findet. Bis zum Schluss habe ich die Zusammenhänge an dieser Stelle nicht wirklich verstanden.

Die Autorin schafft mit ihrem angenehmen Erzählstil eine authentische Atmosphäre für jede Zeitebene. Ich konnte die Situationen nachempfinden und mich in die einzelnen Protagonistinnen hineinversetzen. Die Beschreibungen sind an den richtigen Stellen bewegend. Die Vorgängerbücher muss man nicht gelesen haben, um die familiären Belange zu verstehen. Alles wichtige für die aktuelle Geschichte wird erwähnt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung mit kleinen Einschränkungen.

Bewertung vom 08.01.2026
Mercier, Pascal

Der Fluss der Zeit (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Kurze, berührende Erzählungen

Mitten aus dem Leben gegriffen, gut beobachtet und gefühlvoll erzählt

In diesem Buch werden fünf bisher unveröffentlichte Erzählungen des 2023 verstorbenen Autors Pascal Mercier posthum einem interessierten Publikum vorgestellt. Er thematisiert in diesem tollen Erzählband die Themen Zeit, Erinnerung, Vergänglichkeit; er zeigt unterschiedliche Sichtweisen und Aspekte dieser Themen auf. Die sensibel beobachteten Situationen erzählt er sehr einfühlsam und bringt uns seine lebensnahen Protagonisten auf eine emotionale und glaubwürdige Art und Weise näher.

Seine Charaktere sind hier häufig melancholisch, aber immer authentisch. Mich haben alle fünf Geschichten dieses Meisters des philosophischen Erzählens sehr berührt. Sein Name war mir bisher nur im Zusammenhang mit Romanen bekannt, dass er auch kurze Erzählungen geschrieben hat, kam überraschend. Aber ich bin froh, darauf aufmerksam geworden zu sein. Denn die Lektüre ist absolut empfehlenswert, da es sich meines Erachtens um gute Literatur mit Tiefgang handelt.

Bewertung vom 06.01.2026
Sandberg, Ellen

Rauhnächte (eBook, ePUB)


sehr gut

Sagenhafte Vergangenheit

Spannende und interessante Geschichte auf zwei Zeitebenen

Zur Zeit der Rauhnächte, also um die Weihnachts- und Jahreswendenzeit, ändert sich Pias Leben drastisch. Nicht nur erfährt sie mit Anfang Zwanzig durch Zufall, dass sie adoptiert ist, auch die Trennung ihrer Adoptiveltern gilt es zu verkraften. Nachdem sie herausgefunden hat, wer ihre Mutter ist, fährt sie nach Wasserburg am Inn und startet ihre Nachforschungen. Sie findet Informationen zu ihrer leiblichen Mutter, einer Tragödie um deren Tod und bruchstückweise kommen ihre Erinnerungen zurück. Aber nicht alle Mitmenschen sind über ihre Nachforschungen erfreut und so gerät sie in Gefahr.

Zwei Erzählebenen, Vergangenheit und Gegenwart, aus unterschiedlichen Sichtweisen sorgen für Abwechslung und erhöhen die Spannung. Die Autorin schafft mit ihrem Erzählstil eine mystische Stimmung zur Winterzeit und eine geheimnisvolle sowie düstere Atmosphäre. Alte Sagen und Bräuche, Aberglauben und ein Familiengeheimnis sind interessant kombiniert. Mir gefällt der Aufbau der Geschichte, auch wenn man einige Wendungen vorhersehen kann. Ich habe das Buch zurzeit der Raunächte gelesen und die Atmosphäre war gut spürbar. Gerne empfehle ich die Lektüre dieses spannenden Buches.

Bewertung vom 31.12.2025
Litz, Doris

Bluthass (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Spannende Verbindung zum Mittelalter

Besteht ein Zusammenhang zwischen einer Ausstellung und den aktuellen Fällen der Staatsanwältin?

Während des Besuchs einer Ausstellung über die Zeit der Hexenverfolgung in Hachenburg werden Kommissar und Staatsanwältin zu einem Fall gerufen. War es ein Unfall oder doch Mord? Schnell stellen sie fest, dass etwas nicht stimmt und als sie ein weiterer ungewöhnlicher Todesfall beschäftigt, werden sie hellhörig, denn es scheinen sich Teile der Ausstellung zu wiederholen. Bald sind sie so in die Fälle involviert, dass sie diesen schnell aufklären wollen. Im 5. Band der Reihe um Staatsanwältin Saint-George wird es wirklich spannend und teilweise auch etwas grausam.

Das Thema hat mich total fasziniert. Mit gut gestreuten und informativen Hintergrundinformationen zur Hexenverfolgung, oft mit Hinweisen auf historische Ereignisse, wird eine spannende und in Angst mündende Atmosphäre aufgebaut und gut getroffen. Die Autorin schafft es durch schnelle Kapitelwechsel mit Cliffhanger, dass man unbedingt weiterlesen möchte. Das beginnt schon im Prolog mit Blick auf historische Vorbilder und aus Sicht einer Betroffenen. Treffend finde ich den Untertitel. Es wurde sehr gut recherchiert. Der Band ist einzeln lesbar, da wichtige Zusammenhänge, insbesondere aus dem Privatbereich, an passender Stelle einfließen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

Bewertung vom 21.12.2025
Horowitz, Anthony

Tod zur Teestunde


ausgezeichnet

Klassischer Kriminalroman

Die Protagonistin erhält eine neue berufliche Chance und möchte diese nutzen, um wieder in einer Festanstellung als Lektorin arbeiten zu können. Ihre Vergangenheit steht ihr dabei im Wege und sie muss sich beweisen, um damit abschließen zu können. Das Buch, das sie lektorieren soll, handelt von einem Mord in der Vergangenheit und scheint verbunden mit einem gegenwärtigen Verbrechen in der Familie des Autors. Als sie versucht, die Zusammenhänge zu erkennen und die Lösungen zu finden, gerät auch sie in Gefahr.

Mir gefällt die Idee, ein Buch in das Buch einzubinden, sehr gut; ebenso die Zusammenhänge, die sich aus den beiden Zeitebenen ergeben. Ich mag generell die Bücher von Anthony Horowitz, denn sie bieten immer ungewöhnliche Szenarien. Sein Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen, auch passt er hervorragend zu seinem bevorzugten Genre. Die Fälle sind logisch aufgebaut und die Charaktere kommen authentisch daher. Viele verschachtelte Wendungen sorgen für einen Spannungsbogen, der in einem unerwarteten Finale mündet. Gerne empfehle ich diesen interessanten Kriminalroman.

Bewertung vom 02.12.2025
Bruun, Nele

Verbranntes Grab (Zwischen Mord und Ostsee - Küstenkrimi 8)


sehr gut

Ein sympathisches Ermittlerduo bei einem spannenden Fall

Am Neujahrsmorgen führt eine verkohlte Leiche am Strand die Kriminalhauptkommissare Lohse und Speckmann auf die Insel Föhr. Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht und so quartieren sie sich auf der Insel ein. Sie erhalten die Information zu einer seit dem Silvesterabend vermissten Frau, kurz darauf ist eine weitere Frau verschwunden. Ein Zusammenhang lässt sich nicht herstellen und so dauern die Ermittlungen an. Unterschiedliche Ansätze werden verfolgt und wieder verworfen.

Wie schon der vorherige Band Windiges Grab hat mich auch dieser Fall wieder gut unterhalten. Die sympathischen, miteinander verheirateten Kommissare sind mir sehr sympathisch, sie harmonieren wunderbar miteinander, privat wie beruflich. Der angenehm zu lesende Schreibstil passt bestens zu einem Krimi, denn er schafft die richtige Atmosphäre dazu. Der Fall ist logisch entwickelt und der Spannungsbogen endet in einem interessanten Finale. Gerne empfehle ich diese Krimireihe Lesern, die die Ermittler gedanklich unterstützen.

Bewertung vom 28.11.2025
Ivanov, Petra

Dunkle Mächte


ausgezeichnet

Gesellschaftspolitisches Thema

Nachdem ein Dokumentarfilmer, der die Anastasia-Bewegung skizzieren möchte, verschwunden ist und der Ehemann einer der Protagonistinnen ebenfalls seit längerer Zeit nicht aufgefunden werden kann, wird der Einsatz eines verdeckten Ermittlers, in Person von Cavalli, notwendig. Er kommt der Familie, deren Vertrauen er sich erarbeiten soll, näher und findet nach und nach Einzelheiten zu beiden Fällen heraus. Seine Undercover-Tätigkeit lastet auf ihm und seiner Beziehung zu Flint. Derweil ermitteln seine Kollegen auf herkömmliche Art und Weise. Die Anastasianer sind nicht so leicht zu durchschauen, sie sind naturverbunden und wollen ihren Familienhof als Selbstversorgen führen. Sie leben nach strengen Regeln und sind antisemitisch angehaucht. Können die verschwundenen Männer gefunden werden?

Die Autorin schafft es mit diesem 10. Band ihrer Cavalli-Flint-Reihe einen interessanten Teil hinzuzufügen. Das Buch ist problemlos eigenständig lesbar. Um dem privaten Strang besser folgen zu können, wäre es wahrscheinlich von Vorteil, die vorherigen Bände gelesen zu haben. Aber es hat mir nicht wirklich gefehlt, da es für das Verständnis des aktuellen Falls nicht notwendig ist, mehr darüber zu wissen. Etwas gewöhnungsbedürftig war für mich, dass sich insbesondere die rechtlichen Aspekte auf die Schweiz beziehen, die mir nicht so geläufig sind, aber natürlich zu einer Geschichte gehören, die ebendort angesiedelt ist. Auch wenn das Thema teilweise schwer verdaulich ist, wurde es durch eine fundierte Recherche untermauert und authentisch dargestellt. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

Bewertung vom 19.11.2025
Dorweiler, Ralf H.

Das Lied des Vogelhändlers


ausgezeichnet

Reise ins 13. Jahrhundert

Ein interessanter Plot, kombiniert mit historisch fundierten Details, lädt zur Mitreise ein.

Neben dem Bezug zur damaligen Vogelwelt erhält Walther von der Vogelweide eine tragende Rolle in diesem historischen Roman. Der Protagonist hält als Vogelhändler Einzug in die Welt des Adels im Rahmen eines Turniers. Und nebenher trägt er zur Aufklärung eines Kriminalfalls um einen verschwundenen Falkner bei. Eine etwas früher angesetzte Zeitepoche ist der Kreuzzug um 1190; hier lernen wir Franziska kennen, die dann etwas später zu den Protagonisten des Hauptstrangs stößt, der im 13. Jahrhundert angesiedelt ist, stößt. Die Verbindung dieser beiden Erzählebenen ist hervorragend gelungen. Der Minnegesang spielt am Rande eine kleinere Rolle. Mit Walther von der Vogelweide gibt es aber einen durchaus berühmten Vertreter.

Die lebendige Geschichte ist mit historisch fundiertem Wissen und einer facettenreichen Gestaltung überaus interessant und spannend zu lesen. Zudem spielt sie an realen Schauplätzen und präsentiert weitere reale Persönlichkeiten der damaligen Zeit in Nebenrollen. Alle Charaktere bis zur kleinsten Nebenrolle sind bestens ausgestaltet. Der flüssige Schreibstil unterstreicht das angenehme Lesegefühl. Die Liebe zu Details kommt hier äußerst positiv zum Tragen. Die einzelnen Kapitel werden mit Zitaten überschrieben, die einen Bezug zu den darin vorkommenden Vögeln haben. Ich habe diesen Roman sehr gerne gelesen, es war sicherlich nicht mein letzter des Autors. Es gibt von mir eine klare Leseempfehlung an diejenigen, die historisches Ambiente in einer fiktiven Geschichte vereint.

Bewertung vom 12.11.2025

Kleines Kuriositätenkabinett der deutschen Sprache


ausgezeichnet

Die deutsche Sprache und ihre Eigenheiten

Die Übersicht über die Kuriositäten der deutsche Sprache und die tolle Gestaltung haben mir viel Freude bereitet. Das Buch bietet eine Sammlung interessanter Feinheiten der deutschen Sprache, die hervorragend dargestellt sind. Es ist auf unterhaltsame Art und Weise informativ, wartet mit Überraschungen auf, hat mich stauen lassen und mich zum Schmunzeln gebracht. Und ich habe zudem noch so einiges gelernt, dessen ich mir nicht bewusst war.

Die Gestaltung ist überraschend, farbenfroh und erstaunlich, sie vermittelt ein interessantes Wissen. Inhalte und Layout werden eindrucksvoll miteinander verbunden. Es finden sich neben mir Bekanntem so manche Kuriositäten darin. Wer sich für sprachliche Feinheiten und bekannte wie unbekannte Details der deutschen Sprache interessiert oder mehr darüber erfahren möchte, sollte sich dieses Kleinod nicht entgehen lassen. Es wird mich sicher auch in Zukunft hin und wieder begleiten, denn es verleitet dazu, immer mal wieder auf Entdeckungsreise zu gehen.