Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Reading Books
Wohnort: Dolgesheim
Über mich: Mehr Rezensionen von mir gibt es unter http://reading-books.de
Danksagungen: 34 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 95 Bewertungen
Bewertung vom 11.05.2018
Sommer, Schwester
Virdborg, Jerker

Sommer, Schwester


ausgezeichnet

Der Krieg ist vorbei, doch der Kampf ums Überleben hat gerade erst begonnen. Das ungleiche Geschwisterpaar Anna und Erik ist in "Sommer, Schwester" auf sich allein gestellt. Ungünstig, dass Erik etwas zurückgeblieben ist und Anna beide mehr oder weniger selbst über die Runden bringen muss. Glücklicherweise hat sie während des Krieges die passende Ausbildung erhalten, sodass sie ihnen beiden jetzt etwas Sicherheit bieten kann.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht Eriks, der die verschiedenen Erlebnisse aufschreibt. Dies wirkt wie eine scheinbar lose Aneinanderreihung von Situationen, was es zunächst etwas schwer macht in Buch und Handlung hinein zu finden. Dennoch entwickelt sich mit der Zeit eine Spannung, die mich als Leser drängte immer weiter zu lesen.

Die kindliche Naivität Eriks machte das Geschehen besonders schrecklich. Er ist unfähig selbst etwas zu unternehmen, auch wenn er es in diversen Situationen eigentlich müsste. Scheinbar ohne Plan schlittern Anna und er in diverse brenzliche Situationen, die nicht immer wirklich gut enden.

Wer einen Roman mit Hand und Fuß, guten Figuren und etwas Endzeit-Flair sucht, der ist mit "Sommer, Schwester" gut beraten. Aber Vorsicht: Der Schreibstil ist zu Beginn etwas befremdlich aber es lohnt sich dranzubleiben!

Bewertung vom 11.02.2018
Die Banner von Haven
Vaughn, Carrie

Die Banner von Haven


ausgezeichnet

Ich habe lange auf dieses Buch gewartet, es wurde angekündigt und dann hat sich die Veröffentlichung doch wieder nach hinten gezogen. Klar, dass ich es dann direkt lesen musste als es endlich draußen war oder? Schon das Cover ist absolut genial und ich bin live noch begeisterter als von den Bildern.

Der Einstieg ins Buch war gut. Es beginnt langsam und ich als Leser erhalte zunächst einen guten Überblick über die aktuelle Lebenssituation, in gewisser Hinsicht die Möglichkeiten und natürlich das Wichtigste über die Banner. Gerade die Idee der Banner fand ich von Anfang an sehr interessant und wollte unbedingt wissen, was es damit auf sich hat. Gut im Buch nehmen sie zwar scheinbar nur eine Nebenrolle ein, sind unterm Strich aber für das Überleben von entscheidender Bedeutung.

"Die Banner von Haven" ist eine Mischung aus Dystopie, Roman und Thriller. Es gibt einen Mord, der aufgeklärt werden muss. Die postapokalyptische Welt ist sehr minimalistisch. Die Menschen haben sich auf den Ursprung zurück besonnen und leben in kleinen Siedlungen beisammen. Aber nicht alle wohnen in diesen Orten, es gibt auch andere Menschen, denen es weit schlechter geht. Vaughns Weltenentwurf ist sehr interessant. Er basiert auf heutigen Dingen, die immer mal wieder auftauchen. Gleichzeitig hat sie sich aber auf die einfachen Dinge konzentriert.

Sehr gut gefiel mir auch die Entwicklung der Protagonisten. Insbesondere Enid hat mich von der ersten Seite an fasziniert. Ihre Charakterentwicklung nimmt einen deutlichen Teil des Buches ein. So erfahren wir als Leser Erlebnisse aus ihrer Jugend und Kindheit aber eben auch das aktuelle Geschehen. Gerade diese Mischung aus "Jetzt" und "Damals" schafft jedoch erst das Gesamtbild und hilft uns Enid als Figur zu verstehen.

"Die Banner von Haven" ist wirklich einmal etwas neues und gerade deswegen in meinen Augen absolut empfehlenswert.

Bewertung vom 03.07.2017
Unter dem Nachthimmel / Shadow Falls - After Dark Bd.2
Hunter, C. C.

Unter dem Nachthimmel / Shadow Falls - After Dark Bd.2


ausgezeichnet

Ich bin ein großer Fan der "Shadow Falls Camp" Reihe. Bisher hatte ich das Spin-Off "After Dark" aber noch nicht gelesen. Inzwischen frage ich mich warum. Es erzählt die Geschichte der Vampirin Della, die sich in diesem zweiten Band mit ihrem Leben als Wiedergeborene zurechtfinden muss. Nur wenige Vampire sind wiedergeboren und haben als solche besondere Kräfte. Das ist alles leicht verwirrend und bringt auch einige neue Herausforderungen für Della mit sich.

Da ich die vorhergehenden Bücher bereits kenne, hatte ich natürlich Erwartungen an dieses Buch. C.C. Hunter ist eigentlich immer ein Garant für eine gute Story und so machte ich mir eher Sorgen, dass meine Erwartungen vielleicht etwas zu hoch waren. Aber diese waren gänzlich unbegründet. Auch wenn es bereits einige Jahre her ist, dass ich die anderen Bücher gelesen habe, war ich bereits nach wenigen Seiten wieder mitten im Geschehen. Der Schreibstil ist flüssig und bereits ab Seite eins ungemein fesselnd.

Ein kleiner Abstrich ist vielleicht die mitunter oberflächliche Gestaltung der Figuren und die Tatsache, dass ich persönlich Della teilweise ein wenig nervig fand. Es handelt sich allerdings um ein Buch mit einer Leseempfehlung von 14 Jahren und dafür finde ich es mehr als passend. Selbst die "harten" Szenen werden gut, logisch und vor allem altersgemäß dargestellt. Es macht einfach Spaß dieses Buch zu lesen und ich muss nun leider auch wissen wie es weiter geht. Also Mission erfüllt würde ich sagen und daher die volle Sternebewertung für "After Dark - Unter dem Nachthimmel".

Bewertung vom 01.05.2017
Die Schwestern / Der schwarze Thron Bd.1
Blake, Kendare

Die Schwestern / Der schwarze Thron Bd.1


ausgezeichnet

Kendare Blake war mir als Autorin bisher noch nicht bekannt, doch dieses Buch fiel mir direkt aufgrund des interessanten Ansatzes auf. Drei Schwestern, drei Königinnen, aber nur eine würde tatsächlich den Thron besteigen. Ihre Schwestern musste sie dafür zunächst töten und konnte dann über die kleine Insel Fennbirn regieren.

Der Ansatz ist blutrünstig, bietet aber schon von der Idee her viel Potenzial. Ich bin ehrlich erleichtert, dass die Autorin das auch ausgenutzt hat. Dieses Buch ist von der ersten Seite an spannend. Es ist schwer es mal zur Seite zu legen oder bewusst langsam zu lesen. Egal ob man nun für Katharine, Mirabella oder Arsinoe Partei ergreifen möchte, auch die jeweils anderen Schwestern haben ihren Reiz.

Der einzige Minuspunkt am Buch ist der mörderische Cliffhanger zum Ende und die Tatsache, dass noch Monate bis zum Erscheinen von Band 2 vor mir liegen. "Der schwarze Thron - Die Schwestern" ist ein genialer Auftakt, der gelesen werden muss! Wer die Mutter aller Cliffhanger nicht fürchtet, sollte es definitiv lesen!

Bewertung vom 14.02.2016
Auf Zehenspitzen berühre ich den Himmel
Prowse, Amanda

Auf Zehenspitzen berühre ich den Himmel


ausgezeichnet

Zunächst einmal muss ich sagen: Ich liebe den Titel dieses Buches. Er ist nicht kitschig oder absolut nichtssagend. Er ist ein wenig geheimnisvoll und weckte in mir zahlreiche Erwartungen an das Buch dahinter als ich ihn das erste Mal gelesen habe. Ich wusste noch gar nicht worum es im Buch geht, aber ich wollte es lesen – und das nur wegen dem Titel.

Der Einstieg ins Buch ist schnell geschafft. Poppy und Martin leben mit ihren Kindern Peg und Maxy ein perfektes Leben. Er ist Soldat und sie liebevolle Mutter und Hausfrau. Gut es ist schon ein wenig klischeehaft und man hätte kurz befürchten können, das dies ein absolut unerträgliches, vor Kitsch und Schmalz triefendes Buch sein würde. Glücklicherweise ist es das nicht. Das macht es aber nicht besser, doch ich fange von vorn an.

Wie gesagt, der Einstieg ist mir sehr leicht gefallen und ehe ich mich versah hatte ich bereits mehrere Seiten gelesen. Diese kleine Familie ist einfach so herrlich natürlich und Bodenständig, dass ich nicht anders konnte und immer weiterlas.

Ihr merkt es schon, das große “Aber” schleicht sich so langsam an, doch vorher noch etwas zu den Figuren. Poppy und Martin hatten beide keine unbedingt einfache Kindheit und setzen nun alles daran ihren eigenen Kindern ein besseres Leben zu bieten als sie selbst hatten. Zu seinen Eltern haben sie keinerlei Kontakt mehr und auch zu ihrer Mutter ist der Kontakt eher nur sporadisch bis gar nicht vorhanden. Das stört allerdings weder mich als Leser noch die Figuren. Sie sind beide sehr sympathisch angelegt und die Autorin gibt ihnen genug Details um den Leser auf ihre Seite zu schlagen.

ABER… Ja da ist es nun doch, aber. Ich liebe diese Geschichte, der Einstieg ist super, alles ist toll, aber dann.. Plötzlich und völlig unvorbereitet werden Protagonistin und Leser gleichermaßen aus der schönen Welt herausgerissen. Ich muss sagen ich war geschockt, musste weiterlesen und wenige Seiten später war ich total erschüttert. Mir standen Tränen in den Augen aber an Aufhören war nicht zu denken. Gut, irgenwann musste der Hund dann mal vor die Tür und ich nahm die Möglichkeit einer kleinen Lesepause fast dankbar an.

Dieses Buch hat mich emotional komplett umgehauen und ich war noch nicht einmal fertig. Ich habe hier auf dem Sofa gesessen und mit den Tränen gerungen. Kaum zurück ging es direkt wieder auf die Lesecouch und weiter in einer Achterbahnfahrt der Gefühle. Ich habe geschmunzelt, mitgefiebert und mitgelitten. Mir ist das Herz gebrochen und ich habe neuen Mut gefunden. Dieses Buch ist ein emotionales Meisterwerk. Es ist absolut überragend und einfach derart toll, dass ich es kaum in Worte fassen kann.

Dieses Buch muss man kennen! Es ist so wundervoll, traurig und gleichzeitig witzig, dass ich mehrfach nicht wusste ob ich nun lachen oder weinen sollte. Wenn ihr es lest, richtet euch auf eine Achterbahnfart ein, wie ihr sie noch nicht erlebt habt. Dieses Buch bekommt von mir die vollen 5 Sterne und wird mit sehr großer Wahrscheinlichkeit noch mehrfach gelesen werden. Es ist einfach zu schön um es nur einmal zu lesen.

Bewertung vom 14.02.2016
Butcher's Crossing
Williams, John

Butcher's Crossing


sehr gut

2014 habe ich “Stoner” gelesen und war damals nach anfänglicher Skepsis extrem begeistert. Ich hatte den Autor nicht einschätzen können und tat mich anfänglich schwer. Aber es hat sich gelohnt und als nun ein weiteres Buch von John Williams veröffentlicht wurde, musste ich es lesen.

Im Grundansatz ist Butcher’s Crossing ganz anders als “Stoner” und auch diesmal habe ich ein wenig Zeit benötigt um ins Buch zu finden. Das liegt am Schreibstil, der für mich noch immer ungewohnt ist. Nach der Erfahrung mit “Stoner” habe ich mich davon aber nicht abschrecken lassen und voller Motivation weitergelesen. Ich muss gestehen, es ist mein erster Western – wenn man es denn so nennen möchte. Ich schaue nicht einmal Filme in dieser Hinsicht und so war es sicherlich ein weiterer Test in mehrfacher Hinsicht.

Interessant ist, dass die ersten Seiten wie eine kleine Heimkehr gewesen sind. Es ist ähnlich dem Gefühl seine Eltern zu besuchen, wenn man bereits ausgezogen ist und in seinem alten Kinderzimmer steht. Ok, der Vergleich hinkt vielleicht ein wenig, aber ich hoffe ihr könnt mir dadurch besser folgen ;) John Williams Schreibstil beginnt sehr ruhig und fesselt den Leser hinter dessen Rücken. Auch die Geschichte um Will Andrews spinnt ihre Fäden langsam. Es passiert zunächst nicht viel und dennoch konnte ich nicht aufhören zu lesen. Mit jeder weiteren Seite fesselte sie mich mehr und ich konnte ein weiteres Mal in eine wunderbare Zeit eintauchen. Die Unterschiede zu heutigen Autoren sind teilweise deutlich spürbar, den Lesefluss stört das aber nicht.

Insgesamt konnte mich “Butcher’s Crossing” leider nicht ganz so packen wie Stoner. Ich kann nicht genau beziffern woran dies tatsächlich gelegen hat, denn die sowohl die Figuren wie auch die Story an sich war gut. Leider hat es mich jedoch nicht restlos gepackt und so vergebe ich an dieser Stelle nur 4 Sterne für “Butcher’s Crossing”.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 14.02.2016
Zwölf Leben
Mathis, Ayana

Zwölf Leben


ausgezeichnet

Um ehrlich zu sein, ich weiß gar nicht wie lang ich dieses Buch bereits lesen will. Es wurde mir vor Ewigkeiten mal von einem Mitarbeiter des dtv empfohlen als ich nach einem Buch gefragt hatte, dass mit “Neuland” vergleichbar wäre. Nun er legte mir “Zwölf Leben” ans Herz, wobei ich heute nicht mehr weiß wie genau er es beschrieben hatte.

Der Einstieg in Ayana Mathis Buch ist mir erstaunlich leicht gefallen. Dies liegt nicht zuletzt am wundervollen Schreibstil der Autorin aber auch an der Situation zu Beginn des Romans. Hatties Zwillinge sind an einer schweren Lungenentzündung erkrankt und kämpfen um ihr Leben. Die Eindringlichkeit und Dramatik der Situation geht direkt auf den Leser über und so hatte ich bereits nach wenigen Seiten den ersten Kloß im Hals.

Ich werde diesmal weniger auf die einzelnen Charaktere des Romans eingehen, denn in “Zwölf Leben” werden die Schicksale und Erlebnisse verschiedener Charaktere vorgestellt. Die Kapitel selbst sind dabei in sich abgeschlossen, so dass es zunächst keinen wirklichen roten Faden durch das Buch zu geben scheint. Jede der Figuren ist jedoch mit Hattie verwandt. Es sind ihre Kinder und Enkel mit deren Erlebnissen sich das Bild der Familie schrittweise zusammensetzt. “Zwölf Leben” ist dadurch weniger ein Roman wie man ihn kennt aber dennoch ungemein reizvoll und lesenswert.

Ich hatte durchaus meine Erwartungen an dieses Buch, aber auch leichte Befürchtungen. Da hier verschiedene Schicksale erzählt werden, die hinsichtlich der Familie miteinander verknüpft sind aber sonst nur indirekt miteinander zu tun haben, hätte es sich um einen eher trockenen Roman handeln können. Der Schreibstil Ayana Mathis lässt Trockenheit allerdings nicht zu. Stattdessen wird der Leser direkt zu Beginn des Buches abgeholt und bis zur letzten Seite nicht mehr von der Hand gelassen. Dieser Roman ist fesselnd, überzeugt mit seiner Eindringlichkeit und einem großartigen Schreibstil. “Zwölf Leben” sollte gelesen werden und erhält daher von mir wohlverdiente 5 Sterne.

Bewertung vom 14.02.2016
Die Sehnsucht des Vorlesers
Didierlaurent, Jean-Paul

Die Sehnsucht des Vorlesers


ausgezeichnet

Dieses Buch habe ich im vergangenen Jahr auf der Buchmesse entdeckt und mich direkt verliebt. Das Cover ist ein Traum und auch der Klappentext verspricht ein wundervolles Buch, das unbedingt gelesen werden wollte.

Der Einstieg ins Buch ist schnell geschafft. Das liegt zum einen am wirklich tollen Schreibstil des Autors aber auch an der direkten Sympathie für den Protagonisten. Guylain Vignolles ist einfach ab der ersten Seite absolut sympathisch und echt. Er ist vielleicht etwas verschroben und leicht speziell auf seine eigene Art, aber das macht ihn nicht minder liebenswert.

Dieser Roman lebt im Wesentlichen von seinem Protagonisten und dem gefühlvollen Schreibstil des Autors. Natürlich gibt es auch eine Handlung, die ist für mich persönlich jedoch irgendwie in den Hintergrund gerückt, da es einfach schön war den Protagonisten in seinem Leben zu begleiten. Guylain Vignolles arbeit in einer Recycling-Firma, in der Bücher wiederverwertet werden. Jeden Tag kommen LKW-Ladungen mit Büchern an und werden zerstört. Jedem Büchernarren blutet dabei das Herz und vielleicht war es auch das, was Guylain so sympathisch machte. Er rettet jeden Tag ein paar einzelne Seiten und liest sie seinen Mitfahrenden im Regionalzug vor.

Jean-Paul Didierlaurant erzählt die Geschichte von Vignolles so herzerwärmend, ohne große Ausschmückungen aber beeindruckend einfühlsam. Schreibstil wie auch Buch bewirken bei mir noch immer eine Gänsehaut wenn ich daran denke. Besonders erstaunlich ist das Ende. Hier fühlte ich keine Wehmut, Traurigkeit oder Aufregung weil es vorbei war. Ich war einfach rundum zufrieden und ein wenig sprachlos über dieses Buch. Man kann es schlichtweg nicht anders beschreiben als erstaunlich.

Nun ihr werdet euch sicherlich bereits denken können wie die Bewertung für “Die Sehnsucht des Vorlesers” ausfallen wird, aber ich muss noch eines sagen: Nur selten vergebe ich die volle Anzahl an Sternen so gern wie hier. Dieses Buch bringt auch den Leser selbst einmal zur Ruhe, kein Stress, keine Ärgernisse, keine lähmenden Gedanken. Dieses Buch ist wie ein Urlaub über mehrere Wochen verpackt in rund 220 Seiten. Einfach wunderbar.

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 14.02.2016
Die letzten Tage / Omega Days Bd.1
Campbell, John L.

Die letzten Tage / Omega Days Bd.1


sehr gut

Ja auf dieses Buch habe ich mich echt gefreut. Lange Zeit habe ich mich gegen Zombies gewehrt (klingt aufregend XD) auch wenn sie im Dystopiegenre eine gern genutzte Grundidee sind. Vor einigen Monaten haben wir dann Walking Dead für uns entdeckt und so habe ich tatsächlich angefangen auch nach Büchern in dem Bereich zu suchen. “Omega Days” wird vom Verlag damit beworben, dass es ein Buch für alle Fans der WD-Serie wäre.

Es ist mein erstes Buch in diesem Bereich gewesen und so hatte ich keine wirklichen Erwartungen. Der Einstieg ist recht einfach, bereits nach wenigen Seiten ging es los und ich war echt geschockt. Schnell hatte ich die ersten Seiten gelesen und war echt begeistert, denn ich hatte nicht geglaubt, dass es mich direkt so packen könnte.

“Omega Days” wird von einer Reihe an Charakteren getragen, die alle versuchen mit der neuen Situation zurecht zu kommen. Die Handlung springt regelmäßig zwischen ihnen hin und her, sodass der Leser immer auf dem Laufenden ist welche Herausforderungen jeweils gerade bewältigt werden müssen. Die Figuren selbst kommen dabei leider etwas zu kurz. Sie werden kurz mit allgemeinen Infos versehen, Zeit für Lebensgeschichten bleibt nicht. Ich glaube um hier wirklich mehr Tiefe zu erreichen und es den Charakteren zu erlauben sich kennenzulernen, hätte das Buch um einiges umfangreicher sein müssen.

Die Handlung ist rasant, schnell und leider auch etwas verwirrend. Der Einstieg ist wirklich hervorragend aber ab etwa der Hälfte des Buches habe ich begonnen mich zu fragen, wo der rote Faden ist. Es gibt eine Reihe von Charakteren und einen ständigen Wechsel zwischen den Sitationen. Die Kapitel sind zwar mit den jeweiligen Orten benannt, dennoch ist es nicht unbedingt einfach hier den Überblick zu behalten. Viele der Figuren werden auch nur vorgestellt um die Apokalypse noch deutlicher darzustellen und tauchen nur kurz einmal auf. Erst auf den letzten Seiten konnte ich die Verbindung der verschiedenen Handlungsstränge dann tatsächlich eerkennen.

Der Schreibstil ist sehr gut und meiner Ansicht nach absolut passend für ein solches Buch. Es versteht sich von selbst, dass bei einer Konfrontation mit Zombies keine Zeit für lange Unterhaltungen und Diskussionen bleibt. Es geht schlichtweg ums Durchhalten und Überleben.

Wie zu Beginn bereits geschrieben hatte ich keine wirklichen Erwartungen und war echt gespannt wie es sein würde. Bekommen habe ich ein Buch mit einem rasanten Schreibstil und einer Fülle an Handlungssträngen. Leider war es dadurch für mich manchmal etwas verwirrend, es fehlte einfach der erkennbare rote Faden. Das störte mich zu Beginn nicht aber zum Ende hin fragte ich mich doch irgendwann wohin die Handlungen führen sollten.

Insgesamt ist “Omega Days” ein wirklich gutes Buch. Der rasante Schreibstil packt den Leser bereits nach wenigen Seiten. Im weiteren Verlauf hat es meiner Ansicht nach ein paar Schwächen die zu einem Punktabzug führen. Nun kann ich es mit keinen anderen Buch vergleichen, weshalb es mir etwas schwer fällt hier eine Bewertung zu finden. Letztlich habe ich mich aber für 4 Sterne entschieden, denn das Buch konnte mich direkt packen und begeistern. Der schwer erkennbare rote Faden hat das Lesevergnügen zwar etwas beeinträchtigt, insgesamt ist “Omega Days” aber dennoch ein packendes und unterhaltsames Buch.