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Benutzername: 
nicigirl85
Wohnort: 
Ilsenburg

Bewertungen

Insgesamt 6 Bewertungen
Bewertung vom 18.06.2018
Miss Gladys und ihr Astronaut
Barnett, David M.

Miss Gladys und ihr Astronaut


sehr gut

Titel: Der griesgrämige Kosmonaut und sein weiches Herz...

Ich bin auf das Buch vor allem durch seine coole Optik aufmerksam geworden und einfach weil ich mir nicht vorstellen konnte was ein Astronaut in einem Unterhaltungsroman für eine Rolle spielen könnte, doch ich wurde positiv überrascht.

In der Geschichte geht es in erster Linie um die Familie Ormerod, denen das Wasser bis zum Hals steht, denn durch ein unglückliches Missgeschick werden sie ihr Haus verlieren, wenn sie nicht innerhalb kürzester Zeit eine hohe Summe Geld beschaffen können. Werden sie das überhaupt in so kurzer Zeit schaffen? Und wie soll dabei ausgerechnet ein Astronaut helfen können?

Ein beobachtender Erzähler führt uns durch das Geschehen und im steten Wechsel begleiten wir mal Thomas und mal die Familienmitglieder der Ormerods. Dabei spielt die Handlung mal in der Gegenwart von 2017 und mal in der Vergangenheit, die bis in die 70er hineinreicht.

Der Roman besticht vor allem durch ungemein liebenswürdige Charaktere mit denen man direkt befreundet sein möchte. Besonders gefallen hat mir Teenager Ellie wie sie mit allen Mitteln versucht ihre Familie zusammen zu halten, denn eins will sie in keinem Fall: dass sie von Nan Gladys und ihrem Bruder James getrennt wird.

Auch cool war Delil, der trotz Ellies mürrischer Art sich nicht hat abschrecken lassen und trotzdem ihr Freund sein wollte. Frei nach dem Motto: "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg."

Bei Gladys wusste ich nicht so genau, ob ich sie bedauern soll, weil sie so viel vergisst, aber sie schien dennoch immer sehr glücklich zu sein.

Thomas, unser Astronaut, den alle liebevoll Major Tom nennen, ist schon so eine Type. Selten habe ich einen Charakter mit so vielen Ecken und Kanten erlebt. Am Anfang mochte ich ihn gar nicht, doch mit der Zeit lernt man ihn ja näher kennen und erfährt warum er so ist wie er ist und gewinnt ihn dann doch lieb. Er macht als Protagonist für meinem Geschmack den größten Wandel durch. Seine Geschichte hat mich tief bewegt.

Richtig gut fand ich, dass David Barnett auch alltägliche Probleme thematisiert wie Mobbing, Scheidung, Demenz oder eben Fehler, die man macht im Leben. All jene, die davon betroffen sind, haben ein ordentliches Päckchen zu tragen, was im Buch sehr deutlich wird und man nach der Lektüre mehr Verständnis für Betroffene hat.

Das Ende war ehrlich gesagt eine ordentliche Überraschung, besser hätte man es nicht schreiben können.

Bei dem vorliegenden Roman liest man stets mit einem lachenden und einem weinenden Auge, das mochte ich wirklich gern.

Fazit: Für mich ein gelungener Unterhaltungsroman, der sehr kurzweilig war und den ich nur allzu gern weiterempfehle.

Bewertung vom 17.10.2013
Und dann kam Ute
Schröder, Atze

Und dann kam Ute


sehr gut

Atze Schröder ist sicher jedem ein Begriff und nun beglückt uns der Comedian mit seinem ersten Buch, was wie ich finde doch sehr gelungen ist.

Der gute Draufgänger lebt seit einigen Jahren in einem Essener Haus mit fester Wohngemeinschaft bis plötzlich Helga, genannt die Rundbürste (Friseuse von Atzes Haupthaar), ihren Alterswohnsitz nach Gran Canaria verlegt und im Haus nun eine Wohnung frei ist. In diese zieht kurzerhand Waldorfpädagogin Ute Peymann ein, die so völlig anders ist als der gute Atze. Und mit ihrer Andersartigkeit scheint sie den Frauenvernascher den Kopf zu verdrehen oder etwa nicht?

Atze ist in diesem Buch eigentlich alles, denn er nimmt die Rolle des Erzählers ein und ist zeitgleich auch der Hauptprotagonist. Alles dreht sich ausschließlich um diesen Strahlemann. Im Buch jagt ein Gag den nächsten und man hat vor Lachen oftmals Tränen in den Augen. Die Komik bleibt konstant über die komplette Handlung.

War ich zu Beginn des Buches noch überschwänglich begeistert von diesem Werk, legte sich diese Begeisterung etwas, denn der Ulk wird an manchen Stellen dann doch etwas zu viel und wirkt manches Mal übertrieben oder gar aufgesetzt. Zudem ist die Handlung doch eher seicht und manches Mal recht verrückt und abgefahren. Auch hatte ich das Gefühl, dass der ein oder andere Spruch aus seinen Comedy- Programmen mit verarbeitet worden ist.

Abschließend betrachtet kann ich dennoch sagen, dass mir das Buch gut gefallen hat, denn es ist lustige, kurzweilige Unterhaltung, die man sehr gern zwischendurch liest.

Fazit: Wer Atzes Bühnenprogramm und seinen Humor mag, der wird auch dieses Buch mögen. Durchaus lesenswert!

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 20.01.2013
Die Hurenkönigin / Frankfurter Hurenkönigin Bd.1
Neeb, Ursula

Die Hurenkönigin / Frankfurter Hurenkönigin Bd.1


ausgezeichnet

Wir schreiben das Jahr 1511 und befinden uns im mittelalterlichen Frankfurt am Main. Ursel Zimmer ist die Vorsteherin des städtischen Hurenhauses, herzensgut und hat für jede ihrer Frauen ein offenes Ohr. Sie achtet stets darauf, dass alle Frauen sauber und gesund bleiben und sich nicht unnötigen Gefahren aussetzen. Das Leben einer Hübscherin ist nicht leicht, gebrandmarkt mit dem gelben Hurengewand und jedwedem schmierigem Lüstling ausgesetzt, aber als die Lustseuche ausbricht sind die Frauen noch weniger gern gesehen. Am Hurenhaus und in dessen Umgebung tauchen Verschmähungen der Gilde auf, wie beispielsweise eine tote Katze. Als dann aber plötzlich die begehrte Hure Roswitha, kurz Rosi, verschwindet und wenig später tot gefunden wird, ahnt Ursel, die Hurenkönigin, dass jemand etwas gegen ihre Mädchen hat. Die Suche nach dem Täter, der es bald nicht nur bei einem Opfer belässt, beginnt. Dabei gerät alsbald auch Ursel selbst in Gefahr…

Bei dem Roman „Die Hurenkönigin“ handelt es sich um einen herrlichen, historischen Schmöker, der auf leichte Weise spannend zu unterhalten weiß. Ursula Neebs Schreibstil lässt sich so flüssig lesen, dass der Leser regelrecht durch das Buch fliegt. Die geschilderten Ereignisse, insbesondere die Schmähungen, denen die Frauen, egal ob Hure oder Kaufmannsfrau ausgesetzt sind, wirken äußerst realistisch und versetzen einen in eine Zeit zurück, in der man lieber nicht gelebt haben möchte. Auch die Wortauswahl der Autorin finde ich äußerst gelungen und erfrischend, denn das Wort Hübscherin war mir bis dato gar nicht bekannt.

Positiv hervorheben möchte ich außerdem das hübsche Cover, sowie die äußerst angenehme Schriftgröße des Textes. Die Kapitel sind zwar recht lang gehalten, da die Geschichte aber so spannend ist, stört dies nicht weiter.

Fazit: Ein historischer Schmöker mit Krimieinfluss, der sehr gut zu unterhalten weiß. Ideal um nach einem stressigen Arbeitstag abzuschalten. Empfehlenswert!

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 30.07.2012
Hart aber Hilde
Haskamp, Bettina

Hart aber Hilde


sehr gut

Pia ist alleinerziehend und notorisch pleite. Da helfen auch keine 3 Jobs, um das Problem zu bewerkstelligen. Als Pia dann noch ohne Führerschein und mit fremden Auto die alte Dame Hilde anfährt, scheint ihr Ende nah. Doch zum Glück muss nicht alles schlimm enden. Die 82 jährige Hilde entpuppt sich für Pia als wichtige Freundin in der Not und unterstützt die Mittvierzigerin in allen Lebenslagen.

Witzig schildert Bettina Haskammp das chaotische Leben ihrer Protagonistin Pia. Als Leser merkt man nicht wie schnell die Lesestunden verfliegen so urkomisch und spannend ist das Buch.
Bei dem Buch gibt es nur ein kleines Problem: es ist zu schnell zu Ende und leider endet es viel zu abrupt. Zu gerne möchte man als Leser einfach noch das ein oder andere erfahren, aber das Buch ist einfach so vorbei.

Fazit: Sehr unterhaltsam und ideal als Urlaubslektüre oder für kalte Wintertage geeignet.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 30.07.2012
Marina
Ruiz Zafón, Carlos

Marina


sehr gut

Bei "Marina" handelt es sich nicht um einen neuen Roman von Zafón, sondern es ist einer seiner ersten, der nur bisher nicht auf Deutsch erschienen war.

Schon das mysteriöse Cover macht einen neuen Leser auf dieses Buch aufmerksam.

Bereits auf den ersten Seiten war ich schon von Zafóns Sprache gefesselt. Er hat einfach so eine gewisse Art zu schreiben. Der Schreibstil in diesem Buch ist zwar recht einfach gehalten (anders als bei "Im Schatten des Windes"), aber die Wortwahl, seine Metaphern (Herz rast wie Kastagnetten) ziehen einen in den Bann.

Zunächst einmal liest sich das Buch auf den ersten Seiten wie ein leichter Liebesroman. Oscar, ein 15 jähriger Internatsschüler lernt auf seiner Erkundungstour durch das verlassene Villenviertel die gleichaltrige Marina kennen und verguckt sich in sie. Oscar hatte Marinas Vater die kostbare Taschenuhr unwillentlich gestohlen und beim Zurückbringen dieser Uhr begegnen sie sich das erste Mal. Oscar ist sofort von ihr fasziniert. Er lernt sie und ihren "kranken" Vater näher kennen und lieben. Er selbst hat nur wenig Kontakt zu seinen Eltern und da ergreift er die Chance in den Ferien diese lieber mit und bei seiner neuen Freundin zu verbringen als allein im Internat. Aus der Liebesgeschichte entwickelt sich im Verlauf des Buches allerdings immer mehr eine Detektivgeschichte, denn die 2 jungen Menschen decken ein Geheimnis auf über den ehemals reichsten Mann Barcelonas. Aber es gibt nicht nur ein Mysterium um den ehemals reichsten Mann Barcelonas, denn auch Marina hat ein Geheimnis. Mehr soll hier an der Stelle nicht verraten werden.

Das Buch liest sich flüssig und man kann kaum aufhören, da man endlich selbst das Geheimnis aufdecken möchte.
Was mir nicht so gut gefallen hat, war die teils etwas holprige Übersetzung. Da war dann an der ein oder anderen Stelle einfach nur mal wortwörtlich übersetzt, aber so manches Sprichwort/ geflügeltes Wort lautet im Deutschen einfach manchmal anders.

Fazit: Tolles Buch mit minimalen Schwächen. Für jemanden, der es mag, wenn in Romanen Fiktion und Realität miteinander verwoben werden, so dass man kaum weiß, was real ist und was nicht. Ich spreche meine Kaufempfehlung aus, aber ich bin auch ein Fan von Zafóns Büchern.

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 30.07.2012
Am Tag und in der Nacht
Macpherson, Camilla

Am Tag und in der Nacht


ausgezeichnet

Zuerst einmal möchte ich die tolle Gestaltung des Buches hervorheben. Alle Kunstwerke, die im Roman vorkommen, sind im Buchumschlaginneren farblich abgedruckt und s/w vor jedem Kapitel, in dem das jeweilige Bild vorkommt. Beim Lesen der Bildbeschreibungen musste ich immer mal wieder zurückblättern, um noch einmal das Kunstwerk betrachten zu können. Wirklich klasse Idee.

Vom Buch selbst bin ich überwältig und der Meinung, dass es eines der besten im Herbst 2011 ist. Es erzählt die Geschichte von Claire und Rob, die sich seitdem ihr Baby durch einen Unfall gestorben ist in einer Ehekrise befinden. Claire wurde nachts überfallen als sie auf Rob wartete und er kam einfach nicht um ihr zu helfen. Dies kann sie ihm nicht verzeihen, denn er ist ihrer Meinung nach Schuld an dem Tod Olivers, ihres kleinen Jungen, den sie sich so sehnsüchtig gewünscht hatte. Beide wenden sich immer mehr voneinander ab, bis Claires eines Tages durch Zufall auf die Briefe von Daisy trifft, die diese eins an Robs Großmutter schrieb. Mittels der Briefe und der Besuche in der National Gallery fasst Claire neuen Mut etwas an ihrem Leben zu ändern und wird immer mehr eins mit der Geschichte von Daisy. Wird Claire den Tod ihres Sohnes verwinden? Wird sie sich in eine Affäre stürzen oder wieder zu ihrem Mann finden? Wird zu ihr das Glück zurückkehren? All dies erfahrt ihr, wenn ihr dieses wundervolle Buch lest. Es lohnt sich.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und nimmt einen sofort mit in die Geschichte. Man vergisst dabei völlig die Außenwelt um sich herum. Besonders gefallen hat mir das Verweben der Geschichte mit der Beschreibung der Kunstwerke und das die Kunstwerke im Zusammenhang mit der Geschichte stehen.

Ehrlich gesagt muss ich gestehen, dass ich kaum glauben kann, dass dies ein Erstling ist, denn die Art sich auszudrücken ist einfach klasse von Frau Macpherson. Hoffentlich wird es von ihr noch weitere Bücher geben.

Fazit: Eine tolle Geschichte zwischen Gegenwart und Vergangenheit (2. Weltkrieg), die man nicht verpassen sollte.