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MelB
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Eppelheim

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Insgesamt 226 Bewertungen
Bewertung vom 12.01.2026
McCurdy, Jennette

Half His Age


gut

Half his age handelt von Waldo, aus deren Ich-Perspektive die ganze Geschichte erzählt wird. Sie ist 17 Jahre alt, wie sie selbst sagt "ein weißes Unterschichts-Kind" und sie verliebt sich in ihren Lehrer für kreatives Schreiben, Mr Korgy. Verlieben klingt allerdings netter, als das, was dann folgt - Waldo, die bereits sexuell recht erfahren ist für ihr junges Alter, verführt ihn und erlebt mit ihm zusammen rauschhafte Leidenschaft - mit allen Höhen und Tiefen, die zum Leben einer "Geliebten" dazu gehören...

Die Geschichte ist eindeutig sehr gut geschrieben, die Sprache klar und deutlich und gut lesbar. Auch die vielen expliziten Szenen sind nicht pornographisch geschrieben oder - was ich schlimmer finde - verklemmt umschrieben, nein, sie sind deutlich und realistisch, so realistisch, dass es beim Lesen manchmal fast weh tut.
Auch das Setting in Alaska fand ich interessant, ich glaube, ich habe noch nie ein Buch gelesen, das in Alaska spielte.
Einige Gedanken und vor allem die Beziehung Waldos zu ihrer Mutter sind wirklich spannend gewesen zu lesen und haben mich emotional berührt - eine 16jährige, die Mutter wird und ihre Tochter mehr schlecht als recht aufzieht. Eine Tochter, die schon viel zu früh erwachsen wird und ihrer Mutter mehr Stütze und Hilfe ist als es je andersrum der Fall gewesen ist. Immer wieder blitzen in Waldo Gedanken an ihre Kindheit auf, in der sie sich verlassen, einsam und ungeliebt gefühlt hat - und das erklärt (auch), was sie in Mr Korgy zu finden hofft: einen Menschen, der SIE sieht und - ja, abgedroschen, aber vermutlich wahr - eine Vaterfigur. Sie gibt ihm das, was sie bei ihrer Mutter beobachtet hat - ständige Verfügbarkeit, Offenheit für alle (vor allem erotische) Wünsche und Vorstellungen, Hingabe, Selbstaufgabe.
Die Figuren bleiben alle für mich leider zu blass. Mr Korgy, immerhin die männliche Hauptperson, wird von Waldo ausschließlich bei seinem Nachnamen genannt und sie hat ihn auch so in ihrem Telefon abgespeichert, erst spät im Buch erfahren wir seinen Vornamen, ausgerechnet (und eigentlich typisch) aus dem Mund seiner Frau Gwen.
Waldos beste Freundin, die einzige, der sich Waldo anvertraut, ist eine Mormonin, mit der Waldo eine komplizierte langsam sterbende Kinderfreundschaft verbindet - und ihre Empörung über die Problematik der Beziehung verpufft, weil sie eine lächerliche Figur ist. Die Jungen, mit denen Waldo "zusammen" ist, werden aus Waldos Sicht beschrieben und wirken linkisch, naiv und vor allem austauschbar. Und Waldo selbst ist ebenfalls unreif und launenhaft, sie hat keine Ambitionen oder Vorstellungen für ihr späteres Leben, keinen Ehrgeiz oder Träume. Sie lebt vor sich hin und hadert mit dem Leben an sich, hängt am Handy, konsumiert in jeder Hinsicht das Falsche und zu viel, macht Bulimie-Internet-Shopping und lebt von Fastfood. Obwohl anfangs andedeutet, kommt es durch die Beziehung zu ihrem Lehrer nicht zu einer intellektuellen Entwicklung bei ihr - egal, wie viele Filme, Musik oder Bücher er ihr versucht nahezubringen, sie lässt sich nicht darauf ein und es fällt schon früh auf, dass das einzige, was sie verbindet, ihre körperliche Anziehung ist sowie bei ihm der Verlust der Jugend und bei ihr die Suche nach einer Vaterfigur.

Als Mutter dreier Töchter (eine davon 17, also in Waldos Alter) hat mich vieles an dem Plot verstört und dazu geführt, dass ich trotz des guten Schreibstils und einiger Gedanken, die mich gefesselt haben, das Buch nicht guten Gewissens weiterempfehlen kann.
Die Problematik der "Beziehung", die Waldo mit ihrem Lehrer eingeht, wird zwar ab und an (vor allem von ihm selbst) halbherzig angesprochen, sie steht aber nicht wirklich in der Kritik. Alles in allem endet das Buch für mich zwar einigermaßen versöhnlich, doch sowohl die Ausgangslage als auch der Großteil des Plots sind für mich absolut problematisch und könnten einem Lesenden vermitteln, dass es realistisch vorkommen kann, dass eine Schülerin ihren Lehrer begehrt, der mitleidslos als Mann in seinen 40ern beschrieben wird und keineswegs als begehrenswert und "jung geblieben" und die beiden eine Beziehung miteinander führen könnten.
Von mir also nur eine eingeschränkte Leseempfehlung, aber eine Autorin, die ich im Auge behalten werde!

Bewertung vom 07.01.2026
Coffey, Laura

Odysseus und ich


sehr gut

Der autobiographische Roman von Laura Coffey beginnt mitten in der für uns alle furchtbaren Corona-Pandemie. Von ihrem Freund verlassen mit einem todkranken Vater, der sich noch brutaler abschottet als der Rest der Welt aus Angst vor dem unbekannten Virus flieht Laura vor dem Lockdown und reist auf Spuren von Odysseus nach Italien, Griechenland und Kroatien.
Ihre Erinnerungen lesen sich vor allem in den Beschreibungen sehr lebendig und machen wirklich Lust auf eine Reise dorthin, was nicht verwundert, ist sie doch von Beruf aus Reisejournalistin.
Doch auch die vielen autobiographischen Stellen, die sich um ihr Leben drehen und um die Angst um ihren Vater, haben mich berührt. Mein Vater ist erst vor kurzem nach einer Krebserkrankung gestorben und vor allem diese Stellen waren hart, aber auch irgendwie tröstlich zu lesen.
Ein bisschen langweilig waren für mich die vielen Vogelbeschreibungen, die ich teilweise nur quer gelesen habe und im Mittelteil zog es sich etwas für mich.
Aber die Bezüge zur Odysee haben mir sehr gefallen!
Auf jeden Fall eine Leseempfehlung!!!

Bewertung vom 07.01.2026
Flynn, Marshall

Das Grauen der Abyss-Arkaden (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Als Bob am Eröffnungstag der Abyss-Arkaden schwer verletzt wird und seine Frau Laura zu den vielen verschütteten Toten gehört, kämpft er sich ins Leben zurück und alles, was ihn noch antreibt, ist der Wunsch, die Leiche seiner Frau zu bergen und endlich abschließen zu können.
Doch er ahnt nicht, welche Mächte er mit seinem Wunsch herausfordert und was wirklich unter den nicht zugänglichen Trümmern des ehemaligen Einkaufszentrums liegt...
Das Buch ist wie alle Bücher von Marshall Flynn ein absoluter Pageturner und wahnsinnig spannend geschrieben. Als Fan von Splatter-Horror Filmen ist es wie einen solchen Film zu lesen. Die Sprache ist bildhaft und die Geschichte entwickelt sich buchstäblich wie ein Film vor meinem inneren Auge. Mit Bob haben wir einen besonderen Helden - Anfang 60, Glatze, Bierbauch, von Beruf Bauleiter, mit 8 Jahren traumatisiert und seitdem Angst vor Aufzügen. Er trägt mit Vorliebe Hawaiihemden, eine Brille und einen Bart und liebt seine Frau Laura, die ihn Schmusebär nennt, innig. Auch sein Haustier ist ein Original - ein sprechender Papagei namens Murphy.
Wer wie ich sehr gerne Bücher liest, die mega spannend, blutig und eklig sind, der ist mit den Werken von Marshall Flynn immer gut bedient. Die Abyss-Arkaden sind ein besonders gelungenes Werk des Autoren, das ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann! Fans des Autoren werden sich wie ich freuen, dass wir hier auf bekannte Figuren treffen werden und ich für meinen Teil erwarte jetzt sehnsüchtig das neueste Werk des Autoren!!!!

Bewertung vom 03.01.2026
Lühmann, Hannah

Heimat


sehr gut

Jana ist Mutter von 2 Kindern und schwanger mit dem dritten. Sie ist mit ihrem Freund Noah aus der Stadt aufs Land gezogen und hat ihren Job gekündigt. Als sie Karolin kennenlernt, ist sie fasziniert von deren Schönheit, Intelligenz und Warmherzigkeit - und selbst der etwas merkwürdige Instagram Account ändert nichts an dieser Anziehung. Karolin führt ein Tradwife Leben mit ihren 5 Kindern und ihrem Ehemann - und Jana ist beeindruckt davon.

Die Geschichte ist recht kurz und schnell lesbar - und sie hallt mit Sicherheit noch sehr lange bei mir nach. Ich bin selbst 3fache Mutter und habe keine Familie in der Nachbarschaft, die mir in den sehr anstrengenden Kleinkind- und Schwangerschaftsjahren helfen konnte. Als Jana von Karolin die Aufmerksamkeit bekommt, die ihre Mutter ihr nicht schenkt, und in der Frauenclique mehr und mehr ankommt, konnte ich das sehr nachfühlen.
Umso schlimmer die Entwicklung, die die Geschichte und auch Jana im Laufe des Romans nimmt - am Ende blieb ich mit Gänsehaut und einem leichten Grusel zurück...
Auf jeden Fall ein moderner und sehr gut geschriebener Roman, den ich gerne weiterempfehle!

Bewertung vom 03.01.2026
Schirach, Ferdinand von

Alexander


ausgezeichnet

Ferdinand von Schirachs erstes Kinderbuch hat mich absolut begeistert.
Es ist eine klassische Heldenreise. Der junge Alexander aus Kaliste reist in die Hauptstadt, um sein Land vor einem weiteren Krieg zu beschützen. Er hat - natürlich - nur eine Woche Zeit für diesen wichtigen Auftrag und er trifft auf faszinierende Menschen, die ihm dabei helfen, seinen Auftrag zu erfüllen, der darin besteht, gerechte Gesetze zu finden, die verhindern, dass (erneut) ein Tyrann das Land beherrschen wird und für dauerhaften Frieden sorgen.

Die Heldenreise ist gut und anschaulich geschildert und voller Anspielungen, die Erwachsene natürlich verstehen. Ausgewählt wird Alexander, weil er die berühmte Sphinx Frage aus der Ödipus Sage beantworten kann. Er trifft auf seiner Reise einen Philosphen, der in einer Tonne lebt - Diogenes von Sinope. Er spricht mit klugen Menschen und setzt sich mit klassischen Moralfragen wie dem (für den Buchtext leicht angepassten) Weichendilemma auseinander.

Das Buch hat also seinen Reiz ganz klar auch für erwachsene Leser. Für junge Lesende ist es ein sehr guter Einstieg in unsere Grundrechte und Justizgrundlage verbunden mit Wissen, das nebenbei vermittelt wird.

Besonders gut gefallen haben mir die wunderschönen, vom Autoren selbst erstellten, Illustrationen!

Ein absolutes Lese-Highlight und eine uneingeschränkte Leseempfehlung, gerade in diesen unruhigen Zeiten, in denen wir alle uns nach Frieden und Vernunft sehnen...

Bewertung vom 23.12.2025
Black, Uli

Amokalarm


ausgezeichnet

Amok Alarm ist ein Buch, das mich absolut überrascht hat - im positiven Sinn! Zwei Zeitstränge werden parallel aufgerollt - der JETZT Strang, in dem ein Schüler mit mehreren Lehrkräften im "Raum 24" ist und sie mit einer Bombe an seinem Körper zu bedrohen scheint und der VORHER Strang, in dem H.C. Nachtnebel erklärt, wie es zu dieser Situation kommen konnte.

Ungefähr in der Mitte des Buches, als die beiden Stränge zusammen laufen und gemeinsam weiterführen, kommen auch weitere Personen zu Wort, zu Anfang ist die Geschichte komplett aus der Ich-Perspektive von H.C. Nachtnebel geschrieben. Da kommt auch mein einziger kleiner Kritikpunkt - der Ton des im VORHER Strang anfangs noch 15jährigen Mathe-Genies ist dann doch extrem jugendlich und nervt(e) mich nach einer Weile ein bisschen. Ich war immer richtig froh, mal wieder aus Sicht eines Erwachsenen lesen zu können.

Aber abgesehen davon gibt es keine negative Kritik von mir. Im Gegenteil - die Geschichte ist durchaus vielschichtig und keineswegs klar und eindeutig. Auch die Gefühle des 15jährigen sind besonders - und gut getroffen.

Als Mutter von 3 Töchtern im Alter von 14, 17 und 21 Jahren kann ich einiges absolut nachfühlen, anderes hat mich richtig ins Herz getroffen. Schulprobleme, schikanierende Lehrer, die extremen Druck aufbauen, das erste Mal Verliebtsein, sich in einer Gemeinschaft nicht richtig zurecht finden können, das sind alles Themen, die wichtig sind - und in der Geschichte toll verwebt wurden!

Als kleinen Bonus empfand ich persönlich das Setting des Romans - er spielt nämlich in Heidelberg und das Helmholtzgymnasium kenne ich vom Gitarrenunterricht meiner Jüngsten. Auch andere Schauplätze wie die Neckarwiesen sind mir bestens bekannt, was das Lesen nochmal toller gemacht hat.

Klare Leseempfehlung für ein Buch, das wichtige Themen aufgreift und toll verpackt!

Bewertung vom 17.12.2025
Stadler, Eva;Ingala, Jutta M.;Lammert, Andrea

KUNTH Konnichiwa Japan


ausgezeichnet

Ich war gespannt auf die neue Reihe Herzensorte von Kunth und habe mich für ein Traumland entschieden - Japan!
Die Aufmachung des Buches ist sehr hochwertig und mir gefällt besonders die Farbgebung in einem kräftigen Pinkton. Der Einband ist stilecht mit japanischen Kirschblüten - Sakuras - verziert und macht Lust auf mehr.
Die Herzensorte sind inhaltlich nach den verschiedenen Gebieten Japans gegliedert beginnend mit der Präfektur Tokio, dann von Nord nach Süd - Hokkaido bis Kyushu und Okinawa. Besondere Herzensdinge, die auch Nicht-Japankenner kennen wie Manga, die Kirschblüte, Kaligrafie oder Zen sind gesondert aufgeführt und gut zu finden.
Ein cooles Special ist, dass es einen Spotify Soundtrack zum Buch gibt - unbedingt ausprobieren!!!
Ich liebe es, wie gut recherchiert und bebildert der umfangreiche Bildband/Reiseführer ist und werde mit Sicherheit noch sehr oft darin blättern und mich nach Japan träumen bis ich eines Tages hoffentlich wirklich dahin reisen kann.
Auf jeden Fall eine Empfehlung!!!

Bewertung vom 12.12.2025
Jacobs, Anne

Wie das Schicksal spielt / Der Dorfladen Bd.3


sehr gut

Dingelbach, in der Nähe von Frankfurt, im Jahr 1927 - wir lesen von den Bewohnern des hessischen Dingelbach und vor allem Marthe, die Inhaberin des Dorfladens, und ihre 3 Töchter stehen im Zentrum des Romans. Der Roman ist der 3. Band einer Reihe, dessen Vorgänger ich leider nicht gelesen habe. Daher habe ich vermutlich einige Stränge nicht ganz so aufnehmen und fühlen können, wie es gewesen wäre, wenn ich die beiden anderen Bände gelesen habe. Und - die Geschichte erscheint mir eindeutig noch nicht abgeschlossen! Das nur als Hinweis vor dem Kauf, es ist definitiv kein Standalone Roman!

Die Geschichte selbst ist durchaus umfangreich mit etwas über 600 Seiten und erstreckt sich über das Jahr 1927. Schauplätze sind vor allem Dingelbach, aber auch das nahe gelegene Frankfurt, Bochum, wo die Dorfladen-Tochter Frieda als Schauspielerin ein Engagement hat und andere Vororte von Frankfurt am Main. Als ehemalige Frankfurterin liebte ich es vor allem, das historische Frankfurt zu erleben und die Straßen, Orte und sogar eine Schule, die ich kenne, im Roman wiederzufinden!
Auch der hessische Dialekt, den alle Protagonisten sprechen, mochte ich sehr gern beim Lesen. 

Die Verwicklungen der Menschen, die in den einzelnen Strängen dargestellt werden, sind anschaulich und packend geschrieben und ich habe den Roman wirklich gern gelesen trotz seines beachtlichen Umfangs. 

Eine Leseempfehlung für alle, die gern historische Romane lesen, verbunden mit dem Hinweis, dass es sich um einen Teil einer Reihe handelt und es vermutlich Sinn macht, die anderen Bücher ebenfalls zu lesen!

Bewertung vom 09.12.2025
Roth, Laura

Bussi Bussi - Kein Kind von Traurigkeit


ausgezeichnet

Der dritte Band der Freundinnen Reihe von Laura Roth stellt Carmen in den Mittelpunkt. Sie ist wie Eva und Marina in ihren 40ern und anders als ihre Freundinnen ist sie überzeugter Single, unverheiratet und kinderlos. Sie ist Geschäftsführerin einer PR Agentur. Beim Kampf um den Auftrag, den Wiener Opernball als Eventmanagerin zu betreuen, trifft sie auf den exzentrischen Künstler Berti und ihr Leben wird auf den Kopf gestellt. Auch das Auftauchen ihrer Schwester Mercedes mit der pubertierenden Tochter Romy wird für Carmen eine Herausforderung...
Wie die Vorgänger Bände kann auch dieser alleine gelesen werden ohne die beiden anderen zu kennen, aber wer wie ich schon Eva und Marina kennengelernt hat, wird damit belohnt, dass wir "nebenbei" erfahren, wie es bei ihnen weitergegangen ist, kleine Easter Eggs entdecken kann und eine Frauenfreundschaft erleben, die wirklich ans Herz geht.
Ich bin ehrlich ein Fan von Laura Roth geworden. Ihre Bücher sind sehr, sehr humorvoll (ich musste ungelogen mehrfach laut lachen beim Lesen), voller Phantasie und Schwung und besetzt mit starken und sehr sympathischen Frauen in einem Alter, dem ich auch zugehöre. Es ist so toll und authentisch geschrieben, dass ich mich sehr oft wiederfinden kann in den Protagonistinnen. Besonders werden die Bücher dann noch durch den Schauplatz in Wien und Umgebung.
Es ist ein bisschen wie meine Lieblingsserie SATC - die Dynamik der Frauengruppe und ihr Zusammenhalten ist sehr wichtig für die Entwicklung der Geschichten und gleichzeitig wunderschön, wenn man als Lesende in diese Welt zurück kommen kann.
Ich empfehle das Buch uneingeschränkt weiter verbunden mit der dringenden Empfehlung auch die anderen Bücher der Reihe zu lesen! Ich habe auf jeden Fall eine weitere Lieblingsautorin gefunden, deren Bücher ein Garant für perfekte Unterhaltung, Romantik, Humor und Geschichten sind, bei denen ich mich mehr als wohl fühle - was will man mehr?!

Bewertung vom 08.12.2025
Zhang, Liann

Belladonnas


ausgezeichnet

Julie und Chloe sind eineiige Zwillinge und werden mit 4 Jahren nach dem Unfalltod ihrer Eltern getrennt - Julie wächst bei der lieblosen Tante auf und arbeitet als Kassiererin im Supermarkt. Chloe wird von einem reichen weißen Ehepaar adoptiert und wird eine berühmte Influencerin. Als Julie einen seltsamen Anruf ihrer Schwester, zu der sie keinen Kontakt hat, erhält, fährt sie spontan nach New York, um sich Klarheit zu verschaffen. Dort angekommen, findet sie ihre Schwester tot vor und wird mit ihr verwechselt. Und mal ganz ehrlich, warum sollte der Tod ihrer Schwester deren ergiebige Einnahmen als Influencerin stoppen, wo es doch einen perfekten Ersatz gibt...?
Was Julie erlebt, als sie die Identität ihrer Schwester annimmt, beginnt erstmal harmlos. Der Stress mit Kleidung, die nicht passt oder einem abartig anstrengenden Sportkurs liest sich sehr amüsant und - ja - harmlos. Aber dann nimmt die Geschichte rasant an Fahrt auf! Nicht nur, dass Julie erpresst wird und immer mehr Aufträge annehmen muss, um klarzukommen. Nein, es stellt sich heraus, dass Chloes einflussreiche Influencerinnen-Clique um Bella-Marie, die sich die "Belladonnas" nennen, einmal im Jahr eine sehr geheime Reise unternehmen, bei der sie komplett offline gehen. Als Julie an Chloes Stelle teilnimmt, eskaliert alles...
Ich habe Belladonnas wirklich geliebt! Eine Geschichte, die mich absolut in den Bann gezogen hat! Ähnlich wie in Yellowface erleben wir eine Protagonistin, die die Identität einer anderen, berühmten und reichen Person stiehlt. In der oberflächlichen kranken Welt der Social Media Personen macht ein solcher Plot nochmal mehr Sinn. Julie kann beispielsweise alle Personen aus dem Leben ihrer Schwester einfach zuordnen, da sie alle ebenfalls online leben und permanent ihr Leben mit der Öffentlichkeit teilen. Auch den Ton ihrer Schwester trifft sie sehr einfach, weil es unfassbar viel Content von dieser gibt. Wie dann alles eskaliert, ist so gut und böse geschrieben, dass ich am Ende nur noch atemlos durch die Geschichte durchgeflogen bin - und sehr, sehr begeistert vor allem vom Ende des Romans bin!
Eine krasse Geschichte, eine moderne Geschichte und ein absolutes Lesevergnügen, das ich wärmstens und uneingeschränkt weiterempfehle!