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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Ikopiko
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Bewertungen

Insgesamt 12 Bewertungen
12
Bewertung vom 13.05.2015
Printenprinz
Lehmkuhl, Kurt

Printenprinz


sehr gut

Ein Aachener wird Prinz der Karnevalisten Kölns. Aus Sicht der meisten Kölner ein Unding und eine Schmach. Zu diesem Eklat konnte es nur kommen, weil die Kölner Karnevalsgesellschaft die kräftige Finanzspritze des Aacheners brauchte.

Peter von Sybar, Printenproduzent aus Aachen, war vermögend und konnte es sich leisten, den Kölnern unter die Arme zu greifen. Doch kurz vor der Proklamation wird von Sybar ermordet. Ging es einem Kölner Karnevalisten doch zu sehr gegen die Ehre?

Böhnke, pensionierter Kommissar und Privatdetektiv, ermittelt, von dessen Schwiegervater beauftragt, in von Sybars Umfeld. Sowohl privat als auch beruflich hatte von Sybar nicht nur Freunde. Ohne Zögern stochert Böhnke immer tiefer und dank seines scharfen Verstandes bringt er einiges zu Tage. Von Sybars Ehefrau betrog ihren Mann über Jahre, es gab Überlegungen, den Firmensitz nach Köln zu verlegen, von Sybars Stellvertreter kratzte am Chefsessel … Es gibt viele Motive für den Mord.

„Printenprinz“ ist der bereits fünfte Krimi aus Kurt Lehmkuhls Reihe um Ex-Kommissar Böhnke. Ich kenne die Bände eins bis vier nicht, hatte beim Lesen aber nicht den Eindruck, dass mir Informationen fehlen. Die Charaktere sind detailliert geschildert und gut auseinanderzuhalten. Bei der Vielzahl von Figuren ist dies sehr von Vorteil.

Der Ernst, der hinter der doch eigentlich lustigen Karnevalszeit steckt, ist fast schon erschreckend. Hinter den Kulissen geht es in erster Linie um Macht und Geld. Dies hat Lehmkuhl gut verdeutlicht, ohne den Karneval an sich schlecht zu machen.

Bewertung vom 12.05.2015
Bleischwer
Wünsche, Christiane

Bleischwer


ausgezeichnet

Jule hat sich verkrochen. In ihrem Wohnwagen auf dem Campingplatz „Eifelwind“ schottet sie sich von ihrer Außenwelt ab. Lediglich zu den dort ebenfalls Überwinternden hat sie Kontakt. Ihr schlechtes Gewissen treibt sie in die Einsamkeit. Sie hat ihren Mann betrogen und kann dies selbst nicht begreifen.

So ganz allein begegnet sie immer wieder Michael. Er ist Hilfsarbeiter auf dem Campingplatz. Die beiden kommen sich näher.

Als ein Raubmörder aus dem Gefängnis ausbricht und in der Region sein Unwesen treibt, sind auch die Campingplatzbewohner in Sorge. Ein Wohnwagen ist leicht aufzubrechen … Als dann auch noch gemordet wird, ist es Michael, der Jule warnt und beschützt. Der Ausbrecher taucht tatsächlich auf dem Campingplatz auf und ist ein guter Bekannter von Michael. Stecken die beiden unter einer Decke?

„Bleischwer“ von Christiane Wünsche ist kein typischer Krimi, bei dem man den ermittelnden Kommissaren über die Schulter schaut. Jule ist eine zunächst Unbeteiligte, die durch ihre Bekanntschaft zu Michael mit dem Ausbrecher in Kontakt kommt. Um Michael zu helfen und zu verstehen, wird sie zwangsläufig in die Geschichte hineingezogen.

Christine Wünsche schreibt sehr lebendig. Ich spürte die Einsamkeit auf dem winterlichen Campingplatz. Die Kälte kroch auch mir „in die Knochen“; ich hatte Angst, wenn Jule, allein in ihrem Wohnwagen, unheimliche Geräusche hörte.

Bewertung vom 11.05.2015
Mordsregatta
Jacobsen, Harald

Mordsregatta


sehr gut

Ein Ausflug zur Kieler Woche soll das zerrüttete Verhältnis zwischen Kommissar Reuter und seiner Ex-Frau wieder kitten. Doch auch hier holt sein Beruf Reuter ein. Ein Rennen wird abgebrochen, weil eine Leiche im Wasser treibt. Da Reuter quasi direkt vor Ort ist, beginnt er mit den Untersuchungen, und seine Ex-Frau steht wieder hinten an.

Für Reuter und seine Kollegin Rana wird schnell klar, dass es sich in diesem Fall um Mord handelt, nicht um einen Unfall. Ihre Chefin, die unter dem Pantoffel ihres Vaters steht, müssen sie davon erst noch überzeugen. Schließlich ist ein Mord auf der Kieler Woche ein Skandal.

Bei dem Toten handelt es sich um einen Bootsbauer-Azubi mit viel Talent und großen Plänen. Damit stieß er nicht überall auf Gegenliebe. Ist er seiner Begabung zum Opfer gefallen?

Harald Jacobsens „Mordsregatta“ ist der Auftakt zu einer neuen Krimireihe mit Kommissar Frank Reuter. Obwohl recht früh klar war, dass der Täter im Umfeld der Arbeitsstätte des Ermordeten zu suchen ist, war die Lösung nicht ganz einfach zu durchschauen.

Sehr gut gelungen ist die Beschreibung der weiteren Figuren um Reuter; seine Kollegin Rana und die Chefin. Auch ihre Geschichten fanden ihren Platz. Das machte den Krimi lebendig und realistisch.

Bewertung vom 05.05.2015
Judasbrut
Fink, Sabine

Judasbrut


sehr gut

Nach dem Urlaub ins Büro zurückzukehren ist immer auch ein bisschen spannend: Was gibt es dort Neues? Kommissarin Maria Ammon findet an ihrem ersten Arbeitstag neben viel Arbeit auch eine neue „Azubine“ vor. Die pfiffige Michelle ist eine Bereicherung für Marias Team und eine echte Hilfe.

Der Biochemiker Dr. Eichmüller ist gerade noch mit dem Leben davongekommen. Seine Frau hat versucht ihn umzubringen. Seitdem ist sie verschwunden. Kurz darauf verschwindet auch Eichmüllers Geliebte. Dagegen sind die Morde an zwei Obdachlosen schon fast nebensächlich. Nur Michelle wittert eine Verbindung.

Auch privat wird Maria mit Problemen konfrontiert. Ihre Freundin Nina ist schwanger. An sich ein Grund zur Freude, Nina weiß aber nicht, ob ihr Ehemann der Vater ist. Sie hatte eine unheimliche Bekanntschaft mit einem fremden Mann … Die ganze Situation scheint aus dem Ruder zu laufen, als auch noch Nina vom Erdboden verschluckt zu sein scheint.

Aufgrund des Klappentextes und des Covers stand ich Sabine Finks Krimi „Judasbrut“ zunächst skeptisch gegenüber. Ich hatte mit einem abgedrehten Viren-Thriller gerechnet. Tatsächlich handelt es sich aber um einen bodenständigen Krimi, der mich in gespannte Stimmung versetzte. Geschickt hat die Autorin die anfangs völlig isolierten Fälle miteinander verwoben, bis es zu einem großen Finale kommt.

Mord und Entführungen im beschaulichen Franken. Nicht nervenaufreibend, aber durchaus spannend.

Bewertung vom 18.12.2014
Vulkanpark / Franca Mazzari Bd.4
Keiser, Gabriele

Vulkanpark / Franca Mazzari Bd.4


gut

Die Kommissarin Franca Mazzari und ihr Team haben es mit einem Fall zu tun, der sie psychisch an die Belastungsgrenze bringt. Im Flusslauf der „Nette“ wird ein toter Junge gefunden. Bereits zuvor bekam die Polizei einen Hinweis auf Belästigungen eines kleinen Mädchens, aber die Aussagen des Kindes reichten nicht aus, um den Mann zu finden. Handelt es sich um denselben Täter?

Der Fall stresst Franca ungemein. Als sich bei ihr ein neuer Nachbar vorstellen möchte, will sie ihn zunächst abwimmeln. Doch Ben ist gutaussehend, sympathisch und hartnäckig. Franca und er beginnen eine Affäre, die Franca sich begehrenswert fühlen lässt. Bei Ben kann sie kurzeitig den Stress vergessen und abschalten. So kann sie wenigstens vorübergehend die Gedanken an das tote Kind verdrängen.

„Vulkanpark“ ist bereits Gabriele Keisers vierter Eifelkrimi mit Franca Mazzari. In diesem Krimi hat sie ein sehr brisantes Thema zur Grundlage gemacht: Kindesmisshandlung. Verschiedene mögliche Täter werden ins Spiel gebracht: ein Geistlicher, der eigene Vater, ein unauffälliger Familienvater … Alles Menschen, denen man auf den ersten Blick solch eine Tat nicht zutraut, man aber beim zweiten Blick ins Grübeln kommt.

Trotz der interessanten Thematik kam bei mir keine Spannung auf. Zu viele Spuren wurden gelegt. Zeitweise musste ich überlegen, um welchen potentiellen Täter es gerade geht. Lieber las ich die Passagen über Francas und Bens aufblühende Liebesbeziehung.

Bewertung vom 17.12.2014
Fingerspitzengefühl
Feifar, Oskar

Fingerspitzengefühl


ausgezeichnet

Der kleine Gendarmerieposten in Tratschen wird wieder einmal aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Mehrere Mitglieder einer vermögenden Familie im kleinen Elite-Nachbardorf werden entführt. Einen solch brisanten Fall traut man dem Bezirksinspektor Strobel und seinen beiden Kollegen nicht zu und schickt Verstärkung von der Kripo. So genau weiß Strobel nicht, was er davon halten soll, freut sich dann aber doch, die Verantwortung los zu sein. So kann er sich den Grübeleien über sein Privatleben hingeben, denn seine Lebensgefährtin erwartet von ihm eine wichtige Entscheidung …

Gegen diese wichtigen Ereignisse treten die weiteren Geschehnisse schon fast ins Hintertreffen: Ein nervender Reporter verschwindet spurlos, und eine Gruppe Hippies versetzt das Dorf in Entsetzen und Kollegen Pfaffi in Drogenrausch.

Oskar Feifars dritter Provinz-Krimi „Fingerspitzengefühl“ hat mir wieder ausgesprochen gut gefallen. Es ist der Schreibstil, der ihn ausmacht. Als säße man bei einem Bier beisammen und bekäme die Geschichte mit trockenem Humor erzählt. Die drei „typischen“ Beamten ergänzen sich wunderbar und erfüllen jedes Klischee. Pfaffi mit seiner übereifrigen, aber auch naiven Art, brachte mich immer wieder zum Lachen.

Der Entführungsfall ist spannend. Die Auflösung konnte ich erahnen, auch wenn verschiedene Spuren gelegt wurden. Das macht aber nichts, da der Spaß die Spannung übersteigt.

Bewertung vom 15.12.2014
Bittere Sünde / Kalo ermittelt Bd.1
Roll, Liselotte

Bittere Sünde / Kalo ermittelt Bd.1


ausgezeichnet

Der schwedische Kommissar Magnus Kalo soll den Mord an Erik Berggren aufklären. Berggren wurde nicht „einfach nur“ ermordet, sondern er, und auch seine Mutter, wurden brutal gefoltert. Beide schienen ein ruhiges, zurückgezogenes Leben geführt zu haben, aber je tiefer Kalo in die Familiengeschichte eindringt, desto näher rückt der Verdacht, dass Gräueltaten der Militärjunta in Argentinien hier eine Rolle spielen.

Kalo arbeitet unter Druck, denn seit er mit den Ermittlungen vorankommt, wird seine Familie bedroht. Diverse Anschläge bereiten ihnen Todesangst.

Kalos Frau Linn wird zur Löwin, nachdem sie den ersten Schock überwunden hat. Ihre Familie zu verteidigen, lässt sie alle Angst überwinden. Sie unterstützt ihren Mann bei der Suche nach dem Mörder und gerät selbst mehrfach in Gefahr.

„Bittere Sünde“ ist Liselotte Rolls Auftakt zu einer neuen schwedischen Krimiserie. Protagonisten sind der Kommissar, sein direkter Kollege und auch seine Ehefrau, die es nicht sein lassen kann, sich in seine Arbeit einzumischen.

Der Fall, den es zu lösen gilt, ist unglaublich spannend. Der Vater des Ermordeten hat einst selbst in Argentinien gefoltert und schnell wird ein Zusammenhang gesehen. Viel mehr Anhaltspunkte gibt es auch nicht, denn das Opfer war eher unauffällig.

Die Bedrohung der Familie und die kleinen Puzzleteilchen der Ermittlungen machen diesen Thriller zu einem Pageturner. Nachdem es zunächst gar keinen Verdächtigen gibt, treten nach und nach immer mehr potentielle Täter auf. Das Ende war für mich völlig überraschend und ließ mir kaum Zeit zum Luftholen.

Bewertung vom 28.02.2014
Saukalt
Feifar, Oskar

Saukalt


ausgezeichnet

Im kleinen österreichischen Dorf Tratschen wird im Wald eine erhängte Leiche gefunden. Der tote Fritz Fellner ist als krimineller Trinker bekannt und zunächst deutet alles auf einen Selbstmord hin. Es stellt sich jedoch schnell heraus, dass Fellner bereits tot war, bevor er aufgehängt wurde, und Postenkommandant Strobel macht sich mit seinen beiden Kollegen auf die Suche nach dem Mörder.

Sehr ungewöhnlich ist, dass es in dem ansonsten ruhigen Dörflein zu weiteren Vorfällen kommt. Immer wieder wird in Wohnungen eingebrochen, es wird jedoch außer ein paar Lebensmitteln nie etwas gestohlen. Merkwürdig ist auch, dass der Opferstock der Kirche geplündert wurde. Dann ist da noch diese Gaststätte, vor der zahlreiche Autos parken, aber kaum Gäste zu sehen sind …

Strobel kann im Winter 1971 keinen Büro-Winterschlaf halten. Die Ruhe in Tratschen muss wieder hergestellt werden.

„Saukalt“ von Oskar Feifar ist der zweite Teil einer Serie um den Postenkommandanten Strobel. Mir ist der erste Band nicht bekannt, was ich bedauere. Nicht, weil dies zum Verständnis von „Saukalt“ notwendig gewesen wäre, sondern weil mir der Schreibstil des Autors ausgesprochen gut gefällt. Es kam mir vor, als würden wir bei einem Kaffee zusammensitzen und er würde mir die Geschichte erzählen. Immer wieder schweift er vom Thema ab um lustige Begebenheiten zu erzählen und ermahnt sich selbst dafür. Dadurch wird alles sehr lebendig. Auch beschreibt er die Charaktere so natürlich, dass ich mich zeitweise in die Amtsstube versetzt fühlte.

Die Kriminalgeschichte ist nicht sehr spannend, die Lösung des Falles jedoch unvorhersehbar. Man erfährt viel über das Dorfleben in der österreichischen Provinz in den 70er Jahren, was für mich in diesem Roman vorrangig war.

Ich wurde erstklassig unterhalten und vergebe dafür die volle Punktzahl.

Bewertung vom 05.12.2013
Frostiges Paradies / Soul Beach Bd.1
Harrison, Kate

Frostiges Paradies / Soul Beach Bd.1


gut

Die wunderhübsche Schwester von Alice ist tot. Megan, die durch ihre Teilnahme an einer Musik-Castingshow Berühmtheit erlangt hatte, wurde kaltblütig ermordet. Hauptverdächtiger ist ihr Freund Tim. Doch Alice glaubt nicht an Tims Schuld.

Am Tag von Megans Beerdigung erhält Alice eine E-Mail – von Megan! Sie glaubt zunächst an einen bösen Scherz eines Irren, aber in dieser Mail stehen Dinge, die nur ihre Schwester geschrieben haben kann, und sie lädt Megan ein, die Homepage „Soul Beach“ aufzurufen.

Alice lässt sich aus lauter Verzweiflung und Trauer auf dieses Abenteuer ein und verbringt von nun an jede freie Minute am Soul Beach, einem nur scheinbaren Paradies verstorbener junger Menschen, die auf ungeklärte Weise ums Leben kamen. Dort trifft sie sich mit Megan und alles ist fast wie früher.

„Frostiges Paradies“ ist der Auftakt der „Soulbeach-Trilogie“ von Kate Harrison. Es ist ein Jugendbuch, das aber auch mich als Erwachsene nicht gelangweilt hat.

Protagonistin ist Alice, ein Teenager, der mit der Ermordung der Schwester klarkommen muss. Wohl jeder, der einen lieben Menschen verloren hat, hofft auf ein Zeichen. Alice bekommt es. In Form einer E-Mail. Sie, die stets im Schatten ihrer Schwester stand, muss ihr Leben nun selbst in die Hand nehmen und Stärke und Durchsetzungsvermögen entwickeln. Während ihr der Soul Beach wie ein Paradies mit lebenden Toten vorkommt, muss sie im wirklichen Leben herausfinden, wem sie vertrauen kann und wem nicht, denn Megans Mörder läuft noch frei herum.

Obwohl es sich um einen romantischen Fantasy-Roman handelt, ist bei mir der Funke nicht recht übergesprungen. Die Geschichte nahm erst langsam Fahrt auf, die Figuren wurden mir zu oberflächlich beschrieben. Mir fehlte ein Höhepunkt. Trotz abgeschlossener Handlung bleibt zu vieles offen, was hoffentlich in den beiden Folgebänden beantwortet wird.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 13.11.2013
Kuhnacht
Boenke, Michael

Kuhnacht


sehr gut

Daniel Bönle ist zufrieden mit seinem Leben. Er hat eine nette Freundin, einen geliebten Sohn und muss sich bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 10 Stunden keine Gedanken um Stress machen. Doch dann geschehen merkwürdige Dinge in Oberschwaben, und Daniel steht immer wieder in Zusammenhang damit. Sein Sohn findet einen abgetrennten Finger, die Kapelle, in der er heiraten will, wurde mit okkulten Zeichen versehen, und auf dem Altar liegt ein Ochsenkopf, ein Schüler aus seiner Klasse verschwindet …

Daniel bleibt quasi nichts anderes übrig, als selbst ein paar Erkundigungen einzuholen. Dies macht er wieder auf seine coole, trockene Art.

In „Kuhnacht“ lässt Michael Boenke den erfolglosen Berufsschullehrer Daniel zum vierten Mal „kriminalisieren“. In diesem Fall gibt es Vorkommen von Okkultismus in Daniels Heimat, woran er als Religionslehrer ein besonderes Interesse hat.

Daniel ist alles andere als ein spießiger Lehrer. Er fährt einen kultigen Oldtimer, nimmt es mit der Pünktlichkeit nicht so genau, trinkt gern mal einen und kleidet sich ganz in Schwarz. Damit ist er ein Dorn im Auge seines neuen Chefs, was zu witzigen Dialogen führt.

Daniel erscheint spröde, in ihm steckt aber unheimlich viel Witz und Esprit. Er ist jemand, den man gern als Kumpel hätte.

Das Buch ist in viele kurze Kapitel unterteilt, was mir persönlich gut gefällt, da ich oft nicht lange an einem Stück lesen kann. Jedes Kapitel beginnt mit einem passenden Liedtext. Sofort versucht man zu erraten, um welches Lied es sich handelt. Eine tolle Idee. Lokalkolorit findet man nicht viel. Für eine Ostfriesin wie mich ist anhand der Mentalität der Menschen klar, dass es im südlichen Deutschland spielt, aber „typisch schwäbisch“ fällt mir dazu nicht ein.

Ich habe von Michael Boenke bisher nur „Nonnenfürzle“ gelesen, den dritten Band der Serie. Den schlägt dieser Roman um Längen.

Ein Provinzkrimi, der durch seinen Protagonisten viel Witz eingehaucht bekommt.

Reihenfolge:

01 Gott´sacker
02 Riedripp
03 Nonnenfürzle
04 Kuhnacht

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

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