Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Haveny
Wohnort: Bayern
Über mich:
Danksagungen: 11 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 15 Bewertungen
12
Bewertung vom 12.09.2016
Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens
Stradal, J. Ryan

Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens


ausgezeichnet

Meine Meinung:
Beim Cover hat der Verlag definitiv alles richtig gemacht, obwohl ich nicht immer ein Fan von den Covern des Diogenes Verlags bin, hat mir dieses auf den ersten Blick gefallen und auch der Titel hat neugierig auf dieses Buch gemacht. Es ist auch ein klarer Bezug zum Inhalt erkennbar, denn das Schiff in der Mitte spielt bei einer von Evas Bekanntschaften eine wichtige Rolle und die Chilis stehen beispielsweise für das Hobby der 11-jährigen Eva, die diese in ihrem Schrank züchtete. So hat jedes Detail des Covers seinen eigenen Bezug zum Inhalt.

Das Buch selbst ist auch etwas Besonderes, denn es wird zwar die Lebensgeschichte Eva Thorvalds erzählt, doch der kleinste Teil davon wird wirklich aus ihrer Sicht erzählt. Den Großteil ihrer Lebensgeschichte erfährt man nebenbei durch die "Nebencharaktere", die zufällige Bekanntschaften oder Ähnliches von Eva sind und zeigen wie sehr selbst einzelne Begegnungen unser Leben bestimmen können.

Eigentlich bekommt man in diesem Buch also nicht nur eine Geschichte, sondern viele verschiedene, die alle auf die eine oder andere Weise miteinander verknüpft sind und durch die sich Eva Thorvalds Geschichte wie ein roter Faden zieht. Jede einzelne dieser Geschichten konnte mich fesseln und wirklich jeder Charakter hatte eine wunderbare Geschichte zu erzählen.

Das Buch ist in einem wunderschönen Schreibstil verfasst, der nicht zu ausschmückend ist aber doch sofort gefangen nimmt und einen in die einzelnen Geschichten eintauchen lässt. Und immer bleibt das Thema Kochen ein zentrales Thema, passend dazu wurden auch immer wieder Originalrezepte in die Geschichte eingefügt, die gleich zum Nachkochen einladen!

Allerdings blieb Eva Thorvald bis zur letzten Seite doch etwas blass und "unberechenbar", doch ich denke, dass das vielleicht auch der Plan der Autorin war. Man bekommt mit, welchen Eindruck Eva auf ihre Bekanntschaften macht, die zusammen irgendwie ein Bild der Meisterköchin ergeben, jedoch sieht doch jeder Charakter etwas anderes in Eva. Aber gerade das zeigt wie verschieden man Menschen doch wahrnimmt und dass jeder seinen eigenen Eindruck von einem Menschen bekommt.

Fazit:
Ein Buch über Zufallsbekanntschaften, das Leben und eine Liebeserklärung an das Kochen! Wirklich ein sehr schönes Buch mit vielen starken Charakteren. Man bekommt mit diesem Buch nicht nur eine, sondern sehr viele verschiedene Geschichten serviert, die doch alle durch Eva Thorvald verbunden werden! Sehr schönes Buch, das 5 verdiente Sterne von mir bekommt!

Bewertung vom 12.09.2016
Meine geniale Freundin / Neapolitanische Saga Bd.1
Ferrante, Elena

Meine geniale Freundin / Neapolitanische Saga Bd.1


ausgezeichnet

Meine Meinung:
Das Buch beginnt damit, dass Elena erfährt, dass Lila verschwunden ist und genau das ist ja auch der Auslöser dafür, dass sie anfängt, ihre Geschichte aufzuschreiben. Im nächsten Augenblick landet man direkt mitten in Neapel und erfährt, wieso sich diese beiden ungleichen Mädchen überhaupt angefreundet haben. Die Autorin verschleppt einen dann auf eine wunderschöne "Zeitreise" von den beiden Mädchen im Kindergartenalter, hin zu zwei 16-jährigen Mädchen, von denen die eine bereits in der Schusterwerkstatt ihres Vaters arbeitet und die andere ein Gymnasium besucht. Es ist faszinierend zu sehen wie sehr sich die Wege der beiden Freundinnen immer wieder trennen und wie sie doch immer wieder zueinander zurückkehren. Denn sie können nicht ohne einander und doch auch nicht richtig miteinander, da sie einfach zu verschieden sind.

Wahnsinnig gut beschrieben fand ich auch das Leben im Rione in Neapel. Es ist als wäre man selbst dort und würde durch die Gassen schleichen und ein stummer Zuschauer der ganzen Geschichte sein. Man bekommt den alten Hass mit, der aufgrund alter Intrigen immer noch unter der Oberfläche brodelt und Generationen überdauert hat. Man sieht den starken Unterschied zwischen Arm und Reich, wenn man das Rione nur für einen 'Tanzabend' verlässt. Und man merkt, dass eine höhere Bildung der Kinder nicht unbedingt an der Tagesordnung steht, da man sie braucht um genügend Geld zum Leben zu verdienen. Man erfährt so vieles über dieses harte Leben zwischen den Zeilen und ist verzaubert und doch zugleich etwas verschreckt von dieser Welt, mit der die Menschen täglich klarkommen müssen.

Es ist wirklich ganz große Klasse, was Elena Ferrante mit diesem Werk also geschaffen hat! Man suchtet ihr Buch wirklich durch und dann liest man die letzten Seiten und denkt sich: NEIN. Das darf doch nicht wahr sein! - Ein Cliffhanger, der einen ungeduldig auf den Januar warten lässt, wenn es endlich weiter geht und wir erfahren dürfen, wie es Elena & Lila im jungen Erwachsenenalter ergeht.

Ich kann es ehrlich gesagt kaum noch erwarten, da ich sowohl Lila als auch Elena mitsamt all ihren Macken schnell liebgewonnen hatte. Einen klitzekleinen Kritikpunkt muss ich jedoch dennoch loswerden: Leider haben mir die große Anzahl an Charakteren und Namen anfangs stark zu schaffen gemacht und trotz dem Namensregister auf den ersten Seiten (Das dringend notwendig ist!), habe ich manchmal den Überblick verloren. Doch wenn man dann wirklich angekommen ist, ist auch das kein Problem mehr, hoffentlich bleibt das so bis zum Erscheinen des zweiten Bandes! :)

Mein Fazit:
All die Werbung und fast muss man ja sagen der "Hype" um dieses Buch sind nicht übertrieben! Mich konnte es von Anfang bis Ende fesseln und immer tiefer auf die Straßen des Rione und in die Beziehung zwischen Elena und Lila hineinziehen. Lediglich die große Anzahl an Charakteren bereitete mir teilweise Probleme, doch da mich der Rest des Buches so überzeugt hat, gibt es dennoch fünf verdiente Sterne von mir!

1 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 26.01.2013
Erwacht im Morgengrauen / Shadow Falls Camp Bd.2 (6 Audio-CDs)
Hunter, C. C.

Erwacht im Morgengrauen / Shadow Falls Camp Bd.2 (6 Audio-CDs)


ausgezeichnet

Meine Meinung:
Genauso wie der erste Band, bzw. das erste Hörbuch dieser Serie hat mich auch das zweite wirklich sehr begeistert. Eigentlich kann ich sogar sagen, dass es mich noch mehr fasziniert und in seinen Bann gezogen hat. Die Autorin entwickelt aus einer durchschnittlichen Jugendstory, mit einem Mädchen, das sich nicht zwischen zwei Jungs entscheiden kann, eine wirklich einzigartige Geschichte, die sich durch so viele Dinge von diesen Allerweltsgeschichten unterscheidet, obwohl so eine ja eigentlich der Ausgangspunkt ist.

Die Autorin fesselt den Leser und sorgt dafür, dass man sich richtig gut in ihre Protagonistin hineinversetzen kann. Gut, an ein paar Stellen dachte ich mir auch einfach nur „Wieso hat sie das jetzt gemacht?!“, aber jeder Mensch macht ja bekanntlich Fehler und so eben auch die Protagonistin in diesem Buch, was noch zusätzlich dazu beiträgt, dass man denkt man könnte ihr jede Sekunde auf der Straße begegnen.
Ich muss ebenfalls sagen, dass ich bei diesem Hörbuch an manchen Stellen fast zusammen mit Kylie geweint hätte und an anderen einfach nur lachen musste. Dieses Hörbuch ist wirklich eine Achterbahnfahrt der Gefühle und das nicht nur für die Protagonistin!

Auch in diesem Hörbuch waren so einige Cliffhanger platziert, die einen noch mehr dazu antreiben weiterzuhören. Es passieren auch viele für den Leser unerwartete Dinge, weshalb dies kein Hörbuch a`la „Alles ist so vorhersehbar“ ist. Ich kann dieses Hörbuch also wirklich nur allen empfehlen, die eine Mischung aus Fantasy und Romantik geschildert durch einen Jugendbuch-Schreibstil mögen.
Außerdem präsentiert die Sprecherin die Lesefassung genauso souverän, wie es Anke Kortemeier bereits im ersten Teil getan hat.

Einen klitzekleinen Minuspunkt bekommt das Hörbuch allerdings doch noch von mir und zwar aus dem Grund, dass man doch einige wunderschöne Stellen aus dem Buch ausgelassen hat, die ich vielleicht noch in der Lesefassung ergänzt hätte. Allerdings muss man auch bedenken, dass das Hörbuch schon jetzt mit seinen 445 min. kein „Leichtgewicht“ ist.

Mein Fazit
Toller Mix aus Fantasy, Lovestory, Jugendbuch & und einer tollen Sprecherin, die jedem Charakter eine einzigartige Facette ihrer Stimme leiht (:

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 26.07.2012
Das Herz einer Löwin
Scholes, Katherine

Das Herz einer Löwin


sehr gut

Wild und voller Hoffnung. Eine Liebeserklärung an Afrika!
Ein Kind, das seine Mutter verloren hat. Eine Frau auf der Suche nach einem neuen Anfang. Ein Massai-Arzt, der sich für siene Patienten aufopfert. Das Versprechen einer großen Liebe. Auch sie werden dem Zauber des Schwarzen Kontinents erliegen!

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich persönlich wirklich positiv überrascht. Den Klappentext fand ich zwar schon ein bisschen ansprechend, aber auch wenn die Autorin bereits einen Bestseller geschrieben hat, habe ich vor dem Lesen nicht besonders viel erwartet. Ich dachte mir eben, dass das wieder irgend so ein Buch über Afrika ist wie viele andere.
Doch beim Lesen, nahm ich das schnell wieder zurück.
Die Autorin zeigt dem Leser nämlich in ihrem Roman viele unglaubliche aber auch erschreckende Facetten des Schwarzen Kontinents. Sie zieht einenfast sofort in den Bann durch ihre schönen, runden Schilderungen der Landschaft und ihrer Bewohner und lässt in dem Leser eine Sehnsucht wachsen.
Eine Sehnsucht diesen Kontinent einmal selbst zu betreten und all dies selbst zu sehen, gleichzeit weckt sie aber auch das Verständnis für die Umstände in diesem Land. Sodass man auch nach dem Lesen dieses Buches noch öfter an die Kultur und die Umstände dort denkt.
Durch die schön beschriebenen und mannigfaltigen Charaktere, wird die Geschichte dem Leser noch näher gebracht, sodass man gedanklich fast völlig in die Welt von diesen eintaucht. Diese Charaktere unterscheiden sich alle wirklich sehr von einander, was ja auch schon der Klappentext vermuten lässt und man bemerkt auch deutlich die Veränderungen und Einschnitte, die diese im Laufe des Buches erleben.
An dem Schreibstil der Autorin hatte ich auch rein gar nichts auszusetzen. Er liest sich schön flüssig und einfach, außerdem projeziert er dem Leser fast sofort Bilder der Landschaft dort in den Kopf, was auch an den schönen Beschreibungen der Autorin liegt.
In diesem Buch kann man wirklich die Liebe der Autorin zu diesem Kontinent auf jeder Seite und in fast jedem Satz spüren.
Auch das Cover und den Titel finde ich gut gewählt und wirklich passend für dieses Buch. Sie passen wirklich "Wie die Faust aufs Auge", wie man umgangssprachlich sagen würde.

Mein Fazit:
Ein tolles Buch für alle, die eine besondere Liebe zum Kontinent Afrika verbindet aber auch alle anderen, die dieses Buch einfach interessiert.

Bewertung vom 14.07.2012
Sülze hilft gegen alles außer Heimweh
Baumstieger, Moritz

Sülze hilft gegen alles außer Heimweh


ausgezeichnet

Klappentext: Die Liebe führt Moritz nach München. Kurz darauf verlässt sie ihn auch schon wieder. Zum Glück gibt es Karl, den kleinen, schrulligen Metzger, der den einsamen Kölner bei sich aufnimmt. Als Kellner auf der Wiesn, als Schwammerlverkäufer auf dem Viktualienmarkt oder als Türsteher im P1 – schon bald lernt Moritz, wie viel Münchens Stadtplan und eine gut sortierte Fleischtheke gemeinsam haben. Und glaubt Karl sogar irgendwann, dass die Seele aller Dinge in der Wurst liegt…

Meine Meinung: Man kann den Schreibstil des Autors richtig schön und flüssig lesen, sodass es auch eine etwas leichtere Lektüre ist bei der man nicht die ganze Zeit mit höchstwissenschaftlichen Ausdrücken bombadiert wird, die der Normalo-Mensch erst mal in einem Lexikon nachschlagen muss. Außerdem lernt man durch die schöne Erzählung und Schilderung des Autors in seinem Buch München näher kennen aber auch die völlig verschiedenen Jobs, insbesondere das Metzgerhandwerk, welche Moritz im Laufe des Buches alle einmal ausübt und dann doch wieder beendet, da sie nichts für ihn sind.

So wird man in einer schönen Reise durch Bayerns Landeshauptstadt München immer mehr von der bayerischen Kultur begeistert und lernt zudem noch mehr über die Sehenswürdigkeiten dort. Außerdem erfährt man innerhalb der Geschichte immer mehr von dem Beruf des Metzgers und ich kann nur bestätigen, dass bei dieser Schilderung bei mir einiges hängen geblieben ist, zum Beispiel die Herstellung von Weißwürsten, welche ich ja selbst sehr gerne esse.

Man wird durch die humorvolle Schilderung des Autors auch immer wieder zum Schmunzeln verleitet, wenn der Protagonist Moritz sich mal wieder etwas ungeschickt verhält oder einfach nur durch die anstrengende Arbeit schwitzen muss und eine andere Person ihren Kommentar dazu abgibt und dies vielleicht sogar lautstark in der Mitte von einer Menschenmasse tut (: Ich kann wirklich gar nicht beschreiben, wie oft ich durch dieses Buch zum Lachen oder Schmunzeln gebracht wurde und wie oft ich von der Story einfach nur gefesselt war und wissen wollte, wie es nun mit Moritz weitergeht.

Besonders in Erinnerung behalten habe ich aber nach dem Lesen dieses Buches bestimmte Zitate des Metzgermeisters Karl, der sich ja im Laufe des Buches immer mehr zu einer Schlüsselperson für Moritz entwickelt. Eben genannter Metzgermeister sagt in diesem Buch wirklich immer wieder philosophische Dinge zum Thema Wurst. Man kann wirklich nicht anders als manche dieser Zitate im Hinterkopf zu behalten und ich kann auch nur sagen, dass eben diese Zitate das Buch noch einmal zu etwas ganz besonderem machen. Es hat eben nicht jedes Buch wurst-philosophische Inhalte (;

Zu guter Letzt noch eine Bemerkung zu den Charakteren: Diese unterscheiden sich wirklich völlig von einander und sie sind dem Autor alle richtig gut gelungen. Besonders der Metzgermeister Karl bringt einen immer wieder zum Schmunzeln und ist eben ein ganz spezieller Charakter mit einer Art für sich. Genau mit dieser Arthat Moritz ja auch manchmal Probleme, aber das fällt einem beim Lesen noch früh genug auf...

Insgesamt: Dieses Buch ist wirklich eine wunderschöne, leichte Lektüre, die einem München näherbringt einen zugleich aber blendend unterhält. Sie war wirklich das Lesen wert und ich kann sie nur weiterempfehlen.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 23.06.2012
Irgendwas geht immer
French, Dawn

Irgendwas geht immer


sehr gut

Ein urkomische Familien-Geschichte, von der viele Familien in ähnlicher Weise ein Lied singen könnten, aber ob sie sie auch so amüsant aufschreiben könnten?!

Klappentext: Niemand geht einem so sehr auf die Nerven wie die Familie. Und nichts ist unterhaltsamer, als festzustellen, dass es anderen genauso geht. So wie den Battles! Mutter Mo, eine Kinderpsychologin, steht fassungslos vor ihren pubertierenden Kindern. Tochter Dawn findet ihre Familie schrecklich peinlich. Sohn Peter ist in Oscar Wilde verliebt – und benimmt sich leider auch so. Und ja, einen Ehemann gibt es auch: Mo nennt ihn liebevoll »Ich-muss-noch-was-arbeiten!«. Keiner versteht den anderen oder redet vernünftig. Bis es hart auf hart kommt. Als sich ein fieser Betrüger in ihr Leben schleicht, halten alle zusammen – sogar der Hund.

Meine Meinung: Das Buch über die Battles ist mir wirklich schon nach ein paar Seiten ans Herz gewachsen, denn es ist einfach zu schön ihre Geschichte in Form von Tagebucheinträgen erzählt zu bekommen. Ich persönlich fand aber das das Beste an diesen Einträgen war, dass sie aus den Sichten der unterschiedlichen Familienmitgliedern geschrieben wurden und man somit jedes Mal einer völlig anderen Ausdrucksweise und einem anderen Schreibstil begegnete, woran man auch die Vielseitigkeit dieser Autorin gut erkennen kann.

Die Autorin schildert in diesem Buch ja eigentlich nur das Zusammenleben einer ganz gewöhnlichen Familie. Allerdings kann man, wenn man sich selbst in solch einer Familie befindet, sozusagen, nicht hinter die Kulissen blicken, wie das hier durch den Einblick in den Gefühlshaushalt der einzelnen Personen, in Form von Tagebucheinträgen, gewährleistet wird. Besonders dieser Aspekt, finde ich zumindest, verleiht diesem Buch noch einen ganz besonderen persönlichen Charme, den nicht viele Bücher in dieser Art und Weise besitzen.

Zum Schreibstil kann ich wie gesagt nicht besonders viel sagen, da dieser sich von Familienmitglied zu Familienmitglied unterscheidet, so kann man sagen, dass man zum Beispiel Peters Einträge eher als vornehm und vielleicht auch etwas geschwollen bezeichnen kann und die von Dawn einfach, wenn man es so sagen will "Frei Schnauze" geschrieben sind und sie auch immer wieder mit Schimpfwörtern um sich wirft, wie das manche Teenager eben so an sich haben. Jedoch kann man all diese Einträge problemlos und vor allem flüssig lesen, wobei einem auch immer wieder ein paar Lacher entlockt werden.
Eine gute Idee fand ich auch die Kuchenrezepte, die ganz am Ende des Buches eingefügt worden sind. Dadurch hat der begeisterte Leser die Möglichkeit von jedem Familienmitglied, der Familie Battle, den Lieblingskuchen einmal selbst zu backen. Möge er gelingen (;

Zu guter Letzt muss ich noch loswerden, dass mir persönlich der Seitenschnitt mit den vom Cover bereits bekannten Hund, richtig gut gefallen hat. Vor allem da solche Seitenschnitt ja in letzter Zeit immer populärer werden. Leider finde ich nur, dass der Hund der Familie Battle eigentlich keine so große Rolle spielt, weshalb ich finde, dass das Cover, auch wenn es schön gestaltet ist, eher falsche Vorstellungen weckt.

Mein Fazit: Dieses Buch ist perfekt, wenn man sich beim Lesen einfach nur entspannen möchte und einmal Lust hat das Leben einer "ganz gewöhnlichen" Familie mitzuerleben, wobei der Humor natürlich nicht zu kurz kommen darf.

Bewertung vom 01.06.2012
Die Holzhammer-Methode / Holzhammer ermittelt Bd.1
Gers, Fredrika

Die Holzhammer-Methode / Holzhammer ermittelt Bd.1


sehr gut

Klappentext:
Mitten in der sommerlichen Alpenidylle stürzt ein Gleitschirmflieger vom Himmel. Der junge Mann ist auf der Stelle tot. Hauptwachtmeister Franz Holzhammer hat ein ganz schlechtes Gefühl bei der Sache. Sein Vorgesetzter will die Angelegenheit als Unfall abtun, doch Holzhammer ist es egal, wer unter ihm Chef ist – er beginnt zu ermitteln. Kurz darauf kommt eine Patientin der örtlichen Reha-Klinik ums Leben. Christine, ihre Ärztin, will nicht an einen natürlichen Tod glauben. Und so wird die Zugereiste unvermutet Holzhammers wichtigste Verbündete.

Rezension:
Wenn man das Buch liest wirkt der kleine, rundliche Hauptwachtmeister Franz Holzhammer einem auf den ersten Blick sympathisch. Aber nicht nur ihn charakterisiert die Autorin wirklich ausführlich, sondern auch alle anderen Charaktere, die in diesem Buch eine wichtigere Rolle spielen. Dadurch erfährt man sehr viel über die einzelnen Personen und deren Hintergründe aber man wir auch viel näher mit der Geschichte verbunden. Doch die Autorin beschreibt nicht nur ihre Charaktere so ausführlich, sondern auch die Landschaft in Berchtesgaden, wo sich die ganze Story abspielt.

Außerdem fällte einem auf, dass die Autorin ihren Schwerpunkt wirklich auf die Ermittlungen gesetzt hat, wie es sich für einen richtigen Krimi gehören und für sie das Thema Liebe nur eine Nebenrolle spielt. Dies finde ich persönlich wirklich gut, da ich es wirklich nicht befürworte, wenn ein Buch unter das Genre Krimi gesetzt wird und dann in alle Ausführlichkeit über die Liebesbeziehungen unter den einzelnen Charakteren geschrieben wird und die Ermittlungen völlig in den Hintergrund rücken. Gott sei Dank war das bei diesem Krimi wirklich nicht der Fall.

Den Schreibstil der Autorin finde ich eigentlich recht gut nur, dass mich manchmal eine Beschreibung der Umgebung etwas verwirrt hat, da man sich als nicht Berchtesgardener die Berge dort, einfach nicht so gut vorstellen kann. Die Autorin lässt in ihrem Buch auch immer wieder bei Gesprächen des Protagonisten, sowie anderer Charaktere ein paar bayerische Wörter und Sätze einfließen, die aber selbst für einen Leser, der diesen Dialekt nicht beherrscht kein Problem sind, da sie keine besonders große Bedeutung in diesem Buch haben und die Autorin auch selbst versucht hat, diese weitgehend zu vermeiden.

Meiner Meinung nach hätte dieser Krimi nur etwas spannender sein können, da ich das etwas vermisst habe. Er ist zwar eine gute Lektüre für ein paar entspannte Stunden, in denen einem auch mal ein Lacher entwischen kann, doch besonders spannend fand ich ihn leider nicht.

Mein Fazit:
Ich fand diesen Krimi wirklich gut, weshalb er von mir auch vier Sterne erhält. Er war zwar nicht überragend, doch sobald ein neuer Band um den Hauptwachtmeister Franz Holzhammer erscheint, werde ich mir diesen dennoch kaufen, trotz der geringen Spannung

Bewertung vom 28.04.2012
Das Liebesspiel
Tripp, Dawn Clifton

Das Liebesspiel


sehr gut

Der Gletscher poltert im Kasten,
Im Bett die Wüste ächzt,
bis die Straße ins Land der Toten
Aus dem Sprung in der Teetasse wächst.

aus "Als ich eines Abends ausging" von W. H. Auden

Jedem, der das Buch "Das Liebesspiel" von Dawn Tripp gelesen hat, müsste dieser Auszug aus einem Gedicht bekannt vorkommen, da er eine der zitierten Stellen ist, die im Buch vorkommen.

Nun aber zur Rezension.

Klappentext: 1957: Jane Weld ist elf Jahre alt, als ihr Vater Luce verschwindet. Niemand in ihrer kleinen Stadt in Neuengland weiß, was mit ihm geschehen ist, bis man drei Jahre später in einer Kiesgrube seinen Schädel mit einem Einschussloch findet. Es geht das Gerücht, der Ehemann von Luce’ Geliebter Ada habe ihn aus Eifersucht getötet.
Fast ein halbes Jahrhundert später ist Jane noch immer auf der Suche nach der Wahrheit. Besondere Brisanz bekommt diese Suche, weil sich Janes Tochter Marne unerwartet in einen von Adas Söhnen verliebt hat. Während sich die beiden jungen Leute näherkommen, treffen sich Jane und Ada jeden Freitag zur einer Partie Scrabble, die sich zu einem Katz-und-Maus-Spiel um die unausgesprochenen Worte und streng gehüteten Geheimnisse des Ortes entwickelt. Die letzte Partie der beiden Frauen gerät zu einem Ringen – um die Antwort auf die Frage, wie viel Wahrheit die Liebe erträgt.

Rezension: Ich muss wirklich sagen, dass mich das Buch positiv überrascht hat, da ich ihm anfangs eher etwas kritisch gegenüber gestanden habe. Denn der Inhalt sprach mich schon auf gewisse Weise an und auch den Schreibstil der Autorin empfand ich als gut, doch das Cover hat mich etwas abgeschreckt. Jedoch empfand ich an dem Cover als ich das Buch schließlich erhalten habe nichts, außer den Balken mit dem Namen des Verlags auf der Vorderseite, als störend, wenn das Cover auch etwas besser hätte sein können. Die Geschichte hat mich ehrlich gesagt wirklich gefesselt und auch die zitierten Stellen aus verschiedensten Gedichten und Büchern dazwischen fand ich beim Lesen wirklich gut gewählt.

Auch gut fand ich, dass die Autorin die Geschichte aus unterschiedlichen Sichten schreibt und relativ oft zwischen diesen hin und her wechselt, wodurch meiner Meinung nach die Story noch um einiges verständlicher geschildert wird. Jedoch gab es an manchen Stellen bei mir auch Verständlichkeitsschwierigkeiten. Dies kam aber nur bei manchen Zeitsprüngen vor, denn an ein paar dieser Stellen verlor ich wirklich den Überblick und war mir dann wirklich nicht mehr klar darüber, geht es nun um die Gegenwart oder die Vergangenheit. Jedoch muss ich auch anmerken, dass die Autorin bei größeren und vor allem auch längeren Zeitsprüngen dies immer unter ein neues Kapitel gestellt hat, bei kurzen Stellen aber leider nicht.

Insgesamt kann ich nur sagen die Story ist fesselnd und ich wollte wirklich unbedingt wissen, ob die Beziehung zwischen Marne und Ray eine Chance hat. Außerdem wollte ich unbedingt noch mehr über den Mord an Jane`s Vater wissen. Das Ende dieses Buches fand ich auch in vielerlei Hinsicht gut, da es die ganze Geschichte eigentlich schön abrundet und man sich nur denkt, was für ein schönes Ende. Andererseits lässt sie die Geschichte auch etwas offen, sodass sich jeder selbst seine Meinung bilden kann, wie es weitergeht, was ich bei den meisten Büchern eigentlich nicht wirklich besonders prickelnd finde. Hier jedoch ist es meiner Meinung nach völlig passend.

2 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

12