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Biene101
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Köln

Bewertungen

Insgesamt 281 Bewertungen
Bewertung vom 28.11.2025
Sevänen, Niilo

Der Weg des ewigen Winters


gut

Tolle Atmosphäre, aber die Handlung konnte nicht überzeugen
Das Buch beschreibt eine faszinierende Welt in Konstantinopel im Jahr 1007. Eine Naturkatastrophe hat zu frühen Wintereinbrüchen und einem Zusammenbruch der Zivilisation geführt.
Der Winter bringt nicht nur lebensfeindliche Wetterbedingungen mit sich, sondern auch Kreaturen und Bestien, denen man besser aus dem Weg geht. Zusätzlich treibt eine weiße Hexe ihr Unwesen.
Halla, ein kleines Mädchen, das magische Kräfte besitzt, wird von vielen verfolgt, da sie die Einzige ist, die den Winter beenden kann.
Orpheus, ihr Onkel, begleitet Halla auf ihrer Reise und versucht, sie vor allen Gefahren zu beschützen, obwohl er selbst kein Held ist.
Es ist der erste Teil einer Reihe. Schreckliche Dinge geschehen. Die Figuren (Mensch und Tier) und Orte sind originell und interessant. Aber es geht nicht so richtig vorwärts, von Ort zu Ort ja, aber nicht in der Handlung. Am überzeugendsten ist das Buch in den Träumen des Mädchens Halla, in denen sie als Tiergestalt agiert.
Die Passagen um die Kaiserin Theophanu und dem Gefangenen Trym sind im ersten Teil noch ein eigenständiger Erzählstrang. Bis zum Ende des Buches ist nicht ersichtlich, wie die Fäden zusammenlaufen könnten.
Ich habe mich mit dem Buch schwer getan. Es bleiben einfach zu viele Fragen offen. Die Atmosphäre und die Idee, die hinter dem Buch steckt, sind wirklich gut. Die Kälte, die Gefahren kann man beim Lesen fast körperlich spüren. Aber das reicht nicht.

Bewertung vom 27.11.2025
Marshall, Kate Alice

Eisnebel


sehr gut

Geheimnisse und Lügen
Das Buch hat ein tolles Cover, das die winterliche Atmosphäre und die Abgeschiedenheit gut aufgreift.
Ein einsam gelegenes luxuriöses Anwesen, tief verschneite Landschaft, was für ein Rahmen, um das erste Mal auf die Familie des Freundes zu treffen. Doch Theodora muss schnell erkennen, dass sie nicht willkommen ist. Der Hintergrund von Connor und Theodora könnte nicht unterschiedlicher sein: Reichtum gegenüber Adoptiveltern.
Geheimnisvolle Drohnachrichten mit der Aufforderung zu verschwinden und merkwürdige Flashbacks, die ihr das Gefühl vermitteln, schon einmal hier gewesen zu sein, machen Theo zu schaffen.
Welches Geheimnis verbirgt sich hinter Idlewood und was hat sie damit zu tun?
Der Schreibstil ist flüssig und entwickelt eine Sogwirkung. Die Charaktere sind fast alle nicht richtig zu durchschauen und sorgen mit ihren Lügen dafür, dass der Leser sich nie sicher sein kann, was als Nächstes passiert.
Die düstere, winterliche Atmosphäre ist definitiv ein Pluspunkt des Buches, da sie das passende Gefühl von Isolation und Gefahr unterstreicht.
Einen Stern Abzug gibt es dafür, dass die Autorin am Ende ein wenig zu viel Wendungen eingebaut hat. Da wäre weniger mehr gewesen.
Aber insgesamt ein Thriller, der absolut lesenswert ist.

Bewertung vom 18.11.2025
Gasteiger, Heinrich;Wieser, Gerhard;Bachmann, Helmut

Passion Gemüse


ausgezeichnet

Vielfältige Gemüsegerichte
Das Kochbuch lockt schon mit einem tollen haptischen Cover, auf dem einen das Gemüse schon anlacht.
Es startet mit einem Informationsteil rund um Gemüse und einem Saisonkalender. Passend zu den Rezepten gibt es spezielle Abschnitte über die Zu- und Vorbereitung der einzelnen Gemüsesorten.
Die Rezepte sind sinnvoll aufgebaut. Zubereitungszeit, Schwierigkeitsgrad und Anzahl der Personen sind angegeben.
Zutaten und Zubereitungsschritte sind gut erklärt und abgerundet werden die Rezepte durch tolle Fotos.
Die Rezepte selbst sind abwechslungsreich und bieten eine große Auswahl für jede Saison. Es finden sich Klassiker in neuem Gewand, aber auch moderne Varianten, die man so bestimmt noch nicht probiert hat.
Wir haben die Gemüseburger und die Linsencrêpes schon probiert und es war sehr sehr lecker und hat bestens funktioniert.
Ein tolles Kochbuch, das außer den Rezepten auch viel Wissen rund um Gemüse vermittelt.

Bewertung vom 18.11.2025
Sandberg, Ellen

Rauhnächte


sehr gut

Gelungene Atmosphäre der Rauhnächte
Ellen Sandberg greift in ihrem Roman das aktuelle Thema der Rauhnächte auf. Wichtig zu erwähnen ist, dass es sich hier um ein Buch handelt, das bereits vor zehn Jahren als Jugendbuch unter dem Titel “ Die Flammen flüstern dein Lied” erschienen ist. Die Autorin hat die Geschichte komplett überarbeitet und als Roman für Erwachsene verfasst.

Pia erfährt durch Zufall, dass sie nicht das leibliche Kind ihrer Eltern ist. Da ihre Eltern auf ihrem Schweigen bzgl. der Vergangenheit und den Vorgängen rund um die Adoption beharren, fährt sie, tief verletzt, in das Dorf, in dem sie ihre Kindheit verbracht hat und begibt sich auf die Spuren ihrer leiblichen Mutter, die bei einem Unfall ums Leben gekommen ist.

Erzählt wird auf zwei Zeitebenen, die aktuelle, die sich mit Pias Suche beschäftigt und die Vergangenheit, die die Ereignisse vor 18 Jahren erzählt.

Sehr gut gelungen ist die Atmosphäre der Rauhnächte und der damit verbundene Aberglaube. Im Laufe der Handlung zeigt sich, dass Pia tief verborgene Geheimnisse aufweckt und sich damit in Gefahr bringt.

Das Buch ist spannend geschrieben und passt von der Atmosphäre gut in die Jahreszeit. Die Auflösung ist rund und fügt alle Fäden zusammen.

Die Figur der Pia hat im Buch durchaus eine Entwicklung durchlaufen, bleibt mir aber, auf den gesamten Inhalt betrachtet, zu unreif in ihrem Verhalten. Da das ältere Jugendbuch ja explizit in einen Erwachsenenroman umgeschrieben wurde, passt es nicht so ganz.

Insgesamt aber ein lesenswerter Roman über Geheimnisse und Intrigen innerhalb einer Familie.

Bewertung vom 11.11.2025
Borrmann, Mechtild

Lebensbande


ausgezeichnet

Wenn Schicksal verbindet
Mechtild Borrmann nimmt uns mit in das Leben von Nora, Lieselotte und Lene. Drei Frauen, deren Schicksalwege sich in der Zeit vom Zweiten Weltkrieg bis zum Mauerfall kreuzen.
In Rückblicken wird die Geschichte von Lene erzählt, die aus einer unglücklichen Ehe ein behindertes Kind hat, ein im damaligen Naziton - Reichsausschusskind -.
Nora, Krankenschwester, hilft Lene, das Leben ihres Sohnes zu retten. Und schließlich Lieselotte, die mit Nora zusammen in ein russisches Arbeitslager verschleppt wird.
In der Gegenwart sorgt ein Brief der Rentenkasse dafür, dass getroffene Entscheidungen und Ereignisse aus der Vergangenheit plötzlich wieder lebendig werden.
Mechtild Borrmann hat ein Händchen dafür, historische Ereignisse und persönliche Schicksale miteinander zu verknüpfen. Sie schreibt sehr fesselnd, ohne dabei kitschig zu werden und lässt den Leser mit den Frauen und ihren Schicksalen mitfühlen.
Die Namen und Orte sind fiktiv, doch beruht die Geschichte auf Erinnerungen, Erzählungen und Dokumenten dieses dunklen Kapitel der Geschichte. Das Buch macht deutlich, was Freundschaft und Mut zu leisten vermögen. Ich kann das Buch nur jedem ans Herz legen

Bewertung vom 07.11.2025
Åslund, Sandra

Dann ruhest auch du / Maya Topelius Bd.3


sehr gut

Der beste Teil der Reihe
Der dritte und letzte Teil um Maya Topelius ist für mich auch der beste dieser Reihe.
Die Leiche einer Journalistin wird gefunden und alles deutet auf eine Hinrichtung hin. Schnell vermutet man einen Zusammenhang mit einem anderen Mordfall.
Die Ermittlungen führen tief in das rechtsextreme Milieu und machen den Inhalt des dritten Teils damit hochaktuell.
Auch die privaten Entwicklungen gehen weiter. Maya und ihre Freundinnen Clara, Sanna und Emily müssen sich erneut intensiv mit der Vergangenheit auseinandersetzen. Aber diesmal ist es direkt in die Mordermittlung eingebunden. Die Nebenfiguren sind auch sehr gut ausgearbeitet, wie z.B. Johan, der die Leiche der Journalistin gefunden hat.
Der Spannungsbogen hat sich bis zum Schluss gehalten und die Aufklärung des Falls war überzeugend. Auch die Geschichte um die vier Frauen wurde zu einem Abschluss gebracht, so dass man von einem insgesamt runden Ende der Reihe sprechen kann.

Bewertung vom 01.11.2025
Blackhurst, Jenny

The Final Wife


sehr gut

Es gibt drei Seiten. Seine, meine und die Wahrheit
Der Schönheitschirurg Luke Whitney wird erstochen aufgefunden. Anna, seine Frau, gesteht die Tat. Aber ist das auch so?
Detective Rebecca Dance erkennt schnell, dass hier der Schein trügen könnte. Die Abgründe, die hinter der glänzenden Fassade von Luke Whitney lauern, geben auch noch anderen ein Mordmotiv.
Jenny Blackhurst hat hier einen psychologischen Thriller geschrieben, der von seinen unerwarteten Twists und wechselnden weiblichen Perspektiven lebt.
Als Leser weiß man genau, dass hier alle Beteiligten lügen, aber es bleibt bis zum Schluss unklar, wer die Wahrheit sagen könnte.
Die unterschiedlichen Perspektiven lassen Einblicke in die Vergangenheit der Figuren zu, um dann wieder direkt in die aktuelle Situation zu wechseln. Die Thematik des Thrillers, Macht, Kontrolle und Dominanz in Beziehungen sind sehr realitätsnah dargestellt. Toxische Beziehungen, die auch im echten Leben oft zu finden sind.
Obwohl der Thriller durchaus lesenswert ist, gibt es ein paar Kritikpunkte. Die privaten Ereignisse aus dem Leben der Ermittlerin haben keinen Mehrwert für die Story und wirken auf mich störend. Zum Ende hin haben sich einige Logikfehler eingeschlichen, die die Auflösung nicht völlig stimmig und damit unrealistisch wirken lassen.
Insgesamt aber ein lesenswerter Thriller, bei dem man bis zum Ende im Unklaren bleibt

Bewertung vom 31.10.2025
Kinkel, Tanja

Sieben Jahre


sehr gut

Ein historisches Schwergewicht
Friedrich der Große ist die Hauptfigur im neuen historischen Roman von Tanja Kinkel, der optisch ein wirklicher Blickfang ist.
Aus dem Leben von Friedrich dem Großen hat sich die Autorin den Siebenjährigen Krieg als Grundlage für den Roman herausgenommen.
Natürlich folgt in dem Roman Schlacht auf Schlacht, Bündnisse wechseln, Intrigen bestimmen das Geschehen. Nicht umsonst wird der Siebenjährige Krieg auch in einigen Quellen als inoffizieller Erster Weltkrieg bezeichnet.
Hier wird aber der Fokus auf die Großmächte, Maria Theresia von Österreich (die ewige Gegenspielerin von Friedrich), Preußen, Großbritannien und Frankreich gelegt.
Die andere Seite des Romans ist aber die menschliche Seite der Figuren. Besonders geht die Autorin hier auf das Verhältnis der Brüder Friedrich und Heinrich ein. Zwei Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und deren kompliziertes Verhältnis die Handlung des Romans mit beeinflusst. Auch die familiären Hintergründe, das schwierige Leben unter einem despotischen Vater, die Rolle der Frauen in dieser Zeit, unterdrückte bzw. offen ausgelebte sexuelle Neigungen spielen eine große Rolle.
Die Vielzahl der Personen stellt dabei eine Herausforderung dar, bei der das Personenverzeichnis zu Beginn des Romans sehr hilfreich ist.
Die Nebenfiguren bilden eine gute Ergänzung, besonders zu nennen ist hier der Page Hannibal, der mir persönlich am besten gefallen hat.
Akribische Recherche über den Siebenjährigen Krieg, die Intrigen und Machtspiele, die privaten Einblicke in das Leben der Hauptfiguren zeichnen den Roman aus.
Es ist kein Buch, das man mal eben zwischendurch lesen kann, sondern es erfordert Konzentration und Durchhaltevermögen. Mir fiel es schwer, zu den Personen eine Bindung aufzubauen, die Distanz beim Lesen ist nie ganz verschwunden. Auch hätten dem Buch einige Seiten weniger sicher gut getan. Viele Passagen, vor allem aus dem Kriegsgeschehen, wären gekürzt, sicherlich noch genauso informativ gewesen.
Insgesamt aber ein durchaus lesenswertes Buch für Leser, die sich sehr für Geschichte interessieren, denn das ist hier die Hauptvoraussetzung, um Spaß an der Lektüre zu haben

Bewertung vom 21.10.2025
Specht, Heike

Die Frau der Stunde


ausgezeichnet

Grandioser Blick in die Zeitgeschichte der späten 70er-Jahre
Das Cover sticht farblich hervor, ohne aufdringlich zu wirken. Die abgebildete Frauenfigur spiegelt das wider, was der Roman thematisiert, eine starke Frau, die ihren Platz in der Männerwelt behauptet.
Catharina Cornelius, eine fiktive Figur, wird überraschend zur Außenministerin und Vizekanzlerin ernannt. In einer Zeit, in der Männer das politische Geschehen in Bonn dominieren und Frauen, wenn überhaupt, nur Randfiguren oder politische Mittel zum Zweck sind.
Die Story um Catharina Cornelius ist eingebettet in historisch belegtes Zeitgeschehen, die weiteren politischen Personen weisen Ähnlichkeiten mit bekannten Personen auf, ohne sie zu kopieren.
Ein zentrales Thema ist die damalige Revolution im Iran, die sehr persönlich wird, da eine der Hauptfiguren, Azadeh, die Freundin von Catharina, schon seit Jahren für die Rechte der Frauen im Iran kämpft.
Atmosphärisch ist der Roman perfekt gelungen, verrauchte Sitzungssäle, der stets präsente Alkohol, Intrigen und Machtspiele im Hintergrund. Wer politisch in dieser Zeit interessiert war, wird viele Dinge wiedererkennen, was diese Jahre geprägt hat.
Heike Specht ist Historikerin, das spürt man in jeder Zeile. Sie hat hier ein Buch über eine starke Frau geschrieben, mit all ihren Träumen, Ambitionen und Konflikten. Ein politisches Buch, über Macht, politische Strukturen und Geschlechterrollen, das sich fesselnd wie ein Krimi liest und am Ende Bedauern darüber auslöst, dass es zu Ende ist.
Dieses Buch ist eines der besten Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe und ich hoffe, dass man von Heike Specht noch viel hört.

Bewertung vom 18.10.2025
Fagan, Kate

Die drei Leben der Cate Kay


weniger gut

Konnte mich nicht mitnehmen
Ein interessantes Cover, welches ihrer drei Leben kann sie da im Rückspiegel sehen? Der Klappentext hat mich sehr angesprochen. Eine gefeierte Autorin mit geheimnisvollem Hintergrund. Verborgene Identitäten, Lügen, schwierige Freundschaften. Wie wurde das öffentliche Bild zur Fassade und was steckt noch vom alten Leben in Cate Kay?
Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und gibt dem Leser daher ganz unterschiedliche Definitionen von Ereignissen.
Mir fehlt jedoch im ganzen Buch der rote Faden. Die Charaktere sind nicht authentisch, sondern wirken oberflächlich und emotionslos.Die Handlung ist eher ereignisarm und die Wechsel zwischen den Zeitebenen und Perspektiven wirken planlos.
Keine der Identitäten konnte mich wirklich überzeugen. Das gehütete Geheimnis, nun ja.
Fazit: Das Buch hat meinen Geschmack leider nicht getroffen.