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Benutzername: 
Flughund
Wohnort: 
Kumhausen
Über mich: 
Mein Lesegeschmack ist evtl. ein bisschen exzentrisch und ungerechenbar :-D

Bewertungen

Insgesamt 2 Bewertungen
Bewertung vom 28.03.2021
Der gefrorene Himmel
Wagamese, Richard

Der gefrorene Himmel


ausgezeichnet

Im Rahmen seiner Therapie von der Alkoholsucht erzählt Saul Indian Horse, Anfang 30, seine Geschichte. Bis zu seinem 8. Lebensjahr wuchs er bei seiner Familie nach der Tradition der Ojibwe auf. Nach dem Tod seiner Großmutter (und dem Verschwinden der Eltern) wurde er in eine spezielle Schule für Indianerkinder gesteckt, die "St. Jerome's Residential School". Dort sollte ihnen alles indianische ausgetrieben werden, Züchtigungen und auch sexueller Missbrauch waren an der Tagesordnung. Durch sein Talent für Eishockey schaffte es Saul schließlich, dieser Schule zu entfliehen.

Auch wenn ich selber mit Eishockey nichts anfangen kann, muss ich sagen, dass das Spiel in diesem Buch hervorragend geschildert wird. Die Geschichte ist aufgrund der harten Thematik nicht immer schön, aber ergreifend. Man fühlt als Leser mit Saul mit. Der Rassismus gegen Menschen mit indigener Abstammung ist auch ein wichtiges Thema in diesem Buch. Ein trauriger Aspekt des Buches ist, dass in der Schule offensichtlich viele Kinder sterben, nicht nur durch Krankheiten, sondern auch durch Suizid. Die Sprache des Autors ist klar und schön, das Buch ist einfach zu lesen, ohne jemals platt zu sein.

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Bewertung vom 18.01.2021
Epiphanie (eBook, ePUB)
Siemer, Nicole

Epiphanie (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Eddie Quinn, ein vermeintlich psychisch gestörter Serienmörder, ist 21 Jahre alt und sitzt im Gefängnis, weil er u. a. seine Mutter umgebracht haben soll. Der forensische Psychiater Doktor Phillip Meiners soll seine Schuldfähigkeit beurteilen. Eddie spricht immer von einem Unheimlichen Mann, der ihn schon seit der Kindheit heimsucht und den nur er sehen kann. Der Unheimliche Mann soll die Morde begangen haben...

Ich mochte den Schreibstil von Nicole Siemer. Mir gefiel, wie Eddie und Meiners beschrieben wurden. Besonders in der Mitte fand ich das Buch spannend. Ich finde, dass "Epiphanie" auch für zartbesaitete Leser geeignet ist. Wirklich harten Horror gibt es nicht. Die Gewaltszenen werden nicht breit ausgewalzt. Es kommt an einigen Stellen eine unheimliche Stimmung auf, die ich als angenehm gruselig empfunden habe.