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katikatharinenhof

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Insgesamt 372 Bewertungen
Bewertung vom 10.01.2026
Betram, Annie

Zwischen den Welten


ausgezeichnet

Eine märchenhafte Bilderreise mit stummen Zeitzeugen

Mit dem Satz" Es war einmal" beginnen viele Märchen, doch wer "zwischen den Welten" von Annie Bertram aufschlägt, wird in märchenhafte Welten entführt, die ihre Geschichten ganz ohne Worte erzählen.

Efeu windet sich wie eine schützende Umarmung um Eingangspforten, Fensterbögen und dem verrosteten Metallgerippe eines Wintergartens, Staub und Asche wirken wie ergrauter Samt in den verfallene Ruinen und die Sonne taucht alles in ein magisches Licht. Der letzte Walzer ist schon lange ausgetanzt, der letzte Vorhang gefallen und doch ist da Etwas....

Annie Bertram fängt mit ihrer Kamera einzigartige Augenblicke in Lost Places ein, die magisch, geheimnisvoll, zauberhaft und mystisch sind. Die fast lautlos gemurmelten Worte eines Gebetes hallen noch von den Mauern der Kirche wieder, während perlendes Lachen und zartes Gläserklingen von der Terrasse einer verlassenen Villa herüber weht.

In den Ruinen ist noch dieses erhabene Gefühl zu spüren, die Anwesenheit der Reisenden oder Kurenden liegt förmlich noch in der Luft und auch die ein oder andere dunkle und wehmütige Erinnerung schleicht sich ein, wenn das Bilderbuch der Dekadenz der Vergangenheit aufgeschlagen wird und die Betrachtenden auf eine Zeitreise schickt.

Zwischen Verfall und Gänsehaut, abblätternder Wandfarbe und Rost, grünen Teppichen aus Wurzelgeflecht, Schutt und Staub dringt die prachtvolle Atmosphäre von einst auch heute noch aus den Ritzen und zeigt die Magie der Vergänglichkeit. Aufgeplatzte Tapeten hängen in Fetzen von den Wänden, geben einen Blick auf nacktes, bröckeliges Gestein frei.Das einst so kunstvoll geschmiedete Treppengeländer wirkt mit seinen verstaubten Schnörkeln und Ranken wie ein mahnend erhobener Zeigefinger und die Sonne zaubert mit in der Luft tanzenden Staubpartikeln ein mystisch anmutendes Spiel auf dem ausgetretenen Parkettboden. Die exzellenten Aufnahmen des Bildbandes lassen die Betrachtenden eine Zeitkapsel öffnen, um von gescheiterten Träumen,der Hoffnung auf Heilung, finanziellen Fehlentscheidungen und prunkvollen Festen zu erzählen.

Schlafende Schönheiten zwischen Rost und Moos, hinter einst imposanten Fassaden und Maschinen, die noch heute von einer Leidenschaft für Technik und Fortschritt erzählen, werden in diesem Buch wieder zum Leben erweckt. Die Aufmachung ist schlicht, jedoch sehr wirkungsvoll, denn die Seiten atmen Geschichte, werfen das Kopfkino an und es braucht nur wenige Worte, um die eindrucksvollen Aufnahmen im Buch zu einem sehr sinnlichen und abenteuerlichen Leseerlebnis zu verwandeln.

"Zwischen den Welten" ist eine Kombination aus ästhetischer Anziehungskraft, Abenteuerlust und dem Drang, den Geschichten zu lauschen, die die verlassenen Orte und Bauwerke erzählen, um sie anschließend selbst aufzusuchen. Wer sich auf die Abenteuer im Buch einlässt, wird nicht nur beeindruckende Bilder betrachten, sondern auch einen Blick in die Vergangenheit werfen, die manchmal noch gar nicht so lange her ist, Annie Bertram zeigt mit ihrer Bilderwelt der Lost Places, was Nostalgie in Verbindung mit dem morbiden Charme des Verfalls entstehen lässt - eine märchenhafte Bilderreise mit stummen Zeitzeugen.

Bewertung vom 30.12.2025
Fitzek, Sebastian

Das Kalendermädchen


ausgezeichnet

Glaube, dem die Tür versagt, steigt als Aberglaub' ins Fenster. Wenn die Götter ihr verjagt, kommen die Gespenster.“ Emanuel Geibel

Das eigene Kind leiden zu sehen und nicht helfen können - für eine Mutter die wohl emotional schwierigste und belastendste Situation. Olivia Rauch muss dringend für ihre Adoptivtochter Alma eine/n Knochenmarkspander/in finden, um noch eine Chance auf das Überleben des Kindes zu haben. Als wäre die Suche nach den leiblichen Eltern nicht schon schwer genug, muss sich Olivia auch noch mit einer Legene herumplagen, die besagt, dass das "Kalendermädchen" einst einen furchtbaren Adventskalender öffnen musste. Doch welche Verbindung gibt es zwischen Alma und dem Kalendermädchen ? Um das herauszufinden, muss Olivia selbst an den Ort des Schreckens reisen...


Er. Kann. Es. Einfach! Fitzek haut mit "Das Kalendermädchen" wieder einen ertsklassigen Thriller raus, der von der ersten Seite an einen ausgefeilten Plot mit irren Twists bereit hält. Die einzelnen Kapitel sind kurz und knackig verfasst, lassen kaum Zeit zum Atem holen und halten viele Cliffhanger bereit, um die Leserschaft regelrecht an den Seiten kleben zu lassen.

Die Story lebt vom raffinierten Thrill und einer subtilen Bösartigkeit, die sich wie ein frostglitzernder Faden durch de Handlung webt. Fitzek lässt seine Leserschaft zusammen mit seinen Protagonist:innen Türchen öffnenm, die verstörend, provokant und jederzeit spannend sind und manchmal vielleicht doch besser verschlossen geblieben wären, denn hinter ihnen befinden sich menschliche und seelische Abgründe.

Die Charaktere sind erstklassig ausgearbeitet und mitunter so undurchsichtig, dass eine präzise Beobachtung beim Lesen notwendig ist, um hinter die faszinierenden Fakten und Zusammenhänge zu kommen, die sich der Autor für seine treuen Fans ausgedacht hat. Viele Schauplätze halten die Sapnnung hoch und Fitzek weiß, welche Stellschrauben er drehen muss, um nicht nur die Lesenden bei der Stange zu halten, sondern auch den Nervenkitzel konstant über 384 Seiten zu befeuern.

Thriller-Fans erleben nicht nur Türchen des Grauens, sondern gehen oft an die Grenze des Aushaltbaren. Es sind schonungslose Bilder, die lange nachwirken, die den Voyeurismus und die Lust an der Angst mit immer neue Adrenalinkicks versorgen. Die Gänsehaut ist Dauergast auf den Armen, die Nackenhaare stehen permantent zu Berge und ein befreites Aufatemn ist wirklich erst dann möglich, wenn die letzte Seite gelesen und das Buch zugeklappt ist.

Fitzek setzt mit der Taschenbuchausgabe nochmal ein Lesehighlight zum Abschluss des Buchjahres 2025 - Chapeau!

Bewertung vom 26.12.2025
Schwarz, Simon;Nendzig, Ursel

Geht's noch?


ausgezeichnet

Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie an und handelt (unbekannter Verfasser)

Simon Schwarz trifft mit seinem Buch „Geht’s noch?“ genau den Nerv der Zeit. Er spricht aus, was viele Menschen denken, aber sich oft nicht trauen, laut auszusprechen – vor allem, wenn es um gesellschaftliche Missstände geht, die uns alle betreffen. Schwarz geht nicht nur mit seiner scharfsinnigen Analyse der aktuellen sozialen, politischen und ökologischen Zustände an den Kern der Probleme, sondern fordert auch zu aktivem Handeln auf. Es geht nicht nur um die Dinge, die uns ärgern, sondern darum, was jeder Einzelne tun kann, um eine Veränderung zu bewirken. Die Botschaft ist klar: Nur gemeinsam können wir etwas bewegen!

Schwarz geht der Frage nach, warum es trotz gesetzlicher Gleichstellung immer noch deutliche Unterschiede gibt – sei es bei der Bezahlung, der Anerkennung von Arbeit (auch im privaten Bereich, wo vor allem Frauen unbezahlte Sorgearbeit leisten), oder der Verteilung von Führungspositionen. Mit seinen treffenden und teils provokanten Aussagen stellt er fest, dass es noch viel zu tun gibt, um echte Gleichberechtigung zu erreichen. Die Leser:innen werden zum Nachdenken angeregt und dazu, Verantwortung zu übernehmen – nicht nur für sich selbst, sondern auch für das Miteinander in unserer Gesellschaft.

Ein besonders wertvoller Aspekt des Buches ist der Aufruf zu mehr eigenständigem Denkenund Handeln Schwarz fordert uns heraus, uns nicht von Vorurteilen und oberflächlichen Meinungen leiten zu lassen, sondern Menschen und Themen mit einer offeneren, unvoreingenommeneren Haltung zu betrachten. Dieser Gedanke bleibt einem im Gedächtnis, denn wer kennt das nicht: wie schnell bilden wir uns Meinungen über andere, ohne wirklich hinzusehen? Schwarz ermutigt uns, den eigenen Horizont zu erweitern und die Komplexität der Welt zu erkennen, denn am Ende des Tages hängt alles mit allem zusammen. Nur wenn dieses Gleichgewicht stimmt, ist ein gemeinsamer Konsenz möglich,

Der „Back to the roots“ Appell zeigt, wie wichtig es ist, regionale Produkte zu unterstützen und auch die Ernährungsgewohnheiten zu hinterfragen. Er macht deutlich, dass Veränderungen nicht nur auf dem Teller, sondern vor allem im Kopf beginnen müssen. Verantwortung wird hier großgeschrieben, und Schwarz fordert uns auf, nicht nur unsere eigenen Bedürfnisse zu betrachten, sondern die Auswirkungen unserer Entscheidungen auf die Umwelt und die Gesellschaft insgesamt.

Schwarz hat den Kniff raus, um aus Frustration Motivation zu ziehen. Anstatt sich von negativen Erlebnissen lähmen zu lassen, nutzt er diese als Antrieb, um positive Veränderungen anzustoßen. Dieser Ansatz – Frust als Antreiber zu nutzen– ist nachahmenswert.

Eine weitere wichtige Botschaft ist die klare Ablehnung des „Haste was, biste was“-Gedankens, der in vielen Köpfen durch die klugen Schachzüge der Werbeindustrie verankert ist. Schwarz macht klar, dass es nicht darum geht, das nächste größere Auto oder ein Haus mit Pool zu besitzen, sondern darum, bewusst Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen und eine nachhaltige Gesellschaft zu gestalten. Die ständigen Forderungen nach „höher, schneller, weiter, die uns alle überfordern und in die Ecke drängen, werden von Schwarz hinterfragt, und er zeigt auf, wie wichtig es ist, sich von dieser Denkweise zu lösen.

Schwarz ist ein Antreiber – jemand, der seine Bekanntheit nutzt, um gesellschaftlich relevante Themen anzusprechen und zur Veränderung aufzurufen. Wer ihn nur als Schauspieler kennt, wird hier eine völlig neue Seite an ihm entdecken. Er ist kein bloßer Spaßmacher, sondern ein Denker, der sich für die wichtigen Fragen der Zeit einsetzt. Das Buch ist ein Appell, die Zukunft selbst zu gestalten und nicht passiv abzuwarten, dass andere es für uns tun.

„Geht’s noch?“ ist eine anregende Lektüre, die zum Nachdenken, Handeln und Umdenken anregt. Simon Schwarz bringt Themen auf den Tisch, die viele von uns betreffen, und fordert uns auf, uns nicht mit dem zufriedenzugeben, was vorhanden ist, sondern aktiv zu werden, um die Welt von morgen mitzugestalten.

Bewertung vom 14.12.2025

Geschenkpapier-Heft Englische Landschaftsgärten


ausgezeichnet

Eine Ode an Blüten und Gartenkunst

„Es liegt was in der Luft, ein ganz besondrer Duft“ – die Liedzeilen von Götz Alsmann könnten kaum treffender sein, wenn Käufer:innen das Geschenkpapier-Heft „Englische Landschaftsgärten“ zum ersten Mal in den Händen halten. Schon beim Durchblättern entfaltet sich eine Atmosphäre voller Leichtigkeit, Romantik und blühender Fantasie.

Jeder einzelne Geschenkpapierbogen ist eine kleine Hommage an die Schönheit englischer Gärten: üppige Blütenpracht, harmonische Farben und liebevoll gestaltete Motive laden dazu ein, Geschenke für Herzensmenschen nicht einfach nur einzupacken, sondern sie mit echter Freude und Kreativität zu umhüllen. Und wer mag, nimmt die Bögen mit in die DIY-Werkstatt – denn dieses Papier kann weit mehr als nur verpacken.

Dank der sauberen Perforation lassen sich die Bögen mühelos und ordentlich heraustrennen. Das Papier ist angenehm stabil, reißfest und damit auch für etwas unhandlichere Geschenke bestens geeignet. Die Motivauswahl begeistert durch ihre Vielfalt: von elfenbeinfarbenen Seerosen über bunte Wildblumenwiesen bis hin zur stimmungsvollen herbstlichen Waldszenen – für jede Jahreszeit findet sich der passende Bogen.

Besonders schön: Die Geschenkpapierbögen eignen sich hervorragend für kreative Bastelideen. Ob geflochtene Papierkörbchen, dekorative Schleifen, zarte Blüten, Papierrosetten, Schmetterlinge oder individuell gestaltete Geschenktüten – der Fantasie sind hier wirklich keine Grenzen gesetzt.

Das Geschenkpapier-Heft „Englische Landschaftsgärten“ ist mehr als "nur" Papier. Es verwandelt jedes Geschenk in einen kleinen Gartengruß – duftend nach Kreativität, Freude und ganz viel Liebe zum Detail.

Bewertung vom 14.12.2025

Gefährlich schön Notizbuch groß - Motiv Sternblume


ausgezeichnet

Für ganz besondere Erinnerungen

Gedanken sind oft flüchtig – und doch gilt es, sie festzuhalten, damit dieser eine Augenblick nicht für immer verloren geht. Damit Worte nicht einfach wegfliegen, sondern wie ein leises Flüstern von Tinte auf Papier wirken, gibt es dieses edle, in Leinen gebundene Notizbuch „Gefährlich schön“ mit dem Motiv der Sternblume aus dem Gerstenberg Verlag.

Schon auf den ersten Blick verzaubert das Cover: Die Farben der Blüten kommen auf dem hochwertigen Leinen wundervoll zur Geltung und verleihen dem Notizbuch einen Hauch Eleganz. Es lädt geradezu dazu ein, innezuhalten und Emotionen, Erinnerungen und Gedanken auf das rein weiße Papier im Innenteil fließen zu lassen.

Auch haptisch überzeugt das Notizbuch auf ganzer Linie. Das Papier besitzt sehr gute Saugeigenschaften und eignet sich hervorragend für Tinte, Gelstifte oder Kugelschreiber - es drückt nichts durch und die Tinte verläuft nicht. Ein praktisches Lesebändchen sorgt dafür, dass der Überblick nicht verloren geht und man jederzeit zu seinen Gedanken zurückfindet.

Ein einzigartiges und hochwertiges Notizbuch, genauso einzigartig wie die Gedanken derer, die es mit Worten, Gedanken und Erinnerungen füllen.

Bewertung vom 14.12.2025
Nowak, Christian

DUMONT Bildatlas Island


ausgezeichnet

Nordlichtglück und Wegträum-Momente

In einem Land aus Eis und Feuer"...was wie der erste Satz aus einem Märchen beginnt, wie mit demBildatlas "Islannd" schon bald Wirklichkeit. Tanzende Polarlichter, das kühle Blau der Geltscher, tosende Wasserfälle und fasts chon surreale Lanschaften ziegen auf eindrucksvollen Fotos, warum alle Reisenden so heiß auf Eis sind.

Zischen Tradtion und Moderne finden Resiende alles, um wunschlos glücklich zu sein. Es darf eben ein bisschen Mee(h)r sein als die üblichen Verdächtigen wie Islandsponys und Strickpullover. Der Bildatlas erzählt neben Geschichten von Feen und Trollen auch in kurzen Einblicken die Geschichte des Landes, hält Wissenswertes von A bis Z bereit und zeigt Mögchkeiten auf, wie Urlauberinnerungen entshenen, die das Herz wärmen.

Ob es ein Bad in der Blauen Lagune, der Besuch bei den Elfen oder der Abstieg in den Vulkanschlot ist - Island zeigt seine ganze Vielfalt, die vom Kaltfarbneland bis hin zur diabolische Energie der Vulkane reicht.

m Bildatlas werden alle wichtigen Informationen auf das Notwendigste komprimiert und sehr interessant aufbereitet, sodass die Reise- & Abenteuerlust immer wieder neu angestachelt wird. Das Lied "Fire and Ice" aus dem dem gelichnamigen Bogner-Film begleitet die Lesenden als Ohrwurm beim Durchblättern der Seiten. Und wer weiß, vielleicht springt aus einer der Seiten eine kleine Elfe oder ein Troll und erfüllt den Wunsch nach einer Reise nach Island. Mit dem vorliegenden Bildatlas wird es zumindest gedanklich schon einmal möglich :)

Bewertung vom 13.12.2025
Rives, T M

New York - Atlas des Geheimen


gut

Der Reiseführer jetzt als Reisebildband

New York wird häufig als „die Stadt, die niemals schläft“ beschrieben. Trotz dem Lärm und dem Trubel existieren jedoch zahlreiche ruhige, ungewöhnliche und wenig bekannte Orte, die dem hektischen Großstadtbild eine andere Facette hinzufügen. Der Reisebildband „New York – Atlas des Geheimen“ widmet sich genau diesen verborgenen Seiten und zeigt, dass die Stadt unendlich viele Gesichter hat.

Das Buch lädt dazu ein, die bekannten Wege zu verlassen und New York jenseits von Leuchtreklamen, gelben Taxis und belebten Straßenschluchten zu entdecken. Vorgestellt werden kleine und große Besonderheiten, die oft im Alltagstrubel übersehen werden: ungewöhnliche Fassadendetails historische Relikte, vergessene Orte oder überraschende Begegnungen mit der Natur mitten in New York. So finden sich unter anderem Hinweise auf verschwundene Siedlungen, kunstvolle Art-déco-Elemente, einen versteckten Wasserfall oder die letzten Gaslaternen der Stadt.

Text und Bild passen gut zusammen, um ein entschleunigtes New-York-Erlebnis zu vermitteln. Die Auswahl der Motive schafft bewusst Momente der Ruhe und zeigt, dass sich auch in einer scheinbar schlaflosen Stadt stille Entdeckungen machen lassen.

Inhaltlich greift der Bildband auf den bereits erschienenen Reiseführer „Verborgenes New York“ zurück. Leserinnen und Leser, die diesen kennen, werden viele der vorgestellten Orte wiedererkennen, nun jedoch in neuer, ausführlicherer Gestaltung und mit stärkerem Fokus auf die visuelle Umsetzung.

Bewertung vom 13.12.2025
Jonglez, Thomas

Venedig - Atlas des Geheimen


gut

Neue, ausführlichere Auflage eines außergewöhnlichen Reiseführers

"La Serenissima" zählt zu den meistbesuchten Städten Europas. Der Massentourismus konzentriert sich dabei häufig auf eine überschaubare Anzahl bekannter Sehenswürdigkeiten, die oft in kurzer Zeit regelrecht abgearbeitet werden. Der Reisebildband „Venedig – Atlas des Geheimen“ setzt bewusst einen anderen Schwerpunkt und richtet den Blick auf jene Orte und Details, die abseits der üblichen Routen liegen.

Das Buch lädt dazu ein, Venedig jenseits der bekannten Plätze zu entdecken: versteckte Innenhöfe, geheime (Paradies-)Gärten, historische Apotheken oder kleine architektonische Details wie Initialen in Brückengeländern. Auch weniger beachtete Besonderheiten, etwa verborgene Elemente in Kirchen oder Palästen, wie etwa die rosafarbenen Säulen am Dogenpalast oder ein Dogenherz in der Basilika, werden thematisiert. Das quirlig laute Treiben des Massentourismus tritt in den Hintergrund und schafft Raum für Geschihcten und Geschichte.

Gestalterisch verbindet der Band Text und Bild zu einem ruhigen, fast melancholischen Gesamtbild, das den abendlichen Rhythmus der Lagunenstadt aufgreift. Die Fotografien unterstützen den Eindruck eines entschleunigten Streifzugs und regen dazu an, einaml bewusst den Blick zu schärfen oder um die sprichwörtliche nächste Hausecke zu schauen.

Inhaltlich handelt es sich um eine erweiterte Neuauflage des bereits erschienenen Reiseführers „Verborgenes Venedig“. Leserinnen und Leser, die mit dem Vorgänger vertraut sind, werden daher nur wenige neue Inhalte entdecken, finden diese jedoch in überarbeiteter und neu gestalteter Form wieder.

Insgesamt ist „Venedig – Atlas des Geheimen“ ein ansprechend gestalteter Reisebildband für alle, die Venedig abseits der bekannten Pfade erleben möchten. Ein Buch zum entspannten Schmökern und als Inspirationsquelle, um sich an grauen Tagen gedanklich in die Lagunenstadt zu reisen.

Bewertung vom 10.12.2025
Widmer, Anny

Wo das Glück wohnt / Hearts & Homes Bd.2


ausgezeichnet

Wenn aus einem alten Haus ein Zuhause wird...

Maura ist richtig hibbelig vor Freude, denn ihr neues Engagement fürhrt sie in die Cotswolds. Die romantische Gegend ist wie gemacht für ihre Sendung, in der wunderschöne Antiqutäten in stilvollem Rahmen eines Herrenhaues präsentiert und zur Versteigerung angeboten werden. Während die kleinen und großen Schätzchen die Herzen der Sammler:innen und des TV-Teams höherschlagen lassen, scheint sich Dave, der Besitzer des Herrenhauses, doch eher in der verstaubten Ecke wohlzufühlen. Während Maura sich nicht nur Herz über Kopf in das Anwesen, sondern auch in Dave verliebt, tut dieser alles dafür, um diese möglichst auf Abstand zu halten. Aber wie heißt es so schön: Erstens kommt alles anders und zweitens sowieso :)


Wenn ein Roman die Bezeicnhung "warm & cosy" verdient hat, dann ist es "Hearts & Homes - Wo das Glück wohnt" von Anny Widmer. Schon das Cover zaubert eine romaisch- gemütliche Stimmung und lädt die Leser:innen dazu ein, esy sich bei Scones und Clotted Cream so richtig gut gehen zu lassen.

Widmer gelingt es hervorragend, die zauberhafte Stimmung der Cotswolds aus den Seiten steigen zu lassen und ihr Buch in eine begehagre Pop-up-Kiuisse zu verwanlden. Die rosenumrakten Cottages, die alten Herrenhäuser, die wunderbaren Antiquitätenläden und die reizvolle Landschaft verzaubern nicht nur Maura, sondern versprühen ihren ländlichen Charme geradezu verschwenderisch und laden dazu ein, sich in das kleine romantische Abenteuer zu stürzen.

Maura hat das Herz auf dem richtigen Fleck, trägt dabei auch manchlma selbiges auf der Zunge und ist doch sehr zurückhaltend, wenn es um ihr eigenes Können geht. Wenn sie sich mit Dave witizige und pointierte Schlagabtausche liefert, ist schnell klar, dass hier mehr fdhinter steckt, als "nur" eine reine Geschäftsbeziehung. Wer Sendungen wie "Bares für Rares" oder "Antiques Roadshow" liebt , kommt voll auf seine/ihre Kosten, denn genau ein solches Konzept liegt den Dreharbeiten zugrunde, die Maura zu Dave führen.

Settingham Hall verströmt genau die richtige Mischung als alten Geschichten und den (finanziellen) Problemem der Gegenwart, öffnet dabei weit und einladend seine Türen und erzählt Geschichten und Geschichte. Es ist, als würden die Lesenden in einem großen Fotoalbum blättern und an den kleinen und großen Romanzen, Intrigen und Verpflichtungen teilhaben können, die ein herrschaftliches Haus in sich trägt.

Die Handlung ist leicht und flüssig zu lesen und auch wenn das Rad der Romanze nicht neu erfunden wird, ist es genau das, was wir alle an kalten grauen Dezembertagen brauchen, um das Buch mit einem Seufzen zuzuklappen. Denn nur wenn wird uns auf all das einlassen, was nicht nur in Romanen passiert, wir aus einem (alten) Haus ein Zuhause

Bewertung vom 07.12.2025
Jonglez, Thomas

Paris - Atlas des Geheimen


gut

Ausführlichere Neuauflage des Reiseführer "Verborgenes Paris"

„Paris – Atlas des Geheimen“ richtet sich an Leserinnen und Leser, die die französische Hauptstadt abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten erleben möchten. Dabei konzentriert sich der Reisebildband weniger auf die klassischen Höhepunkte wie Eiffelturm, Louvre oder Seinefahrten – Themen, die in zahlreichen Reiseführern bereits umfassend behandelt wurden – und widmet sich stattdessen den verborgenen Orten und stillen Details der Stadt.

Das Buch führt zu ungewöhnlichen Schauplätzen in verschiedenen Arrondissements: vom einzigartigen Lichtspektaktel unter der Glaskuppel der Société Générale bis zur abgelegenen Kirche Saint-Séraphin-de-Sarov, die in einem überwucherten Garten verborgen liegt und in deren Innerem ein Baum wächst. Solche Beispiele veranschaulichen die Grundidee des Werks: Paris als Stadt voller kleiner Geheimnisse, versteckter Symbole, Gärten und kaum bekannter Kunstwerke zu zeigen.

Inhaltlich bietet der Reiseführer für jene, die die Stadt neu entdecken möchten, durchaus reizvolle Einblicke und Anregungen. Gleichzeitig fällt auf, dass viele der präsentierten Orte Leserinnen und Lesern, die bereits den Reiseführer „Verborgenes Paris“ desselben Verlags kennen, nicht neu erscheinen dürften. Die Zusammenstellung wirkt stellenweise wie eine Neuauflage vertrauter Inhalte. Auch die Bildgestaltung erreicht nicht immer die Strahlkraft früherer Ausgaben, was den Band optisch etwas weniger eindrucksvoll macht und seinen Charakter als Coffee-Table-Book abschwächt.

Insgesamt liefert „Paris – Atlas des Geheimen“ eine atmosphärische Sammlung ungewöhnlicher Orte, eignet sich jedoch vor allem für Leserinnen und Leser, die sich erstmals mit den verborgenen Seiten der Stadt beschäftigen. Für Kenner:innen ähnlicher Lektüre aus dem Verlag könnte der Mehrwert dagegen begrenzt ausfallen.