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Leseskorpion
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Südhessen

Bewertungen

Insgesamt 42 Bewertungen
Bewertung vom 15.01.2026
Jensen, Jens Henrik

Oxen. Interregnum


ausgezeichnet

Nahe an der Realität

Der kommissarische Leiter des dänischen PET, Axel Mossman, betraut Niels Oxen und Margarete Franck mit den Ermittlungen im Mord an einem Generalstaatsanwalt. Dieser Mord soll mit der Neugründung einer rechtsorientierten Geheimorganisation zusammenhängen, die Mossman verhindern will. Währenddessen wird im Verlauf eines zweiten Handlungsstranges in Aalborg am angeblichen Selbstmord eines chinesischen Studenten ermittelt. Im Verlauf der Story werden die Zusammenhänge zwischen beiden Verbrechen aufgedeckt. Beide Fälle finden ihre Auflösung in einem rasanten Showdown.
Der Schreibstil ist packend, wie es sich für einen Thriller gehört. Von Anfang an ist die Spannung hoch, ich habe das Buch nur ungern aus der Hand gelegt. Die Hauptpersonen werden so gut charakterisiert und auch nebenbei in ihrem Privatleben verankert, dass man sie bald persönlich zu kennen glaubt. Besonders das Innenleben von Niels Oxen wird ausführlich beleuchtet, während seine Kollegin Franck doch ein wenig zu kurz kommt.

Die Handlung bewegt sich nah an der Realität, z.B. über staatlich organisierte Spionage durch chinesische Studenten wurde ja durchaus schon häufiger berichtet. Auch die geschilderten Vorgänge innerhalb der dänischen Regierung wirken sehr realistisch. Ich könnte mir auch durchaus vorstellen, dass beim Geheimdienst ähnlich gearbeitet wird wie Mossman und sein Team das tun. Insofern habe ich aus diesem spannenden Thriller auch einiges gelernt. Gerne empfehle ich dieses Buch weiter.

Bewertung vom 31.12.2025
Cross, Ethan

Im Labyrinth der Furcht


weniger gut

Enttäuschender zweiter Teil

Es handelt sich hier um den zweiten Teil der "Hüter-Reihe" um Francis Ackerman und Nadia Shirazi. Während Francis zusammen mit seiner ganzen Familie Gefangener des Hüters ist, muss Nadia im Alleingang ein Serienmörder-Duo suchen, welches seine Opfer wie Schaufensterpuppen zurecht macht und ausstellt. Auf beiden Handlungsebenen wird der Spannungsaufbau durch endlose Dialoge und innere Monologe sowie zahlreiche Wiederholungen gebremst, sodass die Geschichte nicht so richtig in Gang kommen kann. Das kann Ethan Cross definitiv besser. Dazu gibt es noch einige absolut unglaubwürdige Twists, auf die ich nicht näher eingehen kann, ohne zu spoilern, die mich aber sehr gestört haben. Und am Ende gibt es keinen spektakulären Showdown, wie man es von Cross gewohnt ist, sondern einen eher unspektakulären Kuhhandel. Nein, das war nix,, einen weiteren Teil dieser Reihe werde ich mir sparen.

Bewertung vom 15.12.2025

Wieso? Weshalb? Warum? junior Stickerheft - Dinosaurier


ausgezeichnet

Ein Ausflug in die Welt der Dinosaurier

Auf den liebevoll gestalteten Seiten können sich schon die kleinsten mit den spannendsten Wesen vertraut machen, die es auf der Erde jemals gab. Durch das Platzieren der zahlreichen Sticker können die Kinder sich richtig gut in die Welt der prähistorischen Riesen hinein versetzen und viel über sie lernen, dabei aber auch die "verlorene Welt" nach eigenen Vorstellungen gestalten. Beobachtungsgabe und Kreativität werden gefördert. Kurze, kindgerechte Texte zum Vorlesen ergänzen das ganze, sind aber für das Verständnis nicht zwingend notwendig, denn die Gestaltung der Seiten ist selbsterklärend. Diese für die Kleinsten gedachte Ergänzung der "Wieso-Weshalb-Warum-Reihe" aus dem Hause Ravensburger empfehle ich sehr gerne mit voller Überzeugung weiter. Das Heft eignet sich perfekt als kleines Mitbringsel zu jedem Anlass.

Bewertung vom 15.12.2025

Wieso? Weshalb? Warum? junior Stickerheft - Kindergarten


ausgezeichnet

Toller Zeitvertreib

Auf den liebevoll gestalteten Seiten können schon die kleinsten erste Eindrücke sammeln, wie es im Kindergarten so aussieht. Wer schon ein Kindergartenkind ist, kann vergleichen, ob es im eigenen Kindergarten genauso ist. Durch das Platzieren der zahlreichen Sticker kann die Kindergartenwelt nach den eigenen Wünschen mit gestaltet werden. Dabei setzen sich die Kinder mit ihrem Kindergarten-Alltag auseinander. Beobachtungsgabe und Kreativität werden gefördert. Kurze, kindgerechte Texte zum Vorlesen ergänzen das ganze, sind aber für das Verständnis nicht zwingend notwendig, denn die Gestaltung der Seiten ist selbsterklärend. Diese für die Kleinsten gedachte Ergänzung der "Wieso-Weshalb-Warum-Reihe" aus dem Hause Ravensburger empfehle ich sehr gerne mit voller Überzeugung weiter. Das Heft eignet sich perfekt als kleines Mitbringsel zu jedem Anlass.

Bewertung vom 16.11.2025
Korn, Carmen

In den Scherben das Licht


ausgezeichnet

Eine Geschichte von Hoffnung und Zusammenhalt

In ihrem unvergleichlichen, leichten Schreibstil erzählt uns Carmen Korn eine Geschichte mit Tiefgang aus der Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. Die alternde Volksschauspielerin Friede nimmt in ihrem Haus in Hamburg/Elmsbüttel die unterschiedlichsten Menschen auf. Die beiden Jugendlichen Gert und Gisela, die beide ihre Familien verloren haben, finden sich in Friedes Keller zusammen und bilden quasi den Grundstock zu Friedes ungewöhnlicher Familie. Weitere Menschen stranden bei Friede, für alle hat sie ein offenes Herz und einen Platz an ihrem Küchentisch, wo zunächst karge Nachkriegskost, später dann aber auch deftige Hausmannskost serviert wird.

Die Geschichte erzählt von Hilfsbereitschaft, Zusammenhalt, Hoffnung und Durchhaltevermögen in einer Zeit, die unfassbar hart war. Carmen Korn erzählt so lebendig und authentisch dass ich das Gefühl hatte, mittendrin zu sein und die Protagonisten zu kennen. Es ist durchaus vorstellbar, dass die Geschichte sich so oder ähnlich zugetragen haben könnte. Gleichzeitig flicht sie historisch belegte Ereignisse wie den Hamburger Feuersturm, die Nürnberger Prozesse und die Überstellung sowjetischer Gefangener ins Lager Friedland mit ein was den Roman nochmal realistischer macht. Ich wurde auf sehr spannende Art in eine Zeit entführt, die ich nur aus Erzählungen kenne, die man aber auf keinen Fall vergessen sollte. Wie alle bisherigen Bücher von Carmen Korn ist auch dieses eine uneingeschränkte Empfehlung wert.

Bewertung vom 06.11.2025
Weiß, Sabine

Die Chemie des Verbrechens - Die Fährte


ausgezeichnet

Gelungener Auftakt einer neuen Reihe

In ihrem gewohnt packenden Schreibstil stellt uns Sabine Weiss ein neues Ermittlerteam vor. May ist Spezialistin auf dem Gebiet der DNA-Analyse und promovierte Juristin. Sie soll den Unternehmer Ruben Rickleff vertreten, der aufgrund einer DNA-Spur in einem alten Mordfall verdächtigt wird. Er stellt ihr den Privatdetektiv Tarek zur Seite, was ihr zunächst gar nicht gefällt. Gemeinsam finden die beiden heraus, dass in dem Mordfall unzureichend ermittelt wurde und zahlreiche Beteiligte Geheimnisse haben, die sie nach und nach aufdecken.
Dieser Krimi ist von der ersten bis zur letzten Seite fesselnd und hochspannend. Es gelingt der Autorin meisterhaft, mich als Leserin immer wieder auf falsche Fährten zu locken. Besonders gefallen hat mir, dass sie in einigen kursiv gedruckten Kapiteln die tatsächlichen Geschehnisse in der Mordnacht aus Sicht diverser Personen in kleinen Häppchen beschreibt. Trotzdem hatte ich bis zum Schluss den wirklichen Täter nicht auf der Liste meiner Verdächtigen, bis er in einem aufregenden Showdown in verdächtiger Weise in Erscheinung tritt. Auch dabei spielen May und Tarek eine tragende Rolle, unterstützt von Mays Mann Adrian.
Mein Fazit: Diesen sehr gelungenen Auftakt einer neuen Reihe muss man als Krimi-Fan gelesen haben.

Bewertung vom 31.10.2025
Lillegraven, Ruth

Düsteres Tal


sehr gut

Dramatisch

Clara Lofthus war früher norwegische Justizministerin und leitet jetzt eine Schule in Nairobi. Nach einem dramatischen Terroranschlag, dem nicht nur ihre Lieblingsschülerin, sondern auch der norwegische Entwicklungsminister zum Opfer gefallen ist, kehrt sie zurück nach Norwegen. Dort wird sie von ihrer Vergangenheit eingeholt, die von einigen dunklen Geheimnissen überschattet ist.

Ruth Lillegravens Schreibstil gefällt mir gut, er ist fesselnd und spannungsvoll und lässt sich flott lesen.
Ich habe leider die ersten beiden Bände dieser Trilogie nicht gelesen, was in diesem Fall nicht günstig ist. So fehlen mir offenbar wichtige Hintergrundinformationen und ich hatte von Anfang an Probleme, in die Geschichte hinein zu kommen. Hinzu kommt, dass ich keine der Personen richtig zu fassen bekommen habe. Clara ist so eine richtige Politikerin, aalglatt und meinungsflexibel. Von Anfang an ist klar, dass sie ganz anders ist als sie sich in der Öffentlichkeit zeigt. Hinter der perfekten Fassade lauert ein unheimlicher Abgrund. Ihr Mann Axel ist offenbar sehr anpassungsfähig und bleibt blass, während ihre Söhne zu wenig vorkommen um mit ihnen warm zu werden. Am Besten gefällt mir noch Erik, der Journalist, der sein Ziel knallhart verfolgt und unbestechlich zu sein scheint.
Was bleibt ist eine durchaus spannende Story, die sicher mit dem Wissen aus den beiden Vorgängerbänden mehr Eindruck hinterlassen würde. Deshalb durchaus eine Leseempfehlung, aber eben für die ganze Trilogie in der richtigen Reihenfolge.

Bewertung vom 25.10.2025
Pflüger, Andreas

Kälter


gut

Kälter? Eiskalt!

Luzy arbeitet seit einigen Jahren als „Dorfpolizistin“ auf Amrum. Als ein Killerkommando die Insel heimsucht, wird klar, dass sie vorher ein ganz anderes Polizeileben geführt hat. Sie ist eine Waffe auf zwei Beinen. Um den Hintermännern des Killerkommandos auf die Spur zu kommen, muss sie die Insel verlassen und in ihr altes Leben zurück.

Andreas Pflüger erzählt Luzys Geschichte in einem eiskalten, emotionslosen Schreibstil. Ebenso eiskalt und emotionslos erscheint Luzy. Ich mag sie nicht, Leichen pflastern ihren Weg. Was mich vor Allem abstößt, ist die Tatsache, dass Luzy ihre Gegner als „Tango“ bezeichnet und damit entmenschlicht, bevor sie sie tötet. Das ist sicher Geheimdienst-Sprech, aber scheußlich finde ich es trotzdem. Der kalte Krieg liegt in den letzten Zügen, wir erleben mit Luzy den Mauerfall, den der Autor ebenso sachlich und emotionslos schildert wie den Rest der Geschichte. In den Wirren nach diesem historischen Ereignis sucht Luzy nach dem Kopf einer Terrorgruppe, die für die Morde auf Amrum ebenso verantwortlich ist wie für viele andere Ereignisse, die Luzys Berufsleben geprägt haben. Im Verlauf der Geschichte erfahren wir einiges über Terrorzellen aus dieser Zeit wie z.B. die RAF und deren Bekämpfung. Dieser geschichtliche Aspekt ist sehr interessant, trotzdem konnte ich in diesen Thriller nicht so richtig eintauchen, denn der eiskalte Schreibstil schafft eine gewisse Distanz, die ich nicht überwinden konnte.
Mein Fazit: Tja, ich weiß nicht so recht. Andreas Pflüger hat hier einen hochspannenden, perfekt recherchierten und anspruchsvollen Thriller abgeliefert. Spaß gemacht hat mir das Lesen aber nicht, denn es war von vielem ein bisschen zu viel. Vor Allem zu viele Leichen und zu viel Blut, aber auch Lüge und Verrat und vom Geheimdienst-Jargon, der für mich sehr schwer zu durchblicken war.

Bewertung vom 11.10.2025
Garcia, Jessie

The Business Trip (eBook, ePUB)


weniger gut

Erwartungen nicht erfüllt

Zwei Frauen nehmen aus unterschiedlichen Gründen den gleichen Flug von Madison nach San Diego und verschwinden spurlos. Stephanie und Jasmine sind einander noch nie begegnet als sie sich im Flugzeug kennenlernen. Stephanie ist auf dem Weg zu einem Kongress während Jasmine auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Freund ist. Hängt ihr Verschwinden zusammen?

Jessie Garcia erzählt die Geschichte aus nicht weniger als neun wechselnden Perspektiven, fast jeder der Beteiligten kommt zu Wort. Manche Szenen liest man dadurch mehrfach, was dem Spannungsaufbau nicht gerade zuträglich ist. Die Idee zur Geschichte hat durchaus Thriller-Potential, die Ausführung dagegen lässt zu wünschen übrig. Dabei bleiben auch die Akteure eher blass, ich bin keinem von Ihnen auch nur ansatzweise nahe gekommen, war immer distanzierter Beobachter und nicht in der Geschichte drin.
Am Besten gefallen hat mir noch das für mich sehr überraschende Ende, auch wenn dieses nach kurzem Nachdenken doch ein wenig konstruiert wirkt.

Mein Fazit: Dieses Buch gehört für mich aufgrund des Mangels an Spannung definitiv nicht ins Genre "Thriller". Ich habe deutlich mehr davon erwartet, bin enttäuscht und kann leider keine Leseempfehlung aussprechen.

Bewertung vom 10.10.2025
Lüders, Fenja

Der Friesenhof - Schicksalstage / Teehändler-Saga Bd.2


ausgezeichnet

Gelungene Fortsetzung

Schicksalstage ist der zweite Teil der Friesenhof-Saga von Fenja Lüders um die Schwestern de Fries und spielt im Ostfriesland der 1950-er Jahre. Gesa hat im Kontor der Familie Kruse nicht nur beruflich Fuß gefasst, sondern mit Kruse-Sohn Keno, der leider noch mit Lisa verheiratet ist, die Liebe gefunden. Auch ihr eigener Teehandel beginnt zu florieren. Ihre Schwester Hanna hat mit ihrem Mann Tomek den Hof übernommen, den Anfeindungen der Nachbarn wegen Tomeks Herkunft halten sie stand. Die große Schwester Helga ist mit ihren Kindern zurückgekommen auf den elterlichen Hof, denn ihr Mann Günther, ein gesuchter Kriegsverbrecher, hat sich mit dem Geld aus Helgas Erbteil abgesetzt. Die drei Schwestern halten zusammen wie Pech und Schwefel, es ist schön, über so viel Familienzusammenhalt zu lesen.

Wie immer ist der Schreibstil von Fenja Lüders gefällig und mitreißend, man mag das Buch gar nicht aus der Hand legen. Sie schildert die Charaktere so detailliert und warmherzig, dass man sie persönlich zu kennen glaubt. Den Geist der Jahre des Aufbruchs nach dem Krieg fängt die Autorin perfekt ein, man spürt die Aufbruchstimmung und das Heilen der Wunden die der Krieg geschlagen hat. Die Familiengeschichte der De Fries ist ebenso spannend wie berührend und wunderbar zum mitleiden und mitfreuen. Dieser zweite Band hat kein großes Happyend, das würde aber auch nicht passen. Ich habe dieses Buch ebenso gerne gelesen wie den ersten Band und hoffe auf eine Fortsetzung, denn ich würde sehr gerne lesen, wie es mit den drei Schwestern weitergeht. Sehr gerne und uneingeschränkt empfehle ich dieses Buch weiter.