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Elaine
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Horn-Bad Meinberg

Bewertungen

Insgesamt 809 Bewertungen
Bewertung vom 23.08.2025
Shattuck, Ben

Die Geschichte des Klangs (MP3-Download)


sehr gut

Konnte mich direkt erreichen

Das hier vorliegende Hörbuch "Die Geschichte des Klangs" von Ben Shattuck konnte mich direkt erreichen und berühren. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen mit Lionel und David zwei Musikstudenten, die sich in einander verlieren und einen Sommer lang durch New England reisen, um alte Lieder zu sammeln und auf einer Phonographenwalze aufnehmen. Nach diesem Sommer bricht der Kontakt leider ab, bis Jahrzehnte später die Aufnahmen erneut auftauchen und ein Erinnern beginnt. Das Hörbuch ist in zwei Teile unterteil: Den ersten, wo die beiden Studenten einander begegnet sind und den gemeinsamen Sommer erlebten und den zweiten, wo die Schallplatten von einer Frau wieder gefunden werden. Diese unterschiedlichen Teile sind neben der Zeitebene auch klar durch die verschiedenen Sprecher*innen unterschieden: Reinhard Kuhnert für den ersten Teil und Tessa Mittelstaedt für den zweiten. Beide Geschichtenteile werden gefühlvoll und spannend erzählt, ich persönlich habe aber einen starken Bruch gemerkt und hatte den ersten Teil als in sich schlüssig und abgeschlossen erlebt, so dass der zweite für mich zu Beginn wie eine Art Fremdkörper wirkte. Mit der Zeit habe ich mich aber auch auf diesen gut einlassen können. Von mir eine klare Empfehlung für das Buch.

Bewertung vom 23.08.2025
Bacher, Katharina

Spiel mit allem


ausgezeichnet

Das Buch "Spiel mit allem" von Katharina Bacher ist keine klassische Spielesammlung, wo ein Spiel nach dem anderen genau erklärt wird, so dass mensch einfach nur konsumieren muss. Auch ist es kein wissenschaftliches Fachbuch, das sich nur theoretisch dem Phänomen Spiel widmet und verschiedene Ansätze miteinander vergleicht. Vielmehr will dieses Buch eine Inspirationsquelle sein, die dabei hilft, jeden Augenblick zum Spiel machen zu können, erlerntes wieder zu verlernen, um des Spiels willen zu spielen, Mut zu entwickeln sich zu trauen und generell wieder mehr Leichtigkeit und Freude ins eigene Leben zu bringen. Es wechseln sich kleine Texte, Übungsbeispiele und viele Illustrationen ab, so dass die Leser*innen auf verschiedensten Ebenen angesprochen werden. Die Schreibweise der Autorin ist klar und lebendig und die Illustrationen passen gut zu den geschriebenen Texten. Dieses Buch ist keines, das nur einmal gelesen und dann wieder zur Seite gelegt werden sollte. Sondern eines das sich lohnt, immer mal wieder herauszuholen.

Bewertung vom 20.08.2025
Tuokko, Kaisu

Gerächt sein sollst du / Die Morde von Kristinestad Bd.1 (MP3-Download)


sehr gut

Wehe du bist anders

Mit "Gerächt sollst du sein" liegt ein Krimi vor, in dem die Autorin Kaisu Tuokko die Leser*innen in die Schärenlandschaft Finnlands entführt. Im Mittelpunkt der Geschehnisse steht der Tod eines jungen Mannes, der die Einwohneer*innen von Kristinestad in Unruhe versetzt. Der Polizist Mats Bergholm und sein Team und die Journalistin Eevi Manner machen sich beide auf Spourensuche und stellen schnell fest, das sie einander brauchen, um alle Puzzleteile gut zusammenfügen zu können. Beide decken dabei einen Strudel aus Gewalt, Mobbing, Vergewaltigung, Haß auf LSBTIAQ+ und Suche nach Zugehörigkeit auf. Und müssen am Ende erkennen, das vieles anders ist als ehedem gedacht. Die Geschichte wird lebendig und spannend erzählt und von János Jung, Lina Syren, Henrike Tönnes und Jana Kozewa im Hörbuch gut umgesetzt, so dass mensch bis zum Ende gespannt dabei bleiben muss.

Bewertung vom 20.08.2025
Allende, Isabel

Mein Name ist Emilia del Valle


ausgezeichnet

Sehr beeindruckend

Mit "Mein Name ist Emilia del Valla" liegt das nächste beeindruckende Buch der Autorin Isabel Allende vor, in dem die geneigten Leser*innen erneut nach Südamerika entführt werden. Im Mittelpunkt der Geschehnisse steht, wie der Titel schon sagt, die junge Emilia del Valle, der es als eine der wenigen Journalistinnen gelang zur Berichterstattung für eine nordamerikanische Zeitung nach Chile während des dortigen Bürgerkrieges (1891) geschickt zu werden. Stilitisch wechseln sich im Buch Beschreibungen der Entwicklungen in Romanform und abgedruckte Zeitungsartikel ab. Allende gibt mit diesem Buch einen Einblick in das Leben von Frauen in den USA und Chile zur damaligen Zeit und zeichnet das Portait einer sehr vielschichtigen Persönlichkeit, die einen schnell in ihren Bann zieht. Der Schreibstil ist ledendig, gefühlvoll und voller Details, die entdeckt werden möchten.

Bewertung vom 17.08.2025
Davidsson, Cecilia;Haridi, Alex

Tofsla und Vifsla im Mumintal


ausgezeichnet

Das hier vorliegende Kindervorlese- und Bilderbuch ist einfach herzallerliebst, so dass es sich lohnt die Geschichte Kindern ab 4 Jahren mehrfach vorzulesen bzw. die Kleinen die Geschichte selber durch das Betrachten der Bilder entdecken zu lassen. Im Mittelpunkt der Geschehnisse stehen die beiden kleinen Wesen Tofsla und Vifsla, die auf der Flucht vor der kalten Morra das Tal und die Siedlung der Mumins erreichen. Da sie eine andere Sprache als die Mumins sprechen besteht zu Beginn etwas Irritation, nach kurzer Zeit werden sie aber liebevoll aufgenommen und den Munins gelingt es sogar zwischen den beiden und Morra zu vermitteln. Die Geschichte stammt ursprünglich von Tove Jansson und wird in diesem Kinderbuch richtig schön von Cecilia Davidsson und Axel Haridi nacherzählt. Die wunderschön gestalteten Bilder stammen von Maya Jönsson und sind eine regelrechte Augenweide. Wer eine Kindergeschichte über Gastfreundschaft, Sprachbarrieren und Verständigung sucht, ist bei diesem Buch definitiv richtig.

Bewertung vom 17.08.2025
Sauer, Anne

Im Leben nebenan (MP3-Download)


ausgezeichnet

Sehr besonders

"Im Leben nebenan" von Anne Sauer ist ein Buch, dass die Leser*innen so schnell nicht wieder los lässt. Es ist ein Roman über verpasste Chancen, verschiedene Lebenswege, die normativen gesellschaftlichen Anforderungen und die Frage, ob frau ihr Leben mit oder ohne Kinder führen möchte. Im Mttelpunkt der Geschehnisse steht die junge Toni, die im realen Leben eine Beziehung mit einem Mann führt, der sich unbedingt Kinder wünscht und sich von ihr, als sie keine Kinder bekommt, immer weiter entfernt. Und da gibt es noch das andere erwünschte erträumte Leben, wo sie noch mit ihrer Jugendliebe Adam zusammen ist und ein Kind namens Hanna hat. Beide Leben werden im Buch einfühlsam nebeneinander erzählt und nach und nach verschwimmen die Grenzen zwischen den beiden Leben. Die Erzählweise ist gefühlvoll und tiefgehend, so dass das Buch definitiv was in einer*m auslösen kann, wenn mensch sich darauf einlässt. Chantal Busse gelingt es im Hörbuch auf besondere Art und Weise die Stimmung des Buches einzufangen und zu transportieren. Von meiner Seite eine klare Empfehlung für das Buch.

Bewertung vom 16.08.2025
Burkhard, Gudrun

Die Freiheit im "Dritten Alter"


ausgezeichnet

Mit "Die Freiheit im Dritten Alter" liegt ein weiteres Buch zum Thema Biografiearbeit der Autorin Gudrun Burkhard vor. Im Fokus des Buches steht der Lebensabschnitt ab 63, also ab dem zehnten Jahrsiebt. Die Autorin beschreibt lebendig und anhand vieler Beispiele diese Lebensphase, die einerseits von einem Rückblick auf das bisherige Leben, andererseits aber auch vom einem Vorausblick auf den physischen Tod und das Leben danach geprägt ist. Ausgangspunkt ihrer Betrachtungen sind die Lehren Rudolf Steiners über den Zusammenhang des Menschen mit den geistigen Welten, aber auch ihre konkreten Erfahrungen in der Arbeit als Biografiearbeiterin. Das Buch knüpft an ihre vorherigen Bücher an, so dass ich dazu raten würde diese als erstes zu lesen. Auch sind Grundkenntnisse der zentralen Gedankengänge der Anthroposophie definitiv wichtig.

Bewertung vom 16.08.2025
Colby, Sasha

Irina


ausgezeichnet

"Irina" von Sasha Colby ist eine Mischung aus Roman, Familienbiographie und auch Suche nach den eigenen Wurzeln. Die Autorin verwendet zwei Zeitebenen, die sich aber immer mehr annähern. Die Gegenwart, wo sie in Dialog mit ihrer Oma tritt und versucht mehr über ihr Leben zu erfahren, und die 1940er Jahre, wo ihre Oma damals als junge Frau als Zwangsarbeiterin im Haushalt von Dr. Elsie Kühn-Leitz beschäftigt gewesen war und sich zwischen ihr und Kühn-Leitz mit der Zeit ein freundschaftliches Verhältnis entwickelte. Die Zeitebenen sind anfangs klar getrennt, nähern sich im Laufe des Buches aber immer mehr an, so dass mit der Zeit ein Verständnis für den roten Faden der Familiengeschichte entsteht. Ich finde es sehr mutig von der Autorin, die geneigten Leser*innen so intim am eigenen Leben teilhaben zu lassen, habe aber auch viele typische trandgenerationale Muster entdeckt, die sich auch in eigenen Familienzusammenhängen wieder finden lassen. Dieses Buch kann auch dazu motivieren, einmal selbst mit den eigenen Eltern und Großeltern ins Gespräch zu kommen und vielleicht dadurch auch den eigenen roten Fäden auf die Spur zu kommen.

Bewertung vom 16.08.2025
Lühmann, Hannah

Heimat


ausgezeichnet

Welchen Weg darf ich gehen?

Mit "Heimat" liegt ein Roman von Hannah Lühmann vor, der sich dem Phänomen der so genannten Tradwifes widmet und mich direkt in seinen Bann gezogen hat. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen die beiden Eltern Jana und Noah, die mit ihren beiden Kindern aufs Land gezogen sind und dort auf die faszinierende Karolin treffen, die in der traditionellen Frauenrolle aufgeht, sich für Freilernen einsetzt, einer radikalen Form des Christentums folgt und politisch in der Nähe der AfD steht. Während Jana sich mit Karolin anfreundet und immer mehr ihrer Sichtweisen übernimmt, spürt Noah, dass er den Kontakt zu seiner Frau immer mehr verliert und andere Wege gehen möchte. Heimat ist ein Buch über Freundschaft unter Frauen, gewalttätige bzw. sich aus der Verantwortung stehlende Männer und ein traditionelles Frauenbild, das für immer mehr Frauen zu einer Alternative zum feministischen und/oder Karriereideal wird.
Die Schreibweise ist lebendig und berührend und ich habe selber gemerkt, wie die aufgeworfenen Fragen des Buches mich mal mehr, mal weniger ins Grübeln haben kommen lassen. Ich werde definitiv einiges mitehmen können.

Bewertung vom 03.08.2025
Precht, Jørn

Die Jungfrau von Orleans / Bedeutende Frauen, die die Welt verändern Bd.24


ausgezeichnet

Mit "Die Jungfrau von Orleans" liegt ein historischer Roman von Jørn Precht vor, der die geneigten Leser*innen in das Frankreich während des so genannten Hundertjährigen Krieges entführt. Im Mittelpunkt steht, wie nicht anders zu erwarten, die gottesfürchtige Bauerstochter Jeanne d´Arc, die später zur Nationalheldin Frankreichs werden würde. Ihr Lebensweg und der von mehreren ihrer Freund*innen wird vom Autor lebendig geschildert, so dass mensch schnell das Gefühl bekommt, selber bei den Ereignissen mit dabei zu sein. Ihre tiefe Religiösität mag für heutige Leser*innen vielleicht befremdlich erscheinen, sie war aber der Schlüssel, das sie in der damaligen extrem patriachalen Welt überhaupt solche Aufmerksamkeit erlangen konnte, wie es der Fall war. Sie wurde gefeiert, verehrt, verfolgt, geschändet und verraten und doch blieb sie sich und ihren Weg treu. Das Buch wird von Christiane Nothofer lebendig eingesprochen, so dass keine Langeweile entsteht. Wer sich für die damalige Zeit, die historischen Eignisse und die Person Jeanne d´Arc interessiert, ist bei diesem (Hör-) Buch genau richtig.