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lectrice

Bewertungen

Insgesamt 43 Bewertungen
Bewertung vom 29.12.2025
Fast, Brooke

To Cage a Wild Bird


sehr gut

Was für eine Buchankündigung! Allerdings bin ich dabei immer vorsichtig, wenn ein Buch vorab schon so dermaßen über den Klee gelobt wird.
Und vielleicht war ich darum bei der Lektüre auch kritischer als sonst. Denn insgesamt muss ich doch sagen, dass mir das Buch gut gefallen hat, auch wenn es zwischendurch einige logische Fehler gab und ich hätte mir definitiv mehr Action und dafür weniger ausführliche spice Szenen gewünscht, die sich zu allem Überfluss auch noch geähnelt haben.
Raven und ihr Bruder Jed leben im unteren Sektor von Dividium und Lebensmittel sind ein rares Gut. Seit dem Tod der Eltern kümmert sie sich als ältere Schwester um Jed, auch wenn er mittlerweile erwachsen ist.
Raven ist eine Kopfgeldjägerin und schickt ihre Beute nach Endlock. Logisch, dass es nicht gut ankommt, als sie sich auch dort einschleusen lässt, um ihren Bruder zu retten.
Ein ungerechtes Gesellschaftssystem, eine kleine Schicht, die alle und alles kontrolliert und die tödliche Jagden auf Menschen ausrichtet - da darf man gar nicht näher drüber nachdenken. So manches Mal wurde ich an die Methoden der Nationalsozialisten erinnrt.
Zwischendurch hatte das Buch leider immer wieder einige "Durststrecken" und Fehler, aber das Ende war dann wieder spannend.

Bewertung vom 29.12.2025
Greenlaw, Rachel

The Ordeals


ausgezeichnet

Ich habe in der letzten Zeit sehr viele Fantasy-Romane gelesen und da fällt es natürlich immer schwieriger, dass ein Buch mir etwas Neues bietet und mich total begeistern kann, aber dies ist Rachel Greenlaw mit "The Ordeals" gut gelungen. Nicht total neu, aber dennoch erfrischend anders und toll geschrieben.
Ja, Geschichten, die an Akademien schreiben sind nichts Neues, aber hier war einfach die Gesamtkomposition überzeugend. Diese Academy hat so gar nichts von einem Kuschelkurs.
Das Magiesystem hat mir auch richtig gut gefallen.
Protagonistin Sophia ist sehr vielschichtig dargestellt und keine strahlende, überzeugte Heldin, denn die Prüfungen haben es echt in sich und es gibt (fatale) Konsequenzen.
Lange weiß man nicht, wer zu den Guten und wer zu den Bösen gehört, wer welches Spiel spielt und welche Motivation hat. So bleibt die Geschichte immer spannend und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Und jetzt freue ich mich auf die Fortsetzung.

Bewertung vom 22.12.2025
Probert, Tim

Lightfall 1: Das verlorene Licht


sehr gut

Das Buch beginnt mit einer Überblicks-Karte von Irpa, zu der ich immer wieder zurück geblättert habe, um mich zu orientieren.
Bevor die Geschichte losgeht, gibt es - nun, in einem Roman würde man es wohl so nennen - einen Prolog, der viele Fragen aufwirft und aufgrund der dunklen Farben so düster wirkt.
Und dann lernen wir auch schon Bea - und ihren Opa - kennen. Aber dann verschwidet der Opa und Bea macht sich gemeinsam mit dem Galdurier Cad macht sie sich auf die Suche und nicht nur auf die physische Suche nach ihrem Opa.
Die Themen sind nicht ohne und für 10jährige nicht unbedingt alle geeignet, aber das kommt natürlich immer darauf an. Schwierige Themen, gut verpackt und am Ende - leider - ein Cliffhanger.
Zauberhaft illustriert und eine Geschichte, die sich zwar langsam aufbaut, aber von der ich absolut fasziniert war. Vor allem die Variationen der Farbpalette, um die jeweilige Stimmung zu unterstreichen, haben mir gut gefallen.

Bewertung vom 16.12.2025
Luca, Natalie

Seraphim Fate (Engelskraft 1) (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Seit dem Tod ihrer Mutter ist Victoria - verständlicherweise - nicht gut drauf. Außerdem hat ihr Vater sie schon während der Krankheit der Mutter viel allein gelassen und sie alles regeln lassen. Zu ihrem Geburtstag hat sie auch keine Lust auf die Party, die ihre Freundin Anne für sie organisiert. Stattdessen fährt sie spontan zum Friedhof, um bei ihrer Mutter zu sein. Aber bei dem Wetter war das keine gute Idee und es kommt zu einem Unfall. Aber dann wird sie gerettet und ist kaum verletzt. Wie konnte das passieren? - Und hier kommt ihr Schutzengel Nathaniel ins Spiel.

Eine supersüße Geschichte mit so einigen Bösewichten und Überraschungen. Toll ausgearbeiteten Charakteren und zwar nicht nur die Hauptpersonen. Eine Geschichte, die ich am liebsten in einem Rutsch durchgelesen hätte und dann wieder doch nicht, denn ich wollte nicht, dass sie so bald endet. Aber zum Glück erscheint bald der zweite Teil. Und es gibt keinen gemeinen Cliffhanger am Ende, allerdings gibt es noch reichlich offene Fragen.

Bewertung vom 07.12.2025
Horowitz, Anthony

Tod zur Teestunde


ausgezeichnet

Ich liebe die Krimis von Anthony Horowitz, denn sie sind in ihrer Art zu erzählen immer etwas ganz Besonderes und heben sich von der Masse ab.
Alan Conway ist tot, aber die Atticus-Pünd-Reihe soll dennoch weitergehen und so soll Eliot Grace, ein junger Autor, den letzten Band der Reihe schreiben.
Und auch hier werden wieder mehrere Erzählebenen geschickt miteinander verwoben.
Im letzten Fall von Atticus Pünd geht es um den Mord an Lady Chalfont, aber eigentlich ging es Eliot Grace darum über den Tod seiner Großmutter zu schreiben und im Roman den Mörder zu entlarven - und kurze Zeit später ist der Autor tot. Ausgerechnet Susan Ryeland, seine Lektorin, wird verdächtigt. Aber dies ist ja schon der dritte Fall für Susan Ryeland.
Anthony Horowitz schreibt auch hier wieder genial und es ist wieder ein Krimi im Krimi mit einer verblüffenden Auflösung - wie immer ein Hochgenuss.

Bewertung vom 17.11.2025
Handel, Christian

Feenfluch - Dein Wunsch soll erfüllt werden ...


ausgezeichnet

Ich habe schon so einige Bücher von Christian Handel gelesen und auch von diesem Buch war ich wieder einmal total fasziniert. Dornröschen mal anders - ja, aber sehr anders. Denn hier stehen weder ein Prinz noch das Dornröschen im Mittelpunkt der Geschichte, sondern die beste Freundin der Prinzessin. Kaelith macht sich große Vorwürfe, denn sie war nicht im Schloss, sondern bei ihrer Schwester, als alle in den Schlaf gefallen sind. Seit sieben Jahren nun schon wachsen die Dornenhecken immer dichter und so manch ein Wagemutiger hat den Tod in den Dornen gefunden.

Aber die sieben ist ja eine symbolträchtige Zahl und so hat Kaelith die Chance, den Fluch zu brechen. Allerdings muss sie dafür ins Feenreich reisen und ausgerechnet Thorne soll sie begleiten, den sie einfach nicht ernst nehmen kann, der sein Leben gerne bei einem Trinkspiel aufs Spiel setzt. Aber er ist ihre einzige Chance und so geht die Reise los.

Christian Handel hat eine innovative Adaption verfasst, mit sehr vielen Märchenelementen, aber doch eine ganz eigene Geschichte. Mit tollen Charakteren, bis hin zu einem Wehrkaninchen namens Rufus, Prüfungen, interessanten und gefährlichen Feen und einem gut gelungenem Ende, das überrascht. Ein flüssiger Schreibstil, eine Geschichte, die nicht nur düster, sondern auch unterhaltsam, lehrreich und witzig ist und immer wieder für eine Überraschung gut.

Bewertung vom 16.11.2025
Taylor, Madeline

Heir of Illusion


ausgezeichnet

Ich muss es mir eingestehen, dass ich in der letzten Zeit sehr viele Fantasy-Romane gelesen habe und da fällt es natürlich schwerer, ein Buch zu finden, dass im positiven Sinne aus der Reihe tanzt. Aber das ist mir bei diesem Buch von Madeline Taylor passiert.
Die Protagonistin Ivy Pomeroy ist ein starker Charakter, aber sie hat viel gelitten. Durch einen Halsring ist sie an den König gebunden und für ihn führt sie viele Aufträge mit ihrer Klinge aus. Der König hat sie missbraucht und misshandelt und die Zeit bei Baylor war wirklich heftig und da musste ich zwischendurch ganz schön schlucken. Aber da ist auch immer wieder ihr Kampfgeist und sie gibt nicht auf.
Der männliche Konterpart, der Schattenfänger Thorne hat mir sehr gefallen und ich liebe es ja, wenn es tolle Wortgefechte zwischen den Protagonisten gibt.
Die Welt mit ihren acht Inseln wurde ausführlich dargestellt, eine interessante Götterwelt.
Immer wieder gelungene Wendungen und ein hohes Spannungsniveau, ein dickes Buch, das dennoch zu schnell ausgelesen war. Und nun dauert es wohl noch, bis es weitergehen wird.

Bewertung vom 09.11.2025
Maly, Beate

Aurelia und die Jagd nach dem Glück / Ein Fall für Aurelia von Kolowitz Bd.3


ausgezeichnet

Die junge Gräfin Aurelia von Kolowitz "stolpert" mal wieder in einen Kriminalfall und Beate Maly nimmt uns wieder mit ins Wien des Jahres 1872. Ja, mal wieder schreibe ich, obwohl ich die beiden Vorgänger noch nicht gelesen habe, aber nun habe ich Lust darauf bekommen, auch diese Bücher zu lesen, denn sowohl die Protagonistin Aurelia als auch das ganze Ambiente und der Schreibstil haben mir sehr gut gefallen.

Schon das Cover ist eine wunderbare Einstimmung auf den Krimi und man ist auch sofort mittendrin im Geschehen. Mitten in der Ballsaison wird der Lottokönig Freiherr Johann Carl von Sothen erschossen und natürlich lässt es sich Aurelia nicht nehmen, mit Oberinspektor Janek Pokorny Ermittlungen anzustellen. Fasching, Bälle, Lotterie und viel falsches Spiel.

Neben einem spannenden Kriminalfall, der immer wieder auf falsche Fährten führt und zu ständig wechselnden Hypeothesen führt, gelingt es Beate Maly sehr gut, das Buch historisch zu verorten, so dass man nebenbei noch viel Sozialgeschichte lernt, ohne jedoch nicht durchgängig gut unterhalten zu werden. Und natürlich die damaligen Ermittlungsmethoden, die viel einfacher waren als in späteren Zeiten, es sind die Anfänge der Kriminalpolizei.

Eine spannende und unterhaltsame Lektüre in einem stimmungsvollen, historischen Ambiente mit einer sympathischen Protagonistin.

Bewertung vom 02.11.2025
Bjergfeldt, Annette

Mr. Saitos reisendes Kino


ausgezeichnet

Litas Geschichte mutet an wie ein Kinofilm und wenn man nach der letzten Seite das Buch zuklappt, dann hat man das Gefühl, dass man nun den Kinosaal verlassen muss - und zwar mit einem leisen Bedauern.
Die Geschichte ist poetisch, emotional, aber auch ironisch und melancholisch und ein wenig magisch und die Figuren sind alle sehr liebevoll gezeichnet worden.
Lita und ihre Mutter Fabiola, die von Argentinien nach Neufundland gelangen und dort gewissermaßen "stranden" und dort auf eine Reihe von Menschen treffen, die jede und jeder für sich ein Original sind. Und immer wieder der Tango und Schuhe, aber auch das wandernde Kino.
Eine wunderbare Geschichte mit einem wunderschönen Schreibstil - alles wird so plastisch beschrieben, dass ich es mir immer sehr gut vorstellen konnte und die Figuren und Schauplätze zum Leben erweckt wurden während meiner Lektüre.

Bewertung vom 29.10.2025
Kinkel, Tanja

Sieben Jahre


sehr gut

Im neuen Roman von Tanja Kinkel dreht sich alles um die Preußen und verschiedene Schlachten, Scharmützel und den Siebenjährigen Krieg. Wer sich in der Mitte des 18. Jahrhundert nicht so gut auskennt, der hat so seine Mühen, dem Geschehen zu folgen. Denn es werden doch arg viele Personen, die meisten historisch verbürgt, eingeführt. Und dann noch die diversen Verbindungen untereinander und Beziehungen zueinander machen es nicht einfacher. Das erste Viertel des Buches war wirklich nicht einfach zu lesen und ich musste mich einfach "durchkämpfen", doch dann wurde es zum Glück besser. Was unter anderem auch der fiktiven Figur des Dieners oder Pagen Hannibal lag. Durch ihn wurden viele Personen verständlicher dargestellt und die Geschichte aufgelockert.

Am Ende habe ich den erklärenden Prolog noch einmal gelesen, den ich zu Beginn nicht vollends verstanden hatte, aber mit dem Wissen des beendeten Romans, wurde mir hier im Nachhinein noch einmal vieles klarer.

Tanja Kinkel hat wie immer sehr sorgfältig recherchiert und bietet einen historischen Roman mit hohem Anspruch, der nah an den historischen Begebenheiten bleibt, insofern sie überliefert sind. Dabei haucht sie ihren Personen ein eigenes Leben ein und macht sie nahbarer. Es lohnt sich hier auf jeden Fall durchzuhalten. Lehrreich und unterhaltsam.