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Anno
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Insgesamt 771 Bewertungen
Bewertung vom 20.01.2026
Poznanski, Ursula

Das Signal


sehr gut

Ursula Poznanskis Bücher sind und bleiben für mich doch immer wieder ein Highlight. Sie schreibt ungemein fesselnd und bildlich. Die von ihr auch hier genutzte Ich-Perspektive hält den Leser auf dem selben Wissensstand wie die Protagonistin Viola und erzeugt dadurch eine schöne Spannung. Gleichzeitig ermöglicht es einem aber auch tief in Violas Welt einzutauchen. Ihre Gedankengänge und Handlungen lenken den Leser selbst emotional ganz gut und veranlassen einen bereits früh Adams Motivation zu hinterfragen. Violas Schlussfolgerungen wirken zur Mitte hin dann aber doch etwas schleppend. Es dauert einfach ein bisschen, bis meine Vermutungen als Leser auch bei ihr ankamen und sie sie entsprechend in ihren Überlegungen aufnahm. Auch fußt die ganze Handlung auf einen Gedächtnisverlust, der erstaunlich wenig hinterfragt wurde und dessen Existenz selbst Viola trotz ihrer Nachforschungen kaum zu bekümmern schien. Dies und auch eine Begebenheit gegen Ende wirkte auf mich leider doch etwas konstruiert. Lesefreude und Spannung büßte ich dadurch aber nicht ein. Der Spannungsbogen stieg zu Anfang rasch auf ein angenehmes Niveau, sank zur Mitte, dank einiger Längen, etwas ab um dann aber nochmals deutlich an Höhe zu gewinnen. Dem Ende wurde im Vergleich zur restlichen Handlung etwas weniger Zeit gewidmet, inhaltlich war aber auch der Schluss hervorragend und mit unvorhergesehenen, aber passenden Twists belegt.

Daher eine klare Leseempfehlung meinerseits. Auch wenn dieser Thriller weit weniger technikaffin oder zukunftsorientiert war, als ich dachte. Blutig oder grausam wird es nicht. Es sind mehr die Geheimnisse und das Verborgene, was fasziniert und für Atmosphäre sorgt.

Bewertung vom 20.01.2026
Beltramini, Micol Arianna

Heartbreak Hotel


gut

Toll illustriert, doch die Handlung wird zum Ende hin doch etwas seltsam. Wobei ich bis zur Existenz des Hotels noch gerne mitgegangen bin. Die Tage allein in Zimmern fand ich aber schon etwas komisch. Ja, sie geben dem Gast Zeit auf seine Weise zu trauern, aber bieten eben keine Hilfestellung. Und das hat mich ehrlich überrascht. Was dann anschließend kam, darüber schweige ich. Mein Fall war es leider nicht. Wie aber das Hotel und die realen Erinnerungen bildlich dargestellt wurden, war super wodurch man der Geschichte gut folgen konnte. Auch die Gesichtsausdrücke und Emotionen werden gut wiedergegeben. Die Reihenfolge der Texte hatten mich, die ohne größere Comic-Vorerfahrung das Buch las, erst kurz rätseln lassen, erkannte das System dahinter aber rasch.

Zeichnerisch toll, inhaltlich etwas abgefahren, ging es in eine etwas andere Richtung als ich dachte. Daher kann ich es eher für Leser empfehlen, die sich für übernatürliches begeistern können.

Bewertung vom 18.01.2026
Held, Christoph "Krauli"

Held & Herd


ausgezeichnet

Wow, einfach nur wow! Dieses Buch ist wirklich der Hammer und dieser Koch, den ich zuvor nicht kannte mir sofort sympathisch. Seine Einstellung und Lebensfreude sind wahnsinnig toll und beides findet man auch in all seinen Rezepten wider. Diese sind jahreszeitlich geordnet, bodenständig und weltoffen zugleich- eine faszinierende Mischung! Den einzigen Nachteil, den ich momentan darin sehe: die Gerichte, die ich gerade ausprobieren kann, sind saisonal beschränkt. Geduld ist also angesagt um die vielen Zettel, die zwischenzeitlich im Buch stecken abarbeiten zu können.
So hochwertig und stilsicher das Buch bereits beim Cover wirkt, so setzt sich es auch im Inneren fort. Die Fotografien sind großartig, in Ästhetik nicht zu überbieten und gleichzeitig im Stil so passend! Und auch begleitenden Texte, die zu Beginn des Buchs und an den Kapitelanfängen einleitend zu finden sind, empfehle ich unbedingt zu lesen. Sie haben wirklich Mehrwert und sind echt interessant!

Mit dem momentan herrschenden Winter beginnt auch dieses Buch und begleitet uns, ganz nach Kraulis eigener Anschauung kulinarisch durch das Jahr und endet mit einem extra Kapitel über Vorratshaltung. Ob gepickelt, fermentiert oder in Öl eingelegt- selbst hier ist die Rezeptvielfalt groß! Und die Idee auch Küchenreste zu verwerten ist wirklich bewundernswert und möchte auch ich zukünftig einsetzen.

Kurzum: dieses Buch wurde vom ersten Moment an zu meinem derzeit mit Abstand liebsten Küchenbuch. Die Rezepte, die ich bisher ausprobiert habe, konnten mich gut anleiten, die Zutaten waren teilweise mit typisch österreichischen Begriffen angegeben und die Gerichte raffiniert und geschmacklich sehr gut!
Paradeiser mit Zimt zu kombinieren oder dass zu Fisch Kapern, Minze und Lavendel passen könnte- darauf wäre ich nie gekommen. Für mich spricht allein das schon dafür, dass dieser Koch versteht was er tut und sein Wissen gezielt einzusetzen vermag.

Bewertung vom 18.01.2026
Barlow, Steve; Skidmore, Steve; Weis, Wendy Tan Shiau

Classics in Graphics: Shakespeare's Romeo and Juliet


ausgezeichnet

Das Konzept dieses Buches geht definitiv auf! Es holt mit dem Format der Graphic Novel auch junge Leser mit ins Boot, macht aber durch zahlreiche Infos zu ‚Romeo und Julia‘ sowie zum Leben Shakespeares auch richtig Lust auf mehr.

Romeo und Julias Schicksal wird hier teilweise etwas knapp, aber durchaus nachvollziehbar geschildert. Die Dialoge sind in nahezu moderner Sprache gehalten und der Illustrationsstil und die Farbgebung ist auch sehr ansprechend, wobei ich aber leichte Mängel im Gesichtsausdruck und der Vermittlung von Emotionen sehe. Was aber nicht weiter tragisch ist, man findet trotzdem rasch in die Geschichte.
Aufgebaut ist dieses Buch recht durchdacht. Es enthält vorab eine Einführung in Textform und eine bildliche Übersicht der Charaktere. Besonders erfreut hat mich aber der informative Teil am Schluss, der unbedingt gelesen gehört. Da gibt es so viel zu erfahren und auch zu staunen- über ‚Romeo und Julia‘ , aber auch über Shakespeare selbst. Man entdeckt berühmte Zitate, lernt zu verstehen wie das Werk entstanden ist und wie Shakespeare lebte. Das weckt die Neugier enorm und hat einen großen Mehrwert.
Ich kann dieses Buch daher nur wärmstens empfehlen.

Bewertung vom 12.01.2026
Fleury, Sarah

Lucia 1. Flüsterin der Flammen


sehr gut

‚Lucia‘ ist ein Buch, das alles hat, was ich von einem Buch ab 10 Jahren erwarte. Man findet recht rasch und einfach in die Geschichte und Zugang zu den Personen. Der Schreibstil ist beobachtend und doch nah am Geschehen, sprachlich noch etwas einfacher und dadurch gut für Kinder, die sich langsam an dickere Bücher heranwagen möchten. Auch die Kapitellänge spielt hier hervorragend rein, das Kind bei Laune zu halten. Ja, und auch generell schreitet die Handlung in einer angenehmen Geschwindigkeit voran. Das Buch überfordert dadurch nicht, lässt aber auch keine Langeweile aufkommen, bis sich Lucia in der neuen Schule einlebt. Nun drosselt sich der Verlauf zu Gunsten der dortigen Umstände, neuen Mitschülern und dem Erlernen der Magie. Wie letztere aber wirklich funktioniert, wird nicht ganz ersichtlich. Lucia stellt sich als überaus geschickt heraus und setzt ihre Kräfte beinahe schon intuitiv ein. Und gibt sich auch in ihrem neuen Umfeld erstaunlich sicher und selbstbewusst. Die Handlung läuft nun linearer, weist aber auch einige Geheimnisse auf. Lucia fallen einige Dinge leider regelrecht zu und ihr gezeigtes Bestreben ist bisher auch mehr persönlicher Natur, die Grundsteine für ein größeres und weitreichenderes Abenteuer wurden mit diesem Auftakt aber schon gelegt. Das bereits angekündigte Band 2 lässt daher auf eine spannende Fortführung hoffen.

Bewertung vom 05.01.2026
Fislage, Anja

Smeralda Bohms Bestiarium


sehr gut

Zugegeben, an den Schreibstil musste ich mich erst etwas gewöhnen. Dieser ist in einer Art erzählerischen Tagebuch-Stil verfasst, bewusst etwas wissenschaftlich nüchtern und wird von zahlreichen Fußnoten und Infokästen unterbrochen. Trotzdem spricht der Autor durch seine Protagonistin Smeralda den Leser direkt an und baut auch immer wieder recht humorvolle Situationen in die Handlung mit ein.
Das Buch wird seitens des Verlags ab 11 Jahren empfohlen. In Bezug auf die Handlung stimme ich dieser Empfehlung zu, der Stil des Buches erfordert aber zugleich auch etwas Konzentration, wodurch ich es eher etwas älteren Kindern und/oder guten Lesern empfehle.
Mich selbst haben Smeraldas Erlebnisse und die vielen darin vorkommenden Wesen aber enorm fasziniert. Jedoch muss man zu Anfang auch akzeptieren können, dass man vieles aus der Handlung noch nicht einordnen kann. Dazu bin ich irgendwann dazu übergegangen die Anmerkungen separat zu lesen um nicht aus meinem Lesefluss gerissen zu werden.

In wieweit die hier im Buch vorkommenden Krypowesen aus bereits bestehenden Mythologien übernommen wurden, kann ich leider nicht genau bestimmen. Viele waren mir vom Hörensagen bereits bekannt, aber nicht alle. Ich sehe dieses Buch aber eh mehr als fantasievolles, magisches Lesevergnügen und weniger als mythologisches Lehrwerk.
Die Aufmachung des Buchs, beginnend beim Cover, aber auch dank des Design des Vorsatzpapiers und ganz besonders auch dem Druck samt den farbigen Portraits zeugt von einem durchdachten und recht hochwertigen Konzepts, das hier zumindest voll ins Schwarze traf.

Fazit: wenn dich ein quirliger und erfrischend andersartiger Schreibstil fasziniert, du Mystik, Rätsel und Abenteuer toll findest und dich auch von vielen Charakteren und wissenschaftlichen ‚Erklärungen‘ abschrecken lässt, ist dieses Buch wahrscheinlich genau das Richtige für dich!

Bewertung vom 03.01.2026
Taylor, Marianne

Was Tiere denken


ausgezeichnet

Was unterscheidet unser menschlicher Verstand von dem der Tiere? Worin überragen wir? Oder ist unser Vorsprung vielleicht gar nicht so groß, wie wir uns das immer einreden?
Dieses Buch geht dem nach und stellt nach einer allgemeinen Einführung in die Thematik, die verschiedensten Tiere in Portraits vor- jedes mit eigenen beeindruckende Fertigkeiten. Sei es in der Gehirnleistung, im Rechnen, der Kommunikation oder in Eigenschaften wie Bonding, Bewusstsein und Fürsorge, sowie auch noch einigen weiteren.
Mich hat das nicht selten geradezu verblüfft! Man lernt Tiere hier auf eine ganz neue Weise kennen, was unweigerlich auch den Blick auf sie verändert. Dazu wirkt das Buch auch enorm hochwertig, es ist geschmückt mit eindrucksvollem Bildmaterial, schweren Glanzpapier und Leinen am Buchrücken. Aber auch der angeschlagene Ton der Texte ist sehr einladend. Teilweise wird darin auf aktuelle Forschungsmethoden und -ergebnisse verwiesen und doch wirken die Texte auch immer nahbar, sind leichtgängig und gut verständlich.

Ein tolles Buch, mit einem faszinierenden Blick auf die Tierwelt, aber auch ein Blickfang im Bücherregal und eine hervorragende Geschenkidee für alle Tierliebhaber und Wissensdurstige.

Bewertung vom 03.01.2026
Bestard, Aina

Wie alles begann


ausgezeichnet

Wer hier beeindruckende Dinoportraits sucht, die sich in ihren Eigenschaften gegenseitig übertreffen und die Superlativen der damaligen Welt repräsentieren, ist hier leider fehl am Platz. Dieses Buch, aus dessen Reihe ich schon das Astronomie-Buch kenne, richtet sich an junge Leser deren Interessen tiefer gehen und die verstehen wollen wie sich das Leben nach und nach entwickelt hat. Das Buch schlägt einen deutlich weniger reißerischen Ton an als manch andere Werke dieses Themas, ist aber dafür gespickt mit Wissen, das sowohl die Grundlagen umfasst als auch die erdgeschichtlichen Epochen näher beschreibt. Dabei arbeitet es teilweise sogar mit Klappen und auch halbtransparenten Folien und ist äußerst durchdacht aufgebaut. Die Zeiten werden enorm greifbar dargestellt und die Entwicklungen dadurch nachvollziehbarer.
Der farbreduzierte, bewusst gewählte Vintagelook im Querformat fällt natürlich sofort ins Auge. Uns, mir und meinem Kind, gefällt er aber unheimlich gut. Es ist mal etwas ganz anderes, auch künstlerisch wunderschön und viel beeindruckender als manch realistisch anmutende Darstellungen. Dadurch wirkt es hochwertig und wie aus der Zeit gefallen. Wir werden diese Serie definitiv weiterverfolgen. Gerade wegen ihrer Optik, aber auch ihrer durchdachten Wissensvermittlung, die wirklich Freude bereitet.

Bewertung vom 03.01.2026
Schutten, Jan P.

Der Mensch


gut

Dieses Buch besitzt einen interessanten Retrolook, die Abbildungen sind farbreduziert und im Stil des Covers. Mir gefallen sie, oberflächlich betrachtet, sehr (das darin mitschwingende Aber erläutere ich noch), dieses Buch aber war hauptsächlich für mein Kind bestimmt und auf dessen Reaktion sowie die Eignung des Buchs als Kindersachbuch möchte ich nun näher eingehen:

Mein Kind hat, angefacht vom Schulunterricht ein Interesse an den Vorgängen des Körpers entwickelt und ich wollte dessen Wissensdurst mit diesem Buch unterstützen. Alleine klappte die Lektüre nicht, dafür war sie noch zu kompliziert. Die Themen gehen recht tief und sind ohne Vorkenntnisse nicht einfach zu verstehen. Und leider wurde das auch beim gemeinsame Lesen nicht viel besser.

Der Stil des Buchs ist quirlig, wirkt mitunter sogar leicht hektisch. Als Leser wird man direkt angesprochen und rasch findet man sich auf einer Reise durch den Körper wider. Ja, man wird geschrumpft und begegnet dem Inneren des Körpers auf eine recht beeindruckende Weise. Ich fand die Idee sehr faszinierend, die Umsetzung dann aber eher schwierig. Zwar wurde oft nach bildlichen Umschreibungen gesucht um komplizierte Sachverhalte zu klären, doch hätten den Texten mehr Ruhe sehr, sehr gut getan. Selbst mir fiel es teilweise schwer die Texte nachzuvollziehen. Oft beziehen sie sich direkt auf Abbildungen, wodurch man immer wieder gezwungen ist das Lesen zu unterbrechen. Und auch die Abbildungen sind nur semi gut geeignet um von ihnen zu lernen. Die Zelle z.B. wirkt regelrecht überladen und die Zuordnung der einzelnen Elemente fällt schwer. Andere Abbildungen sind dagegen künstlerisch entfremdet und/oder wirken, durch die Benutzung verschiedener Schraffur-Techniken, unruhig.

Kurzum, die Zielgruppe dieses Buch erschließt sich mir nicht ganz. Der Ton und die direkte Ansprache wirken kindlich, für die Erklärungen sollte aber bestenfalls eine gewisse Grundkenntnis vorhanden oder jemanden erklärendes zur Seite gestellt sein. Die Aufmachung und die Idee dahinter wirkten durchaus interessant, als Kinderbuch scheint es mir für unsere Bedürfnisse aber leider ungeeignet. Schade.

Bewertung vom 03.01.2026
Druvert, Hélène;Druvert, Jean-Claude

Anatomie


ausgezeichnet

Ich glaube ich habe nie ein tollere Buch über den Körper in den Händen gehalten, als dieses. Es richtet sich speziell an ältere Kinder, aber auch ich fand es absolut faszinierend. Allein in der Optik liegt schon so viel Hingabe! Da sind (zugegeben sehr filigrane) Scherenschnitte, die den Blick immer tiefer in den Körper leiten, aber auch zahlreiche Klappen, die teilweise sogar doppelt gelegt, den inneren Aufbau verdeutlichen. Auf und zu, es ist wie ein Tor ins Innere, zu etwas, das man normalerweise nicht sieht. Es ist beeindruckend! Doch natürlich begleiten diese durchdachten Darstellungen auch noch zahlreiche interessante Texte. Hier wurde, falls möglich, auf Fachbegriffe verzichtet, die Vorgänge aber durchaus sehr verständlich erklärt. Für mein Empfinden, ist die Menge und Detailtreue GENAU richtig gewählt. Das Buch weckt Neugier und stillt den Wissensdurst gleichermaßen. Man ist fasziniert und möchte von ganz allein schon immer mehr erfahren.
Mein Kind hatte das ein oder andere hier gezeigte bereits im Unterricht behandelt. Dieses Buch half aber das Gelernte auch nochmals einzuordnen. Gerade auch, WEIL diese Art der Darstellung einen so greifbaren Eindruck vom Körper erzeugt.

Ja, ich finde dieses Buch unglaublich klasse und wahnsinnig ästhetisch dazu.

Knochen, Nerven, Lungen- oder Blutsystem, einige innere Organe und Sinnesorgane. Hier gibt es wirklich sehr viel zu entdecken!