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Benutzername: BlueNa
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Bewertungen

Insgesamt 268 Bewertungen
Bewertung vom 15.03.2015
Das Spiel der Spiele / Wild Cards Bd.1 (Restexemplar)

Das Spiel der Spiele / Wild Cards Bd.1 (Restexemplar)


ausgezeichnet

Superheldencasting und Nahostkonflikt

In Amerikas größtem Casting Event der Neuzeit soll der „American Hero“ gefunden werden. Den größten Superhelden, unter der Vielzahl an Superhelden, die die USA bevölkern und dem ein saftiges Preisgeld winkt. In den 1940er Jahren ist ein Alienraumschiff auf die Erde gestürzt und hat das Wild Card Virus freigesetzt, von dem die gesamte Menschheit betroffen ist. Die Verlierer starben sofort, die Joker verwandelten sich zu merkwürdigen Kreaturen und die Asse bekamen plötzlich Superkräfte. Einige der interessantesten Asse dürfen sich nun bei der Reality Show „American Hero“ messen. Doch nicht alle Asse sind oberflächliche Mediensternchen, sondern sie greifen in einen laufenden Nahostkonflikt ein und versuchen das Blatt für die betroffene Minderheit von Jokern zu wenden.

Vorweg ist zur „Wild Cards“-Reihe zu sagen, dass dies keinesfalls der erste Band der Reihe ist, wie ich zuerst auch irrtümlich glaubte. Es handelt sich bei „Das Spiel der Spiele“ um die Übersetzung des 18. Bandes „Insight Straight“, an dem George R.R. Martin nur einen relativ kleinen Anteil hat. Ich finde, man kann das Buch trotzdem gut lesen, auch ohne die Vorgängerbände zu kennen, auch wenn ich ab und zu mal das Gefühl hatte, dass hinter der Story noch mehr steckte, als ich in diesem Buch lesen konnte. Viele verschiedene Autoren haben diese Geschichte geschrieben, wobei jeder Autor einen eigenen Charakter entwickeln durfte. Sehr gut gefallen haben mir die Kapitel, die aus Jonathan Hives‘ Sicht geschrieben wurden, einem Ass, dass sich in tausende Wespen verwandeln kann, ebenso wie ich mich mit Earth Witch, einer Erdverformerin, sehr gut identifizieren konnte.

Den Schreibstil kann man nicht pauschal abhandeln. Da hier einige Autoren am Werk waren und jeder seine Eigenarten hat, die mir mal besser mal weniger gut gefallen haben, kann ich insgesamt sagen, dass das Buch sehr gut zu lesen war. Keiner der Autoren hat mich total abgeschreckt, aber z.B. der Autor der Jonathan Hives-Figur ist mir durch seine humorvolle Art sehr gut im Gedächtnis geblieben. Andere Autoren konnten mich jetzt nicht so mitreißen, aber ich habe das gesamte Buch sehr gerne gelesen und ich vor allem die starke Charakterentwicklung der Figuren hat mir sehr gut gefallen!

Die starken Charaktere waren eindeutig dem Umstand geschuldet, dass jeder der neun Autoren eine Figur entwickelt und dann die Kapitel aus der Sicht dieser Figuren beigesteuert hat. Wie schon oben erwähnt mochte ich Earth Witch und Jonathan Hives am Liebsten, Drummer Boy war der typische Musikstar und ein richtiger Weiberheld. Jonathan Hives ist jetzt zwar nicht der Typ, auf den die Frauen stehen, doch er ist Blogger und berichtet sehr humorvoll über die Show. Auch die anderen Figuren sind eingängig und es macht Spaß ihre Beweggründe zu erfahren.

Das Cover der Klappbroschur ist relativ düster und geheimnisvoll gestaltet. So hat das Buch auch meine Aufmerksamkeit erregt. Auf dem Cover ist das deutsche Ass Lohengrin vor einem schwarzen Hintergrund zu sehen, denn er trägt eine Ritterrüstung und hält eine Karte mit seinem Namen in der Hand. Lohengrin kommt zwar in der Geschichte vor, doch ist keine Hauptfigur, weshalb ich die Wahl als für nicht ganz so geglückt halte. Trotzdem ein gutes Cover!

Fazit: „Wild Cards: Das Spiel der Spiele“ von George R.R. Martin et al. ist ein spannendes Projekt und ich rechne den Autoren ihre Leistung hoch an, nicht nur starke Charaktere entwickelt zu haben, sondern auch die unterschiedlichen Kapitel so in den großen Erzählstrang einfließen zu lassen, dass keine Plottholes oder Ungereimtheiten entstanden sind. Mir hat das Buch großen Spaß gemacht und ich werde auf jeden Fall an dieser Reihe drann bleiben! Ich vergebe fünf von fünf Sternen!

Bewertung vom 25.01.2015
Jump / Das Spiel Bd.1
Silver, Eve

Jump / Das Spiel Bd.1


sehr gut

Jugendliche gegen Alien Invasion

Miki Jones stirbt als sie ein kleines Mädchen von der Straße schubst, weil ein LKW sie zu überfahren droht, doch als Miki erwacht, fühlt sie keine Schmerzen, ist lebendig und für eine Mission eingeteilt, die sie mehr als schockiert: Sie soll zusammen mit ein paar anderen Jugendlichen gegen Außerirdische kämpfen, dann darf sie in ihr Leben zurück. Mit dabei ist auch Luka, ein Klassenkamerad von Miki, der für sie auf die Straße gesprungen ist und verletzt wurde. Doch Miki darf in diesem "Spiel" nicht sterben, denn sonst ist sie auch im wirklichen Leben tot...

Ich bin ohne große Erwartungen an dieses Buch herangegangen und wurde positiv überrascht. Es ist keine anspruchsvolle Lektüre, sondern ein Buch für Zwischendurch, etwas Leichtes, das man gut in Bus oder Bahn oder in der Badewanne lesen kann. Solche Bücher brauche ich auch mal zwischendurch und „JUMP“ ist ein Buch, das wirklich Spaß macht. Zu Beginn dreht sich Mikis Welt um Teenagerprobleme, sie hat Ängste und Nöte und kichernde Freundinnen. Doch dann wird sie in das Spiel hineingezogen und soll Aliens mit tödlichen Quecksilberaugen töten und Punkte sammeln, darf nicht sterben und erhält außerhalb des Spiels weder von Luka noch von ihrem Missionsanführer Jackson irgendwelche befriedigende Auskünfte.

Der Schreibstil des Buches ist sehr einfach gehalten, so dass man wirklich schnell durch die Seiten kommt. Ich empfand ihn als angenehm eben für solch eine Geschichte angemessen, so dass auch jüngere Leser auf ihre Kosten kommen. Die Kampfszenen sind allerdings nicht ganz ohne, hier müssen eben Außerirdische eliminiert werden und das geht nicht ganz gewaltfrei von statten. Die Geschichte blieb die ganze Zeit über interessant und spannend und schafft es, den Leser mitzureißen.

Die Protagonisten sind wirklich interessante Charaktere. Miki ist ein Mädchen, das nicht perfekt ist, sondern unter dem Verlust ihrer Mutter vor einigen Jahren immer noch sehr leidet. Sie hat das Gefühl, nicht richtig fühlen zu können, dass ihre Gefühle nur gedämpft zu ihr durchdringen. Ich mochte sie richtig gern, zumal sie nicht locker lässt, bevor sie Antworten von Luka und Jackson erhält. Luka ist Mikis Klassenkamerad und ein echt netter Kerl. Er möchte Miki nicht im Unklaren lassen und verstößt sogar gegen Regeln, um mit ihr zu reden. Jackson ist der Missionsführer perfekte und gutaussehende Bad Boy in dieser Geschichte und Miki fühlt sich, wie könnte es auch anders sein, zu ihm hingezogen. Mikis beste Freundin Carly, weiß von Mikis Misere nichts, ist aber eine belebende Komponente außerhalb des Spiels.

Das Cover des Taschenbuchs ist relativ nichtssagend und trotzdem ein Eyecatcher. Es ist ganz in Blau gehalten und der Titel ist in durchscheinenden großen Lettern auf der gesamten Front verteilt. Im J befindet sich eine kleine Mädchengestalt, welche Miki darstellen könnte und im P befindet sich eine Jungengestalt. Hier handelt es sich vermutlich um Jackson.

Fazit: „JUMP: Das Spiel“ von Eve Silver ist ein Reihenauftakt zu einer Sci-Fi-Jugendbuchreihe, der zwar nicht unglaublich anspruchsvoll ist, aber total Spaß macht und zu fesseln weiß. Ich vergebe deshalb sehr gute vier von fünf Sternen!

Bewertung vom 04.01.2015
Kristall der Macht
Felten, Monika

Kristall der Macht


sehr gut

Die Suche nach der Wahrheit

Priesterin Noelani wacht auf der kleinen abgeschiedenen Insel Nintau über einen Steinkreis, der einen Dämon bannt, der die Insel vor vielen Jahren mit Tod und Verderben überzogen hat. Doch plötzlich zieht ein giftiger Nebel auf und tötet fast alle Bewohner von Nintau, unter anderen auch Noelanis Zwillingsschwester Kaori. Noelani steht nun eine schwere Prüfung bevor: Ist der Dämon wirklich wieder erwacht?

Die Katastrophe, die vielen Bewohnern der Insel Nintau das Leben kostet und Noelanis Suche nach der Wahrheit nehmen nur einen Teil der Geschichte ein. Nachdem Noelani die Wahrheit gefunden hat, zieht sie natürlich ihre Konsequenzen und die Geschichte bekommt eine Wendung, die mir richtig gut gefallen hat! Ich möchte hier natürlich nicht zu viel verraten, aber es spielen eine gefährliche Seereise und ein großer Kampf eine Rolle! Das Inselsetting zu Beginn des Buches hat mir allerdings auch sehr gut gefallen, sie hat mich ein wenig an Hawaii oder aber am ehesten an Polynesien erinnert.

Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Man merkt sofort, dass es kein Buch ist, das speziell als Jugendbuch geschrieben wurde, sondern zu den All-Agern gezählt werden kann, denn die Sätze sind nicht so einfach gehalten, wie man es von einem Jugendbuch gewohnt ist und auch der Schriftsatz des Buches lässt darauf schließen. Die Sprache ist sehr bildlich und ich bin in die wunderbare Inselwelt von Nintau eingetaucht, habe jede Pflanze und jedes Tier bestaunt und das große weite Meer genossen. Später wird die Stimmung ungleich düsterer und schwerer, dieser Stimmungswechsel war sehr gut durchdacht und hat mir gut gefallen.

Die Charaktere sind mir auch schnell ans Herz gewachsen. Noelani, die junge Maor-Say, die Priesterin der Menschen von Nintau, sieht sich mit einer großen Katastrophe konfrontiert, auf die sie ganz und gar nicht vorbereitet war und mit der sie zunächst absolut überfordert ist. Sie hat selbst ihre Schwester verloren, doch Kaori ist auch geistig mit ihrer Zwillingsschwester verbunden und kann sie nicht verlassen. Die anderen Figuren sind leider nicht so stark gezeichnet, wie die beiden Schwestern. Sie blieben mir kaum in Erinnerung, trotzdem nehmen sie zum Teil eine wichtige Rolle ein.

Die Gestaltung des Schutzumschlags des gebundenen Buches finde ich sehr schön. Man sieht eine weibliche Gestalt in Kapuzenumhang, der von einem hell leuchtendenden Stein zusammen gehalten wird. Das Cover ist in schönen blau-grau-Tönen gehalten. Meiner Meinung nach passt das Cover aber nicht zu 100 Prozent zur Geschichte, auch wenn ich es wunderschön finde.

Fazit: „Kristall der Macht“ von Monika Felten ist ein Fantasy Roman der etwas anderen Art, aber so erfrischend anders, dass ich sehr gerne noch weitere Bücher der Autorin lesen werde. Mir gefällt der Schauplatz, die Insel Nintau, wahnsinnig gut und Noelani und Kaori sind ein absolut sympathisches Zwillingspaar. Ich vergebe sehr gute vier von fünf Sternen!

Bewertung vom 13.11.2014
Maze Runner - Im Labyrinth / Die Auserwählten Bd.1
Dashner, James

Maze Runner - Im Labyrinth / Die Auserwählten Bd.1


ausgezeichnet

Niemand überlebt eine Nacht im Labyrinth

Thomas erwacht hat in einem Käfig, mitten in der Dunkelheit. Der Käfig fährt nach oben und Thomas landet auf einer Lichtung, umringt von lauter halbwüchsiger Jungs, die ihn anstarren. Anführer Alby gibt sich geheimnisvoll und stellt Thomas, anstatt im Antworten zu geben, den zwölfjährigen Chuck zur Seite. Thomas erkennt schnell, dass die Lichtung von hohen Mauern umgeben ist, hinter denen sich ein Labyrinth befindet. Nach und nach erfährt Thomas, dass die Jungs seit zwei Jahren versuchen einen Ausweg aus dem Labyrinth zu finden – vergebens. Plötzlich fährt der Aufzug erneut nach oben, aber es sind nicht die regelmäßigen Versorgungslieferungen, sondern es befindet sich ein Mensch. Ein bewusstloses Mädchen! Und sie hat einen Zettel in der Hand auf dem steht: Sie ist die Letzte. Für immer. Von diesem Augenblick ändert sich alles für die 50 Jungs auf der Lichtung und ein Ausweg aus dem Labyrinth, in dem sich die grauenerregenden Griewer tummeln, wird immer dringlicher…

Diese Trilogie spielt in einer dystopischen Welt, von der man im ersten Band nur einen klitzekleinen Ausschnitt zu sehen bekommt, denn hauptsächlich spielt sich die Handlung auf der Lichtung und im Labyrinth ab, aus dem Thomas einen Ausweg sucht. Er ist fest entschlossen und schafft es, die anderen Jungs aus ihrem festgefahrenen Rhythmus zu reißen. Das ist natürlich alles andere als leicht, denn es gibt auch Jungs, die sich ihm in den Weg stellen. Für mich war das gesamte Szenario bedrückend, aufregend und interessant. Ich war immer von der Frage getrieben, wer die Jungs einem solchen Experiment, oder was das auch immer sein soll, aussetzt und vor allem warum! Was dann am Ende herauskommt, hat mich wirklich erschüttert!

Der Schreibstil des Autors ist einem Jugendbuch angemessen. Mit unkomplizierten Sätzen und viel Action und Spannung begleiten wir Thomas durch sein Abenteuer, immer auf der Suche nach Antworten. Das ist auch das Besondere daran, dass man nur Stückchen für Stückchen Informationen erhält und sich so langsam an die Wahrheit herantastet. Auch die Beschreibungen der Jungs oder der Lichtung, auf der sie leben, waren für mich stimmig und detailliert genug, um mir alles haargenau vorstellen zu können. Dieses Buch entwickelte beim Lesen einen Sog, dem man sich nicht so leicht entziehen konnte.

Die Figuren waren allesamt sehr glaubwürdig dargestellt und ausgestaltet. Thomas lernt man als Hauptprotagonisten am besten kennen. Er kann sich zwar an nichts aus seinem früheren Leben erinnern, ist aber mutig und schreckt auch nicht vor Schmerzen zurück, wenn es der gemeinsamen Sache dient. Er lässt seine Freunde nicht im Stich und kämpft bis zum bitteren Ende! Auch die Jungs, wie Anführer Alby, sein Stellvertreter Newt oder der Hüter der Läufer Minho sind alle einzigartig und haben mir sehr gut gefallen. Am liebenswertesten war aber der junge Chuck, der in Thomas ein Vorbild und Freund sieht. Teresa, das Mädchen, hätte ich gerne ein wenig besser kennen gelernt, sie kam ein wenig zu kurz, wie ich finde. Aber auch Thomas „Erzfeind“ Gally hatte nachvollziehbare Beweggründe.

Das Cover des gebundenen Buches ist mehr als geheimnisvoll und kommt ohne Schutzumschlag daher. Es ist ganz in Blau gehalten, die Hälfte eines Jungenkopfes ist darauf abgebildet und im Hintergrund ist ein angedeutetes Labyrinth schemenhaft zu erkennen. Mich hätte es spontan nicht angesprochen, doch im Nachhinein gefällt es mir ganz gut.

Fazit: „Die Auserwählten – Im Labyrinth“ von James Dashner ist ein spannungsgeladener Auftakt zu einer dystopischen Trilogie, die vor allem männliche Teenager ansprechen dürfte. Doch auch alle andere Leser/innen, die sich gerne in große Abenteuer stürzen, sind hier vollkommen richtig! Ich vergebe sehr gute viereinhalb von fünf Sternen!

Bewertung vom 19.10.2014
Die verborgenen Pforten - Jakobs Vermächtnis
Kaden, Michelle

Die verborgenen Pforten - Jakobs Vermächtnis


sehr gut

Eine Tür in ein Märchenreich

Janosch zieht mit seiner Mutter nach dem Tod seines Großvaters Jakob in dessen Haus. Doch schon kurz nach dem Umzug tut sich etwas Merkwürdiges in der Abstellkammer: Vier junge Wesen kommen daraus zum Vorschein und stellen sich dem verdutzten Janosch als Vampir Roger, Werwölfin Clara, Prinzessin Leila und Magier Vincent vorstellen, die eigentlich seien Großvater Jakob besuchen wollen. Die Abstellkammer ist nämlich eine verborgene Pforte zu einer parallel existierenden Welt. Schnell wird klar, dass die vier Kinder in der Klemme stecken, und Janoschs Hilfe benötigen, denn sie kommen nicht mehr zurück in ihre Welt. Außerdem werden sie von einem bösen Werwolf bedroht…

„Die verborgenen Pforten“ ist der Auftakt zu einer Kinderbuchreihe, in der sich alles um die geheimen Übergänge zwischen zwei Welten dreht. Unserer Welt und einer Märchenwelt, in der sich Vampire, Werwölfe, Zauberer und Prinzessinnen tummeln. Viel erfährt man in diesem Buch noch nicht über die andere Welt, denn die vier Kinder sitzen ja in Janoschs Haus fest, doch in der anderen Welt machen sich ihre Eltern große Sorgen und suchen nach ihnen. Somit begleitet man viel mehr Janosch auf dem Weg in seine neue Schule und bei dem Versuch neue Freunde in seiner Klasse zu finden. Ganz alltägliche Dinge, die Kinder so machen. Doch zu Hause warten dann die vier Kinder auf ihn, mit denen er versucht einen Weg zurück zu finden.

Der Schreibstil ist wirklich schön und für junge Leser sehr gut geeignet. Die Sätze sind nicht verschachtelt sondern schön kurz und knapp, so dass das Lesen schnell und einfach von statten ging. Ein auktorialer Erzählstil ermöglicht es, auch Blicke in die andere Welt zu den Eltern der verschwundenen Kinder zu werfen und mitzuerleben, welche Anstrengungen sie unternehmen, um ihre Kinder wiederzufinden. Die Autorin schreibt auch sehr bildlich, so dass man sich ganz genau vorstellen konnte, wie das Haus und die Tür oder das Schloss in der anderen Welt aussehen.

Die Protagonisten sind wahrlich kleine Besonderheiten. Janosch selber ist eigentlich ein stinknormaler 14-jähriger, der in seiner neuen Klasse Anschluss sucht und irgendwie den Umzug und den Tod seines Großvaters verdauen muss. Er reagiert, wie man es von einem Kind erwartet, wenn plötzlich vier komisch gekleidete Wesen aus seiner Abstellkammer klettern: Erschrocken, erstaunt und skeptisch. Doch habe ich mir Janosch immer jünger als 14 vorgestellt vielleicht 11 oder 12. Die vier Wesen sind sehr unterschiedlich Prinzessin Leila benimmt sich wie eine Prinzessin, Zauberer Vincent kann eigentlich noch nicht so richtig zaubern, Werwölfin Clara ist recht vorlaut und kriegt sich öfter mit dem Ketchup liebenden Vampir Vincent in die Haare. Alle sind total sympathisch und ich musste sie einfach gern haben!

Das Cover des gebunden Buches mit Lesebändchen finde ich ein wenig unscheinbar, was wirklich schade ist. Wenn man es genau betrachtet, bemerkt man, dass es sehr liebevoll gestaltet und detailliert ist, doch für ein Kinderbuch ein wenig zu farblos. Durch eine halbgeöffnete Tür blickt man in Janoschs Gartenhaus, an dessen Wand ein sehr schönes Bild hängt, dass auch in der Geschichte erwähnt wird, was ich wiederum toll finde.

Fazit: „Die verborgenen Pforten: Jakobs Vermächtnis“ von Michelle Kaden ist ein sehr schöner erster Band einer Kinderbuchreihe, in dem man mit den tollen Hauptfiguren und der Welt vertraut gemacht wird. Das Ende ist so ausgelegt, dass man auf jeden Fall den zweiten Band „Gedankendiebe“ lesen möchte. Ich vergebe wunderbare und kindgerechte vier von fünf Sternen für dieses schöne Kinderbuch!

Bewertung vom 11.10.2014
Collector Bd.1
Heitz, Markus

Collector Bd.1


sehr gut

Gibt es noch Rettung für die Menschheit?

Kris Schmidt-Kneen ist Frachter Pilot auf der Erde und unterwegs zu einem vermeintlich normalen Auftrag. Doch kaum bei den angegebenen Koordinaten angekommen, stellt Kris fest, dass nichts an dem Auftrag normal ist: Er soll für einen Konzern einen außerirdischen Antrieb mit seinem Antigrav-Truck zu einem noch unbekannten Ort schaffen. Trotz Bewachung wird Kris angegriffen und samt Truck und Alien Antrieb ins Weltall entführt. Hier lauert nämlich ein weiterer Wirtschaftskonzern darauf, den Alien Antrieb in die Finger zu bekommen um seine unlauteren Ziele zu verfolgen. Währenddessen nimmt eine hochentwickelte außerirdische Rasse, die Collectors, immer mehr von Menschen besiedelte Planeten „in Obhut“ und schottet sie vom Rest des Universums ab. Kris wird mitten in eine Krise geschleudert, mit der er nichts zu tun haben will und in die sogar seine kleine Tochter Soraya hineingezogen wird.

Markus Heitz bezeichnet seine „Justifiers“-Reihe als eine Space-Opera und das ist es auch. Es gibt Aliens, Betahumanoiden, Roboter, große Raumschiffe und Weltraumschlachten, also alles was das Sci-Fi-Herz begehrt und das ist es auch, was mir an dem Buch so gut gefallen hat. Ich lese leider viel zu selten Science-Fiction, sondern schaue viel mehr Filme und TV-Serien aus diesem Genre, trotzdem bin ich immer wieder begeistert, wenn ich ein Sci-Fi-Buch zwischen die Finger bekomme. Zwischendurch verliert sich „Collector“ zwar in Nebenhandlungssträngen und wird dadurch ein wenig langatmig, doch dies hat mich nicht groß gestört, denn schließlich legt das Buch den Grundstein einer gesamten Reihe und führt das Universum sozusagen ein.

Der Schreibstil des Autors gefällt mir sehr gut und ich lese seine Bücher immer wieder gerne. Er schreibt flüssig, aber auch häufig mit einem ironischen Unterton, der den Geschichten immer dieses gewisse Etwas verleiht, die sie so interessant für mich machen. Heitz schafft es, mich mitten in den Weltraum zu katapultieren, mich auf fremden Planeten Abenteuer erleben zu lassen und außerirdische Rassen so zu beschreiben, als würde ein Film vor meinem inneren Auge ablaufen. Inklusive stimmungsvoller Hintergrundmusik! Manchmal schweift die Story ein wenig ab, der rote Faden zerfasert, aber ich habe es immer geschafft, wieder in die Spur zu kommen, so dass dies zu keinem großen Problem wurde.

Durch die Vielzahl an Charakteren bleiben einige von Ihnen auf der Strecke, doch die Hauptprotagonisten Kris Schmidt-Kneen und Faye Durrick werden gut skizziert und ich konnte eine emotionale Bindung zu den Beiden aufbauen. Gerne wäre ich noch gerne tiefer in die Psyche von Fayes Schwester Nuria Suede, die von einem Driver in Besitz genommen wurde, und dem Chemical „23“, der über starke psionische Fähigkeiten verfügt und so ein Raumschiff steuern kann.

Das Cover der Klappbroschur ist schlicht gehalten. Ganz in schwarz gibt es einen leuchtend gelben Fleck, der, wenn man genau hinschaut, einen Ausblick auf das Weltall bietet und den Buchtitel beinhaltet. Der Name des Autors ist in großen weißen Lettern darüber platziert. Ich mag die Gestaltung!

Fazit: „Collector“ von Markus Heitz ist der spannende Auftakt einer Space-Opera, dem weitere „Justifiers“-Romane von verschiedenen deutschen Fantasy- und Sci-Fi-Autoren nachfolgen. Mir hat das Buch großen Spaß gemacht und ich freue mich auf alle weiteren „Justifers“-Bücher! Somit vergebe ich gute vier von fünf Sternen!