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Benutzername: schnegg72
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Bewertungen

Insgesamt 42 Bewertungen
Bewertung vom 24.01.2013
Dampfnudelblues / Franz Eberhofer Bd.2
Falk, Rita

Dampfnudelblues / Franz Eberhofer Bd.2


ausgezeichnet

Mordermittlung auf Bayrisch

Franz Eberhofer aus Niederkaltenkirchen bei Landshut (man sage ihm bloß nicht, dass er aus Landhut kommt!) wurde nach seiner sehr diensteifrigen Zeit in München wieder in sein Heimatdorf zurückversetzt. Dabei hat er es noch gut. Seinem damaligen Kollegen Birkenberger hat man gleich sämtliche Befugnisse und Berufsbezeichnungen entzogen.

Bei einem offenbar harmlosen Lausbubenstreich wird dem Rektor Höpfl „Stirb, Du Sau!“ an die Hauswand gesprüht. Dann ist der Höpfl plötzlich tagelang spurlos verschwunden. Und kaum ist er wieder aufgetaucht, wird er vom Zug überrollt. Und vermissen tut ihn schon gar keiner. Am allerwenigsten in der Schule. Und noch nicht einmal seine eigene Schwester. Verdächtige gäbe es also genut.
Aber alle halten es für Zufall und Selbstmord. Nur nicht der Franz Eberhofer aus Niederkalten.....
Und obwohl sein zuständiger Richter ihm die Anweisung erteilt, den Fall ad acta zu legen, lässt der Franz nicht locker. Schützenhilfe bekommt er dabei von seinem schießwütigen Ex-Kollegen Birkenberger, der inzwischen als Privatdetektiv tätig ist, und dem Rechtsmediziner Karl Stopfer.

Und das, wo er doch auch privat genug Ärger hätte:
Seinen Bruder samt Anhang und Sushi (heißt eigentlich Uschi und ist seine Nichte, die komischerweise nur bei ihm nicht brüllt), seinen Papa (der baut nämlich im hinteren Garten heimlich Canabis an und benutzt es zur allgemeinen Entspannung. Ist ja schließlich sein Garten und da kann er anbauen, was er will...) und nicht zu vergessen: Susi, sein temporäres Gspusi, das ihn wegen einem Luca-Toni-Italiener sitzen lässt. (Was muss er sie auch bei ihrem letzten „Treffen“ so saudumm anreden....)
Sein einziger Zufluchtsort vor der bösen Welt ist sein zum Wohnen umgebauter Saustall. Aber nicht einmal mehr da hat er dauerhaft seine Ruh´.

„Dampfnudelblues“ ist der 2. Teil der Franz-Eberhofer-Reihe, den ich aber zuerst gelesen hab. Der 1. Teil „Winterkartoffelknödel“ wird aber natürlich sofort nachgeholt, genau wie Band 3 („Schweinskopf al dente“) und Band 4 („Grießnockelaffäre“).
Rita Falk besticht einfach durch den original-bayerischen Humor, ihre flüssige Schreibweise und die absolut trockenen Kommentare und Aussagen aller Beteiligten.
Ab der ersten Seite wird es nicht eine Sekunde langweilig. Ganz im Gegenteil! Man kommt aus dem Schmunzeln, Grinsen und Lachen gar nicht mehr heraus.
Warum? Weil es einfach liebenswert bayerisch zugeht.
Ich liebe diese Provinzkrimis!

P.S.: Für Nicht-Bayern sind so einige spezifische Ausdrücke im Anhang erklärt. Und im Anhang dürfen die im Buch relevanten Rezepte von Oma natürlich nicht fehlen!
So. Meine Dampfnudeln stehen gerade im Ofen :-) (Da kriegt man nämlich richtig Appetit drauf....)

9 von 9 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 14.09.2012
Mit Opa am Canal Grande
Fülscher, Susanne

Mit Opa am Canal Grande


gut

Kurzer Inhaltsabriss:
Opa Johann ist verwitwet und lebt mit der Familie seines Sohnes unter einem Dach. Seine Enkelin Lucie hat ihn auf Facebook angemeldet und da erhält er auch glatt eine Freundschaftsanfrage von der jungen Emilia. Und ebendiese Emilia steht eines Tages unangemeldet vor der Familientür und behauptet, seine Enkelin zu sein. Angeblich hatte Opa in jungen Jahre bei einer Italienreise ein amouröses Abenteuer mit ihrer Großmutter. Doch an DIESE Italienerin kann sich Opa anfangs überhaupt nicht erinnern...
Und ihre Mutter – also seine bislang unbekannte Tochter Franca – will auch nichts von ihm wissen.

Mit diesen Behauptungen stellt Emilia das Familienleben natürlich ordentlich auf den Kopf. Allein ein Foto ihrer Mutter beweist die Vaterschaft: so ähnlich können sich nur Vater und Tochter sehen.

Opa beschließt daraufhin kurzerhand einen Venedigurlaub, um seine neue Tochter kennen zu lernen.
Natürlich ist er froh, als sich seine Schwiegertochter Astrid und Enkelin Lucie entscheiden, ihn als psychologische Unterstützung zu begleiten.

Durch einen geschickten Schachzug von Opa landen alle drei in einem Italienischkurs mit keiner geringeren als Franca als Lehrerin...so müsste man – laut Opa – sie überzeugen können, dass er eigentlich ein ganz netter Kerl ist.

Lucie verliebt sich nebenbei auch noch in Pawel, einen anderen Kursteilnehmer, den sie in ein paar Monaten – zu Astrid´s Entsetzen – auf eine monatelange Indienreise begleiten will. Dabei ist Astrid auch noch damit beschäftigt, den netten Theo auf Distanz zu halten. Was denkt der sich eigentlich? Wo sie doch mit Thomas verheiratet ist, der aber den eigenen Erotikladen hüten muss....

Eindrücke beim Lesen
Der Schreibstil ist locker und daher sehr angenehm zu lesen. Die Geschichte um die drei ist nett ausgedacht. Und irgendwie fiebert man schon mit allen Dreien mit, obwohl das Ende eigentlich klar ist.
Lucie, die sich mit ihren jungen Jahren so spontan verliebt und trotzdem genug Zeit für Opa´s Probleme aufbringt. Astrid, die ihren Mann vermisst, und sich immer um die ganze Familie Sorgen macht.
Und man hat auch immer wieder das Gefühl, dass das alles auch in der eigenen Familie passieren könnte.

Fazit
Der Roman lässt sich schön flüssig und angenehm lesen, enthält aber keine wirklichen Spannungsmomente oder besonderen Überraschungen. Alles ist sehr vorhersehbar und irgendwo schon einmal da gewesen.
Als Sommer-/Herbstlektüre mit genügend Schmunzlern versehen durchaus gut zum Entspannen lesbar, muss aber nicht unbedingt in jedem Bücherschrank stehen....
Eben ein nettes Buch zum Zeitvertreib.

Bewertung vom 19.06.2012
Irgendwas geht immer
French, Dawn

Irgendwas geht immer


schlecht

So. Wo soll ich anfangen? Irgendwie handelt es sich bei Mo, Peter/Oscar, Dora und Dad schon um eine normale Familie. Nur: irgendwas IST immer....

Mo
ist ihres Zeichens Mama und Kinder- und Jugendpsychologin. Von ihrem Mann meist mit gefühlter Abwesenheit beehrt und einer renitenten Teenietocher, die ihre Mutter einfach nur hasst. Und der Sohn nimmt sie eben meistens so hin oder bringt ihr noch entsprechende familiäre Gefühle entgegen. Eine Psychologin, die bei der Erziehung ihrer eigenen versagt und anderen genau an den Stellen tolle Ratschläge erteilt.
Ihre Unzufriedenheit steigert sich noch, als sie ihre Ehe und selbst ihre gesamte Familie in der aktuellen Konstellation in Frage stellt.

Peter/Oscar
findet, dass er einfach in der falschen Zeit mit dem falschen Vornamen versehen wurde. Also orientiert er sich lieber an Oscar Wilde und benimmt sich auch dessen Zeit entsprechend. Sein Tagebuch erinnert vom Stil, der Wortwahl und der Selbstüberschätzung eines Heranwachsenden sehr an Sue Townsend´s „Adrian Mole“. Man könnte fast meinen, sie seien verwandt.

Dora
fühlt sich von der Welt und insbesondere ihrer Mutter einfach nur unverstanden, alleine gelassen und hasst sie daher ohne Ende. Oscar geht ja noch. Und die einzigen, die einen Funken Verständnis für sie aufbringen können sind ihr Dad und ihre beste Freundin Lottie. Aber auf keinen Fall ihr Ekelpaket von Exfreund.
Ihr Tagebuch ist das einzige, das einem hin und wieder ein Lachen entlockt, da sie einfach jung, spritzig und teeniemäßig ist.

Als einzige Bezugsperson für alle dient Mo´s Mutter. Und die hat – trotz ihres Alters – wirklich für alles und jeden Verständnis und einen guten Rat parat.

Dawn French hat „Irgendwas geht immer“ in Tagebuchform gestaltet. Mo, Oscar und Dora schildern abwechselnd jeweils ihre Sicht der Erlebnisse und Katastrophen.
Dawn French ist der jeweilige Wechsel von einen zum nächsten Protagonisten sehr gut gelungen, was bei den verschiedenen Charakteren bestimmt nicht so einfach ist.
Doch auch das hat meine Leselust leider nicht steigern können.
Laut Klappentext sollte die Familie sich gegen einen fiesen Betrüger gemeinsam zur Wehr setzen. Der erste Hinweis auf eine Art Katastrophenanfang zeigt sich „immerhin“ schon auf Seite 128.
Doch auf die eigentliche Katastrophe wartet der Leser leider sehr, sehr lange. Und genau das war auch der Grund, warum ich das Buch überhaupt zu Ende gelesen habe. Ich wollte wissen, um welches Chaos es sich eigentlich handelt. Auf Seite 310 (hier meldet sich Dad endlich einmal persönlich zu Wort!) von 349 weiß man dann auch endlich, um welche Betrügerei es sich geht.

Mein Fazit:
Ein Buch, das man auf keinen Fall gelesen haben muss. Schöne Idee, die sich aber für den Leser als sehr zäh, großflächig langweilig und erst kurz vor Ende auf den Punkt gebracht darstellt. Ich war – zugegebenermaßen – das eine oder andere Mal versucht, aufzugeben. Aber den Betrüger wollte ich dann doch noch kennenlernen...

Bewertung vom 10.05.2012
Die Toten von Sandhamn / Thomas Andreasson Bd.3
Sten, Viveca

Die Toten von Sandhamn / Thomas Andreasson Bd.3


ausgezeichnet

Familienbande im Schärengarten

Endlich ist der 3. Fall mit Thomas Andreasson da!
Geprägt ist er durch seine drei Handlungsstränge:

Nora
ist die beste Freundin von Thomas.
Als sie bei einer Party zufällig erfährt, dass ihr Mann Henrik sie mit einer jüngeren Krankenschwester betrügt, schnappt sie sich ihre beiden Söhne und fährt in den Ferien in ihr Ferienhaus nach Sandhamn. Zum einen um Abstand zu gewinnen, zum anderen, um nicht mit Henrik in einem Haus wohnen und ihm ständig über den Weg laufen zu müssen. Sie versucht sich über ihre Zukunft als alleinerziehende Mutter klar zu werden. Wenig hilfreich ist hier ihre verbohrte Schwiegermutter, die versucht, sie zur Vernunft zu bringen.
Doch auch dieses Mal lassen sie die Vorkommnisse auf Sandhamn, die Thomas zu untersuchen hat, nicht in Ruhe und sie mischt natürlich wieder ein bißchen mit...

Gottfrid und Thorwald
Ihre Geschichte beginnt 1899 mit Gottfrid´s schwerer Kindheit und wie er sich in Vendela, seine zukünftige Frau und Thorwalds Mutter verliebt. Gottfrid wollte nie wie sein herrischer Vater werden. Doch genau das passiert. Wenn nicht sogar noch schlimmer. Thorwald und seine Mutter haben seelisch wie körperlich unter dem fanatisch religiösem Gottfrid zu leiden, während seine Schwester Kristina der Sonnenschein seines Vaters ist. Sie weiß genau, wie sie ihren Willen durchsetzen kann.
Seinen ersten Lichtblick hat Thorwald als er Karolina kennen und lieben lernt. Auch sie liebt ihn. Aber diese Liebe steht unter keinem guten Stern...

Thomas Andreasson und sein Ermittler-Team
Im November 2006 verschwand Lina, eine 20jährige Studentin, die auf Sandhamn aufgewachsen ist, abends auf dem Nachhauseweg von ihrer Freundin spurlos. Selbst tagelanges Suchen mit Polizeitruppen, Spürhunden und Freiwilligen konnten keine Ergebnisse bringen. Linas Familie ist verzweifelt.
Als dann im Februar 2007 Noras Söhne beim Spielen im Schnee einen vergrabenen Arm entdecken ist schnell klar, dass es Lina´s Arm sein muss.
Somit werden die Ermittlungen wieder aufgenommen und alte „Zeugen“ neu befragt. Und wie es meist so ist, tun sich neue Verdachtsmomente und schaurige Zusammenhänge auf.

Viveca Sten hat ein neues Meisterwerk geschaffen. So durchdacht und verzwickt sie die einzelnen Handlungsstränge auch gestaltet hat, so gelingt es ihr meisterlich am Schluss alle zusammenzuführen.
Jeder einzelne Handlungsstrang hätte einen eigenen Roman ergeben, den man nicht mehr weglegen wollte.
Man leidet mit Nora, die sich Sorgen um ihre Söhne und die Zukunft macht.
Man leidet mit Thorwald, freut sich mit ihm und Karolina und leidet wieder mit ihm.
Man ermittelt mit Thomas und seinem Team.
Man fühlt mit Thomas, als er seine Ex-Frau wieder trifft und feststellt, dass er nie aufgehört hat zu lieben.

„Die Toten von Sandhamn“ muss mit viel Enthusiasmus und Liebe zum Detail entstanden sein, um den Leser derart fesseln zu können. Und ohne ihn mit seinen verschiedenen Handlungssträngen zu verwirren. Denn verwirrt war man nie. Nur neugierig, wo das alles enden mag.

Mein Fazit:
Absolut kurzweilig, spannen und lesenswert. Am liebsten würde ich sofort den 4. Fall von Thomas in die Hand nehmen.

Bewertung vom 15.03.2012
Die schöne Münchnerin / Mader, Hummel & Co. Bd.2
Kämmerer, Harry

Die schöne Münchnerin / Mader, Hummel & Co. Bd.2


gut

Immer der Nase nach...

Als ein Münchner Modelsternchen ermordet aufgefunden wird, werden Chefinspektor Mader und sein Team Dosi, Hummel und Zankl auf den Fall angesetzt.

Das größte Rätsel gibt die Nase der Toten auf. Die hat nämlich eine andere DNA als der Rest...
Und wer, bitte schön, läßt sich ein schönes Naserl transplantieren? Welcher Beauty-Doc macht so etwas? Und wo kriegt man die „Ersatzteile“ her?

Und so fragen sich Mader und Konsorten in der Beauty- und Verlagsbranche durch. Könnte ja sein, dass jemand hinter den „Organhandel“ gekommen ist und das publizieren wollte. Was natürlich die Organmafia gar nicht gerne sehen würde.

Ein weiteres Model wird ermordet, ein Münchner Pathologe hunderte von Kilometern weit entfernt tot im Straßengraben aufgefunden, zwei Kleinganoven und ein Journalist müssen ebenfalls dran glauben. Es wird also immer komplizierter und undurchsichtiger für das Team, das natürlich nicht aufgibt und teilweise zu unkonventionellen Ermittlungsmethoden greift.

Auch das Privatleben der Teammitglieder mit ihren alltäglichen Sorgen, um die sie sich nebenbei noch kümmern müssen, kommt nicht zu kurz. Und natürlich die Akteure und Handlungen der „Gegenseite“. Aber nur die der Helferlein. Sonst wüßte man ja gleich, wer es war.

Und für den Leser? Ja...für den ist es auch in weiten Teilen etwas undurchsichtig. Dies kommt hauptsächlich daher, dass kaum ein Handlungsstrang länger als eine Seite ist und für meinen Geschmack viel zu viel hin und her gesprungen wird. Und das nicht nur zwischen zwei Strängen, sondern zwischen allen Personen.
Liebenswert sind jedoch die bayerischen Gepflogenheiten und Aussprüche.

Das mag dem Ganzen ja ein gewisses Maß an Tempo geben, nimmt mir aber etwas die Spannung und vor allem die Lust am Lesen. Halbseitige Kapitel sind leider nicht für mich gemacht.
Es wird zwar als Chefinspektor Mader-Krimi angeprießen, ist es meiner Meinung aber nicht. Die größte Rolle spielt Ermittler Hummel, Mader kommt meist nur am Rande und in lenkender Funktion vor.
Alle Teammitglieder haben zwar ihre Eigenheiten und Charakterzüge. Aber ich habe den EINEN, leitenden Charakter vermißt.

Bewertung vom 11.03.2012
Dinner for one, Murder for two / Pippa Bolle Bd.2
Auerbach & Keller

Dinner for one, Murder for two / Pippa Bolle Bd.2


ausgezeichnet

Meine Zusammenfassung
Pippa Bolles englische Oma Hetty will in Berlin für ihre Altersruhe testwohnen. Und in dieser Zeit soll Pippa das Haus, den Hund Rowdy, den Kater Peter Paw und den Hahn Bastard samt seinen Hennen sitten.
Allerdings weiß Pippa da noch nicht, dass Oma ihr auch gleichzeitig einen Job als Ensemblesitter für die Hamlet-Aufführung beim Shakespeare-Festival beschafft hat. Und genau da liegt für sie der Haken. Denn Schauspieler sind immer und überall unberechenbare Selbstdarsteller. Zudem muss sie sich mit dem äußerst exzentrischen Regisseur Hasso von Kestring herumschlagen, der nicht nur sie, sondern auch das restliche Ensemble samt seiner eigenen Ehefrau und Dauerberichterstatter Carlos Kwiatkowski mit seinen Allüren in den Wahnsinn treibt.
Als bei einer seiner Gruppenproben zur Selbstvertrauensbildung Omas Hund Rowdy erschossen wird, macht er sich damit auf jeden Fall keine neuen Freunde. Dann hat Carlos auch noch einen Autounfall und das Ensemble ist in hellem Gefühlsaufruhr.
Wen wundert es dann noch, dass auch Hasso vor aller Augen seinen endgültigen Bühnenabgang hinlegt.
Pippa ermittelt wieder einmal unfreiwillig zusammen mit dem restlichen Dorf und seiner unkonventionellen Inspektorin.
Und weil auch jeder – ausser natürlich Pippa – für die Totesfälle verantwortlich sein könnte, wird auch jeder Stein umgedreht und in der Vergangenheit der einzelnen Ensemblemitglieder gewühlt. Wer hatte hier wohl die größte Leiche im Keller? Und wem nutzen die Totesfälle?


Mein Fazit
Herrlich unkompliziert, humorvoll, skurril und fesselnd erzählen Auerbach und Keller Pippas Erlebnisse mit dem bunt gemischten Schauspielerhaufen. Natürlich nie, ohne den großen Shakespeare komplett aus den Augen zu verlieren.
Mit viel Witz und Kombinationsgabe – und dem einen oder anderen Zufall – wird aber auch dieser Fall gelöst...
Den ersten Pippa Bolle-Band „Unter allen Beeten ist Ruh´“ habe ich bislang noch nicht gelesen, muss nach diesem Band aber unbedingt und sofort nachgeholt werden.
Daumen hoch – für jede Jahreslesezeit!

Bewertung vom 15.08.2011
Cut / Keye Street Bd.1
Williams, Amanda Kyle

Cut / Keye Street Bd.1


ausgezeichnet

Wunschknochen

Keye Street ist eigentlich Profilerin, wurde aber vom FBI wegen ihres Alkoholismus verstoßen. Also hat sie sich nach dem Entzug mit einer Privatdetektei in Atlanta selbständig gemacht. Kautionsflüchtlinge, Zustellung von Vorladungen und kleinere Schnüffeleien sind nun ihr tägliches Brot.
Ihre Freundin aus Kindertagen, Diane, und ihr bester Freund, Polizist Rauser, sowie ihre Familie und ihr Angestellter Neil sind ihre Stütze und helfen ihr auch weiterhin im Kampf gegen den Alkohol. Weniger hilfreich ist dagegen ihr Exmann Dan, ein egoistischer Schauspieler.
Als ein grausamer Serienmörder, der bei seinen Opfern nur Stichwunden und Bisse zurückläßt, in Atlanta sein Unwesen treibt, holt Rauser Keye als externe Beraterin mit an Bord. Der „Wunschknochen“, wie ihn die Presse bald nennt, nimmt mit den beiden Kontakt über Brief und E-Mail auf und ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt. Auch die Presse erhält davon Kopien, deren Veröffentlichung den Ermittlungen nicht unbedingt zuträglich ist. Während Keye gleichzeitig noch ihre „normalen“ Fälle bearbeitet konzentriert sich Wunschknochen auch immer mehr auf sie und das obwohl sie bei der Polizei „gefeuert“ wurde und ihren Part ein ehemaliger FBI-Kollege übernommen hat. Und genau dieser wird auch Opfer des Killers. Rauser bekommt immer mehr Angst um sie.

„CUT“ ist von Anfang bis Schluss mit Spannung geladen, ohne dabei aber überladen zu wirken. Daher lässt es sich auch kaum aus der Hand legen, wenn Keye über die Wunschknochen-Morde aus ihrer Sicht erzählt.
Was Keye so liebenswert macht? Sie ist einfach Mensch. Mit Ecken, Kanten und Fehlern. Aber durchaus liebenswert. Auch die anderen Charaktere ihres täglichen Lebens wissen das zu schätzen.
Man leidet mit Keye, wenn sie sich eigentlich gerne einen Drink genehmigen würde. Man ermittelt mit Keye, wenn sie hinter Kautionsflüchtlingen oder einer Kuh her ist. Man begleitet sie, wenn sie Vorladungen zustellt. Und man nimmt an ihrem Privatleben teil...und hofft inständig, dass Keye und Rauser den Killer schnell entlarven werden. Gesteigert wird das ganze noch dadurch, dass der Killer offenbar aus dem Umfeld der beiden kommt und Zugang zu den FBI-Akten über Keye zu haben scheint.
Noch spannender – und grausamer – wird CUT dadurch, dass ein Strang mit Blogeinträgen des Killers bei einer Messerfetischseite eingearbeitet wurde. Und an diesen Stellen wird es dem Leser echt anders, da diese „Phantasien“ derart abartig sind, dass man es sich eigentlich gar nicht vorstellen kann. Genau wie die bis ins kleinste Detail geplanten und grausam ausgeführten Morde selbst.
Amanda Kyle Williams hat es geschafft, einen Thriller zu schreiben, der einen richtig mitfiebern und mitleiden lässt. Denn: auch als der Killer bereits geschnappt ist, dreht sich das Rad noch weiter....
Mein Fazit: für Thrillerfreunde ein Muß. Für alle anderen: mit diesem Thriller könnten sie ein neues Genre für sich entdecken.
Ich warte hiermit sehnsüchtigst auf den zweiten Teil!

Autorin
Amanda Kyle Williams lebt in Atlanta, im tiefsten Süden der USA und hat für die Buchrecherchen sogar selbst als Privatdetektivin und Gerichtsbotin gearbeitet. Zudem hat sie Profilerkurse besucht. Der nächste Keye Street-Fall ist bereits in Arbeit.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.