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Benutzername: Janine2610
Wohnort: Großmugl
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Danksagungen: 13 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 135 Bewertungen
Bewertung vom 07.07.2018
Spitzentitel
Manzini, Antonio

Spitzentitel


ausgezeichnet

Viel zu rund läuft es in Giorgio Volpes Leben. Gerade hat er seinen neuen 800-Seiten-Roman, der laut seiner vertrauten Lektorin ein Meisterwerk ist, fertiggestellt. Irgendwie scheint alles wie am Schnürchen zu laufen, sodass man fast schon meinen könnte, es ist langweilig. Dass bald mal was passieren muss, war klar, denn diese Idylle war für mich beinahe nicht mehr zu ertragen.

Natürlich wird man diesbezüglich von Manzini nicht enttäuscht. Man merkt schon bald: es tun sich Probleme auf. Gewaltige Probleme, mit denen Volpe da zu kämpfen hat. Es geschehen Dinge, die fast schon absurd komisch sind – nicht nur für den Protagonisten, auch für mich als Leserin waren die Geschehnisse echt aberwitzig. Man denkt, man ist im falschen Film, so ominös kommt die Handlung schon bald daher. Grund dafür ist der neue Großkonzern "Sigma", der Volpes alten Verlag "Gozzi" übernommen hat und nun zwei eigenartige Typen zu Volpe schickt, die es tatsächlich wagen wollen, sein Meisterwerk Korrektur zu lesen, sprich umzuschreiben – einfach, weil sie der Ansicht sind, dass Negatives in Büchern nichts mehr zu suchen hat und die Sprache an das Verständnis der Leser angepasst werden müsse. Schließlich haben sie das auch bei »Krieg und Frieden« so gemacht. Das heißt jetzt nämlich nur mehr »Frieden«, ohne »Krieg«. Denn Negatives wollen die Leute ja nicht mehr lesen, das ist zu verstörend. Mit diesem Argument und mit ihrem neuen Konzept, die Bücher in "heimischer Mundart" umzuschreiben, wollten sie sich ans Werk machen. Dass Volpe da komplett dagegen war und gefragt hat, ob das hier alles ein Scherz sein soll oder die beiden einfach nur völlig übergeschnappt sind, konnte ich absolut nachvollziehen!

Das muss doch ein Albtraum für jeden Schriftsteller sein, nicht? Damit zerstört man die Träume von Autoren. Ein Buch, in das man all sein Herzblut gesteckt hat und an dem man vielleicht 2,5 Jahre geschrieben hat, soll nun einfach so komplett überarbeitet werden, sodass am Ende eine ganz andere Geschichte herauskommt? Ich würde sogar soweit gehen und sagen: damit bricht man einen Schriftsteller. Wie Volpes Frau Bianca das irgendwann auch mal so schön passend ausgedrückt hat: »Das, was Giorgio da passiert, klingt wie aus einem Science-Fiction-Roman.«

Das Schöne an diesem Roman, der auf mich durch seine nur 77 Seiten wie eine etwas längere Kurzgeschichte gewirkt hat, ist, dass überhaupt keine Langeweile aufkommt. Am Anfang, als alles so rund lief, hat sich dennoch schon irgendwie Spannung aufgebaut, weil ich wusste, dass es nicht mehr lange dauern kann, bis Volpe mit den ersten Komplikationen konfrontiert wird. Und ab dann war es durchgehend amüsant und fesselnd, sodass ich es gleich in einem Rutsch durchgelesen habe.
Ich wollte eben unbedingt wissen, ob und wenn ja, wie Volpe einen Weg aus dem Schlamassel findet. Ein gewisses Mitgefühl mit dem gedemütigten Protagonisten, der erst ziemlich großkotzig tut, war bei mir, als es Richtung Ende ging, nicht mehr zu verleugnen.

»Spitzentitel«, das ich als durchaus launig und äußerst unterhaltsam beschreiben würde, bietet vor allem am Schluss eine gewisse Tragik und lässt den Leser nachdenklich zurück.

Bewertung vom 10.05.2018
Das Glück des Schmetterlings beim Fliegen (eBook, ePUB)
Imgrund, Barbara

Das Glück des Schmetterlings beim Fliegen (eBook, ePUB)


sehr gut

Wenn das Schicksal hart zuschlägt, sucht sich jeder Mensch seinen ganz individuellen Weg, um mit der eingetretenen Situation zurechtzukommen. Manche Menschen kommen schneller damit klar, andere brauchen länger, bis sie von sich behaupten können, dass alles wieder in Ordnung ist. Wieder andere kommen niemals darüber hinweg.
Marie, die Protagonistin in vorliegendem Buch, muss gleich zwei schwerwiegende Tatsachen verkraften: die Totgeburt ihres Sohnes und der Umstand, dass sie nun keine Kinder mehr bekommen kann. Für Marie sind diese Nachrichten wie ein Schlag ins Gesicht. Kein Wunder, dass sie sich taub fühlt vor Traurigkeit. Kein Wunder, dass sie sich selbst nicht mehr wahrnimmt, ja sogar das Gefühl hat, sich selbst verloren zu haben. Ein solcher Verlust ist an Tragik kaum zu überbieten. Und ich konnte ihr deshalb auch ihr andauerndes Selbstmitleid und ihren ständigen Gedanken »Ich bin die, die übrigbleibt.« absolut nicht übelnehmen.

~ »Man kann nur etwas ändern, wenn man endlich aufhört, sich leid zu tun.« ~
(S. 54)

Wie es dann manchmal so ist - und das scheint ebenfalls Schicksal zu sein - plant das Leben für einen aber manchmal viel mehr als man erwarten würde. Manchmal hat man das Gefühl, als würde irgendeine höhere Macht wollen, dass dieses oder jenes passiert oder eben nicht passiert, damit ... ja was eigentlich? Damit man die Chance bekommt, persönlich zu wachsen/sich persönlich weiterzuentwickeln, um ein glücklicheres Leben führen zu können? - Ich denke schon!

Maries Geschichte ist voll von Menschen, die ihr (teils unbewusst) meist durch Gespräche oder einfach so dahingesagten Sätzen helfen, ihr Schicksal zu akzeptieren, Zusammenhänge zu erkennen und zu verstehen. Diese Menschen sind aber nicht einfach irgendwelche zufällig getroffenen Menschen. Genau genommen haben sie eine ganz besondere Bedeutung bzw. spielen alle mehr oder weniger eine ganz wichtige Rolle in Maries Leben. Weiter möchte ich darauf nicht eingehen, das würde zu viel vorwegnehmen.

~ Manche Dinge muss man schon selbst erkennen, sonst sind sie nichts wert. ~
(S. 162)

Ich persönlich finde jedenfalls, dass Barbara Imgrund Maries Lebenslektion in eine total schöne Geschichte verpackt hat, die es sich absolut zu lesen lohnt.
Ich meine, ja, der eine oder andere Charakter wirkt – zumindest anfangs – vielleicht etwas verschroben, komisch oder eigensinnig, wahrscheinlich auch deshalb, weil ebenjene sich am liebsten am Friedhof aufhalten, aber genau das hat mir an dem Roman auch irgendwie gefallen: die Besonderheit der Protagonisten.
Außerdem offenbart das Buch auf den letzten Seiten etwas, das ich eh irgendwie schon die ganze Zeit ein wenig geahnt habe, denn Anzeichen für meine Vermutung gab es im Laufe des Lesens genug. Wirklich überrascht war ich von dieser Entwicklung also nicht mehr.

~ Das, was man sieht, ist nicht immer so, wie es scheint. ~
(S. 116)

Wer Freude an einer fantasievollen Geschichte mit aufregenden Charakteren und spannendem Verlauf hat, sollte sich »Das Glück des Schmetterlings beim Fliegen« unbedingt gönnen. Darin finden sich auch so viele schöne Lebensweisheiten und ratspendende Gedanken – selbstverständlich meist auf die Protagonistin zugeschnitten. Nichtsdestotrotz absolut Gold wert, wenn man es versteht, die für sich relevanten Sätze rauszupicken.

Bewertung vom 09.05.2018
Schreiben um zu leben
Langgutt, Johannes-Philipp

Schreiben um zu leben


weniger gut

Ich bin ein Mensch, mir ist Rechtschreibung, Grammatik und die korrekte Interpunktion einfach total wichtig. Ist dies alles nicht gegeben, tu ich mir generell schwer, mich auf den Inhalt zu konzentrieren, denn alles, was ich dann sehe, sind die fehlenden Beistriche und die Wörter, die klein oder groß geschrieben sind, obwohl sie eben nicht klein oder groß geschrieben gehören. Man mag mich jetzt vielleicht für oberflächlich halten, aber es tut mir leid, das sind einfach Sachen, die werfen mich beim Lesen enorm aus der Bahn bzw. stören meinen Lesefluss sehr stark. Ein ordentliches Lektorat hätte dem Buch auf keinen Fall geschadet.
Ein Rechtschreibfehler oder ein fehlender Beistrich passiert eh jedem einmal, aber wenn es andauernd vorkommt, DANN stört es mich. Und das war hier leider der Fall. Um genau zu sein, fehlt ja bereits im Buchtitel der erste Beistrich ...
Außerdem ist mir aufgefallen, dass der Name des Autors auf dem Buch außen anders geschrieben wird als auf den ersten Seiten innen und ehrlich gesagt, bin ich mir bis jetzt noch nicht ganz sicher, ob man den zweiten Namen des Doppelvornamens nun mit einem oder mit zwei "ll" schreibt.

Es hat mir persönlich also nicht viel Freude bereitet, in einem Buch zu lesen, das vor derartigen Fehlern nur so strotzt, selbst wenn der Inhalt irgendwie gut ist. Aber selbst der ist ... wie soll ich sagen? - Ich konnte leider kaum was damit anfangen.
Laut Autor befinden sich in dem Buch viele Kurzgeschichten, die ich jedoch nicht wirklich als Kurzgeschichten bezeichnen würde, sondern eher als philosophisch angehauchte, eher melancholische Gedanken im Gedichte-Stil. Ein klein wenig "passiert" auch was in den Kurzgeschichten, aber verfolgen konnte ich die Geschehnisse nicht wirklich, da mir das Geschriebene meist zu abstrakt und nicht fassbar genug war.

Lässt man meine ganze Meckerei jetzt mal außer Acht, kann man in den Kurzgeschichten oft ein kritisches Hinterfragen unserer gesellschaftlichen "Normalität" mit sarkastischem Unterton erkennen, der sich so gut wie durch das gesamte Buch zieht. Ich persönlich fand die Themen, mit denen sich der Autor in seinem Buch auseinandergesetzt hat, gar nicht mal so doof. Schließlich geht es unter anderem um Kinderarbeit, die Zerstörung der Natur oder die Ausbeutung und das Töten von Tieren, um unsere egoistischen menschlichen Bedürfnisse zu stillen.

~ Ich denke irgendwann kommt der Punkt bei einem Menschen wo er denkt, irgendwo aufwacht und nicht mehr kann, auch wenn er vielleicht will. Kotzen, kotzen, kotzen. Die ganzen Eindrücke der Unterdrückung, die die Welt bietet samt ihren Bewohnern und Gefühlen rauskotzen. ~
(S. 78)

Je weiter ich in dem Buch fortgeschritten bin, desto mehr wirkte der Autor auf mich wie ein Philosoph – der allerdings noch in den Kinderschuhen steckt. Mit seiner Fantasie und seinem kritischen Blick auf die Gesellschaft kann er zukünftig, mit genug Übung – denn ausreichend Potenzial ist eindeutig da – bestimmt noch Lesenswertes schaffen.

Und tatsächlich finden sich in dem Buch auch ein paar kurze Gedichte. Normalerweise bin ich ja eher nicht so der Gedichte-Typ, aber diese hier fand ich manchmal sogar ansprechender als die Kurzgeschichten, die ich sonst eigentlich lieber habe.

Für ein zweites Buch des Autors würde ich mir auf alle Fälle ein gutes Lektorat wünschen. Die Texte selbst waren hier relativ kritisch und melancholisch und mir persönlich meist zu abstrakt. Wenn man diesen Stil aber mag, dann ist man bei Johannes-Philipp Langgutts Texten goldrichtig!

Bewertung vom 25.04.2018
Gedichte
Rilke, Rainer Maria

Gedichte


weniger gut

Ja, ich traue mich, Rilkes Gedichte zu rezensieren und ich weiß jetzt schon, dass meine Rezension nicht gut ausfallen wird. Aber ich denke, das ist okay, schließlich ist eine Rezension immer von der ganz persönlichen Sichtweise und den eigenen Vorlieben geprägt - eine völlig subjektive Meinungsäußerung sozusagen. Die Schwiegermutti in spe und Rilke mögen es mir also verzeihen, denn ich konnte leider gar nichts, oder kaum etwas, mit dem Inhalt anfangen.

Dass ich nicht wirklich der Gedichte-Fan schlechthin bin, dürfte der eine oder andere meiner aufmerksamen Lesern bereits mitbekommen haben. Warum habe ich Rilkes 524 seitenlange Gedichte dann aber trotzdem gelesen und beendet? - Zum einen, weil das Buch ein Weihnachtsgeschenk (2016) von der Mutter meines Freundes war und sie meinen Lesegeschmack damals noch nicht kannte, weswegen sie wahrscheinlich gedacht hat, sie macht mir mit ein paar schönen Rilke-Gedichten eine Freude. Zum anderen, weil ich zu der Zeit noch nicht viel mit Gedichten in Berührung war und noch nicht wusste, dass dies absolut nicht mein Lesebereich ist, in dem ich Freude habe.
Mal begonnen mit dem Buch, konnte oder wollte ich dann auch nicht mehr abbrechen, schließlich war es ein Geschenk und außerdem fällt es mir echt schwer, Bücher, die ich begonnen habe, nicht zu beenden. Ich habe eh relativ lange an dem Buch gelesen. Mich hat es eben nicht häufig gereizt, mich auf die Texte einzulassen. - Gut, vielleicht lag dies auch an der recht stressigen Schul- und Lernzeit, die ich hinter mir habe, ich weiß es nicht ...

Was hat mir nun genau nicht an den Gedichten gefallen? - Dass man hochkonzentriert bei der Sache sein musste, um die meisten Gedichte/die Aussagen darin auch nur ansatzweise zu verstehen. Ich gehöre eher zu der Sparte Leser, die zur Unterhaltung lesen und nicht, weil sie sich fordern wollen. Wenn ich Wissenswertes aufnehmen oder etwas zum Nachdenken lesen möchte, dann entscheide ich mich ganz bewusst dafür und greife dann eben zu einem Sachbuch, Ratgeber oder dergleichen. Von Gedichten erwarte ich mir persönlich eher Entspannung und Unterhaltung und nicht hochtrabendes, schwülstiges und hochintellektuelles Zeug. Also ja, ich fand es teilweise echt mühsam die Gedichte zu lesen, ganz besonders nach einem langen anstrengenden Tag, an dem ich mir abends einfach nur ein wenig Erholung gewünscht hätte. Was können jetzt die Gedichte dafür? - Genau: gar nichts. Ich bin wohl einfach nicht die richtige Leserin für Rilkes Gedichte gewesen und warum das so ist, wollte ich an dieser Stelle gerne einmal loswerden. Eventuell auch, damit andere Leser, die in der Hinsicht ähnlich wie ich gestrickt sind, wissen, worauf sie sich einlassen, wenn sie zu dem Buch greifen.

Gibt es auch was Schönes/Positives zu berichten? - Es bleibt zu sagen, dass die Gedichte relativ kurz sind und man das Buch dann auch schnell mal wieder zur Seite legen kann, um ein anderes Mal oder später darin weiterzulesen. Man muss also nicht irgendwo mittendrunter unterbrechen oder ewig weiterlesen, bis ein Kapitel/Abschnitt zu Ende ist.
Genau genommen, gab es leider nur eine Handvoll Gedichte, die mir irgendwie zugesagt haben bzw. ich auf Anhieb verstanden habe, weil sie nicht so hochkompliziert geschrieben wurden. Diesen wenigen aber konnte ich dennoch was abgewinnen.

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 21.04.2018
Alltagsperlen (eBook, ePUB)
Löschner, Antonia

Alltagsperlen (eBook, ePUB)


sehr gut

»Alltagsperlen« ist ein kleines Büchlein, das viele kurze Gedichte und noch ein paar mehr Kurzgeschichten enthält. Ich finde, dass man es deswegen optimal vor dem Schlafengehen zum Abschalten oder kurz nach dem Aufwachen zur Hand nehmen kann. Bevor man in den Tag startet, freut es einen vielleicht, wenn man für selbigen schon ganz zu Beginn schönen und nachdenklichen Input bekommt.

Für mich persönlich waren die Gedichte eher nichts. Dass ich damit nicht viel anfangen kann und ich die meist nur als Zeitverschwendung empfinde, liegt nur daran, weil ich einfach kein Gedichte-Typ bin. Gedichte-Freunde haben bestimmt ihre Freude mit dem Inhalt des Büchleins.
Die Kurzgeschichten fand ich teilweise echt schön, vor allem, weil sie es geschafft haben, mich nachdenklich werden zu lassen.

~ Wir Menschen neigen doch alle dazu, von der Norm abweichende Erscheinungen automatisch zu fürchten. ...
Leider sehen wir den Menschen nicht an ihrem Äußeren an, ob sie gute oder schlechte Absichten verfolgen. ~
(S. 15)

In einer der vielen hier enthaltenen Kurzgeschichten streitet sich ein Paar über die Planung des nächsten gemeinsamen Urlaubs. Sie scheinen sich deswegen beinahe zu entzweien, bevor ein guter Freund es schlussendlich schafft, die Frau die ganze Sache aus einem anderen Blickwinkel betrachten zu lassen.
In einer anderen Kurzgeschichte geht es um Burn-out, Leistungsdruck und Überanstrengung. In der nächsten sind Entspannung und Erholung bzw. die Sonnenseiten des Lebens die großen Themen.
Es gab Kurzgeschichten, die mich sehr angesprochen haben und dann gab es wieder welche, die fand ich weniger spektakulär. Wahrscheinlich ist hier für jeden Typ Mensch etwas Lesenswertes dabei.

~ Außerdem machen Schuldgefühle bloß handlungsunfähig und bringen sonst keinem etwas. ~
(S. 32)

Im Grunde geht es in den Geschichten um Beziehungen, um Selbstfindung, verletzte Gefühle oder Stolz, um Schuld und Verantwortung, um Life-Balance und so weiter. Also eigentlich um wirklich wichtige Lebensthemen, mit denen sich jeder Mensch früher oder später in seinem Leben einmal auseinandersetzen muss oder mit denen man sich in irgendeinem Lebensabschnitt identifizieren kann.

Genau deshalb möchte ich für dieses Büchlein auch gerne eine Empfehlung aussprechen. Ich bin mir absolut sicher, dass der eine oder andere von euch von dem Inhalt profitieren wird - wenn er ihn denn ohne Zeitdruck und mit einer gewissen Achtsamkeit liest!

Bewertung vom 14.04.2018
Die Perlenschwester / Die sieben Schwestern Bd.4
Riley, Lucinda

Die Perlenschwester / Die sieben Schwestern Bd.4


ausgezeichnet

Ich bin recht schnell in CeCes Welt gelandet, habe gleich erkannt, dass – auch wenn das aus dem dritten Buch mit Star bereits herauszulesen war – CeCe eine sehr unsichere, aber feinfühlige Person ist, die sich ihr Leben lang an ihre Schwester geklammert hat und der es deswegen jetzt wahnsinnig schwer fällt, loszulassen. Obwohl CeCe die lautere und redseligere der beiden "Klammerschwestern" war, wirkt sie dennoch weitaus schwächer und bedürftiger als die ruhige Star. Darüber hinaus jammert und sorgt sich CeCe über scheinbar unsinnige Dinge (oftmals gibt sie ihre Legasthenie als Grund dafür an), weswegen sie bei meiner Mitleserin Livia nicht gerade gut angekommen ist. Ich selbst bin wesentlich besser mit der Protagonistin zurechtgekommen, irgendwie konnte ich mich in sie hineinversetzen und Verständnis für sie aufbringen – auch wenn ich nicht ganz nachvollziehen konnte, wie ein Mensch derart werden kann, wenn man so privilegiert und mit so liebevollen, starken Eltern aufwächst. Ein solches Gehabe und Ähnliches nimmt man doch in den meisten Fällen von den Menschen an, mit denen man die meiste Zeit zusammen ist, oder nicht? Woher CeCe ihr Selbstmitleid und ihr niedriges Selbstwertgefühl also hat, ist mir wahrlich schleierhaft.

Umso erfreuter war ich, CeCes positive Entwicklung in dieser Hinsicht mitzuerleben, als sie den Mut aufgebracht hat, sich auf die Spuren ihrer Herkunft zu begeben. Denn das Buch ist wieder in zwei Zeitstränge geteilt. Abwechselnd liest man von CeCe in der Gegenwart (2008) und von Kitty in der Vergangenheit (Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts). Und in den Gegenwart-Teilen – die ich weitaus unspektakulärer fand als die Erzählungen der Vergangenheit – erkennt man nach und nach deutlich, wie sich CeCe entwickelt, besonders ab dem Zeitpunkt, an dem sie ihrer ursprünglichen Familie immer näher kommt. Sie lernt und arbeitet an sich, auch mit Hilfe von Pa Salts Spruch/Weisheit, den er ihr nach seinem Tod übermittelt hat und den sie immer im Hinterkopf hat. Der Gegenwart-Teil mit CeCe spielt vorerst in Thailand, danach geht es ab nach Australien, wo der Hauptteil der Gegenwart-Handlung stattfindet. Egal, wo sich CeCe befindet, sie lernt interessante Menschen kennen, die ihr ganz unbewusst dabei helfen, ihren Mut zu finden und persönlich zu wachsen. Das fand ich sehr schön, mitzuverfolgen!

Kittys Part konnte mich von Anfang an abholen und begeistern. Ich war durch und durch gefesselt von den Geschehnissen in der Vergangenheit. Australien im 20. Jahrhundert kennenzulernen und etwas über die Entwicklung der Perlenfischerei zu erfahren hat mich ebenfalls sehr interessiert und deswegen an den Seiten kleben lassen. Die Charaktere in der Vergangenheit sind alle sehr vielschichtige und einzigartig skizzierte Persönlichkeiten und das, was passiert, teilweise so unfassbar und tragisch, weswegen ich gar nicht erwarten konnte, alles so schnell wie möglich aus dieser längst vergangenen Zeit in Erfahrung zu bringen. Fesselnd, fesselnd, fesselnd wären die Worte, mit denen ich Kittys Geschichte beschreiben würde!

Im Großen und Ganzen kann ich kaum etwas Negatives über den 4. Band der Sieben Schwestern-Reihe sagen. Die einzigen kleinen Kritikpunkte waren: In einem Moment war mir CeCes Baden in Selbstmitleid zu viel und ziemlich am Ende des Buch hatte ich kurz das Gefühl, als würden sich die Ereignisse überschlagen. Obwohl große Ereignisse zeitlich gesehen in einem annehmbaren Abstand geschahen, sind sie mir von der Autorin dennoch zu schnell hintereinander erzählt worden, sodass ich etwas "überfordert" war. Diese Kritikpunkte haben meine Lesefreude allerdings nicht eingeschränkt, weswegen ich keinen Punkteabzug in meine Bewertung miteinfließen lasse.

Und wer es, wie ich, auch nicht erwarten konnte, nach dem dritten Band endlich weiterzulesen, dem kann ich versichern, dass er mit CeCe, aber allen voran mit Kitty, in Australien viel Freude haben wird! ;)

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 13.03.2018
Der verbotene Liebesbrief
Riley, Lucinda

Der verbotene Liebesbrief


ausgezeichnet

Was für ein hinreißender Roman! - Ich bin immer noch völlig hin und weg davon. Lucinda Riley hat hier mal wieder hervorragend bewiesen, dass sie es einfach kann: Schreiben!! Ich habe bisher alle ihre Bücher gelesen, aber an keinem habe ich so sehr gehangen, keines fand ich bis jetzt spannender. Die Geschichte um ein Komplott rund um das englische Königshaus hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen und mich bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Genau genommen hänge ich immer noch ein bisschen drin, weil ich die Geschehnisse weiterhin "verarbeiten" muss.

~ Das Problem mit uns Menschen ist, dass wir Angst vor jeder Veränderung haben und sie deswegen scheuen wie die Pest. ~
(S. 34)

Wer annimmt, dass man als Enthüllungsjournalist ein aufregendes und spannendes (Berufs)leben führt, hat Recht. Allerdings ist es in Joannas Fall zusätzlich gefährlich. Was sie auf diesen 649 Seiten alles mit- und durchmachen muss, ist alles andere als leicht. Hätte sie sich doch nur nie in diese Sache mit dem ominösen Brief und der geheimnisvollen alten Dame verstricken lassen. Aber wer konnte denn auch ahnen, dass ein paar so harmlos wirkende Dinge und Tatsachen einen solchen Rattenschwanz an Problemen und Schwierigkeiten nach sich ziehen würde? Niemand. Und Joanna hätte viel früher mit ihren Recherchen aufhören sollen. Dass das noch richtig gefährlich werden würde, hat niemand erwartet, auch ich bin nicht von solch einer Gefahr ausgegangen ...

Man merkt schon: hierin ist reichlich Stoff vorhanden, der es zu fesseln schafft! Außerdem gelingt es Riley wunderbar zu überraschen und zu schockieren. Nicht nur das Geheimnis, das der Geheimdienst um jeden Preis vertuschen möchte, hat mich am Ende umgehauen ... auch der eine oder andere Todesfall ließ mich nicht mehr los. Ich wollte es einfach nicht wahrhaben. Nicht nur einmal habe ich mir gedacht: "Nein, das kann Riley doch jetzt nicht wirklich bringen!?".

~ »Aber ... sie ist sehr still. So habe ich sie noch nie erlebt. Die ganze Sache mit diesem jungen Mann hat ihr wirklich den Boden unter den Füßen weggerissen.« ~
(S. 507)

Anders als in Rileys bisher in Deutsch erschienen Romanen wirkt "Der verbotene Liebesbrief" also wie ein Krimi. Jedoch sind Krimi-Elemente nicht das einzige, das hierin zu finden ist, nein, selbstredend hat die Autorin die Liebe nicht zu kurz kommen lassen: Die Protagonistin Joanna erfährt in dieser Hinsicht nämlich so einiges an scheinbaren Ungerechtigkeiten und weil ich sie gleich zu Beginn so liebgewonnen habe und außerordentlich sympathisch fand, litt ich im Laufe der Geschichte mit ihr. Eine zweite Liebesgeschichte, in der ein Charakter des Königshauses involviert ist, und die ebenfalls durch und durch verfolgenswert ist, rundet das Ganze perfekt ab und sorgt für zusätzlichen Lesegenuss.

~ Die Liebe lässt uns die tollkühnsten - und oft auch törichtsten - Entscheidungen treffen. ~
(S. 595)

Das Ende der Geschichte ist überaus überzeugend, für mich aber leider nicht gänzlich zufriedenstellend, denn irgendwie schreit es geradezu nach einer Fortsetzung ... ;)

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 12.03.2018
Die Sommer mit Lulu
Nichols, Peter

Die Sommer mit Lulu


gut

»Die Sommer mit Lulu« war eines der Bücher, auf die ich mich schon sehr gefreut habe, denn die Buchrückseite, auf der geschrieben steht, dass es sich um eine tragische, doppelte Liebesgeschichte handelt (die rückwärts erzählt wird), hat mich ziemlich neugierig werden lassen. Hinzu kommt der Faktor, dass die Kulisse das "betörend schöne, unentdeckte Mallorca" sein soll - dies hat mir natürlich zusätzlich große Lust auf den Roman gemacht.

Der Beginn ist dann auch noch recht spannend, denn es passiert ein Unglück, das die Neugier beim Leser entfacht: Die beiden (scheinbaren) Protagonisten Lulu und Gerald, die vor fast 60 Jahren kurz miteinander verheiratet waren und sich in all der Zeit auf der kleinen Insel Mallorca ziemlich erfolgreich aus dem Weg gehen konnten, treffen 2005 auf den Klippen, auf denen Lulu ein kleines Strandhotel führt, wieder aufeinander und dort passiert es: sie beginnen zu streiten, rutschen ab und stürzen in die Tiefe. Auf diese tragische Weise kommen die beiden ums Leben.

Dieser Unfall ist gleichzeitig der Startschuss für den rückwärts erzählten Bericht aus den vielen Jahren, bevor es zu diesem Unglück kam. Als Leser stellt man sich selbstverständlich die Frage, was zwischen Gerald und Lulu 1948 vorgefallen ist, warum sie nur so kurz verheiratet waren und wodurch sich all der Hass und die Ablehnung entwickelt haben. Das, was damals geschehen ist, muss ungeheuerlich gewesen sein, ansonsten kann ich mir diese jahrzehntelange Distanz und das Schweigen nicht erklären ... An dieser Stelle muss ich sagen, dass ich die Auflösung am Ende, von der ich mir wirklich viel erwartet habe, nicht gut fand. Es schien alles irgendwie auf ein Missverständnis hinauszulaufen, aber eines, das ich als äußerst unglaubwürdig empfunden habe. Da hätte man (der Autor) sich wirklich etwas Besseres einfallen lassen können. Sehr schade.

~ »Ich werde dich glücklich machen, Gerald. Ich werde dich so glücklich machen, wie ich mich jetzt fühle.« ~
(S. 462)

Der weitere Rückwärtsverlauf der Geschichte hat mich dann fast nicht mehr packen können. Von Lulu und Gerald hat man in weiterer Folge auch nicht mehr allzu viel gelesen. Viel mehr hat man dann Aegina (Tochter von Gerald) und Luc (Sohn von Lulu) und deren Geschichten kennengelernt. Und nicht zu vergessen: das absolut uninteressante Getue von irgendwelchen Nebencharakteren. Zwischendurch hat sich der Autor teilweise sehr ausführlich über das Seefahren und Segeln ausgelassen (Peter Nichols ist selbst ein leidenschaftlicher Seefahrer.) und das ist leider absolut nichts, was mich brennend interessiert. Mag schon sein, dass es den einen oder anderen Hobbysegler unter den Lesern von Peter Nichols Buch gibt, aber ich wage zu behaupten, dass dies doch eine recht seltene Leidenschaft ist und somit wahrscheinlich bei kaum einem Leser Anklang findet.

Außerdem fand ich die Protagonistin Lulu und ihren Sohn Luc absolut unsympathisch. Lulu wird als eine dominante, gefühlskalte und unglaublich nachtragende Frau skizziert, die dennoch (unverständlicherweise) der Traum vieler Männer gewesen sein dürfte. Mit ihrem grazilen Äußeren und ihrer jugendlich wirkenden Art verdreht sie als 70-Jährige sogar noch jungen Burschen den Kopf. Ihr Sohn Luc ist da auch nicht viel besser als seine Mutter. Als triebgesteuerter Mann vertut er sich in seinem Leben das, was er sich immer am meisten gewünscht hat: Aegina.

Bewertung vom 26.02.2018
Das Cafe am Rande der Welt
Strelecky, John

Das Cafe am Rande der Welt


ausgezeichnet

Dass sich John auf dem Weg in seinen wohlverdienten Urlaub eines Tages verfahren und irgendwo im Nirgendwo in einem Café wie diesem landen würde, hätte er ganz bestimmt nicht erwartet. Das Café am Rande der Welt, oder auch: Das Café der Fragen, ist nämlich alles andere als ein normales 08/15-Café, in dem man zur Stärkung einfach nur ein bisschen was isst und trinkt und dann wieder abdüst. Nein, in Johns Fall stellte dieses Café, bzw. eigentlich die Menschen und die Fragen, mit denen er sich darin beschäftigt hat, einen Wendepunkt in seinem Leben dar.

Dieses Büchlein hat nur 127 Seiten und ich finde, dass jede einzelne davon optimal ausgenutzt wurde. Kein überflüssiges Blabla oder dergleichen. Ziemlich schnell wird man als Leser, sobald John im Café ist, mit den drei Fragen »Warum bin ich hier?«, »Hast du Angst vor dem Tod?« und »Führst du ein erfülltes Leben?« konfrontiert und ab dem Moment merkt man schon, dass diese Fragen das zentrale Thema in diesem Buch sein werden.

~ Wenn ich mir selbst gegenüber ganz ehrlich sein wollte, musste ich zugeben, dass ich mich schon jahrelang fragte, ob es im Leben nicht noch etwas anderes gab als das, was ich kannte. ~
(S. 36)

Was genau bedeutet die Frage »Warum bin ich hier?« und stellt es eine Herausforderung dar, sie sich zu beantworten und in weiterer Folge mit der Antwort etwas anzufangen? Kann man sie überhaupt wieder ignorieren, wenn man sich mit ihr auf einer gewissen Ebene schon auseinandergesetzt hat?
Im Buch steht geschrieben: »Die Menschen begegnen der Frage zu den unterschiedlichsten Zeiten in ihrem Leben. Manche klären sie schon in ihrer Kindheit, einige tun es, wenn sie älter sind, und andere machen es nie.« John macht es JETZT. Und ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich mich selbst durch diese Lektüre auch zum ersten Mal so intensiv mit dem wirklichen Zweck meiner Existenz beschäftigt habe ... Also ja, man kann sagen, dass »Das Café am Rande der Welt« einige wichtige Denkanstöße bietet und den Leser dazu bringt, sich mit sich selbst und seinem eigenen Tun zu befassen.
Den Sinn seines Daseins herauszufinden und das zu tun, was einem Freude bereitet, ist das, was wir alle eigentlich verwirklichen sollten, um erfüllt zu sein. Dass dem aber gar nicht immer so einfach ist, zeigt diese Geschichte und ebenso das Nachdenken darüber.

~ »Warum verbringen wir so viel Zeit damit, uns auf den Zeitpunkt vorzubereiten, zu dem wir tun können, was wir möchten, anstatt es einfach sofort zu tun?« ~
(S. 68)

Für mich persönlich war das Buch sehr wertvoll, um auch mal ein wenig in diese Denkrichtung gestoßen zu werden. Aber ich vermute ganz stark, dass jeder Mensch tief in sich drin den Wunsch hegt, eine Arbeit zu haben, die ihn auch ausfüllt und das nicht ausschließlich geldmäßig ... Alles in allem deswegen ein Buch, das ich gerne weiterempfehle.
Es dürfte auch autobiografisch sein, denn wie ich gelesen habe, gibt es erhebliche Parallelen zwischen Protagonist und Autor. ;) Das einzige, das ich etwas unheimlich, ja fast schon verstörend fand, war die Tatsache, dass die Kellner/Angestellten des Cafés oft irgendwie Gedanken lesen konnten. (Aber das nur am Rande bemerkt.)

Bewertung vom 18.02.2018
Kein Y ohne Idylle
Poka, Noemi

Kein Y ohne Idylle


gut

Ich, die bald Krankenschwester wird, habe dieses kleine 69-Seiten-Büchlein von meiner Stiefmutter, die bereits Krankenschwester ist, geschenkt bekommen. Sie wiederum hat es ebenfalls von einer Krankenschwester erhalten. Dass es sich hierin vorrangig um (witzige?) Anekdoten über die verschiedensten Situationen/Gespräche im pflegerischen Bereich handelt, dürfte eben vor allem für Mitglieder dieses Berufszweigs interessant sein. Manche Anekdoten fand ich sehr fachspezifisch und würde deswegen durchaus sagen, dass es nur Krankenschwestern amüsant finden, es sei denn, jemand anderer kennt sich mit den pflegerischen und medizinischen Fachausdrücken und "Insidern" auch sehr gut aus. Die meisten Anekdoten jedoch fand ich aber auch für Laien in diesem Bereich recht verständlich, weswegen ich die Lektüre nicht ausschließlich Krankenschwestern empfehlen würde.

Dennoch bekommt das Buch von mir keine wirkliche Empfehlung, nicht weil ich den "Wiener Schmäh", der darin zuhauf vorkommt, nicht mag, sondern weil ich in etwa die Hälfte der Anekdoten gar nicht mal so witzig fand.
Vielleicht ist das einfach nicht mein Humor? - Aber ich kann halt nichts Witziges daran finden, wenn der Hintern eines Klassenkollegen, dessen Hose etwas zu tief sitzt, weil er beleibter ist, im Unterricht fotografiert wird, um darüber untereinander zu lachen. Sorry, das ist Mobbing und für mich absolut nicht zu befürworten, niemals. Für mich ist das Zitat von Richard Brinsley Sheridan am Anfang des Buches (Es ist unmöglich, witzig zu sein ohne ein bisschen Bosheit. Die Bosheit eines guten Witzes ist der Widerhaken, der ihn haften lässt.) also völlig unmöglich!

Andere Anekdoten, wie zum Beispiel die über den Kreuzstich von zwei Patientinnen, fand ich noch ganz annehmbar:

~ »Herr Oberarzt? Und wie machen Sie das zur Weihnachtszeit? Wenn Sie Bereitschaft haben und vorher am Christkindlmarkt auf einen Punsch waren?« »Mein lieber junger Kollege! Ich habe in meinem Leben schon so viele Kaiserschnitte durchgeführt, dass ich das mit drei Promille locker auch noch kann!« »Wie beruhigend für die Patientin, Herr Oberarzt. Die Frau hatte übrigens einen Kreuzstich!«, war von der Instrumentaria zu vernehmen. ~
Oder: ~ »Oh mein Gott, is des Kind schiach! So a schiaches Kind hab ich ja no nie g'sehn! Des schaut ja aus wia a Aff.« Die Schülerin traute sich zu sagen: »Ähm, Herr Doktor, die Frau hatte einen Kreuzstich!« Daraufhin der Oberarzt wie aus der Pistole geschossen: »Ma is des liab, des Kind!« ~