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antjemue

Bewertungen

Insgesamt 122 Bewertungen
Bewertung vom 13.01.2026
Ware, Ruth

The Woman in Suite 11 (eBook, ePUB)


sehr gut

Meine Verständnisprobleme lagen nicht am Buch

10 Jahre sind nach den für Laura „Lo“ Blacklock traumatischen Ereignissen auf der Luxusjackt „Aurora“ vergangen. Inzwischen ist sie verheiratet und hat zwei Kinder. Von ihrem Job als Reisejournalistin hatte sie sich zugunsten der Kinder eine Auszeit genommen. Daher ist sie regelrecht erstaunt, dass sie eine Einladung zur Eröffnung eines Luxushotels in der Schweiz erhält. Allerdings sieht sie es als Chance, ins Berufsleben zurückzukehren und nimmt sie an.

Auf dem Flughafen erlebt sie eine fast freudige Überraschung. Doch schon als sie im wirklich traumhaften Hotel am Genfer See sofort auf alte Bekannte trifft, wird es ihr etwas mulmig. Dennoch versucht sie das Beste daraus zu machen, hofft sie doch auf ein Interview mit dem sonst so Pressescheuen Hotelbesitzer. Als sie nachts dann in sein Hotelzimmer eingeladen wird, ist sie zwar skeptisch, doch ihre Neugier siegt.

Allerdings ist es nicht Marcus Leidmann, der sie in Suite 11 empfängt, sondern eine Frau, die ihr alles andere als unbekannt ist, von der sie jedoch hoffte, sie niemals wiedersehen zu müssen. Diese eröffnet ihr, Marcus Geliebte zu sein und, dass sie sich in Lebensgefahr befindet. Gleichzeitig fordert sie Los Hilfe ein und bringt auch damit Lo in große Gefahr…

Dieses Buch ist die Fortsetzung des 2017 in deutscher Übersetzung erschienenen Thrillers „The Woman In Cabin 10“. Dieser Vorgänger war an mir komplett vorbeigegangen, da ich, als er erschien, eine ziemlich lange krankheitsbedingte Lesepause hatte. Vor nicht allzu langer Zeit habe ich auf Netflix allerdings die Verfilmung geschaut und weil mir diese da sogar ganz gut gefiel, wollte ich diesen Nachfolger sehr gern lesen.

Allerdings bekam ich gerade wegen des Films besonders im ersten Drittel, als die Ich-Erzählerin Lo Blacklock sich häufig an die Geschehnisse auf der Aurora erinnerte, einiges gar nicht zusammen, da im Film wohl handlungstechnisch nicht nur Szenen wegfielen – das hat man bei Buchverfilmungen ja eigentlich immer – sondern einiges so verändert wurde, dass es nicht zu dieser Fortsetzung hier passt. Denn obwohl ich den Vorgänger (noch) nicht kenne, kann ich mir nicht vorstellen, dass der Autorin hier solch gravierende Fehler unterlaufen sind.


Mir persönlich gelang es leider erst nach dem ersten Drittel, die Erinnerungen an den Film beiseite zu schieben und mich gänzlich auf die Geschichte im Buch zu konzentrieren. Ich kann daher jedem, der dieses Buch hier lesen möchte und den Vorgänger nicht kennt, nur raten, den Film nicht kurz vor dem Lesen anzuschauen oder diesen gleich wegzulassen. Selbst ohne Kenntnis des ersten Buches wäre mir persönlich der Einstieg wahrscheinlich deutlich leichter gefallen, wenn ich den Film nicht gesehen hätte.

Dennoch gefiel mir der flüssige Schreibstil der Autorin richtig gut und als ich mich dann endlich richtig auf die Story konzentrieren konnte, verspürte ich auch eine permanente Spannung, die mich auch bis zum Ende der Geschichte begleitete. Es gab einige überraschende Wendungen, die ich so nicht vorhergesehen hatte. Das Ende erahnte ich zwar schon, bevor die Autorin es offenbarte, aber da es ein bisschen das war, was ich mir auch gewünscht hatte, empfand ich das nicht wirklich als schlimm. Insgesamt hat mir dieses Buch dann doch sehr gut gefallen und es ist mit Sicherheit nicht das Letzte, das ich von der Autorin gelesen habe.

Bewertung vom 13.01.2026
Beltramini, Micol Arianna

Heartbreak Hotel


ausgezeichnet

Fantastische Geschichte für Teenager

Vier Jugendlichen wurde auf unterschiedliche Art und Weise das Herz gebrochen und sie landeten daraufhin in einem Zimmer im Heartbreak-Hotel, wo sie sich ebenfalls mit ganz verschiedenen Methoden ihrem Schmerz hingaben oder diesen ausblendeten. Doch als es Zeit ist, wieder in die Realität zurückzukehren, gibt es noch ein großes Problem, das erst gelöst werden muss, bevor das Hotel sie entlässt. Werden sie das gemeinsam schaffen?

Obwohl ich längst der eigentlichen Zielgruppe entwachsen bin, hat mir diese Graphic Novel sehr gut gefallen. Sie hat mich auch tief berührt und weckte dabei verschiedene Erinnerungen an meine eigene Jugendzeit. Im Alter von 15 Jahren verlor ich durch einen Unfall einen sehr guten Freund und es war damals für mich überhaupt nicht leicht, diesen Verlust zu verkraften. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie es mir ergangen wäre, wenn da auch noch Schuldgefühle mit im Spiel gewesen wären.

Aber auch die Geschichte, die Fiona erlebte, war ein Teil meiner Teenagerzeit. Martins Geschichte erlebte ich zwar nicht selbst, aber auch hier hätte ich seiner Mutter am liebsten die Leviten gelesen und ein bisschen konnte ich ihn auch verstehen. Sicher war bei der Geschichte auch viel Fantasie mit im Spiel, aber manchmal braucht es diese, um Probleme bewältigen zu können. Die Message, dass das Leben auch nach schweren Schicksalsschlägen weitergeht und, dass Menschen im Herzen weiterleben, war auf jeden Fall klar erkennbar.

Auch die Zeichnungen gefielen mir gut. Der Stil wurden von Anfang bis Ende durchgezogen. Ich konnte auch immer problemlos erkennen, um was und wen es in der Geschichte gerade geht. Die Farbgestaltung gefiel mir ebenfalls, passte gut und war nie so, dass ich das Anschauen als anstrengend empfunden hätte. Insgesamt eine schöne und lehrreiche Graphic Novel, die ich durchaus auch mal an Teenager verschenken würde.

Bewertung vom 01.01.2026
Riedel, Sabine

Ein Pakt aus Asche und Blut Sonderausgabe inkl. illustrierter Hintergrundrecherche (eBook, ePUB)


sehr gut

Grundsätzlich gefiel mir die Geschichte sehr gut, nur das Ende enttäuschte mich leicht

Bei diesem, als historischen Mystery Thriller angekündigten Buch reizten mich die im Klappentext erwähnten Örtlichkeiten, zu denen ich, obwohl ich selbst mehrere hundert Kilometer weit weg wohne, inzwischen einen sehr persönlichen Bezug habe. Außerdem bin ich sowohl Historischen Romanen, als auch Thrillern und Mysteriösem oder Fantastischem sehr zugeneigt und war sehr gespannt auf diese Genre Mischung.

Erzählt wird die Geschichte in der dritten Person aus den Perspektiven verschiedener Protagonisten und zu verschiedenen Zeiten. In der Gegenwart agieren hauptsächlich 3 Personen, deren Verbindung zueinander erst nach und nach aufgedeckt wird:

Der Feuerwehrmann Mark kämpft zusammen mit seinen Kollegen einen Waldbrand in Ratingen, als er plötzlich eine Frau in den Flammen erblickt. Um sie zu retten, stürzt er sich in die Flammen. Allerdings ist er der Einzige, der diese Frau sah. Auch als er von seinen Kollegen gerettet wird und der Brand gelöscht ist, gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass sie überhaupt dort war.

Die Fotografin Cat hat auf der Arbeit permanenten Stress mit einem Kollegen. Zuhause kümmert sie sich um ihren Nachbarn Robert, der wegen eine Sozialphobie nie das Haus verlässt, aber unermüdlich am Schreiben von Büchern ist und Cat immer wieder mit Fotoaufträgen für diese versorgt. Momentan arbeitet er an einem Buch über alte Rituale und ist davon überzeugt, dass in allen Überlieferung ein Körnchen Wahrheit steckt. Als er Cat zum ersten Mal bittet, einen Zauber auszuführen, ist sie fast noch belustigt. Doch schon bald wird dadurch ihr gesamtes Leben auf den Kopf gestellt.

Melanie will nach dem Tod ihrer Mutter das Häuschen in der Lübecker Bucht beräumen, in dem sie aufgewachsen ist. Ihre Großmutter, die ebenfalls nicht mehr lebt und der das Haus eigentlich gehörte, liebte sie abgöttisch. Zu ihrer Mutter hatte sie, wegen deren esoterisch angehauchten Ansichten, schon immer ein eher gespaltenes Verhältnis. Melanie ist schon seit geraumer Zeit wegen früheren eigenartigen Visionen in psychiatrischer Behandlung und hat eine Affäre mit einem verheirateten Mann. Da sie glaubt schwanger zu sein, nimmt sie ihre Medikamente nicht mehr und sieht inzwischen wieder Dinge, die nicht realistisch sein können.

In der Vergangenheit in Ratingen um 1460 wird hauptsächlich die Geschichte von zwei Schwestern erzählt, die in dunkle Machenschaften verwickelt werden:

Im mittelalterlichen Ratingen wird die jung Anna der Hexerei verdächtigt. Die Heilerin Helene, Annas Schwester, ist deswegen total verzweifelt. Als ihr das Stadtoberhaupt, der mächtige Marschall Johann, einen dunklen Pakt anbietet, der Anna retten soll, nimmt sie an und tut fortan Dinge, von denen sie weiß, dass sie dafür in der Hölle schmoren wird.

Leicht und flüssig konnte ich diesen Mystery-Thriller lesen. Der Schreibstil der Autorin gefiel mir sehr gut. Die Geschichte packte mich ziemlich schnell und ich verfolgte das Geschehen auf beiden Zeitebenen mit stetig wachsendem Interesse. Eine permanent düstere Grundspannung stellte sich schnell ein, die Wechsel zwischen den Zeitebenen oder den Perspektiven der Hauptfiguren empfand ich jeweils als gut gesetzt. Die Figuren entwickelten sich und es gab etliche brutale Morde und unheimliche Todesfälle.

Von den Charakteren in der Gegenwart war mir Cat bei weitem die Sympathischste. Melanie ging mir manchmal ein bisschen auf die Nerven. Ich verstand zwar durchaus, dass es für sie nicht einfach war, aber irgendwie war mir da meistens ein bisschen zu viel Selbstmitleid im Spiel. In der Vergangenheit mochte ich Helene am liebsten. Gegen Ende hin waren für mich einige Entwicklungen in der Geschichte ziemlich vorhersehbar, während mich andere durchaus noch überraschten. Allerdings war ich am Ende des Buches trotzdem leicht enttäuscht, denn ich hätte mir eine glaubhaftere Erklärung zu Mark gewünscht. Klar war das alles fantastisch, aber trotzdem war ich leicht enttäuscht. Ich habe auch aus dem Fantasy-Genre schon viel gelesen, wo mir, trotz des Bewusstseins, dass es das Meiste in der Realität gar nicht gibt, die aufgelösten Zusammenhänge logischer erschienen. Insgesamt hat mich dieses Buch jedoch trotzdem sehr gut unterhalten und kann es Lesern, bei denen Geschichten nicht immer nur gänzlich realitätsnah glaubhaft sein müssen, durchaus weiterempfehlen.

Bewertung vom 27.12.2025
Payne, T. M.

Verlorene Spuren


sehr gut

Diesmal verspürte ich zwar leichte Längen, trotzdem mag ich die Reihe immer noch sehr

Adrian Crow meldet seine Ehefrau als vermisst und kurz darauf werden vom Haus des Chirurgen Simon Banks und seinem, Pakete mit abgetrennten sowie verbrannten Frauenhänden gefunden. Sheridan Holler befürchtet das Schlimmste. Obwohl alles darauf hindeutet, dass Caroline Crow ihr eigenes Untertauchen geplant hat, ist sie der festen Überzeugung, dass die Frau nicht freiwillig verschwunden ist. Vor allem, weil auch DNA Spuren des kürzlich aus dem Gefängnis entlassenen Kriminellen Gabriel Howard gefunden wurden, den sie noch immer für den Tod einer alten Dame verantwortlich macht. Wird es ihr, zusammen mit ihrem Team gelingen, Caroline zu retten und Gabriel wieder hinter Gitter zu bringen?

Auch diesen dritten Teil um die mir in den Vorgängern ans Herz gewachsene Mordermittlerin Sheridan Holler und ihr Team der Liverpooler Mordkommission konnte ich durchaus wieder und flüssig lesen. Wie bereits die ersten beiden Teile wird in der dritten Person aus den Perspektiven verschiedener Protagonisten erzählt. Eine einfache, aber dennoch bildhafte Sprache, kurze Kapitel mit gut gesetzten Perspektivwechseln sorgten auch hier wieder dafür, dass es weitestgehend spannend blieb. Die Ermittlungen zum aktuellen Fall, mit all ihren Fortschritten und Rückschlägen wirkten auf mich sehr realistisch. Die Autorin legte wieder viele verschiedene Spuren aus und am Ende wurde alles doch ganz anders als erwartet.

Allerdings kam mir diesmal das Privatleben der mit inzwischen sehr lieb gewordenen Charaktere etwas zu kurz bzw. sah ich dort nicht wirklich eine Weiterentwicklung. So freute ich mich zwar, dass bei Sheridan und Sam alles in bester Ordnung ist und die Kriminalistin dort einen sicheren Hafen hat. Ich musste auch immer mal wieder ein bisschen über Sams Unzulänglichkeit schmunzeln, hätte mir dort aber wenigstens noch eine wirkliche Weiterentwicklung bei Sheridans privaten Fall gewünscht. Auch die Einblicke in Hills Privatleben ergaben nichts Neues und Sheridans Kollegin und Freundin Anna ist auf dem besten Weg, alte Fehler zu wiederholen. Verspürte ich in den ersten beiden Teilen bei den privaten Einblicken immer echte Auflockerungen oder Spannungsvertiefungen, hatte ich gerade da diesmal das Gefühl von leichten Längen.

Dennoch sind mir alle Charaktere noch immer sehr sympathisch und die Reihe gefällt mir immer noch sehr gut. Ich werde sie daher auf jeden Fall auch weiterverfolgen. Der vierte Teil in deutscher Übersetzung, mit dem Titel Das Muster des Todes ist für den 17.03.2026 angekündigt. Im Original soll im Juni 2026 bereits der 5. Teil der Reihe erscheinen.

Bewertung vom 22.12.2025
Marczak, Weronika Anna

Be Strong, My Pearl / The Monet Family Bd.5 (eBook, ePUB)


sehr gut

Dieser Teil gefiel mir noch besser als die letzten beiden

Obwohl ich der eigentlichen Zielgruppe längst entwachsen bin, greife ich doch gern auch immer wieder einmal zu Büchern aus der Jugendbuchabteilung. Die Reihe um die mysteriöse Monet Family verfolge ich seit dem ersten Teil. Be Strong, My Pearl ist nun bereits der fünfte Teil und auch jetzt, nachdem ich diesen gelesen habe, möchte ich dieser Reihe immer noch treu bleiben.

Hailie hat einen Anruf auf Vincents Telefon entgegengenommen, als sie es ihm gerade in sein Büro bringen wollte. Was sie dabei nicht ahnte ist, dass Adrien in diesem auf ihren ältesten Bruder wartete und dadurch etwas erfuhr, was die Monets bislang vor ihren Geschäftspartnern geheim halten konnten. Die Folgen ihrer Unbedachtheit erschüttern die fast 17-jährige schwer.

Die Freundschaft zwischen Leo und ihr hat sich inzwischen auch weiterentwickelt und Hailie ist nun offiziell mit ihm zusammen. Wird diese Beziehung jedoch auch den Segen ihrer Brüder bekommen? Und wird Hailie endlich mehr über die Geschäfte ihrer Familie erfahren?

Auch dieser fünfte Teil ist wieder in der ersten Person aus der Perspektive der mittlerweile fast 17-jährigen Hailie geschrieben. Den Schreibstil empfand ich als gewohnt flüssig und diesmal verspürte ich beim Lesen auch keinerlei Längen. Es passiert unglaublich viel und nicht alles davon ist positiv. Hailie ging mir anfangs zwar wieder ein bisschen mit ihrer Heulerei auf die Nerven, später relativierte sich das für mich allerdings, weil ich dann tatsächlich einen handfesten Grund dafür sah, dem etliche von mir als sehr spannend und gefährlich empfundene Ereignisse vorangingen.

Die Entscheidungen, die sie nach den folgenschweren Begebenheiten traf, konnte ich zwar durchaus nachvollziehen, machten mich jedoch auch ein bisschen traurig, weil ich mir davon doch einiges anders gewünscht hätte. Etwas schade fand ich auch, dass noch immer ziemlich um die Geschäfte der Monets herumgeredet wird und diese für mich als Leserin nach wie vor schwammig wirken. Das Ende des Buches empfand ich diesmal allerdings etwas anders, als die letzten Male. Es gab einen größeren Zeitsprung und auch keinen direkten Cliffhanger. Dennoch warf es bei mir mindestens eine Frage auf, die nicht geklärt wurde.

Insgesamt hat mir dieser Teil fast besser gefallen, als die letzten, bei denen ich hin und wieder doch einige Längen empfand. Den im März erscheinenden sechsten Teil der Reihe werde ich daher auf jeden Fall auch wieder lesen. Danach werde ich dann sehen, ob mich auch der für Juni 2026 angekündigte siebente Teil noch reizt.

Bewertung vom 09.12.2025
Engman, Pascal; Selåker, Johannes

Sommersonnenwende // Wintersonnenwende (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Zwei überaus spannende Schwedenkrimis in einem Buch

Sommersonnenwende

Tomas Wolf ist seit seinem Kriegseinsatz in Bosnien nicht mehr er selbst. Obwohl er seiner Frau ein guter Ehemann und seinen Kindern ein guter Vater sein möchte, schafft er es nicht. Aber auch seine Arbeit als Kriminalkommissar ist um einiges schwieriger geworden. Er kann den Anblick des Todes kaum noch ertragen und hadert auch schwer mit seiner Vergangenheit aus den Zeiten, bevor er Polizist wurde. Dennoch arbeitet er weiter und steckt schon bald ganz tief in den Ermittlungen zu einem Mordfall an Frauen mit Migrationshintergrund.

Auch die Journalistin Vera Berg recherchiert in diesem Fall und das führt sie unweigerlich mit Thomas Wolf zusammen. Ihr Privatleben ist ebenfalls kompliziert. Sie ist gerade erst von Malmö nach Stockholm gezogen und hat den Sohn ihres ehemaligen Lebensgefährten, ein drogenabhängiger Kleinkrimineller, der wieder einmal für eine Weile verschwunden war, mitgenommen. Als Letzterer wieder auftaucht, beginnt für sie ein Balanceakt, denn sie möchte den Jungen keinesfalls zurück ins Milieu seines Vaters geben. Aber ihre Arbeit fordert Tribut und der brutale Frauenmörder, hinter dem sie her ist, weiß, dass sie ihn jagt. Wird es ihr mit Wolf zusammen gelingen, ihn zu stoppen?

Wintersonnenwende

In der Silvesternacht des Jahres 1994 wird in einem Bordell ein Mann erschossen. Zeugen beobachten, wie eine junge Frau splitterfasernackt vom Tatort flieht. Tomas Wolf und sein Kollege Zingo sind zwar als erstes am Tatort, werden kurze Zeit später jedoch von Säpo Beamten fortgeschickt. Allerdings bekommen sie von ihrer Chefin den Auftrag, trotzdem weiter zu ermitteln und stoßen dabei schnell auf den nächsten Toten.

Auch die Journalistin Vera Berg, die inzwischen bei einer anderen Zeitung arbeitet, ist an den Fällen dran und stellt mit ihrem feinen Gespür ebenfalls sehr schnell wieder wichtige Verbindungen her, die sie irgendwann auch mit Wolf und Zingo teilt. Allerdings stößt sie bei ihren Recherchen auch auf etwas, was sie die Integrität Wolfs ein weiteres Mal in Frage stellen lässt. Werden sie es trotzdem wieder schaffen, die Fälle gemeinsam zu lösen und wird Vera herausfinden, was Wolf verbirgt?

Nachdem mir Sommersonnenwende schon richtig gut gefiel, hatte ich an Wintersonnenwende große Erwartungen und ich wurde nicht enttäuscht. Obwohl die Geschichten in beiden Büchern schon vor mehr als 30 Jahren spielen, sind einige Aspekte aus ihnen auch heute noch brandaktuell. Beim Lesen empfand ich durchgehend permanente Hochspannung und keinerlei Längen. Erzählt wird jeweils in der dritten Person, abwechselnd aus den Perspektiven verschiedener Protagonisten.

Die Perspektivwechsel sind jeweils so gesetzt, dass ich eigentlich immer gern noch bei der jeweiligen Figur geblieben wäre, mich aber dennoch freute, dass es mit den Erlebnissen der anderen Figuren ebenfalls weiterging. Als vorhersehbar empfand ich die Ausgänge beider Bücher zu keiner Zeit. All meine eigenen Theorien, wie was gewesen sein könnte, wurden immer wieder durch spannende Wendungen in den Geschichten über den Haufen geworfen.

Interessant fand ich auch, dass in die Geschichten tatsächliche Ereignisse eingebunden wurden, die um die Welt gingen und an die ich mich beim Lesen erinnerte. Das machte die Bücher für mich noch mal um einiges authentischer. Und obwohl die Hauptfiguren Berg und Wolf ihre Ecken und Kanten haben und auch nicht alles was sie tun legal ist, mag ich beide inzwischen sehr gern. Das liegt aber auch daran, dass ich von ihnen nicht nur das erfahre, was sie gerade ermitteln, sondern sie auch privat ganz gut kennenlernte.

Schon nach der Lektüre von Sommersonnenwende kam der im Januar 2026 erscheinende dritte Teil der Reihe – Nachtschattenspiele – auf meine Wunschliste. Nach Wintersonnenwende ist er dann auf dieser noch mal um einige Plätze nach oben gerutscht. Am Ende gab es nämlich in diesem Doppelband schon eine Leseprobe davon und auch diese empfand ich wieder mehr als vielversprechend.

Bewertung vom 09.12.2025
Engman, Pascal; Selåker, Johannes

Wintersonnenwende / Wolf und Berg ermitteln Bd.2 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Spannung pur, zum Glück erscheint bald die Fortsetzung in deutscher Übersetzung

Nachdem mir Sommersonnenwende schon richtig gut gefiel, hatte ich an Wintersonnenwende große Erwartungen und ich wurde nicht enttäuscht.

In der Silvesternacht des Jahres 1994 wird in einem Bordell ein Mann erschossen. Zeugen beobachten, wie eine junge Frau splitterfasernackt vom Tatort flieht. Tomas Wolf und sein Kollege Zingo sind zwar als erstes am Tatort, werden kurze Zeit später jedoch von Säpo Beamten fortgeschickt. Allerdings bekommen sie von ihrer Chefin den Auftrag, trotzdem weiter zu ermitteln und stoßen dabei schnell auf den nächsten Toten.

Auch die Journalistin Vera Berg, die inzwischen bei einer anderen Zeitung arbeitet, ist an den Fällen dran und stellt mit ihrem feinen Gespür ebenfalls sehr schnell wieder wichtige Verbindungen her, die sie irgendwann auch mit Wolf und Zingo teilt. Allerdings stößt sie bei ihren Recherchen auch auf etwas, was sie die Integrität Wolfs ein weiteres Mal in Frage stellen lässt. Werden sie es trotzdem wieder schaffen, die Fälle gemeinsam zu lösen und wird Vera herausfinden, was Wolf verbirgt?

Ein weiteres Mal klebte ich von Anfang bis Ende an der für mich absolut spannenden Geschichte. Teilweise hatte diese diesmal sogar etwas von einem internationalen Thriller, denn die Ermittlungen führen Wolf sogar bis nach Tschechien und es werden noch etliche andere brisante Dinge rund um die Morde aufgedeckt. Der Schreibstil war erneut flüssig und der bewährte Aufbau mit wechselnden Perspektiven verschiedener Protagonisten wurde ebenfalls beibehalten. Auch in diesem Buch waren die Perspektivwechsel wieder so gesetzt, dass ich eigentlich gern immer noch weitergelesen hätte, mich aber auch freute, zu erfahren, was die die anderen Figuren gerade erlebten. Auch in diesem Buch verspürte ich nie irgendwelche Längen.

Mir gefiel auch hier wieder, dass es nicht allein um die Auflösung der Fälle ging, sondern, dass auch das Privatleben der Ermittler einen großen Teil der Geschichte einnahm. Vera ist mir nach wie vor sehr sympathisch und obwohl ich von Wolf weiß, dass das, was Vera vermutet, nicht gänzlich aus der Luft gegriffen ist, mag ich auch ihn immer noch sehr. Allerdings vermute ich inzwischen, dass die als vermisst geltende Person, gar nicht tot ist. Ob ich mit meiner Vermutung richtig liege, werde ich hoffentlich in dem Anfang Januar 2026 erscheinenden dritten Teil - Nachtschattenspiele - erfahren. Dieser landete bereits nach der Lektüre von Sommersonnenwende auf meiner Wunschliste und ist nach Wintersonnenwende auf dieser noch mal um einige Plätze nach oben gerutscht.

Bewertung vom 09.12.2025
Engman, Pascal; Selåker, Johannes

Sommersonnenwende / Wolf und Berg ermitteln Bd.1 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Spannender Schwedenkrimi, gute Mischung aus Ermittlung und Privatleben der Hauptfiguren

Tomas Wolf ist seit seinem Kriegseinsatz in Bosnien nicht mehr er selbst. Obwohl er seiner Frau ein guter Ehemann und seinen Kindern ein guter Vater sein möchte, schafft er es nicht. Aber auch seine Arbeit als Kriminalkommissar ist um einiges schwieriger geworden. Er kann den Anblick des Todes kaum noch ertragen und hadert auch schwer mit seiner Vergangenheit aus den Zeiten, bevor er Polizist wurde. Dennoch arbeitet er weiter und steckt schon bald ganz tief in den Ermittlungen zu einem Mordfall an Frauen mit Migrationshintergrund.

Auch die Journalistin Vera Berg recherchiert in diesem Fall und das führt sie unweigerlich mit Thomas Wolf zusammen. Ihr Privatleben ist ebenfalls kompliziert. Sie ist gerade erst von Malmö nach Stockholm gezogen und hat den Sohn ihres ehemaligen Lebensgefährten, ein drogenabhängiger Kleinkrimineller, der wieder einmal für eine Weile verschwunden war, mitgenommen. Als Letzterer wieder auftaucht, beginnt für sie ein Balanceakt, denn sie möchte den Jungen keinesfalls zurück ins Milieu seines Vaters geben. Aber ihre Arbeit fordert Tribut und der brutale Frauenmörder, hinter dem sie her ist, weiß, dass sie ihn jagt. Wird es ihr mit Wolf zusammen gelingen, ihn zu stoppen?

Die in diesem Buch erzählte Geschichte spielt im heißen Sommer des Jahres 1994. Ich erinnere mich sogar sehr gut daran, dass es damals auch in Deutschland so heiß war, weil in diesem Jahr mein jüngster Sohn geboren ist. Ansonsten kam ich sehr gut in die in der dritten Person und abwechselnd aus den Perspektiven verschiedener Protagonisten geschriebene Geschichte rein, empfand durch den flüssigen Schreibstil und die gut gesetzten Perspektivwechsel nie Längen und rätselte mit, wer der Täter sein könnte. Dabei führten mich die Autoren auch lange Zeit ganz schön an der Nase herum. Und obwohl dann, als feststand, wer es ist, das Buch noch lange nicht zu Ende war, ging es noch einmal spannend weiter.

Mir gefiel auch hier wieder, dass es nicht allein um die Auflösung des Falles ging, sondern, dass auch das Privatleben der Ermittler einen großen Teil der Geschichte einnahm. Weiterhin kamen gesellschaftliche Probleme zur Sprache, die ich, obwohl die Geschichte vor mehr als 30 Jahren spielt, heute als aktueller denn je empfinde. Dass mir das Buch richtig gut gefiel, schrieb ich ja bereits. Daher wende ich mich jetzt gleich dem zweiten Teil der Reihe – Wintersonnenwende – zu und freue mich auch schon auf den Anfang Januar 2026 erscheinenden dritten Teil: Nachtschattenspiele.

Bewertung vom 29.11.2025
Lillegraven, Ruth

Düsteres Tal (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Die Geschichte von Clara Lofthus geht weiter, ist sie aber auch der endgültige Abschluss?

Norwegens ehemalige Justizministerin Clara Lofthus lebt seit 5 Jahren in Kenia und hat dort eine Schule aufgebaut, in der auch arme Kinder die Chance auf Bildung erhalten. Doch gerade an dem Tag, an dem der norwegische Entwicklungsminister die Schule besucht und es um neue finanzielle Hilfen geht, wird die Schule von Terroristen überfallen und es gibt ein Blutbad. Clara behält während des Überfalls einen klaren Kopf und rettet viele ihrer Schüler. Diese Heldentat bringt sie auch in Norwegen wieder in die Schlagzeilen und als sie kurze Zeit später wieder in Oslo ist, reißen sich die Medien um Interviews mit ihr und ihr wird sogar erneut der Posten der Justizministerin angeboten.

Allerdings gibt es auch Menschen, die sich von Claras strahlendem Äußeren nicht blenden lassen. Axel, ihr Lebenspartner und bester Freund ihres verstorbenen Ehemanns, wird vor ihr gewarnt. Als dann auch noch die Leiche der seit 5 Jahren vermissten Geliebten ihres verstorbenen Mannes auftaucht, verbeißt sich der investigative Journalist Erik Heier für seinen neuen Podcast in den Fall und stößt auf Spuren, die zu Clara führen. Wird es ihm gelingen Beweise zu finden und damit Claras dunkelste Geheimnisse ans Licht zu bringen?

Düsteres Tal ist nach Tiefer Fjord und Dunkler Abgrund der dritte Teil um die Hauptfigur Clara Lofthus. Ich begann die Reihe vor mehr als einem Jahr mit dem zweiten Teil und las dann kurze Zeit später auch noch den ersten. Beide gefielen mir sehr gut. Daher wollte ich natürlich unbedingt auch diesen dritten Teil hier lesen. Erneut fand ich den Schreibstil als sehr flüssig. Wieder ist die Geschichte in kurzen Kapiteln, abwechselnd aus den Perspektiven von verschiedenen Protagonisten geschrieben. Wobei die Kapitel aus der Perspektive von Clara in der ersten Person und die aus den Perspektiven ihres Lebensgefährten Axel sowie die des Journalisten Erik Heier in der dritten Person erzählt werden.

Obwohl ich mich anfangs nicht mehr wirklich an die Geschehnisse aus den vorangegangenen Teilen erinnern konnte und der Einstieg mit Ereignissen in Kenia diese auch nicht sofort zurückbrachten, konnte ich der Handlung, die nach einem turbulenten Anfang auch hier wieder eher gemächlich voranschritt, immer folgen. Ich empfand auch zu keiner Zeit Längen, sondern tauchte schnell wieder tief ein und verfolgte sie mit einer morbiden Faszination. Die Persönlichkeit von Clara ist nämlich unglaublich gespalten. Einerseits kämpft sie für durchaus richtige und wichtige Ziele, andererseits hat sie eben auch keinerlei Skrupel Menschen, die diesen Zielen im Weg stehen, gnadenlos aus dem Weg zu räumen. Selbst solche, die ihr eigentlich viel bedeuten und solche, die das nicht tun, erst recht.

Gefallen hat mir die erzählte Geschichte vom Anfang bis zum Schluss. Ich bin mir nach diesem jedoch nicht sicher, ob sie auch tatsächlich schon auserzählt ist. Falls ja, kann ich mit dem Ende durchaus leben. Falls nicht, würde ich eine weitere Fortsetzung definitiv auch wieder unbedingt lesen wollen. Ich kann daher auch für dieses Buch wieder eine klare Leseempfehlung abgeben, rate dabei aber interessierten Lesern, die die beiden Vorgänger noch nicht kennen, alle Teile in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Bewertung vom 08.11.2025
Ægisdóttir, Eva Björg

Verschworen / Mörderisches Island Bd.5 (eBook, ePUB)


sehr gut

Gelungene Fortsetzung mit einem neuen kniffligen Fall und vielem mehr

Die ersten 4 Teile der Reihe Mörderisches Island von Eva Björg Ægisdóttir um das Team der Mordkommission der isländischen Kleinstad Akranes - Elma, Sævar und ihrem Vorgesetzten Hörður – habe ich bereits sehr gern gelesen. Im September erschien nun der fünfte Teil mit dem Titel Verschworen in deutscher Übersetzung.

Elma ist aus der Elternzeit zurück auf der Arbeit und bekommt es gleich mit einem äußerst mysteriösen Mordfall zu tun. Der vierzigjährige Þorgeir und Sohn ihrer eigenartigen Nachbarin, wurde im Sommerhaus seiner Familie ermordet. An der Wand über seinem Bett hat der Täter, geschrieben mit dem Blut des Opfers, eine eigenartige Botschaft hinterlassen. Während Elma noch auf Spurensuche ist, entdeckt Sævar, der inzwischen mit Elma zusammen in ein Haus gezogen ist und jetzt die Elternzeit für die gemeinsame Tochter übernommen hat, in einer Kiste vom Dachboden ein sehr altes Tagebuch, in dem auch etwas über Þorgeir geschrieben steht. Als Elma ihm zuhause von dem Fall erzählt, erinnert er sich an das Gelesene und berichtet ihr davon.

Obwohl Elma anfangs nicht glauben mag, dass es zwischen dem Mord und dem Geschriebenen einen Zusammenhang geben könnte, geht sie, in Ermangelung anderer Spuren der Sache nach. Als es dann noch einen weiteren Mord gibt, ist sie sogar sicher auf der richtigen Fährte zu sein. Wird es ihr gelingen, den Mörder zu stoppen, bevor es noch weitere Opfer gibt?

Kaum hatte ich mit dem Lesen begonnen, war ich auch schon wieder von der düster atmosphärischen Grundspannung dieser in der dritten Person erzählten Geschichte gefangen. Ich freute mich sehr, den mir bereits aus den Vorgängern bekannten Charakteren wieder zu begegnen. Das eher gemächliche Tempo erwartete ich bereits und die im Original belassenen isländischen Namen bereiten mir schon lange keine Probleme mehr. Wieder wird die Geschichte in zwei Handlungssträngen erzählt. Einer in der Gegenwart und der andere mit verschiedenen Begebenheiten in der Vergangenheit. Erneut lockte mich die Autorin einen guten Teil meiner Lesezeit auf gleich mehrere falsche Fährten, um dann am Ende noch mal ganz anders zu werden. Allerdings hatte ich den tatsächlichen Mörder diesmal zumindest schon mal mit auf dem Schirm.

Die Handlung in der Gegenwart war ebenfalls wieder eine gelungene Mischung aus realistisch wirkender Ermittlungsarbeit, Episoden aus dem Leben möglicher Verdächtiger und dem Privatleben der Ermittler. Letztere sind mir inzwischen sehr ans Herz gewachsen und freue mich jetzt schon wieder auf das nächste Wiederlesen mit ihnen. Ich hoffe zumindest sehr, dass es eins geben wird, denn angekündigt ist ein sechster Teil, der, wie ich irgendwann mal gelesen habe, im isländischen Original bereits existiert, in deutscher Übersetzung noch nicht. Außerdem sind einige Sachen, die in diesem Teil bereits angelaufen sind, definitiv noch nicht abgeschlossen, auch wenn natürlich der Hauptfall um den Mord an Þorgeir gelöst wurde.

Insgesamt hat mir auch dieses Buch wieder richtig gut gefallen. Aber obwohl auf der Verlagsseite geschrieben steht, dass die Bücher eigenständige Fälle erzählen und unabhängig voneinander gelesen werden könnten, rate ich interessierten Neueinsteigern, diese Reihe tatsächlich mit dem ersten Teil zu beginnen, da sich in den Büchern wirklich sehr viel auch um die Entwicklung des Privatlebens der Ermittler dreht und es sonst zu Informationsvorsprüngen kommen kann, die spannungsmindernd wirken könnten. Der einzige Teil, der tatsächlich problemlos auch vor dem Ersten gelesen werden könnte, ist meiner Meinung nach der Vierte.