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Benutzername: Buchschmerle
Wohnort: Bochum
Über mich: Lese, seitdem ich denken kann und bin grundsätzlich leseneugierig auf alles. Jedes Genre kann tolle Bücher bereit halten, man muss sie nur zwischen all den weniger faszinierenden Texten finden. Meine Homepage: http://www.individual-reality.com
Danksagungen: 9 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 22 Bewertungen
Bewertung vom 28.07.2016
Zauber im Purpurwald / Die Feenschule Bd.1
Rose, Barbara

Zauber im Purpurwald / Die Feenschule Bd.1


sehr gut

Der siebte Geburtstag ist im Feenreich etwas ganz besonders, denn in diesem Alter werden sie in die Schule aufgenommen. Als Rosalie an ihrem Geburtstagsmorgen aufwacht, ist sie schon ganz aufgeregt. Von ihren Eltern – Mama, ebenfalls eine Fee, und Papa, ein Troll – bekommt sie einen kleinen Flugling geschenkt und von ihrem besten Trollfreund Jokkel eine kleine Flöte. Und dann geht es auch schon los in die aufregende neue Schulwelt, die alle älteren Leser ein bisschen an Hoghwarts und Harry Potter erinnern dürfte. Flugunterricht, Werkunterricht und am wichtigsten: Vorbereitung auf den Postdienst als Wunschfee.
Rosalie ist allerdings ziemlich ungeduldig. Als ältere Kinder, darunter auch ihre ehemalige Freundin Melissa, sie als Babyfee bezeichnen, zieht sie eines Nachts los, um den Wunschbriefkasten zu finden.

Zum Glück fliegt ihr ihre ansonsten so stille und unscheinbare Zimmernachbarin Nikki hinterher, die Rosalie vorher nicht wirklich beachtet hat. Gemeinsam werden sie von Kobolden gefangen genommen, aber mit ihrer Trollpfeife ruft Rosalie rechtzeitig Jokkel, der die beiden aus dem Schlamassel befreit. Rosalie hat gelernt, was wahre Freundschaft bedeutet und weiß Nikki zu schätzen.

Das Buch ist wunderschön illustriert und ist – wie bei der Feenthematik ganz üblich – vor allem auf Mädchen ausgelegt. Man merkt außerdem, dass das Ganze als Reihe angedacht ist, denn viele Themen werden angeschnitten, aber noch nicht weiter ausgeführt.

Ich vergebe allerdings nur fünf Sterne, weil ich Rosalie mit ihrer vorlauten und etwas stümperhaften Art etwas anstrengend fand. Zudem finde ich es schade, dass sie die Hilfe eines „rettenden Jungen“ brauchte, um sich aus der prekären Lage mit den Kobolden zu befreien.

Trotzdem glaube ich, dass die Abenteuer von Rosalie vielen kleinen Mädchen ab 6 Jahren sehr gefallen werden. Abenteuerlustigere Mädchen, die sich eher selbst befreien und ihren Kopf anstrengen wollen, sollten lieber etwas anderes vorgelesen bekommen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 24.05.2016
Im unwahrscheinlichen Fall
Blume, Judy

Im unwahrscheinlichen Fall


gut

Wie wahrscheinlich ist es, dass drei Flugzeuge innerhalb von sechs Wochen in derselben Stadt abstürzen? Ohne terroristischen Hintergrund, ohne Zusammenhang. In Elizabeth passiert in den 1950ern genau das.

Viel wichtiger als die Frage der Wahrscheinlichkeit ist aber: Was macht so ein Ereignis mit den Menschen in dieser Stadt? Und genau darum dreht sich „Im unwahrscheinlichen Fall“. Der Roman basiert auf einer wahren Begebenheit und ist teilweise sogar autobiographisch, denn Judy Blume selbst erlebte die Flugzeugabstürze als Teenager.

Ein 15-jähriges Mädchen spielt auch in ihrem Roman die Hauptrolle: Miri. Sie lebt mit ihrer Mutter Rusty und ihrer Oma Irene in Elizabeth. Ein ganz normales Mädchen, in deren Leben die beste Freundin, die erste große Liebe und die Schule die größte Rolle spielen. Die Abstürze verändern ihre Sicht auf die Dinge und wir erleben mit, wie Miri erwachsener werden muss und Entscheidungen trifft. Ihre beste Freundin wird krank, ihr Vater taucht auf – und das sind nur einige Ereignisse, die sie aus der Bahn werfen.

Auch wenn Miri die Hauptrolle spielt, Judy Blume schafft es, ein lebendiges Bild einer Stadt zu zeichnen. So lernen wir nach und nach immer mehr Personen kennen, die die Ereignisse aus ihrer Sichtweise beleuchten. Eingeflochtene Zeitungsartikel lassen das Ganze authentisch wirken.

Warum also nicht mehr Sterne? Das Buch spielt in den 50er Jahren und doch klingt das nur sehr wenig an. An manchen Stellen – wenn es z.B. um Verhütung oder Politik geht – wird es deutlich, die meiste Zeit über, könnte das Ganze aber auch genauso gut heute spielen. Das finde ich schade, denn ich hätte gerne noch mehr über die Zeitsituation erfahren.

Zum anderen hat das Buch nur an wenigen Stellen geschafft, mich emotional richtig zu fesseln. Sicher, die Charaktere wachsen einem ans Herz und es passieren auch einige wirklich traurige Dinge – über allem liegt aber dennoch ein Schleier der Nostalgie. Man kommt als Leser nicht nah genug an die Gefühle der Protagonisten ran. Ich war eher stiller Beobachter als Teil der Geschichte.

Bewertung vom 24.03.2016
Tanz in den Tag / Muchachas Bd.1
Pancol, Katherine

Tanz in den Tag / Muchachas Bd.1


gut

Wenn ich dieses Buch nicht hätte rezensieren müssen, ich hätte nach einem Drittel aufgehört es zu lesen. Und dann hätte ich etwas verpasst, denn erst nach der Hälfte zeigt Katherine Pancol, was sie kann.

Aber fangen wir von vorne an: Warum hat mich Muchachas zunächst nicht begeistert? Ich bin kein Fan von Fashion- und Glamourromanen und so hat mich die Geschichte von der aufstrebenden Modedesignerin Hortense und ihrem Komponisten-Freund Gary so garnicht berührt. Diese Frauenfigur erscheint mir seicht, oberflächlich – sie kategorisiert andere nur nach ihrem Aussehen. Sie ist egozentrisch und anstrengend.

Schon etwas interessanter fand ich die zweite Hauptfigur, die der Roman zu bieten hat. Die Autorin Josephine philosophiert über ihr Leben, ihre Familie und die Beziehung zu ihrer Tochter. Dennoch hatte ich immer das Gefühl, dass mir Informationen fehlen. Das die Autorin davon ausgeht, dass ich die Charaktere schon kennen müsste – immer wieder kamen Fragen bei mir auf: Wer war jetzt noch mal Alexandre? Der Bruder oder der Freund?
Im Nachhinein ist mir klar, wieso das so war. Pancol hat Josephine bereits eine ganze Romanreihe gewidmet, kein Wunder also, dass ihre Fans sich leichter zurechtfinden als ich.

Der Großteil des Buches, vor allem die zweite Hälfte, ist aber der Geschichte von Stella gewidmet. Und hier muss ich sagen, war ich dann irgendwann richtig gefesselt. Stella ist eine junge Frau, die versucht ihre Vergangenheit zu bewältigen, um sich selbst und ihrer Familie eine Zukunft zu ermöglichen. Sie wurde jahrelang von ihrem Vater missbraucht und musste auch die Erniedrigung ihrer Mutter mitansehen – dieser Schatten liegt immer noch drohend über ihr. Pancol beschreibt schonungslos ehrlich, aber einfühlsam, die Familiengeschichte mit all ihren Mysterien, Grausamkeiten und Hoffnungen. Am Ende des Buches war ich dann doch neugierig auf den zweiten Teil, denn hier zeigt sich das schriftstellerische Können und die Tiefe, die ich zunächst vermisst habe.

Bewertung vom 06.02.2016
Anna und der Schwalbenmann
Savit, Gavriel

Anna und der Schwalbenmann


ausgezeichnet

Einer guten Freundin würde ich sagen: „Anna und der Schwalbenmann ist ein bisschen wie eine Mischung aus Momo, dem kleinen Prinzen und Anne Frank.“ Und damit würde ich der Geschichte nicht ansatzweise gerecht werden.

Annas Geschichte spielt in Krakau, im Jahr 1939, mitten im Krieg. Ihr Vater kommt eines Tages einfach nicht zurück nach Hause und sie hat niemanden, an den sie sich wenden kann. Da trifft sie den mysteriösen Schwalbenmann, der abweisend und sympathisch zugleich ist. Den Anna nicht durchschauen kann, aber dem sie ihr Leben anvertraut. Sie flieht mit ihm aus der Stadt und passt sich seinem Lebensstil an. Aus einem Leben wird ein Überleben. Und der Schwalbenmann wird zu ihrem Ersatzpapa, der sich in der kalten grausamen Welt zurechtzufinden weiß.

Doch Anna wird größer und ihre Beziehung zum mysteriösen Schwalbenmann ändert sich. Sie sieht sich zwischen seinen beiden Grundsätzen gefangen: „Menschen sind gefährlich“ und „Menschen brauchen Menschen zum Überleben“. Ist es wirklich richtig, jemandem nicht zu helfen, weil man sich selbst in Gefahr bringt?

In dieser Hinsicht ist dieser Roman vor allem ein Buch vom Erwachsenwerden und vom Erwachen des eigenen Ich in einer düsteren Zeit. Viele Fragen bleiben offen – das müssen wir als Leser aushalten können. Wir sind gezwungen, uns die Fragen, die Anna und die Welt des Krieges uns stellen, selbst zu beantworten.

Ein sehr schönes Buch. Ein sehr trauriges Buch. Ganz märchenhaft und doch ganz realistisch. Auf jeden Fall lesenswert.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 13.11.2015
Das Vermächtnis des Vaters / Clifton-Saga Bd.2
Archer, Jeffrey

Das Vermächtnis des Vaters / Clifton-Saga Bd.2


weniger gut

Harry Clifton gilt als tot. Er weiß nicht, dass er mit seiner großen Liebe Emma ein Kind hat. Er weiß nicht, dass sein bester Freund Giles in den Krieg zieht. Und er weiß nicht, dass seine Mutter seinen Abschiedsbrief nicht öffnet, in dem steht, dass sein Tod nur vorgetäuscht ist. Was er allerdings weiß, ist, dass er zu Unrecht im Gefängnis sitzt.

Wir erleben die Geschichte der Familien Clifton und Barrington aus den unterschiedlichsten Sichtweisen. Angefangen von Harry selbst, über seine Mutter bis zu seinem verhassten Vater.

Wer den ersten Teil der Clifton Saga mochte, wird auch den zweiten Teil unbestreitbar gut finden. Warum dennoch nur zwei Sterne?

Die Charaktere sind allesamt sehr stereotyp. Das ist an sich nicht sonderlich tragisch, da sie trotzdem recht sympathisch sind. Was viel schlimmer ist, dass sie überhaupt keine Charakterentwicklung durchmachen. Die „guten“ Charaktere sind ohne Ausnahme gut, rechtschaffen, hübsch und intelligent. Sie machen nie Fehler, alles Schlechte, das ihnen widerfährt, ist Schicksal. Die „bösen“ Charaktere haben keine wirkliche Motivation, sie sind einfach nur machthungrig oder geldgeil. So schwarz-weiß ist unsere Welt aber leider nicht und es macht die Erzählung oberflächlicher als sie eigentlich sein müsste.

Der Roman spielt zur Zeit des zweiten Weltkriegs. Auch wenn Jeffrey Archer versucht, historisch akkurat zu erzählen, bleibt er auch hier sehr oberflächlich. Alle männlichen Figuren ziehen ausnahmslos gerne in den Krieg. Sicher, es sterben auch Personen, aber grundsätzlich sind alle stolz auf ihre militärischen Erfolge und werden auch nur daran gemessen. Das Kriegsgeschehen wird verharmlos und teilweise verherrlicht. Ein Ansatz den ich sehr kritisch sehe, wenn es dazu nicht das kleinste Gegengewicht gibt.

Bewertung vom 06.09.2015
Auf und davon
Arnold, David

Auf und davon


ausgezeichnet

Zugegeben, wenn man den Klappentext von „Auf und davon“ liest, könnte man denken, es handelt sich hier um ein typisches Jugendbuch. Scheidung, die böse Stiefmutter, das rebellische Teenagermädchen, das von Zuhause wegläuft – das übliche Programm.

Falscher könnte man bei diesem Roman allerdings nicht liegen. Von der ersten Seite an schafft es das Buch immer wieder zu überraschen, neue Wendungen einzuschlagen und mit seinem lockeren, ironischen Schreibstil zum Schmunzeln zu bringen. Immerhin ist Mim Mallone kein fröhliches, auf Jungs fixiertes Teeniegirl, sondern neigt zu „Themen von Tiefe und Verzweiflung“. Oder wie sie selbst sagen würde – mir ihr stimmt etwas nicht.

Und auch mit ihrer Mutter scheint etwas nicht zu stimmen, denn als Mim heimlich ein Gespräch ihres Vaters mit ihrer Stiefmutter belauscht, erfährt sie, dass ihre Mom krank ist und sich deswegen schon seit Wochen nicht bei ihr gemeldet hat. Herz über Kopf packt Mim ihre Sachen und steigt in den nächstbesten Greyhound-Reisebus, um ihre Mutter zu besuchen. Und was für eine absurde, aber gerade deswegen so realistische Reise es ist! Natürlich läuft nichts so wie geplant, teilweise wird es sogar sehr gefährlich. Aber Mim schafft es, zu sich selbst zu finden und nicht nur das – sogar auch Freunde fürs Leben trifft sie.

Wir erfahren einerseits direkt, welche Abenteuer Mim erlebt, zum anderen bekommen wir durch tagebuchartige Briefe Einblicke in ihre Gedanken und in die vergangenen Erlebnisse, die sie so beschäftigen. Allen voran natürlich die Trennung ihrer Eltern, die sie auf der Reise langsam verarbeitet.

Jedes weitere Wort würde zu viel verraten, denn dieses Buch lebt von den vielen Zufällen, interessanten Wendungen und nicht zu guter Letzt von seinem überraschenden Finale.

Zugegeben, irgendwie ist „Auf und Davon“ dann doch wieder ein typisches Jugendbuch, weil man zusammen mit Mim leidet, lacht und auch als „Erwachsener“ echt gut nachfühlen kann, wie es ist, wenn man sich selbst erst kennenlernen muss.

Bewertung vom 28.02.2015
Die letzten Tage von Rabbit Hayes (eBook, ePUB)
McPartlin, Anna

Die letzten Tage von Rabbit Hayes (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Darf ein Buch in dem es um Krebs geht Spaß machen? Darf man Schmunzeln während man es liest? Ja und ja. Beides schafft die Geschichte von Rabbit Hayes, denn auch wenn es auf jeder Seite um den Tod geht, hat Anna McPartlin ein Buch geschrieben, das Lust darauf macht, zu leben.

Der Klappentext des Buchs ist allerdings ein bisschen irreführend, denn natürlich weiß Rabbit Hayes nicht, dass sie nur noch 9 Tage zu leben hat als sie mit Knochenkrebs in ein Hospiz eingeliefert wird. Doch sie weiß, dass sie nicht mehr viel Zeit hat und noch eine wichtige Entscheidung treffen muss – was wird mit ihrer 12-jährigen Tochter Juliet passieren und vor allem, wie soll sie ihr sagen, dass sie sie verlassen muss?

Diese schwere Entscheidung muss Rabbit zwar allein treffen, aber dabei ist sie niemals einsam. Die Familie Hayes ist voller einzigartiger Persönlichkeiten, die sich streiten, versöhnen und die ganze Zeit unbändig lieben. Mit der Zeit wächst einem jeder einzelne der Charaktere an Herz. Da wäre z.B. Grace, Rabbits großer Schwester, die mir ihren vier Söhnen immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt wird. Oder Davey, der ältere Bruder, der eigentlich als Schlagzeuger durch die USA tourt und sein Leben noch nicht richtig auf die Reihe bekommen hat. Am meisten habe ich aber Rabbits Eltern, Molly und Jack, ins Herz geschlossen, die wie die Löwen um das Leben ihrer Tochter kämpfen – und dabei unablässig fluchen.

Schnell wird klar – in dieser Geschichte dreht sich zwar alles um Rabbit, aber dennoch ist es die Geschichte einer Familie. Jedes Kapitel ist aus der Sicht eines anderen Familienmitglieds geschrieben, sodass man Einblicke in das Seelenleben eines jeden bekommt. Außerdem gibt es Traumkapitel in denen Rabbit die Zeit mit ihrer einzigen großen Liebe Johnny nochmal durchlebt und die uns in die Vergangenheit zurückführen.

„Die letzten Tage von Rabbit Hayes“ ist eine dreifache Liebesgeschichte: Sie erzählt von der Liebe eines jungen Paares, von der Liebe einer Familie und letztendlich von der Liebe zum Leben.

4 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 27.08.2014
Die Prophezeiung der Mäuse / Mouseheart Bd.1
Fiedler, Lisa

Die Prophezeiung der Mäuse / Mouseheart Bd.1


sehr gut

Der Mäusejunge Hopper ist eigentlich ganz zufrieden mit seinem Leben in einer Zoohandlung bis zu dem Tag als seine Mutter aus dem Käfig genommen wird und er allein mit seinen Geschwistern zurückbleibt. Als seine Mutter "entführt" wird, flüstert sie ihm ein Wort zu, das der Auslöser für ein großes Abenteuer sein wird. Denn als die Mäuse an eine Schlange verfüttert werden soll bricht Hopper zusammen mit seiner Raufboldschwester Pinkie und seinem kleinen Bruder Pip aus, um diesen Wort auf den Grund zu gehen.

Doch die Welt außerhalb des Zoohandels ist ganz anders als Hopper gedacht hat: Überall lauern Gefahren und durch ein Unglück landet er nicht nur in der Kanalisation, sondern wird auch noch von seinen Geschwistern getrennt. Als er gar nicht mehr weiter weiß, trifft er den Rattenprinzen Zucker, der ihn mit in unterirdische Stadt Atlantia nimmt. Doch auch hier ist Hopper noch lange nicht am Ende seiner Reise angekommen. Ein Krieg steht bevor und er steckt mittendrin, ob er will oder nicht. Denn das geheimnisvolle Wort hat direkt mit seiner Vergangenheit und seiner Zukunft zu tun.

Mouseheart ist eine spannende Geschichte mit Charakteren, die man einfach ins Herz schließen muss. Die ganze Welt der Mäuse, Ratten und Katzen in der Kanalisation wird wirklich lebendig, wenn man die Geschichte liest. Lisa Fiedler macht auch nicht halt vor traurigen Geschichten und spektakulären Kämpfen – bleibt dabei aber immer kindgerecht und malt keine Szenen drastisch aus. Kinder zwischen 6-10 Jahren dürften an der abenteuerlichen Erzählung ihren Spaß haben und von Kapitel zu Kapitel mitfiebern. Langweilig wird es sicher nicht.

Einzig und allein Hopper ist als Charakter häufig viel zu naiv. Wir als Leser wissen mehr als der Hauptcharakter und am liebsten möchte man ihm die ganze Zeit zuschreien: „Mensch, Hopper, das ist doch offensichtlich!“ Das macht das Ganze etwas nervenaufreibend und anspruchsvolle Kinder werden die Augen verdrehen, denn Hopper versteht erst ganz zum Schluss alle Zusammenhänge.

Ansonsten kann ich Mouseheart aber jedem Fan von Abenteuer- und Tiergeschichten nur empfehlen. Das Buch eignet sich genauso gut zum Vorlesen wie zum Selberlesen. Ich bin gespannt, wie es mit Hopper und seinen Freunden weitergeht, denn Mouseheart ist als Reihe angelegt.

Bewertung vom 11.05.2014
Der Gesang der Wellen nach dem Sturm
Wark, Kirsty

Der Gesang der Wellen nach dem Sturm


gut

Unser Leben verläuft zwar chronologisch, aber unsere Erinnerungen nicht. Ein Bild ruft uns den verregneten Sommertag wieder in Erinnerung an dem wir es auf dem Flohmarkt gefunden haben. Eine Melodie erinnert uns an einen bestimmten Abend, an dem uns unsere Mutter etwas vorgesungen hat. Kirsty Warks Roman „Der Gesang der Wellen nach dem Sturm“ zeigt uns, wie kostbar Erinnerungen sind und wie sie uns und unsere Mitmenschen prägen.

Martha wird sich all dessen besonders bewusst als ihre Mutter Anna an Alzheimer erkrankt. Die vorher lebensfrohe Frau ist nicht mehr wiederzuerkennen. Pflichtbewusst kümmert sich Martha um ihre Mutter als sie plötzlich einen mysteriösen Brief von einem Anwalt in Annas Unterlagen findet. Anscheinend hat eine Frau namens Elizabeth Pringle ihrer Mutter ein Haus auf der kleinen schottischen Insel Arran vermacht. Martha, ganz typisch neugierige Journalistin, macht sich auf den Weg nach Arran, um mehr über Elizabeth zu erfahren. Im Endeffekt wird es aber nicht nur eine Reise in die Vergangenheit, sondern auch eine Reise zu sich selbst. Denn sie findet dort nicht nur eine neue Freundin, sondern auch Liebe.

Wir erleben die Geschichte zum einen aus der Perspektive von Martha, zum anderen lesen wir gleichzeitig auch die Memoiren von Elizabeth, die sie vor ihrem Tod in Briefform zurückgelassen hat. Immer mehr tauchen wir als Leser in die Vergangenheit von Elizabeth ein, die direkten Einfluss auf die Gegenwart und Zukunft von Martha hat. Kirsty Warks Schreibstil hat dabei etwas von einem Sommergarten – leicht, unbeschwert und voller Naturbeschreibungen. Manchmal hat man das Gefühl, man steht selbst auf Arran und sieht die Rhododendren in Elizabeths Garten blühen.

Leider ist die Vergangenheit und somit die Geschichte von Elizabeth aber viel fesselnder als Marthas Erlebnisse. Das mag vor allem daran liegen, dass Elizabeth in ihrem Leben Höhen und Tiefen durchmachen musste. Es sind die dramatischen Momente und vor allem das unerwartet starke Ende, die dieses Buch interessant machen. Martha bleibt als Charakter hinter Elizabeth zurück, auch wenn sie Probleme mit der Krankheit ihrer Mutter hat, scheint ihr doch im Endeffekt alles zu gelingen. Ihr Leben und ihre Liebesgeschichte scheint im Gegensatz zu Elizabeth zu einfach, zu glatt – böse formuliert ist sie als Person einfach zu seicht. Dadurch hat für mich das Lesevergnügen abgenommen, da ich bei vielen Kapiteln von Martha einfach schnell weiterlesen wollte, um wieder mehr über Elizabeth zu erfahren.

Der Roman ist sicherlich für viele der perfekte Strandroman. Er regt nicht auf und ist liebevoll erzählt. Ich kann das Buch also jedem empfehlen, der statt actionreichem Plot lieber eine gefühlvolle Lebenserzählung lesen möchte. Für mehr Sterne hätte aber auch Marthas Geschichte mehr Tiefgang haben müssen.

2 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.