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Bewertungen

Bewertung vom 27.06.2012
Sieben Tage ohne / Dienstagsfrauen Bd.2
Peetz, Monika

Sieben Tage ohne / Dienstagsfrauen Bd.2


weniger gut

Kurze Inhaltsangabe:
5 Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können
7 Tage in denen sie entschlacken und entschleunigen sollen
2 unbekannte Väter
ein Brand in der Mainacht 1965

"Sieben Tage ohne" ist die Fortsetzung zu dem erfolgreichen (und bereits verfilmten) Roman "Die Dienstagsfrauen". Im Mittelpunkt stehen die 5 Frauen, die sich vor Jahren kennen gelernt haben und dicke Freundinnen geworden sind, aber immer weniger Zeit für einander haben. Daher treffen sie sich monatlich an einem Dienstag in ihren Stammlokal. Jede hat ihre eigenen Probleme im Beziehungs- und im Berufsleben und so beschließen die 5 für eine Woche in ein Burghotel zum gemeinsamen Entschlacken zu fahren. Hintergrund ist, dass Eva dort endlich ihren Vater finden will, da ihre etwas verrückte Mutter Regine, einfach nicht mit der Sprache rausrücken will. Warum wird im Laufe des Buches in nahezu kriminaltechnischer Manier deutlich.

Die 5 Frauen begeben sich auf eine interessante und entbehrungsreiche Reise und es wird nicht nur ein Geheimnis gelüftet!

Meine Meinung:
Ganz klar: am liebsten würde ich jetzt SOFORT eine Woche zum Fasten auf die Burg Achenkirch fahren. Mal wieder lernen zu entschleunigen, sich zu besinnen, was wirklich wichtig ist, das Leben neu genießen lernen und dabei noch ein paar Kilo verlieren - Auf der Stelle!

Allerdings ist das Buch keine Homage an das Fasten, eher noch an die Neubesinnung, aber hauptsächlich an die Freundschaft. Das Fasten kommt nämlich leider nicht so gut weg, es ist nur Quälerei und es wird sich über alles lustig gemacht, was damit verbunden ist. Einzig positiv scheint irgendwie der Gewichtsverlust zu sein. Naja, damit war ich etwas unzufrieden. Ebenfalls unzufrieden war ich mit der scheinbaren Neubesinnung der Frauen, die einerseits so aussieht, dass erst jede ihr Geheimnis hat, dann jedes Geheimnis nach einem ewigen Hin und Her rauskommt und am Ende alle gut wird. Manche dieser Handlungsstränge sind arg konstruiert, zu viel vor und zurück, wenig nachvollziehbare Handlungen und Gespräche. Was mir am negativsten (ist diese Steigerungsform eigentlich erlaubt?) auffiel, ist die negative Darstellung des Single-Daseins. Entschuldigung, aber das Singledasein ist gelebte Realität. Es wird das Gefühl vermittelt, dass man als Frau nicht damit klar kommt, wenn man mal ein paar Jahre alleine lebt, man sich in Affären stürzt, Ehen zerstört, sich selbst bemittleidet, aber auf keinen Fall allein zuhause essen will. Damit verbunden auch noch eine andere Unsicherheit, nämlich, können meine Freunde mir verzeihen. Liebe Leser und Leserinnen: wenn man über 15 Jahre befreundet ist und scheinbar durch dick und dünn geht, hat man dann Angst den Freunden zu sagen, dass man wieder mit dem Ex anbändelt? Hat man Angst zu sagen, dann man irgendwohin fährt, um nach dem leiblichen Vater zu suchen? Nach 16 Jahren innigster Freundschaft? Also das habe ich leider nicht verstanden. Wem soll man es denn sonst erzählen? Und wie groß ist die wahrscheinlichkeit, dass 5 Frauen aufeinanderhocken, die ALLE ihre Probleme lieber mit sich selbst ausmachen, als es der besten Freundin zu erzählen. Zum Schluss ging natürlich alles gut aus, frisch, fromm, fröhlich und frei war das Ende. Aber die Probleme und Missverständnisse waren durch das HickHAck und zu viel Eigenbrötelei ziemlich konstruiert und haben sich für mich oft falsch angefühlt.

Aber für jeden, der einen seichten, aber amütsanten Frauenroman genießen kann, ist dieser Roman bestimmt etwas. Aber ich kann mich mit dem diffusen Problemwirrwarr leider nicht identifizieren. Das Lesen war keine Qual, die Reaktionen aber teilweise unwirklicher als ein Fantasy-Roman; dort ist zwar vieles Fiktion, aber die Reaktionen der Protagonisten sind zum Teil nachvollziehbarer.

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