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Top-Rezensenten Übersicht

Benutzername: 
Indi801
Wohnort: 
Würselen

Bewertungen

Insgesamt 12 Bewertungen
12
Bewertung vom 07.08.2022
Snowflake
Nealon, Louise

Snowflake


sehr gut

Generation Snowflake, Debby kämpft sich durch, stark und rührend zugleich! Mir haben schon die ersten Zeilen sehr gefallen und oft an die Kämpfe und Unsicherheiten in jungen Jahren erinnert. Dieser Roman über die heutige Generation nun zeigt auf, dass es in der heutigen schnellebigen und sehr dichten Zeit als wohlbehüteten, jungen Menschen trotz Wohlstand um ganz andere Probleme und Ängste geht, und sie sich oft schwer tun ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. In einem sehr lebhaften, echten und wundervollen Schreibstil führt die Autorin uns beim Lesen sofort in die Welt von Deborah als kleines Mädchen, und zwar in den Wohnwagen ihres kautzigen Lieblingsonkels Billy, der dort wohnt. Sie soll ihm Wünsche, also Wunschblumen mitbringen, was sie als kleines Mädchen auch immer macht. Wünsche hat ihr Onkel auch für sie, nämlich daß sie eines Tages in Dublin studieren wird. Jahre später ist es soweit, Debby schafft es tatsächlich aufs College, und nun beginnt erst richtig der Kampf, doch Debby boxt sich durch. Denn Debby kommt aus einfachsten, ländlichen und schwierigen Verhältnissen, und in Dublin prallt sie auf eine komplett andere Welt. Stylische, gut begüterte und hippe Kommilitonen, Großstadtehabe. Derweil spitzt sich die Lage daheim immer mehr zu, Alkohol und eine psychisch mehr als labile Mutter machen es nicht leichter. Doch Debby ist tapfer und kämpferisch, jedoch werden ihre quälenden Selbstzweifel und Ängste, zu versagen und physisch nicht gesund zu sein, immer größer. Wird sie es schaffen? Darum geht es in dem Buch, und man darf sehr gespannt sein, wie sie ihren weiteren Lebensweg incl. der Steine, die ihr noch auf diesem im Weg liegen werden, bewältigt und um ihr Glück kämpfen und bei sich selbst ankommen wird. Nur soviel darf verraten werden, daß sie irgendwann drauf kommt, wie stark, autentisch, gut und psychisch stabil sie doch ist; viel mehr sogar als die von ihr bewunderten,aus besserem Hause stammenden Kommilitonen, die ihrerseits auch ihre Ängste und Problem nur hinter diesen hippen Fassaden verstecken. Die Geschichte um Debby ist originell, oft tragisch komisch, traurig und trotzdem wieder fröhlich rührend zugleich. Und kämpferisch allemal. Das Cover gefällt mir sehr gut, es ist jung und frisch, das Mädchen kann man sofort ins Herz schließen. Das Buch ist nicht einfach so zum Dahinlesen, manchmal muss man doch schlucken und sich wundern, oft geht es der Geschichte geschuldet chaotisch zu, doch junge Menschen in der Entwicklung SIND chaotisch, und sie sind gerade auch heute in diesen unruhigen, medial beherrschten und doch verwöhnten Zeiten, sehr unter Druc, ihr Ich zu finden. Man muss schon öfter schlucken und sich wundern, manchmal tut's weh, aber es lohnt sich sehr, eine aktuelle Thematik einer Generation, aber auch ein außergewöhnliches Mädchen.

Bewertung vom 16.07.2022
Eine Feder auf dem Atem Gottes
Nunez, Sigrid

Eine Feder auf dem Atem Gottes


sehr gut

Sie wollte immer nur ein amerikanisches Mädchen sein, ihre Mutter immer nur eine deutsche Mutter und der Vater sehnte sich nach Shanghai zurück. Autobiographische Erzählung der Autorin mit sehr flüssigem, klaren Schreibstil, der sogar unterschwellig einen feinen Humor mitführt, die ihre Kindheit und Jugend in einer Familie beschreibt, die sich aufgrund ihrer extrem verschiedenen Herkunft, Erwartungen und Lebenserfahrung nicht finden kann und sich fremd bleibt, bis im Laufe des Erwachsenwerdens der Tochter diese zu spät das wahre Ich des für sie kaum vorhandenen Vaters erkennt und zu verstehen beginnt. Eine Aufarbeitung kann beginnen. Ein ergreifend rühriger Roman einer extrem interessanten, durch mehrere Nationen geprägten Familiengeschichte, und einer Tochter die verstehen, aufarbeiten und auch sich finden will. Und das als wahre Begebenheit. Wirklich eindringlich. Wie eine Feder auf dem Atem Gottes. Sehr sehr toller stimmiger Titel. Das Cover verstand ich ehrlich gesagt erst beim Lesen des Textes, aus wie vielen vollkommen verschiedenen Teilen (Nationen mit deren Hintergründen) die Sprösslinge groß wurden. Gefällt. Für mich eine wirklich große eindringliche Erzählung die bewegt und mit Sicherheit nicht langweilig wird. Sollte auf manche Leseliste nicht fehlen.

Bewertung vom 05.07.2022
An den Ufern von Stellata
Raimondi, Daniela

An den Ufern von Stellata


ausgezeichnet

Wundervoller italienischer Familienepos!
Wundervolle Familiensaga, eher sogar ein fullminantes italienisches Epos ab 1800 bis Neuzeit einer Familie, deren Einfluss einer eingeheirateten Zingara viele mystische Begebenheit und Fähigkeiten die Chronik der Familie beeinflusst. Durch widrige Umstände lagerten vor langer langer Zeit eine Gruppe von Zingare am Fluss unterhalb des friedlichen italienischen Dörfchen Stellata am Flussufer des Po. Sie blieben sogar, und somit begang sich das Blut bei einigen Dörflern zu vermischen. Mit Fähigkeiten ausgestattet, die man zwischen Himmel und Erde nicht so einfach erklären kann, beginnt durch Erzählung und Rückblicke der Großmutter eine bewegende aufregende und mystische Familiengeschichte, weitergereicht von Generation zu Generation, mit Gefühl, viel Epos und Drama auf typisch italienische Art erzählt und geschrieben. Ich mag das sehr, italienische Bücher sind durchaus anders, aber eben dies empfinde ich bei den oft modischen oder dem Zeitgeist geschuldetet Strömung als sehr erfrischend, ein komplett anderes zeitloses Sommermärchen. Dadurch, dass die Erzählung von einem Protagonisten zum Nachfolger der neuen Generation übergeben wir, hält ein stetiger Spannungsbogen an, wie es wohl weitergeht. Das Cover ist hierbei Programm, und wunderwunderschön. Es hat mich sofort angesprochen, meiner Empfindung nach einer der schönsten Titelcover des Jahres. Ein Buch bestimmt nicht für jedermann, aber muss ja auch nicht. Trotzdem verdient absolute Anerkennung!!! Bravo!

Bewertung vom 22.06.2022
Poppy. Dein Kind verschwindet. Und die ganze Welt sieht zu. / Emer Murphy Bd.1
Getz, Kristine

Poppy. Dein Kind verschwindet. Und die ganze Welt sieht zu. / Emer Murphy Bd.1


sehr gut

Sehr aktueller Influencer Krimi aus Norwegen....Sehr spannend, mit real wirkenden Posts von Followern, strukturiert sich Schicht für Schicht ein Krimi um die kleine Poppy, die von ihren Eltern, für Ruhm und Einnahmen durch Klicks, vermarktet wird und die erste, doch ernstzunehmende Warnungen verdrängen, ja sogar für Popularität ein Stalkerproblem verwerten. Die Mutter zweifelt und ängstigt sich doch langsam, Vater ist im Tunnel und sieht Marktanteile. Gleichzeitig baut sich die Geschichte um eine gescheiterte Kommissarin auf, die, psychische stark ramponiert, versucht auf die Beine zu kommen. Als diese von dem Fall in den Medien hört, ziehen Erinnerung auf, ebenso wird ein alter ähnlicher Fall ins Spiel gebracht... Es braut sich was zusammen, das drohende Unglück passiert, ein Kind verschwindet. Mit rasantem Schreibstil entwickelt sich ein Krimi mit vielen Irrungen und überraschenden Wendung, die die Geschichte, das Web, die Eltern und Ermittlerin bis zum Schluss auf Trab halten. Der Krimi liefert gut ab, Protagonisten mit Profil, spannender Aufbau. Die Atmosphäre von nordischen Krimis sind mittlerweile allseits bekannt, aber dieser Krimi hat einen eigenen, nicht düsteren sondern eher sehr hippen, unter Strom stehende und hellwachen Schreibstil, sehr fesselnd, hier ist die virale und sich verselbständigene Insta und Blogger Welt gut eingesetzt, es kann einem schon gruseln und ängstigen. Absolut hochaktueller und aufrüttelnder Krimi, sehr gut, man ist bis zum Ende durch rasante Wendungen immer extrem gespannt wie es weitergehen wird, und das Cover ist passend und sehr cool!!!!

Bewertung vom 26.04.2022
Du bist mehr als genug
Desai, Sarah

Du bist mehr als genug


ausgezeichnet

Ich muss sagen ich habe erst gezögert, hm, wieder ein Selbsthilfe Buch. Oft sehr anstrengend diese Bücher, aber irgendwie verlaufen sich diese Ratschläge komplett im Alltag. Da sind sie wieder, meine Zweifel und Unsicherheiten. Dann habe ich doch die ersten Seiten gelesen. Und immer weiter... Wie wunderbar, was für schöne Worte und Ratschläge, es geht in einem quasi irgendwie die Sonne auf und tut nur gut. Wie einfach und doch effektiv. Ich kann es nicht genau beschreiben, die Autorin arbeitet mit ganz einfachen visuellen und naheliegenden Geschichten und Übungen, ganz einfache und doch sehr effektive Auflösungserklärungen für Selbstzweifel, Übungen für mehr Eigenwahrnehmung und Selbstliebe, die einem einfach nur umarmen. Nachhaltig, wunderbar und sehr sehr schön. Nicht nur als Ratgeber, ich glaube auch einfach so nach einem anstrengenden Tag tut dieses Buch einfach nur gut. Bei dem Versuch, das Buch zu beschreiben, hört sich dies wieder sehr trocken und nach haben wir doch schon tausendfach gehabt an, es ist aber anders, wirklich, auch wenn es sich vielleicht blöd anhört, ich hatte auch bei Themen die mich eventuell gar nicht so sehr plagen einfach oft Pipi in den Augen, vor Wärme und Rührung, es ist einfach schön, dieses Buch ist schön! Für jeden! Aussen wie innen !!!Von mir sehr sehr dicke 5 Sterne und 5 Herzen hinterher :-)

Bewertung vom 17.04.2022
Der Tod macht Urlaub in Schweden
Motte, Anders de la;Nilsson, Måns

Der Tod macht Urlaub in Schweden


sehr gut

Fantastisch, ich habe mich schon von der ersten Seite wunderbar unterhalten und amüsiert. Cover entspricht sehr schön der Atmosphäre im Buch, es gefällt mir sehr gut. Die Protagonisten sind sehr gut umschrieben, der Handlungsort kommt gut rüber, der Schreibstil ist gut zu lesen, kein bisschen überzogen komisch, es kommt teilweise ein schöner feiner Humor vor. Eine Immobilienmaklerin mit Starallüren macht sich im dörflichen Umfeld nicht gerade beliebt, prompt gibt es ein kleines Brandattentat an einer ihrer Baubuden. Sechs Wochen später scheinen sich die Wogen geglättet zu haben, Kommissar Vinston verbindet den Geburtstag seiner Tochter mit seiner Unpasslichkeit und möchte im besagten Dorf Urlaub machen. Seine ersten Berührungen mit dem Dorfleben beinhalten für den absolut reinlichen Kontrollfreak schon wirklich wunderbar komische Momente. Dann geschieht ein Mord an besagter Immobilienmaklerin. Was ist passiert? Vinston versucht doch zu ermitteln, kollidiert jedoch dabei auch an der störrisch und stoischen Landbevölkerung. Spannend und doch komisch, ausgewogenes Gemisch für einen guten Cosy Crime mit Urlaubsfeeling in Südschweden. Schön ist es an der Story, dass diese nie zu drüber ist, es hat mir gut gefallen. Quasi wie Mord mit Aussicht in Schweden, sehr gefällig und schmissig, kein Geblödel und spannend dazu. Über die Katze und dem Türbalken könnte ich jetzt noch schmunzeln :-)

Bewertung vom 11.04.2022
Das Leben eines Anderen
Hirano, Keiichir_

Das Leben eines Anderen


ausgezeichnet

Von der ersten Seite an liefert uns Keiichirō Hirano eine spannende Geschichte um Rechtsanwalt Kido und seinem Fall einer ehemaligen Klienten, die sich nunmehr wiederum an ihn wendet, da sich nach dem Tod ihres zweiten Ehemannes herausstellt, dass dieser offenbar jemand anders ist. Mit gutem Schreibstil spinnt Keiichirō Hirano eine Geschichte über eine zweite Identität, die weitreichenden Folgen Ehefrau und Familie liefert und spannende Ermittlungen des Rechtsanwaltes Kido für seine Klientin, dessen Gedanken sich aber auch um sein Privatleben und der verführerischen gedanklichen Auseinandersetzung einer neuen Identität drehen. Spannend, mit wirklich guten und tiefgründigen lebendigen Schreibstil, verspricht dieser in Yokohama stattfindender Plot ein sehr gutes spannendes Lesevergnügen, das einige Überraschungen und Wendungen bereit hält. Mir hat es gut gefallen, vor allem als RA Kido seinem Verlangen nachgibt, sich ebenfalls durch Erlangen einer neuen Identität seinem bisherigen für ihn nicht erfüllenden Leben zu entziehen. Spannend, aufwühlend, macht nachdenklich. Auch interessant die Japanische Kultur, tolles Buch.

Bewertung vom 07.03.2022
Diese eine Liebe wird nie zu Ende gehn
Matthiessen, Susanne

Diese eine Liebe wird nie zu Ende gehn


ausgezeichnet

Die Autorin versteht es wie im ersten Buch Ozelot und Friesennerz die Insel von innen nach aussen zu stülpen, den Teppich hochzuheben und auf wunderbare teils nüchtern humorvolle Art die Insel und deren Entwicklung und Hintergründe aus Sicht einer Insulanerin zu erklären. Und das nach meinen Erfahrungen extrem autentisch und ungeschminkt. Hier nunmehr in Band 2 ist es teilweise sogar für mein Gefühl erst einmal bedrückend, Corona wirkt auf unsere Gesellschaft wie ein Brennglas, und auf einer Insel als Mikrokosmos wohl noch mehr; die Insel ist menschenleer, das was man sich eigentlich insgeheim immer nochmal zurück wünschte wird wahr. Jedoch kommt man ans nachdenken, schweift zurück und vor, ob das alles so richtig war, wie geht es weiter? Dabei entstehen Rückblicke, die teils einfach nur das Leben der Sylter Gemeinde etwas ab den 80 iger Jahrn inmitten und vor allem von einer der aufstrebenden Urlaubsinsel aufzeigt; dazu aber auch der Wandel nach den goldenen 70igern, auch die dort schon aufkommenden umwelt- und sozialpolitischen Probleme incl. Bauboom, Heimatverlust und Robben-Sterben, und natürlich den Titel schuldende Punker Invasion, alles mit einem fabelhaft schwarzen aber durchaus liebevollen Humor, einfach meins. Nun Corona, alles geht auf Stillstand und Innehalten, die Prioritäten verschieben sich. Richtig genießen kann es die Insel nicht, man kommt ins Grübeln, vor oder zurück? Eine Wahl zwischen Pest und Colera. Auch wenn dies keine klassische Urlaubslektüre ist, mir hat es gut gefallen, Hintergründe des Tourismus sind halt oft nicht immer schön, nicht minder fesselnd und interessant. Das Buch hat anfangs nicht die Leichtigkeit vom Vorgänger, dies ist dem Thema Corona geschuldet, einer Insel im Ausnahmezustand einer Pandemie, dann jedoch nimmt das ganze durch die wunderbaren Rückblicke ordentlich an Fahrt auf, vielleicht alles nicht immer lustig, aber wie gesagt mit einem mir wiederum sehr gut gefallenden und realistisch humorvollen liebenswerten Schreibstil. Alles sehr lesenswert und original, selber seit 25 Jahren mit einer Nordseeinsel familiär verbunden kann ich nur sagen, extrem autentisch. Auch das Cover im 80iger Jahre Stil vermittelt dies. Von mir auf jedem Fall fünf HerzensSterne !!!!!

Bewertung vom 28.02.2022
Der Papierpalast
Heller, Miranda Cowley

Der Papierpalast


ausgezeichnet

Fragiler Palast, fragile Lebensgeschichte einer Frau!
Erst einmal muss ich sagen, daß ich die Gestaltung des Buchcovers als sehr gelungen und wunderschön empfinde; dieses Cover verspricht eine zarte Sommergeschichte, was dieses Buch letztendlich ja auch ist.
Der Schreibstil ist ganz ruhig und mäandert sich durch verschiedene Zeitzonen, er beginnt in der Gegenwart, der Tag an dem Elle sich einer wohl alten Liebe an ihrem Seelenort, ein Sommerhaus an der Küste (Der Papierpalast) hingibt, und erzählt ganz ruhig durch Rückblicke, ihre Familien- und Kindheitsgeschichte. Vor allem geht es in verschieden Zeitzonen, strukturiert durch Rückblicke an einem Tag einer weitgehenden Entscheidung für oder gegen die Liebe und eines neuen Lebensweges , um die teils verworrenen und nicht immer guten Erfahrungen durch Trennungen und Kindheitserlebnissen ihreseits bis zu ihrer Großmutter, es geht auch um die Rolle der Frau in mehreren Generationen und was diese ihren Töchtern weitergeben oder auferlegen wie man es auch immer sehen will. Weiterhin ist die erzählende Hauptprotagonistin Elle, in sehr begüterten Verhältnissen groß geworden, diese Welt zeigt aber emotional immer mehr Risse, ja sogar sehr tragische und verstörende Ereignisse kommen zu Tage.
Wie wird sie zu ihrer Familie und das Leben, das sie sich eigentlich ersehnt oder begehrt, stehen, wie wird sie diese Entscheidungen als Kind ihrer Mutter und Vergangenheit treffen? Ich muss sagen das Buch hat mich mitgerissen und sehr nachdenklich gemacht und berührt, ich finde solche Bücher, die das Innere "herausarbeiten" durchaus genauso spannend wie ein Krimi, auch wenn in dem Sinne nicht viel "passiert". Es ist ein in die Gedankenweld und Tiefe gehendes Buch, was auch sein Umfeld sehr schön beschreibt. Elle beschreibt wie die Sonne auf der Haut "riecht", wie das Wasser glitzert usw. Auch dieses macht das Buch mit Sicherheit zu einem sehr sehr schönen, wenn auch nicht oberflächlichen und sehr intensivenn (Sommer)buch. Es hat mir persönlich sehr sehr gut gefallen! Es ist eher ein ruhiges Buch, trotzdem mitreißend, bewegend und spannend, mitunter tut es auch schon einmal weh, es kommen auch schon einmal ganz schön befremdliche Sachen aus der Vergangenheit zu Tage, nichts für ganz zart Gebaute.

Bewertung vom 23.02.2022
Vertrauen
Mishani, Dror

Vertrauen


ausgezeichnet

Ich habe bis jetzt noch kein Buch des israelischen Autors Dror Mishani gelesen, doch der passende Umschlagtitel, der Umschlagtext und das sehr sehr schöne Cover haben sofort mein Interesse geweckt. Wozu ich sagen muss, dass mir die einheitliche Aufmachung nebst wunderschöner Bildergestaltung des Diogenes Verlages eh immer sehr gut gefallen. Ohne dies falsch zu verstehen oder als Wertung zu betrachten, ich lese auch gerne die Kriminalromane die zur Zeit nunmal en Vogue sind, aber ich habe es sehr sehr genossen, nunmehr etwas komplett anderes verschlingen zu dürfen. Dies ist zum Glück noch einmal ein Krimi, der ohne blutrünstiger Handlung und Taten auskommt, atmosphärisch im lebendigen Tel Aviv angesiedelt, ein kluger Krimi, der ein ruhiges Tempo aufnimmt, jedoch befindet man sich unbemerkt immer mehr in einem Spannungsbogen, der das ganze Buch anhält. Ohne etwas vorwegzunehmen, was bedeutet dies? Wie gehören die losen Enden der Geschehnisse eines Tages zusammen, was haben der verschwunde 'Tourist' , der ausgesetzte Säugling und andere seltsame Vorkommnisse miteinander zu tun? Ermittler Avraham, zuerst zögerlich und mittlerweile eh demotiviert und auf dem Sprung in eine andere Abteilung, wo er sich mehr Erfüllung verspricht, wittert und ist alamiert. Er ist halt ein erfahrener Hund. Da stimmt was nicht ... Letztendlich taucht sogar der Mossad auf, es gibt immer mehr Ungereimtheiten und Problem. Genau wie Ermittler Avraham war ich zuerst zögerlich, ich musste mich ein zwei Seiten ein bisschen auf den Schreibstil einstellen; ob es an der Übersetzung aus dem hebräischen liegt oder was genau kann ich gar nicht genau erklären, da mir dieser eigentlich gut gefällt, sehr dynamisch und atmosphärisch passend, nüchtern, aber dann war ich dabei und muss sagen, es hat mich angesprochen und gepackt, endlich mal ein überraschend anderer Krimi, er findet statt in Tel Aviv und transportiert sehr gut die Stimmung und auch die Charaktere, ein Krimi in einer interessanten Kultur, das hat was, von mir Daumen hoch, für mich endlich etwas erfrischend Neues an der Kriminalroman Front, intelligent, informativ, ohne aufgeregt zu sein. Ein kluger Krimi, ich habe es sehr genossen. Für Leser, die absolut knallharte Aktion oder Schauerszenarien braucht und bevorzugt, ist dieses Buch eher nicht zu empfehlen. Wer sich gerne auf etwas anderes einlässt, andere Kulturen, Geheimdienste, Ermittlungsarbeit mit Erfahrung und Gespür, Atmosphäre und unaufgeregte Spannung, der wird seine Freunde daran haben. Von mir alle Sterne.

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