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Bewertungen

Insgesamt 25 Bewertungen
Bewertung vom 22.05.2015
Der Tag, als wir begannen, die Wahrheit zu sagen
Juby, Susan

Der Tag, als wir begannen, die Wahrheit zu sagen


gut

Dusk, Neil und Normandy sind drei Freunde und beschließen eines Tages, dass sie einmal pro Woche abwechselnd einer anderen Person eine pikante Frage stellen werden, die sich sonst niemand zu stellen traut. Allerdings konnte anfangs niemand ahnen, was dabei herauskommen würde...

Mich hatte die Thematik von "Der Tag, als wir begannen, die Wahrheit zu sagen" von Susan Juby angesprochen. Denn natürlich stellt sich jeder Mensch insgeheim Fragen über seine Mitmenschen, Mitschüler oder Kollegen und Nachbarn, die man so nie stellen würde. Und ich fand die Vorstellung reizend, ein Buch zu lesen, in dem die drei Protagonisten genau das tun: unangenehme Fragen stellen.

Leider konnte mich der Roman dann letztlich doch nicht so begeistern, wie ich es mir zunächst erhofft hatte, auch wenn das Buch keinesfalls schlecht ist. Aber ich hatte große Probleme mit der Protagonistin Normady, mit der ich einfach nicht warm geworden bin. Ich fand ihre besserwisserische Art anstrengend und nervig und so konnte ich nicht so ganz warm werden mit dem Buch.

Auch die Erzählweise ist gewöhnungsbedürftig, denn die Handlung wird in Essayform erzählt. Und da die Autorin nicht gerade sparsam mit Fußnoten umgegangen ist, wurde zumindest ich ständig im Lesefluss gestört.

Andererseits hat das Buch auch positive Aspekte. Neben dem interessanten Grundthema spricht der Roman viele Themen an, die für Teenager (die ja die Zielgruppe sind) interessant und aktuell sind. Auch hat sich die Autorin sehr bemüht, den Schreibstil jugendlich zu halten und an ihre Zielgruppe anzupassen.

Bewertung vom 12.06.2014
Sommerpest
Schwarz, Petra

Sommerpest


ausgezeichnet

Die drei siebzehnjährigen Freundinnen Paulina, Leo und Sylvie könnten unterschiedlicher nicht sein. Dennoch machen sie sich gemeinsam auf den Weg an die Ostsee, um dort eine tolle Ferienwoche auf einem Campingplatz am Strand zu verbringen. Dort lernen sie dann den netten Hannes und seinen Hund Muffin kennen, während sich Leo in Calvin verguckt. Es verspricht eine tolle Woche zu werden und der Tatsache, dass aus einem benachbarten Hochsicherheitslabor kurze Zeit zuvor Ratten gestohlen worden waren, schenken die Mädchen auch nicht allzu viel Aufmerksamkeit. Bis dann Leo eines Tages spurlos verschwindet... doch der ominöse Täter hat noch nicht genug und so geht es bald um Leben und Tod.

"Sommerpest" ist nach "Schwanengrab" der zweite Jugendthriller von Petra Schwarz, den ich gelesen habe. Hat mir "Schwanengrab" schon gut gefallen, ist "Sommerpest" sogar noch um einiges besser, spannender und auch vom Schreibstil her ausgereifter.

Die Geschichte wird aus Paulinas Sicht erzählt, die als Ich-Erzählerin fungiert, sodass man sofort das Gefühl hat Teil der Geschichte zu sein. Außerdem wird die Handlung immer wieder durch Einschübe unterbrochen, die aus der Sicht eines ominösen "Er" erzählt werden, bei dem es sich ganz offensichtlich um den Täter handelt, allerdings erfährt man erst ganz am Schluss, wer wirklich dahinter steckt. Auch eine Labormitarbeiterin teilt zwischendurch immer wieder ihre Gedanken mit, sodass man gespannt ist, wie die Handlung mit den gestohlenen Laborratten zusammenhängt. Durch die Perspektivwechsel wird ganz geschickt Spannung aufgebaut und die Geschichte an sich greifbarer und tiefgründiger.

Bei einem Thriller, auch bei einem Jugendthriller, steht für mich ganz klar die Spannung im Vordergrund. Und an Spannung mangelt es "Sommerpest" ganz sicher nicht, auch wenn die Geschichte anfangs eher an eine Teeniegeschichte erinnert hat. Doch nach und nach wird dann geschickt Spannung aufgebaut und spätestens in der zweiten Buchhälfte konnte ich den Roman nicht mehr aus der Hand legen, bis das Ende samt Auflösung mir dann heftiges Herzklopfen beschert hat. Die zweite Hälfte des Buches konnte mich vollkommen vom Hocker hauen, allerdings möchte ich das an dieser Stelle nicht vertiefen, um nicht ungewollt zu spoilern.

Auch der Schreibstil von Petra Schwarz konnte mich fesseln und überzeugen, da er nicht zu einfach gehalten ist, obwohl es sich um ein Jugendbuch handelt. Vor allem am Schreibstil kann man meines Erachtens deutlich erkennen, dass sich die Autorin seit "Schwanengrab" noch einmal deutlich weiterentwickelt hat.

Der Verlag empfiehlt den Roman Leser/innen von ca. 14 bis 17 Jahren. Auch ich würde ihn ab ca. 14 Jahren empfehlen, allerdings die Altersgrenze nach oben hin offen lassen. Ich bin schon Anfang zwanzig, hatte aber trotzdem sehr viel Spaß beim Lesen und kann mir vorstellen, dass es anderen Erwachsenen genauso geht.

Fazit: "Sommerpest" von Petra Schwarz ist ein rundum gelungener Jugendthriller, der mit glaubwürdigen Charakteren, einer spannenden Handlung und einem gelungenen Schreibstil überzeugen kann. Unbedingt lesen! Auch ich werde Petra Schwarz als Leserin auf jeden Fall treu bleiben.

Bewertung vom 21.05.2014
Wen der Rabe ruft / Raven Cycle Bd.1
Stiefvater, Maggie

Wen der Rabe ruft / Raven Cycle Bd.1


sehr gut

Jedes Jahr im April empfängt Blue die Seelen derer, die bald sterben werden, auf dem verwitterten Kirchhof außerhalb ihrer Stadt. Bisher konnte sie sie nur spüren, nie sehen – bis in diesem Jahr plötzlich der Geist eines Jungen aus dem Dunkel auftaucht. Sein Name lautet Gansey, und dass Blue ihn sieht, bedeutet, dass sie der Grund für seinen nahen Tod sein wird. Seit Blue sich erinnern kann, lebt sie mit der Weissagung, dass sie ihre wahre Liebe durch einen Kuss töten wird. Ist damit etwa Gansey gemeint?

"Wen der Rabe ruft" von Maggie Stiefvater ist der erste Band einer neuen Tetralogie, denn die nächsten drei Bände werden noch folgen. Ich bin ein großer Fan der Autorin und habe alle von ihr erhältlichen Romane verschlungen, allerdings kann "Wen der Rabe ruft" ihren anderen Werken nicht ganz das Wasser reichen.

Sehr gut gefällt mir wie immer wie Idee zu dem Buch, die man so oder so ähnlich noch in keinem anderen Jugendbuch gelesen hat. Maggie Stiefvater schafft es wieder einmal eine innovative Idee aufzugreifen und zu einem ihrer tollen Jugendbücher umzusetzen. Ich möchte an dieser Stelle nicht spoilern, aber in dieser neuen Reihe geht es um die Suche nach einem alten, sagenumwobenen walisischen König.

Leider besitzt "Wen der Rabe ruft" keinen durchgehenden Spannungsbogen. Das führt dazu, dass der Roman einige Längen besitzt, die es mir schwer gemacht haben weiterzulesen. Manche Kapitel habe ich nur überflogen, weil der Roman viele Nebenhandlungen beschreibt und viele Details zu Ganseys Suche liefert, die mich aber nicht fesseln konnten. Nur der Anfang des Buches ist interessant und das letzte Drittel so richtig fesselnd, der Mittelteil aber eher zäh.

Außerdem habe ich mich beim Lesen gefragt, warum die Charaktere in "Wen der Rabe ruft" nicht so tiefgründig und gut ausgearbeitet sind wie in den anderen Werken der Autorin. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass es sich um eine Reihe von vier Bänden handeln soll, denn das erklärt, warum Maggie Stiefvater noch vieles vage und oberflächlich gehalten hat. Schließlich müssen die nächsten drei Romane ja auch noch gefüllt werden...

Trotzdem ärgert es mich, dass die "Raven Boys"-Geschichte in vier Bände aufgeteilt wird. Klar, Maggie Stiefvater ist inzwischen eine berühmte und gern gelesene Autorin, deren Bücher sich blendend verkaufen. Aber muss man deswegen den Lesern das Geld aus der Tasche ziehen? Zumal ich mir gar nicht vorstellen kann, dass die Geschichte noch drei weitere Bücher füllen kann, obwohl natürlich einige Fragen offen bleiben. Aber da dürfen wir wohl gespannt sein... Der zweite Band ist bereits auf Englisch erschienen und scheint echt interessant zu sein, deshalb werde ich wahrscheinlich auch den zweiten Band lesen.

Fazit: "Wen der Rabe ruft" von Maggie Stiefvater ist der erste von vier Bänden der Tetralogie um die "Raven Boys". Zwar liefert die Autorin wieder einmal eine sehr gute und innovative Idee, allerdings fehlt stellenweise die Spannung und die Charaktere bleiben noch relativ farblos. Wer also in Kauf nehmen möchte, sich alle vier Bände zu kaufen (und auf die zukünftigen Erscheinungstermine der drei Folgebände zu warten) kann ruhigen Gewissens zugreifen.

Bewertung vom 21.05.2014
Der dunkle Kuss der Sterne
Blazon, Nina

Der dunkle Kuss der Sterne


ausgezeichnet

Canda, eine junge Frau der obersten Kaste Ghans, wacht nach einem schrecklichen Albtraum auf und erkennt sich selbst nicht mehr im Spiegel: Es ist ihr Gesicht, das ihr entgegenblickt, aber etwas ist verloren gegangen. Ihr fehlt der Glanz, mit dem sie alle bezaubert hat. Und Tian, dem sie versprochen war, ist spurlos verschwunden … Ihre eigene Familie verstößt sie und lässt sie wegsperren, doch Canda entkommt. Und trifft ausgerechnet auf die Mégana, die Herrscherin des Landes, die ihr einen erstaunlichen Handel vorschlägt: Sie stellt Canda einen Sklaven, den geheimnisvollen Amad, zur Seite, um Tian zu suchen. Doch der Preis, den Canda dafür zahlen muss, ist hoch, und ihre Suche führt auf ungeahnte Wege …

Nina Blazon gehört schon seit Jahren zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen und "Der dunkle Kuss der Sterne" hat mir wieder einmal vor Augen geführt warum das so ist. Obwohl ich als leidenschaftlicher Bücherwurm schon jahrelang regelmäßig und dementsprechend viel lese, ist dieser Roman das beste Buch, das ich seit längerer Zeit gelesen habe und schon jetzt mein Jahreshighlight 2014.

Der Einstieg in das Buch ist anfangs nicht ganz leicht. Es dauert einige Seiten, bis man sich in der fantastischen Stadt Ghan und damit in Candas Welt zurecht findet. Aber das anfängliche Durchhalten wird belohnt, denn ehe man sich versieht, ist man süchtig nach dem Buch und möchte es nicht mehr weglegen. Die von Blazon entworfene fiktive Welt ist absolut innovativ und genial durchdacht, sodass ich die Autorin für ihre grenzenlose Fantasie beneide. Dank der wunderschönen und liebevollen Details ist eine Stadt bzw. Welt in meinem Kopf entstanden, die ich am liebsten nicht mehr verlassen hätte. Der Spannungsbogen sorgt dafür, dass die Handlung nie langweilig wird, ganz im Gegenteil - man merkt beim Lesen gar nicht, wie die Zeit vergeht. Außerdem hält die Geschichte immer neue Wendungen, Rätsel und Überraschungen bereit, sodass man förmlich am Buch klebt.

Auch die Charaktere hätte man wohl nicht perfekter erschaffen können. Alle sind der Autorin vielschichtig, tiefgründig und damit so glaubwürdig gelungen, sodass man die ein oder andere Figur schnell ins Herz schließt. Die Hauptcharaktere machen während der Handlung jeweils eine glaubwürdige Entwicklung durch und es hat mir sehr viel Spaß gemacht ihnen dabei zuzusehen. Ich möchte an dieser Stelle nicht spoilern, um niemandem die Spannung zu nehmen, aber Canda ist wirklich eine wunderbar sympathische Protagonistin. Auch die zarte Romanze, die sich zwischen Canda und Amad entwickelt, hat sogar mir ab und an Herzklopfen beschert (wer könnte sich auch nicht - wenigstens ein bisschen - in Amad verlieben?) und die schlagfertigen Wortgefechte der beiden haben mich regelmäßig zum Lachen gebracht. Wenn man "Der dunkle Kuss der Sterne" liest, hat man das Gefühl, dass man neue Freunde gewinnt und ist am Ende traurig, wenn die Geschichte nach mehr als 500 Seiten zu Ende ist.

Der wunderschöne Schreibstil von Nina Blazon tut natürlich wie immer sein Übriges, um die Geschichte zu vervollkommnen. Der Roman liest sich flüssig und leicht und trotzdem ist der Schreibstil anspruchsvoll. Durch seine Bildhaftigkeit ist in meinem Kopf während des Lesens ein wahres Feuerwerk an Bildern und Gefühlen entstanden, was selten bei einem Buch der Fall ist.

Fazit: Wer gerne Jugendbücher liest und auf der Suche nach einer wunderschönen High Fantasy-Geschichte ist, die die Leserin packt, gefangen nimmt und überwältig, MUSS einfach "Der dunkle Kuss der Sterne" von Nina Blazon lesen. Ich warte schon jetzt sehnsüchtig auf den nächsten Roman von ihr, denn "Der dunkle Kuss der Sterne" lässt mich wehmütig zurück. Könnte ich 10 Sterne vergeben, hätte dieser Roman sie mehr als verdient.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 09.08.2013
Paradies für alle
Michaelis, Antonia

Paradies für alle


sehr gut

Das Paradies ist machbar, glaubt der 9-jährige David. Man müsste nur das Geld ein wenig umverteilen. Oder die Kühe von nebenan freilassen, die noch nie auf der Weide waren. Dass David begonnen hat, seine oft wilden Pläne in die Tat umzusetzen, erfährt seine Mutter Lovis erst, als er nach einem Unfall im Koma liegt. Sie findet seine Aufzeichnungen und beginnt zu kämpfen: um ihren Sohn, um ihre zerrüttete Ehe und um das Paradies auf Erden, das zu scheitern droht.

Selten fand ich es so schwierig ein Buch zu rezensieren. Und ich muss zunächst einmal betonen, dass ich wirklich ein großer Fan von Antonia Michaelis bin. „Der Märchenerzähler“ ist eins der besten Bücher, die ich jemals gelesen habe und das Buch lese ich bis heute immer wieder, ein kleines Meisterwerk. „Solange die Nachtigall singt“ fand ich auch gut, allerdings war mir dieses Werk etwas zu surreal und verwirrend. Nun hat die Autorin mit „Paradies für alle“ einen weiteren Roman geschrieben, allerdings eher für Erwachsene.

Dass man einen Roman für die Generation ab ca. 40 Jahren liest merkt man der Geschichte sofort an. Zwar ist der neunjährige David der eigentliche Protagonist, allerdings lernt man diesen nie aktiv, sondern immer nur durch seine hinterlassenen Berichte kennen. Deshalb steht auch eher seine Mutter Lovis im Vordergrund, über deren Gedanken und Gefühle man mehr erfährt. Sie ist eine erfolgreiche moderne Malerin, aber innerlich zutiefst unglücklich. Erst nach Davids Unfall merkt sie, dass einiges schief gelaufen ist im Leben und dass sie des Öfteren zu wenig für ihren Sohn da war. Auch ihre Ehe steht plötzlich auf dem Spiel... Ich denke, dass es an Lovis lag, dass ich mich in diesen Roman nicht so sehr hineinfühlen konnte wie in die anderen Bücher der Autorin, weil mich als junge Frau mit Anfang zwanzig andere Dinge beschäftigen und ich auch noch nicht Mutter bin. Deshalb würde ich „Paradies für alle“ dann doch eher älteren Frauen oder Müttern empfehlen.

Dennoch ist der Roman wunderschön geschrieben. Man merkt Frau Michaelis auch hier ihr Talent mit der Sprache an und durch den wunderschönen Sprachstil ist es ein Vergnügen das Buch zu lesen. Auch von der Idee her ist der ganze Roman sehr gelungen, wenn ich ihn auch manchmal etwas seltsam fand. David ist nämlich ein hochbegabter Junge, der sich schon mit neun Jahren an Lektüre gewagt hat, an die sich andere Menschen ein Leben lang nicht trauen. Seine Gedankengänge waren einerseits kindlich-naiv und dann andererseits wieder anrührend und hochintelligent. Auf jeden Fall ein sehr spezieller Charakter für ein Buch!

Fazit: „Paradies für alle“ ist ideal für alle Leserinnen, die eine anspruchsvolle Lektüre suchen, die sie auch nach dem Lesen noch länger beschäftigen wird. Es erzählt eine außergewöhnlich-rührende Geschichte gepaart mit einem einzigartigen Schreibstil. 4,5 Sterne von mir!

Bewertung vom 09.08.2013
Stolen Mortality
Benkau, Jennifer

Stolen Mortality


sehr gut

Jamian Bryonts steht mit dem Rücken zur Wand. Um seinen jüngeren Bruder zu schützen, nimmt er die Schuld für einen Fehler auf sich, den er nicht begangen hat, und unterwirft sich einem ewigen Fluch: Mittels eines Giftes raubt der Senat der Vampirjäger ihm die Sterblichkeit. Doch warum gerade diese diabolische Strafe für ihn gewählt wurde, stellt Jamian vor ein Rätsel. Und was hat es mit der Vampirfrau Laine auf sich, die zeitgleich in seinem schottischen Dorf auftaucht und über Gesetze nur lacht? Klar ist nur eins sie ist die Letzte, der Jamian vertrauen darf. Denn Laine hat einen tödlichen Auftrag.

Die Idee hinter der Geschichte ist wirklich gut und interessant zu lesen. Dank des geschickt konstruierten Spannungsbogens kann man das Buch auch bald nicht mehr aus der Hand legen und liest es an einem Stück durch. Gelungen fand ich, dass es sich hier um eine Vampirgeschichte handelt, die auch vor etwas brutaleren Handlungen nicht zurückschreckt und wer eine Liebesgeschichte mit Fantasyelementen sucht, wie sie im Moment den Jugendbuchmarkt überschwemmen, wird hier enttäuscht werden (zum Glück!).

Auch die Charaktere sind gut konstruiert und sehr interessant. Allen voran Jamian, der meiner Meinung nach die spannendste Figur ist und sehr glaubhaft wirkt. Ich möchte hier nicht zu viel verraten, um niemandem die Spannung zu nehmen, aber Jamian ist definitiv ein Traummann, den man sich als Frau wünscht ;).

Alles in allem vergebe ich allerdings nur 4 Sterne. Warum es sich bei "Stolen Mortality" nicht um ein 5-Sterne-Buch handelt? Das liegt daran, dass ich beim Lesen oftmals das Gefühl hatte, dass die Geschichte noch nicht ganz ausgereift ist und dass sich die Autorin immer wieder in Schilderungen verliert, die die Handlung nicht ganz gebraucht hätte und eher künstlich in die Länge ziehen. Auch den Perspektiven-Wechsel zwischen Jamian und Junias fand ich nicht ganz so gelungen, weil dieser meiner Meinung nach die Geschichte nicht wirklich voranbringt. Bei "Stolen Mortality" handelt es sich um das Erstlingswerk von Jennifer Benkau, das scheinbar anfangs als eine Art Fanfiction gestartet hat. Und das merkt man dem gesamten Buch auch an, denn es kommt alles in allem nicht ganz an die anderen Werke der Autorin ("Phönixfluch", die "Dark"-Dilogie etc.) heran, OBWOHL (und das möchte ich ganz klar sagen) es schon eine Glanzleistung ist, als Autor ein Erstlingswerk wie dieses zustande zu bringen!

Fazit: "Stolen Mortality" von Jennifer Benkau ist eine düstere und teils brutale Vampirgeschichte für echte Fans des Genres, bei der die Liebesgeschichte nicht im Vordergrund steht. Ein gutes Buch, das allerdings (noch) nicht an die späteren Werke der Autorin herankommt und trotzdem Spaß macht, auch wenn man es nicht gelesen haben muss.