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Benutzername: www.Medizin-Blog.info
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Bewertungen

Insgesamt 149 Bewertungen
Bewertung vom 26.02.2020
BASICS Dermatologie
Terhorst-Molawi, Dorothea

BASICS Dermatologie


ausgezeichnet

Zielgruppe:

Das Buch richtet sich an Medizinstudenten zwischen Physikum und 2. Staatsexamen, die einen Überblick über das Spektrum der Dermatologie erhalten möchten. Gerade vor Famulaturen oder dem entsprechenden Wahltertial im PJ kann das sinnvoll sein. Aber auch Zahnmedizinstudenten werden bekanntlich im Examen in diesem Fach geprüft und können das Buch dafür brauchen.

Aufbau / Didaktik:

Gemäß dem BASICS-Konzept beginnt das Buch mit einem allgemeinen Teil, in dem dermatologische Grundlagen wie die Effloreszenzen und Grundgedanken der Diagnostik und Therapie beschrieben werden. Im anschließenden speziellen Teil wird auf Infektionen, entzündliche erythematosquamöse Dermatosen, Intoleranzreaktionen, Autoimmunkrankheiten, physikalisch und chemisch bedingte Hautveränderungen, hereditäre Hautkrankheiten, Tumoren, gewebs- und regionspezifische Krankheiten der Haut, Hautbeteiligung bei anderen Krankheiten, Gefäßerkrankungen und Andrologie näher eingegangen. Natürlich kommt dabei wieder das bewährte 2-Seiten-Konzept zum Einsatz, bei dem die meisten der insgesamt 46 Kapitel auf einer Doppelseite abgehandelt und am Ende in einem kleinen Kasten zusammengefasst werden. Am Ende des Buchs wird in 5 Fallbeispielen auf Teile des Lernstoffs erneut eingegangen. Insgesamt ist das Konzept also gewohnt gut umgesetzt worden in der 5. Auflage dieses BASICS.

Inhalt:

Auch inhaltlich ist das BASICS Dermatologie ausgereift: Die Texte sind eingängig geschrieben, lassen sich leicht lesen und die Kapitel kann man sowohl einzeln als auch im Verbund durchgehen. Für die Semesterabschlussklausur und die meisten Fragen im schriftlichen Staatsexamen (M2) dürfte das Wissen dieses Kurzlehrbuchs locker reichen. Und auch bei den ersten Schritten auf einer dermatologischen Station oder in der Ambulanz kann man mit den Inhalten schnell punkten. Wenn man dann noch mehr über verschiedene dermatologische Krankheitsbilder wissen möchte, kann man auf ein ausführlicheres Buch zurückgreifen.

Fazit:

Mit dem BASICS Dermatologie kann man im klinischen Studienabschnitt und vor einer Famulatur oder dem PJ-Wahltertial nichts falsch machen: Das grundlegende Wissen (und teils noch etwas mehr) wird anschaulich und gut strukturiert vermittelt und reicht in den allermeisten Situationen sicher aus. Nachteile könnten allerhöchstens das unhandliche BASICS-Format sein und / oder der fehlende Preisnachlass für die eBook-Version.

Bewertung vom 20.02.2020
BASICS Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie
Vater, Jens; Töpfer, Lars

BASICS Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie


ausgezeichnet

Zielgruppe:

Das schlanke Buch richtet sich an Medizinstudierende mit einem Interesse an dem Fach Anästhesie. Das BASICS bietet eine sehr solide Vorbereitung auf eine Famulatur oder auch auf das PJ und kann bei knapp bemessener Prüfungsvorbereitung einen Segen darstellen.

Aufbau / Didaktik:

Das Buch teilt sich in einen allgemeinen und eine speziellen Teil. Am Ende finden sich hilfreiche Flussdiagramme für verschiedene anästhesiologische Probleme und im Anhang werden weiterführende Links und interessante Apps aufgeführt. Das Layout ist, BASICS-typisch, gut strukturiert und sehr übersichtlich. Farbige Akzente entspannen das Auge und die Seiten sind locker gestaltet, sodass das Lesen leicht fällt. Insgesamt tragen 127 farbige Abbildungen zur Veranschaulichung bei und am Schluss jeder didaktischen Einheit findet sich ein zusammenfassender Merkkasten.

Inhalt:

Das BASICS umfasst drei der vier Säulen der AINS: da die Notfallmedizin eine Wissenschaft für sich ist, wurde diese hier, wie in den vorangegangenen Auflagen schon, ausgeklammert. Das Buch bietet einen guten Überblick der wichtigsten Aspekte des anästhesiologischen Alltags. Wer ein detailreiches Lehrbuch sucht, sollte zu einem anderen Werk greifen. Das BASICS eignet sich hervorragend zur Vorbereitung auf eine Famulatur oder ein PJ-Tertial in der Anästhesie. Gerade jene Studenten, die sich erst einmal einen Überblick verschaffen möchten, werden von diesem Buch profitieren: Die Informationen sind gut portioniert aufbereitet und gehen nicht zu sehr ins Detail. Somit kann innerhalb kurzer Zeit eine gute theoretische Grundlage geschaffen werden.

Fazit:

Auf den ansprechend gestalteten 168 Seiten finden sich viel Fachwissen, wichtige Algorithmen und aktualisierte Leitlinien. Besonders die zahlreichen farbigen Abbildungen und das gut gelungene Layout erleichtern das Lesen und zielgerichtete Lernen. Ein stimmiges Preis-Leistungs-Verhältnis rundet das BASICS ab und ist auch für den mageren Geldbeutel eines Studenten erschwinglich.

Bewertung vom 05.02.2020
Die medizinische Doktorarbeit - Schreiben mit System
Lang, Stefan

Die medizinische Doktorarbeit - Schreiben mit System


ausgezeichnet

Zielgruppe:

Das Buch richtet sich an Medizin- und Zahnmedizinstudenten oder Ärzte, die eine medizinische Doktorarbeit schreiben möchten.

Aufbau / Didaktik:

Gegliedert ist das Buch in insgesamt acht Kapitel (Das Projekt Doktorarbeit; Die Vorbereitung; Das Konzept der Doktorarbeit; Die Gliederung; Wissenschaftliches Schreiben; Die Überarbeitung; Layout; Am Ziel), die sich jeweils in mehrere Unterkapitel einteilen. Im anschließenden Anhang erfährt man kurz und prägnant, welche Details in "Material und Methoden" vorkommen sollten und es werden Formulierungshilfen für die vier Teile einer Promotionsschrift (Einleitung, Material und Methoden, Ergebnisse, Diskussion) gegeben. Das Glossar am Ende des Buches enthält wichtige Begriffe aus dem Wissenschafts- und Promotionsjargon. Immer wieder finden sich sinnvolle Praxis-Tipps, die einem den Ablauf und die Systematik des Schreibens verdeutlichen. Die 26 Abbildungen sind wie der Rest des Buches in Schwarz-Weiß gehalten und setzen sich aus passenden Tabellen, Diagrammen oder Grafiken zusammen.

Inhalt:

Wie schon Stefan Langs Buch "Das Paper-Protokoll" ist auch seine Anleitung für medizinische Doktorarbeiten ansprechend geschrieben (kurze Sätze, sinnvolle Absätze), sodass sich die 180 Seiten angenehm leicht lesen lassen. Auch das Nachschlagen bestimmter Inhalte ist kein Problem, auch wenn wir uns hier der besseren Übersicht halber eine Nummerierung der Kapitel und Unterkapitel und ein farbiges / moderneres Layout wünschen würden. Ansonsten strotzt das Buch nur so vor Struktur und Systematik, eben genau das, was die Grundlage einer guten Dissertation ausmacht.

Fazit:

Leider fällt es vielen Medizinstudenten (oftmals vor allem wegen der schlechten Betreuungssituation) schwer das genaue Ziel einer Doktorarbeit im Blick zu haben. Stefan Langs Buch kann hierbei Abhilfe schaffen und bietet dabei eine strukturierte Anleitung für den letzten und trotzdem meistens schwersten Teil der Dissertation, dem Schreibeprozess. Gespickt mit vielen hilfreichen Tipps lohnt sich das Lesen schon während man noch mit der Datenakquise oder den Laborarbeiten beschäftigt ist. Verbesserungspotential gibt es beim Layout, aber dafür ist der Preis unschlagbar. Wir sind uns einig: Wir wären froh gewesen, wenn wir dieses Buch vor der Erstellung unserer Promotion gelesen hätten.

Bewertung vom 05.02.2020
Facharztprüfung Radiologie
Albes, Guido

Facharztprüfung Radiologie


gut

Zielgruppe:

Das Buch richtet sich vornehmlich an Assistenzärzte im 5. Ausbildungsjahr, ist jedoch natürlich auch vorher schon zu nutzen, um berufsbegleitend am Ball zu bleiben.

Aufbau / Didaktik:

Das Buch enthält 1450 Fragen aus Facharztprüfungen, die jeweils beantwortet und danach zusätzlich noch kommentiert werden. Diese Fragen werden nach Themen und Fächern geordnet dargestellt. Die Einführung des Buches behandelt vor allem die Vorbereitungsphase und den Ablauf der Facharztprüfung. Ein Selbsttest versucht herauszustellen, zu welchem Lerntyp man gehört und es werden Tipps zur Vorbereitungszeit und dem entsprechenden Aufbau eines Lernplans gegeben. Danach geht es im ersten Teil des Buches um die Technischen Grundlagen und Strahlenschutz: Die entsprechenden Kapitel befassen sich dann mit Röntgen, Ultraschall und Magnetresonanztomographie (MRT). Der zweite Teil befasst sich mit der speziellen diagnostischen Radiologie und teilt sich in insgesamt 6 Kapitel auf (Gehirn, Wirbelsäule, Gesichtsschädel und Hals, Thorax, Bauch- und Beckenorgane, Bewegungsapparat). Dabei fällt auf, dass die Seitenanzahl, die für die einzelnen Themen verwendet wird, sehr ungleich verteilt ist: Auf die Neuroradiologie entfallen 185 Seiten voll Fragen, während die Thorax (56 Seiten), Abdomen (70 Seiten) und Bewegungsapparat (82 Seiten) deutlich weniger ausführlich repräsentiert sind. Auf die kardiale Bildgebung und Mammadiagnostik entfallen gar nur ein paar wenige Seiten.

Inhalt:

Der Inhalt ist der große Knackpunkt des Buches. Das Konzept ist ja altbewährt, wird aber in anderen Fächern und somit in den entsprechenden Lehrbüchern besser umgesetzt: Die Kapitel unterscheiden sich nicht nur in ihrer Länge stark voneinander, sondern auch in ihrer Qualität. So gibt es gut und umfassend behandelte Themen, aber auch einige, stark in die Jahre und teilweise sogar mittlerweile falsche Inhalte. Informationen zur Verwendung zu Kontrastmitteln sind genauso überholt wie das Empfehlungsalter zum Mammographiescreening (im Buch 40 statt 50) oder die technische Reife von CTs und MRTs. Die Ausführlichkeit der Kommentare weicht ebenfalls teilweise stark ab und erscheint uneinheitlich.

Fazit:

Das Konzept des Lehrbuchs „Facharztprüfung Radiologie“ ist ohne Zweifel sinnvoll und dürfte in Verbindung mit weiterer Primärliteratur und Prüfungsprotokollen sicherlich viele Facharztanwärter interessieren. Leider ist aber sowohl die Ausführlichkeit der einzelnen Themen stark unterschiedlich als auch die Aktualität der Informationen. 15 Jahre alte Quellen haben gerade in einem Lehrbuch für ein sich so schnell veränderndes Fach wie die Radiologie verständlicherweise einen schweren Stand. Deshalb: Gutes Konzept, leider unbefriedigend umgesetzt. Bleibt zu hoffen, dass die nächste Auflage Besserung bringt.

Bewertung vom 05.02.2020
Physiologie
Bartels, Rut; Bartels, Heinz

Physiologie


sehr gut

Zielgruppe:

Das Buch richtet sich vorwiegend an Medizinstudenten des vorklinischen Studienabschnitts, denen vor allem zusammenhängendes Wissen wichtig ist und die gerne den Überblick behalten.

Aufbau / Didaktik:

Auf den ersten Seiten werden Einheiten der Messgrößen, SI-Einheiten, Umrechnungsfaktoren, chemische Elemente und bestimmte Normalwert in Tabellen kurz rekapituliert. Das Buch teilt sich dann auf in 5 große Kapitel: Grundlagen der physiologischen Vorgänge; Stoffaufnahme, Transport und Ausscheidung; Verarbeitung von Umwelteinflüssen; Koordinierende System; Fortpflanzung. Damit sind alle wichtigen Themen der menschlichen Physiologie abgedeckt. Kleine Hinweise mit der Überschrift „Path“ beschreiben pathophysiologische Zusammenhänge, unter „Präv“ zeigen die Autoren auf, welche vorbeugenden Maßnahmen die Pathologien verhindern können. Immer wieder werden sinnvolle Zusammenfassungen angebracht. Insgesamt fällt vor allem die gute und schnörkellose Struktur sowie das unaufgeregte, klare Design auf.

Inhalt:

Die Texte sind durchweg eingängig geschrieben und lassen sich leicht lesen und verstehen. Schemazeichnungen, Bilder, Tabellen und Zusammenfassungen sind ausgewogen verteilt und fügen sich nahtlos in das gute Gesamtkonzept ein. Natürlich hat der Bartels nicht die Detailtiefe von Pape oder auch der Dualen Reihe, aber dafür fällt einem das Lesen überhaupt nicht schwer und regt das Interesse an.

Fazit:

Das Lehrbuch „Physiologie – Lehrbuch der Funktionen des menschlichen Körpers“ von Rut und Heinz Bartels sowie Klaus D. Jürgens ist ein ausgewogenes Physiobuch, das vor allem durch seine leicht zu lesenden Texte und das abgerundete Design überzeugt. Man versteht die Zusammenhänge sicher leichter, wenn man sich nicht in Details verliert, wie es leider in manchen Physiobüchern vorkommt. Außerdem sind die ca. 400 Seiten relativ schnell gelesen und man hat dadurch eine wirklich starke Grundlage, auf der man das Detailwissen durch die Vorlesungen, Kurse und weiterführende Literatur aufbauen kann. Schade, dass das Buch seit 2004 nicht mehr neu aufgelegt wurde. Der physiologische Stoff hat sich zwar nicht extrem geändert und auch das Design ist mehr als zeitgemäß, aber rein aus marketingtechnischen Gründen würde eine aktuellere Auflage sicher Sinn machen, um das Buch wieder in das Bewusstsein der aktuellen Medizinstudenten zu bringen.

Bewertung vom 05.02.2020
Fallbuch Anästhesie, Intensivmedizin und Notfallmedizin
Genzwürker, Harald; Hinkelbein, Jochen

Fallbuch Anästhesie, Intensivmedizin und Notfallmedizin


sehr gut

Zielgruppe:

Das Fallbuch AINS richtet sich hauptsächlich an Studenten, die sich auf eine Anästhesie-Famulatur, eher aber noch auf ein Anästhesie-Tertial im PJ vorbereiten. Anästhesiologisches und intensivmedizinisches Vorwissen ist sinnvoll, ansonsten werden sich die Fallbesprechungen sehr zäh gestalten. Das Fallbuch eignet sich ebenfalls bestens zur M3-Vorbereitung in der Prüfungsgruppe.

Aufbau / Didaktik:

Das Buch ist in zwei Teile aufgeteilt: Zuerst werden 100 Fallbeispiele mit je fünf Fragestellungen aufgelistet und in zweiten Teil finden sich die Lösungen mit ausführlichen Erläuterungen und anschaulichen farbigen Abbildungen. Während die Fallbeispiele übersichtlich auf je einer Seite präsentiert werden, sehen die Lösungen etwas unstrukturiert aus. Es wäre sicherlich angenehmer, wenn der Wechsel zur nächsten Lösung nicht unmittelbar auf derselben Seite der Vor-Lösung stattfände.

Inhalt:

Inhaltlich finden sich Fallbeispiele aus allen Unterdisziplinen der Anästhesie. Die Lösungen werden von vielen farbigen Abbildungen und Fotos begleitet und am Ende jeder Lösung werden noch Zusatzthemen für Lerngruppen zur Wissensvertiefung genannt. Das Buch eignet sich hervorragend zur Prüfungsvorbereitung in einer Lerngruppe, die ihr theoretisches Wissen mit praktischen Beispielen festigen möchte. Teilweise gehen die Inhalte gewiss etwas über das notwendige Prüfungswissen eines M3-Prüflings hinaus, schadet aber sicherlich nicht, sollte man ohnehin Anästhesie-interessiert sein.

Fazit:

Ein wirklich ansprechendes, leicht zu lesendes und gut strukturiertes Buch, das Famulatur- oder PJ-begleitend gelesen werden oder zur Prüfungsvorbereitung genutzt werden kann. Wer lieber auf seinem iPad lernt, kann das Buch per Zugangscode auch zu seiner Via-medici-Bibliothek hinzufügen. Der Preis von 39,99 Euro erscheint gerechtfertigt, mag allerdings den ein oder anderen Studenten vom Kauf des nicht unbedingt für die Prüfungen essentiellen Buches abhalten. Sinnvoll wäre es sicherlich, eine kostengünstigere E-Book-Version anzubieten, denn hier liegt der Preis im Moment ebenfalls bei 39,99 Euro.

Bewertung vom 04.12.2019
Kurzlehrbuch Pathologie

Kurzlehrbuch Pathologie


ausgezeichnet

Zielgruppe:

Das Kurzlehrbuch Pathologie eignet sich für Medizinstudenten nach dem 1. Staatsexamen (Physikum), die im Patho-Kurs und in möglichen interdisziplinären Fallbesprechungen, wie sie an vielen Unis für Studenten angeboten werden, nicht planlos umhersitzen, sondern ein bisschen davon verstehen möchten, worauf der Pathologe seine Diagnosen stützt.

Aufbau / Didaktik:

Typischerweise beginnt das Buch mit einem allgemeinen Kapitel, in dem die grundlegenden Arbeitsweisen und Methoden der Pathologie erläutert werden. Man bekommt also einen Eindruck davon, welche Bereiche zu diesem Fach gehören und womit sich der Pathologe beschäftigt. Anschließend werden die Besonderheiten der einzelnen Organsysteme behandelt. Merke-Kästen, Key-Points, Fallbeispiele und Praxistipps kommen immer wieder zwischen in den Texten vor. Der Aufbau des Buches unterstützt die themenorientierte Vorbereitung auf bestimmte Kurse oder Vorlesungen, aber natürlich entspricht er auch dem prüfungsorientierten Studenten, der sich auf die wichtigsten Punkte beschränken möchte, um das Grundverständnis für die Prüfung und das Examen parat zu haben.

Inhalt:

Die Texte sind aufgrund der vielen Absätze und des modernen Designs übersichtlich gestaltet und sind eingängig und prägnant geschrieben. Wichtige histologische Bilder gibt es immer wieder, auch wenn das Buch natürlich kein Patho-Atlas ist. Die Detailtiefe ist für ein Kurzlehrbuch genau richtig gewählt und gerade in Verbindung mit einem Patho-Skript, das an vielen Unis angeboten wird, ist das Buch ein adäquater Begleiter für die entsprechenden Kurse und Vorlesungen.

Fazit:

Die Pathologie ist zwar ein oftmals ungeliebtes, aber enorm wichtiges Fach im klinischen Studienabschnitt und sollte nicht stiefmütterlich behandelt werden. Das Kurzlehrbuch Pathologie schafft einen angenehmen, nicht zu detailversessenen Rahmen, um das Wichtigste des Faches zu lernen und im Pflichtkurs oder in der Vorlesung und/oder interdisziplinären Fallkonferenz entsprechend folgen zu können. Wer das Buch nach dem Kauf dann doch lieber digital haben möchte, kann es sich entsprechend per App auf das Smartphone oder Tablet laden.

Bewertung vom 09.11.2019
Sobotta Lehrbuch Anatomie

Sobotta Lehrbuch Anatomie


ausgezeichnet

Zielgruppe:

Nach wir vor wurde das Anatomielehrbuch primär für Humanmedizin- und Zahnmedizinstudenten konzipiert. Mindestens bis zum Physikum dürfte Anatomie für diese Studenten, nicht nur bezüglich des Fragenanteils in der schriftlichen Examensprüfung, das wichtigste Fach sein.

Aufbau / Didaktik:

Am Aufbau hat sich im Vergleich zur Erstauflage nicht viel getan: Die 5 Kapitel "Allgemeine Anatomie und Embryologie", "Bewegungsapparat", "Innere Organe", "Kopf und Hals" und "Neuroanatomie" sind erhalten geblieben und lassen sich weiterhin gut anhand der Sobotta-Atlanten begleitend nachvollziehen. Die entsprechenden Abbildungen finden auch immer wieder Verwendung im Lehrbuch. Weiterhin wird verstärkt auf den Praxisbezug mittels klinischer Fälle gesetzt, die jedes Kapitel thematisch einleiten und mehr Lust die Inhalte machen. Ein Steckbrief soll zeigen, wie man zu einem solchen Fall später in der Famulatur, im PJ oder auch als Assistenzarzt die wichtigsten Informationen filtern kann. Klinik-Kästen innerhalb der Kapitel nehmen das Thema des Praxisbezugs immer wieder auf. Der "Kompetenzen"-Kasten am Kapitelanfang legt die Lernziele fest und war auch schon in der ersten Auflage enthalten. Das gleiche gilt natürlich für die wichtigen "Merke"-Kästen.

Inhalt:

Inhaltlich wurde ein Kapitel über bildgebende Verfahren (Sonografie, Röntgen, CT, MRT, Szintigrafie, PET), ein Abschnitt zu den Faszien und eine Übersicht über die Leitungsbahnen der Gelenke im Vergleich zur Vorauflage hinzugefügt. Besonders das Kopf-Hals- und das Neuroanatomie-Kapitel sind gespickt mit wichtigen Informationen und machen ein zusätzliches Buch für diesen Teil des Anatomiekurses überflüssig. Im Vergleich zu vergleichbaren Anatomiebüchern fehlt lediglich die mikroskopische Anatomie, aber ein Histo-Buch, das man gut zum Mikroskopieren mitnehmen kann, dürfte im Repertoire eines Vorklinikstudenten sowieso nicht schaden. Designtechnisch spielt das Sobotta Lehrbuch Anatomie übrigens weiterhin in der allerhöchsten Liga mit: Sowohl der Einband, als auch die Seiten und die Gestaltung mit den Bildern und die geordnete Struktur zeugen von Premium-Qualität.

Fazit:

Viel verändert hat sich nicht in der 2. Auflage, aber bei der hohen Qualität, die schon die Erstauflage an den Tag gelegt hat, war das auch wirklich nicht notwendig. Sowohl inhaltlich, als auch designtechnisch ist das Buch ein würdiger Wegbegleiter für das lange Medizinstudium. Gerade in Verbindung mit den Sobotta-Atlanten ist man für die kommenden Prüfungen bestens gewappnet und kann beim Kombi-Kauf sogar noch eine Menge Geld sparen: Ein rundum gelungenes Gesamtpaket.

Bewertung vom 12.10.2019
Sobotta, Atlas der Anatomie - 3 Bände und Tabellenheft im Schuber
Sobotta, Johannes

Sobotta, Atlas der Anatomie - 3 Bände und Tabellenheft im Schuber


ausgezeichnet

Zielgruppe:

Die Sobotta-Bücher sind ganz klar für Medizin- und Zahnmedizinstudenten ab dem ersten Semester konzipiert. Dass man die Bücher auch häufig Jahre später noch in dem ein oder anderen ärztlichen Bücherregal findet, zeigt wie grundlegend das in den Bänden befindliche Wissen ist.

Aufbau / Didaktik:

Die Aufteilung der einzelnen Teile des Sobottas orientiert sich an der vielerorts gängigen Drittelung des anatomischen Lernstoffs. So befasst sich der erste Atlas mit der allgemeinen Anatomie und dem Bewegungsapparat, im zweiten Band geht es um die inneren Organe und das dritte Buch gehört dem Kopf, Hals und der Neuroanatomie. Auch viele Modellstudiengänge arbeiten ja mit dieser Aufteilung. In dem zugehörigen Heft finden sich Tabellen zu Muskeln, Gelenken und Nerven die je nach Lokalisation geordnet sind, eine praktische Übersicht zum zwar oft verpönten, aber in der Anatomie doch wirklich hilfreichen Auswendiglernen. Anders als in vielen Vorauflagen bietet die Sobotta-Reihe mittlerweile auch prägnante Erklärungen zu den übersichtlichen Bildern und Einleitungstexte am Anfang jedes Kapitels. Außerdem gibt es insgesamt über 500 Fragen aus mündlichen Prüfungen zur Überprüfung des Gelernten, die die Kapitel abschließen.

Inhalt:

Die Erklärungstexte ersetzen zwar kein ausführliches anatomisches Lehrbuch, ergänzen aber die traditionell eindrucksvoll plastisch gestalteten Bilder der Sobotta-Atlanten sinnvoll. Vorbei sind also die Zeiten, in denen der Sobotta ein reiner Atlas war mit Bildern und deren einsilbigen Beschriftungen. Wichtige Wörter sind fett gedruckt und sollten dadurch nicht untergehen. Außerdem gibt es immer wieder kleine Kästen mit klinischen Hinweisen, wie das in den medizinischen Büchern heutzutage so üblich ist. Das bekanntlich aufgeräumte und gut strukturierte Design des Sobottas könnte unserer Meinung nach aber tatsächlich noch etwas verbessert werden, wenn die Beschriftungen an den Abbildungen etwas größer gedruckt wären, aber das ist sicher auch Geschmackssache. Da die Bücher erwartbar unhandlich für den Transport sind, ist die zum Atlas passende App ein praktisches Gimmick. In der Gratisversion sind immerhin schon 40 Strukturen freigeschaltet, die man praktisch unterwegs nachschlagen oder lernen kann.

Fazit:

Mit der neuesten Version des Sobotta-Pakets zieht Elsevier endgültig mindestens gleich mit der Konkurrenz von Thieme. Durch die gut geschriebenen Texte, die klinischen Hinweise sowie die vielen Beispielfragen zur Lernüberprüfung unterstreicht die Sobotta-Reihe ihre Rolle als enorm ausgereifter Anatomieatlas. Die Entscheidung zwischen Sobotta und Prometheus dürfte zwar immer noch Geschmackssache sein, aufgrund des deutlich günstigeren Sobottas ist es aber sicher auch eine Preisfrage. Um sich die Entscheidung nicht zu schwer werden zu lassen, hilft wohl am besten der Gang in die Buchhandlung, um beide Werke direkt miteinander zu vergleichen.

Bewertung vom 29.09.2019
Klinikleitfaden Intensivmedizin

Klinikleitfaden Intensivmedizin


ausgezeichnet

Zielgruppe:

Sowohl in der Inneren Medizin, in der Chirurgie als auch in der Anästhesie ist das Arbeiten auf einer Intensivstation fester Bestandteil der Facharztausbildung. Der "Klinikleitfaden Intensivmedizin" eignet sich somit hauptsächlich für Assistenzärzte, die sich das Buch vor und während ihrer Intensivrotation zu Gemüte führen können. Wer bei entsprechendem Interesse schon im PJ ein paar Inhalte durchliest, macht aber sicher auch keinen Fehler.

Aufbau / Didaktik:

Das Buch beginnt mit Tipps für die Stationsarbeit (Patientenaufnahme, körperliche Untersuchung, Verlegung eines Patienten auf Intensivstation...) und wichtigen Arbeitstechniken auf der Intensivstation. Anschließend widmen sich ca. 90 Seiten der Beatmung, parenteralen- und Sondenernährung sowie der Reanimation und Kreislaufstabilisierung. Die darauffolgenden Kapitel drehen sich um konkrete Krankheiten, die vornehmlich nach Organsystemen aufgeteilt sind. Jeweils ein Abschnitt zum Thema Schmerz, operative Intensivmedizin, Intoxikationen und Pharmakotherapie runden die 20 Kapitel ab. Wie in einem Klinikleitfaden üblich finden sich die Informationen in Stichpunkten und kurzen Fakten zusammengefasst, auf Fließtexte wird verzichtet. Tabellen, Info- und Cave-Boxen und kleinere Schemabilder runden den Charakter eines Nachschlagewerkes ab.

Inhalt:

Der "Klinikleitfaden Intensivmedizin" enthält die wichtigsten Informationen für die Arbeit auf Intensivmedizin in kurzer und prägnanter Form, weshalb man das Buch gut zum Nachschlagen in der Klinik verwenden kann. Auch zur Vorbereitung der wichtigsten Arbeitsabläufe taugt das Buch (am besten in Verbindung mit den SOPs der Klinik, in der man arbeitet). Große Erklärungen finden sich selbstverständlich nicht, aber man sollte das Buch auch nicht als Primärliteratur missverstehen.

Fazit:

Der handliche "Klinikleitfaden Intensivmedizin" von Elsevier eignet sich hervorragend zum schnellen Nachschlagen wichtiger Infos auf der Intensivstation und dürfte somit vor allem für internistische, chirurgische und anästhesiologische Assistenzärzte vor und während ihrer Intensivrotation interessant sein. Zusätzlich bekommt man über einen PIN in dem Buch Zugang zu den Inhalten der Internetseite Innere-Medizinwelt.de des Elsevier-Verlags, wo man auf weitere Inhalte von anderen Titeln per Smartphone, Laptop oder Tablet zugreifen kann. Uns persönlich gefällt der Klinikleitfaden Intensivmedizin von der Aufteilung und dem Design (trotz des kratzeranfälligen Einbandes) her etwas besser als der direkte Konkurrent von Thieme (Checkliste Intensivmedizin), aber das ist natürlich auch immer Geschmackssache. In unseren Augen sollte man aber auf jeden Fall diese beiden Titel in einer Buchhandlung miteinander vergleichen, weil sie doch insgesamt recht ähnlich aufgebaut sind.