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Benutzername: www.Medizin-Blog.com
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Bewertungen

Insgesamt 157 Bewertungen
Bewertung vom 09.02.2021
Chemie für Mediziner
Zeeck, Axel; Grond, Stephanie; Zeeck, Sabine Cécile

Chemie für Mediziner


sehr gut

Zielgruppe:
Das Buch ist weiterhin für Mediziner und Zahnmediziner der Vorklinik konzipiert und setzt auch in der 10. Auflage wenig chemisches Grundverständnis beim Leser voraus, was Studenten zu Gute kommt, die das Fach entweder abgewählt haben oder deren Abi schon ein paar Jahre her ist.

Aufbau / Didaktik:
Die Neuauflage ist sowohl ähnlich lang und besteht auch weiterhin aus 23 Kapiteln, die grob in allgemeine, anorganische und organische Chemie unterteilt sind. Auch die Aufteilung der einzelnen Kapitel mit Orientierungskästchen, Tabellen, Checklisten und Übungsaufgaben entspricht dem der 9. Auflage von Chemie für Mediziner. Die medizinischen Bezüge wurden im Vergleich nochmal ausgebaut und am Ende des Buches werden die wichtigsten funktionellen Gruppen nun in einer Übersicht dargestellt. Außerdem können über QR-Codes neue digitale Inhalte abgerufen werden.

Inhalt:
Bei diesen Inhalten handelt es sich um insgesamt 20 Youtube-Videos, in denen mittels Grafiken Erklärungen zu bestimmten chemischen Vorgängen und Prozessen geliefert werden (sog. audiovisuelle Lernhilfen). Neben dem Text findet man immer wieder auch weitere QR-Codes, über die man kurze Animationen kleiner Maskottchen abrufen kann, wobei uns zur Wertschätzung dieser „Neuerung“ leider der kindliche Humor zu fehlen scheint. Ansonsten wurden die Texte komplett überarbeitet, das fällt dem Leser aber nicht direkt auf.

Fazit:
Als „Klassiker der Vorklinik“ ist der Zeeck auch in der 10. Auflage absolut empfehlenswert, um keine Probleme mit den Kurs- und Klausurinhalten zu bekommen und somit eine solide Grundlage für die Biochemie und das Physikum zu haben. Die überarbeiteten Texte, weitere klinische Bezüge sowie die neuen digital abrufbaren Erklärungen sind alles schöne kleine Gimmick, wer jedoch bereits die 9. Auflage besitzt oder sie günstig gebraucht erwerben kann, wird deshalb mit dem Zeeck nicht weniger gut lernen können. 3 Euro Preisaufschlag für die Neuauflage sind übrigens im Vergleich zu anderen Büchern unterdurchschnittlich und tut dem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis keinen Abbruch.

Bewertung vom 18.01.2021
Medizinische Terminologie
Caspar, Wolfgang

Medizinische Terminologie


sehr gut

Zielgruppe

Das Buch „Medizinische Terminologie“ wurde hauptsächlich für Medizin- und Zahnmedizinstudenten im ersten Semester geschrieben.
Aufbau / Didaktik

Anfangs werden die Grundlagen medizinischer Termini (Schreibweise, Aussprache, grundlegende Vokabeln sowie Grammatik) erklärt. Die folgenden Kapitel sind nach Körperregionen bzw. verschiedenen medizinischen Fachbereichen gegliedert und nennen nach einer kurzen Einleitung jeweils die dafür wichtigsten Vokabeln in Tabellen mit deutscher und englischer Übersetzung. Außerdem gibt es in jedem Kapitel Übungsaufgaben, wodurch man testen kann, ob man die Vokabeln verstanden hat. Abschließend bietet das Buch ein Vokabelverzeichnis zum schnellen Nachschlagen.

Inhalt

Schon im Grundlagenteil des 224 Seiten langen Buches bekommt man schnell ein Gefühl für die medizinischen Fachbegriffe mit ihrem vorwiegend lateinischen (aber teilweise auch griechischen) Ursprung. Der Autor verliert sich nicht in langen Texten, sondern beschränkt sich auf das Wesentliche, nämlich die Vokabeln und das Erlernen dieser durch die Übungsaufgaben. Das Design ist übersichtlich gehalten und das Vokabelverzeichnis erlaubt auch das Aufsuchen bestimmter Begriffe.
Fazit

Insgesamt ist das Buch übersichtlich und kompakt gestaltet und beschränkt sich auf das Wesentliche. Durch die Übungsaufgaben kommt man schnell in die Materie, die einem nach ein paar Jahren dann komplett in Fleisch und Blut übergehen. Was bleibt, ist die Frage, ob man für die medizinische Terminologie wirklich ein eigenes Lehrbuch braucht. Die meisten Termi-Kurse stellen an den Unis sowieso Lernmaterialien und bestimmte Begriffe lassen sich ja sowieso extrem einfach im Internet nachschlagen. Unserer Meinung nach lohnt sich dieses Buch deshalb hauptsächlich für das Erlernen der englischen Vokabeln, die man dann zusätzlich durch medizinische TV-Serien wie „Grey’s Anatomy“ oder „Dr. House“ festigen kann, bevor man für eine Famulatur oder ein PJ-Tertial ins Ausland geht.

Bewertung vom 04.12.2020
Biochemie des Menschen
Horn, Florian

Biochemie des Menschen


ausgezeichnet

Zielgruppe:

Das Buch eignet sich für Medizinstudenten in der Vorklinik, meistens ab dem 2. oder 3. Semester, wenn das Fach Biochemie mit Vorlesungen, Kursen und Praktika auftaucht.

Aufbau / Didaktik:

Unsere Rezension des Buchs Biochemie des Menschen (Florian Horn)„Biochemie des Menschen“ gliedert sich grob in 5 verschiedene Teile: Den Anfang machen wie üblich die chemischen Grundlagen, in diesem Teil werden Dinge wie Kohlenhydrate, Lipide, Proteine und Nukleinsäuren und deren Eigenschaften aufgearbeitet. Im 2. Teil geht es um das Thema „Energie“, also um Stoffwechselprozesse in der Zelle. Anschließend widmet sich die „Molekularbiologie“ dem Genom, der Genexpression, Replikation und dem Zellzyklus. Im Hormonteil werden verschiedene Hormone (zum Beispiel Insulin und Glukagon) und deren Wirkmechanismus erklärt. Abschließend geht es in dem Teil „Von der Zelle zum Organismus“ um die biochemische Bedeutung in Bezug auf die Organsysteme des menschlichen Körpers, also beispielsweise im Blut, in der Muskulatur, in der Leber, in den Nieren oder im Immunsystem. Insgesamt unterteilen sich diese 5 Teile in 35 Unterkapitel. Das Textbild ist sehr übersichtlich im 2-Spalten-Modus angelegt, besonders wichtige Aussagen sind in gelben Kästen markiert. Klinische Fälle kommen teilweise etwas kurz, findet man aber immer in grün hinterlegten Kästen. Besonders wichtig in einem Biochemie-Buch: Die ca. 1200 Abbildungen sind nicht überfrachtet und haben ein geordnetes Farbschema. Wie immer bei Thieme, gibt es „Biochemie des Menschen“ über eRef auch als eBook, um dieses dann auf dem Tablet oder Smartphone durchzuackern.

Inhalt:

Gerade bei den Florian Horn verfassten Kapiteln (den meisten also) merkt man, dass auch er einmal in der Haut eines durch die Stoffflut schwimmenden Medizinstudenten steckte. So lesen sich die Texte angenehm und zeigen schnell auf, welche Inhalte besonders wichtig sind, um nicht den roten Faden in den zugegebenermaßen teils sehr komplizierten naturwissenschaftlichen Regeln und Funktionsweisen zu verlieren. Diesbezüglich würde man sich an der ein oder anderen Stelle lediglich etwas mehr zusammenfassende Worte wünschen, die das Wiederholen (zum Beispiel vor dem 1. Staatsexamen) erleichtern würden.

Fazit:

Der „Horn“ gehört nicht umsonst längst zu den beliebtesten Biochemie-Büchern unter Medizinstudenten: Der Autor hat es geschafft den teils sehr komplizierten Stoff anschaulich aufzuarbeiten und trifft damit größtenteils den Nerv des Lesers, auch wenn der zum Beispiel auch nur eine mäßiggradige Begeisterung für die Biochemie an den Tag legt. Dazu trägt neben den anschaulich geschriebenen Texten vor allem das übersichtliche Design und die nicht überfrachteten Abbildungen bei. Man würde sich lediglich an manchen Stellen eine kleine Zusammenfassung wünschen.

Bewertung vom 21.11.2020
Fotoatlas der Anatomie
Rohen, Johannes W.;Yokochi, Chihiro;Lütjen-Drecoll, Elke

Fotoatlas der Anatomie


gut

Zielgruppe:

Primär richtet sich der Fotoatlas an Medizinstudenten und Zahnmedizinstudenten der vorklinischen Semester. Aber natürlich kann man die Anatomie auch noch in den klinischen Semestern mit dem Buch auffrischen.

Aufbau / Didaktik:

Der Fotoatlas besteht aus insgesamt 10 Kapiteln, wobei das letzte Lerntafeln mit Leitungsbahnen, Muskulatur und deren Innervation bereithält. Das erste Kapitel widmet sich der allgemeinen Anatomie und den entsprechenden Grundlagen. Kapitel 2 bis 9 entfällt dann auf die Präparatefotos, die nach den einzelnen Körperregionen (Rumpf und Nacken, Obere Extremität, Untere Extremität, Brustorgane und Brustsitus, Bauchorgane und Bauchsitus, Urogenitalorgane und Situs retroperitonealis, Kopf und Hals, Gehirn und Sinnesorgane) geordnet sind. Neben der Präparatefotos enthält das Buch auch Schemazeichnungen sowie mikroskopische und radiologische (Röntgen, CT, MRT) Abbildungen.

Inhalt:

Die über 1200 Abbildungen sind eindrucksvoll und lassen sich ohne Weiteres zum Lernen der Topografie verwenden. Anhand der Beschriftungen lassen sich die wichtigsten Strukturen zuordnen und im besten Fall im Präpkurs mit den entsprechenden Strukturen des Körperspenders vergleichen. Erwartungsgemäß (und wie das eben meistens bei einem Atlas der Fall ist) enthält das Buch kaum Erklärungen, sondern nur Beschriftungen zu den Bildern. Wir hätten uns gewünscht, dass diese Beschriftungen eine etwas höhere Schriftgröße aufweisen würden, damit man im Präpkurs den Text auch noch von einer gewissen Entfernung aus erkennen kann. Wie das bei Thieme mittlerweile üblich ist, kann man den Buchinhalt mittels Code auch bei der eRef-App freischalten, sodass man das Buch dann auch auf dem Smartphone oder Tablet anschauen kann.

Fazit:

Der Fotoatlas der Anatomie verfügt über eine große Anzahl von eindrucksvollen Präparatebildern, die über radiologische und histologische Abbildungen den Weg in den klinischen Alltag finden. Wie es das formulierte Ziel der Autoren ist, kann man dadurch in Verbindung mit dem Präpkurs sicherlich das topografische Verständnis schärfen und die Systematik der Anatomie erkennen. Das Buch ersetzt allerdings weder einen normalen Anatomieatlas, noch ein anatomisches Lehrbuch. Bleibt also die Frage, ob einem der Zusatz der Präparatefotos knapp 100 Euro wert ist oder ob man sich eben doch mit dem normalen Atlas (in dem teilweise ja auch Fotos aus dem Präpkurs vorhanden sind) zufriedengibt.

Bewertung vom 03.11.2020
Duale Reihe Anatomie

Duale Reihe Anatomie


sehr gut

Zielgruppe:

Die Duale Reihe Anatomie wurde für Human- und Zahnmedizinstudenten der Vorklinik konzipiert. Da das Buch (beinahe) das gesamte Spektrum der menschlichen Anatomie abdeckt, bedarf es im besten Fall nur noch maximal eines weiteren Anatomielehrbuchs innerhalb der ersten 4 Studiensemester.

Aufbau / Didaktik:

Das Lehrbuch gliedert sich in 16 Teile (Teil A bis Teil P), die sich wiederum in Kapitel und Unterkapitel aufteilen. Von allgemeinen anatomischen Grundlagen über das anatomische Wissen zum Bewegungsapparat und den inneren Organen bis hin zum Kopf-Hals-Teil und dem ZNS – das dicke Buch enthält eine Menge Wissen und bündelt damit so einige Einzellehrbücher auf dem Feld der Anatomie. Abschließend werden die insgesamt 12 klinischen Fälle des Buches im letzten Abschnitt nochmal genauer erläutert. Klassischerweise wurde am Duale-Reihe-Prinzip nicht gerüttelt und so vereint das Buch über den Randtext wieder großes Lehrbuch und Kurzlehrbuch in einem. Auch die Merke-Kästen und kleineren klinischen Hinweise sind aus den Vorauflagen bekannt.

Inhalt:

Bekannterweise wird in der Dualen Reihe Anatomie auf die Abbildungen der Prometheus-Atlanten zurückgegriffen, was den Verständnisprozess bei Prometheus-Fans unweigerlich fördert. Die Texte sind im Großen und Ganzen verständlich geschrieben und sind von der Detailschärfe her in Verbindung mit vorlesungsspezifischen Lieblingsthemen der Dozenten mehr als ausreichend für ein gutes Abschneiden bei den Abschlussklausuren und im Physikum. Das Prinzip mit dem Randtext ist sicher nicht Jedermanns Sache, aber es gibt einem schon die Chance schneller bestimmte Inhalte in das Gedächtnis zurückzurufen. Der neuroanatomische Teil präsentiert sich in der nun 5. Auflage der Dualen Reihe schon sehr stabil: Je nach Dozent kann aber trotzdem ein weiteres Lehrbuch für diesen Teil notwendig werden (zum Beispiel der „Trepel“). Auch histologisch bietet das Buch einiges und bei einigen Studenten dürfte so nicht mal mehr ein spezielles Histobuch vonnöten sein. Praktischerweise gibt es mit dem dicken Schinken (den die Duale Reihe mit ihren über 1300 Seiten nun mal darstellt) den Thieme-typsichen Code im Buchdeckel, der einem die Inhalte (samt Präpkurs-Lernprogramm) auch offline bei eRef und in via medici ermöglicht. Weiterhin aus unserer Sicht ein Manko: Die Qualität der Seiten und Buchdeckel ist dem Gewicht des Buches nicht gewachsen und neigt dazu über die 2 Vorklinikjahre hinweg Schaden zu nehmen.

Fazit:

Die Duale Reihe Anatomie hält auch in der 5. Auflage ein breites Angebot an anatomischem Wissen bereit, das in der bewährten Kombination aus Lehrbuch und Kurzlehrbuch eingesetzt werden kann. Die bekannterweise übersichtlich und eindrücklich gestalteten Prometheus-Abbildungen und viele klinische Bezüge geben dem Buch einen sehr strukturierten und ganzheitlichen Charakter, der an manchen Unis höchstens noch durch ein spezielles Lehrbuch für Neuroanatomie ergänzt werden muss. Aber auch in diesem Bereich bietet die Duale Reihe mittlerweile viel. Nach wie vor leidet das Buch aufgrund der nicht immer strapazierfähigen Seiten und Buchdeckel etwas an seinem Gewicht, doch die Möglichkeit die Inhalte auch offline in der eRef-App oder bei via medici einzusehen, machen ein ständiges Mitschleppen in die Bibliothek für viele Studenten überflüssig.

Bewertung vom 08.08.2020
Kurzlehrbuch Neuroanatomie
Schumann, Sven;Schmeißer, Michael

Kurzlehrbuch Neuroanatomie


ausgezeichnet

Zielgruppe:

Das Buch richtet sich an alle Vorkliniker der Human- und Zahnmedizin, kann aber sicher auch in medizinverwandten Fächern, wie etwa der Psychologie, nützlich sein.

Aufbau / Didaktik:

Auf rund 250 Seiten wird die gesamte Neuroanatomie inklusive der Sinnesorgane besprochen. Wie von Thieme gewohnt, ist das Layout sehr gelungen: Ein Daumenregister vereinfacht das Zurechtfinden im Buch, und neben vielen sehr guten Abbildungen (meist aus dem Prometheus) finden sich zahlreiche nützliche Tabellen und farblich hervorgehobene „Merke“- Kästchen. Klinische Bezüge und Lerntipps sind ebenfalls farblich codiert, was das ganze Layout nochmal ansprechender macht und abrundet. Kleine „Check-up“-Impulse am Ende jedes einzelnen Kapitels regen dazu an, das bereits Gelernte zu rekapitulieren und zu verinnerlichen.

Inhalt:

Das Buch ist in 14 große Kapitel aufgeteilt. Während zu Beginn die Grundlagen und Embryologie des Nervensystems besprochen werden, widmet sich nach und nach je ein Kapitel den einzelnen anatomischen Anteilen des Gehirns. Die Themen Rückenmark, Blutgefäße, peripheres Nervensystem sowie die Sinnesorgane und Funktionssysteme werden ebenfalls in eigenständigen Teilen behandelt. Jedes Kapitel wird mit einem Fallbeispiel und einem anschließenden kurzen Abstract über die folgenden Themen eingeleitet. Die darauf nachfolgenden Erklärungen sind wirklich gut verständlich und strukturiert aufbereitet, was ein effizientes und frustfreies Lernen ermöglicht. Thematisch haben sich die Autoren am nationalen Lernzielkatalog orientiert und aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass das Buch schon sehr den behandelten Themen an der Universität (zumindest in meinem Fall) entspricht. Einzelne Thematiken, etwa das Kleinhirn, kommen in meinen Augen etwas zu kurz – aber da lässt sich ja unkompliziert mit weiterführender Literatur nachhelfen. Wie von Thieme gewohnt, lässt sich der Inhalt des Buches als Online-Version in via Medici abrufen.

Fazit:

Im Großen und Ganzen kann ich Thiemes Kurzlehrbuch wirklich weiterempfehlen! Wie beworben, führt es wirklich strukturiert und sicher durch den „Neuronen-Dschungel“. Teils sehr komplexe Inhalte werden verständlich und in einem optisch sehr ansprechenden Layout aufbereitet. Übersichtlich, an aktuelle Prüfungsfragen angepasst und mit vielen klinischen Bezügen – was will man da mehr? Auch im Vergleich zur ersten Auflage hat sich das Kurzlehrbuch sehr – besonders was den Umfang des behandelten Wissens und das farbenfrohe Layout betrifft – enorm verbessert.

Bewertung vom 22.06.2020
Facharztprüfung Anästhesiologie
Annecke, Thorsten; Hohn, Andreas

Facharztprüfung Anästhesiologie


gut

Zielgruppe:

Eigentlich sagt der Titel „Facharztprüfung Anästhesiologie“ schon alles – das Buch richtet sich an fortgeschrittene Weiterbildungsassistenten der Anästhesie. Sicherlich kann man dank der ausführlichen Erklärungen allerdings auch als Assistenzarzt jeden Ausbildungsstandes das Buch zur Hand nehmen.

Aufbau / Didaktik:

Das Buch ist in sieben große Kapitel aufgeteilt: „Grundlagen“, „Prä-“/„Intra-“ und „Postoperative Anästhesie“, „Kinderanästhesie“, „Ambulante Eingriffe“ und „Notfall- und Intensivtherapie“. Innerhalb der Kapitel gibt es zu ausgewählten Themenblöcken jeweils einen Fall, anhand dessen Fragen gestellt und besprochen werden. Das ganze ähnelt von der Struktur her also einem Prüfungsgespräch. Das Layout ist sehr ansprechend gestaltet und die vielen farbigen Abbildungen, Merkkästen und Zusammenfassungen lockern das Schriftbild auf. Die einzelnen Unterkapitel sind von angenehmer Länge und eignen sich auch für eine knappe Vorbereitung, wenn man nicht viel Lernzeit am Stück erübrigen kann.

Inhalt:

Man sollte das Buch eher als eine Zusammenstellung ausgewählter Fallbesprechungen denn als umfassendes Lehrbuch sehen. Während z.B. die Atemphysiologie sehr ausführlich dargestellt ist, fehlt es an Detailreichtum vor allem im Bereich der Intensiv- und Notfallmedizin. Positiv fallen vor allem die vielen guten Zusammenfassungen und GRC-Algorithmen auf. Inhaltlich eignet sich das Buch gut zur gezielten Vorbereitung auf die Anforderungen einer mündlichen Prüfungssituation, zum Ausbau des eigenen Grundlagenwissens sollte man sich bereits davor ein Standardwerk erarbeitet haben.

Fazit:

Facharztprüfung Anästhesie ist ein recht gelungenes, praxisnahes Buch zum Trainieren der mündlichen Prüfung. Die Kasuistiken sind meist gut ausgearbeitet, allerdings bleiben die wenigen Fälle der Intensivmedizin zu sehr an der Oberfläche. Leider ist das Preis-Leistungs-Verhältnis mit 69,00 Euro sowohl für die gedruckte, als auch für die E-book-Version (!) nicht ganz angemessen. Wir würden uns wünschen, dass der Elsevier-Verlag sein Augenmerk vermehrt auf das digitale Angebot richten würde, um so ein zeitgemäßes Lernen angenehmer zu gestalten.

Bewertung vom 01.05.2020
MedAT Humanmedizin/Zahnmedizin
Windisch, Paul Y.; Yu, Jiyang

MedAT Humanmedizin/Zahnmedizin


ausgezeichnet

Zielgruppe:

Das Buch eignet sich für potentielle Studienanfänger der Studiengänge Humanmedizin, Zahnmedizin und Molekulare Medizin, die gerne in Wien, Innsbruck, Graz oder Linz studieren möchten. Aber auch, wenn man sich bereits in der Vorklinik befindet, kann man mit „MedAT – Das Prüfungstraining für den BMS“ das Gelernte in den Fächern Biologie, Chemie und Physik festigen.

Aufbau / Didaktik:

Das Übungsbuch teilt sich in 4 Teile auf, die sich der Biologie, Chemie, Physik und Mathematik widmen und jeweils durch verschiedene Themengebiete in Unterkapitel unterteilt werden. Jedes Kapitel teilt sich in Aufgaben auf, deren Lösungen danach folgen. Als Einführung in das Thema beginnt jedes Unterkapitel mit einem Lückentext, der wichtige Inhalte abfragt. Auch in Tabellen werden durch bestimmte Lücken Lerninhalte in strukturierter Form abgefragt. Freitext-Aufgaben sowie zu zeichnende Abbildungen fordern den Leser etwas mehr heraus, sodass man das Gelernte hier selbst reproduzieren muss und nicht nur das pure Erkennen ausreicht. Zu guter Letzt gibt es natürlich auch Multiple-Choice-Fragen wie sie im BMS vorkommen. Die Lösungen werden anschließend zur Kontrolle präsentiert.

Inhalt:

Die Inhalte orientieren sich an den Anforderungen des MedAT und insbesondere natürlich am BMS. Mehr als in einer klassischen Prüfungssimulation werden in diesem Übungsbuch verschiedene andere Aufgabenformen gestellt, die man sicher noch aus der Schule kennt. Die Lösungen werden meistens ohne große Erklärungen dargestellt, um diese schnell vergleichen zu können. Als kleinen Zusatz gibt es einen Rabatt zum passenden Online-Videokurs der beiden Autoren auf der Lernplattform udemy.com.

Fazit:

„MedAT – Das Prüfungstraining für den BMS“ ist nicht als klassische Prüfungssimulation zu verstehen, sondern eher als Trainer, um das Gelernte zu festigen. In diesem Kontext gibt es auch im Lösungsteil keine ausführlichen Erklärungen, die man in Kombination mit dem „MedAT Humanmedizin/Zahnmedizin 2020/2021- Band 1“ aber auch nicht vermisst. Die erweiterte Wissensabfrage, die mal über die MC-Fragen hinausgeht, dürfte sich nach Durcharbeiten des Übungsbuches auch dadurch bemerkbar machen, dass man die Inhalte so sicher besser auch noch in den kommenden Jahren des vorklinischen Studienabschnitts im Gedächtnis behält.

Bewertung vom 26.02.2020
BASICS Dermatologie
Terhorst-Molawi, Dorothea

BASICS Dermatologie


ausgezeichnet

Zielgruppe:

Das Buch richtet sich an Medizinstudenten zwischen Physikum und 2. Staatsexamen, die einen Überblick über das Spektrum der Dermatologie erhalten möchten. Gerade vor Famulaturen oder dem entsprechenden Wahltertial im PJ kann das sinnvoll sein. Aber auch Zahnmedizinstudenten werden bekanntlich im Examen in diesem Fach geprüft und können das Buch dafür brauchen.

Aufbau / Didaktik:

Gemäß dem BASICS-Konzept beginnt das Buch mit einem allgemeinen Teil, in dem dermatologische Grundlagen wie die Effloreszenzen und Grundgedanken der Diagnostik und Therapie beschrieben werden. Im anschließenden speziellen Teil wird auf Infektionen, entzündliche erythematosquamöse Dermatosen, Intoleranzreaktionen, Autoimmunkrankheiten, physikalisch und chemisch bedingte Hautveränderungen, hereditäre Hautkrankheiten, Tumoren, gewebs- und regionspezifische Krankheiten der Haut, Hautbeteiligung bei anderen Krankheiten, Gefäßerkrankungen und Andrologie näher eingegangen. Natürlich kommt dabei wieder das bewährte 2-Seiten-Konzept zum Einsatz, bei dem die meisten der insgesamt 46 Kapitel auf einer Doppelseite abgehandelt und am Ende in einem kleinen Kasten zusammengefasst werden. Am Ende des Buchs wird in 5 Fallbeispielen auf Teile des Lernstoffs erneut eingegangen. Insgesamt ist das Konzept also gewohnt gut umgesetzt worden in der 5. Auflage dieses BASICS.

Inhalt:

Auch inhaltlich ist das BASICS Dermatologie ausgereift: Die Texte sind eingängig geschrieben, lassen sich leicht lesen und die Kapitel kann man sowohl einzeln als auch im Verbund durchgehen. Für die Semesterabschlussklausur und die meisten Fragen im schriftlichen Staatsexamen (M2) dürfte das Wissen dieses Kurzlehrbuchs locker reichen. Und auch bei den ersten Schritten auf einer dermatologischen Station oder in der Ambulanz kann man mit den Inhalten schnell punkten. Wenn man dann noch mehr über verschiedene dermatologische Krankheitsbilder wissen möchte, kann man auf ein ausführlicheres Buch zurückgreifen.

Fazit:

Mit dem BASICS Dermatologie kann man im klinischen Studienabschnitt und vor einer Famulatur oder dem PJ-Wahltertial nichts falsch machen: Das grundlegende Wissen (und teils noch etwas mehr) wird anschaulich und gut strukturiert vermittelt und reicht in den allermeisten Situationen sicher aus. Nachteile könnten allerhöchstens das unhandliche BASICS-Format sein und / oder der fehlende Preisnachlass für die eBook-Version.

Bewertung vom 20.02.2020
BASICS Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie
Vater, Jens;Töpfer, Lars

BASICS Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie


ausgezeichnet

Zielgruppe:

Das schlanke Buch richtet sich an Medizinstudierende mit einem Interesse an dem Fach Anästhesie. Das BASICS bietet eine sehr solide Vorbereitung auf eine Famulatur oder auch auf das PJ und kann bei knapp bemessener Prüfungsvorbereitung einen Segen darstellen.

Aufbau / Didaktik:

Das Buch teilt sich in einen allgemeinen und eine speziellen Teil. Am Ende finden sich hilfreiche Flussdiagramme für verschiedene anästhesiologische Probleme und im Anhang werden weiterführende Links und interessante Apps aufgeführt. Das Layout ist, BASICS-typisch, gut strukturiert und sehr übersichtlich. Farbige Akzente entspannen das Auge und die Seiten sind locker gestaltet, sodass das Lesen leicht fällt. Insgesamt tragen 127 farbige Abbildungen zur Veranschaulichung bei und am Schluss jeder didaktischen Einheit findet sich ein zusammenfassender Merkkasten.

Inhalt:

Das BASICS umfasst drei der vier Säulen der AINS: da die Notfallmedizin eine Wissenschaft für sich ist, wurde diese hier, wie in den vorangegangenen Auflagen schon, ausgeklammert. Das Buch bietet einen guten Überblick der wichtigsten Aspekte des anästhesiologischen Alltags. Wer ein detailreiches Lehrbuch sucht, sollte zu einem anderen Werk greifen. Das BASICS eignet sich hervorragend zur Vorbereitung auf eine Famulatur oder ein PJ-Tertial in der Anästhesie. Gerade jene Studenten, die sich erst einmal einen Überblick verschaffen möchten, werden von diesem Buch profitieren: Die Informationen sind gut portioniert aufbereitet und gehen nicht zu sehr ins Detail. Somit kann innerhalb kurzer Zeit eine gute theoretische Grundlage geschaffen werden.

Fazit:

Auf den ansprechend gestalteten 168 Seiten finden sich viel Fachwissen, wichtige Algorithmen und aktualisierte Leitlinien. Besonders die zahlreichen farbigen Abbildungen und das gut gelungene Layout erleichtern das Lesen und zielgerichtete Lernen. Ein stimmiges Preis-Leistungs-Verhältnis rundet das BASICS ab und ist auch für den mageren Geldbeutel eines Studenten erschwinglich.