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Alesia

Bewertungen

Insgesamt 139 Bewertungen
Bewertung vom 03.01.2026
El-Arifi, Saara

Kleopatra


sehr gut

Ägyptens letzte Pharaonin:

Kleopatra von Saara El-Arifi beginnt mit der Thronbesteigung von Kleopatra VII. Thea Philopator nach dem Tode ihres Vaters und endet mit der Niederlage Ägyptens gegen den späteren Kaiser Augustus.

Dazwischen zeichnet die Autorin das vielschichtige Bild einer wirklich großen Frau und Herrscherin- Pharaonin, Ehefrau, Geliebte, Mutter, Heilerin, Mörderin, Strategin. Die Gottkönigin wird intelligent und selbstbewusst dargestellt, allerdings in manchen Punkten nicht frei von Selbstzweifeln. Sie kämpft um ihr Land, ihre Macht und ihren Thron auch gegen ihre Geschwister, sowie für das Erbe ihres Sohnes. Zum Machterhalt trifft sie Entscheidungen, die eindeutig über moraly grey hinausgehen.

Ich fand Ägypten schon immer faszinierend und Kleopatras Leben bildet hiervon keine Ausnahme. Die Autorin schafft es mit ihrer Erzählweise Alexandria, den Nil und auch das alte Rom lebendig werden zu lassen. Die Geschichte wird von Kleopatra selbst erzählt, die alles bereits erlebt hat und immer wieder erzähltechnisch vorweggreift. Eine Darstellung, die ihr vielleicht gerechter wird als die Beurteilung durch männliche Rivalen und spätere Historiker?

Leider bleibt insgesamt unklar welche Ereignisse auf Fiktion beruhen und was geschichtlich verbürgt ist. Dies klärt die Autorin auch nicht auf ( Zitat: Einige Begebenheiten sind dagegen rein meiner Phantasie entsprungen – was nicht bedeutet, dass sie weniger wahr sind). Daneben hat das Buch auch einen phantastisch/mythischen Teil, der klar erkennbar ist.

Insgesamt hat mich der Roman, trotz ein paar kleinen Längen gegen Ende, sehr gut unterhalten. Wer eine historisch korrekte Darstellung sucht, könnte hier aber enttäuscht werden und sollte lieber zu einem Sachbuch greifen.

Bewertung vom 01.01.2026
Greenlaw, Rachel

The Ordeals


ausgezeichnet

Killmarths tödliche Prüfungen:

Sophia De Winter ist aufgrund eines Blutbundes verpflichtet, für ihren Onkel, den Sammler, Aufträge auszuführen. Nur Killmarth, die Elite-Akademie für Magiebegabte, bietet einen Ausweg aus diesem Vertrag. Die junge Illusionistin beschließt, sich den tödlichen Aufgaben der Aufnahmeprüfung und den anschließenden Ordeals zu stellen. Ihre Magie erscheint ihr zunächst zu schwach für die Herausforderungen. Doch wie weit kann Sophia dem attraktiven Botaniker Alden trauen, der sie zumindest für die erste Prüfung als Partnerin wählt?

Das Cover des Buches, welches Killmarth zeigt, ist in Gold und Schwarz gehalten und wirkt sehr edel. Der Farbschnitt zeigt die Symbole der Magiewirker und passt sehr gut zum Cover.

The Ordeals von Rachel Greenlaw ist eine starke, düstere Kombination aus Dark Academia und tödlichen Trials. Hinzu kommt eine mörderische Bedrohung von außen und eine angenehme, nicht toxische Liebesgeschichte. Die Protagonistin Sophia De Winter ist mutig und willensstark, hat aber auch Selbstzweifel, gerade im Hinblick auf die Stärke ihrer Magie. Der Romantasy-Anteil hat mir zugesagt, die Liebesgeschichte ist präsent, ohne die Handlung zu überlagern. Der Schreibstil ist spannend, und man darf einige Überraschungen erwarten. Auch das Setting der düsteren Akademie auf einer abgeschiedenen Gezeiteninsel, sowie die Prüfungen, die nicht jeder Teilnehmer überlebt, haben mir gut gefallen. Das Buch ist der Auftakt einer Dilogie. Aufgrund der letzten Kapitel bin ich gespannt, in welche Richtung sich die Geschichte weiterentwickelt. Von mir gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

Bewertung vom 27.12.2025
Dalitz, Sarah;Johannsen, Anne

Disney Lilo & Stitch: Auf die Plätze, fertig, Stitch! - Erstlesebuch zum Lesenlernen


sehr gut

Für Lilo und Stitch-Fans:

Nachdem im letzten Sommer die Realverfilmung von Lilo und Stitch im Kino lief, kommt man am Merchandising zu dem knuffigen Alien kaum vorbei. Ravensburger greift dies mit dem Buch für Erstleser "Disney Lilo & Stitch: Auf die Plätze, fertig, Stitch!" perfekt auf. Die großflächigen bunten Illustrationen erinnern sehr an den ursprünglichen Disney-Zeichentrickfilm und sind ein ganz großes Highlight des Buches. Ich persönlich mag Lilo und Stitch ja unheimlich gerne. Ansonsten findet man auf 44 Seiten Lese-, Rätsel,-und Ausmalspaß. In einer kurzen, aber spannenden Geschichte versuchen Lilo und Stich den Aliens Jumba und Pliiklii zu entkommen. Eine rasante Verfolgungsjagd nimmt ihren Lauf. Humor in den Bildern kommt nicht zu kurz. Der Text ist recht kurz und die Sätze sehr einfach gehalten. Ideal für Erstleser. Die Silbenmethode, welche ich in anderen Erstlesebüchern sehr hilfreich fand, wird allerdings nicht angewandt. Zwischendurch sorgen mehr oder weniger gelungene Worträtsel für Abwechslung.

Fazit: Ein schönes Buch für Erstleser, vor allem wenn sie Lilo und Stitch Fans sind.

Bewertung vom 25.12.2025
Wong, Michelle

House of the Beast


gut

Almas Rache:

Alma wird als uneheliches Kind von der Gesellschaft ausgeschlossen. Ihren mächtigen Vater lernt sie erst kennen, als ihre Mutter schwer erkrankt. Um ihre Mutter zu retten tritt sie als Bastard des Hauses Avera in den Dienst der Schreckensbestie, dem düstersten der vier Götter. Verraten von ihrem Vater schwört sie bald Rache, unterstützt von einem göttlichen Wesen, das ihr als attraktiver Prinz erscheint.

House of the Beast von Michelle Wong ist düstere Fantasy rund um eine junge Protagonistin die Rache üben will und der ein zorniges Götterwesen zu Seite steht. Das Worldbuilding mit den vier verschiedenen Göttern, den dienenden Häusern und der Schattenebene hat mir recht gut gefallen. Inhaltlich wird viel gekämpft, auch recht blutig und brutal. Leider zieht sich die Geschichte stellenweise etwas in die Länge. Eine wirkliche Liebesgeschichte zwischen Alma und ihrem unsichtbaren Prinzen Aster entwickelt sich nicht. Alma erscheint mir vor allem einsam, weshalb sie sich von Aster, besitzergreifend, manipulativ und durchaus toxisch, angezogen fühlt. Unter der Prämisse Romantasy sollte man das Buch daher nicht lesen. Mir persönlich hat auch etwas die Verbindung zu den Charakteren gefehlt. Gerade Richtung Ende gibt es noch ein paar Twists, die für Überraschung sorgen.

Komplett hat mich das Buch leider nicht erreicht und in seinen Bann gezogen. Daher durchschnittliche 3 Sterne.

Bewertung vom 22.12.2025
Alvarenga, Daniel

Ruf der Leere


gut

Moralische Abgründe - fatale Manipulation:

Felix hat für seinen besten Freund Ben und für Laura, eine Kommilitonin, zu der er sich hingezogen fühlt, eine Party in einer alten Jagdhütte geplant. Doch nicht nur, dass beide weitere ungebetene Gäste mitbringen, auch der Tod kündigt sich an. Bis Mitternacht soll die Gruppe entscheiden, wer von ihnen als Einziger überleben darf.

Mit Titel und Cover des Buches Ruf der Leere von Daniel Alvarenga konnte ich gar nicht so viel anfangen. Der Klappentext liest sich aber interessant. Neben der Handlung in der einsamen Waldhütte springt das Buch immer wieder in die Vergangenheit. Dadurch glaubt man die Situation besser zu verstehen, wird aber auch mit komplexer Manipulation überrascht. Die Figuren des Romans wirken alle irgendwie problembelastet, insbesondere im Umgang miteinander. Der Schreibstil und der Inhalt des Buches waren fesselnd. Um es dem Genre Thriller zuzuordnen fehlte mir etwas die Spannung. Auch ethische Diskussionsansätze sind vorhanden, werden aber nicht ganz ausgeschöpft. Die letzten Kapitel sind leider etwas wirr, Fragen bleiben offen.

Fazit: Ein Buch mit packender Wirkung, das insgesamt aber meine Erwartungen nicht ganz erfüllt hat und trotzdem irgendwie nachhalt.

Bewertung vom 20.12.2025
Halls, Smriti

Huhu und Momo - Für dich trau ich mich!


ausgezeichnet

Huhu ist mutig:

Während andere Eulen nachts hinaus fliegen, bleibt Huhu in ihrem gemütlichen Baumnest. Das ist zwar etwas einsam, aber bald lernt sie Mäuserich Momo kennen. Eine ungewöhnliche Freundschaft entwickelt sich. Allerdings traut sich Huhu nicht ins Freie. Erst als eines Abends Momo nicht erscheint, muss Huhu ihren ganzen Mut zusammennehmen und sich nach draußen wagen.

Huhu und Momo – Für dich trau ich mich! von Smriti Halls und Lucy Fleming ist eine bezaubernd gezeichnete Geschichte über Freundschaft und Mut. Ich mag den Zeichenstil der Illustratorin Lucy Fleming sowieso sehr gerne. Maus Momo und Eule Huhu hat sie hier sehr niedlich getroffen. Man spürt die Behaglichkeit in Huhus Zuhause. Auch im herbstlichen Wald gibt es viel zu entdecken. Die Geschichte selbst eignet sich sehr gut fürs Kindergartenalter. Auf eine kurze bedrohliche Situation folgt ein Happy-End. Der Text ist eher kurz und in Reimform gehalten. Das große Thema des Buches ist die Überwindung von Angst, um einem Freund in Not zu helfen.

Fazit: Ein sehr schönes Bilderbuch, das ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann.

Bewertung vom 18.12.2025
Gross, Jessica Berger

Hazel sagt Nein (eBook, ePUB)


sehr gut

Hazels Nein und seine Folgen:

Die achtzehnjährige Hazel ist mit ihrer Familie in die Kleinstadt Riverburg, Maine, gezogen. Am ersten Schultag im letzten Jahr der neuen High School wird sie vom Direktor ihrer Schule dazu aufgefordert eine sexuelle Beziehung mit ihm einzugehen. Doch Hazel hat den Mut Nein zu sagen. Ein Nein, das für sie und ihre Familie noch weitere Auswirkungen hat.

Hazel sagt Nein von Jessica Berger Gross ist ein sehr amerikanischer Roman über das Thema "#MeToo", also sexueller Nötigung und Machtmissbrauch. Das Buch greift daneben viele weitere Thematiken auf, wie zum Beispiel die Midlife-Crisis der Eltern, das kostspielige Collage-System, den Kontrast zwischen New York City und Provinz, ohne das eigentlichen Thema aus den Augen zu verlieren. Allerdings hatte ich manchmal das Gefühl, dass die Autorin hier vielleicht zu viel unterbringen will. Interessant ist, dass gerade bis zur Mitte und am Ende, die Geschichte nicht nur aus Hazels Blickwinkel erzählt wird, sondern auch aus dem ihrer Familienmitglieder. Gerade Hazels Entwicklung, die zunächst in ein mentales Tief fällt, dann aber zu sich zurück findet und für sich kämpft, hat mir gut gefallen. Sprachlich liest sich das Buch leicht, wenn auch oft eine gewisse Anspannung zu spüren ist.

Fazit: Lesenswertes Familien -Gesellschaftsportrait mit wichtigem Thema.

Bewertung vom 15.12.2025
Carter, Aimée

Der verlorene Schatz der Delfine / Animox Origins Bd.1


ausgezeichnet

Schatzsuche in Atlantis:
Für mich ist die Animox-Reihe noch neu und "Der verlorene Schatz der Delfine" konnte mich auf jeden Fall begeistern.

Jam Fluke könnte der Erbe des Unterwasserreichs sein. Allerdings nur, wenn seine Tierform ein Delfin, und kein Hai, wie bei seinen sieben älteren Schwestern, ist. Vor allem seitens des Vaters lastet damit ein ziemlich hoher Erwartungsdruck auf ihm. Als seine Schwestern zur Suche des Schatzes des Piraten Redfin aufbrechen, soll Jam zurückbleiben, da er noch nicht animagiert ist. Doch mit Neugier und Intelligenz macht er sich selbst auf die Suche.

Das Cover des Buches finde ich sehr schön gestaltet. In Blau- und Lilatönen zeigt es einen Delfin, der kristallförmig wirkt.

Animox Origins 1. Der verlorene Schatz der Delfine von Aimée Carter ist ein Prequel zur Animox-Reihe, lässt sich aber wunderbar ohne Vorkenntnisse dieser lesen. Mich hat die magische Unterwasserwelt mit ihren Bewohnern direkt in ihrem Bann gezogen. Jam Fluke wirkt auf mich zunächst zurückhaltend, tatsächlich auch unglücklich mit seiner Familiensituation. Schnell bemerkt man aber auch seinen Mut, seine Freundlichkeit und Intelligenz. Er schließt eine ungewöhnliche Freundschaft und auch seine Beziehung zu zumindest zwei seiner Schwestern verbessert sich im Verlauf der Geschichte. Die Schatzsuche ist spannend gestaltet. Langeweile kommt hier nicht auf. Eine Leseempfehlung für Kinder ab ca.9 die abenteuerliche Geschichten über Gestaltwandler mögen.

Bewertung vom 03.12.2025
Sevänen, Niilo

Der Weg des ewigen Winters


sehr gut

Die Kälte der weißen Hexe:

Die mittelalterliche Welt, wie wir sie aus den Geschichtsbüchern kennen, existiert nicht mehr. Der Norden Europas ist durch eine eisige Apokalypse unbewohnbar geworden. Ungeheuer streifen umher. Auch Südeuropa leidet unter heftigen Wintern. Einzelne Fürsten können ihre Städte noch halten, dennoch hat man das Gefühl, dass die Zivilisation über kurz oder lange zusammen bricht. Lautenspieler Orpheus verbringt seine Tage am liebsten mit Glücksspiel in Schenken. Als sich die Ereignisse überschlagen muss er mit seiner Adoptivnichte Halla aus Konstantinopel fliehen. Denn Halla verfügt über unerklärliche magische Kräfte und dunkle Mächte sind ihr auf den Fersen.

Die Ideen von Fantasy im historischen Gewand, gefällt mir recht gut. Die Umsetzung ist dahingehend schwierig, da das Einbrechen des apokalyptischen Winters zu einem komplett veränderten Weltgeschehen führt. Der Autor schafft es die Kälte und Düsternis gekonnt zu vermitteln. Nordische Mythologie spielt ebenfalls eine Rolle. Auch die Geschichte an sich ist spannend. Manchmal gehen die ausführlichen Szenenbeschreibung allerdings zu Lasten der sich in die Länge ziehenden Handlung. Ein Großteil dieser beschäftigt sich mit Hallas Flucht, die aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird. In einem zweiten Handlungsstrang versucht Kaiserin Theophanu ihren seit sieben Jahren verschwundenen Sohn aufzuspüren und hinter das Geheimnis des Entstehens der Kälte zu kommen. Daneben gibt es Hallas Traumebene, in der sie ebenfalls verfolgt wird. Manches ist wirr und das Buch wirft in seinem Verlauf mehr Fragen auf, als es beantwortet. Da es sich um den Auftakt einer Trilogie handelt, ist am Ende Hallas Reise keineswegs beendet.

Allen die komplexe, düstere Fantasy mögen, kann ich dieses Buch weiterempfehlen. Am besten mit einem heißen Kaffee und oder Tee zum aufwärmen

Bewertung vom 30.11.2025
Doyle, Catherine

The Dagger and the Flame


sehr gut

Dunkel Schattenmagie und strahlendes Licht: Seraphine ist die Tochter einer Shadeschmugglerin. Als ihre Mutter vom Oberhaupt der Assassinengilde ermordet wird, schließt sie sich der Diebesgilde, den Cloaks, an und schwört tödliche Rache. Ransom ein junges Mitglied der Daggers, der die Macht des Shades zum Töten nutzt, ist auf Seraphine angesetzt. Schnell erkennt er ein Licht in Seraphine, das ihn heilen oder zerstören könnte.

The Dagger and the Flame von Catherine Doyle würde ich am ehesten in Richtung Young Adult Romantasy einordnen. Die Liebesgeschichte zwischen Seraphine und Ransom konnte mich nicht ganz erreichen, wobei der Trope Enemies-to-Lovers tatsächlich gegeben ist. Beide versuchen mehr als einmal sich gegenseitig umzubringen. Mehr Enemy ist ja praktisch nicht möglich. Seraphine war mir nicht unsympathisch, aber man merkt stark, dass sie noch ziemlich jung ist. In der Diebesgilde findet sie Freunde. Die Idee mit den Gilden der Unterwelt und der unterschiedlichen Art der Nutzung des Shade fand ich gut. Es gibt Geheimnisse, Unerwartetes und einige Rätsel, die sich im Verlauf der Geschichte auflösen. Trotz vielem Interessanten schafft es die Autorin für mich nicht ganz Längen zu vermeiden. Das Ende verspricht eine Fortsetzung.

Fazit: Ansprechende Fantasy mit kleinen Schwächen