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Julia
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Rendsburg

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Insgesamt 38 Bewertungen
Bewertung vom 22.08.2025
September, Wolf

Sirmione & Mord - Pizza, Pasta, Tod


ausgezeichnet

Mit seiner cozy-crime Story "Sirmione & Mord - Pizza, Pasta, Tod" hat Wolf September es geschafft, die Schönheit des Landes Italien, eine sehr emotionale Liebesgeschichte, eine verzwickte Familienkonstellation, geheime Rezepte und einen Mord so zusammenzubringen, dass eine faszinierende Geschichte mit vielen spannenden Ereignissen entstanden ist.

Der Autor hat einen wunderbaren Schreibstil, das Buch lässt sich flüssig lesen und ist ein wahrer Pageturner. Er beschreibt in eindrucksvoller Weise die Eindrücke, die in dem kleinen romantischen Ort Sirmione am Gardasee entstehen, wenn die Protagonisten an alten Steinhäusern mit bunt gestrichenen Fensterläden, die in der Sonne leuchten, Zypressen und Fliederbüschen, die ihre violetten Blüten in den Himmel recken oder auch kleine Läden, die sich wie Perlen auf einer Kette aneinanderreihen, vorbeikommen. Das Wasser des Gardasees glitzert in der Sonne wie zerstreute Goldsplitter. Einsame Buchten am Gardasee mit plätscherndem Wasser, welches einen beruhigen Rhythmus vorgibt, vermitteln ein tiefromantisches Ambiente.

Es riecht nach Zitronen und Rosmarin, ebenso gibt es kulinarisch nicht nur Espresso, Cappuccino, Wein und Bier, welches in dem Ort gebraut wird, auch Gebäck, Biscotti, Cornetto und vor allem Pizza nach einem einmaligen Familienrezept sorgen dafür, dass man beim Lesen automatisch Hunger bekommt und ebenso entsteht die Sehnsucht, selbst nach Italien zu reisen.

Die beiden Hauptprotagonisten, Sofia und Niels, stehen vor großen Veränderungen. Niels hat seinen Job als Koch gekündigt, sein Chef und Lebenspartner hat sich von ihm getrennt und eine neue Wohnung muss so schnell wie möglich her – am besten in einer anderen Stadt. Auch seine Schwester Sofia möchte den Wohnort Bamberg verlassen und sich als Ärztin in einer anderen Stadt, gemeinsam mit ihrem Bruder, einen neuen Job suchen. Beide kommen in den beschaulichen Ort Sirmione, da sie dort eine Villa und das Restaurant "La Dolce Vita" geerbt haben und wandeln somit auf den Spuren ihrer Kindheit. Das Klirren von Gläsern, das Klingen von Geschirr sowie das Murmeln der Gäste vermittelten schon in der Vergangenheit im Restaurant eine vertraute, einladende Atmosphäre, welche damals wie heute liebenswert ist.

Aber der Schein von Harmonie trügt ein wenig, denn es gibt, wie in jedem guten Buch, nicht nur die sympathischen Charaktere. So zum Beispiel der Onkel Antonio, der Polizeichef in Sirmione ist und gleichzeitig der Bruder von Niels und Sofias Mutter. Seiner Nichte und seinem Neffen gegenüber zeigt er sich stets skeptisch, hat eine ruppige Art und wirkt meistens ziemlich finster. Er wünscht sich, dass Sofia und Niels lieber heute als morgen wieder nach Deutschland abreisen. Zuviel ist in der Vergangenheit passiert. Sofia hingegen ist sehr selbstbewusst, schlagfertig und lässt sich nicht unterkriegen. Sie wirkt durchweg sympathisch, ebenso wie ihr Bruder Niels, der jedoch ein wenig zurückhaltender ist und sich manchmal wünscht, etwas mehr von Sofias Energie und ihrem Tatendrang zu haben. Er ist eher ruhig, stets freundlich und in Liebesdingen fast ein bisschen schüchtern. Bei ihm wird es sehr romantisch, denn kaum in dem schönen Ort am Gardasee angekommen, schlägt sein Herz schneller und die Gefühle, das Knistern zwischen ihm und seinem Traummann ist geradezu spürbar. Insgesamt hat der Autor nicht nur in seinem Erzählstil die Orte und Eindrücke in einem wundervollen Schreibstil dargestellt, auch bei der Vermittlung von emotionalen Details ist es ihm ebenso gelungen. Dann ist da noch die Haushälterin Francesca sowie ihre beiden Söhne Domenico und Luca, alle drei gehören zu den Protagonisten, die alle Sympathien auf sich ziehen. Im Restaurant gibt es einige ehrliche und freundliche Menschen, aber auf der anderen Seite sind dort auch ein paar undurchsichtige Charaktere zu finden. Wolf September hat die jeweils handelnden Personen sehr gut charakterisiert, so dass sie in ihrer Art absolut authentisch aufgezeigt werden.

An einigen Stellen gibt es trotz aller Lügen, Intrigen, Irrungen und Wirrungen auch eine Menge zum Lachen. Auch die Rätselfans kommen auf ihre Kosten, denn nicht alles ist so, wie es auf den ersten Blick scheint und es gibt immer wieder neue Informationen, welche die Leserschaft auf eine falsche Fährte locken. Wendungen sind so geschickt eingebaut, so dass sich erst kurz vor Schluss ein A-ha-Effekt ergibt, mit dem nicht zu rechnen ist.

Fazit: Eine lustige und lockere Lektüre mit viel Spannung, die ein sommerliches Flair am schönen Gardasee vermittelt und meine absolute Leseempfehlung bekommt!

Bewertung vom 18.08.2025
Farrell, Katie S.; Maris, Isabelle

Verlieb dich nicht in Edinburgh


ausgezeichnet

Die cozy-crime Liebesgeschichte "Verlieb dich nicht in Edinburgh: Found Family Romance in Schottland – mit Thrill (HEARTS ON TOP 8)" von Katie S. Farrell wartet mit jeder Menge Romantik, prickelnder Erotik und einem erheblichen Maß an Spannung auf.
Die Geschichte spielt sowohl kurz in Boulder (USA), anschließend zum Teil in Edinburgh und anderen erwähnenswerten Orten. Bereits das geheimnisvolle Cover, mit dem Blick auf Eilean Donan Castle gibt einen Vorgeschmack auf diesen spannenden Roman an einem wunderschönen Schauplatz mit rauer, wilder, unendlicher und faszinierender Natur, die im Buch derart beeindruckend beschrieben ist, dass die Leserschaft während der Lektüre in die Schönheiten des Landes eintauchen kann. Die Isle of Skye, die inneren Hebriden, die Nordsee sowie die Inselwelt, aber auch der Ort Stirling sind Schauplätze, die immer wieder Erwähnung finden.
Katie S. Farell ist es gelungen, die lebhafte Geschichte mit einer Whiskybrennerei im Mittelpunkt anhand der richtigen Wortwahl spannend zu erzählen, so dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Dabei sind die Charaktere authentisch und zum großen Teil sehr liebenswürdig dargestellt, so dass das Gefühl entsteht, sie bereits gut zu kennen und ihre Denk- und Handlungsweisen direkt nachvollziehen zu können. Besonders die Familie McFearson erweckt einen durchweg positiven und sympathischen Eindruck, dass man gern mit ihnen gemeinsam am Tisch sitzen und plaudern möchte.
Durch die Geschehnisse in der Destillerie bei Stirling bekommt die Geschichte noch einmal ganz frischen Wind und für die Leser ergibt sich die Möglichkeit, mitzuraten - und das, bei immer weiter steigendem Spannungsbogen. Man kommt nicht umhin, mit den sympathischen Charakteren zu lachen, zu weinen und zu leiden. Auch bezüglich der entstehenden Liebesgeschichte zwischen zwei der Hauptprotagonisten, wobei die Gefühle greifbar erscheinen, entsteht ein Spannungshoch, da es nicht ausbleibt, gemeinsam mit ihnen zu fiebern, ob es zu einem Happy End kommen kann. Auch, wenn Kribbeln und Knistern in der Luft liegen, gibt es sehr viele Unklarheiten und Missverständnisse.
Die spannende Geschichte hat ebenso sehr viel Tiefgründigkeit. Es geht um diverse Themen, wie z.B. Trauer und Verlust auf der einen Seite und andererseits um die Weiterentwicklung, die geschieht, wenn einschneidende Erlebnisse auftreten. Dabei ist es spannend, diesen Wandel innerhalb der Geschehnisse mitzuverfolgen, wie sich eine Persönlichkeit verändern kann, wenn der Mensch reifer und erwachsener wird und somit zur Erkenntnis gelangt, das Leben zu reflektieren und an den Erlebnissen zu wachsen.
Ebenfalls werden gesellschaftliche Tabuthemen, wie Depressionen, Homosexualität usw. angesprochen. Auch Gefühle, wie z.B. Eifersucht, Missgunst oder auch der Eindruck hinter einem Geschwisterkind zu stehen und weniger Beachtung zu finden, finden in der Story, welche ein wahrer Pageturner ist, ihren Platz.
„Verlieb dich nicht in Edinburgh“ spielt in den Monaten von Dezember bis einschließlich Februar und zeigt die wundervollen Seiten eines Winters, der im Haus seine reizvollen und wärmenden Momente hat, sowie gemeinsame romantische Stunden bietet und für einige Protagonisten unvergesslich bleiben wird.
Fazit: Ein Buch mit Substanz, welches vielschichtig und tiefgründig ist und auf eine Fortsetzung hoffen lässt! Meine absolute Leseempfehlung und ein Highlight dieses Büchersommers!

Bewertung vom 18.08.2025
Horn, Elizabeth

Flohmarkt der Träume - Ein Sommer an der Schlei


ausgezeichnet

Schwäne leben monogam, nachdem sie einmal miteinander gebrütet haben. Eine sehr schöne Vorstellung, wie Antonia Wolfram, genannt Toni, findet. Aus der Perspektive heraus stellt sich ihr nicht nur die Herausforderung, zu erforschen, ob in der heutigen Zeit, in der alles im Fluss ist, ein potentieller Partner ebenfalls ein Schwan ist, sondern auch die Frage, woran sie ihn denn erkennt.
In dem Roman "Flohmarkt der Träume - Ein Sommer an der Schlei" von Elizabeth Horn geht es jedoch um so viel mehr. Die Themen sind sehr unterschiedlich, teilweise tiefgründig und am Ende stellt sich die Frage der Moral. Aber bis dahin erleben die hübsche und intelligente Toni und Leo, der Mann mit Killergrübchen beim Lachen, einen interessanten Sommer auf diversen Flohmärkten in Schleswig-Holstein. Es geht um eine Schatulle aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts, um ihren Wert und Inhalt. Wie gut, dass Onkel Robert, der Mensch, der Toni innerhalb der Familie am nächsten steht, sich mit Antiquitäten auskennt. So bekommt auch er seine Rolle, wobei es immer wieder erstaunlich ist, dass die beiden sich so sehr ähneln, und das nicht nur in Bezug auf ihre Liebe zu Antiquitäten. Dabei kommen dann auch noch Merritt, die kürzlich von ihrem Ehemann verlassen wurde, sowie ihr 8-jähriger Sohn Linus ins Spiel, welcher mit seiner lustigen und doch schon so weisen Art eine Menge Schwung in die Geschichte bringt. Auch die Freundin von Merritt, Fritz, eine Flohmarktbekanntschaft von Toni und Leo sowie Aafje, die ebenfalls über sämtliche Flohmärkte in Nah und Fern reist, als auch der Nachbar von Toni, ein Akustik Terrorist, der in stetiger Regelmäßigkeit mit seinem "Punk from Hell" Toni zur Verzweiflung bringt, gehören den Protagonisten an. Ihre Charaktere sind alle so gut und authentisch gezeichnet, dass die Leserschaft einen genauen Eindruck der einzelnen Rollen und Funktionen der Protagonisten in diesem Buch bekommt und sofort Sympathien entstehen. Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch, wie es sich für ein gutes Buch gehört, Protagonisten mit weniger edlen Absichten.
Auch die landschaftlichen Beschreibungen, die während der Fahrten zu Flohmärkten immer wieder auftauchen, wie das Licht, dass wegen der noch tiefstehenden Sonne von den alten und mächtigen Bäumen immer wieder unterbrochen wird, so dass ein Stroboskop-Effekt entsteht und man zwischen den Bäumen auf malerische Felder, die Ostsee und Schlei blicken kann, wobei sich einzelne Gehöfte und verträumte kleine Ortschaften und Dörfer in der weiten Landschaft auftun, laden zum Träumen ein. Ebenso die Beschreibung von kleinen Häusern mit ihren dunkelgrün lackierten massiven Türen, welche mit geschnitzten und farbig abgesetzten Ornamenten geschmückt sind, geben eine genaue Vorstellung von der Atmosphäre, die beim Betrachten entsteht und die Faszination begreifen lässt, welche die Vergangenheit auslöst.
Elizabeth Horn ist eine etablierte Autorin, welcher in ihren Romanen ihre Liebe zur Sprache deutlich werden lässt. So kommt es auch in ihrem aktuellen sommerlichen Wohlfühl-Liebesraum dazu, dass Toni Medienwissenschaften studiert hat und davon träumt, einen Liebesroman zu schreiben. Teilweise entsteht dabei der Eindruck, es handelt sich beim "Flohmarkt der Träume" um ein Buch in einem Buch, was einen besonderen Aspekt der Vielschichtigkeit deutlich werden lässt. Es gibt Tage, an denen läuft für Toni alles schief und Leo, bei dem sie nicht einordnen kann, welche Gefühle und Motivationen ihn antreiben, an ihrer Seite ist. Umgekehrt ist der Eindruck ähnlich, denn auch Leo weiß nicht, ob Toni an ihm oder eher an ihrem Studienfreund aus früheren Tagen Interesse hat, so dass die Geschichte romantisch ist, Freundschaft und den Wert dessen offenlegt, aber die Leserschaft im Unklaren lässt, ob es ein Happy End geben wird.
Die Autoren hat einen sehr guten Erzählstil, die Geschichte ist kurzweilig erzählt und sie schafft es über 400 Seiten den Spannungsbogen stets aufrecht zu erhalten, so dass ich als Leserin das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.
Fazit: Ein schöner und empfehlenswerter Roman, der die langen Sommerabende kurzweilig gestaltet!

Bewertung vom 13.08.2025
Homma, Christian; Frank, Elisabeth

Vino, Mord und Bella Italia! Folge 7: Das goldene Öl (eBook, ePUB)


sehr gut

Die Italien-Krimi-Serie "Vino, Mord und Bella Italia! Folge 7: Das goldene Öl" von Christian Homma und Elisabeth Frank geht in die nächste Runde und wartet an ihrem Schauplatz in der Toskana mit allerlei Spannung, Verwirrungen, Irrungen und Intrigen auf.

Die Halbitalienerin Anna sowie ihre Kollegen Flavia und Marco und deren Chef Vito bekommen eine Menge zu tun. Nach einer Brandstiftung kann die Leserschaft gleich beginnen, zu rätseln, wer dahintersteckt. Aber das ist nur der Beginn und im Laufe der Geschichte steigt der Spannungsbogen immer weiter an, da auch weitere Verbrechen auftreten, die gelöst werden sollen. Dabei gelingt es den Autoren hervorragend, falsche Fährten zu legen, interessante Wendungen einzubauen und die Ermittler auf Trab zu halten.

Das Ermittlerteam wird durchweg positiv charakterisiert und arbeitet sehr gut zusammen. Bei den Olivenölproduzenten, der Cooperativa Oro Verde di Toscana settentrionale und anderen Nebencharakteren ist es ebenso gelungen, die Protagonisten passend zu beschreiben, so dass die Leserschaft einen Eindruck gewinnt, der gewollt ist, jedoch manchmal auch im Sinne der Geschichte überraschen kann. Insgesamt gilt, dass ein Zusammenhalt besteht, der förderlich sein kann, jedoch nicht zwangsläufig sein muss. Gerade, wenn etwas klar zu sein scheint, gibt es eine neue Erkenntnis, oft eine Kleinigkeit und das Team steht wieder am Anfang.

Nebenbei ist Anna behilflich, bei den Vorbereitungen zur Verkostung, eines jährlichen Olivenöl-Wettbewerbs, der kurz bevorsteht, zu helfen. Es gilt herauszufinden, wie viele Produzenten es gibt, wer davon die besten sind und welche Unterschiede es zwischen den Ölen gibt. Denn auch hier gibt es Geheimnisse und Intrigen zwischen den Konkurrenten.

Innerhalb der Story erlebt der Leser Italien von seiner besten Seite. Die Atmosphäre des Landes, die Beschreibungen von Landschaften mit ihren zahlreichen Olivenbäumen und das Lebensgefühl werden gut vermittelt. Und auch kulinarisch gibt es nicht nur leckere Heiß- und Kaltgetränke, auch Gebäck, cornetto, Focaccia oder Spaghetti mit Olivenöl werden landestypisch gereicht.

Insgesamt ist die 7. Folge dieser lustigen und spannenden Serie eine sehr lebhafte, temperamentvolle Geschichte mit zahlreichen italienischen Sprichworten und Vokabeln, die zwar der Authentizität förderlich sind, jedoch den Lesefluss nicht unbedingt positiv beeinflussen. Meistens gibt es dann im nächsten Satz eine Übersetzung oder bei den geläufigeren Begriffen wird davon ausgegangen, dass die Leserschaft versteht, worum es geht.

So werden am Ende alle Verbrechen aufgeklärt, andere Handlungsstränge sind offengeblieben und werden vielleicht in einer der nächsten Geschichten aufgegriffen.

Fazit: Wer Italien und cozy-crime Serien liebt, findet hier amüsante Unterhaltung und begegnet einigen neuen Begrifflichkeiten der Landessprache.

Bewertung vom 07.08.2025
Ollech, Katja

Influencer wider Willen


ausgezeichnet

Mit ihrem Buch "Influencer wider Willen" ist es Katja Ollech gelungen, ihren Roman "Follow Me Please" in einer vollständig überarbeiteten Neuauflage zu präsentieren. Das Buch hat nicht nur einen neuen Titel, auch das Cover lenkt durch die zarte Farbgebung den Blick auf eine Frau, die in einem Sessel sitzt. In der Geschichte um diese Protagonistin, Anna, erreicht sie ihre Leserschaft mit einem flüssigen und verfeinerten Schreibstil. Ihr Ziel ist es, innerhalb einer tiefgründigen Erzählung den Blick auf die wesentlichen Dinge im Leben zu lenken.
Dabei durchlebt Anna eine Vielfalt an unterschiedlichen Gefühlen. Nachdem ihr Ex-Lebenspartner sie nach einer 10-jährigen Beziehung verlässt, ist sie am Boden zerschlagen. Ihr ohnehin nicht ausgeprägtes Selbstwertgefühl, geht nahezu null. Sie selbst machte sich klein, meinte, sie würde nicht genügen, werde von anderen übersehen, duckte sich freiwillig stets weg und sah sich in der Opferrolle. Dabei nahm sie sich vor, stark zu werden und die Selbstzweifel, die Einsamkeit und Trauer ablegen zu können, die dafür sorgten, dass ihre Lebensfreude entglitten war.
Ihre beste Freundin Sofia war all das, was Sofia sein wollte: Furchtlos, unabhängig und stets auf der Suche nach neuen Abenteuern, wobei sie den Mut hat, ihren Wünschen, Träumen und Leidenschaften zu folgen und auf diese Weise ihre Wünsche zu verwirklichen. An ihrer Seite hat sie weitere liebe Menschen, allen voran ihre Oma und ihren Arbeitskollegen Max. Alle drei sind für sie da, wenn Not am Mann ist.
Als ihr ein peinliches Missgeschick passiert und sie eines Morgens feststellt, Hauptprotagonistin in einem Video auf einem YouTube-Kanal zu sein, ergreift sie die Initiative. Dabei ist es sehr spannend, ihre einzelnen Schritte zu verfolgen, die sie gehen muss, um eine persönliche Veränderung herbeizuführen. Natürlich hat sie dabei auch einige schlechte Entscheidungen getroffen, sie wird ausgenutzt, ihr Ruf ist geschädigt und sie bringt sogar die Freundschaft zu Sofia in Gefahr. Doch sie schafft es, immer weiterzukämpfen, nicht aufzugeben und die Unterstützung ihrer Freunde, die sie mit all ihren Fehlern akzeptieren, anzunehmen.
Durch viele behutsame Gespräche, Fragen zur Selbstreflektion, aber auch durch Verrat und Vertrauensbruch merkt sie mit der Zeit, dass es nicht die Anerkennung durch andere Menschen, nicht ihre Äußerlichkeiten und auch nicht Erfolge sind, die den Weg zum individuellen Glück pflastern. Vielmehr geht es für sie darum, das innere Chaos aus Selbstzweifeln und Neuanfängen zu besiegen und dabei den Blick auf das wesentliche, wie Freundschaft, Loyalität und Ehrlichkeit zu richten. Mit einem Mal hat sie die Erkenntnis, dass sie der einzige Mensch ist, der dafür sorgen kann, dass es ihr selbst gut geht!
Fazit: Das Buch "Influencer wider Willen" ist eine herrliche, kurzweilige und tiefgründige Geschichte, die spielerisch deutlich macht, wie wir alle den Weg zu einem glücklichen und erfüllten Leben finden können. Somit ist es nicht nur für Menschen geeignet, die ihre Persönlichkeit weiterentwickeln möchten und sich Zeit für Selbstreflektion nehmen. Es ist eine vorzügliche Unterhaltung, welche sich zu verinnerlichen lohnt.

Bewertung vom 06.08.2025
Qunaj, Sabrina

Hearts & Horses - Reiten, Rockstar und das große Glück


sehr gut

Das Kinder- und Jugendbuch "Hearts & Horses – Reiten, Rockstar und das große Glück" von Sabrina Qunaj ist ein Pferde-Abenteuerroman, welcher ebenfalls Erwachsene begeistern kann.
Sabrina Qunaj greift mit dem Thema Reiten und Pferde auf eigene Erfahrungen im Pferdesport zurück und beschreibt somit u.a. auch die unterschiedlichen Pferderassen, Eigenschaften und im Fachjargon einige Begrifflichkeiten rund um Pferde. Damit entsteht eine runde Geschichte, die sehr authentisch ist, verständlich und auch in der Schreibweise an die Zielgruppe angepasst wird.
Dabei bedient sie sich einer breiten Gefühlspalette, die auf der einen Seite Traurigkeit, Trauer, Ängste und Wut, sowie auf der anderen Seite das pure Glück, die Leichtigkeit, die Liebe zu Pferden, Freude und erste zarte Gefühle thematisch aufgreift.
Fast jedes Kapitel endet mit einem Cliffhanger, wobei der Spannungsbogen stets ansteigt und das Knistern in der Atmosphäre die Leserschaft zunächst rätseln lässt, wie es möglich sein kann, aus dieser verzwickten Situation einen Ausweg zu finden. Und die Autorin findet ihn und noch viel mehr. Denn oftmals ist die Ehrlichkeit das beste Mittel und löst die Probleme eher als sämtliche Umschweife. Vertrauen in sich selbst und in nahestehende Menschen ist ein großes Gut. Ebenso sind Mut und Stärke wichtig und auch das „Nein-Sagen“ ist ein Bestandteil auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Wünsche und Bedürfnisse müssen geäußert werden, um eine klare Positionierung deutlich zu machen.
Es geht u.a. auch um Teenagerthemen in diesem schönen Roman, wobei die Hauptprotagonisten die 13-jährige Mia sowie der 14-jährige Arvid sind. Diese beiden Charaktere füllen den Großteil der Geschichte, während auch die Freundinnen Hanna, Lena, Sophie sowie der Vater von Mia und ihre Oma eine Rolle spielen und erwähnt werden, insgesamt in ihrer Rolle jedoch blass bleiben, da der Fokus gezielt auf die beiden Hauptcharaktere gelenkt ist.
Arvid führt ein außergewöhnliches Leben, welches Mia sehr fremd ist. Sie zeigt jedoch die Bereitschaft, dieses Leben kennenzulernen, mit allen Vor- und Nachteilen. Und trotz aller Unterschiedlichkeit gibt es zahlreiche Gemeinsamkeiten, die aufzeigen, dass niemand allein ist mit seinen Sorgen und Nöten. Der Wert von Freundschaft und verstanden werden sowie die Herkunftsfamilie sind ebenso wichtig und Teil des kleinen privaten Glücks.
Fazit: Ein hervorragendes Buch für Pferdefans und sehr gut zum Gemeinsam lesen innerhalb der Familie geeignet!

Bewertung vom 03.08.2025
Blum, Molly

Große Träume auf kleinen Pfoten


ausgezeichnet

Der tierisch romantische Liebesroman "Große Träume auf kleinen Pfoten" von Molly Blum, welches als Pseudonym einer Münchner Journalistin steht, ist sehr liebenswert und warmherzig geschrieben und geht direkt ins Herz eines jeden Tierfreundes. Eine wunderschöne Geschichte um eine Tierpension in Cranley Manor, welche sich um verletzte, kranke und zurückgelassene Hunde kümmert. Die beiden Tierärzte Catherine und Christopher, welche sich als Geschwister zusammengetan haben und für die gute Sache arbeiten, geraten in Not, da in Aussicht steht, dass sie den Hof verlassen müssen. Aber sie sind nicht allein in ihrem Kampf gegen den Erben, welcher das Grundstück für ein Hotel nutzen möchte.
Die Charaktere, u.a. die Hauptprotagonistin Mina, mit ihrer besten Freundin Charly sowie deren Lebensgefährtin Freya, die in London leben, unterstützen die Tierärzte mit voller Kraft. Dabei sprühen auch zwischenmenschlich die Funken. Der Hof in Cornwall sowie die Bewohner in der Gegend, aber auch die drei Freundinnen aus London sind größtenteils sehr liebenswert und charakteristisch sehr gut dargestellt, so dass beim Lesen das Gefühl entsteht, Teil der Gemeinschaft zu sein und mit ihnen gemeinsam zu lieben, zu lachen, zu kämpfen und zu weinen. Da Mina und Christopher sich bereits von der Abschlussfeier aus Schulzeiten kennen, entsteht schnell eine Verbindung, welche mit guten als auch weniger positiven Einflüssen verbunden ist. Dabei geht es auch darum, die Vergangenheit loszulassen, zu akzeptieren und frei für neue Erfahrungen und Entscheidungen zu sein.
Die Story spielt im Sommer mit all seiner Farbenpracht, leichter und bunter Kleider, welches ein entspanntes und lockeres Gefühl aufkommen lässt.
Die Wortwahl ist präzise, unmissverständlich und bringt die Inhalte schnell auf den Punkt. Die Geschichte ist romantisch und trotzdem gibt es zahlreiche Intrigen, Missverständnisse, Irrungen und Falsch-Interpretationen, die dazu führen, dass der Spannungsbogen immer wieder ausgereizt wird und die Leserschaft mitfiebert, dass das Gute sich durchsetzen möge.
Es wird sehr emotional, wenn es um die Tiere auf dem Hof, sprich um die Hunde, geht, für welche „Paula´s Paradise“ ein Zufluchtsort ist, da sie ansonsten verlassen und vergessen werden. Dabei geht es auch um das Verantwortungsgefühl der Menschen, die sich um die Tiere kümmern, die Hunde lieben und es schaffen, ihnen ein schönes und erfülltes Leben mit viel Liebe zu ermöglichen. Auch spielt die Freundschaft eine große Rolle, liebe Menschen, die sowohl in London als auch in Cornwall leben. Wie im wahren Leben spielt das Schicksal eine Rolle und es passieren Dinge, welche dem Idealismus und der Zumutbarkeit entgegenstehen. Deshalb spielen auch Themen wie Fremdgehen und Jobwechsel eine mehr oder weniger zentrale Rolle, ebenso wie eine räumliche Distanz, die es zu überbrücken gilt. Vor allem ist auch die Tiefgründigkeit in der Geschichte und im Lebensalltag der Protagonisten zu finden, was dieses Buch nicht trivial wirken lässt. Aber wird auch am Ende das Gute siegen und werden alle Missverständnisse ausgeräumt?
Fazit: Ein Liebesroman, der unter die Haut geht und das Herz berührt. "Große Träume auf kleinen Pfoten" hat meine absolute Leseempfehlung!

Bewertung vom 27.07.2025
Lott, Sylvia

Duftwickensommer


ausgezeichnet

Mit ihrem neuesten Roman "Duftwickensommer" ist der SPIEGEL Bestseller-Autorin Sylvia Lott gelungen, den schmalen Grat zwischen zwei Zeitepochen perfekt durch die Wicken zu verbinden. Es geht zum einen in die Epoche der Frauenrechtsbewegungen, welche um 1911 durch die sog. Suffragetten ihren Anfang nahm. Und auf der anderen Seite dem Erzählstrang, welcher 2024 auf Borkum seinen Schauplatz hat, um die Hauptprotagonistin Marieke, welche nach ihrer Scheidung auf ihre Ehe zurückblickt und daraus wichtige Erkenntnisse sowie Fehler, die geschehen sind, reflektiert. Sie erlangt zu der Erkenntnis, dass sie zwei Bilder - aus Vergangenheit und Gegenwart - in sich trägt, welche sich zum Teil überschneiden.

In der Zeit um 1911 lebte die intelligente und mutige Anni in einem englischen Haushalt als Vorleserin. Damals gab es gewisse Rangordnungen, Ideologien, dass Frauen und das durchschnittliche Volk minderwertig waren, während die Hochgeborenen ihren Einfluss in der Welt geltend machten. Die einzelnen Charaktere sind dabei gut herausgearbeitet und zeitgemäß beschrieben worden, wobei die meisten Charaktere fiktiver Natur sind und lediglich aufgrund einiger Tatsachen, sowie eines Duftwicken Wettbewerbs, den es tatsächlich gab, entstanden sind und somit zu Leben erweckt wurden. Dabei ist es Sylvia Lott in außergewöhnlicher Weise gelungen, nicht nur die Personen glaubhaft handeln zu lassen, sondern auch die Gegebenheiten zur damaligen Zeit in das Buch einzubetten, dass die Leserschaft sich wie ein Teil der Geschichte fühlt und das Buch, einmal angefangen, nicht mehr zur Seite legen kann. Sie beschreibt die Atmosphäre und die Stimmungen sehr lebensnah und passend, wie auch verständlich, dass das Gefühl entsteht, sich mit den Protagonisten zu freuen, stark und glücklich zu sein, so wie auch traurig und angesichts der Ungerechtigkeiten wütend zu werden.

In der Zeit um 2024 geht es nach dem gleichen Prinzip weiter. Es werden im Erzählstrang aktuelle Themen aufgegriffen, wie der Klimawandel und Wetterphänomene, Proteste gegen Gasbohrungen, aber auch Migration, Homosexualität, welche aktueller, denn je sind und uns alle betreffen, sensibilisieren und somit die Storyline in beiden Epochen mit den existierenden Themen und Motivationen sowie Lebensanschauungen in jeder Hinsicht an zeitgeschichtlichen Anliegen so lesenswert machen.
Die Duftwicken sind in beiden Epochen ein zentrales Thema, sie erinnern immer wieder daran, dass Schönheit über Jahrhunderte hinweg Bestand hat. Wobei es in dem Buch um so viel mehr geht als um Äußerlichkeiten. Das Thema Mut spielt ebenso eine zentrale Rolle, wie die Freude, Bewunderung, Zuneigung, Liebe, Freundschaft, Nächstenliebe und unveränderliche Werte, welche die Protagonisten in sich tragen. Verbunden ist die Botschaft über beide Erzählstränge auch vor dem Hintergrund der Angst, dass wir etwas machen sollen, weil wir es wollen und nicht, weil wir vor etwas Angst haben. Stark sein und Glücksempfindungen zulassen.
Auch Gefühle wie Verlust, Wut, Eifersucht und Vorwürfe sind Themen, die sowohl damals als auch heute in diesem Roman präsent sind, zur Situation passen und zunächst unabänderlich scheinen. Aber sind sie das wirklich? Es geht auch darum, eine Situation anzunehmen, zu akzeptieren, um daraufhin wieder ins Leben zurückzufinden und die Liebe neu zu finden.
"Duftwickensommer" ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend und ein wahrer Pageturner, welcher nicht nur tiefgründig und realistisch erscheint, sondern auch sehr vielschichtig ist und sich somit zu einem weiteren Bestseller von Sylvia Lott entwickeln wird.

Gewürzt mit ostfriesischem Humor. Zitat: „Auf Veränderung zu hoffen, ohne etwas dafür zu tun, das ist wie am Bahnhof stehen und auf ein Schiff warten“ und noch einiges mehr, was die liebenswerten Nachbarn auf Borkum an alltäglichen Weisheiten zum Besten gaben. Damit hat dieser wundervolle Roman alle wichtigen Zutaten dafür, um ein Erfolgstitel zu werden. Und wenn dann noch Hund „Lucky“ über den Sandstrand tobt und gute Laune verbreitet, wünscht man sich sofort auf die beliebte deutsche Ferieninsel.

Fazit: Sylvia Lott hat zu jeder Zeit die richtigen Worte gefunden und es geschafft, durch Hochhalten des Spannungsbogens über die gesamte Zeit hinweg, ihre Leserschaft zu fesseln und hervorragend zu unterhalten.

Bewertung vom 20.07.2025
Herzog, Katharina

Eine Prise Liebe / A Taste of Cornwall Bd.1


ausgezeichnet

Mit ihrem tiefgründigen Roman „A Taste of Cornwall: Eine Prise Liebe“ ist Katharina Herzog der erfolgreiche Auftakt zu ihrer neuen Cornwall-Reihe gelungen. Der helle Hintergrund des Covers wirkt maritim, eine Teekanne, die gleichzeitig wie ein Haus aussieht, gibt einen Hinweis darauf, dass die Geschichte im gastronomischen Bereich angesiedelt ist. Ein Pub in Cornwall, welcher mit Gemütlichkeit sowie Harmonie und einer Atmosphäre zum Wohlfühlen aufwartet, ist ein fester Bestandteil des kleinen Ortes Port Haven an der südlichen Westküste Englands. Ein Tee, eine kleine Köstlichkeit, etwas Frucht und Kräuter runden die romantische und harmonische Wahrnehmung ab und deuten gleichzeitig darauf hin, worum es in dieser tiefgründigen und vielschichtigen Geschichte geht.
Doch bevor Sophie, eine der erfolgreichsten Restaurantkritikerinnen Londons nach Cornwall gelangt, erfahren wir wie sie von klein auf an von ihrem Vater, Antoine Dubois, der in Frankreich ein höherklassiges Restaurant führte, für sich selbst die Leidenschaft für das Kochen entdeckte. Sie hatte stets hohe Ziele und setzte alles daran, diese zu erreichen. Als sie dann aufgrund eigenem Verschulden nach Cornwall versetzt wird, um dort in der kleinen Ortschaft Port Haven direkt am Meer einen kleinen Pub in ein Spitzenrestaurant zu verwandeln, sieht sie ihre Chance, ihre eigene Fernsehshow zu bekommen, dahinschwimmen.
Katharina Herzog hat einen sehr interessanten Schreibstil und es ist ihr bravourös gelungen, die Charaktere nicht nur authentisch zu beschreiben, sondern auch deren Entwicklung anhand der aufgezeigten Tatsachen glaubhaft und verständlich darzustellen. Es wird deutlich, wie oft sich die Protagonisten von einer äußeren Fassade täuschen lassen oder auch denken, dass einige Menschen nichts für ihren Erfolg tun müssen. Das jedoch ist ein Irrglaube, welchen die Autorin aufgreift und es wird klar, dass jeder Mensch eigene Sorgen, Nöte, Verletzungen und teilweise auch Schuldgefühle hat, von denen andere nichts ahnen. Das Buch regt außerdem zum Nachdenken und zur Reflektion an, so z.B. an der Stelle, als es darum geht, dass alles, was wir machen, aus zwei Gründen geschieht: Aus Liebe oder aus Angst. Und ist es nicht tatsächlich so, dass Freiheit dort beginnt, wo die Angst endet? Sophie muss sich entschieden, was ihr eigener Antrieb des Handelns ist oder werden kann und sein soll.
Alle Haupt-Protagonisten haben ihre Geheimnisse, Dinge, die niemals jemand erfahren soll. Diese Tatsache hält nicht nur den Spannungsbogen sehr hoch, es ist zudem so, dass an den Stellen, an denen es scheint, dass ein Problem gelöst ist und die Leserschaft durchatmen kann, bereits das nächste lauert, welches den Spannungsbogen noch einmal höherschraubt. Dabei gibt es zum Schluss noch einmal eine ganz große Überraschung, die nicht vorhersehbar ist.
Es gibt Irritationen und Missverständnisse und auch die Liebe kommt nicht zu kurz. Aufkeimende Gefühle, die eigentlich nicht sein sollten und die zunächst unterdrückt werden, bis sie irgendwann so offensichtlich sind, dass eine Entscheidung getroffen werden muss.
Die Beziehungen der Protagonisten untereinander sind zu Anfang oftmals schwierig. Sei es die Tatsache, dass Sophie nicht mehr an ihre Teenagertochter Riley herankommt oder dass auf einmal ihre Mutter Tanya, welche gerade aufgrund der Tatsache, dass sie auf ihrem Balkon Marihuana angebaut, daraus Kekse gebacken und diese in der Einrichtung verteilt hat, ihre vornehme Seniorenresidenz verlassen musste. Dass ausgerechnet an dem Tag auch noch das Schreiben vom Gericht eingeht, aus dem hervorgeht, dass die Scheidung von ihrem Mann und Rileys Vater durch ist, verschafft Sophie keinerlei Entspannung, als sie aus beruflichen Gründen zu einer Restaurant Eröffnung fährt. Auch das Verhältnis zu ihrem verstorbenen Vater ist einer der vielen Facetten, die sich auf ihre Gemütslage auswirken und ihr Handeln bis dato durchweg beeinflusst hat.
In der Geschichte wird nicht nur deutlich, dass das Leben ein Wechselspiel aus Chaos und Ruhe, aus Schmerz und Freude, Sieg und Niederlage aus Annehmen und Loslassen ist und dabei alles seine Zeit hat. Wahre Stärke bedeutet, dass man auch Schwäche zeigen darf, ebenso wie Ratlosigkeit und Angst. Diese Gegensätzlichkeiten auf der Gefühlsebene hat Katharina Herzog in beeindruckender Weise herausgearbeitet und so authentisch beschrieben, dass die Leserschaft nicht umhinkommt, mit den Charakteren mitzufiebern, sich zu freuen und manchmal auch die Trauer zu spüren, die tief auf ihren Seelen lastet. Dass die Geschichte an der Küste von Cornwall mit ihren beeindruckenden Landschaften, dem Meer und der Atmosphäre eines kleinen Küstenortes so nah und erlebbar wird, ist ein zusätzliches Highlight.
Fazit: „A Taste of Cornwall: Eine Prise Liebe“ ist so bezaubernd und facettenreich, dass ich mich bereits auf den Fortsetzungsroman „A Taste of Cornwall: Ein Löffel Glück“, welcher am 27.01.2026 erscheint, freue.

Bewertung vom 15.07.2025
Holmgren, Hanna

Meerträume von Liebe (Gutshof Dünenrose: Ostsee - Roman 1)


ausgezeichnet

Die Autorin Hanna Holmgren erzählt ihren neuen Roman "Meerträume von Liebe (Gutshof Dünenrose: Ostsee - Roman 1)" in eindrucksvoller und besonders emotionaler Weise. Bereits das Cover gibt einen Hinweis darauf, worum es in dieser Geschichte geht: Es geht äußerlich um einen alten Gutshof, der für die Familie der Hauptprotagonistin Clara mit zahlreichen Erinnerungen über Generationen hinweg verbunden ist. Der Hof liegt direkt an der Schleswig-Holsteinischen Ostseeküste nahe Lübeck.

In der Geschichte geht es jedoch um so viel mehr. Es wird das Gut und die Immobilie, welche zwar mit historischer und kultureller Bedeutung im Vordergrund stehen, und als lebendiges Erbe, das Generationen geprägt hat, dargestellt. Der Gutshof ist ein Symbol für alles Vergangene, Erinnerungen, welche als lebendiger Teil der Geschichte der Gemeinschaft erhalten bleiben sollen. Das gilt auch für den Rosengarten, der ein wichtiges Element in dieser Geschichte ist. Er steht für die Liebe, Romantik und Schönheit über Jahrhunderte hinweg. Der Gutshof steht insbesondere auch für die Menschen, die er vereinte, er ist ein Stück der Seele der Familie, die dort über Generationen hinweg lebte. Clara verbindet die schönsten Erinnerungen an ihre Kindheit mit dem Gut. Sie hat ein enges Verhältnis zu ihrem Großvater, der ihr früher Geschichten erzählt hat, und sie als Kind immer wieder begeistern konnte. Jetzt lebt er mit seinen 98 Jahren in einem Pflegeheim und Clara kümmert sich bestens um ihn. Ihre Mutter ist früh gestorben und ihr Vater Bernd ist ebenso eine der Hauptprotagonisten der Geschichte. Er lebt seit vielen Jahren allein und Clara wünscht sich für ihn nichts mehr, als dass er die passende Partnerin findet. Geht ihr Wunsch in Erfüllung?

In beeindruckender und lustiger Erzählweise beschreibt die Autorin nicht nur mit vielen Metaphern das Anwesen mit seinem Rosengarten, welcher für Clara ein besonderer Ort mit Symbolcharakter ist. Sie erzählt eben so locker und leicht die Geschichte mit ihren Höhen und Tiefen, in denen die wichtigen Werte des Lebens, wie Freundschaft, Liebe, Gefühle und Verbundenheit sowie Miteinander hervorgehoben sind, als auch die unterschiedlichen Charaktere mit ihren Stärken und Schwächen. Es geht um großes Engagement, Enthusiasmus und Leidenschaft, was Clara und der sympathische Neffe von einem - wie es scheint- kalten und berechnenden Menschen, in dessen Augen nur die Dollarzeichen aufblitzen, aufbringen, um den Gutshof zu retten und daraus ein kleines Küstenhotel, welches seinen ursprünglichen Charme bewahren soll, daraus entstehen zu lassen. Dadurch entsteht eine Verbundenheit zwischen Clara und Malte, die gemeinsam für die Bewahrung der Geschichte kämpfen und gleichzeitig offen für eine Anpassung, an die sich wandelnden Zeiten und Bedürfnisse sind. Doch wie sehr lässt Clara sich von dem jugendlichen Charme und dem unerschütterlichen Optimismus, welcher den Neffen Malte auszeichnen, in den Bann ziehen?
Ebenso spielt das Meer, welches in den schönsten und leuchtenden Farben beschrieben wird und aufgewühlte Emotionen widerspiegelt, sowie die Wellen, welche unermüdlich, beharrlich und hartnäckig die Küste formten, eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, dass Clara mit Entschlossenheit das Erbe von Gut Dünenrose bewahren möchte. Auch der Travemünder Leuchtturm steht sinnbildlich für die Beständigkeit, die Clara und Malte sich für sich selbst und den Gutshof wünschen.

Der Spannungsbogen wird bis zum Schluss hin auf höchstem Niveau gehalten und der ganze Roman ist ein Pageturner.

Fazit: Ich freue mich bereits nach der Lektüre auf die Fortsetzung!