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Benutzername: FiniWini
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Bewertungen

Bewertung vom 31.05.2012
Sieben Tage ohne / Dienstagsfrauen Bd.2
Peetz, Monika

Sieben Tage ohne / Dienstagsfrauen Bd.2


sehr gut

Als sich Evas Mutter das Bein bricht und Eva ihr Leben über den Kopf zu wachsen droht ist klar, dass mal wieder ein Urlaub mit den vier Freundinnen, den Dienstagsfrauen, in Angriff genommen werden muss. Diesesmal lautet die Devise: Entschlacken, entschleunigen und abspecken im Rahmen einer Heilfastenkur. Sieben Tage ohne Ablenkung. Keine moderne Technik, keine Partner, keine beruflichen oder familiären Pflichten. Allerdings auch sieben Tage ohne wirklich nahrhaftes und wohlschmeckendes Essen!
Eva jedoch verfolgt mit dieser Heilfastenkur ein ganz anderes Ziel: Sie will endlich herausfinden, wer ihr Vater ist. Und in dem Dorf, in dem sie sich einquartiert haben, hofft Eva, Hinweiße auf den damaligen Liebhaber ihrer Mutter zu finden. Aber auch Caroline trägt ein Geheimnis mit sich herum, dass es ihren Freundinnen, allen voran Judith, ersteinmal mitzuteilen gilt.

Schon Monika Peetz erster Roman rund um die Dientagsfrauen, mit dem gleichnamigen Titel "Die Dienstagsfrauen, konnte mich begeistern. Die fünf ungleichen Freundinnen, die gemeinsam so viel durchstehen und einander doch immer wieder den Rücken stützen, haben es mir von der ersten Stunde an angetan. Die Freundschaft, die zwischen diesen unterschiedlichen Frauen nur allzu deutlich wird, hat mich fasziniert und gefesselt. Und genau diese bedingungslose Freundschaft findet sich auch wieder in "Sieben Tage ohne" vor.

Dieses Mal dreht sich alles um Eva, die, seit ihre Mutter im Krankenhaus liegt, Angst hat, niemals herauszufinden, wer ihr Vater ist. Als einzigen Anhaltspunkt findet sie ein Foto, das die Mauern einer Burg im Altmühltal, ihre Mutter und einen Unbekannten zeigt. Sofort startet sie eine Internetrecherche und findet heraus, dass diese Burg in ein Heilfastenhotel umfunktioniert wurde. Da der alljährliche Urlaub der Dienstagsfrauen kurz vor der Tür steht, schlägt Eva, unter dem Vorwand, endlich mal ein paar Kilos abnehmen zu wollen, vor, dort ein paar erholsame Tage zu verbringen. Dass die Dorfbewohner verschroben und nicht zu einer Auskunft bereit sind, damit hatte Eva nicht gerechnet. Und auch Caroline beginnt diesen Urlaub mit einem Geheimnis, dass sie ihren Freundinnen während der Heilfastenkur beichten möchte. Mal wieder dreht sich alles um das leidlichste Thema im Leben einer Frau - Männer!

Ob man "Die Dienstagsfrauen" kennt oder nicht, spielt eigentlich keine Rolle, wenn man "Sieben Tage ohne" lesen möchte. Die Autorin beschreibt ihre Charaktere ganz unabhängig davon, ob man den ersten Teil gelesen hat oder nicht. Die wichtigsten Schlüsselerlebnisse der Reise auf dem Jakobwegs, die die Dienstagsfrauen im ersten Teil bestreiten, werden nochmals wiedergegeben, sodass neue Leser die Beziehungen zwischen den Frauen besser verstehen und denjenigen, die die Dienstagsfrauen schon kennen, das Gedächtnis aufgefrischt wird.

Der Schriebstil ist sehr lebhaft und wirkte auf mich frisch, sommerlicher und leicht. Das Buch lässt sich gut in einem Rutsch durchlesen und so hatte ich es auch innerhalb eines Tages ausgelesen. Die Geschichte ist spannend, aber auch emotional und ergreifend. Mal wieder geht die Autorin auf Themen ein, die so lebensnahe sind, dass man mit jeder einzelnen Protagonistin mitfühlen und ihre Emotionen bestens nachvollziehen kann. Die Handlung bleibt durchweg authentisch, auch wenn Evas Suche nach ihrem Vater natürlich etwas dramatisiert wird.

Allerdings muss ich sagen, dass mich "Sieben Tage ohne" nicht so sehr mitreisen konnte wie "Die Dienstagsfrauen". Die Reise auf dem Jakobsweg fand ich viel bewegender und die Geheimnisse, die auf dieser Reise aufgedeckt wurden, waren weniger vorhersehbar und aufwühlender. Die Atmosphäre, die bei der Pilgerreise und den Übernachtungen in mehr oder weniger heruntergekommen Gaststätten aufgekommen ist, hat mich viel mehr gefesselt und war erfrischender und dynamischer als jene in "Sieben Tage ohne".

Dennoch ist "Sieben Tage ohne" ein unterhaltsames Buch, das ich gerne weiterempfehle!

4 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.