Benutzer
Benutzername: 
Maza_e_Keqe

Bewertungen

Insgesamt 123 Bewertungen
Bewertung vom 03.01.2026
Laban, Barbara

In der Eiswelt von Eterna / Wishkeeper Bd.3


ausgezeichnet

Spannend und emotional

Band 3 der Reihe.
Den Wishkeepern ist es gelungen den bösen Horroxer Tremoris zu vertreiben. Doch wohin ist Libros, das schlecht gelaunte Buch, verschwunden? Es bildet das Gedächtnis von Everwish und ohne Gedächtnis ist das Land der verborgenen Wünsche dem Untergang geweiht. Lexi, Milo und Talon müssen sich auf eine gefährliche Suche begeben. Glücklicherweise erhalten Sie Unterstützung von den Wunschwesen, aber auch von ganz unerwarteter Seite.
Ich empfehle die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen um die Inhalte von Anfang an kennenzulernen und zu verstehen. Dieser Band 3 enthält natürlich immer wieder Hinweise und kleine Erinnerungen an das bisherige Geschehen, kann die Lektüre aber nur auffrischen, nicht ersetzen.
Ich bin direkt von Anfang an wieder in die Geschichte eingetaucht, war zurück in London, kurz darauf in Everwish, und sorgte mich gemeinsam mit Lexi und ihren Freunden. Es passiert so vieles und wir erfahren immer mehr über das magische Land der unerfüllten Wünsche. Ich fand es besonders schön „alte Bekannte“ wiederzutreffen und wurde an vielen Stellen überrascht. Besonders Lexi habe ich natürlich ins Herz geschlossen, aber auch Milo und Talon sind sympathische Protagonisten. Für die letzten 100 Seiten konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und bin nur so durch die Seiten geflogen. Auch große Fans der Wishkeeper werden noch einige Überraschungen erleben. Ich habe viele Dinge jedenfalls so nicht vorhergesehen. Und möglicherweise verdrückte ich an einer ganz bestimmten, sehr emotionalen, Stelle ein paar Tränchen.
Wie auch die Vorgänger enthält auch dieses Buch die schönen schwarz-weißen Illustrationen von Alessia Trunfio, welche die Figuren und Szenen wundervoll einfangen.
Fazit: ein würdiger Abschluss der Reihe. Spannend, aufregend, ereignisreich und bewegend. Dazu herrlich anzusehen mit Glitzereffekten auf dem Cover und wunderschönem Farbschnitt.

Bewertung vom 03.01.2026
Graf, Maren

Einfach Sunny


ausgezeichnet

Professionelles Sachen-Suchen

Sunny ist (selbsternannte) professionelle Sachen-Sucherin. Durch die Tatsache, dass sie blind ist, lässt sie sich dabei nicht einschränken. Ihr freches Mundwerk und forsches Auftreten bilden einen Gegenpol zu ihrem neuen, nennen wir ihn Klienten, Ben. Denn Ben hat etwas verloren und zu seinem Glück Sunny kennengelernt. Doch, was genau er sucht, möchte er nicht verraten. Sunny hält das selbstverständlich nicht ab. Gemeinsam begeben sie sich auf eine ereignisreiche Suche und finden dabei noch ganz anderes.
Sunny und Ben sind etwa 8-10 Jahre alt. Genau wird es nicht genannt, sondern die 3. Schulklasse erwähnt. Für mich reichte das aus um ihr Alter einschätzen zu können.
Die witzigen bunten Illustrationen unterstützen den Fließtext, der in kurzen Kapiteln aus Sunnys oder Bens Perspektive erzählt wird. Die Schriftgröße empfinde ich als gut geeignet für Kinder, die gerade erst noch das Lesen üben.
Ich mochte Sunnys lockere Art sofort und auch Ben wird mir im Verlauf der Geschichte sympathisch. Innerhalb weniger Stunden finden sie eine Freundschaft, die wohl beide nicht gesucht haben.
Besonders gut gefällt mir an dem Buch, dass ich mich sehr gut in Sunny hineinfühlen kann. Es werden oft Umgebungsgeräusche beschrieben anstelle der Dinge, die man sehen kann. Das macht die Geschichte authentisch und ich kann mir vorstellen, dass auch Leserinnen und Leser aus der Zielgruppe (8 Jahre) davon profitieren.
Fazit: Eine ganz besondere Heldin mit sonnigem Gemüt, die immer ihren Weg findet, mit oder ohne Hilfe.

Bewertung vom 01.01.2026
McKenna, Skye

Der goldene Schlüssel / Cassandra Morgan Bd.1


sehr gut

Spannende Entdeckungen, Freundschaft und ganz viel Magie
Cassandra Morgan, genannt Cassie, ist 12 Jahre alt und lebte 7 Jahre lang in einem Internat, wo sie von Schülerinnen und Lehrern schikaniert wurde. Als sie zu ihrer Tante umziehen soll, lernt sie eine Welt voller Zauber und Magie kennen.

Als allererstes ist mir bei dem Buch das wunderschöne Cover aufgefallen: es ist bunt und es gibt so viele Dinge und Wesen zu entdecken, die mir beim Lesen im Buch begegneten. Außerdem hat es Glanzelemente, die schimmern, wenn das Licht im richtigen Winkel darauf fällt. Der Farbschnitt ist passend wirklich toll gestaltet.

Die Geschichte liest sich sehr angenehm und flüssig und ihr zu folgen machte großen Spaß. Die Figuren und Personen sind vielschichtig gestaltet. Besonders die magischen Elemente haben mir richtig gut gefallen.

Ich hätte mir ein Glossar oder eine Übersicht der magischen Wesen, (Trank-) Zutaten und Figuren gewünscht. Hoffentlich gibt es so etwas in der angekündigten Fortsetzung. Im Buch findet sich am Schluss eine Leseprobe für den nächsten Band.

Was mir leider deutlich weniger gut gefallen hat ist Cassandras Charakterentwicklung. Nachdem sie das Internat verlassen hat und sich im Haus ihrer Tante einleben muss, scheint sie einerseits aufzublühen und mutiger zu werden. Gleichzeitig entwickelt sie eine gewisse Leichtsinnigkeit und Unvernunft, die im Gegensatz zu ihrer Vorgeschichte und ihrem Alter zu stehen scheinen. Das hat mich gestört.

Obwohl die Fortsetzung der Geschichte bereits angekündigt ist, endet dieses Buch glücklicherweise nicht mit dem von mir befürchteten Cliffhanger, was auch andere große und kleine Fans freuen dürfte. Gleichzeitig bleiben genug Fragen offen um neugierig auf die weiteren Bände der Reihe zu machen.

Fazit: eine spannende Geschichte rund um Magie und Freundschaft, voller Geheimnisse und spannender Entwicklungen.

Bewertung vom 15.10.2025
Herget, Gundi

Bella Karamella - Achtung, zauberhafte Freundin!


ausgezeichnet

Zuckerzaubersüße Geschichte

Elfie ist 10 Jahre alt und lebt mit ihrer alleinerziehenden Mama in einer kleinen Wohnung. Wie alle Kinder liebt sie Süßigkeiten, doch das Geld ist knapp. Da taucht plötzlich eine kleine Naschhexe in Elfies Zimmer auf: Bella Karamella Limonella Krokantia von Nasch. Karamella hat ein Problem mit ihrer Zauberei.

Elfie war mir von Anfang an sympathisch. Die Geldsorgen in ihrer kleinen Familie sind sehr nachvollziehbar. Dass sie durch die Neuordnung der Klassen nach der Grundschule noch keine Freunde gefunden hat, weckte sofort mein Mitgefühl. Außerdem ist sie gut im Rechnen und bedient damit mal zur Abwechslung kein Klischee.

Insgesamt bietet die Geschichte alles, was ein zauberhaftes Kinderbuch ausmacht: sympathische Figuren, ein paar Gegenspieler, ein kleines Abenteuer und Freundschaft. Unterstützt wird der Fließtext mit passenden bunten Illustrationen.

Fazit: Eine wundervolle, warmherzige Geschichte mit einer herzensguten Protagonistin und ihrer frechen Hexenfreundin.

Bewertung vom 15.10.2025
Beck, Nadine;Schilling, Rosa

Vulva!


ausgezeichnet

Aufklärung in bunt und modern

In diesem Buch gibt es titelgebend reichlich Wissen für "untenrum" für alle. Es bietet jede Menge Informationen rund um Aufbau der Vulva und der Vagina, Funktionsweise(n) und dazu jede Menge Body-Positivity.

Die Kapitel lassen sich unabhängig voneinander lesen und es gibt auch zwischendurch immer wieder Querverweise auf jeweils thematisch passende Abschnitte. Außerdem finden sich QR-Codes für weitere Informationen sowie Telefonnummern und Websites im Anhang.

Besonders positiv ist mir aufgefallen, dass nur sehr selten die Bezeichnungen Mädchen/Jungen/Frauen/Männer verwendet wurde, sondern von Personen mit Vulva/Penis oder ähnliche neutrale Formulierungen. Das Thema Gender/Geschlechter wird angesprochen und auf verständliche Weise erklärt.

Die Abschnitte sind kurzweilig und modern geschrieben. Dazu gibt es bunte Illustrationen. Leider trifft der Zeichenstil nicht ganz meinen persönlichen Geschmack, doch der ist glücklicherweise nicht essentiell für die Erklärungen.

Fazit: Informiert euch, man kann nie zu viel wissen!

Bewertung vom 15.10.2025
Verley, Vivien

Das Geheimnis von Port Mint / Thea Magica Bd.1


ausgezeichnet

Tässchen Tee gefällig- Magie gratis dazu!

In England hat das Teetrinken einen ganz besonderen Stellenwert. In diesem Buch besitzen alle Menschen eine besondere magische Fähigkeit, die durch das Trinken einer ganz speziellen Teemischung erweckt werden. Das kann etwas relativ Alltägliches sein wie besonders gute Rechenkünste, aber auch so etwas Abgefahrenes wie Unsichtbarkeit oder das Sprechen mit Tieren.

Robin Fluff ist erst vor Kurzem mit ihrer Mutter Rosemary und ihrer jüngeren Schwester Sofi zur Großmutter in den kleinen Ort Port Mint umgezogen und muss nun erst ihre magische Fähigkeit entdecken und danach direkt in eine neue Schule wechseln.

Mir hat die Ich-Erzählerin Robin, genannt Ro oder Fluffy, sofort gefallen. Ich konnte ihre Sorgen und Ängste sehr gut nachempfinden. Ihre neuen Freunde Mailin und Cornelius sind alles andere als langweilig und erst nach und nach enthüllen sich weitere Tatsachen.

Auch wenn die Geschichte an einigen Stellen vorhersehbar wirkt, gibt es doch immer wieder einige unerwartete Wendungen und besonders die quirlige Mailin ist mir im Verlauf der Geschichte richtig ans Herz gewachsen.

Leider erfahren wir auch in diesem Buch nicht genau, wie alt die Hauptfiguren sind, schätzungsweise um die 12 Jahre herum, was die Einschätzung der Zielgruppe etwas erschwert.

Besonders gut hat mir gefallen, dass die üblichen Klischees aufgebrochen werden, was die Protagonistin, aber auch die Nebenfiguren noch etwas sympathischer macht.

Wermutstropfen: Es ist ein erster Band, der nur die Grundlage für eine ganze Buchreihe bildet und damit jede Menge Potential und offene Fragen für die Fortsetzungen bietet.

Bewertung vom 15.10.2025
Welliver, Melissa

Soulmates and Other Ways to Die


ausgezeichnet

Die Entscheidung zu lieben, wen du möchtest

Zoe Quinn und Milo Spencer leben im England des Jahres 2045. Seit 10 Jahren ist die KinTwin- Mutation bekannt. Das sogenannte Dearly Departed- Syndrom verbindet zwei Menschen zu Seelenverwandten: Wenn ein Partner Schmerzen erleidet, spürt diese auch der andere. Im schlimmsten Fall sterben immer beide!
Zoe und Milo könnten kaum unterschiedlicher sein: Zoe lebt zusammen mit ihrer übervorsichtigen Mutter und beide bereiten sich auf die unvermeidlich bevorstehende Apokalypse vor. Milo liebt den Adrenalinkick und seine beste Freundin Aisha.

Mir hat das Konzept und die Idee zur Geschichte sehr gut gefallen. Es wird abwechselnd aus Milos und aus Zoes Perspektive erzählt und beide waren mir sofort sympathisch.
Nach und nach wird auch das Prinzip der Mutation erklärt und welche katastrophalen Auswirkungen dies auf die Menschen hat und auf die Liebe. Dabei fand ich ganz besonders schön, dass auf die sehr verschiedenen Formen der Partnerschaft und der Liebe eingegangen wird.
Insgesamt war die Geschichte aber doch ganz anders, als ich es erwartet hatte. Diese Dystopie ist als ein Prä-Apokalypse-Setting angesiedelt und doch gleichzeitig ziemlich düster. Glücklicherweise gibt es auch immer etwas zum Schmunzeln.
Ich hätte tatsächlich gern noch mehr Seiten und Kapitel gelesen. Die Geschichte hätte es hergegeben!

Bewertung vom 10.09.2025
Hoskins, Hayley

Whisperling - Die Geister-Detektivin


ausgezeichnet

„Eine Gabe, noch seltener als die der Whisperlinge“ (Seite 178)

Die 12-jährige Margaret (Peggy) Devona lebt in einem kleinen englischen Bergarbeiter-Dörfchen Ende des 19. Jahrhunderts. Sie hat eine seltene Gabe: sie kann die Geister Verstorbener sehen und sogar mit ihnen kommunizieren. Da ihre Eltern ein Bestattungsunternehmen führen, erhält sie manchmal den Auftrag Nachrichten der Geister an Hinterbliebene weiterzuleiten. Doch diese Gabe ist vielen Menschen auch unheimlich und aus diesem Grund behält Peggy ihr Geheimnis lieber für sich. Als ihre beste Freundin Sally (14 Jahre) wegen Mordes hingerichtet werden soll, beschließt sie, überzeugt von Sallys Unschuld, auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei erhält sie unerwartete Unterstützung von ihrem unliebsamen Onkel aus der Großstadt.

Das Buchcover beeindruckt nicht nur durch die schöne Gestaltung, sondern auch durch Prägungen. Ich mochte es sehr über die leicht erhabenen Motive zu streichen. Allerdings gefällt mir das Originalcover deutlich besser, weil es auch den Inhalt der Geschichte perfekt einfängt.

Die Themen Tod und Sterben werden in dieser Geschichte ganz direkt und schonungslos angesprochen und als natürlicher Teil des Lebens und des Alltags behandelt. Gleichzeitig spielt die Geschichte in England im Jahre 1897 mit entsprechenden Risiken. Wenn auch die historischen Hintergründe nicht zu 100% korrekt wiedergegeben werden, wirken sie doch sehr plausibel und für ein Kinderbuch passend gewählt. Eine Triggerwarnung bezüglich "Tod und Sterben" ist vermutlich überflüssig, da die Inhaltsangabe darauf schließen lässt. Dennoch gab es unerwartet berührende Szenen, die mich beim Lesen etwas tiefer getroffen haben.
Die gesellschaftlichen Gegebenheiten wie die Rolle der Frau und der Kirche lassen die Handlung authentisch wirken.

Dieses Buch hat mich vor allem dadurch beeindruckt, dass es inhaltlich keinerlei Längen bietet. An einigen Stellen hätte ich mir ausführlichere Beschreibungen gewünscht. Diese wären möglicherweise als langweilig(er) empfunden worden. So aber blieb es während der gesamten Lesezeit spannend. Ich wollte die Lektüre am liebsten gar nicht unterbrechen, sondern von Anfang bis Ende in einem Rutsch durchlesen. Die angenehm kurzen Kapitel haben ebenfalls dazu beigetragen.

Die Handlung in sich ist abgeschlossen, bietet gleichzeitig genug Potential für die Fortsetzung, auf deren Übersetzung ich leider noch warten muss.

Ein kleiner Kritikpunkt ist die Altersempfehlung als Kinderbuch. Peggy ist 12 Jahre alt und das wäre auch meine persönliche Einschätzung für das Alter der Leserschaft.

Zum Abschluss folgt eins der schönen Zitate aus dem Buch:

„[Wir sind] Einfach nur Frauen, Liebes. Aber wir sind Frauen, auf die man tatsächlich hört. Und in dieser Welt ist das eine Gabe, die noch seltener ist als Whisperlinge.“ (Seite 178)

Fazit: Ein seltenes Buch ganz ohne Längen. Tolle Protagonistin(nen) und historisch interessante (wenn auch nicht 100%ig korrekte) Handlung.

Bewertung vom 09.09.2025
Goldewijk, Yorick

1000 und ich. Zweifle nicht, zögere nicht, hinterfrage nicht.


weniger gut

„Du, ich, hier und jetzt. Wirklicher wird es nicht.“ (Seite 93)

Vorbemerkung: Eine Triggerwarnung wäre im Buch angebracht gewesen. Ich füge sie am Schluss meiner Rezension ein. Allerdings enthält sie möglicherweise einen unerwünschten Spoiler.
8 ist eine Unbeseelte. Eine von Tausenden, die in identischen Wohnzellen in identischen Blocks leben, morgens vom ersten Schlag geweckt und abends vom letzten in den Schlaf geschickt werden. Dazwischen gehen sie einer eintönigen Tätigkeit nach in der Erwartung irgendwann für die „Überfahrt“ ausgewählt und in den Dienst der Beseelten gestellt zu werden. Die Prinzipien, als ständiges Mantra, das aus allen Lautsprechern wiederholt wird, lauten:

Hör zu, sei gehorsam, folge.
Zweifle nicht, zögere nicht, hinterfrage nicht.
Sei hilfreich und ergeben.
Unterwirf dich dem Willen der Beseelten.

Doch 8 fühlt etwas. Sie zweifelt und hinterfragt und spürt, dass dies ihr Untergang sein könnte. Als sie eines Tages den Blick eines anderen Mädchens auffängt, ändert sich alles.
Diese Dystopie liest sich sehr flüssig, obwohl ich während der gesamten Lesezeit ein bedrückendes Gefühl verspürte. Ich konnte mir die beschriebene Umgebung sehr gut vorstellen und fühlte mich, als wäre ich gemeinsam mit 8 in Surdus unterwegs.
Die Ereignisse scheinen ineinander überzugehen und sich zu wiederholen, was ich zwischenzeitlich als sehr verwirrend empfand. Die Geschehnisse ergaben am Schluss einen Sinn. Trotzdem fiel es mir schwer der Geschichte noch zu folgen. Leider habe ich auch nicht alle Zusammenhänge erkannt und verstanden.
Gut gefielen mir einige Zitate und Sätze über das Thema Freiheit und den Blick auf die individuelle Wahrnehmung.
Besonders schlimm fand ich jedoch das Ende. Ernste moralische und ethische Fragen bieten eine gute Diskussionsgrundlage für Kinder und Eltern und auch für Erwachsene, die dieses Buch lesen, denn das Thema ist nicht so futuristisch wie anzunehmen wäre. Allerdings empfinde ich den Schluss, den Abschluss, für ein Kinderbuch ab 12 Jahren als unpassend. Ich lese Jugendromane, weil sie größtenteils ein hoffnungsvolles Ende bieten. Von diesem Buch kann ich das leider nur bedingt sagen und empfehle es daher lieber für eine ältere Leserschaft. Ich könnte es mir auch als Unterrichtslektüre mit Diskussionsrunden vorstellen.
Fazit: gut geschrieben, interessante Fragen und Ansätze, aber nicht für 12-Jährige!
Vorsicht, die folgende Triggerwarnung enthält einen Spoiler:
Suizid/Selbstmord

Bewertung vom 02.09.2025
Feldmann, Regina

Einfach Weike - Nicht perfekt, aber genau richtig


gut

Gut geschrieben, mehr Tiefgang wäre schön gewesen

Weike Wahlström ist mit ihren Eltern vom quirligen Berlin ins beschauliche Lütjenhausen in Nordfriesland umgezogen, in Vaters ehemaliges Elternhaus. Sie vermisst die Großstadt und ihre beste Freundin. Und als "Neue" in die Klasse zu kommen ist natürlich besonders unangenehm. Doch Weike muss sich selbst eingestehen, dass sie „die Tussis“ für ihre coolen Tanz-Choreografien bewundert. Dafür sind Hinnerk und Tuba vom Schachclub einfach locker drauf und kein bisschen arrogant. Weike steht zwischen den Stühlen. Und da ist noch die geheimnisvolle alte Frau, die ihr immer wieder begegnet.
Ich konnte mich sofort in Ich-Erzählerin Weike einfühlen und mochte ihre Beschreibungen. Sie schreibt wie sie spricht und lässt mich an ihren Erlebnissen und Gedanken teilhaben. Auch die Nebenfiguren besitzen Persönlichkeit und es macht sie lebendig.
Das Buch zeigt, dass vieles anders ist als es auf den ersten Blick scheint und es sich lohnt miteinander zu sprechen und insbesondere auch ehrlich zueinander zu sein, vor allem zu den Menschen, die man seine Freunde nennt.
Was mir fehlt ist mehr Hintergrundwissen, insbesondere zu Weikes Familie. Erst ganz am Ende wird da etwas näher drauf eingegangen und leider bleibt bei mir zum Schluss nur ein großes „Hä?“ Denn in den wirklich alltäglichen und nachvollziehbaren Problemen (und deren Lösungen) hätte ich am wenigsten Magie vermutet und finde die auch eher unpassend.
Es werden wirklich immer wieder sehr unterschiedliche Themen angesprochen und auch Lösungen gefunden, diese wirken allerdings oft oberflächlich. Ich persönlich hätte mir da an einigen Stellen mehr Tiefgang gewünscht. Dabei hat mir besonders gut gefallen, wie Weike auf den offenen Rassismus reagiert.
Zu Beginn jedes Kapitels gibt es eine kleine schwarz-weiße Illustration, die sich am Inhalt orientiert. Auch davon hätten es gern ein paar mehr sein dürfen.
Fazit: schöne Geschichte übers Anderssein, Freundefinden und irgendwie dazugehören. Aber am Ende bleiben einige Fragen offen.