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Starocotes von nerdenthum.de
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Herborn
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Comicleser, Baseballfan, Gamer

Bewertungen

Insgesamt 317 Bewertungen
Bewertung vom 28.06.2022
Brandon Sandersons Weißer Sand - Eine Graphic Novel aus dem Kosmeer
Sanderson, Brandon;Hoskin, Rik;Gopez, Julius

Brandon Sandersons Weißer Sand - Eine Graphic Novel aus dem Kosmeer


ausgezeichnet

Brandon Sanderson wurde bekannt durch die Fortführung des Rad der Zeit Zyklus, hat aber mittlerweile selbst eine Reihe an locker verbundenen Fantasyromanen veröffentlich. Seine erste Idee zu einer Geschichte hat es jedoch bisher nicht in Buchform geschafft, eignet sich aber hervorragend als Comic veröffentlicht zu werden.

Der Planet Taldain hat eine Tag und eine Nachtseite. Auf der Nachtseite herrscht offenbar eine unterdrückerische Dynastie und eine Herzogin macht sich auf die gefährliche Reise zur Tagseite um dort Hilfe zu suchen. Kann sie die bei den Sandmeistern finden, einer Gruppe die auf magische Weise den Sand kontrollieren können? Der junge Kenton ist ein solcher Sandmeister doch seine Kontrolle über die magischen Fähigkeiten scheint nur gering zu sein, dafür hat er klare Ideen darüber die sein Volk in Zukunft agieren sollte.

Die Welt ist interessant und tatsächlich ein wenig anders als das was man sonst so aus Fantasy Geschichten kennt. Es gibt leichte Sci-Fi Elemente, gerade durch einige der Erklärungen es ist aber immer noch deutlich Fantasy mit einer Technik die eher auf mittelalterlichem Stand ist und eben die Magie der Sandmeister. Die Charaktere sind interessant und glaubwürdig und eben keine einfachen Helden die sofort alles können. Sie kämpfen mit ihren Unzulänglichkeiten und die Intrigen die gesponnen werden, die politischen Verwicklungen und das drumherum ist so genial aufgebaut das man mehr und mehr von der Welt wissen will. Dieser erste Teil kratz dabei nur an der Oberfläche, liefert aber trotzdem alles was man braucht um die Konflikte zu verstehen der die Protagonisten ausgesetzt sind.

Zeichnerisch genial gestaltet, von der kargen Schönheit der Wüsten der Tagseite, über die Schaubilder die im Stile der Welt gehalten sind bis hin zu den Charakteren kann man sich kaum satt sehen. Definitiv eine der Höhepunkt der Comicliteratur dieses Jahr.

Bewertung vom 17.06.2022
Blade Runner 2029
Johnson, Mike;Guinaldo, Andrés;Perkins, Kate

Blade Runner 2029


sehr gut

Yotuns Plan eine Revolution anzuzetteln geht in die nächste Phase. Es stellt sich die Frage ob Ash ihn aufhalten kann und ob sie das überhaupt will, schließlich ist Freya – ihre Geliebte – auch eine Replikantin. Doch dann kommt alles irgendwie nochmal anders.

Man sieht immer mehr der Schritte die zwischen dem ursprünglichen Film und Blade Runner 2049 liegen, der Seawall der im neuen Film eine wichtige Rolle spielt wird erwähnt und der Grundstein für einige der Schauplätze gelegt. Trotzdem ist es vorrangig die Geschichte von Ash und der Frage auf welcher Seite sie steht. Das sie in der Vergangenheit mehr danach gehandelt hat wie sich jemand verhält und weniger ob die Person ein Mensch ist oder eben ein Replikant bestimmt auch hier ihr handeln. Das Yotun eben nicht an eine friedliche Revolution glaubt ist aber ebenso verständlich wie Ashs Eintreten gegen ihn und die Tatsache das selbst die Replikanten sich untereinander nicht einig sind. Auch wenn man weiß wie es ausgehen wird sind die persönlichen Schicksale das was die Spannung hoch hält.

Auch das Team was für das Artwork zuständig ist, ist das selbe und so bekommen wir beständige Qualität welche die dystopische Landschaft von LA in bekannter Art und Weise umsetzt und gegen Ende die passende Action liefert.

Bewertung vom 10.06.2022
Wonder Girl: Heimkehr
Jones, Joëlle;Melo, Adriana

Wonder Girl: Heimkehr


sehr gut

Im Event Future State hatte die neue Wonder Woman ihren ersten Auftritt (Okay, eigentlich am Ende von Death Metal, aber das war extrem kurz). Hier bekommen wir nun ihr „Origin“ – also die Herkunftsgeschichte – erzählt die tief in die Mythologie hinter Wonder Woman und die griechische Sagenwelt eintaucht. Yara Flor ist aber in Brasilien groß geworden und sie stammt auch zum Teil von dortigen Ureinwohnern ab, also gibt es auch hier einige Verweise. Interessant ist dabei vor allem die Einordnung wer „Gut“ und wer „Böse“ ist.

Jones nimmt viele Elemente der aktuellen Geschichten rund um Wonder Woman, eine interessante neue Figur und ein wenig Stoff aus diversen Shakespear Dramen und vermischt das zu einem sehr unterhaltsamen Band der vor allem Yara Flor sehr viel sympathischer macht als das noch im Future State Band der Fall war. Sie ist jung und impulsiv, etwas das man als „typisches“ brasilianisches Temperament ansehen kann, hat dabei das Herz auf dem rechten Fleck und definitiv das Zeug zu einer interessanten Heldin die sich dabei auch von den anderen Wonder Women und Wonder Girls unterscheidet.

Wann immer Joelle Jones nicht nur schreibt sondern auch selbst zeichnet ist es eine Pracht anzusehen. Natürlich zeichnet sie eine bildschöne Yara Flor, aber tatsächlich eben auch glaubwürdig und ausdrucksstark. Die Action stimmt und wo es eher mystisch wird findet Sie und ihre ihre Kolleginnen die richtigen Effekte.

Bewertung vom 10.06.2022
Checkmate - Die Leviathan-Verschwörung
Bendis, Brian Michael;Maleev, Alex

Checkmate - Die Leviathan-Verschwörung


sehr gut

Das Event rund um Leviathan und dem Versuch von Mark Shaw, dem alten Manhunter die Welt neu zu gestallten hatte einige Fragen offen gelassen, vor allem aber war weder die Organisation Leviathan vernichtet worden noch Mark Shaw gefasst. Hier greift Bendis nun diese Fäden wieder auf und setzt erweckt die Geheimorganisation „Checkmate“ damit wieder, die im DC Universum eine lange Tradition hat.

Der mysteriöse Kingsley Jacobs rekrutiert Steve Trevor, Lois Lane, Green Arrow, Question, Mr. Bones und Kate Spencer um einen geheimen Plan von Leviathan aufzuhalten der die ganze Welt gefährden könnte. Das Team scheint recht ungewöhnlich und wird dann im Laufe der Geschichte dann auch noch verstärkt. Bendis schafft es Spannung und Witz zu vereinen und jedem seinen Platz und auch seinen Wert zu geben. Dabei ist Lois Wert eben nicht primär das die die Frau von Superman ist, auch wenn das hier auf dem Cover vielleicht so dargestellt wird.

Der Plan hinter allem, wie er vereitelt wird und wie das zusammenhängt ist geschickt verwoben und macht im Kontext auch Sinn. Das es hier natürlich auch massiv um Verrat und Doppelagenten geht muss wohl nicht extra erwähnt werden. Zwei Charaktere sind hier zudem von besonderem Interesse. Die Identität von Kingsley Jacobs und das mysteriöse „Snowman Ticket“ werden wohl auch noch weiter in den DC Serien vorkommen.

Immer wenn Maleev mehr Spione und normale Menschen zeichnen darf funktioniert das hervorragend. Bei Effekten und eher Superhelden Dingen fehlt ihm ab und an das Gefühl aber hier wirken auch diese Effekte (z.B. das Teleportieren) sehr stimmig.

Bewertung vom 10.06.2022
Moon Knight: Wächter der Nacht
Mackay, Jed;Cappuccio, Alessandro

Moon Knight: Wächter der Nacht


weniger gut

In den letzten Jahren gab es einige hervorragende Comics zum Antihelden mit der multiplen Persönlichkeit, sei es von Jeff Lemire oder Max Bemis. Kein Wunder also das man zum Start der TV Serie auch eine neue Serie heraus bringen wollte. Als Autor wurde Jed MacKay auserkoren, der bereits an Black Cat und dem Tod von Dr. Strange sein Können bewiesen hat.

Marc Spector ist an einem sehr seltsamen Punkt in seinem Leben angekommen. Sein Gott – Konshu – hat versucht die Erde zu unterwerfen und nur die vereinten Avengers konnten ihn aufhalten und schließlich gefangen nehmen. Nun muss sich Moon Knight fragen was sein Platz in der Welt ist. Also gründet er eine „Mission“ und hilft den Leuten in der Nachbarschaft. Dabei kämpft er gegen Vampire wobei er feststellen muss das die nicht alle böse sind.

Die Geschichte die hier erzählt wird ist mehr als gewöhnlich. Die Verwicklungen mögen komplex wirken sind es aber nicht wirklich und die komplexen psychologischen Themen die man aus den voran gegangene Serien kannte entfallen hier fast vollkommen. Die Frage was ein Avatar ohne seinen Gott anfängt ist nur Nebenschauplatz und auch ein Rivale wirkt eher wie ein Komparse.

Zeichnerisch ebenfalls eher Mittelmaß kann dieser Band nicht wirklich überzeugen und wird dem Charakter in keinster Weise gerecht.

Bewertung vom 10.06.2022
Wonder Woman
Conrad, Michael W.;Cloonan, Becky;Macdonald, Andy

Wonder Woman


sehr gut

Die weibliche „Zukunft“-Hälfte von Gott Janus hat sich von der männlichen „Vergangenheit“ getrennt, gibt sich als Wonder Woman aus und zieht eine Schneise der Verwüstung durch die Götterwelt und auch das Multiversum. Diana ist mit ihren Gefährten Ratatöskr dem Boteneichhorn aus der nordischen Sagenwelt und Boston Brand der als Deadman eine Verbindung zu den Toten hat unterwegs um sie aufzuhalten.

Die Reise durch die verschiedenen Welten der Götter und dann das Multiversum wird immer seltsamer. Teilweise ist die Exposition viel zu stark ausgeprägt und das die Geschichte an sich vor Klischees trieft macht es auch nicht besser. Hinzu kommen einige Zeichenstile die der entsprechenden Welt angepasst sein sollen, im Besonderen Diana aber sehr komisch aussehen lassen. Es wird mit der Zeit zunehmend schwerer sich beim Lesen weiter zu kämpfen bis man an den Punkt kommt wo die Motivation hinter allem klar wird. Der Weg dorthin ist beschwerlich und hätte interessanter gestaltet werden können aber mit der Rückkehr von Travis Moore in den letzten Kapitel kehrt auch sehr viel mehr Sinn in den Band zurück.

Die Frage ob wir uns denn nun durch den Blick auf die Zukunft leiten lassen sollten oder ob doch das Lernen aus vergangenen Erfahrungen wichtiger ist, ist nicht nur einen sehr persönliche Frage sondern auch eine brandaktuelle politische. Somit entschädigt das Ende doch für den Weg der lange scheint und in Teilen auch überflüssig.

Bewertung vom 10.06.2022
Infinite Frontier: Die geheimen Akten
Williamson, Joshua;Thomas, Brandon;Phillips, Stephanie

Infinite Frontier: Die geheimen Akten


weniger gut

Nachdem in „Death Metal“ das Multiversum wieder geöffnet wurde und nun auch die normalen Menschen auf Erde 0 darüber bescheid wissen versucht sich der Direkter des B.P.E. (Büro für paranormale Einsätze) „Bones“ über diverse Individuen zu informieren die etwas mit dem Multiversum zu tun haben oder aber gar auf Erde 0 von den Toten zurück gekommen sind.

Die Geschichten hier nehmen einige interessante Ansätze und führen sie in interessante Richtungen. So wird Präsident Superman beleuchtet der – wie es sich für einen Superman gehört – dafür sorgen will das die Menschheit auch ohne ihn zurecht kommt. Jade versucht mit Hilfe ihres Bruders Obsidian ihre Angst vor der Zukunft zu überwinden und die beiden Totalitäten von Erde 0 und Erde 23 müssen verstehen um was es bei ihrem Auftrag geht.

Die Geschichten an sich sind eher Mittelmaß und nur die letzte, die sich um den Psycho Pirat dreht hat wirkliche Relevanz für das ganze „Event“. Dazu kommen Zeichnungen die zum Teil qualitativ einfach nicht mit dem mithalten können was man von DC sonst gewohnt ist. Alles in Allem ein eher überflüssiges Heft das dennoch einige kleine Höhepunkte hat.

Die Zeichnungen sind zu vielfältig als es dem Heft gut tun würde.

Bewertung vom 10.06.2022
Catwoman
Ram V;Blanco, Fernando;Cagle, Evan

Catwoman


sehr gut

Selina merkt das sie und ihre Freunde in Alleytown immer mehr unter Druck geraten. Da ist zum einen der Riddler der aber wohl nicht mehr ganz bei sich ist, Drogen die Selina nicht in „ihrem“ Viertel haben möchte, die verschwundene Poison Iva und die Tatsache das die Polizei sie auch nicht in Ruhe lassen wollen. Das da im Hintergrund noch jemand ganz anderes aktiv ist und der auch noch ein brutaler Attentäter Jagd auf Catwoman macht erschwerte die Sache zusätzlich.

Geschickt wird hier die Rückkehr von Catwoman mit der aktuellen Storyline aus den Batman und Detective Comics Heften verwoben ohne das man nun unbedingt alles gelesen haben müsste. Zudem gibt es einen Rückblick auf Selinas Vergangenheit was nicht wirklich überraschendes liefert, aber auch einen Rückblick auf die Geschichte des Attentäters und hier wird eine schon vermutete Verbindung zu einem anderen Charakter aus dem DC Universum sehr viel deutlicher.

Die Story geht nur langsam weiter, die Rückblicke sind interessant aber scheinen nur wenig mit der aktuellen Geschichte zu tun zu haben und dann ist die Qualität der Zeichnungen zum Teil wirklich nicht gut. Noch immer macht Catwoman viel Spass aber die hohe Qualität die die letzten Bände hatten kann hier nicht ganz gehalten werden.

Bewertung vom 27.05.2022
Kang der Eroberer: Am Ende der Zeit
Kelly, Collin;Magno, Carlos;Lanzing, Jackson

Kang der Eroberer: Am Ende der Zeit


sehr gut

Kang ist einer der Schurken der durch das ständige Umschreiben seiner Geschichte, seines Hintergrunds und zum Teil auch seiner Motivation eigentlich nur gewonnen hat. Sei es Rama-Tut der Pharao aus dem alten Ägypten, Iron-Lad der jugendliche Rebell der verhindern will was er in der Zukunft tut oder Immortus, der „alte“ Kang der sich als Hüter der Zeit aufspielt oder der Scarlet Centurion als eher obskure Version. Alles hat seinen Ursprung in Nathaniel Richards, einem Nachkommen von Reed Richards, dem Gründer der Fantastischen Vier.

So beginnt auch dieser Band mit diesem Nathaniel und der Grundmotivation hinter seinem Weg. Wir verfolgen ihn auf dem Weg durch die Zeit und in Konflikt mit den anderen Versionen seiner Selbst, aber eben auch diversen anderen Helden und Schurken. Immer dabei die Frage nach dem Sinn, nach dem Wert von Liebe und Eroberungen und wie weit man Zeit beugen kann.

Das Ende ist vorhersehbar und doch auch wieder nicht. Hier wird sehr geschickt mit den Erwartungen des Leser gespielt. Da es sich ja um Zeitreisen dreht vermutet man ein Ende, bekommt auf dem Weg dorthin aber doch immer wieder einen anderen Ausblick darauf wie das aussehen könnte.

Das ist dann auch noch sehr konsistent genial von Magno gezeichnet der nicht nur die diversen Inkarnationen von Kang sondern auch die anderen Charaktere in den jeweiligen Epochen treffend darstellt. Zudem ist es natürlich auch eine Herausforderung die verschiedenen Varianten des Protagonisten unterschiedlich genug darzustellen damit der Leser auch versteht was vor sich geht und auch hier kann Magno brillieren. Das dann noch Espen Grundetjern mit einer Kolorierung aufwartet die ebenso brilliert macht den Band nochmal besser.

Bewertung vom 27.05.2022
Der Tod von Doctor Strange
Mackay, Jed;Garbett, Lee

Der Tod von Doctor Strange


sehr gut

Der Titel sagt schon recht gut voraus was passiert und damit steigt der Band auch ein: Stephen Strange stirbt. Doch er hat ein Notfallszenario das genau dafür gemacht wurde, dummerweise ist dieses Szenario etwas veraltet und so erfahren wir nicht nur was passiert wenn der Oberste Zauberer stirbt, sondern auch wie man so einen Mord aufklärt und wer alles davon profitiert das Strange tot ist.

MacKay greift einige der Handlungsstränge aus den letzten Dr. Strange Serien auf bringt aber auch eigene Ideen hinein und sogar ein wenig von dem was wir aus den Filmen kennen. Das Notfallszenario allerdings ist fast schon genial und dazu geht er nochmal ein paar mehr Schritte in die Vergangenheit. Es gibt einen Mord aufzuklären was fast schon wie eine Folge Colombo anmutet, Kampf gegen außerdimensionale Bedrohungen, die Avengers, eine Liebesgeschichte und ein Ende das man so nicht erwartet hat. Hervorragende Erzählung die auch zeichnerisch mehr als zu überzeugen weiß. Lee Garbett zeichnet gerade das Notfallszenario so passend klassisch aber eben auch den Rest genial. Die Effekte durch die Farbgebung sind dezent gesetzt, aber sehr passend.

In Summe ein gelungener Band der jedem Dr. Strang Fan uneingeschränkt zu empfehlen ist.