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Kyra112
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Sachsen-Anhalt

Bewertungen

Insgesamt 367 Bewertungen
Bewertung vom 28.11.2025
Carsta, Ellin

Geschenk des Loslassens


gut

Die angespannte Situation innerhalb der Familie Hansen spitzt sich zu. Als eines Morgens auch noch die Fensterscheibe im Hansens eingeworfen ist, wächst das Netz aus Misstrauen, Verrat und Geheimnissen immer weiter an.

„Geschenk des Loslassens“ ist Band 8 der Reihe „Die Kinder der Hansens“ von Ellin Carsta.
Ich verfolge diese Reihe nun schon von Anfang an und kenne auch die Vorgängerreihe bereits. Doch ich muss sagen, dass es mir von Band zu Band schwerer fällt, an der Geschichte dran zu bleiben. Ich finde die Romane werden langatmiger und immer breiter. Das mag daran liegen, dass die Autorin versucht, jeden Zweig der Familie mitzunehmen, doch für mich spielt die Reihe eigentlich in Hamburg. Dennoch kommt es zu regelmäßigen Ausflügen nach Wien und in die USA, sodass es drei verschiedene Handlungsstränge gibt. Mich wunderte es, dass es nicht noch einen vierten bei Friederike im Breisgau gab.
Mir scheint, als bewegten sich die Familienmitglieder immer weiter auseinander und Eduard driftet immer weiter in die kriminelle Schiene ab. Es steht also für eventuelle Folgebände zu befürchten, dass sein ganzes System das Hansens in Gefahr bringen wird. Hier baut sich also ein kleiner und langanhaltender Spannungsbogen auf. Gleiches gilt für den Wiener Handlungsstrang und Thereses ominösen Gast. Dabei gibt es am Ende sogar einen Cliffhanger. Es lässt sich nur erahnen, wer hinter diesem steckt und wie das Ganze für Therese ausgehen wird.
Gut beschrieben finde ich auch Amalas Zweifel, ob ihrer Beziehung zu Curt. Ich denke, gerade an Amala und Auguste bekommt man den Denk- und Wertewandel junger Frauen der damaligen Zeit beispielgebend mit.

Alles in allem ist mir diese Fortsetzung jedoch mittlerweile ein bisschen zu langatmig und zu breit aufgestellt, sodass es mir schwerfiel, an der Geschichte dran zu bleiben.
Wer jedoch wissen möchte, wie es mit den Hansens weitergeht, sollte diesen Band lesen.

Bewertung vom 28.11.2025
Liebig, Anna

Schneezauber in Norwegen / Winter-Liebe Bd.2


ausgezeichnet

Nina mag ihren Job, kuschelt sich gerne in ihrer Wohnung ein und hat es nicht so mit Beziehungen. Nicht, weil sie es nicht möchte, sondern mehr aus Angst.
Als ihr Großvater spontan kurz vor Weihnachten nach Bergen fliegen will, um der Spur einer alten Liebe zu folgen, nimmt er Nina und ihren Mitbewohner mit auf die Reise. Alle drei tauchen nun bewusst oder unbewusst in die Magie der Vorweihnachtszeit, aber vor allem der Liebe ein.

„Schneezauber in Norwegen“ ist Band 2 der „Winter-Liebe“-Reihe von Autorin Anna Liebig.

Ich bin ein absoluter Weihnachtsfan und damit auch ein riesiger Fan von Weihnachtsromanen und dieser gehört für mich zu meinen bisherigen Highlights.
Anna Liebig hat hier einen wunderschönen, herzergreifenden, aber nicht zu kitschigen Weihnachtsroman voller Liebe geschaffen. Die Atmosphäre im winterlichen Norwegen vor der Kulisse einer filigranen Lebkuchenstadt ist etwas sehr besonderes. Was mir auch richtig gut gefallen hat, ist, dass sie die Mentalität der Norweger eingefangen hat, deren Aufgeschlossenheit und Freundlichkeit gegenüber fremden Menschen.
Auch die Beschreibung der Traditionen im vorweihnachtlichen Bergen sind anschaulich beschrieben und ich konnte mir vor meinem inneren Auge alles traumhaft vorstellen, zumal mir die Stadt nicht unbekannt ist.
Nina ist eine sehr vorsichtige Person, die ihren festen Trott und damit ihre behütete Umgebung braucht. Aufgrund von familiären Verlusten fühlt sie sich schnell eingeengt und kämpft mit Verlustängsten. Ihre größte Stütze ist ihr Opa Uwe. Er ist ihre Familie und damit ihre Basis.
Uwe ist ein rüstiger Pensionär, der sich nach dem Tod seiner geliebten Frau immer mehr zurückgezogen hat. Jedoch finde ich die Beschreibungen, wie er immer weiter aufblüht, aber auch seine Gefühle gegenüber seiner Familie durch seine Denkweise beschreibt.
Die Figur der Ingrid gefällt mir auch richtig gut. Auch sie ist eine rüstige Seniorin und ihre Aufgaben, die sie sich selber durch ihre Wohltätigkeitsarbeit stellt, absolviert sie wirklich mit Begeisterung. Das merkt man ihr absolut an. Ich finde es auch toll, wie reflektierend sie und ihr Bruder Harald sind.
Ja und auch Magnus ist ein so toller Mensch, der mit dem Herzen sieht.

Alles in allem ist dieses Buch einfach ein wunderschöner Weihnachtsroman, den ich allen Weihnachtsfans nur wärmstens empfehlen kann!!!

Bewertung vom 18.11.2025
Sanders, Clara

Winterherzen in Chanting Hills (MP3-Download)


ausgezeichnet

Isla ist frustriert. Ihr Sohn steckt mitten in der Pubertät und ständig muss er wegen Verfehlungen aus der Schule abgeholt werden. Das stößt natürlich nicht auf Verständnis bei ihrem Chef und so hat er sie mehr oder minder auf dem Kieker und ihre Kollegin liebäugelt mit ihrem Job. 
Als Islas Vater ihr anbietet, das elterliche Cottage zu übernehmen und ihr nahelegt, ihren Traum als Tagesmutter umzusetzen, wagt sie es und zieht mit Sohn Ben nach Chanting Hills.

Clara Sanders „Winterherzen in Chanting Hills“ fällt bereits durch das wunderschöne und verträumt Wintercover in Weihnachtsoptik auf.
Das Hörbuch wird von Sabine Meine gesprochen. Sie macht das so wunderbar, dass man nicht nur durch die Optik des Covers und die Geschichte selbst in Weihnachtsstimmung kommt, sondern auch aufgrund ihrer sanftmütigen Stimme.
Protagonistin Isla ist ein sehr sensibler Charakter. Als alleinerziehende Mutter, die in den brenzligen Situationen vom Kindsvater allein gelassen wird, musste sie sich schon durch so manche Erziehungsepisode quälen. Man merkt ihr an, dass sie in der derzeitigen Situation auch als Pädagogin an ihre Grenzen kommt und sich durch den Umzug einen Neuanfang und vor allem wieder eine intensivere und liebevollere Beziehung zu ihrem Sohn wünscht.
Oliver ist ebenfalls gerade an einem Tiefpunkt. Er sieht seine neue Aufgabe als Ablenkung und Verpflichtung der Familie gegenüber. Mit ihm hat die Autorin m.E. einen ganz besonderen Charakter geschaffen. Er hat eine unwahrscheinlich emphatische Art und schafft es, sich vorurteilsfrei auf sein Umfeld einzulassen. Das fand ich wirklich beeindruckend.
Clara Sanders hat sogar zwei Spannungsbögen eingeflochten. Zum einen bleibt die Frage, was mit Ben los ist und zum anderen der Konflikt mit Harry.
Die weihnachtlich-liebevolle Stimmung wird zudem durch die Dorfgemeinschaft geprägt. Hier werden tolle Bräuche vorgestellt und der Zusammenhalt ist beispielgebend. Natürlich muss ein bisschen Dorftratsch auch immer dabei sein.

Mein Fazit: Ein traumhaft schöner und weihnachtlicher Roman mit Herzschmerzgarantie, und Dorfcharme. Somit eine absolute Empfehlung für alle romantisch-veranlagten Leser.

Bewertung vom 15.11.2025
Winterberg, Linda

Zeit der Kinder / Die Berghebamme Bd.3 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Brannenburg 1899: Hebamme Maria musste aus eigener Erfahrung erleben, wie es ist, als Bankert aufzuwachsen. Doch liebevoll erinnert sie sich an ihre Kindheit in einem Findelheim. Aufgrund ihrer Erfahrungen als Hebamme, die Verständnis für ledige Mütter aufbringt, wegen ihrer eigenen Kindheit, entschließt sie sich, mit ihrem Mann Georg ein Wohnheim für ledige Schwangere zu gründen.
Das wird jedoch überschattet von Marias bisheriger Kinderlosigkeit und der ablehnenden Haltung der Brannenburger Bevölkerung.

„Die Berghebamme - Zeit der Kinder“ von Linda Winterberg ist Band 3 der Reihe „Kinder der Berge“.
Der Leser trifft auch hier wieder auf Hebamme Maria, deren Mamsell Burgi und Marias Ehemann, Landarzt Georg. Die drei haben sich ein wunderbares Leben auf dem Dannerhof, Marias Heim aus Kindheitstagen aufgebaut.
Linda Winterberg spricht in diesem Roman eine Problematik an, die nie an Bedeutung verlieren wird - den unerfüllten Wunsch nach einem eigenen Kind. Der Leser lernt eine Maria kennen, die ihm bisher so nicht bekannt war. Maria kommt an ihre psychischen Grenzen, zweifelt an der Liebe zu ihrem Beruf und steigert sich immer weiter in ihren Kinderwunsch.
Ganz klar merkt man, dass sie ans Ende ihrer Kräfte gerät und alte Charaktereigenschaften, wie ihren Mut und ihre Kämpfernatur ablegt.
Ich denke, dieses Thema war damals, als auch heute ein Thema, das selten angesprochen wird, das Betroffene in sich hineinfressen und lernen müssen, damit umzugehen. Ich finde es toll, dass die Autorin diese zeitlose Problematik eingeflochten hat.
Gleichzeitig wird auch aufgezeigt, was ein Dorf bewegen kann, wenn es zusammenhält. Doch auch hier gilt vieles, was auch heute noch so ist, man wacht oftmals erst auf, wenn es zu spät ist.

Alles in allem ein schöner Abschluss der Reihe, der sehr emotional ist. Ich kann es daher nur allen Fans der vorherigen Teile empfehlen, auch diesen Band zu lesen.

Bewertung vom 14.11.2025
Korn, Carmen

In den Scherben das Licht


gut

Hamburg kurz nach dem 2. Weltkrieg: Gisela klettert eines Tages in einen Keller und damit direkt in die Arme von Gert, der sich dort häuslich niedergelassen hat. Hauseigentümerin Friede, eine ehemalige Volksschauspielerin, erlaubt den beiden im Keller wohnen zu bleiben. Aus einer für kurze Zeit gedachten Zweckgemeinschaft wird einer Jahre anhaltende Freundschaft.

„In den Scherben das Licht“ von Carmen Korn beschreibt das Leben im Hamburg der Nachkriegszeit und das Leben in einer etwas anderen Wohngemeinschaft.
Die Bewohner des Hauses in der Tornquiststraße sind auf der Suche nach Familienangehörigen oder haben Angst, sich auf die Suche nach vermissten Familienangehörigen oder Freunden zu machen - Angst sich vor der eigenen Vergangenheit zu stellen. Doch gleichzeitig ist jeder der Charaktere auf der Suche nach Halt, Wärme und Liebe.
Ich mag den schnörkellosen und geerdeten Schreibstil der Autorin, der schon ihre „Jahrhundert-Trilogie“ geprägt hat. Auch die Dialoge und Gespräche zwischen den einzelnen Charakteren fallen durch realistische und ernste Themen auf und speziell die Dialoge zwischen Marta und Friede bestechen durch den Sarkasmus, der sich zwischen den Zeilen versteckt.
Dennoch muss ich sagen, dass mich Carmen Korn dieses Mal nicht mitnehmen konnte. Die Geschichte plätschert vor sich hin und speziell diese vielen Wechsel der Personen in den einzelnen Abschnitten hat mich oft durcheinandergebracht. Ich musste so manches Mal Abschnitte zweimal lesen, um rauszufinden, um wen es gerade ging.
Mir waren auch die beiden Protagonisten Gisela und Gert zu farblos. Auch wenn man hin und wieder in ihre Vergangenheit geführt wird, blieben sie mir zu oberflächlich.
Auch die Zeitsprünge zwischen den einzelnen Kapiteln fand ich relativ groß gewählt.

Fazit: Carmen Korn kann mit diesem Roman leider nicht an ihre Jahrhundert-Trilogie anknüpfen. Es fehlt der nötige Tiefgang, der durch farblose Protagonisten, große Zeitsprünge und ständig wechselnde Charaktere, über die erzählt wird, untermauert wird.

Bewertung vom 13.11.2025
Henn, Carsten Sebastian

Sonnenaufgang Nr. 5


sehr gut

Und dann und wann ein weißer Elefant

Jonas hat sich dazu entschieden, Stellas Memoiren zu schreiben. Stella ist eine ehemalige Schauspieler, berühmt, zu Hause zwischen Glanz und Glamour - ganz die Diva.
Jonas wiederum lernt bei seinen Recherchen eine ganz andere Stella kennen. Gefangen zwischen diesen Welten, wird er mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert.

„Sonnenaufgang Nr. 5“ ist ein Roman über das Leben und wurde von Erfolgsautor Carsten Henn geschrieben, der u.a. mit „Der Buchspazierer“ bekannt wurde.
Ja, was will mir der Autor mit diesem Buch nun sagen? Es war schwierig. Ich habe dieses Buch als Hörbuch genossen, gesprochen von Oliver Siebeck. Dessen getragene und ruhige Stimmung passte wunderbar zum Grundtenor dieser Geschichte.
Ich glaube, es sind die Erzählungen über das Leben, die der Autor näherbringend möchte. Wie sehen wir unser Leben? So wie es ist? So wie wir es haben wollen?
Stella ist auf den ersten Blick eine schwierige Person, mit der klarzukommen, man erst einmal lernen muss. Eine Frau, die sich als Diva sieht, als die bejubelte Schauspielerin, die über allem und jedem steht.
Vermutlich sieht es die kleinen Botschaften über das Leben, über die Liebe, über verpasste Gelegenheiten, Reue, Schuld und auch Sühne, die Carsten Henn mit diesem Roman vermitteln möchte. 
Es sind die Gegensätze zwischen der exzentrischen Stella und dem geerdeten Jonas, die sich hier gegenüber stehen. Es sind die Gegensätze einer Frau, die in ihrem Leben nicht nur gute Erfahrungen gemacht hat und einem jungen Mann, dem die Liebe zur Mutter, im übertragenen Sinne, verloren ging.
Es sind aber auch die Charaktere drumherum, wie Nessa oder Bente, die diese Geschichte prägen und sie zu einem tiefgründigen Roman machen.

Alles in allem ist dieser Roman schwere Kost, die man aber verdauen kann, wenn man sich darauf einlässt und auch die Gefühle, die zwischen den Zeilen zu lesen sind, ernst nimmt.
Wer also tiefgründige Romane über das Leben liebt, ist hier richtig.

Bewertung vom 11.11.2025
Jantzen, Nele

Weihnachtszauber in Warnemünde (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Das Weihnachtsfest steht mal wieder vor der Tür, die Vorbereitungen sind im Gange und damit rückt auch eine eventuelle Hochzeit von Sven Ole und Sanne in weite Ferne.
Doch als Sanne mit ihrer besten Freundin Rike bei einem Weihnachtsmarktbesuch ihr Traumkleid im Brautmodengeschäft nebenan findet, kommt Bewegung in die Mission Hochzeit.

„Weihnachtsfeier in Warnemünde“ ist Band 5 der „Weihnachtszauber“-Reihe von Nele Jantzen.
Nele Jantzen lädt schon mit dem traumhaften Cover ihres Romans zum Träumen ein. Zurück an der Stoltera fühlt man sich als treffe man alte Freunde wieder und ist von der ersten Seite an wieder Teil der Warnemünder Freunde.
Es handelt sich bei dem Roman um eine turbulente Erzählung zwischen Frust, Weihnachtszauber und Hochzeitsflair mit Familienanschluss. 
Beim Ausflug auf den Weihnachtsmarkt konnte ich den Glühwein und die Süßigkeiten förmlich riechen. Auch die Nachfragen der Familienangehörigen und Freunde, wann den nun eine Hochzeit käme, konnte ich mir gut vorstellen, weil es einfach eine aus dem Leben gegriffene Situation ist, die hier dargestellt wird.
Die bunte und zum Teil illustre Gästeschar des Meerblicks fand ich dieses Mal sehr vielfältig und auch anstrengend. Aber auch das ist vermutlich Alltag in einer Ferienunterkunft.
Sanne und Sven Ole wirkten nach wie vor harmonisch, mit einigen Aufs und Abs. Nur Sven Ole wollte ich so manches Mal schütteln mit seiner Art, wie ein Elefant im Porzellanladen durch Sannes Welt zu laufen. Susanne wiederum tat mir dabei oftmals leid.
Auch die Beschreibung der Situation mit den Eltern, ihrer hilfreichen Art, aber auch ihres Wachrüttelns hat mir gut gefallen.
Die Krönung war natürlich Sven Oles Cousin. Auch wenn das manchmal etwas überspitzt wirkte, denke ich doch, dass die Autorin damit den Nagel auf den Kopf getroffen hat und dies in einigen Familien so wäre.

Alles in allem wieder ein wunderschöner Roman zum Runterkommen, Eintauchen in die Vorweihnachtszeit und zwischen Familie und Freunden. Wer also Liebesromane, die Ostsee und Weihnachtsmagie braucht, ist hier richtig!

Bewertung vom 10.11.2025
Bachmann, Clara

Ein gutes Ende


sehr gut

Der jungen Hedwig Mahler liegt ihre Selbstständigkeit sehr am Herzen. Sie strebt eine Unabhängigkeit von ihrer Mutter an, hofft der Armut entfliehen zu können und findet dabei in ihrer ersten Anstellung den Weg zur Schriftstellerei. Nach und nach entstehen in ihrem Kopf und auf dem Papier immer neue Geschichten und kürzere Romane.
Als sie den jungen Künstler Fritz Courths kennenlernt, hofft sie auf ein gemeinsames Leben mit einem Gleichgesinnten. Doch Fritz hält nichts von Hedwigs Liebe zur Schriftstellerei.

Wem ist sie nicht ein Begriff - Hedwig Courths-Mahler, die Königin unter den Schnulzenautorinnen der kleinen Heftromane?! - Mit diesem Vorurteil und dem öfteren Gang an ihrem Geburtshaus vorbei bin ich groß geworden. Die bekannte Autorin war mir von jeher ein Begriff, nur wusste ich nie etwas über den Menschen hinter dem bekannten Namen. Clara Bachmanns Roman „Ein gutes Ende“ hat diese Wissenslücke jedoch geschlossen.
Die Autorin beschreibt in ihrem Roman die Jugendjahre und in Teilen rückblickend die Kindheit dieser großen deutschen Autorin. Eingebettet in ihre Geschichte im Osten Deutschlands zwischen Weißenfels, Leipzig und Halle findet das Leben der Hedwig Courths-Mahler statt. Genau dies beschreibt Clara Bachmann.
Wir lernen die junge Hedwig kennen, reifen mit ihr und dürfen in dem Roman entdecken, wie sie ihre Liebe zur Schriftstellerei entdeckt. Anschaulich beschreibt sie die schwierige, aber doch von großer Liebe geprägte Beziehung zwischen Hedwig und Fritz. So manches Mal hätte ich die junge Hedwig geschüttelt und gefragt, ob sie diese Beziehung so wirklich will. Auch wird der Einfluss ihrer Umgebung auf Hedwig deutlich hervorgehoben. So lernt man ihre Mutter kennen und zweifelt so manches Mal an deren Mutterleben, während man im Laufe diese Ansicht des Öfteren mal überdenken kann. Auch die Freundschaften und Herrschaften prägen den Lebenslauf eindrucksvoll.
Der Spannungsbogen, ob ihrer Erfolgsaussichten ist manchmal etwas zu flach und insgesamt fehlte mir doch der Verweis zu ihrer Schreiberei, bedeutet, ich hätte gedacht, dass Textzitate oder Kurztexte ihrer Romane in der Erzählung vorkommen werden. Mir fehlte also etwas der Tiefgang.

Alles in allem ein guter Roman über eine der bedeutendste, deutsche Romanautorin, der den Mensch hinter den Geschichten beschreibt und den Weg dorthin. 
Wer sich für deutsche Schriftstellerei, Liebesromane und starke, weibliche Persönlichkeiten interessiert, ist hier richtig.

Bewertung vom 02.11.2025
Reul, Herbert; Mendlewitsch, Doris

Sicherheit (eBook, ePUB)


sehr gut

Sicherheitspolitik ist heutzutage ein umstrittenes, aber vor allem wichtiges Thema, vor allem die innere Sicherheit eines Bundeslandes.
Herbert Reul ist seit 2017 Innenminister in Nordrhein-Westfalen und schreibt über seine persönlichen Erfahrungen in seinem Ressort.

„Sicherheit - Was sich ändern muss“ von Herbert Reul und Doris Mendlewitsch beschreibt die Sicherheitspolitik, die Herbert Reul seit seinem Amtseintritt in NRW betreibt.
Er beschreibt dabei mehrere große Felder der Sicherheitspolitik, wie Clankriminalität, Kindesmissbrauch, Cybercrime, Gewalttaten, Extremismus, Was sich ändern muss und beantwortet kurze Fragen in schnellen Antworten.
Mir hat dieses Buch unwahrscheinlich gut gefallen und ich fand es wirklich sehr interessant, kurzweilig, aber in seinen Beschreibungen manchmal auch sehr erschreckend. Ich gebe aber auch zu, dass ich Herbert Reul und seine Ansichten in vielen Fällen sehr treffend finde.
Dennoch muss man bei diesem Buch beachten, dass es natürlich sehr subjektiv geschrieben ist, weil es seine persönlichen Erfahrungen sind. Er lobt sich zwischen den Zeilen auch hin und wieder mal, was ich aber nicht verwerflich finde, denn er geht auch sehr ehrlich mit sich ins Gericht. Er beschreibt, bei welchen Dingen er sehr blauäugig war, wo er Lehrgeld zahlen muss und wie man bestimmte Dinge in Zukunft besser machen kann.
Weiterhin fehlten mir aber wichtige Partner in diesem Buch. So schreibt er sehr viel über Polizei, Ordnungsämter etc., aber ich hätte mir auch noch Exkursionen in Richtung Feuerwehr und Katastrophenschutz gewünscht, denn auch diese stehen vor wichtigen Veränderungen und das auch schon seit vielen Jahren und müssen sich auch in den nächsten Jahren zukünftigen Veränderungen stellen, die auch heute schon in Teilen absehbar sind. Gerade in NRW hat bspw. Die Flutkatastrophe diese Bereiche groß geprägt und auch Corona war sicher für den Katastrophenschutz auch eine große Herausforderung aus der man gelernt hat oder eben nicht.

Mein Fazit: Ein sehr interessantes Buch, wenn man sich für Innenpolitik, speziell Sicherheitspolitik interessiert. Es ist wunderbar erklärend geschrieben, kurzweilig und umfasst viele Handlungsfelder, für die sich die Bevölkerung interessiert. Für all jene also eine absolute Empfehlung. 
Ich gebe dem Buch 4,5 Sterne.

Bewertung vom 31.10.2025
Holmgren, Hanna

Die kleine Villa am Gardasee (Sehnsucht nach Italien 1)


gut

Als in Auroras geschäftlichen Alltag plötzlich die Nachricht über den Tod ihrer Großtante flattert und damit die Nachricht über ein ihr angedachtes Erbe, muss sie den Weg an den Gardasee antreten. Hier kommt sie nicht nur den Spuren der Familie ihrer verstorbenen Mutter auf die Spur.

Mit „Die kleine Villa am Gardasee“ beginnt Hanna Holmgren ihre neue Reihe „Sehnsucht nach Italien“. Wer aufmerksam liest, findet auch eine Verbindung zu ihrer weiteren Reihe „Verliebt in Italien“.
Ich muss zugeben, ich habe mich sehr schwer mit Aurora getan und konnte fast bis zum Schluss keinen Zugang zu ihr finden. Das war beeinflusst durch ihren Vater und dessen Umgang mit ihr. Mir fehlte hier die Herzlichkeit und Verbundenheit, die sonst immer Hanna Holmgrens Romane prägen. Während Aurora sich wenigstens etwas der Vergangenheit ihrer Mutter widmet, setzt ihr Vater sie immer wieder unter Druck, um sie zum Arbeiten zu animieren. Unterstrichen wird seine Sichtweise auch immer wieder durch Erinnerungen, die sie im Haus ihrer Tante findet und somit findet diese Haltung bis fast zur letzten Seite kein Ende.
Was mir wiederum gut gefallen hat, war die herzliche, italienische Atmosphäre, die die Autorin mit der Dorfbevölkerung und ihren Traditionen erschaffen hat.
Eh man auch das „Geheimnis“ ihrer Tante erfährt, dauert es lange. Dafür ist die Sache am Ende schneller geklärt als alles andere.

Alles in allem konnte mich die Autorin dieses Mal nicht so recht abholen, weil mir einfach eine gewisse Emotionalität oder auch Liebe und vor allem Gefühle fehlten.