Benutzer
Benutzername: 
Kyra112
Wohnort: 
Sachsen-Anhalt

Bewertungen

Insgesamt 372 Bewertungen
Bewertung vom 11.01.2026
Fuchs, Birgit

Mandalu, was sagst denn du?


sehr gut

Das Mandalu ist ein kleines Märchentier und auf Entdeckungstour im Wald. Geschickt fragt es, wer hier so wohnt und bekommt erklärende Antworten.

„Mandalu, was sagst denn du?“ Ist ein Kinderbuch von Birgit Fuchs, illustriert von Sabrina Kuhls.

Das Buch enthält die Altersempfehlung von 2-8 Jahren.
Das Mandalu ist niedlich gestaltet und findet mit seinem Aussehen sofort Anklang bei seinen kleinen Lesern. Da es keiner typischen Tierart entspricht, finde ich es umso schöner, weil es die Fantasie besser anregt.

Wir befinden uns gerade am Anfang des Bücherlesens und gehören damit zur jüngsten Leseempfehlung.
Aufgefallen ist beim Lesen und Durchblättern, dass das Buch für die Jüngsten noch etwas zu lang ist. Auch finden wir es etwas dunkel in der Gestaltung.
Die Reime sind liebevoll und kindgerecht. Lediglich bei einem Tier hätte ich mir den alltäglichen Begriff gewünscht, denn das Wort „Amphib“ ist für ein Kleinkind doch schwer zu verstehen und auszusprechen.

Was ich sehr schön finde ist, dass man das Buch zum Vorlesen, selber lesen, aber auch als Art Theaterstück nutzen kann. Damit ist es vielseitig einsetzbar und in allen angegebenen Altersklassen wunderbar anwendbar.
Von uns gibt es vier Sterne.

Bewertung vom 10.01.2026
Schläger, Anke

Lisa Heynrichs: Die Mauern um uns


ausgezeichnet

Nach ihrem Alleingang muss Lisa Heynrichs nun Dienst beim KDD schieben. Hier ist sie eine der ersten an den Tatorten, aber nicht weiter in weiterführende Ermittlungen involviert. 
Als sie mit ihren Kollegen aus der 9. Mordkommission zu einem Konzert geht, wird ihre Arbeit beim KDD jedoch zur Basis von Ermittlungen, ohne dass es anfangs jemand der zuständigen Ermittler glauben will.

„Lisa Heynrichs - Die Mauern um uns“ ist der zweite Band der Krimitrilogie um Ermittlerin Lisa Heynrichs von Anke Schläger.
Es gibt hin und wieder Bücher, die passen zur aktuellen Lebenssituation des Lesers. Genauso ging es mir mit diesem Band. Hatte ich in Band 1 noch Schwierigkeiten mit Lisa, weil ich sie als distanziert empfand, änderte sich das mit diesem Krimi. Lisa wirkt nach wie vor distanziert auf mich, dennoch hat mir ihre Vorgehensweise mit ihrer aktuellen beruflichen Situation und auch der Umgang mit ihren Kollegen der 9. Mordkommission gefallen. Die Umstände in der 9. und 10. Mordkommission spiegeln Vieles wider, was ich aus meinem Arbeitsumfeld kenne, von Kollegen- als auch Vorgesetztenseite. Auch wenn Lisa sich auf einer Art immer wieder zurückzieht, versucht sie dennoch in einer ruhigen Minute, Dinge zu hinterfragen von allen Seiten zu betrachten und zieht dabei so manchen spannenden Schluss. Ich finde, dass sie sich hierbei menschlich enorm weiterentwickelt hat.
Mit wem ich jedoch noch besser auskam als mit Lisa, war Elena. Sie ist mir super sympathisch, familiär und bodenständig vorgekommen. Auch die Freundschaft zwischen Lisa und ihr scheint mir für beide Seiten eine wichtige Bedeutung zu haben.
Die Story hinter dem Krimi fand ich unwahrscheinlich spannend. Auch wenn man nicht so lange, wie im ersten Teil gebraucht hat, um die Zusammenhänge grob zu erkennen, war ich am Ende doch überrascht, wie sich die einzelnen kleinen Puzzleteile zusammensetzten. 
Die Entwicklung des Täters ist mitreißend beschrieben. Es ist immer wieder interessant, was und wie etwas Täter beeinflusst, wie Freundschaften sich entwickeln und welche Abhängigkeiten geschaffen werden können und wie Neid Leben beeinflusst.

Alles in allem finde ich, dass dieser Krimi enorm viel Psychologie beinhaltet, die dem spannenden Anteil eine tiefere Bedeutung gibt. Es sind kleine Nuancen im Verhalten der Protagonisten, die das Buch ausmachen.

Fazit: Ein super spannender Krimi, der von der ersten bis zur letzten Seite fesselt und dabei auch nicht mit Überraschungen spart. Besonders hierbei sind dieses Mal die zwischenmenschlichen Beziehungen. Meinerseits gibts daher 5 Sterne!

Bewertung vom 09.12.2025
Wellen, Jennifer

Rosebay Hope - Irischer Winterzauber (MP3-Download)


ausgezeichnet

Das Wunder des Backens
Ivy liebt ihre „Vanille Queen“, ihr kleines Café in Marble Hill. Genau wie Ivy lieben auch die Bewohner von Marble Hill das Café und seine köstlichen Leckereien. Doch kurz vor Weihnachten ziehen dunkle Wolken über Ivys Küche auf.

„Rosebay Hope-Irischer Winterzauber“ ist Band 1,5 der Reihe „Rosebay Hope“. Das Hörbuch wird von Mario Lucas und Carolin-Therese Wolff gesprochen. Es handelt sich dabei um andere Sprecher als im ersten Band, was aber nachvollziehbar ist, da die Protagonisten hier andere sind.

Mir ist auch der erste Band bereits als Hörbuch bekannt und wirkte auch da äußerst romantisch auf mich.

Marble Hill und seine Bewohner werden als sehr idyllisch beschrieben und die beiden Protagonisten Ivy und Noel sind super sympathische und liebe Charaktere, für die man einfach nur das beste hofft.

Während die Geschichte sehr turbulent und entgegen der Charakterzüge der beiden startet, verläuft die Geschichte ab der Mitte zwar auch weiterhin geprägt von Missverständnissen und etwas Frust, aber dafür warmherziger.

Ivys Verzweiflung ist für den Hörer mehr als spürbar und so habe ich ihre Leidensgeschichte aufmerksam verfolgt, gehofft und gebangt.
Auch für Noel hab ich in Bezug auf Ivy gehofft und gebangt. Aber die Beschreibungen, die außerhalb des Erzählstrangs über Ivy und ihn liefen, fand ich mega schön. Er wird als liebevoller Familienmensch beschrieben, der eine unwahrscheinlich innige Beziehung zu seiner Familie hat. Ich musste vor allem immer über das „Dumpfbacke“ schmunzeln. Diese kleinen Aspekte machten die Geschichte so liebevoll.
Was mir besonders gefallen hat, waren die Beschreibungen von Ivys Backwerken. So manches Mal hätte ich mich gern mit ins Café gesetzt und sie bewundert.

Das Ende des Wettbewerbs war für mich sehr überraschend. Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet. Das Ende des Romans wiederum hat seinem Verlauf eine wunderschöne und herzliche Note aufgesetzt.

Wer sich also gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit nach Idylle sehnt, ist hier genau richtig!!

Eine Empfehlung für alle Romantiker und Fans des Backens!

Bewertung vom 07.12.2025
Jacobs, Anne

Wie das Schicksal spielt / Der Dorfladen Bd.3


sehr gut

Es ist viel passiert bei der Familie Haller aus dem Dingelbacher Dorfladen. Während Frieda nun ihr Glück am Bochumer Schauspielhaus sucht und Ida auf dem Weg zum Abitur ist, steht Herta vor einer ganz anderen Herausforderung. Doch jede der drei Schwestern hat ihre persönlichen Steine, die ihren jeweiligen Weg kreuzen.
Auch bei den anderen Bewohnern Dingelbachs wird es nicht langweilig. Ilse Goldstein muss sich privat als auch beruflich mit vielen Hürden auseinandersetzen und auch der Bürgermeister muss umdenken.

„Der Dorfladen - Wie das Schicksal spielt“ ist der dritte Teil der „Der Dorfladen“-Saga von Anne Jacobs, die bereits mit „Die Tuchvilla“-Reihe und „Das Gutshaus“-Reihe sehr erfolgreich war.
Ich hatte mit den ersten zwei Bänden so meine Probleme, weil ich mir mehr Inhalt über den Dorfladen selber gewünscht habe. Doch jetzt bei dem dritten Teil habe ich mich davon verabschiedet und meine Erwartungen nicht auf den Laden beschränkt sondern auf den ganzen Ort erweitert. Vor diesem Hintergrund hat mir dieses Buch sehr viel Spaß gemacht.
Die drei Haller-Töchter könnten nicht unterschiedlicher sein und so lernt man in diesem Band diese unterschiedlichen Eigenschaften erst so richtig kennen. Das hat mir sehr gut gefallen, da Frieda und Ida der damaligen Zeit selbstbewusst voraus sind, während Herta wiederum das Weltbild der damaligen Zeit erfüllen will.
Spannend fand ich vor allem die Erzählungen über das Leben auf dem Schützhof. Das war ein wirkliches Auf und Ab und ich gebe zu, mit dem Verlauf hätte ich nicht gerechnet.
Auch der Handlungsstrang über Farbikbesitzerin Ilse Goldstein hat mir gefallen. Ich habe ihre Haltung, ihren Bruder betreffend, das ganze Buch über bewundert und wünsche mir bis heute ihre Gelassenheit. Auch sie zählt, wie Ida und Frieda, in die Welt der moderneren Frauen.
Was mir wieder etwas negativ aufgefallen ist, sind die vielen verschiedenen Charaktere, über die berichtet wird. Da gilt für mich eher die Weisheit „Weniger ist mehr“.
Auch das Ende hat mir, vor dem Hintergrund, dass es eine Trilogie sein soll, nicht zugesagt. Es gibt hierbei eine Menge Cliffhanger, sodass ich mir vorstellen könnte, dass es noch einen weiteren Band geben wird.

Alles in allem war dieser Teil für mich der beste Teil und deswegen kann ich allen Fans von Anne Jacobs diese Reihe auch empfehlen. Um diesen Teil jedoch verstehen zu können, empfehle ich die Vorgängerbände auch zu lesen.
Die Leser, die gerne historische Romane lesen und selbstbewusste Frauen in solchen Romanen mögen, sind hier auch absolut richtig!

Bewertung vom 02.12.2025
Borrmann, Mechtild

Lebensbande (MP3-Download)


ausgezeichnet

Drei Frauen, drei Schicksale, der 2. Weltkrieg, ein Arbeitslager und Zukünfte auf unterschiedlichen Seiten der Mauer. Nora und Lene verbindet die Angst um Lenes Sohn Leo, der aufgrund seiner Beeinträchtigungen in den Augen der politischen Führung nichts wert ist. Doch die Frauen kämpfen für ihn.
Als Nora dann in einem Gulag Lieselotte kennenlernt, verändert sich ihr Leben schlagartig und steht damit weiterhin unterschwellig in enger Verbindung zu Leo. 
Mit der politischen Wende holen Nora die Ereignisse wieder ein und sie hat Angst vor der Wahrheit.

„Lebensbande“ von Mechthild Borrmann wird gelesen von Vera Teltz und Johanna Zehendner.
Die Geschichte wird in zwei Zeitsträngen erzählt. Der Leser erfährt die Verläufe der Zeit vor dem 2. Weltkrieg und parallel Lottes Geschichte aus dem Kühlungsborn im Jahre 1993.
Die Beschreibung der Lotte von 1993 und ihrer Umgebung haben mir gut gefallen. Sie reflektiert sich selbst wahnsinnig gut, wirkt abgeklärt und in sich ruhend, obwohl die Ereignisse sie aufwühlen. Denn neben ihren persönlichen Problemen erlebt sie die Veränderungen durch den Fall der Mauer hautnah und sieht wie sich das beschauliche Kühlungsborn zum mondänen Küstenbad mausert.
Viel interessanter ist jedoch, wie sie sich reflektiert. Die Idee mit den Heften finde ich wahnsinnig spannend. Sie schreibt die ungeschönte Wahrheit, womit der Leser alle Ereignisse aus Lottes früherem Leben bestens nachvollziehen kann.
Es ist gleichzeitig eine Geschichte, die unter die Haut geht. Lenes Kampf um Leo, die Beschreibung seiner Entwicklung, aber auch die Gefühle, Emotionen und Erfahrungen, die die drei Frauen erleben und mitmachen müssen, sind enorm. Die Praktiken im Krankenhaus sorgen für Gänsehaut. Aber auch die Schicksale, denen sich die Frauen persönlich stellen müssen, sind nicht ohne und so ist diese Geschichte sehr aufwühlend.
Aber nicht nur Leo stellt einen roten Faden in der Geschichte dar, sondern auch Joop. Hatte ich am Anfang auch noch Bedenken, was ihn betrifft, so hat er sich doch zur Konstante der Geschichte gemausert.

Alles in allem ist es ein super interessantes Buch, dass für Gänsehautmomente sorgt. Einiges ist durchaus aufwühlend und beschreibt ungeschönt die Praktiken vergangener politischer Zeiten.
Wer also ungeschönte historische Romane mag, ist hier absolut richtig!

Bewertung vom 28.11.2025
Carsta, Ellin

Geschenk des Loslassens


gut

Die angespannte Situation innerhalb der Familie Hansen spitzt sich zu. Als eines Morgens auch noch die Fensterscheibe im Hansens eingeworfen ist, wächst das Netz aus Misstrauen, Verrat und Geheimnissen immer weiter an.

„Geschenk des Loslassens“ ist Band 8 der Reihe „Die Kinder der Hansens“ von Ellin Carsta.
Ich verfolge diese Reihe nun schon von Anfang an und kenne auch die Vorgängerreihe bereits. Doch ich muss sagen, dass es mir von Band zu Band schwerer fällt, an der Geschichte dran zu bleiben. Ich finde die Romane werden langatmiger und immer breiter. Das mag daran liegen, dass die Autorin versucht, jeden Zweig der Familie mitzunehmen, doch für mich spielt die Reihe eigentlich in Hamburg. Dennoch kommt es zu regelmäßigen Ausflügen nach Wien und in die USA, sodass es drei verschiedene Handlungsstränge gibt. Mich wunderte es, dass es nicht noch einen vierten bei Friederike im Breisgau gab.
Mir scheint, als bewegten sich die Familienmitglieder immer weiter auseinander und Eduard driftet immer weiter in die kriminelle Schiene ab. Es steht also für eventuelle Folgebände zu befürchten, dass sein ganzes System das Hansens in Gefahr bringen wird. Hier baut sich also ein kleiner und langanhaltender Spannungsbogen auf. Gleiches gilt für den Wiener Handlungsstrang und Thereses ominösen Gast. Dabei gibt es am Ende sogar einen Cliffhanger. Es lässt sich nur erahnen, wer hinter diesem steckt und wie das Ganze für Therese ausgehen wird.
Gut beschrieben finde ich auch Amalas Zweifel, ob ihrer Beziehung zu Curt. Ich denke, gerade an Amala und Auguste bekommt man den Denk- und Wertewandel junger Frauen der damaligen Zeit beispielgebend mit.

Alles in allem ist mir diese Fortsetzung jedoch mittlerweile ein bisschen zu langatmig und zu breit aufgestellt, sodass es mir schwerfiel, an der Geschichte dran zu bleiben.
Wer jedoch wissen möchte, wie es mit den Hansens weitergeht, sollte diesen Band lesen.

Bewertung vom 28.11.2025
Liebig, Anna

Schneezauber in Norwegen / Winter-Liebe Bd.2


ausgezeichnet

Nina mag ihren Job, kuschelt sich gerne in ihrer Wohnung ein und hat es nicht so mit Beziehungen. Nicht, weil sie es nicht möchte, sondern mehr aus Angst.
Als ihr Großvater spontan kurz vor Weihnachten nach Bergen fliegen will, um der Spur einer alten Liebe zu folgen, nimmt er Nina und ihren Mitbewohner mit auf die Reise. Alle drei tauchen nun bewusst oder unbewusst in die Magie der Vorweihnachtszeit, aber vor allem der Liebe ein.

„Schneezauber in Norwegen“ ist Band 2 der „Winter-Liebe“-Reihe von Autorin Anna Liebig.

Ich bin ein absoluter Weihnachtsfan und damit auch ein riesiger Fan von Weihnachtsromanen und dieser gehört für mich zu meinen bisherigen Highlights.
Anna Liebig hat hier einen wunderschönen, herzergreifenden, aber nicht zu kitschigen Weihnachtsroman voller Liebe geschaffen. Die Atmosphäre im winterlichen Norwegen vor der Kulisse einer filigranen Lebkuchenstadt ist etwas sehr besonderes. Was mir auch richtig gut gefallen hat, ist, dass sie die Mentalität der Norweger eingefangen hat, deren Aufgeschlossenheit und Freundlichkeit gegenüber fremden Menschen.
Auch die Beschreibung der Traditionen im vorweihnachtlichen Bergen sind anschaulich beschrieben und ich konnte mir vor meinem inneren Auge alles traumhaft vorstellen, zumal mir die Stadt nicht unbekannt ist.
Nina ist eine sehr vorsichtige Person, die ihren festen Trott und damit ihre behütete Umgebung braucht. Aufgrund von familiären Verlusten fühlt sie sich schnell eingeengt und kämpft mit Verlustängsten. Ihre größte Stütze ist ihr Opa Uwe. Er ist ihre Familie und damit ihre Basis.
Uwe ist ein rüstiger Pensionär, der sich nach dem Tod seiner geliebten Frau immer mehr zurückgezogen hat. Jedoch finde ich die Beschreibungen, wie er immer weiter aufblüht, aber auch seine Gefühle gegenüber seiner Familie durch seine Denkweise beschreibt.
Die Figur der Ingrid gefällt mir auch richtig gut. Auch sie ist eine rüstige Seniorin und ihre Aufgaben, die sie sich selber durch ihre Wohltätigkeitsarbeit stellt, absolviert sie wirklich mit Begeisterung. Das merkt man ihr absolut an. Ich finde es auch toll, wie reflektierend sie und ihr Bruder Harald sind.
Ja und auch Magnus ist ein so toller Mensch, der mit dem Herzen sieht.

Alles in allem ist dieses Buch einfach ein wunderschöner Weihnachtsroman, den ich allen Weihnachtsfans nur wärmstens empfehlen kann!!!

Bewertung vom 18.11.2025
Sanders, Clara

Winterherzen in Chanting Hills (MP3-Download)


ausgezeichnet

Isla ist frustriert. Ihr Sohn steckt mitten in der Pubertät und ständig muss er wegen Verfehlungen aus der Schule abgeholt werden. Das stößt natürlich nicht auf Verständnis bei ihrem Chef und so hat er sie mehr oder minder auf dem Kieker und ihre Kollegin liebäugelt mit ihrem Job. 
Als Islas Vater ihr anbietet, das elterliche Cottage zu übernehmen und ihr nahelegt, ihren Traum als Tagesmutter umzusetzen, wagt sie es und zieht mit Sohn Ben nach Chanting Hills.

Clara Sanders „Winterherzen in Chanting Hills“ fällt bereits durch das wunderschöne und verträumt Wintercover in Weihnachtsoptik auf.
Das Hörbuch wird von Sabine Meine gesprochen. Sie macht das so wunderbar, dass man nicht nur durch die Optik des Covers und die Geschichte selbst in Weihnachtsstimmung kommt, sondern auch aufgrund ihrer sanftmütigen Stimme.
Protagonistin Isla ist ein sehr sensibler Charakter. Als alleinerziehende Mutter, die in den brenzligen Situationen vom Kindsvater allein gelassen wird, musste sie sich schon durch so manche Erziehungsepisode quälen. Man merkt ihr an, dass sie in der derzeitigen Situation auch als Pädagogin an ihre Grenzen kommt und sich durch den Umzug einen Neuanfang und vor allem wieder eine intensivere und liebevollere Beziehung zu ihrem Sohn wünscht.
Oliver ist ebenfalls gerade an einem Tiefpunkt. Er sieht seine neue Aufgabe als Ablenkung und Verpflichtung der Familie gegenüber. Mit ihm hat die Autorin m.E. einen ganz besonderen Charakter geschaffen. Er hat eine unwahrscheinlich emphatische Art und schafft es, sich vorurteilsfrei auf sein Umfeld einzulassen. Das fand ich wirklich beeindruckend.
Clara Sanders hat sogar zwei Spannungsbögen eingeflochten. Zum einen bleibt die Frage, was mit Ben los ist und zum anderen der Konflikt mit Harry.
Die weihnachtlich-liebevolle Stimmung wird zudem durch die Dorfgemeinschaft geprägt. Hier werden tolle Bräuche vorgestellt und der Zusammenhalt ist beispielgebend. Natürlich muss ein bisschen Dorftratsch auch immer dabei sein.

Mein Fazit: Ein traumhaft schöner und weihnachtlicher Roman mit Herzschmerzgarantie, und Dorfcharme. Somit eine absolute Empfehlung für alle romantisch-veranlagten Leser.

Bewertung vom 15.11.2025
Winterberg, Linda

Zeit der Kinder / Die Berghebamme Bd.3 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Brannenburg 1899: Hebamme Maria musste aus eigener Erfahrung erleben, wie es ist, als Bankert aufzuwachsen. Doch liebevoll erinnert sie sich an ihre Kindheit in einem Findelheim. Aufgrund ihrer Erfahrungen als Hebamme, die Verständnis für ledige Mütter aufbringt, wegen ihrer eigenen Kindheit, entschließt sie sich, mit ihrem Mann Georg ein Wohnheim für ledige Schwangere zu gründen.
Das wird jedoch überschattet von Marias bisheriger Kinderlosigkeit und der ablehnenden Haltung der Brannenburger Bevölkerung.

„Die Berghebamme - Zeit der Kinder“ von Linda Winterberg ist Band 3 der Reihe „Kinder der Berge“.
Der Leser trifft auch hier wieder auf Hebamme Maria, deren Mamsell Burgi und Marias Ehemann, Landarzt Georg. Die drei haben sich ein wunderbares Leben auf dem Dannerhof, Marias Heim aus Kindheitstagen aufgebaut.
Linda Winterberg spricht in diesem Roman eine Problematik an, die nie an Bedeutung verlieren wird - den unerfüllten Wunsch nach einem eigenen Kind. Der Leser lernt eine Maria kennen, die ihm bisher so nicht bekannt war. Maria kommt an ihre psychischen Grenzen, zweifelt an der Liebe zu ihrem Beruf und steigert sich immer weiter in ihren Kinderwunsch.
Ganz klar merkt man, dass sie ans Ende ihrer Kräfte gerät und alte Charaktereigenschaften, wie ihren Mut und ihre Kämpfernatur ablegt.
Ich denke, dieses Thema war damals, als auch heute ein Thema, das selten angesprochen wird, das Betroffene in sich hineinfressen und lernen müssen, damit umzugehen. Ich finde es toll, dass die Autorin diese zeitlose Problematik eingeflochten hat.
Gleichzeitig wird auch aufgezeigt, was ein Dorf bewegen kann, wenn es zusammenhält. Doch auch hier gilt vieles, was auch heute noch so ist, man wacht oftmals erst auf, wenn es zu spät ist.

Alles in allem ein schöner Abschluss der Reihe, der sehr emotional ist. Ich kann es daher nur allen Fans der vorherigen Teile empfehlen, auch diesen Band zu lesen.

Bewertung vom 14.11.2025
Korn, Carmen

In den Scherben das Licht


gut

Hamburg kurz nach dem 2. Weltkrieg: Gisela klettert eines Tages in einen Keller und damit direkt in die Arme von Gert, der sich dort häuslich niedergelassen hat. Hauseigentümerin Friede, eine ehemalige Volksschauspielerin, erlaubt den beiden im Keller wohnen zu bleiben. Aus einer für kurze Zeit gedachten Zweckgemeinschaft wird einer Jahre anhaltende Freundschaft.

„In den Scherben das Licht“ von Carmen Korn beschreibt das Leben im Hamburg der Nachkriegszeit und das Leben in einer etwas anderen Wohngemeinschaft.
Die Bewohner des Hauses in der Tornquiststraße sind auf der Suche nach Familienangehörigen oder haben Angst, sich auf die Suche nach vermissten Familienangehörigen oder Freunden zu machen - Angst sich vor der eigenen Vergangenheit zu stellen. Doch gleichzeitig ist jeder der Charaktere auf der Suche nach Halt, Wärme und Liebe.
Ich mag den schnörkellosen und geerdeten Schreibstil der Autorin, der schon ihre „Jahrhundert-Trilogie“ geprägt hat. Auch die Dialoge und Gespräche zwischen den einzelnen Charakteren fallen durch realistische und ernste Themen auf und speziell die Dialoge zwischen Marta und Friede bestechen durch den Sarkasmus, der sich zwischen den Zeilen versteckt.
Dennoch muss ich sagen, dass mich Carmen Korn dieses Mal nicht mitnehmen konnte. Die Geschichte plätschert vor sich hin und speziell diese vielen Wechsel der Personen in den einzelnen Abschnitten hat mich oft durcheinandergebracht. Ich musste so manches Mal Abschnitte zweimal lesen, um rauszufinden, um wen es gerade ging.
Mir waren auch die beiden Protagonisten Gisela und Gert zu farblos. Auch wenn man hin und wieder in ihre Vergangenheit geführt wird, blieben sie mir zu oberflächlich.
Auch die Zeitsprünge zwischen den einzelnen Kapiteln fand ich relativ groß gewählt.

Fazit: Carmen Korn kann mit diesem Roman leider nicht an ihre Jahrhundert-Trilogie anknüpfen. Es fehlt der nötige Tiefgang, der durch farblose Protagonisten, große Zeitsprünge und ständig wechselnde Charaktere, über die erzählt wird, untermauert wird.