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Benutzername: his-and-her-books
Wohnort: Deutschland
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Bewertungen

Insgesamt 60 Bewertungen
Bewertung vom 05.04.2014
Dem Spuk auf der Spur - Eisblau, eiskalt und unsichtbar / Grusel-Club Sammelbd.1
Brezina, Thomas

Dem Spuk auf der Spur - Eisblau, eiskalt und unsichtbar / Grusel-Club Sammelbd.1


sehr gut

Meinung:
"Gruselclub - Eisblau, eiskalt und unsichtbar" vereint die Einzeltitel "13 Stunden in der Geisterbahn", "Der Mann mit den eisblauen Augen" und "Das unsichtbare Biest" in einem gemeinsamen Buch und verspricht altersgerechtes Gruseln und Gänsehaut.
Und diese wird der Jungleser definitiv bekommen!

Schon der Einstieg in die erste Geschichte "13 Stunden in der Geisterbahn" war mysteriös, die Gefahr war präsent.
Die junge Ursula folgt einer Einladung, die bei Nichtbeachtung mit Strafe droht, in das dunkle Haus, das schon seit langem leer steht.
Danach schwenkt der Erzähler zu den Protagonisten - allen voran Jupiter Katz, dem Sohn eines Wissenschaftlers, der nur allzu gerne übernatürliche Ereignisse erforscht.
Ein Anruf lockt auch ihn und seine Freunde in die alte Villa. Sie wollen Ursula retten, befinden sich aber schnell selbst mitten im Bann des Hauses und sehen sich mit den Legenden und Gerüchten über das alte Gebäude konfrontiert.

Die jüngeren Leser werden sich in Anbetracht der aneinandergereihten Gruselszenen mit Schock-Effekt unter der Decke verkriechen. Der Autor spielt diese wirklich perfekt aus, lässt die Spannung und das Bangen um die Charaktere nie abklingen.
Auf mich wirkten die Szenen jedoch zu konstruiert, was mir mein Sohn bestätigte. Er hinterfragte mehr als einmal die Intention für die einzelnen Aktionen der Charaktere und wir könnten über den Grund nur spekulieren.

Die Sprache ist altersgerecht einfach. Beschreibungen sind ausreichend, teilweise sehr bildhaft. Die kurzen Sätze steigern die bereits vorhandene Spannung und lassen den Lesefluss kaum abreißen.

Die Kapitelüberschriften sind mit Zeichnungen versehen, die sofort deutlich machen, um was es in den Geschichten geht: Gruselspaß und Übernatürliches.

Beim Lesen der weiteren Geschichten stellte ich fest, dass sich viele Beschreibungen nahezu wortgleich wiederholen. Dies könnte aber an meiner schnelleren Lesegeschwindigkeit liegen. Mein größter Kritikpunkt liegt bei den schnellen Szenenwechseln, die bei der Zielgruppe für anfängliche Verwirrungen sorgen dürfte. Vor manchen Wechseln wurde eine Leerzeile eingefügt, manche reihen sich nahtlos an die vorhergehende Situation.

Urteil:
Wer Spannung und Nervenkitzel sucht, ist mit "Gruselclub - Eisblau, eiskalt und unsichtbar" sehr gut bedient. Jungleser, die die Handlung ihrer Charaktere hinterfragen, könnten das ein oder andere mal ins Stocken geraten.
Wir vergeben 4 Spielsachen für den "Gruselclub"-Sammelband.


©his-and-her-books.blogspot.de

Bewertung vom 14.03.2014
Wenn ihr uns findet
Murdoch, Emily

Wenn ihr uns findet


ausgezeichnet

Meine Meinung:

Nachdem ich die Leseprobe quasi inhaliert habe, stand für mich fest, dass ich unbedingt wissen muss, wie es Carey und ihrer kleinen Schwester Jenessa im weiteren Verlauf des Buches ergehen wird. Denn bereits die ersten Seiten haben mich emotional gepackt. In dem Moment, als ich das Buch dann aufschlug, um die ganze Geschichte zu lesen, hatte ich direkt wieder dieses Gefühl in mir, und es sollte das ganze Buch über anhalten.

“Ich hab keine Spielsachen aus Kindertagen oder Stofftiere. Ich hab meine Kindheit zurückgelassen, als Mama mitten in der Nacht mit mir losgezogen is’.” (Seite 27)

Die von Emily Murdoch zu Papier gebrachte Geschichte ist an Emotionalität kaum zu überbieten – ganz deutlich und auch zwischen den Zeilen. Carey führt den Leser durch das Buch. Im Hier und Jetzt, angefangen bei dem Moment, wo ihr Vater zusammen mit dem Jugendamt im Wald auftaucht, um die Mädchen nach Hause zu holen.

In immer wieder eingestreuten gedanklichen Rückblenden erzählt Carey von dem Leben davor. Dem Leben in einem Wohnwagen auf einer Waldlichtung. Ein Leben, dass Carey und Jenessa einiges abverlangt hat, und dass nicht nur, wenn die Mutter ihre Töchter mal wieder tage- und wochenlang allein gelassen hat – mit Dosenvorräten, die zum Großteil Bohnen enthalten. Mit jeder dieser Rückblenden wird deutlicher, was Joelle ihren Töchtern angetan hat. Schlimme, furchtbare Dinge kommen ans Licht. Und letztendlich auch das große Geheimnis, das seit der Nacht der weißen Sterne tonnenschwer auf Careys Herz lastet.

Neben all den Momenten, die mich mehr als einmal schwer haben schlucken lassen, gibt es aber auch sehr viel Schönes in diesem Buch – in Form von Liebe und Zuneigung, wie man sie nur von der Familie erfahren kann. Besonders deutlich wird das, neben der tollen Art und Weise des Vaters und der neuen Stiefmutter, durch die unermessliche Schwesternliebe, mit der sich Carey und Jenessa kümmert und schon immer gekümmert hat.

“Dann dreh ich mich um, um die weißen Linien zu verfolgen, die die Gerte hinterlassen hat, und die beiden lila-roten runden Narben von Mamas Zigaretten, direkt unter meiner linken Schulter.” (Seite 103)

Careys Worte wirken ziemlich authentisch, denn die Autorin hat ihre Art und Weise zu sprechen, hervorragend niedergeschrieben. So lässt sie z. B. andauernd das “t” weg und sagt immer “nich” statt “nicht”. Und dennoch wirkt Carey nicht “hinterwäldlerisch” – Emily Murdoch hat da einen guten Mittelweg gefunden. Und auch der Rest der Geschichte ist ein gelungener Mix. Zutiefst erschütternde Momente wechseln sich mit berührend-schönen Ereignissen ab und bieten so eine emotionale Bandbreite, die mich voll eingefangen hat. Die den drei Teilen des Buches vorstehenden Zitate aus “Pu der Bär oder wie man das Leben meistert” runden die Geschichte wunderbar ab, verleihen ihr Tiefe und passen hervorragend zu den geschriebenen Worten der Autorin.

Anfangs konnte ich mit dem Titel nicht besonders viel anfangen. Im Nachhinein macht er mehr Sinn, denn es gibt eine Stelle im Buch, die den Satz quasi vollendet, den Kreis schließt. Und doch hätte ich es besser gefunden, wenn man den englischen Titel “If you find me” übersetzt hätte – dann würde es wegen der besagten Szene einfach besser passen. Das ist aber lediglich eine kleine Randnotiz und hat keinen Einfluss über meine durchweg positive Meinung.

“Ich hasse mich selbst, hasse, was ich getan hab. Ich hab es rückwärts und vorwärts durchdacht, und ich find immer noch keine Lösung, die uns beide verschont.” (Seite 215)

“Wenn ihr uns findet” ist ein wunderbares Jugendbuch, das Schönes und Schlimmes in sich vereint. Ausgeprägte Charaktere und ein toller, ungewöhnlicher Schreibstil runden die Geschichte von Carey und den Menschen an ihrer Seite ab und ergeben ein absolut lesenswertes Ganzes.

Volle Punktzahl. 5/5
(c) Bookwives

0 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 23.10.2013
Flucht nach Sequoia / Breathe Bd.2
Crossan, Sarah

Flucht nach Sequoia / Breathe Bd.2


sehr gut

Meinung:
... Nach wenigen Perspektivenwechseln (von denen neben Bea, Quinn und Alina nun auch Oscar eine innehat), war ich wieder gefangen in der sauerstoffarmen Welt von „Breathe“.
Schnell zeichnen sich die Auswirkungen des Anschlags auf den Hain ab. Die Hauptcharaktere gehen getrennte Wege und kämpfen doch alle ums Überleben.

Alina befindet sich mit einer Gruppe Rebellen auf einem Boot, als sich ein tragisches Unglück ereignet. Doch sie alle müssen weiter, ehe die Sauerstoffvorräte verbraucht sind.
Und eben dies ist das, was in „Breathe“ jede noch so einfache Wanderung, jede kleine Pause, gefährlich macht und mich selbst mit meiner Luft haushalten ließ. Stets hatte ich dieses bedrückende Gefühl, nicht genügend Sauerstoff zu haben, ganz gleich in welcher Situation.

Wieder konnte mich Frau Crossan mit den stets wechselnden Perspektiven an ihre Geschichte fesseln.

Der für mich interessanteste Charakter war Oscar. Seit dem Angriff auf den Hain hat er sich entwickelt. Niemals hätte er erwartet, bei der Jagd auf Rebellen echte Bäume zu sehen! Als er diese zerstören musste, wusste er, dass innerhalb der Kuppel nicht die ganze Wahrheit kommuniziert wurde. Selbst die Nachricht über den Tod seines Vaters, des Präsidenten, kann ihn nicht umstimmen. Es muss sich etwas ändern. Und daher schmiedet er seine eigenen Pläne, als er auf einen neuen Einsatz geschickt wird.

Die ehemaligen Hauptcharaktere blieben alle ihrer Linie treu. Lediglich die Art, ihr Ziel zu erreichen, hat sich verändert.
Alina, nach wie vor eine Kämpfernatur, wird mit einem großen Verlust aus der Vergangenheit konfrontiert und muss nun umdenken.
Bea zeigt wirkliche Stärke und Größe, lernt neu zu vertrauen und kämpft daher auf der Seite von Oscar, dem Sohn des Mörders ihrer Eltern. Ihre Liebe zu Quinn stellt sie jedoch niemals infrage.
Quinn hat sein testosterongesteuertes Teenie-Gehabe aus Band 1 gänzlich abgelegt, worüber ich sehr froh bin. Er ist bereit, für seine große Liebe Bea alles zu opfern.

Leider konnte ich die Emotionen zwischen den beiden nicht immer wirklich greifen. Vielleicht lag es an der räumlichen Distanz? Jedes Mal, wenn einer der Liebenden an den anderen gedacht hat, war ich lediglich Betrachter, nicht Mitfühlender. Ich spürte andere Bindungen wesentlich deutlicher, was es mir schwer machte, es den beiden abzunehmen.

Der Schreibstil der Autorin ist wie bereits im Vorgänger jugendlich-einfach, insbesondere die Dialoge sind sehr umgangssprachlich gehalten. Auch diese Fortsetzung wurde wieder in mehrere Teile untergliedert, die Spannung stieg kontinuierlich.
Wie bereits erwähnt, hätte Band 1 „Gefangen unter Glas“ durchaus ein Einzeltitel sein können. Mit der Fortsetzung ist Sarah Crossan über die „Standard-Erzählung“ (Regime-Rebellen…) hinausgegangen und hat einen neuen Gegner eingebracht, was dazu führte, dass an mehreren Stellen gebangt werden musste und wieder so viel passiert ist, um zwei Bücher zu füllen. Dies erhöhte stellenweise die Spannung dramatisch, führte aber gleichzeitig dazu, dass die Autorin sich sehr beeilen musste, die Handlungsstränge aufzulösen und zu einem befriedigenden Abschluss zu führen. Oftmals wirkte der Plot zu überstürzt. Insbesondere der finale Showdown wurde viel zu schnell abgehandelt, ich fühlte mich schon gehetzt und konnte die zahlreichen Offenbarungen und Wendungen gar nicht mehr richtig genießen.

Auch das Ende dieses zweiten und letzten Teils der Reihe ist wieder sehr zufriedenstellend. Sarah Crossan hat ihre Geschichte sogar mit einem kleinen Ausblick auf die Zukunft abgerundet und lässt mich nach dem Zuklappen des Buches wieder in Ruhe atmen.

Urteil:
Auch in „Breathe - Flucht nach Sequoia“

Bewertung vom 23.10.2013
Engelsfeuer / Riley Blackthorne. Die Dämonenfängerin Bd.4
Oliver, Jana

Engelsfeuer / Riley Blackthorne. Die Dämonenfängerin Bd.4


sehr gut

Meinung:
Dreimal bekämpfte ich an der Seite von Riley Blackthorne Dämonen, ließ mich von Freunden verraten und stürzte mich in einige Männergeschichten. Einer dieser Männer war mir schon immer der liebste und von Anfang an kämpfte ich insgeheim für ihn.
Denver Beck, der Riley anzieht und gleichzeitig von sich fort stößt – wieder und wieder.

In diesem finalen Band machte ich einen Ausflug in Becks Vergangenheit. Nach einem Anruf will er in seine frühere Heimatstadt Sadlersville zurückkehren, der Meisterfänger Stewart stellt ihm Riley zur Seite. Riley muss von der Bildfläche verschwinden, sie erregt derzeit einfach zu viel Aufmerksamkeit.

In der kleinen Stadt ist Beck alles andere als willkommen, es schwebt eine dunkle Wolke über ihm, die Riley endlich verstehen will.
Aber was wäre ein finaler Band der „Dämonenfängerin“ ohne Dämonen, Himmel und Hölle?
Hier kommt Ori ins Spiel. Und er legt die Anweisungen des Höllenfürsten etwas anders aus als dieser sie ihm auftrug.

Dieses fulminante Finale beantwortet endlich auch die letzten Fragen, insbesondere die zu Denver Beck. Über die drei Vorgänger hinweg erhielt ich stets Andeutungen, Hinweise, Emotionen… Aber niemals hätte ich etwas Derartiges hinter Beck erwartet. Seite für Seite verlor er eine seiner tausend Schichten, die er sich im Laufe der Jahre zum Schutz zugelegt hatte. Der Leser lernt in diesem Band die Hintergründe für das teils miese Verhalten kennen, für das man ihn in den ersten Bänden hätte schütteln können.

Die Autorin widmete Beck einen sehr großen Teil des Buches. Dieser ist zwar weniger action-behaftet als der Rest der Geschichte, für das Verständnis und die Gefühle zwischen Beck und Riley aber unerlässlich. Jana Oliver hat auch tatsächlich noch die ein oder andere Überraschung für Beck bereit. Aber diese gibt es erst zum Ende hin, sodass ich nicht mehr darüber verrate.

Die eigentliche Protagonistin Riley rückt tatsächlich eher in den Hintergrund. Dadurch, dass von Anfang an aus Rileys und Becks Perspektive im personalen Stil erzählt wurde, fällt dies aber kaum auf.
Riley wird sich (endlich!) ihrer wahren Gefühle bewusst und sie traut sich auch, zu ihnen zu stehen. Sie ist bereit, für den Mann, den sie liebt, zu kämpfen, wirklich alles zu geben.
Aber irgendwie spielt auch ein gewisser gefallener Engel noch immer eine Rolle in ihrem Leben, ob sie will oder nicht. Jetzt heißt es kämpfen – und hoffentlich siegen.

Zum Schreibstil von Frau Oliver muss man nicht mehr viel sagen. Ihre lockere Art zu erzählen, die vielen Dialoge und die richtige Portion Humor und Sarkasmus ließen mich über die Seiten fliegen, die Angst stets im Nacken, mich von den geliebten Charakteren verabschieden zu müssen.

Was die Spannung angeht, hält sich auch dieser vierte und finale Teil auf dem Niveau der Vorgänger. Ein gewisses Maß an Grundspannung und gewecktem Interesse zieht sich durch das gesamte Buch. Von kleineren Höhepunkten unterbrochen, steigt diese Spannung kontinuierlich an und steuert auf den wirklichen Showdown zu, einem actionreichen Kampf gegen zahlreiche Dämonen und einem weiteren Kampf, der es ebenfalls in sich hat. Atemlos hetzte ich durch diesen Teil, fieberte und zitterte mit Riley und den anderen Fängern über diesen Kampf hinaus, ehe mich die Autorin mit einem kleinen Ausblick auf die Zukunft zufrieden zurücklässt.

Urteil:
Auch dieser vierte und letzte Band der „Dämonenfängerin“-Reihe rund um Riley Blackthorne hält durchaus das Niveau der Vorgänger. Viele Hintergrundinformationen, viele Antworten und eine Charakterentwicklung, die es in sich hat und ich mir schon immer gewünscht habe, ließen mich dieses letzte Abenteuer trotz seiner ruhigeren Art in der ersten Hälfte des Buches durchaus genießen. Im weiteren Verlauf bekam ich zum Ausgleich eine riesen Portion Action und Kampf, ein paar überraschende Momente und große Emotionen. Sehr gute 4 Bücher für Rileys letzten Einsatz als Dämonenfängerin.

©his-and-her-books.blogspot.de

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 18.10.2013
Zipfelmaus und der geheimnisvolle Goldkratzer - Ein Kirchenkrimi
Becker, Uwe

Zipfelmaus und der geheimnisvolle Goldkratzer - Ein Kirchenkrimi


ausgezeichnet

Inhalt:
Frau Bienenstich wird die nächsten drei Wochen Urlaub an der Nordsee machen. Für Zipfelmaus heißt das: endlich Ferien. Doch die Pläne laufen schnell ins Leere, als die grummeligen Garten-Mitbewohner Zipfelmaus darauf aufmerksam machen, dass sie die einzige ist, die Ferien hat. Als dann auch noch Zipfelmaus‘ Onkel Benn im Garten auftaucht, rücken die Ferien in noch weitere Ferne. Denn Onkel Benn, die amtierende Kirchenmaus von St. Pistor, hat von der detektivischen Meisterleistung von Zipfelmaus gehört und benötigt dringend Hilfe. In seiner Kirche gibt es einen Dieb, der die Vergoldung von zahlreichen Bilderrahmen abkratzt. Zipfelmaus soll diesen Goldkratzer enttarnen.

Leichter gesagt als getan. Denn die erste Hürde ist es, überhaupt einmal zur Kirche zu kommen. Der Flugbetrieb bei Raketenmolch ist vorübergehend eingestellt – Fluglotsenstreik – und Zipfelmaus muss hier erst einmal ordentlich schlichten.

Das große Abenteuer beginnt dann, als Zipfelmaus, begleitet von Shakira und Fiffi, Dickespinne als blinder Passagier an Bord, in der Kirche ankommt. Zipfelmaus hätte nie gedacht, dass es in einer solchen Kirche dermaßen gefährlich sein könnte.

Meinung:
Die „Zipfelmaus“ konnte mich bereits im ersten Band voll und ganz für sich gewinnen. So musste ich natürlich zu der Fortsetzung greifen und freute mich schon, wieder in die lustige Tierwelt einzutauchen und mich mit meinen liebgewonnenen Charakteren in einen neuen Fall zu stürzen.

Der Garten von Frau Bienenstich ist lediglich die Kulisse für den Einstieg in die Geschichte. Nachdem alle Probleme mit der Reise beseitigt sind, findet sich der (Jung-)Leser in der Kirche St. Pistor wieder. Hier hat der Autor einige „Entdeckungen aus Mause-Sicht“ eingebaut, die durchaus zum Schmunzeln einladen. So traf ich auf „den Scheich“, lernte das ganz wichtige Buch „Grübel“ kennen und bezog gemeinsam mit Zipfelmaus ihr vorübergehendes Heim in einer Kiste, direkt in einem ultragemütlichen Bett mit einer winzigen Baby“maus“ darin. Erwähnenswert ist natürlich auch die weiße Fledermaus über dem kleinen Häuschen.
Allein diese ganzen Dinge zu verfolgen, machte mir so großen Spaß, so dass zeitweise der „Fall“ des Goldkratzers in den Hintergrund geriet. Zumal dass auch noch andere Dinge einfach so verschwinden… und wieder gibt es mysteriöse Botschaften für die Zipfelmaus. Dieses Mal sogar per SMS (Schnelle Maus Sendung).

Daher gibt es viele Fragen zu beantworten, für Zipfelmaus ist einiges zu tun. Denn es scheint jeder verdächtig! Vielleicht sogar Shakira? Oder der Orgel-Käfer Toccata, die Ratte Lutefisk oder gar die Kirchenkatze Balsora, die sich immer mit Geschichten bestechen lässt? Natürlich ist auch der Scheich und Shakiras Tante Apollonia verdächtig, oder gar Kevin, den allein schon wegen seines Namens niemand zu mögen scheint.

Uwe Becker hat seine neuen Charaktere ebenso liebenswürdig und auf die gewohnte kindlich-naive Art gestaltet, alten Bekannten wie Shakira aber neue Tiefe gegeben. Der Schreibstil bleibt weiterhin locker und kindgerecht, insbesondere die Dialoge bringen jeden Jungleser zum Lachen.

Erwähnenswert sind die sehr gelungenen Illustrationen von Ina Krabbe, die die Geschichte auflockern und zugleich kleine Hilfestellungen auf die Charaktere geben. Ich saß wohl auf dem Schlauch, als der Scheich das erste Mal auftauchte… Aber eigentlich ist es so klar, wen die kleinen Tiere meinen. Aber lest selbst!

Urteil:
Uwe Beckers „Zipfelmaus und der geheimnisvolle Goldkratzer“ steht seinem Vorgänger in nichts nach. Es gibt auch in einer Kirche viel zu entdecken, auf tierisch-humorvolle Art zu erklären und einige Abenteuer zu bestehen. Auch wenn die Fortsetzung nicht ganz so überraschend war wie der erste Teil, belohnen wir unseren Lesespaß auch hier mit knappen 5 Spielsachen.

Bewertung vom 14.10.2013
Frostglut / Mythos Academy Bd.4
Estep, Jennifer

Frostglut / Mythos Academy Bd.4


sehr gut

Meinung:
Mittlerweile habe ich mich so auf der Mythos Academy eingelebt, dass ich mich über die Erscheinung jedes weiteren Teils freue und so konnte ich natürlich auch „Frostglut“ nicht lange ungelesen liegen lassen.

Und eines muss man der Autorin lassen: Sie schafft es, einen innerhalb der ersten Seiten wieder ans Buch zu fesseln, das Gefühl zu vermitteln, man wäre nie weg gewesen. Durch ein bis zwei erklärende Rückblicke vervollständigte sich mein Bild wieder und ich konnte den weiteren Entwicklungen entgegensehen.

So nahm ich ebenso schockiert wie Gwen die Anklage des Protektorats entgegen, ließ es zu, dass man ihr einen Bewacher zur Seite stellte und wurde anschließend Zeuge von zahlreichen Mobbing-Attacken und Schlimmerem, die sich bis über das erste Drittel des Buches hinaus zogen. Ich fühlte mit Gwen mit, litt mit ihr, aber es passierte (gefühlt) eine sehr lange Zeit nichts.

Erst, als endlich Bewegung in die Sache kommt, Gwen den Kopf hebt und sich nicht vor ihrem Schicksal versteckt sondern erhobenen Hauptes entgegenstellt, fühlte ich mich wieder richtig wohl und konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Gwen lernt, was es heißt, Nikes Champion zu sein, folgt wieder einmal Spuren und Indizien, lässt sich nicht unterkriegen und findet somit zu alter Stärke zurück.

Durch den Auftritt von Linus Quinn zeigt Logan neue Facetten. Die Beziehung zu seinem Vater wird in ein anderes Licht gerückt, spätestens gegen Ende der Geschichte. Seine stetigen Schuldgefühle, die er so lange Zeit vor Gwen verborgen hatte, werden wieder hervorgekramt und bekommen eine zentrale Rolle zugewiesen. Logan spielt einmal mehr den Retter und Beschützer, doch manchmal müssen auch solche gerettet werden.

In gewohnt lockerem und jugendlichem Schreibstil beleuchtet Jennifer Estep in „Frostglut“ die Beziehung der Frost- und Quinn-Familie, erklärt, warum zwischen dem Bibliothekar und Logans Vater Zwiespalt herrscht und warum Eifersucht auch den Blick der Besten der Besten trüben kann.

Durch die Erzählung aus Gwens Ich-Perspektive spürte ich hautnah all ihre Gefühle, jedoch entzog sich mir auf diese Weise insbesondere im ersten Drittel das Interessanteste der Geschichte. Nämlich was Gwen alles verschwiegen wird und worüber sie keine Kenntnis hat.

So entwickelte sich die Spannung nach dem ersten Schockmoment der Anklageerhebung erst sehr spät, danach konnte ich aber wieder die gewohnte Action im Rahmen der Kämpfe gegen Schnitter erleben und alles steuerte auf die Auflösung zu, den Plan der Schnitter, dem ich begierig entgegensah. Weiter und weiter wurde ich durch die Seiten getrieben, fieberte und zitterte und ließ mich überraschen. Atemlos raste ich auf den Showdown zu und wurde von Jennifer Estep weitergequält. Ich kann nur hoffen, dass Band 5 nicht lange auf sich warten lässt und Gwen ihren Job als Nikes Champion bald fortsetzen kann.

Als Bonus gibt es wieder eine Übersicht über die Krieger, die Charaktere und das Schulgelände von Mythos, was über das viel zu schnelle Ende des Buches durchaus etwas hinwegtröstet.

Urteil:
Der vierte Band der „Mythos Academy“-Serie kam nicht ganz an den grandiosen Vorgängerband „Frostherz“ heran, insbesondere das erste Drittel war nur mit sehr zarten Spannungsspitzen versehen, was der Rest des Buches aber wieder mehr als wettmachte. Action, Kämpfe, Überraschungen, neue göttliche Besuche… und Charakterentwicklungen, die es in sich haben! Macht im Schnitt 4 Bücher für Gwen Frosts vierte Episode aus ihrem Leben auf der Mythos Academy.

Wer die Serie bisher mochte, wird sich auch diesem Teil nicht entziehen können. Auch wenn ich beim Ende des Vorgängers etwas anderes von diesem vierten Teil erwartet hatte, konnte er mich in Summe mit seinen Entwicklungen dennoch überzeugen.

Die Serie:
Frostkuss
Frostfluch
Frostherz
Frostglut
Frostnacht
(Erscheinungstermin: März 2014)
6. Originaltitel: Killer Frost
(Erscheinungsdatum: unbekannt)

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3 von 7 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 09.10.2013
Große Ärsche auf kleinen Stühlen
Benni-Mama

Große Ärsche auf kleinen Stühlen


ausgezeichnet

Meinung:
Nach einem kurzen, wenn auch übertrieben dargestellten, Elternabend wurde ich mit der überzogenen, aber dennoch schockierenden Realität konfrontiert:
Wenn du ein Kind hast, gibt es dich nicht mehr. Nicht nur, dass sich kein fremdes männliches Exemplar vor lauter übrig gebliebener Schwangerschaftskilos und den Zeugen schlafloser Nächte, auch Tränensäcke genannt, mehr traut, dir auf offener Straße hinterherzuschauen...
Nein, du als Person existierst nicht mehr. Erst redest du selbst in dritter Person von dir ("Mama hat dich lieb."), dann nennt dich auch der Rest der Familie, inkl. Ehemann nur noch „Mama“. In letzter Stufe übernehmen auch völlig fremde Menschen auf der Straße diesen Namen. Menschen, die nur den Mini-Menschen im Kinderwagen ansprechen, aber die Antwort von dir erwarten.

Welche Mama kennt das nicht. Die Vorstellung einer völlig entspannten Mutter, die im Café sitzt und mit Säugling und Freundinnen ihre Tage ansprechend und niveauvoll gestaltet… WUNSCHTRÄUME!

Das musste auch die Ich-erzählende Autorin Benni-Mama schon sehr früh lernen. Der wirkliche Albtraum für sie begann aber mit der Suche nach einem Kinderbetreuungsplatz, um sich selbst neben Kindermanagement auch ihrer Karriere oder zumindest dem Verdienst von eigenem Geld zu widmen.

Ich hoffe für alle Mütter mit dem Wunsch, vor dem dritten Geburtstag ihres Kindes wieder in den Job zurückzukehren, dass die von Benni-Mama erzählte Odyssee überdramatisiert wurde. Von Bestechung, Jammern, Betteln und Anpreisen nicht-vorhandener Fähigkeiten ist hier die Rede – aber alles sinnlos, wie uns die Autorin erklärt. Was der Kita-Platz mit Tampons zu tun hat, müsst ihr aber selbst nachlesen.

Benni-Mama landet in einem Kinderladen, einem von einer Elterninitiative gegründeten Verein, der zwei Erzieherinnen angestellt hat, die unterschiedlicher nicht sein könnten und ansonsten komplett von den Eltern „organisiert“ wird.

Dies bringt die unterschiedlichen Charaktere zum Vorschein. Sei es die Kümmer-Mutti Therese-Mama, die sich für keinen Dienst zu schade ist oder die hochengagierte Gesundheitsfanatikerin Bio-Bärbel, die alle mit ihren Essensplänen zum Wahnsinn treibt.

Der Schreibstil von Benni-Mama strotzt nur so vor Humor und Sarkasmus, im ersten Moment so völlig abstrusen Situationen, die aber eigentlich alle schon – zumindest vom Hörensagen – vorgekommen sind. Läuse, Gerüchte, Intrigen… Pädagogische Konzepte und englische Frühförderung, Kindergeburtstagswettrüsten und Windpockenpartys und natürlich der Alltime-Classic: Fernsehen. In diesem Buch gibt es nichts, was nicht besprochen und debattiert, über das gelacht und gekichert werden darf. Ich hätte unendlich viele Zitate, die aber aus dem jeweiligen Kapitel herausgerissen nicht mehr die besondere Art des Humors transportieren, den „Große Ärsche auf kleinen Stühlen“ bietet. Klarer Fall von: Man muss dabei gewesen sein!

Aber so lustig Titel und die überspitzte, sarkastische Art der Autorin auch sein mögen… Wer Kinder hat, wurde mindestens mit einem der behandelten „Probleme“ bereits konfrontiert, erkennt sich vielleicht selbst in Benni-Mama oder zu Teilen in anderen Charakteren wieder. Auf humorvolle Art den Spiegel vorgehalten zu bekommen und maßgeregelt oder auf gewisse Dinge aufmerksam gemacht zu werden, kann sogar Spaß machen.

Ich freue mich schon darauf, wenn Ben in die Schule kommt. Denn eins kann ich Benni-Mama versprechen: Mit der Einschulung hören die Probleme nicht auf!

Urteil:
Ich habe „Große Ärsche auf kleinen Stühlen“ in vollen Zügen genossen, mich vor Lachen gekringelt, wobei das Thema aufgrund des Wahrheitsgehalts eigentlich zum Heulen wäre. Manchen Eltern würde man die Lektüre am liebsten sofort in die Hand drücken und hoffen, dass sie sich selbst darin finden… Denn wer kennt sie nicht, die Bio-Bärbels und die Kümmermuttis? Volle 5 Bücher für diesen ganz speziellen „Erziehungsratgeber“.

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1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 07.10.2013
Die Verschworenen / Eleria Trilogie Bd.2
Poznanski, Ursula

Die Verschworenen / Eleria Trilogie Bd.2


ausgezeichnet

Meinung:
„Die Verschworenen“ ist ein zweiter Teil, dem ich eindeutig entgegengefiebert habe. Schon mit „Die Verratenen“ konnte mich Ursula Poznanski in ihren Bann ziehen und mich weitestgehend überzeugen. Die Fortsetzung konnte aus meiner Sicht also nur eine Steigerung bedeuten. Keine Frage, dass ich das Buch nicht lange ungelesen lassen würde.

Kaum hatte ich die ersten Seiten hinter mir, fühlte ich so langsam die Erinnerungen an die zuvor geschehenen Ereignisse wieder in mir aufkeimen. Immerhin war ja nun doch ziemlich viel Zeit zwischen den beiden Teilen dieser Trilogie vergangen.

Anfangs war ich also zusammen mit den fünf Jugendlichen, die ihrer Ermordung durch die Sentinel entkommen waren, in den Katakomben unter der Ruinenstadt gefangen. Für den Einstieg in die Geschichte hat mir Frau Poznanski viel Zeit gegeben, mich wieder mit den Charakteren vertraut zu machen und so einige Entwicklungen, die während meiner Abwesenheit passiert sind, in mich aufzunehmen. Durchsetzt von kleinen Spannungsaufhellern, die die Autorin immer wieder geschickt eingebaut hat, führte sie mich zielstrebig durch die Handlung. In einem Moment, in dem ich nicht damit gerechnet hatte, nahm der Plot dann urplötzlich gewaltig an Fahrt auf. Ich kam kaum noch dazu, Luft zu holen und so raste ich mit steigender Seitenzahl immer schneller durch diese dystopische Welt. Ich inhalierte geradezu die beschriebenen Gefahren, fühlte mit den Charakteren und war immer an deren Seite.

Der Weltentwurf selbst ist fantastisch. Die Autorin beschrieb ihre Welt für mich plastisch und vorstellbar, ich konnte mehr Eindrücke als noch aus dem ersten Teil für mich mitnehmen. Dabei kam sie ohne ausufernde und überdetaillierte Beschreibungen aus. Nun war ich in der Welt von Ria und Co. definitiv angekommen.

Ihre Charaktere schildert Ursula Poznanski sehr real, wobei sie einen besonderen Fokus auf die Protagonistin Ria gelegt hat. Und diese ist mir in „Die Verschworenen“ wirklich sehr ans Herz gewachsen. In diesem zweiten Band hat sie für mich deutlich an Tiefe gewonnen.

Über Frau Poznanskis Schreibstil selbst brauche ich vermutlich nicht viele Worte zu verlieren. Die Bücher von ihr lesen sich ganz einfach flüssig und man kann sich kaum von ihren Geschichten lösen. So ging es mir auch in dieser aus Rias Sicht in Gegenwartsform geschriebenen Story. Diese gewählte Sichtweise ermöglichte es mir immer, die Handlungen und Charaktere zu vernetzen und auf dem Laufenden zu sein.

Die Autorin treibt ihre Geschichte zum Ende hin nahezu bis zu nervenaufreibender Spannung, so dass ich mich nicht getraut habe, das Buch zur Seite zu legen, ohne dass ich wusste, wie es ausklingt. Und nach einem wirklich berauschenden, auch gefühlsmäßig imposanten Auf und Ab, gönnte mir die Autorin noch eine kleine Beruhigung, so dass ich nun sichtlich zufrieden, aber sehr, sehr gespannt auf den Abschluss der Trilogie warte.

Urteil:
„Die Verschworenen“ bietet alles, was eine gute Geschichte benötigt. Mir zitterten vor Spannung die Hände, ich erlebte ein Netzwerk aus Verstrickungen und Emotionen, ich konnte mich in einer wahnsinnig gut erdachten Welt verlieren. Für diese schönen und mitreißenden Lesestunden erhalten „Die Verschworenen“ eindeutige 5 Bücher.

Für alle Fans gut durchdachter dystopischer Welten, die Spannung und mitreißende Erzählweisen vertragen und Unterhaltung mit geschickt inszenierten Vernetzungen lieben. Für alle, die bereits „Die Verratenen“ gemocht haben, ein definitives Must-Read.


Die Serie:
Die Verratenen
Die Verschworenen
?


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1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 05.10.2013
Gesetz der Rache / Ember Bd.2
Simmons, Kristen

Gesetz der Rache / Ember Bd.2


sehr gut

Meinung:
Wie hatte ich mit Ember in „Artikel 5“ mitgefiebert, mit ihr gelitten, einen Verrat nach dem anderen über mich entgehen lassen, die unser beider Vertrauen in alle anderen regelrecht zerbröckeln ließ! Umso begieriger war ich auf diese Fortsetzung und konnte sie keinen Tag ungelesen hier stehen lassen!

Kristen Simmons machte mich Schritt für Schritt mit dem Widerstand vertraut, ließ kurze Sequenzen aus dem ersten Teil einfließen, um meine Erinnerungen wieder aufzufrischen. Schnell war ich wieder auf der Flucht vor der MM, versteckt in diesem Appartement-Haus, ohne Aussicht auf Freiheit und ein Leben.

Die Gerüchte über den Sniper werden beim Widerstand unterschiedlich aufgenommen. Brachte er sie alle zusätzlich in Gefahr oder demonstrierte er, dass man sich wehren konnte. Motivierte er die Menschen vielleicht dazu, sich aufzulehnen? Für den Widerstand wird der Sniper zu einem Helden und die Gerüchteküche brodelt. Vor allem als Embers Fahndungsfoto auftaucht. Ist sie der Sniper? Immer mehr scheinen es zu glauben. Und genau diesen Glauben will der Widerstands-Anführer Wallace ausnutzen.

Ember war mir in „Gesetz der Rache“ weitaus näher als noch in „Artikel 5“. Ich konnte damals ihre Beweggründe oft nicht nachvollziehen, hätte sie aufgrund ihrer fragwürdigen Entscheidungen und Handlungen oft am liebsten geschüttelt. Ihr Beschützerinstinkt ist nach wie vor ausgeprägt, Argwohn und Misstrauen Chase gegenüber sind etwas anderem gewichen: Zweifel. Zweifel, die Embers Geist vergiften. Zweifel, ob Chase auch wirklich alles dafür getan hat, ihre Mutter zu retten. Die Distanz zwischen den beiden wird größer und größer.

Chase, der Ember am liebsten schon gestern in eins der sicheren Häuser gebracht hätte, wirkt gebrochen, ausgelaugt, hoffnungslos, was Ember oft falsch interpretiert und nicht unbedingt dafür sorgt, dass sie sich wieder annähern. Embers Pläne, Rebecca aufzuspüren und zu retten, bewirken ebenfalls das Gegenteil. Doch es gibt Informationen. Hoffnungsfunken, die Embers unendliche Schuldgefühle gegenüber Sean und Rebecca vielleicht tilgen könnten und sie ist bereit, dafür zu kämpfen.

Aus der von Kristen Simmons gewählten Ich-Perspektive (Vergangenheit) heraus erlebte ich Zweifel und Hoffnung, Angst und Schmerz, wieder hautnah. Embers Erzählung wirkt authentisch, die Sprache der Autorin wieder beklemmend und ernst. Der Schreibstil macht es einem leicht, in der Geschichte zu versinken.

Neben tieferen Einblicken in andere Charaktere und die gewohnten kursiv gedruckten Eindrücke aus Embers Vergangenheit erhalten wir in diesem zweiten Teil mehr Informationen zum Krieg. Der Ursache für die Machtübernahme von Präsident Scarboro und der Wandel zu dem aktuellen Gesellschaftsbild. Auch wenn es anfangs nur Spekulationen und Gerede waren, wurde mein Bild im Laufe des Buches immer genauer. Auch mit der Organisation des Widerstandes führte die Autorin ihre Idee konsequent fort und spinnt einen noch sehr fadenscheinigen Handlungsstrang, der im abschließenden dritten Band sicher noch gefestigt wird, wenn man sich den Originaltitel anschaut.

Nach einem ruhigeren Einstieg erhöhte Kristen Simmons das Tempo der Geschichte durch unerwartete Handlungen und die stetige Spekulation über die Identität des Snipers oder die Frage nach dem Verräter und trieb die Spannung unentwegt voran. Nach einem Zwischen-Höhepunkt trieb ich so immer weiter dem Showdown entgegen, hoffte, dass sich meine Pläne umsetzen und Wünsche erfüllen würden, ehe ich, wieder einmal sehr gespannt auf die Fortsetzung, zum Ende kam.

Urteil:
„Gesetz der Rache“ ist ein klein wenig ruhiger als „Artikel 5“. Auf Spannung, Action und unvorhergesehene Wendungen musste ich jedoch keinesfalls verzichten. Neben Antworten und Erklärungen zu gesellschaftlichen Fragen bekommen wir neue Einblicke in den Widerstand und auch die Charaktere bekommen mehr Tiefe. Sehr gute 4 Bücher für Ember und Chase.

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