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Benutzername: Marieke
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Bewertungen

Insgesamt 21 Bewertungen
Bewertung vom 06.10.2020
Der hellste Teil der Nacht
Janus, Elja

Der hellste Teil der Nacht


ausgezeichnet

„Der hellste Teil der Nacht“ ist der neueste Roman von Elja Janus. Nach „Zwei in Solo“ ist es für mich der zweite Roman der Autorin.
„Zwei in Solo“ hatte mich schon vom Schreibstil, der Geschichte und den Charakteren total begeistert, aber dieser Roman hat noch eins draufgelegt und ich bin Hin und Weg.

Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt, wovon Teil 1 aus Chatgesprächen zwischen den Protagonisten Melinda und Simeon besteht.
Und diese Gespräche haben es in sich: Erst nur eine Reaktion von Melinda auf miese Kommentare zu ihrem neuen Buch auf den Sozialen Medien, entwickelt sich nach und nach eine Beziehung in diesen Gesprächen zwischen Simeon und Melinda. Diese Gespräche sind voller Witz, Zärtlichkeit, Verwundbarkeit, Offenlegungen und ziehen einen als Leser komplett mit.

Man meint, dass Simeon, der sich immer etwas bedeckt hält bei seinen Nachrichten ein griesgrämiger Zeitgenosse ist, der so gar keine Lust hat sich mit anderen auszutauschen oder speziell mit Melinda. Aber so einfach ist das nicht. Ja Simeon ist so der „knappe Antwort“ Typ, der auch einfach mal länger braucht um zurückzuschreiben. Aber er bringt die Dinge einfach auf den Punkt. Es wird mit Verlauf der Nachrichten zwischen Simeon und Melinda irgendwann klar, dass Simeon Gründe hat warum er in Bezug auf seine Person, wo er wohnt, ja sein ganzes Privatleben verschlossen ist, nicht möchte das jeder den Krimiautor Simeon Wiese googeln kann und dann alles über ihn weiß. Er zeigt in diesen Nachrichten mit Melinda sein verletzliches, schüchternes und auch ängstliches Ich und zieht sich öfter mal zurück, wenn es ihm zu nah wird, zu eng.
Und in den Momenten in denen Melinda Zuspruch und Mut braucht, mit jemandem reden muss, sich allein und ängstlich fühlt und zweifelt, da ist Simeon der Starke, der der mit seinem Handy und dem Nachrichtenfenster da ist und zuhört und aufbaut.

Melinda wirkt viel lebensfroher, lockerer, lustiger und voller Optimismus. Aber auch das täuscht. Sie zeigt Simeon während der Gespräche immer mehr von der „echten Melinda, die traurig ist, weil ihre Ehe kaputt ist, die an ihren Fähigkeiten als gute Autorin manchmal zweifelt, weil Liebesromane ja keinen guten Ruf haben, die die starke Frau nach außen gibt, statt einfach mal zu sagen: Ich bin traurig“. Melinda gibt in diesen Momenten so viel von sich preis und weiß genau bei Simeon kommt es richtig an.

Die Art wie die beiden miteinander reden/ schreiben hat die Autorin auf eine so wundervolle Weise beschrieben. Es strotzt vor feinfühligen, Mut machen, aber auch auf den Zahn fühlenden Nuancen, Fragen, Inhalten in diesen Gesprächen. Die Worte entfalten eine unglaublich einnehmende Kraft und ziehen einen richtig an und rein.

Und dann kommen Teil 2 und 3 der Geschichte und einem wird klar wie stark diese Geschichte ist, wie tief und voller Tragweite alles ist. Es kommen Momente, die weh tun, die einem zu denken geben, die alles in ein anderes Licht rücken und die zeigen, dass das hier etwas Großes ist.

Die Liebesgeschichte von Melinda und Simeon ist wunderschön, sprachlich wunderschön, als solche wunderschön mit Protagonisten, die eine Schönheit ins ich tragen, die einem erst viel später im Buch bewusst und offenbart wird, die mit Worten ihren Gefühlen Ausdruck verleihen und auch den traurigen Dingen, den schmerzhaften somit einen Rahmen geben, der sich frei und entfalten kann.

Mit „Der hellste Teil der Nacht“ hat Elja Janus eine Liebesgeschichte geschaffen, die durch ihre Worte, die Protagonisten lebt, zaubert, einen komplett in den Bann zieht und sehr tiefgründig ist und in Tiefen geht, die auf den ersten Blick nicht klar sind und sich im Laufe zeigen und erschließen. Es ist eine mitreißende, einnehmende, wunderschöne Geschichte, die Mut gibt, über Ängste redet, zeigt das Vergangenheit nicht unumstößlich für die Zukunft ist, wie stark wir sind und das Liebe es schafft zu verzeihen, zu wachsen, sich zu erholen und wieder zu verzaubern.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlun

Bewertung vom 12.09.2020
Pros & Cons: Steele (eBook, ePUB)
Wasp, A. E.; Schnack, Lisa

Pros & Cons: Steele (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Meine Meinung:
Die Autorin konnte mich direkt zu Beginn fesseln, indem sie nicht Klassischerweise mit der Geschichte begonnen hat, sondern erst einmal eine Auflistung der Charaktere als „Wer ist mit von der Partie und Wer ist Wer“ ähnlich der Charakterauflistung im Programmheft beim Theater oder dem Cast eines Filmes gemacht hat. So kommt sofort dieses „Ah es hat was von einem Film, Theaterstück, das wird eine rasante Story“ Gefühl.
Ein wie ich finde gelungener und mal wirklich nicht typischer Einstieg in die Story. Und anstatt danach mit den Charakteren und der Geschichte loszulegen gibt es erstmal durch den Prolog, den „der interessierte Freund“ für sich beansprucht eine Übersicht über die sich versammelnden Herrschaften und was sie so machen.

Der Schreibstil ist flüssig, rasant, ohne zu schnell zu sein, es gibt eine Menge Humor, tolle Dialoge, eine sehr ausgelassene, aber doch spannende und immer passende Grundstimmung und ich habe das Buch in einem Rutsch runter gelesen.

Den ersten Auftrag und Anfang darf Steele Alvarez machen, ein ehemaliger Special Forces Close Protection Specialist und nun Bodyguard.
Steele ist der Typ Mann wo man sofort denkt: Sexy, witzig, taff, stark, gewissenhaft in dem was er tut und ein Experte in seinem Job. Und genau so ist es. Er ist ein wirklich sympathischer Protagonist, der unglaublich viele Stärken ins ich vereint, aber in den Momenten, wo er schwach wird, seine Schwächen, Fehler zeigen und eingestehen muss, sich nicht zu stolz dafür ist. Klar er hat so eine Art, dass er der große Beschützer sein möchte und das führt zu so mancher Reiberei mit unserem anderen Protagonistin. Aber Steele möchte nur diejenigen beschützen, die ihm wichtig sind und kämpft mit Dämonen aus seiner Vergangenheit als Soldat und Fehlern für die er sich verantwortlich fühlt. Wenn er also zu beschützend ist, dann nur weil er in dem Moment nicht anders kann und nur so mit gerissenen Situationen umgehen kann.

Breck Pfeiffer, unser anderer Protagonist, ist nicht nur optisch das Gegenteil von Steele, sondern auch mit seiner ganzen Art. Er ist sehr attraktiv, weiß das auch, arbeitet als Escort-Boy und nein er ist kein kleiner süßer Schatz, der da irgendwie reingeraten ist ohne zu wissen was er tut. Er ist zwar jung, aber weiß genau was er will, tut, hat keine falschen Illusionen und muss nicht wie die Jungfrau gerettet werden.

Steele und Breck sind sofort auf einer Wellenlänge und flirten ziemlich offen und heftig miteinander. Kein Hin und Her, kein „Soll ich zeigen, dass ich ihn will“. Nein das zwischen Steele und Breck eine heftige Anziehung besteht ist jedem sofort klar, dem Team und dem Leser. Und das ist wirklich toll so.
Klar am Anfang ist Steele noch zurückhaltend, denkt zu beschützend, möchte Breck oder seine Lage nicht ausnutzen, aber als Breck klar sagt was und wen er will, ist alles klar und Steele gibt seine Zurückhaltung auf.
Zwischen den beiden gibt es eine Menge an Witz und Humor, wenn sie zusammen sind, tolle Dialoge, Auseinandersetzungen, die die beiden aber immer durch miteinander reden gelöst bekommen und wirklich tolle, heiße Sexszenen. Chemie von Anfang an.

Der Rest des Teams und die zwei Damen sind wirklich klasse. Es kommt immer wieder zu witzigen, amüsanten Dialogen, ein bißchen erfährt man schon über die anderen, aber nie zu viel, es ist genau die richtige Mischung an Info, um neugierig auf die weiteren Bände zu bleiben.

„Pros & Cons: Steele“ ist eine Mischung aus „Oceans Eleven“, „Charlies Angels“ und Heist-Movies/ Serien. Es hat Spannung, Witz, ist sexy, tolle Charaktere, zwei Protagonisten, die super harmonieren, einen tollen Auftakt bilden, spritzig, zum Mitfiebern und Lachen. Man findet das Team sofort sympathisch, möchte umbedingt, dass sie den Auftrag schaffen, es dem „Bösen“ so richtig zeigen und ja auch wenn die Fünf alle was auf dem Kerbholz haben und quasi als Kriminell gelten, so wünscht man sich ab S. 1, dass die Jungs da heil rauskommen und am Ende gemütlich

Bewertung vom 07.03.2020
All The Fucks We Give
Kay, Nina

All The Fucks We Give


ausgezeichnet

Meine Meinung:
Ich liebe dieses Cover einfach! Es ist wundervoll stimmig mit den Farben, dem Rauch und dem Titelschriftzug und zeigt direkt das es nicht nur eine einfache Liebesgeschichte ist. Das Cover ist genauso so stürmisch, aufwühlend, kräftig, aber auch sanft in den Farben, faszinierend wie die Geschichte dazu.

Der Schreibstil von Nina Kay ist wundervoll bildhaft, laut und ausdrucksstark, mit Szenen und Stellen, wo man die Gefühle greifen kann und es sich wie eine Filmszene für den Leser anfühlt. Aber sie ist auch an den richtigen Stellen leise, ernst, teilweise beängstigend realistisch und ergreifend.

Die Geschichte ist aus der Sicht von Julien und Sasha geschrieben. Was ich immer besonders toll finde, weil so einfach beide Seiten wunderbar nachvollziehbar sind.
Julien und Sasha sind zwei unglaublich authentische, ausdrucksstarke, ehrliche, greifbare und nachvollziehbare Charaktere und Protagonisten. Sie sind komplett unterschiedlich, aber ergeben zusammen eine perfekte Einheit.
Julien ist oft laut, hat viel zu viel Wut in sich, hält sich auch in seiner Sprache nicht zurück und sehr offen und extrovertiert und ein total charmanter, einnehmender Charakter. Er ist der typische „Ich finde schnell Freunde und lerne schnelle neue Menschen kennen“ Typ. Trotzdem gibt es oft Streit mit seinem Bruder, oder auf der Arbeit und Julien wirkt irgendwie noch nicht angekommen und als fehlt ihm etwas wichtiges.
Sasha ist da das genaue Gegenteil: Alles an ihm wirkt schüchtern, leise, sanft, ja fast als würde er sich lautlos durch die Welt bewegen und möchte unsichtbar sein. Ein Teil davon wie Sasha zu Beginn des Buches ist, ist völlig normal für jemanden, der mit 19 sein Studium beginnt, von zu Hause ausgezogen ist und dann auch noch in einen Bundesstaat gezogen ist. Da geht es Sasha wie jedem, der etwas neues, unerwartetes anfängt und erstmal damit klarkommen muss, dass die Schule jetzt aus ist und der nächste große Schritt beginnt. Aber genau das ist auch einfach realistisch und dürfte gar nicht anders sein.
Bei all dem sind Julien und Sasha aber auch zwei zutiefst unperferkte Charaktere. Beide haben ihre Dämonen, Ängste, Gründe warum Julien immer so voller Wut ist und Sasha sich so klein und unsichtbar macht und Probleme hat mit dem Bus zu fahren. Sie sind einfach menschlich voller Probleme, Schwächen und wirklich heftigen Päckchen, die sie tragen und aushalten müssen. Aber sie sind dadurch eben so echt, authentisch und realistisch wie man nur selten zwei Protagonisten findet.

Als Julien und Sasha sich das erste Mal begegnen ist es im Gegensatz zu vielen typischen NA Büchern keine unrealistische Situation, etwas extra erzeugtes und weit hergeholtes. Nein ihre erste Benennung ist geradezu alltäglich und könnte jedem von uns so passieren. Und sie ist erstmal ruhig, gar nicht laut, auffällig oder gar ein Feuerwerk. Aber gleichzeitig ist sie für Julien eben doch etwas gewaltiges. Julien schafft es Sasha, der eigentlich fast unsichtbar ist in dieser Situation und bei der Einfachheit der Umgebung wie eine Naturgewalt wahrzunehmen und fast schon eine innere Explosion ein Emotionen, Gedanken, Überlegungen zu erleben.
Ich muss sagen, dass die erste Begegnung der zwei ganz klar zu meinen Lieblingsstellen im Buch gehört.

Dass Julien bisher nie über Männer als potenzielle Partner nachgedacht hat, ist zwar in Juliens Überlegungen, aber ob Sasha jetzt ein Mann ist oder nicht, macht nicht die Geschichte aus und ist für Julien auch nicht der springende Punkt.

Die Geschichte von Julien und Sasha ist eine Liebesgeschichte. Aber sie ist auch so viel mehr. Sie ist eine Geschichte über eigene Grenzen und die Überwindung davon, über Ängste, Dämonen und wie man lernt mit ihnen zu leben und umzugehen, über Freundschaft, die erste Liebe, Liebe. Mut, über wirklich ernste und schwierige Themen und das Liebe einem Stärke gibt, aber man selbst nach Hilfe fragen muss und gefestigt sein muss.
Für mich ist es jetzt schon ein Jahreshighlight

Bewertung vom 09.12.2019
Madison & Sam - A San Francisco College Romance
Bößel, Christiane

Madison & Sam - A San Francisco College Romance


ausgezeichnet

Meine Meinung:
„Madison & Sam“ ist der vierte und letzte Teil der „A San Francisco College Romance“ Reihe. Ihr könnt jeden Band unabhängig von den anderen lesen, auch wenn die Protagonisten aus den vorherigen Bänden als Nebencharaktere immer dabei sind. Und natürlich schließt dieser Band die Reihe ab und ist somit in Bezug auf die vorherigen Bände auch eine Art Spoiler wie das Leben der anderen Charakteren weitergeht.

Wie immer bin ich ganz begeistert von Christiane Bößels Schreibstil. Sie schafft es einfach die Dinge genau auf den Punkt zu bringen, die Emotionen, Gefühle und Gedanken der Charaktere wunderbar darzustellen und einem in jedem Moment nahezubringen. Wie auch die anderen Bände ist das Buch aus der Sicht von Madison und Sam geschrieben. Da bin ich immer ein großer Fan von, weil es so einfach noch toller ist sich in die Protagonisten hineinzuversetzen.

Die Geschichte von „Madison & Sam“ fängt ziemlich heftig an und man geht als Leser zusammen mit Madison durch eine wirklich harte Zeit. Aber genau das gehört zum Leben dazu und ist auch einfach unglaublich realistisch. Es gibt einfach diese schlimmen und traurigen Sachen, die uns passieren und wo man erst mal am Ende ist und wieder hochkommen muss. So ist Madison also zu Beginn des Buches schon eine ganz andere Madison, als man sie in Band 3 kennengelernt hat. Die lebenslustige, fröhliche, entspannte junge Frau ist einer Version gewichen, die den Verlust von Vater und Bruder irgendwie verkraften muss und versucht stark für ihre Mutter und sich zu sein. Und dann entscheidet Madisons Mutter, dass sie nicht mehr stark sein kann und Madison steht von einem auf den anderen Tag ohne Eltern und Bruder da. Aber weil sie in Zane einen wirklich liebevollen, verständnisvollen, fürsorglichen und einfach „er ist genau richtig“ Cousin und Vertrauten hat, schafft sie es nach San Francisco zu kommen und mit ihrem Kunststudium anzufangen. Dabei versucht Madison wieder die lebenslustige Madison von früher zu werden und auf diesem Weg trifft sie Sam.

Sam ist eine Frohnatur, ein reisewütiger Mensch, der nie lange an einem Ort bleibt und regelrecht so einen Aufbruchsinstinkt in sich drin hat. Aber er ist auch unglaublich fürsorglich wenn es um seine Oma und seinen Bruder geht.

Diese Begegnung mit Sam verändert Madison und Sam gleichermaßen. Was wie eine ungebundene, lockere Sommeraffäre beginnt und wirkt entwickelt sich zu so viel mehr. Aber Madison und Sam wären nicht Madison und Sam, wenn sie das sofort zugeben würden. So müssen die zwei sich also kennenlernen, wieder verlieren, erneut aufeinandertreffen und sich immer noch ziemlich dämlich anstellen bevor sie bereit sind ein Wagnis namens Beziehung einzugehen. Und auch dann sind Madison und Sam immer noch stark gefangen in ihren Ängsten, Drängen und vergessen das Reden das Einzige ist, was wirklich funktioniert.

Bei alle dem stehen den beiden und vor allem Madison Zane, Cole, Ethan und ihre jeweiligen Partner zur Seite. Bei Zane habe ich ja schon erwähnt, dass er einfach der perfekte Cousin ist. Madison und Zane haben ein wundervolles Verhältnis zueinander und ein ums andere Mal musste ich mich halb totlachen, wenn Zane seine Ratschläge raushaut oder ich wollte ihm komplett zustimmen in allem. Die anderen Jungs aus der WG sind genauso für Madison da, unterstützten sie, fangen sie auf und sind einfach Familie.

Insgesamt ist „Madison & Sam“ eine Geschichte bei der man als Leser mittendrin ist. Man trauert mit Madison, man wagt mit ihr einen Neuanfang, man lacht mit den Jungs, man verliebt sich in Sam, man verliebt sich in Madison, man fühlt sich geborgen und einfach Wohl beim Lesen. Es ist eine Geschichte voller Emotionen und Romantik, voller trauriger und schlimmer Momente, voller Momente, die einen über sich selbst nachdenken lassen, voller lustiger und schöner Momente. Kurzum: Eine Geschichte über das Leben, die Liebe, Trauer, Verlust und wie man gemeinsam alles schaffen kann.

Bewertung vom 29.11.2019
Resistance (Die Legende der Assassinen 2) (eBook, ePUB)
Thyndal, Amy Erin

Resistance (Die Legende der Assassinen 2) (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Meinung:
„Resistance“ ist der 2. Band der „Legende der Assassinen Reihe“ von Amy Erin Thyndal und damit der Abschluss der Dilogie. Spoiler sind daher möglich.

„Resistance“ startet wie auch „Uprising“ wieder mit dem Prolog, der uns ca. 310 Jahre in die Zukunft nach der Geschichte um Esme und Atair befördert. Wie schon bei Band 1 ist dieser Prolog ziemlich schockierend, baut eine unglaubliche Spannung auf und lässt einen sofort weiterlesen, weil man einfach wissen muss wie es weitergeht, wie es zu diesem Prolog kommt, was denn jetzt eigentlich mit Esme, Atair und der Apokalypse ist. Amy Erin Thyndal hat es geschafft mich sofort zu fesseln. Ich war schon beim Prolog komplett in der Geschichte, aber als es dann wieder zu Esme ging, war ich innerhalb von Sekunden wieder in diesem unglaublich tollen Setting mitten in New York.

Es geht wie gesagt direkt dort weiter, wo Band 1 aufgehört hat: man steht gemeineinsam mit Esme vor dem UN-Headquarter und ist auf einmal wieder inmitten vom Rest der verbleibenden Menschen in New York. Das war ein richtiger Wechsel des Settings und so ganz anders als im Hauptquartier der Assassinen aus Band 1.

Dadurch kommen einige neue Charaktere zur Story hinzu. So lernen wir River, Shannon, Kayla, Lee und ein paar andere kennen. Und wir sehen Cade, der Esme in Band 1 geholfen hat wieder. Wie schon die Nebencharaktere aus Band 1, sind auch die neuen Charaktere der Autorin super gelungen und alle von ihnen sind wichtig für die Geschichte und jeder von ihnen bringt auf seine ganz eigene Art nochmal zusätzlich Spannung, Witz, Spass, Hintergründe in die Geschichte.

Esme, die Protagonisten, hat sich ja schon in Band 1 viele Gedanken gemacht und versucht nicht nur alles Schwarz und Weiß zu sehen. Sie hat stark mit ihren aufkeimenden Gefühlen gekämpft und war immer im Zwiespalt, ob es nicht Verrat an der Menschheit wäre, wenn sie Gefühle für einen Assassinen zulässt. In Band 2 schafft Esme es sich weiterzuentwickeln, ihre Gefühle zu akzeptieren und wichtige Entscheidungen für sich zu treffen. Sie wird mutig und sicher in Bezug auf Atair, was sie für ihn fühlt und was er für sie fühlt.

Atair ist in seinen Gefühlen immer noch klar, ehrlich, unumstößlich und damit auch eine Konstante. An dem was er für Esme fühlt, sich für sie wünscht und gleichzeitig für sie beide hofft gibt es in keiner Sekunde einen Zweifel. Er ist ein sehr starker, fester, ehrlicher und auch treuer Charakter.

Die Loyalität, die den Assassinen über alles geht, ist auch in Band 2 immer noch ein ganz großes Problem. Und man muss sich immer fragen, wer eigentlich die Monster sind. Ob die Menschen nicht selbst schuld sind am Aufstand der Assassinen und ob es wirklich einen Unterschied gibt zwischen beiden.

Und dann kam in Band 2 der Punkt, wo ich dachte: Ja endlich wieder zuhause! Ja so schön es auch bei den Menschen im UN-Headquarter war, so sehr habe ich mir als Leserin gewünscht, dass Esme und dadurch ich wieder zu Atair und den anderen Assassinen kommen. Ich habe nämlich Atair, Elle und vor allem Steve und Troy unglaublich vermisst und sie haben mir einfach gefehlt.

Der Epilog: Ich möchte ihn gerne als einen Anfang für etwas neues sehen, als neuen Kreis, der sich dann auch irgendwann schließt. Klar würde ich total gerne die Geschichte von Aiden und Ivy lesen und würde mich sofort drauf stürzen, aber im Moment habe ich das erstmal so abgeschlossen und bin zufrieden mit dem Ende nach dem Epilog.

Insgesamt kann ich nur sagen, dass „Resistance“ nochmal einen draufsetzt, die Geschichte perfekt fortsetzt und abschließt. Amy Erin Thyndal konnte mich mit Band 2 noch mehr begeistern, als schon mit Band 1 und hat mit ihrer Dilogie zwei tolle Bände geschaffen, die zwei wundervolle Protagonisten haben, super Nebencharaktere, die einem im Gedächtnis bleiben, Spannung, Romantik, Dystopie, aber auch Ernsthaftigkeit perfekt verbinden und somit ganz klar ein Highlight 2019 für mich geworden sind.

Bewertung vom 21.11.2019
Valentin
Mars, Regina

Valentin


ausgezeichnet

Meine Meinung:
„Valentin (Club der dichten Dichter 2)“ ist der zweite Band in der „dichten Dichter Reihe“ von Regina Mars. Aber keine Sorge, ihr könnt den „Valentin“ auch lesen, ohne den „Milan“ zu kennen. Aber schöner ist natürlich die Bücher einfach alle zu lesen. Und da bin ich auch gleich beim Thema: Ich habe mich total gefreut, dass Valentin sein eigenes Buch bekommen hat und der zweite in der Reihe sein darf. Ich war ja schon durch Band 1 neugierig auf ihn. Wie in Band 1 „Milan“ trifft man wieder die fröhliche Autorenstammtisch Runde und Valentin bekommt den ein oder anderen Rat bei einem guten Glas Wein. Aber die Geschichte von Valentin spielt diesmal auch viel an Valentins Arbeitsplätzen: Seiner Wohnung, weil er ja ein Buch schreibt und es da ja so einen neuen Mitbewohner namens Jayson Käsebier gibt und in der Uni, weil der Valentin ja studiert und da wäre ja noch ein gewisser Professor…

Valentin ist liebenswert, sehr pedantisch und ein bißchen feige in Bezug auf sein Buch und den Professor und total welpenhaft. Da denkt man die meiste Zeit im Buch: Ja der Valentin, der immer noch studiert, ewig an seinem Buch rumdoktert und einfach nicht mutig sein will. Aber dann überrascht einen Valentin mit Mut, dem Willen zu Handeln, nicht nur einen sondern richtig viele Schritte auf einmal voranzugehen und ja einfach kein Welpe mehr zu sein. Das ist schon unglaublich witzig, schön, süß und spannend mitzuerleben, wie Valentin über sich hinauswächst, erkennt was er wirklich will, den Mut fasst Nägel mit Köpfen zu machen und urplötzlich so erwachsen wie sein Alter anzeigt ist.

Jayson Käsebier, das ist ein toller Name oder? Also ich habe da schon den ersten Lachanfall bekommen. Regina Mars hat einfach ein Händchen für lustige, sprechende Namen. Ja der Jayson, der ist einfach der wundervollste Mitbewohner, den sich ein Mensch wünschen kann (ich weiß aus Erfahrung wovon ich rede). Und Jayson ist lieb, nett, charmant, so richtig zum knuddeln und lieb haben. Er ist so bemüht um ein tolles auskommen mit Valentin und möchte, dass dieser ihn mag und gibt sich dabei unglaublich viel Mühe! Das kann man nur bewundern und toll finden. Ich finde Jayson macht einfach alles richtig.

Und ja in diesem Fall ist es Valentin, den man manchmal schütteln will und denkt: Ernsthaft Valentin, wie dumm bist du eigentlich gerade! Nicht falsch verstehen, ich habe ja oben schon geschrieben wie sehr ich Valentin mag und er mich überrascht hat, aber erstmal ist er auch einfach ganz schön dumm in Bezug auf Jayson und hat ein Brett namens Professor Südberg vor dem Kopf. Aber auch bevor der Valentin mutig wird und versteht was Sache ist, gibt es schon tolle, lustige, süße, heiße Momente und Szenen zwischen Jayson und ihm.
Und am Ende, tja das müsst ihr selbst lesen, aber ich sage schonmal Einhörner und Zuckerwatte sind garantiert.

Mit Valentin und Jayson hat Regina Mars wieder einmal eine tolle, romantische, lustige, süße, manchmal zuckrige, amüsante und einfach zum Spass haben und immer wieder lesen Geschichte geschaffen. „Die dichten Dichter“ machen einfach Spass und „Valentin“ passt da einfach perfekt rein. Also mein Rat: Versüßt euch den Tag mit Valentin und Jayson und habt Spass!

Bewertung vom 03.10.2019
Uprising (Die Legende der Assassinen 1) (eBook, ePUB)
Thyndal, Amy Erin

Uprising (Die Legende der Assassinen 1) (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Meinung:
Als ich das Buch angefangen habe zu lesen war ich erstmal etwas irritiert und auch geschockt. Der Prolog hat es nämlich in sich und der Klappentext verrät so gar nicht was da im Prolog auf einen zukommt. Damit gehört „Uprising“ für mich zu den Büchern, die von der ersten Seite an begeistern, einen schockieren, die Spannung entfalten und einfach Lust auf mehr machen. Ich konnte gar nicht anders als sofort weiterzulesen und habe dann auch das Buch in einem Rutsch (einem Tag) gelesen. Ich finde Amy Erin Thyndal hat mit dem Prolog, dem Start der Geschichte die Messlatte für ihre neue Reihe wirklich hoch gelegt und einen super Einstieg geschaffen.

„Uprising“ spielt in einer Welt, in der es völlig normal ist, dass sogenannte Assets den Alltag der Menschen unterstützen, für die Sicherheit da sind, kurzum geschaffene „Soldaten“. In dieser Welt lernen wir Esme kennen, die zusammen mit ihrer Freundin Livy bei der Human Rights Foundation in New York als Pressesprecherin arbeitet. Esme liebt ihr Leben in New York, ihre Arbeit und besonders ihren Arbeitsplatz und den wunderschönen Blick über New York, den dieser jeden Tag bietet. Sie ist eine offene, lebensbejahende junge Frau, die sich selbst für unscheinbar hält was ihr Äußeres anbelangt, und in Bezug auf die Assets nicht so klischeehaft denkt wie die meisten Menschen. Das liegt aber vor allem an einem gewissen Security Guard Asset mit silbernen Augen, der Esme jeden Moren ein Lächeln schenkt.

Die Geschichte nimmt ziemlich schnell Fahrt auf und grade hat man noch die wundervollen Beschreibungen von Esmes Arbeitsplatz genossen, als schon die Katastrophe über alle hineinbricht. Und es man sich versieht lernt man den Asset mit den silbernen Augen und wunderschönen Grübchen besser kennen und ist auf einmal inmitten einer Rebellion.

Atair, so nennt Esme den Asset mit den silbernen Augen und das wird dann auch sein Name, ist so gar nicht wie seine Asset Kollegen. Von Anfang an wird klar, dass er zwar im Sinne der Assets und der Rebellion handelt, aber Esme ihm wichtig ist. So wichtig, dass er sie umbedingt beschützen will. Atair ist warmherzig, charmant, loyal, auf seine Art gut und vor allem nicht einfach eine „Soldaten Tötungsmaschine ohne Herz“. Nein viel mehr zeigt Atair Esme und dem Leser, dass er und auch andere Assets sehr wohl zu Gefühlen und Liebe fähig sind und nicht alle von ihnen mit der Rebellion ein neues Zeitalter der Assets wollen. Aber die Assets sind auch unglaublich loyal ihrer eigenen Art gegenüber und so steht Atair mehr als einmal zwischen den Stühlen.

Das was sich zwischen Esme und Atair entwickelt ist auf der einen Seite geprägt durch Argwohn, Angst, die Tatsache, dass Esme bei den Assets festgehalten wird und auf der andern Seite durch wirklich aufrichte Gefühle von Atair Esme gegenüber. Esme kämpft fast jede Minute mit ihrem offensichtlichen Begehren nach Atair und aufkeimenden Gefühlen und der Tatsache, dass Atair wirklich zu mögen ein Verrat an den Menschen wäre. Atair dagegen sagt Esme ganz klar was er für sie fühlt und ist von Grund auf ehrlich mit ihr. Es hat also ein bißchen was von einem Ungleichgewicht wie die zwei sich begegnen. Aber es ist genau richtig und passt zu den beiden Charakteren. Als Leser kann man mit Esme den Weg gehen und sich ganz langsam auf Atair einlassen.

Auch zeigt „Uprising“ das nicht die Assets die Monster oder kaltherzigen Tötungsmaschinen sind, wie man vielleicht zu Beginn der Rebellion glauben will. Viel mehr wird deutlich, dass die Menschen die Assets benutzt haben, sie für Forschungszwecke missbraucht haben und sie als „Dinge“ behandelt haben. Es ist nicht schwer zu verstehen warum die Assets das keine Minute länger ertragen haben und sich nun wehren.

Mit „Uprising“ hat Amy Erin Thyndal einen spannenden, faszinierenden und energiegeladenen ersten Band vorgelegt, der ein richtiger Pageturner ist, Romantik gekonnt mit Dystopie verbindet und auch Moral in den Vordergrund rückt. Für mich eines der Highlight

Bewertung vom 24.09.2019
Milan
Mars, Regina

Milan


ausgezeichnet

"Milan: Club der dichten Dichter 1" ist der neueste Streich von Regina Mars. Wie die 1 schon vermuten lässt folgen noch weitere, zwei, Bände über einen der "dichten Dichter". Die Geschichte ist aus der Sicht von Milan, einem der beiden Protagonisten. Schon auf der ersten Seite ist man direkt im Geschehen der Geschichte und sitzt zusammen mit Milan und seinen Autorenfreunden Rob, Valentin und Zebulon beim sogenannten Autorenstammtisch im Hemingways und trinkt mit ihnen in Ruhe ein Bier. So erfährt man auch gleich etwas über Milan, der von Beruf Krimi/ Thriller-Autor ist und die drei anderen in der Runde. Es ist ein wirklich gelungen und spaßiger Einstieg in diese Geschichte und hat schafft sofort ein gemütliches Flair und eine Vertrautheit zu den Charakteren.

Milan ist so ein Charakter wo man auf den ersten Blick denkt: Der ist genauso knallhart wie seine Krimis/ Thriller. Aber das ist nur auf den ersten Blick so. Denn Milan ist liebenswert, verwundbar, ängstlich, zurückhaltend und auch unsicher. Nur zeigt er das einfach nicht und eigentlich kommen diese Seiten von ihm nur in Gegenwart von Jules so richtig raus.
Und Jules ist auf den ersten Blick lieb, bisschen wie ein Nerd, aber mit viel Charme, offen und einfach bezaubernd. Aber natürlich ist das auch nur ein Teil wie Jules ist. Er kann auch sehr unsicher, ungelenk in Bezug auf Liebesdingen sein und ist noch sehr unerfahren was seine Homosexualität anbelangt.
Das ersten Treffen von Milan und Jules nach über 10 Jahren Funkstille ist so eine Mischung aus „Oh mein Gott wie peinlich“ und „Ui wie süß, bitte fallt euch um den Hals“. Aber natürlich wäre es kein guter Regina Mars Roman, wenn Milan und Jules es so einfach hätten und es sich so einfach machen würden und sich direkt beim ersten Wiedersehen in die Arme fallen würden. Nein die zwei müssen einiges verarbeiten, aufarbeiten und dabei miteinander reden oder es zumindest versuchen. Dabei gibt es wunderbar lustige, amüsante, aber auch süße, zuckerhafte, knisternde, erotische Momente und Szenen zwischen Milan und Jules.
Was das Reden anbelangt bekommt Milan tatkräftige Unterstützung von seinen Autorenfreunden, die jeder für sich ein wunderbar ausgearbeiteter Nebencharakter ist und für die ein oder ander Szene zum Schmunzeln, Lachen und Mitfiebern sorgt. Und da es noch zwei weitere Bände zu den dichten Dichtern geben wird macht es besonders viel Spass die künftigen Protagonisten dieser Bücher schon als Milans Freunde und Trinkkumpanen kennenzulernen und einen Einblick in sie zu bekommen. Da hatte ich direkt Lust auf mehr von den "dichten Dichtern".

Insgesamt ist "Milan: Club der dichten Dichter 1" eine wunderbare Geschichte über die erste und immer noch aktuelle große Liebe, über Schuld und Vergeben, über Freundschaft, über Kommunikation und über zweite Chancen. Kurzum: Eine Geschichte zum Lachen, zum Freuen, zum Mitfiebern, zum Miterleben, zum Spass haben und zum Strahlen, wenn das Happy End da ist.

Bewertung vom 20.09.2019
Black Sky
Jung, Kera; Both, Don

Black Sky


ausgezeichnet

Don Both und Kera Jung haben mit „Black Sky“ wieder ein wirkliches tolles Buch hingelegt.
Die Geschichte zwischen Kieran und Scarlett sprüht nur so vor Spannung, richtig guten Dialogen und Schlagabtäuschen zwischen den beiden Protagonisten, Witz, Gefahr, einer wirklich tollen Menge an Erotik, die immer richtig prickelnd, heiß und ausgewogen ist, Wendungen und Überraschungen und ja auch Liebe. Das ganze liest sich wie ein Film und hat was von einem Roadmovie.
Ich bin sehr gut in die Geschichte hineingekommen und war von der ersten Seite an gefesselt und wollte wissen wo diese Reise von Kieran und Scarlett hingeht.

Kieran und Scarlett sind zwei wirklich tolle Protagonisten. Scarlett wirkt zu Beginn erstmal wie ein totaler Shop und eingebildet, als würde die Welt ihr gehören, weil sie Geld hat. Aber das ist einfach nur die Art wie Scarlett an manche Dinge im Leben rangeht. Sie ist viel mehr als einfach nur eine reiche Frau, die mit Geld alles kaufen könnte. Scarlett ist stark, witzig, intelligent, selbstbewusst, weiß genau, dass man für die Dinge, die einem wichtig sind kämpfen muss und das das Leben kein Zuckerschlecken ist.
Kieran hat etwas geheimnisvolles und zugeknöpftes. Er ist eine sehr starke Persönlichkeit, die ohne mit der Wimper zu zucken die Waffe auf einen richten würde. Gleichzeitig hat er aber auch einiges an Witz und kann wirklich sehr charmant und einnehmend sein.
Im Zusammenspiel sind die beiden einfach unschlagbar. Scarlett und Kieran geben sich in ihrer Art wie sie miteinander umgehen und agieren so gar nichts. Es ist eine faszinierende Mischung aus „Ich will dich töten“ und „Ich will mit dir ins Bett“. Aber genau das haben die beiden Autorinnen perfekt hinbekommen. Bei jeder Szene mit Scarlett und Kieran ist es einfach nachvollziehbar, authentisch und genau passend wie sie reagieren, aufeinander reagieren und handeln. Diese beiden Charaktere und besonders als Kombination sind den Autorinnen perfekt gelungen.

Insgesamt ist dieses Buch eine tolle Mischung aus krimihaften Elementen, Momenten zum Lachen, den Kopf schütteln, sich sorgen, bibbern, mitfiebern, in Deckung gehen, die Luft anhalten und die Luft erleichtert ausatmen. Kurzum: Einfach ein tolles Buch mit wirklich passenden und wunderbar agierenden Protagonisten, einer tollen Handlung und einem wirklich guten Ende.

Bewertung vom 27.08.2019
Heiße Keramik
Mars, Regina

Heiße Keramik


ausgezeichnet

Ich als totales Regina Mars Bücher Fangirl bin natürlich beim Anblick des Covers ganz aus dem Häuschen gewesen. Es ist einfach ein so typisches Regina Mars Cover und damit genau das, was ich an ihren Büchern vom Cover her so liebe. Und so passt dieses Buch perfekt zu den anderen Büchern und komplementiert sie einfach wunderbar.

Wie immer ist der Schreibstil von Regina Mars flüssig, amüsant, witzig, leicht, aber doch mit ernsten Nuancen, wenn es nötig und wichtig ist und voller Bilder und Sätze, die zum Schmunzeln, Lächeln und sich Wohlfühlen einladen. Man folgt den beiden Protagonisten Robin und Gordon gleichermaßen und erhält so Einblick in beide, ihre Gedanken, Gefühle und was sie bewegt.

Robin wirkt auf den ersten Blick und einige Zeit zu Beginn des Buches wie der typische reiche Adelsspross, der in den Tag hineinlebt, sich keine richtigen Gedanken um die Zukunft macht, nicht richtig arbeitet und nur Sex und die damit verbunden Eskapaden im Kopf hat. Aber man merkt doch ziemlich, dass Robin einfach nur nicht weiß wie er seinen Weg gehen soll im Leben, dass ihm die richtige Unterstützung und vor allem Wertschätzung durch seine Familie fehlt. Er ist nämlich wirklich sehr schlau und gewitzt, hat einiges auf dem Kasten, ist sehr humorvoll, liebevoll, verständnisvoll und tief in sich auch irgendwie traurig, einsam und braucht jemanden, der ihn einfach so nimmt und liebt wie er ist.

Gordon, der andere Protagonist, ist so gar nicht wie unser junger, „verwöhnter“ Robin. Erstens ist er doch ein paar Jährchen älter als Robin. Dann lebt er in einem Dörfchen namens Lummerdingen, wo die Leute wirklich alles, also so richtig alles über jeden wissen und damit nicht gerade hinter dem Berg halten und der größte Tratschverein sind, der mir je unterkommen ist, was Gordon aber kein bißchen stört. Und zu guter letzt versucht er sich mit der Herstellung von Töpferware in Form von Tiermotivgeschirr über Wasser zu halten. Ja ich rede hier von Spitzmaustassen und Regenwurmtellern. Also nein Gorgon ist eher der ruhige, brummige, „Ach macht doch was ihr wollt und redet was ihr meint“ Typ, der sich immer noch von seiner Trennung erholt und arbeitstechnisch ein bißchen in der Krise steckt. Aber er ist auch großherzig, einfühlsam, ein toller Zuhörer, unglaublich aufmerksam und merkt genau die Dinge, die die anderen Menschen nie merken. Ja das alles ist Gordon, wenn man dann etwas Zeit mit ihm verbringt und er einen nicht direkt wieder vor die Tür setzten will.

Robin und Gordon zusammen sind ein wirklich wahnsinnig amüsantes, witziges, streitbares Gespann voller Energie, dass sich gegenseitig perfekt ergänzt. Sie sorgen dafür, dass man immer weiter lesen möchte und bei vielen Szenen einen Lachkrampf bekommt oder sich ans Herz fasst und denkt: Wow Gordon, du triffst es auf den Punkt oder einfach nur ein Knistern ohne Ende in der Luft liegt und die zwei die perfekte Chemie miteinander haben (Ton kann sehr knisternd sein!). Robin und Gordon sind füreinander genau das, was dem jeweils anderen gefehlt hat und was er braucht in seinem Leben.

Und die ganzen Nebencharaktere, ja eigentlich alle in Lummerdingen und Lummerdingen selbst haben die Geschichte zu noch tolleren Geschichte gemacht. Es gab so viele Szenen im Buch wo ich dachte: Das ist wie aus einem Film oder einer Serie, oh wenn das jetzt animiert wäre. Lummerdingen als Dorf und die Einwohner haben diesen wundervollen Dorfcharme gepaart mit Peinlichkeiten und Fremdschämen so perfekt verkörpert, dass man sich alle so lebendig vorstellen konnte und ich mir Lummerdingen in echt gewünscht habe.

Für mich ist „Heiße Keramik“ ein lustiges, witziges, heuerwärmendes, aber auch nachdenkliches, manchmal ernstes Buch, dass zwei wirklich wundervolle Protagonisten hat, die nur auf den ersten Blick einfach wirken, mit genialen Nebencharakteren aufwarten kann und zudem noch Spitzmaustassen populär macht. Also was will man mehr? Ich sage daher: Lest es und folgt Robin nach Lummerdingen.