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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Murksy
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Danksagungen: 8 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 103 Bewertungen
Bewertung vom 15.09.2020
Hilfe, mein Handy ist ein Superschurke! / Das Superschurken-Handy Bd.1 (eBook, ePUB)
Bertram, Rüdiger

Hilfe, mein Handy ist ein Superschurke! / Das Superschurken-Handy Bd.1 (eBook, ePUB)


sehr gut

Kennen diesen Satz die Eltern?? Oh ja. und natürlich gibt man bei, schließlich solld er Nachwuchs nicht als Außenseiter gelten. Das vorliegende Buch (ab 8 Jahren altersgerecht, wenn auch die Eltern den einen oder anderen Ausdruck erklären müssen: BFF z.Bsp.) handelt von einem Mädchen, dass sich sehnlichst ein solches Gerät wünscht. Schließlich kommt sie jetzt auf eine weiterführende Schule und da hat JEDER ein Handy. Nur sie nicht, weil ihre Eltern sparen müssen und überhaupt...
Tja, eines Tages bekommt ihr Technikwunder. Und ein Wunder ist es wirklich, denn das Handy spricht mit ihr..selbständig und willenststark. Der Geist in der Maschine verändert ab sofort das Leben des Mädchens.
Aktuelle Themen behandelt das humorvolle Buch genauso, wie die Zwänge, denen schon kleine Kinder unterliegen. Natürlich werden in dem Buch Sichtweisen der Erwachsenen auf die Kinder projiziert. Das ganze soll natürlich kindgerecht rüberkommen, gelingt auch meistens. Doch ein 8jähriges Kind wird nicht unbedingt die Argumentationsketten der Erwachsenen nachvollziehen können. Ob das Buch nun sogar noch mehr Lust auf ein Handy macht, sei dahingestellt. Gute Unterhaltung bietet das Büchlein allemal.

Bewertung vom 05.09.2020
Bittermonds Bucht
Harel, Maike

Bittermonds Bucht


ausgezeichnet

Ein Kapitän haust in einem Schiffswrack in einer Bucht. Mit ihm wohnt am Strand ein Junge, Jukka. Vom Kapitän vor der Welt beschützt, wächst der Junge auf und kennt eigentlich nur das kleine Fleckchen Sand und das Wasser. Doch die Neugierde wächst. Es muss doch noch mehr geben. Was ist zum Beispiel in der Wüste? Oder gar dahinter? Kapitän drückt sich um eine Antwort und hält den Jungen unter Vorwänden am Strand fest. Eines Tages kommt eine Frau (gar eine Hexe?) mit ihrer Tochter zu Besuch. Die Frau kennt den Kapitän von Früher. Jukka hält zunächst nicht viel von dem Besuch, muss aber erfahren, dass es so viel mehr gibt. Das Mädchen kann LESEN und hat BÜCHER!? Jukka kennt das alles nicht. Doch durch das Mädchen Lila und die Welt aus der sie kommt, wächst die Neugier noch viel mehr. Und wenn das Mädchen eine Mutter hat, wieso denn er nicht?

Eine wunderbar erzählte Geschichte, die zugleich spannend und unterhaltsam ist. Raffiniert und unterschwellig werden wichtige Themen behandelt. Sei es die alleinerziehende Mutter, die Frage nach dem "Wer bin ich?", Freundschaft, Bildung oder auch das Fremdsein, das und noch mehr spricht die Geschichte an und bringt den jungen Lesern einfühlsam ein Verständnis dafür näher. Verpackt ist das Ganze in eine abenteuerliche Geschichte, die altersgerecht und in wunderbarer Erzählweise auch Erwachsene begeistert.

Bewertung vom 05.09.2020
Silas Orientküche
Sahin, Sila

Silas Orientküche


sehr gut

Seufz..schon wieder eine Schauspielerin, die ein Kochbuch veröffentlicht? Ja, schon, trotzdem ist das Buch durchaus interessant, gibt es und doch einen Einblick in die türkisch-orientalische Küche. Leckere Rezepte werden einfach erklärt. Für absolute Kochanfänger vermutlich zu schwierig, ein paar Grundregeln des Kochens sollte der Leser schon mitbringen. Auch mag man vor ein paar exotischen Zutaten zurückschrecken, doch dies ist oft so, wenn man etwas nicht kennt. Wer das Glück hat, eine entsprechende Einkaufsmöglichkeit in der Nähe zu haben, kann aus dem Vollen schöpfen. Ansonsten verzeihen die Rezepte natürlich Abwandlungen je nach Geschmack. Sollte man die Zutaten nicht kennen, empfiehlt es sich, vorher mal zu probieren, bevor man ein Gericht kocht, das dann gar nicht zusagt. Der Verlag präsentiert das Buch gewohnt wertig, ansprechende Fotos zeigen die fertigen Mahlzeiten. Angenehm zu manch anderen Büchern ist, dass die Zahl der Autorinnenfotos nicht übertrieben ist. In anderen Büchern strahlt uns ja der Koch von jeder Seite an, was eher als Lückenfüller erscheint. Unterteilt sind die Rezepte in verschiedene Kapitel: von der Working Mum bis zum Love-Dinner. Wobei wir bei einem Kritikpunkt sind. Die Anglizismen stören hier. Das beginnt schon bei der Nennung der Fotografen. Muss es People-Fotografie sein? Auch die Auswahl der Rezeptnamen scheint manchmal etwas willkürlich der effekthascherisch. Bitter-sweet-symphony-salat oder Dattel-Energie-Bällchen, das ist etwas zu viel des Guten und geht mit dem Trend der Veggie-Bewegung.
Ansonsten ein seht gutes Kochbuch. Wir haben wahllos zwei Rezepte nachgekocht, verlief problemlos und war sehr lecker.

Bewertung vom 04.09.2020
Ihr Königreich
Nesbø, Jo

Ihr Königreich


ausgezeichnet

Roy und sein jüngerer Bruder Carl wachsen auf einem Berghof auf. Allzu viel wirft die Ziegenzucht nicht ab, doch die Familie kommt über die Runden. Als eines Tages bei einem Unfall die Eltern sterben, sind die Brüder auf sich alleine gestellt. Roy wird als Mechaniker und Tankstellenwart arbeiten, der sichtlich gereifte Carl geht nach Übersee und wird Geschäftsmann. Viele Jahre später kommt Carl in die raue Welt der Berge zurück. Zwei Überraschungen bringt er mit: eine schöne Frau an seiner Seite und ein Großprojekt, das den alten Hof und auch das tiefergelegen e Dorf verändern soll. Nicht alle sind von den Plänen begeistert. Und dann lauern im Dunkeln noch die Schatten der Vergangenheit, ein Unheil, dass alles verschlingen kann und ein Brüderpaar, das einen inneren Kampf auszustehen hat.

Nesbo schreibt in diesem Mix aus Familien- , Psychodrama und Krimi auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft. Wohltuend ist der Roman auch durch seine Eigenständigkeit, soll heißen, er ist kein Band einer Reihe, für die Nesbo bekannt wurde. Vielleicht ist das auch das Geheimnis hinter der "neuen" Art des Krimis, die uns der Schriftsteller bietet. Ins Kleinste zeigt er die Psyche der Akteure, lässt uns teilhaben an ihren Zweifeln und Zwängen, jeder Zeit absolut glaubhaft beschrieben. Mit jeder Seite steigt die lodernde Feuersbrunst der Gerüchte und Geheimnisse höher, droht alles zu Verschlingen. Durch raffinierte Cliffhanger und Wendungen erhöht Nesbo langsam die Spannung, so wie Roy in seiner Werkstatt die Schrauben und Muttern anzieht. Der buchstäbliche Abgrund scheint immer näher zu kommen, getrieben von ihrer Liebe und ihrem Hass, steuern die handelnden Personen scheinbar unausweichlich auf ihr Schicksal zu. Meisterlich zeichnet Nesbo die Dorfgemeinschaft, das harte Bergleben und die Veränderungen, die das Auftauchen von Carl mit sich bringt. Man fiebert mit den Charakteren genauso mit, wie man sie teilweise verabscheut. Ein spannender, vielschichtiger und fesselnder Roman, gut konstruiert und dramatisch bis zum Schluss. Nesbo in Bestform.

Bewertung vom 31.08.2020
Mein Familienkompass
Imlau, Nora

Mein Familienkompass


sehr gut

Kommt drauf an lautet das Mantra der Autorin. Mit vielen Jahren Erfahrung in dem Bereich der Kindererziehung, unzähligen Gesprächen und Beiträgen, weiß sie, wovon sie schreibt. Und dieses "Kommt drauf an" passt auf fast jede Frage in diesem Gebiet. Es gibt ihn eben nicht, den goldenen Weg, die Ideallösung oder die Verallgemeinerung, die immer passt. Vielmehr hängt die Erziehungsfrage von so vielen Varianten ab, dass sich darin die Unzahl an Ratgebern und Experten erklärt. Da aber jeder Mensch, ob groß oder klein, anders ist, kann es keine klare Antwort auf die Frage geben, wie erziehe ich mein Kind und sorge gleichzeitig für Balance in der Familie. So gesehen, könnte man das Buch nach einigen Seiten zuschlagen. Man kennt das zur Genüge..oder eben auch nicht. Die Autorin gibt viele Ansätze, sich selbst zu hinterfragen, um den Weg zu finden, der für die eigenen Verhältnisse passt. Doch das entbindet Eltern nicht, selbst an sich und der Familie zu arbeiten, sich ständig zu kontrollieren und nachzubessern. Eines ist sicher, auch nach Lektüre dieses umfassenden Buches, werden wir vielleicht schlauer sein. Ob wir damit sicher auch bessere Eltern werden und unser Kind geborgen und glücklich aufwächst, liegt aber immer noch an uns. Fehler machen ist menschlich, daraus zu lernen, die Kunst. Und eine unbequeme Wahrheit bleibt auch, dass Familien, die nicht genug Geld haben, die nötigsten Bedürfnisse zu erfüllen, sich ein "teures" Ratgeberbuch nicht leisten werden. Erziehungsfrage ist leider auch bei uns eine Frage des sozialen Rahmens.

Bewertung vom 24.08.2020
Onkel Stan und Dan und das gar nicht lieblich-niedliche Mondabenteuer / Onkel Stan und Dan Bd.3
Kennedy, A. L.

Onkel Stan und Dan und das gar nicht lieblich-niedliche Mondabenteuer / Onkel Stan und Dan Bd.3


sehr gut

Das Kinderbuch enthält alles, was man sich wünschen kann. Eine Horde neurotischer Lamas, verliebte Dachse, ein unsichtbares Mädchen und eine mutige Spinne nebst einem fiesen, sehr fiesen, richtig fiesen Bösewicht. Die Autorin sprüht vor witzigen Einfällen, wobei vermutlich nicht jeder humorige Satz ein neunjähriges Kind versteht. Untermalt wird die abenteuerliche Geschichte von ebenso humorvollen Zeichnungen. Vermenschlichte Tiere funktionieren oftmals sehr gut und auch hier kommt man aus dem Grinsen kaum raus. Auch Erwachsene haben ihren Spaß mit den ulkigen Figuren und ihren allzu menschlichen Problemen. Einziger Wermutstropfen und damit Punktabzug ist der Bezug zu den Vorgängerbüchern. Dies ist der dritte Band einer Reihe um Stan und Dan und ohne Kenntnis der ersten beiden Bücher, macht der neue Teil nicht ganz so viel Spaß, weil einfach die Zusammenhänge fehlen. Also, wer seinen Kleinen was Gutes tun und sie mit lustiger, süßer und spannender Unterhaltung versorgen will, gönnt ihnen alle Teile, es lohnt sich.

Bewertung vom 22.08.2020
Der beste Notfall der Welt
Pauli, Lorenz

Der beste Notfall der Welt


sehr gut

Zwei Jungen, die sich eigentlich nicht leiden können, sollen zwei Wochen zusammen in einem Zimmer wohnen. Als sie ein Vater zu diesem Zwecke abholen will, gibt es einen kleinen Unfall. Eine Maus wird angefahren. Zumindest hier sind sich die Jungen sofort einig: ihr muss geholfen werden. Also kommt die Maus mit ins Haus. Und mit ihr ein Geheimnis, das so unglaublich ist, dass es die Jungs einander näher bringt. Doch was hat es mit der Maus auf sich? Es wird fantastisch...
Ein gelungener Kinderroman, der altersgerecht einige wichtige Themen behandelt. Freundschaft, Verantwortung, Mitgefühl und Ehrlichkeit sind nur einige. Bei so komplexen Fragestellungen, was eigentlich Heimat ist, bedarf es vielleicht der einen oder anderen Erklärung durch Erwachsene. Das Buch ist illustriert mit Zeichnungen, die für meinen Geschmack etwas zu dunkel erscheinen. Farbige Bilder wären schöner, auch sind doppelseitige Darstellungen eines Fahrzeugs meines Erachtens zu viel des Guten. Erste Kommentare der Kleinen zu den Bildern sind ebenfalls eher negativ. Ansonsten macht das Lesen Spaß und als Elternteil ist man es ja mittlerweile gewohnt, dass nach der Lektüre erklärt werden muss, welche Fabelwesen gar nicht existieren.

Bewertung vom 12.08.2020
Ein Mann der Kunst
Magnusson, Kristof

Ein Mann der Kunst


sehr gut

KD Pratz ist ein schwieriger Künstler. Hoch angesehen, doch unangepasst, lebt er zurückgezogen in einer Burg. Da ihm nun ein Museumsanbau gewidmet werden soll, bemüht sich ein Förderverein um ein Treffen. Den Spießbürgern gelingt es tatsächlich, einen Termin zu vereinbaren. Die Zusammenkunft wird aber alle Teilnehmer verändern. Die selbstgerechte Welt der Kunst und sogenannten Kunstversteher wird sanft, aber humorig an den Ohren gezogen. Die Einbildung, Kunst für sich einnehmen zu können wird genauso widerlegt, wie der über den Dingen stehende Künstler, der letztendlich auch nur ein Menschlein bleibt. Leider bleiben alle Teilnehmer zu weltfremd und fern der wahren Probleme da draußen. Sie verbleiben in ihrer heilen Kunstwelt und fabulieren weiterhin in ihrer Abgehobenheit. Etwas mehr Sozialkritik wäre wünschenswert gewesen.

Bewertung vom 01.08.2020
American Spy
Wilkinson, Lauren

American Spy


ausgezeichnet

Nur knapp entgeht eine Frau einem Mordanschlag. Im Laufe der Geschichte, die quasi als Brief ihren Kindern gewidmet ist, erzählt die Frau, wie es dazu kam. In der Zeit vor- und zurückspringend, wird so nach und nach der komplexe Fall einer Spionagetätigkeit aufgebaut. Man erfährt die Beweggründe der Frau, zunächst beim FBI zu arbeiten und sich dann als Agentin an einen afrikanischen Präsidenten zu heften.
Die Handlung ist kompliziert. Wer nicht genau mitliest, wird sich schwer tun, alles zu verstehen. Dies lässt sich an anderen Rezensionen gut beobachten. Wer sich darüber beschwert, bestimmte Abkürzungen nicht zu kennen, hat das Buch nur oberflächlich gelesen. Alle anderen bekommen ein Musterbeispiel davon, wie sich die Großmächte gegenseitig bekriegen und wie einzelne Personen sich in Machtspielchen suhlen. Nennt man es nun Neokolonialismus oder einfach nur kalter Krieg: die Perversion des Vorgehens ist auf allen Seiten gleich. Verrat und Lüge sind Programm, Menschen sind Schachfiguren und beliebig austauschbar. Die Hauptfigur des Romans scheint zunächst vielleicht noch aus Idealismus (und einem ganz bestimmten persönlichen Grund) zu handeln, muss dann aber erkennen, dass es kein schwarz und weiß gibt. Das Buch geht tiefer als gewöhnliche Spionageromane, ist teilweise auch die psychologische Aufarbeitung eines Familienschicksales. Wer einen mörderischen Reißer sucht oder wilde Action bevorzugt, ist hier falsch. Das Buch fordert Aufmerksamkeit und rudimentäres Interesse für Politik, sonst erscheint es vielleicht langweilig und zu schwierig. Vergleiche mit John Le Carre hinken und sind wohl eher dem Marketing geschuldet.

Bewertung vom 29.07.2020
Verschollen in Palma
Kallentoft, Mons

Verschollen in Palma


weniger gut

Kallentoft kann schreiben. Ja. Aber hier vergeudet er sein Talent in einem Krimi, der an Langweiligkeit kaum zu überbieten ist. Kallentoft füllt seine Seiten auch geschickt damit, seine Wahlheimat Mallorca zu beschreiben. Ein Grund, warum ich lokale Krimis nicht besonders mag. Ich will nicht jeden Wegnamen beschrieben haben, Sehenswürdigkeiten oder Cafes genannt haben, die mit der Geschichte nichts zu tun haben. Da kaufe ich mir dann einen Reiseführer. Aber dies ist hier nicht das Problem. Im mit Anglizismen vollgestopften Roman (ist wohl die In-Sprache auf Mallorca?) versucht ein Vater seine verschwundene Tochter zu finden. Was Kallentoft daraus entwickelt ist ein Psychodrama um einen gequälten Vater, der auch Jahre später immer noch rufend durch die Wälder streift (ob das glaubwürdig ist, lässt sich anzweifeln). Leider ist diese Geschichte in ähnlicher Form schon dutzende Male in Filmen und Büchern verarbeitet worden und wird hier auch nicht in wirklich neuem Gewand erzählt. Vielmehr ist der von seiner Frau verlassene Mann der Einzelkämpfer, der gegen vielfältige Mauern rennt. Klischeehaft als Beispiel angeführt: die Polizei! Das totgetretene Bild der korrupten südländischen Polizei langweilt den Leser und reiht sich ein in unzählige Bücher dieser Art. Aus dem Krimi hätte ein spannender Roman werden können. Aber weder wird Nähe zu den betroffenen Personen aufgebaut, noch gibt es überraschende Wendungen. Und das stilistische Hilfsmittel, Sätze nach einem Komma zu beenden, runden das eckige Bild ab. Nicht mein Fall und ich werde kein Freund der angekündigten Serie.