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Murksy

Bewertungen

Insgesamt 195 Bewertungen
Bewertung vom 03.01.2026
Nesbø, Jo

Minnesota


ausgezeichnet

Ein norwegischer Journalist reist nach Amerika, um über ein Jahre zurückliegendes Verbrechen zu schreiben. In Rückblicken wird die Geschichte teilweise aus der Sicht der damals handelnden Personen erzählt. Wer war für die Morde verantwortlich? Was waren die Beweggründe? Das Cover mit dem blutigen Abdruck wird im Laufe des Buches relevant, wobei sich der Leser genau wie die Ermittler scheinbar immer einen Schritt zu langsam bewegt. Der Täter scheint mit den Polizisten zu spielen, ein raffiniertes Katz-und-Maus-Spiel, das niemanden zu Atem kommen lässt.

Bei all den Thrillern, die jedes Jahr auf den Markt kommen und sich gefühlt immer wieder die gleichen Geschichten wiederholen, sticht dieser Nesbo wie ein Leuchtturm heraus. Raffiniert erzählt, menschlich nachvollziehbar, spannend bis zum Schluss und mit herrlich unsympathisch-sympathischen Antihelden, liefert Nesbo eines seiner besten Bücher ab. Ich nehme mir diese persönliche Wertung heraus, da ich alle seine Bücher gelesen habe. Es ist faszinierend zu beobachten, wie er die Charaktere psychologisch analysiert und einen schmalen Grat zwischen Zuneigung und Widerwillen erzeugt. Ganz nebenbei schafft er es auch noch, mir einen Beruf so lebhaft zu beschreiben, über den ich mir bisher noch keine wirklichen Gedanken gemacht habe und dessen Ergebnisse ich eher fragend angesehen habe. In diesem Buch ist alles stimmig. Von den Motiven, bis zu den tiefsten Abgründen der menschlichen Seele, die Geschichte wirkt glaubhaft und authentisch. Wer Nesbo kennt, weiß auch, dass seine Bücher nichts für Zartbesaitete sind. Die Grausamkeiten der Ereignisse und deren Folgen für die Akteure lassen den Leser stocken und versucht man, sich in diese Situationen zu versetzen, spürt man hautnah die Verzweiflung, den Hass und die Schwärze, die den Personen innewohnt. Ein tiefgründiger, intelligenter und bewegender Thriller, der weit über einen gewöhnlichen Kriminalfall hinausgeht. Wer bisher kein Nesbo-Fan war, wird es nach diesem Buch sein, vorausgesetzt man mag das Genre.

Dies ist eine Privatrezension, ohne KI erstellt. Kopie, auch in Teilen, unterliegt dem Urheberrecht.

Bewertung vom 29.12.2025
Edelmann, Max A.

Der unsichtbare Elefant (eBook, ePUB)


sehr gut

Ein Anwalt will sich in der Kanzlei das Leben nehmen. Obwohl er sich anders entscheidet, stürzt er ab, als er sich in Sicherheit bringen will. Eine Kollegin wird Zeugin des Vorfalls. Aus diesem tragischen Unglück entspinnt sich eine lange, tiefgehende Suche nach den Gründen. Verschiedene Personen versuchen zu ergründen, was den Mann zu seiner Tat trieb. Die Kanzlei ist um Schadensbegrenzung bemüht und beauftragt einen ihrer Anwälte, mit den Eltern zu sprechen.
Im Laufe der Geschichte gestaltet sich die Suche nach dem Elefanten im Raum zu einer psychischen Tauchfahrt in die menschliche Seele. Was treibt einen Menschen zum Selbstmord? Und ist es ein Grund oder eine Gemengelage an Erfahrungen und Ereignissen, die teilweise bis weit in den familiären Hintergrund reichen?
Das Buch ist gut geschrieben, liest sich sehr flüssig, auch wenn das Thema gewiss kein einfaches ist. Allerdings verliert sich der Erzähler teilweise in den Nebenschauplätzen und vieles bleibt offen. Der unsichtbare Elefant wird somit je nach Sicht zu einem anderen Stolperstein, der letztendlich den Anwalt aus der Bahn warf. Kann man etwas aus der Geschichte lernen? Auch dies ist schwer zu beantworten, außer dass Selbstnord keine Lösung ist und für die Hinterbliebenen viel Schmerz verursacht. Als Leser hat man es natürlich leicht, zu urteilen. Ja hätte er doch das und das getan oder mit dem geredet. Das Buch lässt viel Raum für Interpretationen und Spekulationen, liefert aber keine wirkliche Antwort. Kann es auch nicht, die Wahrheit hat viele Seiten. Und das Opfer schweigt für immer.

Die ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen unterliegt dem Urheberrecht.

Bewertung vom 29.12.2025
Winning, Josh

Verbrenn das Negativ


gut

Die Dreharbeiten zu einem Remake stehen unter keinem guten Stern. Vor vielen Jahren, als das Original des Horrorfilms gedreht wurde, gab es viele Tote, die mit dem Film in Verbindung standen. Die teilweise makabren Todesfälle ähnelten den Todesszenen aus dem Film. Nun, bei der geplanten Neuverfilmung, kommt es ebenfalls zu tödlichen Unglücken. Die Hauptdarstellerin des damaligen Filmes muss sich der Frage stellen, ob der Film verflucht war und ob sie diesen Fluch brechen kann.

Das Buch ist eine einzige Hommage an die guten alten Zeiten des Horrorfilms. Verwunschene Orte, mysteriöse Tode, Monster, Flüche, Psychoterror oder Besessenheit, alles, was einen Horrorfilm spannend machte, wird in diesem bunten Mix verarbeitet. Der Autor macht aus seiner Vorliebe für das Genre auch keinen Hehl. Das Schema ist allerdings Segen und Fluch zugleich. Denn wer ein eingefleischter Fan ist, wird vieles wieder erkennen, aber auch vieles vorhersehen. Neulinge werden einen wilden Ritt durch die Gefilde des Suspense erleben. Und obwohl natürlich auch Blut eine Rolle spielt, ganz so schlimm, wie der Klappentext vermuten lässt, sind die Gewaltszenen nicht. Auch bei einem wirklich guten Horrorfilm, lässt der Regisseur vieles ungezeigt, das Gehirn des Zuschauers kann sich austoben. Mir hat der Roman gut gefallen, wobei wie gesagt vieles doch vorhersehbar war. Was mir allerdings gar nicht gefallen hat, war die klischeehafte Darstellung eines Brandes. Dass sich Menschen Minuten lang in einem brennenden Haus aufhalten und außer ein wenig Atemnot nichts erleiden, ist auch für einen Horrorroman zu unglaubwürdig. Bei einer solchen Rauchentwicklung, stirbt man nach ein paar Atemzügen an Rauchvergiftung. Genauso unlogisch ist, dass man sich in höhere Bereiche flüchtet und dort besser atmen kann. Rauch steigt nach oben. Abgesehen davon, man verzeihe mir den kleinen Spoiler, ist das Buch gute, aber vom Spannungsfaktor nicht überragende Horrorkost.

Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Kopie, auch in Teilen, unterliegt dem Urheberrecht.

Bewertung vom 17.12.2025
Fforde, Jasper

Wie die Karnickel (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Vor vielen Jahren gab es ein merkwürdiges Ereignis. Einige Tiere wurden vermenschlicht, im buchstäblichen Sinne. Kaninchen, auch einige Füchse und Wiesel, hatten plötzlich die Größe von Menschen. Aus dieser Situation entstand ein mehr oder minder friedliches Zusammenleben. Doch wie es so ist mit Fremdartigem, sind immer mehr Menschen skeptisch, wenn nicht sogar feindselig. Es muss eine Lösung her. Und wie auch im richtigen Leben gibt es Politiker, die sich diesen Umstand zu nutzen machen. Das Drama nimmt seinen Lauf.

Was sich nach einer skurrilen Geschichte ala Monty Python oder Terry Pratchett anhört, entpuppt sich als moderne Fabel, gespickt mit viel englischem Humor und kurioser Einfälle. Das liest sich nicht nur sehr kurzweilig, sondern hält uns auch auf raffinierte Weise den Spiegel vor. Die Analogie zu unserer Gesellschaft und dem Umgang mit fremden Kulturen ist offensichtlich. Was nicht unseren Konventionen entspricht, muss entweder angepasst oder vertrieben werden. Bei längerem Nachdenken bleibt so manches Schmunzeln fragwürdig. Sind wir so verschieden von den handelnden Menschen im Buch? Wann endet unsere Toleranz und Offenheit? Oder entsteht unsere Angst vor dem Fremden aus der eigenen Unfähigkeit, andere Meinungen und Lebensweisen zu akzeptieren? Das Buch ist beste britische Unterhaltung mit vielen Anspielungen auf Kunst und Popkultur. Es macht großen Spaß, all die Anspielungen auf Filme und Serien zu entdecken. Ein modernes, witziges, intelligentes Märchen mit tiefgründigem Sinn, ummantelt mit jeder Menge Sprachwitz und Schabernack. Ein gefundenes Fressen, räusper, für Freunde des schwarzen Humors und fantastischen Geschichten.

Bewertung vom 11.12.2025
Fields, Helen

Body Number One (eBook, ePUB)


sehr gut

Scheinbar sinnlose Morde und eine Geschichte über Stalking werden von der Autorin zu einem spannenden Rätselraten verknüpft. Immer wieder sorgen Cliffhanger dafür, dass der Leser von Kapitel zu Kapitel hetzt und dabei immer wieder auf neue Fährten gelockt wird. Das ist sehr kurzweilig und unterhaltsam geschrieben, nicht zuletzt wegen der Gruppe an Ermittlern, die teilweise sehr unterschiedlich, manche skurril oder mit einer gehörigen Prise britischem Sarkasmus ans Werk gehen und sich auf die Tätersuche machen. Fields schreibt präzise, gibt den Personen eine charakteristische Note und sorgt damit dafür, dass sich der Leser wohlig in die Geschichte einlässt. Der Psychothriller fesselt bis zum Schluss und gibt dem Leser kaum eine Chance, das Ende mit Knalleffekt zu erraten. Gute Krimiunterhaltung und ein perfektes Geschenk für alle, die Thriller lieben, die zwar nicht ohne Gewalt und Tod auskommen, aber auf die ganz blutrünstigen Darstellungen verzichten. Trotzdem nichts für Zartbesaitete.

Bewertung vom 29.11.2025
Stadsbjerg, Caroline

Carnivora (eBook, ePUB)


gut

Der, nennen wir es Öko-Thriller behandelt ein Thema, das uns alle betrifft. Unser Essen. Wie wir es erzeugen, welche moralischen und ethischen Grundsätze damit in Verbindung stehen und welche Konsequenzen unser Konsum hat. Ohne allzu viel aus dem Buch zu verraten, möchte ich trotzdem das Szenario schildern. In einer Zukunft sind die Tiere durch diverse Krankheiten und den Klimawandel als Nahrungsquelle für die Menschen ausgefallen. Durch die Züchtung einer neuen Art, wird der Fleischverzehr aufrecht erhalten. Doch dieses Fleisch ist nicht tierischer, sondern menschlicher Herkunft.
Das reicht, um neugierig zu machen, oder? Mir ging es ähnlich. Beim Lesen des Buches, das so vermute ich, von einer Veganerin, zumindest Vegetarierin geschrieben wurde, wird dieses scheinbar Undenkbare als Metapher auf unseren tierischen Fleischverbrauch gebraucht. Durch die Idee, satt Tieren Menschen zu essen, entsteht sehr schnell ein ziemlicher Ekelfaktor. Ob aber durch diese Überspitzung der Genuss von Fleisch beim Leser überdacht wird, darf bezweifelt werden. Denn wie gesagt, geht es hier um Menschen. Diese Eskalation hebt das Buch, ob gewollt oder nicht, eher in den Bereich Science fiction mit Horrorelementen. Dies lässt das traurige Thema der Massentierhaltung und wirtschaftlicher Fleischproduktion vor allem in der zweiten Hälfte des Buches eher in den Hintergrund treten. Doch genau hier will das Buch eher greifen. Denn setzt man statt menschlichen Fleischlieferanten Tiere ein, sind wir bei der aktuellen Problematik unserer Ernährung. Nur würde ein solches Buch nicht diese Aufmerksamkeit erregen. Beim Lesen entsteht tatsächlich ein sehr unangenehmes Gefühl und lässt den einen oder anderen Konsumenten innehalten. Allerdings wird meiner Meinung nach aus dem Thema zu wenig gemacht. Irgendwann ist die Moralkeule ausgeschwungen und übrig bleiben die bekannten Versatzstücke eines Thrillers, inklusive einer Liebesgeschichte und etwas Sex. Schade, denn daraus hätte man mehr machen können. Das Ende des Buches lässt viele Fragen offen, eine wirkliche Lösung oder politische Diskussion kommen zu kurz. Nun ja, vielleicht sollte es auch so sein, letztendlich ist es ein Thriller, nicht mehr oder weniger.


Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen, unterliegt dem Urheberrecht.

Bewertung vom 24.11.2025
Garvey, Rea

Before I met Supergirl


sehr gut

Das gut und unterhaltsam geschriebene Buch gewährt dem Leser einen tiefen, persönlichen und bewegenden Einblick in das Leben des Künstlers, bevor er mit Supergirl so richtig bekannt wurde. Die Autobiografie endet also kurz vor dem Jahre 2000. Man erfährt viel über die irische Lebensweise, die große Familie des Sängers und seine Entwicklung vom ziellosen Jungen zum erfolgreichen Star. Was mir neben der wunderbaren Erzählkunst des Musikers besonders gut am Buch gefiel, war das verzichten auf Liebesgeschichten. Garvey fokussiert sich auf seine Entwicklung mit den Anfängen als Sohn eines Polizisten, seiner Liebe zur Musik und all den Schritten, die in schließlich in die Charts führten. Er spricht offen über seine Gefühle, beschönigt nichts und nimmt den Leser somit ganz nah mit an seine irischen Wurzeln und lässt seinen persönlichen Dämonen genug Freiraum, sich zu zeigen. Ein ehrliches Buch, das auch den Lesern gefallen wird, die kein eingefleischter Fan sind. Wer sich mit der Musik näher befassen will, findet im Buch einen QRCode, um die dazugehörende Playlist genießen zu können.
Was mich etwas irritiert hat, war die Einleitung, die nicht übersetzt wurde. Genauso wie die Danksagung. Ob dies nun den persönlichen Eindruck vertiefen soll, oder einfach nur übersehen wurde, kann ich nicht beurteilen. Ich hätte das Buch auch gerne in englisch gelesen, aber die Übersetzung ist ausgezeichnet.
Obwohl es schon die 2. Auflage des Buches ist, sind immer noch kleinere Fehler enthalten. Auf Seite 177 steht „ Er konnte kein Ton halten“, richtig sollte es heißen „er konnte keinen Ton halten“. Auf Seite 181 steht „Tische, auf die ich tanzte“, statt „Tische, auf denen ich tanzte“. Und auf Seite 249 endet ein Satz mit einem Komma, die Zeile endet leer in der Mitte. Fehlt dort ein Halbsatz oder endet der Satz mit dem Komma?
Meiner Meinung nach willkürlich und an den entsprechenden Stellen unpassend eingefügt sind Ogham-Zeichen, eine irische Schriftsprache. Hätte man diese zum Beispiel mit den Kapitelüberschriften oder stattdessen eingefügt, wäre das für mich sinnvoller gewesen.
Fazit: eine gelungene Autobiografie und eine unterhaltsame Reise in die jungen Jahre des Rea Garvey.

Dies ist eine Privatrezension, ohne KI erstellt. Kopie, auch in Teilen, unterliegt dem Urheberrecht.

Bewertung vom 05.11.2025
Clegg, Brian

Durchblick Künstliche Intelligenz


gut

Wie auf dem leuchtenden Cover des Sachbuches zu lesen ist, richtet sich diese Lektüre an all jene Menschen, die von KI noch nicht allzu viel wissen oder sich einfach einlesen wollen. Auch das Innenleben des Buches ist bunt gehalten. Weiße Seiten wechseln sich mit blauen, gelben und orangen ab. Auf diese Form der Gliederung hätte ich gut verzichten können, da ich vor allem bei weniger Licht auf dem orangen Hintergrund Leseprobleme habe. Ein durchgehendes Weiß hätte genügt, auch wären vermutlich die Produktionskosten geringer gewesen. Zudem sind reinweiße Seiten umweltschonender in der Herstellung.
Zu Beginn jedes Kapitels wird mit Hilfe von Flussdiagrammen versucht, die kommenden Begriffe kurz anzukündigen. Diese Übersichten wirken aber eher umstrukturiert und sorgen auf keinen Fall für mehr Verständnis. Diese Seitenfüller hätte man sich besser gespart und die freiwerdenden Seiten für genauere oder tiefer gehende Erklärungen genutzt. Einfache Erklärungen für ein möglichst breites Publikum sind in Ordnung, aber teilweise fehlt eine genauere Erklärung. Zumindest gibt es für Interessierte am Ende des Buches eine Seite mit Quellen und weiterführenden links. Das Buch behandelt durchaus die meisten Aspekte der KI. Aber der enorme Energieverbrauch und die Kritiker kommen zu wenig ins Spiel. Gerade was die Gefahren der KI betrifft, bleibt das Buch recht oberflächlich. Gerade im Bereich der Kriegsführung ist die Wirtschaft leider schon deutlich weiter, als es das Kapitel im Buch vermittelt. Gesichtserkennung und gezielte Tötung sind leider kein Zukunftsszenario. Das Thema Spiegelmoleküle wird nicht erwähnt. Spiegelbakterien könnten mit KI deutlich leichter erzeugt werden, mit unvorhersehbaren Folgen. Gleiches gilt für B- und C-Waffen. Was ist mit tausenden Büchern und Songs, die das Internet fluten und alle KI-generiert sind? Oder unzählige Schauspieler, Sprecher, Autoren, die um ihren Job bangen? Vieles bleibt unerwähnt oder nur angerissen.
Das Buch darf man als Einsteigerbuch sehen, das einen groben Überblick vermittelt, mehr nicht. Mehr als ein umrissener Überblick bleibt nicht übrig, vieles davon wird aus anderen Medien bekannt sein. Zum Schluss noch ein persönliches Fazit. Meiner Meinung nach ist KI nicht auf dem Wege, den Menschen zu ersetzen. Dafür fehlt Bewusstsein, Moral, Gewissen oder nennen wir es Seele. Aber genau darin liegt die Gefahr. Ein System, das einzig zweckgebunden agiert, kann frei der oben genannten Attribute zu einer Bedrohung werden. Leider gibt es genügend Mächte und Gruppierungen, die in eigenem Interesse, quasi ohne Rücksicht auf internationale Gesetze oder Menschenrechte KI einsetzen. Der Mensch bleibt Mensch. Das ist die Hoffnung und Sorge zugleich. Solange wir uns unsere Menschlichkeit bewahren und unsere Werte verteidigen, bleibt KI ein nützliches Instrument. Leider ist aber auch Teil unserer Menschlichkeit, dass wir die Technik nutzen, um Vorteile zu erlangen. Davor werden uns auch keine Gesetze schützen. Die Büchse der Pandora ist offen.

Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Kopie, auch in Teilen unterliegt dem Urheberrecht.

Bewertung vom 15.10.2025
Science Busters

Aus! Die Wissenschaft vom Ende


ausgezeichnet

Die Autoren des Buches, das sich auf dem Cover schlicht mit einem Schalter präsentiert, sind eine bunte Truppe aus Wissenschaftlern und Kabarettisten,  die auch auf Tour zu bewundern sind. Ihre Wissenschaftsbücher sind demzufolge nicht bierernst, obwohl es die Themen sind. Dieses Mal, wie der Titel kurz und bündig aussagt, geht es um das Aus, also das Ende von allem. Von allem? Das ist eine berechtigte Frage. Gibt es eine Unendlichkeit? Zumindest Atome scheinen ewig zu existieren.  Endet das Universum oder die Zeit? Wieder berechtigte Fragen, die in diesem unterhaltsamen und lehrreichen Buch behandelt werden. Als  Kind habe ich versucht ein Blatt Papier so lange zu zerschneiden, bis es weg war. Mein Gedanke war simple. Wenn die Schnipsel immer kleiner würden, wäre doch irgendwann alles weg. Aus dieser Neugier ist möglicherweise mein späterer Beruf als Wissenschaftler entstanden. Als Kind sieht man in eine unbegrenzte Zukunft. Wird man älter, ändert sich das. Wer glaubt, ewig Zeit zu haben, nehme sich ein Maßband. Man schneidet das Band bei der durchschnittlichen Lebenserwartung ab. Dann schneidet man sein Alter in cm ab. Und schließlich vom Rest noch ca. ein Drittel, denn so lange schläft man ungefähr am Tag. Die Zentimeter,  die jetzt noch da sind, zeigen ungefähr die Lebenszeit,  die bleibt, um seine Träume zu verwirklichen.  Pessimismus?  Nein, Realismus. Genauso verhält es sich mit diesem Buch. Das Ende der Menschheit, das kommen wird, denn Dinosaurier und unzählige ausgestorbene Arten geben uns ein Beispiel,  wird auf humoristische Weise behandelt. Die Abstrakte Unendlichkeit des Universums,  etwas, das wir nicht greifen können, wird zumindest so erklärt, dass auch Nicht-Physiker einigermaßen damit zurecht kommen. Ein Buch, das viele Aspekte des Endes aufgreift, dabei österreichischen Schmäh mit Fakten verbindet,  die leider immer noch zu oft ignoriert werden. Die momentane Klimamüdigkeit ist ein gutes Beispiel dafür, warum der Mensch nicht wirklich zur Problemlösung solcher komplexer Dinge geeignet ist. Was unseren Zeithorizont übersteigt, wird ignoriert. Schafft das Buch eine positive Stimmung? Am Ende sicher nicht. Wie auch? Aber der Weg dorthin ist amüsant, spannend, informativ und kurzweilig.

Dies ist eine Privatrezension, ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen, unterliegt dem Urheberrecht. 

Bewertung vom 02.10.2025
Sommer, Michael; Lahr, Stefan

Die verdammt blutige Geschichte der Antike (eBook, ePUB)


sehr gut

Wer sich ein Sachbuch mit einem derart blutigen Titel zu Gemüte führt, der darf sich nicht wundern, wenn er auch genau dies bekommt. Nämlich jede Menge Blut, Gewalt, grausame Verbrechen und abscheulichste Gräueltaten.
Darf man ein so brutales Thema mit humorigen Sprüchen auflockern? Natürlich darf man. Oft erinnert der Stil der Autoren an die schwarz humorigen Monty Python - Filme. Dies lockert den trotz allem anstrengenden Text auf, wenn auch in der zweiten Hälfte des Buches die lustigen Einschübe gefühlt nachlassen. Oder vielleicht ist der Leser auch von den Kriegsaufzählungen erschlagen. Denn bei aller Kurzweiligkeit werden doch unzählige Herrscher und Kriegsherren aufgezählt, Jahreszahl um Jahreszahl reiht sich aneinander und es fällt teilweise dem unbedarften Leser recht schwer den Überblick zu behalten, wer momentan mit wem im Streit ist. Viele Namen kommen dem interessierten Beobachter bekannt vor. Einige Zusammenhänge werden klarer oder Vergessenes wieder in Erinnerung gerufen. Zwei Lehren zieht man auf jeden Fall aus der spannenden Lektüre. Erstens: Krieg ist die beherrschende Konstante. Gründe finden sich viele, sei es Politik, Machtkämpfe, Neid, Gier, Eifersucht usw. Tatsache ist, dass es nie einen dauerhaften Frieden geben wird. Diese Illusion nimmt uns die Lektüre dieses und ähnlicher Bücher. Und zweitens: aus der Geschichte werden keine Lehren gezogen. Krieg und Leid wiederholen sich, weil Größenwahn und Allmachtsfantasien immer wieder aufblühen und der Mensch in seiner unendlichen Arro- und Ignoranz die gleichen Fehler wiederholt. Welches Fazit ziehen wir also aus diesem roten Ritt durch die Antike? Ein unterhaltsames und informatives
Sachbuch, das trotz den humoristischen Einwürfen anstrengend zu lesen ist, aber jede Menge an Wissen bereithält.

Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen unterliegt dem Urheberrecht.