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Nirvia
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Osterholz-Scharmbeck

Bewertungen

Insgesamt 249 Bewertungen
Bewertung vom 14.01.2026
Heitz, Markus

Irida 2. Irida und das Rätsel der Ruine


ausgezeichnet

Ein Abenteuer voller Rätsel, Mut und Magie
Der zweite Band rund um Irida und die Furchtlosen hat mich richtig gut abgeholt. Die Geschichte setzt die Ereignisse aus Teil 1 spannend fort: Hohenburg ist in Gefahr, die Gegner werden immer skrupelloser, und plötzlich steht sogar ein uraltes, düsteres Wesen im Raum.

Irida bleibt eine super sympathische Heldin. Man merkt, wie sie wächst, zweifelt, mutig ist und trotzdem menschlich bleibt. Besonders stark fand ich die Szenen rund um die alte Ruine. Die Atmosphäre ist so bildhaft beschrieben, dass man fast meint, den Staub und die Kälte der Steine zu spüren. Die Mischung aus Geheimnis, leicht melancholischer Stimmung und kleinen Gänsehautmomenten hat mir richtig gefallen. Es steht richtig viel auf dem Spiel – und genau das macht die Geschichte so spannend

Auch die Rätsel sind gut gemacht – nicht zu leicht, nicht zu schwer. Man knobelt automatisch mit, ohne dass es sich künstlich anfühlt. Und zwischen all der Action gibt es viele ruhigere Momente, in denen es um Vertrauen, Freundschaft und Selbstvertrauen geht. Das wirkt nie belehrend, sondern sehr natürlich.

Insgesamt ist es eine flotte, spannende Fortsetzung mit viel Herz, Magie und Abenteuer. Für mich ein richtig gutes Jugend-Fantasybuch, das Lust auf den nächsten Band macht.

Bewertung vom 11.01.2026
Tumert, Trixi

Lernen ohne Streit


ausgezeichnet

entspannter durch Hausaufgaben
Lernen ohne Streit von Trixi Tumert ist ein praktischer Ratgeber für Eltern, die den täglichen Hausaufgabenstress loswerden wollen. Tumert schreibt locker und direkt, ohne viel Theorie, und liefert viele konkrete Tipps, die man sofort ausprobieren kann. Es geht darum, wie Eltern klare Absprachen treffen, Routinen einführen und Kindern Schritt für Schritt mehr Verantwortung fürs Lernen zurückgeben, ohne sie allein zu lassen.

Besonders hilfreich sind die kurzen Übungen und Gesprächsformeln, die sich leicht in den Alltag einbauen lassen — kein großer Zeitaufwand, sondern kleine Änderungen mit großer Wirkung. Die Autorin nimmt Eltern die Schuldgefühle und zeigt, wie man Konflikte entschärft, statt sie eskalieren zu lassen. Für Familien mit Grundschulkindern ist das Buch besonders geeignet, weil die Vorschläge praxisnah und alltagstauglich sind.

Für die meisten Familien ist Lernen ohne Streit ein guter Begleiter: kurzweilig, motivierend und voll mit umsetzbaren Ideen, die den Hausaufgabenalltag deutlich entspannter machen.

Bewertung vom 11.01.2026
Trost, Dirk

Seemannsgrab für Norderney


sehr gut

rauer Nordsee‑Krimi
In Seemannsgrab für Norderney landet Jan de Fries wieder mitten in einem Fall, der nach Meer riecht: Eine Leiche, ein Hinweis, der ihn betrifft, und bald führt die Spur auf die Insel. Dirk Trost erzählt flott und ohne viel Schnickschnack, die Kapitel sind kurz, das Tempo bleibt hoch und die Nordsee‑Stimmung sitzt — Hafen, Wind und ein aufziehender Sturm sorgen für ordentlich Atmosphäre. Die Figuren sind bodenständig gezeichnet, Jan bleibt der abgeklärte Typ, der sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen lässt. Die Handlung bietet genug Wendungen, um neugierig zu bleiben, ohne sich in unnötigen Nebenplots zu verlieren. Für alle, die regionale Krimis mit maritimem Flair mögen, ist das ein kurzweiliger, stimmiger Band.

Bewertung vom 11.01.2026
Froböse, Ingo

Die Stimme unseres Körpers


sehr gut

Solider Einstieg in die Welt der Körpersignale
Unser Körper sendet ständig Signale – wir haben nur verlernt, richtig hinzuhören. Genau hier setzt Ingo Froböse mit seinem Ratgeber Die Stimme unseres Körpers an. Er erklärt, wie unsere acht wichtigsten Körpersysteme zusammenarbeiten, warum Stress, Schmerzen oder Müdigkeit mehr sind als lästige Begleiterscheinungen und wie wir Warnsignale frühzeitig erkennen können. Das Buch möchte zeigen, wie eng Körper und Psyche miteinander verbunden sind und wie wir wieder ein besseres Gefühl für uns selbst entwickeln.

Der Stil ist leicht zu lesen, enthält aber viel komplizierte Fachsprache. Froböse vermittelt Grundlagenwissen über das Nervensystem, Verdauung, Immunsystem und andere Bereiche und erklärt, warum Überlastung entsteht und wie man rechtzeitig gegensteuern kann. Manche Passagen erinnern eher an eine Biologie-Einführung als an einen praktischen Ratgeber. Auch hätte man sich an einigen Stellen mehr konkrete Übungen oder alltagsnahe Anwendungen gewünscht.

Bewertung vom 11.01.2026
Bielesch, Marga

Bindungsorientierte Erziehung als Team


ausgezeichnet

Gemeinsam statt gegeneinander
Marga Bielesch legt mit Bindungsorientierte Erziehung als Team einen klaren, praxisorientierten Ratgeber vor, der sich direkt an Elternpaare richtet, die nicht länger nebeneinander, sondern als echtes Team erziehen wollen. Der Ton ist freundlich und bodenständig, die Autorin spricht so, wie man mit einer erfahrenen Kollegin sprechen würde: ohne Fachchinesisch, aber mit klaren Konzepten und konkreten Übungen. Das Buch ist kein theoretisches Lehrgebäude, sondern ein Werkzeugkasten: kurze Erklärungen, Gesprächsimpulse und Reflexionsfragen, die Paare sofort ausprobieren können.

Besonders stark finde ich den Fokus auf das Teilen der emotionalen Last, das sogenannte Emotional Load. Bielesch macht deutlich, dass Erziehung nicht nur aus sichtbaren Aufgaben besteht, sondern aus unsichtbaren Belastungen, die oft ungleich verteilt sind. Sie zeigt Wege, wie Paare diese Last sichtbar machen, fair verteilen und daraus gemeinsame Lösungen entwickeln können. Dabei bleibt sie realistisch: Konflikte werden nicht weggeredet, sondern als Chance zum Wachsen verstanden.

Die Kapitel sind übersichtlich aufgebaut und bieten viele Praxisbeispiele, die sich leicht auf den eigenen Alltag übertragen lassen. Die Übungen sind kurz, konkret und alltagstauglich, sodass man sie auch zwischen Windelwechsel und Abendessen umsetzen kann. Wer tiefer einsteigen will, bekommt Hinweise zur biografischen Reflexion — also wie eigene Kindheitserfahrungen das Erziehungsverhalten beeinflussen können.
Das Buch ist kompakt, gut lesbar und eignet sich hervorragend als Einstieg oder als Begleiter für die ersten Jahre mit Kind.

Bewertung vom 11.01.2026
Asimov, Armands A.

Regnum


sehr gut

Regnum — Das Schweineparadies, das keines ist
Regnum von Armands A. Asimov hat mich sofort gepackt: Erzählt wird aus der Sicht eines Schweins, das in einer überfüllten Zuchtanlage auf das versprochene Paradies hofft, während hinter den Kulissen Gestank, Enge und Angst herrschen. Der Ton ist schlicht und direkt, dadurch fühlt sich alles sehr nah und unangenehm an — man spürt die Verzweiflung und die Zweifel der Tiere richtig mit. Als ein Virus ausbricht, bricht das ganze Lügengebäude brutal zusammen und die Geschichte wird richtig hart. Neben der Spannung liefert das Buch klare Kritik an Massentierhaltung und unserem Umgang mit Nutztieren, ohne dabei belehrend zu wirken. Für mich war das eine kurze, intensive Lektüre, die nachdenklich macht und noch lange nachhallt; wer düstere Tierfabeln mit Gesellschaftsbiss mag, sollte hier zugreifen.

Bewertung vom 29.12.2025
Geissinger, J. T.

Pen Pal


ausgezeichnet

Mega spannend, aber sehr sexuell
Penpal hat mich wirklich innerlich zerrissen und ich könnte für die eine Hälfte des Buches 5 Sterne geben und für die andere nur 2.
Das Kaylas Leben in Trümmern liegt und wie sie versucht den Tod ihres Mannes zu verkraften das ist alles wunderbar gut dargestellt. Auch Spannung kommt sehr schnell auf und hat mich nicht losgelassen. Ich mochte auch die elektrisierende Anziehung zwischen Kayla und Aidan. Aber mir war die sexuelle Seite zu viel. Mit diesem dominanten und unterwürfigen Spiel von Häschen und Wolf hab ich mich sehr unwohl gefühlt und musste auch irgendwann dazu übergehen diese extrem vielen und ausufernden Sexszenen zu überspringen. Vor allem kamen die so oft reingeworfen wenn es eigentlich gerade richtig spannend wurde und haben mich dann total aus dem Lesefluss herausgerissen.
Das Ende war für mich so überraschend und verblüffend, etwas womit ich gar nicht gerechnet hatte, dass das wieder volle 5 Sterne verdient.

Bewertung vom 29.12.2025
Streck, Aurelia

Mein großes Magnetbuch - Das machen wir am Abend


ausgezeichnet

Großer Spielspaß
Das Buch ist als Ringbuch gebunden, das macht das Umblättern kinderleicht und vor allem auch langlebig. Die dargestellten Familienszenen sind sehr realitätsnah so das auch meine Kinder sich direkt damit identifizieren können. Es macht ihnen immer wieder einen Riesenspaß die beim Lesen gegeben Aufforderungen umzusetzen und die passenden Magnete an die richtige Stelle zu setzen. Aber auch ohne das ich Vorlese spielen sie gerne mit dem Buch und erzählen sich dann selbst eine Geschichte zu den Seiten und Magneten.
Die kurzen Texte sind sehr gut verständlich und spiegeln Alltagssituationen wider die jedes Kind selbst sehr gut kennt.
Die Pappseiten sind ziemlich dick und damit meines Erachtens nach in wirklich guter Qualität. Das Buch wird uns sicher sehr lange begleiten ohne Schaden zu nehmen.
Ich kann es nur wärmstens weiterempfehlen.

Bewertung vom 24.11.2025
Henning, Sarah

The Blackgate Invitation


ausgezeichnet

Spannendes Locked‑Room‑Konzept
Sarah Henning schickt die Schwestern Ruby und Wren zu einem Job in das alte Hegemony Manor, wo sie als Enkelinnen einer exzentrischen Gastgeberin auftreten sollen. Kurz nach Beginn des Dinners wird die Gastgeberin ermordet, das Anwesen wird magisch abgeriegelt und ein Wettkampf beginnt: Innerhalb von drei Tagen müssen die Anwesenden den Mord aufklären und mehrere magische Artefakte finden, sonst bleiben sie für immer eingeschlossen — ein klares Locked‑Room‑Konzept mit magischem Twist, das sofort Spannung erzeugt.

Der Roman verbindet Krimi‑Elemente mit einer fantasievollen Magie‑Logik und einer langsam entflammenden Liebesgeschichte zwischen Ruby und dem rätselhaften Auden. Diese Mischung funktioniert überraschend gut: Die Rätsel sind clever konstruiert, die Atmosphäre im Herrenhaus dicht und die Figuren — vor allem die Schwestern — haben genug Ecken und Kanten, um sie ins Herz zu schließen.

Sprachlich ist das Buch flott erzählt; Henning hält das Tempo hoch, ohne die Details zu vernachlässigen. Die Balance zwischen Ermittlungsarbeit, magischen Regeln und persönlichen Konflikten stimmt, und die Slow‑Burn‑Beziehung ist so angelegt, dass sie nicht vom Plot ablenkt, sondern ihn ergänzt.

Was mir besonders gefallen hat: die Atmosphäre des Hauses, die kleinen, unheimlichen Details und die Art, wie die Autorin Hinweise streut, ohne alles vorwegzunehmen. Die Figuren sind nicht perfekt, sie machen Fehler, misstrauen einander und wachsen im Verlauf der Geschichte — das macht die Auflösung glaubwürdig und befriedigend. Gleichzeitig gibt es genug Nebenstränge und überraschende Wendungen, damit es nie langweilig wird.

Ich würde das Buch klar empfehlen — besonders für Jugendliche und Erwachsene, die Fantasy mit Krimi‑Elementen mögen.

Bewertung vom 24.11.2025
Specht, Heike

Die Frau der Stunde


gut

Die Frau der Stunde - zu distanziert
Heike Spechts Debütroman „Die Frau der Stunde“ erzählt von Catharina Cornelius, einer liberalen Abgeordneten Ende der 1970er, die überraschend Außenministerin wird. Das Buch fängt die Zeit gut ein: Bonn, politische Abläufe und auch die Szenen zum Iran wirken recherchiert und glaubwürdig. Sprachlich liest sich das Ganze leicht und flüssig, und besonders die Passagen, in denen männliches Verhalten gegenüber Frauen gezeigt wird, sind oft sehr treffend und unangenehm real.

Trotzdem bin ich nicht richtig warm geworden. Catharina bleibt mir zu fremd; sie wirkt kompetent, aber ihre inneren Gedanken und Gefühle werden kaum greifbar, deshalb fällt es schwer, mit ihr mitzufühlen. Die Idee, die Geschichte aus verschiedenen Frauenperspektiven zu erzählen, ist gut, aber viele Figuren bleiben nur skizzenhaft. Nebencharaktere werden ausführlich eingeführt und verschwinden dann wieder, manche Handlungsstränge enden einfach abrupt.

Außerdem zieht sich das erste Drittel stellenweise und vieles fühlt sich wie eine lange Einführung an. Die historischen Einschübe sind informativ, aber manchmal zu ausführlich für einen Roman — da merkt man die Historikerin. Stilistisch gibt es schöne Formulierungen, aber auch ein paar abgenutzte Wendungen.

Mein Fazit: Ein gut recherchiertes Buch mit starken Ansätzen, das mich literarisch nicht ganz überzeugt hat. Wer eine Zeitreise in die späten Siebziger sucht und sich für Politik und Feminismus interessiert, findet viele reizvolle Szenen. Wer dagegen eine starke, emotionale Figurenentwicklung und mehr Spannung erwartet, wird eher enttäuscht sein. Ich würde Heike Spechts Sachbücher probieren — dort scheint ihre Stärke als Historikerin noch besser zur Geltung zu kommen.