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Top-Rezensenten Übersicht

Benutzername: 
Jashrin
Wohnort: 
Baesweiler

Bewertungen

Insgesamt 3 Bewertungen
Bewertung vom 10.05.2021
Tod in der Glaskugel
Müller, Jessica

Tod in der Glaskugel


sehr gut

Was trieb Madame Blanche in aller Hergottsfrühe auf den Friedhof Highgate? Und wer hat sie dort erwartet und erdrosselt? Inspector Basil Stockworth wirbelt bei seinen Ermittlungen ordentlich Staub in der adligen Londoner Gesellschaft auf, denn die Tote war allseits bekannt. Als Medium hat sie für ihr betuchtes Klientel Kontakt mit deren Verstorbenen aufgenommen und sich dadurch so manchen Freund, aber auch mindestens ebenso viele Feinde gemacht. Scheinbar hat jeder etwas zu verbergen – inklusive des Mediums selbst.

Doch auch Stockworths Privatleben ist nicht minder gefährlich wie seine Ermittlungen. Der ehemalige Verlobte seiner frisch angetrauten Ehefrau Charlotte sinnt nach wie vor auf Rache und als Charlottes Tante Anna von Krenze zu Besuch kommt, lüftet sie mehr als nur ein wohlgehütetes Familiengeheimnis.

Nach „Tod hinter der Maske“ ist „Tod in der Glaskugel“ der zweite viktorianische Krimi mit Charlotte und Inspector Stockworth. Ich kenne den ersten Teil (noch) nicht, dennoch hatte ich keinerlei Schwierigkeiten mich in die Geschichte einzufinden.

Inspector Stockworth ist ein Mann, der seiner Zeit in vielerlei Hinsicht voraus ist. Zum einen hat er bereits die Konventionen gebrochen, als er trotz seiner adligen Herkunft den Beruf eines Inspectors wählte, zum anderen sieht er in Charlotte eine gleichberechtigte Partnerin und missbilligt die Art und Weise, wie viele Männer mit ihren Frauen umgehen. Er ist intelligent, schlagfertig und begegnet der Londoner High Society auf Augenhöhe. Mir gefällt es sehr, dass er sich auf seine Mitarbeiter verlässt und nicht alles im Alleingang aufklärt.

Charlottes Geschichte spielt im ersten Teil eine wesentliche Rolle, daher kenne ich sie nur zum Teil. Doch sie ist eine starke Frau, die mutig genug war, vor einer arrangierten Ehe zu fliehen und alles Bekannte hinter ihr zu lassen. Sie ist mit einer gesunden Portion Neugier gesegnet, zieht ihre eigenen Schlüsse und sagt ihre Meinung. Dabei überlässt sie es aber ihrem Mann zu ermitteln und berichtet ihm nur, was ihr zufällig zu Ohren kommt.

Der Fall ist verzwickt und nicht jeder ist der, der er vorgibt zu sein. Daher dauert es auch eine Weile, bis Stockworth auf die richtige Spur stößt. Es war spannend ihm bei den Ermittlungen quasi über die Schulter zu blicken und so ganz nebenbei seine Frau und zahlreiche andere Persönlichkeiten kennenzulernen.

Mir hat „Tod in der Glaskugel“ gut gefallen und ich hoffe, dass es bald einen neuen Fall für Basil Stockworth geben wird. In der Zwischenzeit lese ich dann erstmal Teil eins…

Bewertung vom 23.02.2018
Mitra
Beermann, Björn

Mitra


sehr gut

Schweren Herzens aber trotzdem in freudiger Erwartung zieht Mitra bei ihrem Vater aus. Sie hat in Hamburg eine tolle Ausbildungsstelle bekommen, deshalb wird sie bei ihrer Tante und ihrer Großmutter wohnen. Zwar kennt sie die beiden nicht wirklich, doch seit dem Tod ihrer Mutter fühlt sie sich in ihrer Heimat nicht mehr ganz wohl und möchte in Hamburg einen Neubeginn wagen.

Doch schon bald muss Mitra erkennen, dass sie in Hamburg von einem normalen Leben noch weiter entfernt ist als zuvor. Immer wieder hat sie „Aussetzer“, wie sie es nennt, unkontrollierbare Magieausbrüche. Daher bleibt ihr nichts anderes übrig, als neben ihrer regulären Ausbildung auch noch eine weitere zu beginnen, um ihr magisches Erbe in den Griff zu bekommen. Dazu gehört auch, dass sie sich mit Hausgeist Hugo arrangiert, den Tag mit Yoga beginnt und so ganz nebenbei überlegt, wie sie die Welt retten und die magischen Völker versöhnen könnte.

Zum Glück findet Mitra in Aggy eine gute Freundin und mit Gilbert und Anton gibt es gleich zwei attraktive junge Männer, die das Leben in Hamburg zusätzlich spannend machen.

„Mitra – Magisches Erbe“ ist der erste Band um Mitra und ihr neues magisches Leben in Hamburg. Die Beschreibung des Buches hat mich sehr neugierig gemacht und so habe ich voller Spannung mit dem Buch begonnen. Allerdings hat es eine ganze Weile gedauert, bis ich mich eingefunden hatte. Dies lag allerdings weniger an Mitra und auch nicht an der Geschichte, die Björn Beermann erzählt, vielmehr habe ich mich zu Beginn mit seinem Schreibstil recht schwergetan, wobei ich nicht so genau sagen kann, woran das lag. Manche Sätze wirkten auf mich entweder sperrig oder teils auch abgehackt, falls jemand versteht, was ich meine. Ich finde leider keine besseren Worte dafür. Mit jeder Seite kam ich allerdings besser rein und konnte mit Mitra immer mehr in ihr Hamburger Leben eintauchen.

Die Geschichte wird aus Mitras Sicht erzählt, wodurch es leicht ist, sich in Mitra hineinzuversetzen, vor allem in ihre Frustration darüber, dass sie immer nur ein paar Bruchstücke erzählt bekommt und ihr keiner wirklich sagt, was Sache ist. Gut, dass sie mit Aggy, die eigentlich Agathe heißt, jemanden an ihrer Seite hat, der genauso neugierig ist wie sie, und dazu auch noch unerschrocken.

Aggy ist auch die Person, die mir von allen am besten gefiel. Sie ist ein wenig flippig, überdreht und nimmt Mitra so wie ist. Ich hoffe, dass sie auch in den nächsten beiden Teilen Mitras Freundin bleibt und weiterhin für die ein oder andere Überraschung oder gute Idee sorgt. Auch auf die Rolle von Anton Leisz bin ich sehr gespannt. Bislang tauchte er nur ein paar Mal auf, aber er war mir sympathisch und wäre sicher ebenfalls ein guter Freund.

Da es sich um den ersten Teil einer Trilogie handelt, lässt das Ende natürlich so manche Frage offen. Die erste Schlacht ist zwar geschlagen, aber der Kampf um die Magie und die damit verbundene Macht ist noch längst nicht vorbei. Mir kam das Ende des ersten Bandes zwar ein bisschen zu plötzlich, aber dennoch ist es ein gelungener Abschluss.

Insgesamt hat mir die Geschichte um Mitra und ihr magisches Erbe gut gefallen, allerdings wurde meiner Meinung nach das Potential dieser Geschichte noch nicht ausgeschöpft. Daher bin ich umso gespannter, wie es weitergehen wird. Für diesen magischen Auftakt vergebe ich 3,5 Sterne, mathematisch korrekt aufgerundet werden es also vier.

Bewertung vom 07.07.2015
Heart. Beat. Love.
Patterson, James;Raymond, Emily

Heart. Beat. Love.


gut

Axi und Robinson sind eng befreundet. Als Axi scheinbar urplötzlich vorschlägt, abzuhauen und quer durch das Land zu fahren, stimmt Robinson ohne zu zögern zu. Von Oregon aus führt sie ihr Weg über Las Vegas und Detroit bis hin zur Ostküste. Axis Planung verwandelt Robinson schnell in ein aufregendes Abenteuer, als er kurzerhand eine Harley klaut und die beiden ihre Reise so beginnen. Doch so aufregend und spannend der Roadtrip auch ist, bald müssen die beiden erkennen, dass es Dinge gibt, vor denen man nicht fliehen kann, egal wie weit man läuft.

James Pattersons und Emily Raymonds Roman beginnt locker, leicht und leider auch recht oberflächlich. Auch wenn die Charaktere sympathisch wirken, so erfährt man kaum etwas über sie und sie bleiben ein wenig farblos. Die einzelnen Stationen des Roadtrips nehmen nicht viel Raum ein und die spannendste Frage ist, ob sich Axi irgendwann traut Robinson ihre Gefühle zu offenbaren.

Der zweite Teil des Buches hat zum Glück ein wenig mehr Tiefe und der Leser erfährt mehr über die Hintergründe, was mich sehr gefreut hat. Doch auch wenn es hier wesentlich mehr Emotionen gibt und ich Axi und Robinson gerne begleitet habe, so hat es mich dennoch nicht wirklich gepackt. Eine gewisse Oberflächlichkeit blieb für mich bis zum Ende bestehen. Dazu kommt, dass ich manches nicht ganz logisch fand und mindestens eine Aktion der beiden Protagonisten aus meiner Sicht für ein Jugendbuch schon grenzwertig war.

Daher war ich leider etwas enttäuscht von dem Roman. Er ließ sich wirklich gut und leicht lesen - vielleicht zu leicht -, aber leider wird er mir wohl nicht längere Zeit im Gedächtnis bleiben. Keine Zeitverschwendung, aber leider auch nichts, was man gelesen haben sollte.

Wirklich gut gelungen ist hingegen für mich die Aufmachung des Buches. Schon das Cover mit den einzelnen Bildern gefällt mir sehr. Es passt hervorragend zum Thema Roadtrip und auch die Farbgestaltung trifft genau meinen Geschmack. Durch die warmen Farben und die gewählten Motive erinnert mich das Cover an kurze Momentaufnahmen eines wunderbaren Urlaubs und vermittelt so ein gutes Gefühl.

Die Bilder sind ebenso Bestandteil der Geschichte. Viele schwarzweiß Fotos bereichern die Geschichte und unterstreichen den Charakter des Buches. Auch wenn ich persönlich auf Bilder der Protagonisten hätte verzichten können, da ich da einfach meine eigene Vorstellung habe und diese nicht mit den Fotos übereinstimmt, so waren sie doch insgesamt sehr passend.

Mein Fazit: Alles in allem ist „Heart.Beat.Love.“ ein leichter Roman, der gut zu einem faulen, sonnigen Nachmittag in der Hängematte passt und einem ein paar schöne Lesestunden beschert.