Benutzer
Benutzername: 
Mfli

Bewertungen

Insgesamt 64 Bewertungen
Bewertung vom 10.01.2026
Häffner, Hannah

Die Riesinnen (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Dieses Buch habe ich eher durch Zufall in die Hand genommen, weil ich das Cover so schön fand. Ohne viel Erwartung habe ich begonnen zu lesen, denn die ländliche Lebenswelt, die darin beschrieben wird, könnte mir auf den ersten Blick fremder nicht sein.
Nur um dann sehr schnell zu bemerken, dass in jeder Seite so viel Schönes, so viel Wahres steckt, dass es beim Lesen fast schon weh tut. Und zwar genau, weil ich mich doch sehr mit vielen Themen des Buches identifizieren konnte (und im Übrigen glaube, dass dieser Roman wirklich für jeden Menschen Raum zur Identifikation und Selbstreflexion bietet).
Ich habe dieses Buch schnell und langsam gelesen. Schnell, weil es mich eingesaugt hat und nicht mehr ausspucken wollte. Langsam, weil ich mich immer wieder gebremst habe, da ich nicht wollte, dass es endet.
Die Sprache ist so poetisch, dass man andauernd Sätze herausschreiben möchte, um sie immer wieder zu lesen und ja nicht zu vergessen. Dabei schafft es der Roman bei aller Bittersüße niemals ins Kitschige zu verfallen und
für jede der Protagonistinnen eine eigene Bildsprache zu finden. Er erzählt die Geschichte von Eva, ihrer Mutter und ihrer Großmutter, drei Frauen, die das Überstehen von Schicksal im Blut haben und keinen Mann brauchen, um ihren Weg zu gehen. Frauen, die an einem Ort eine Heimat gefunden haben, an den sie eigentlich nicht hinpassen und doch kommen und wollen sie nicht weg.
Die drei Frauen sind alle auf ihre Weise sehr stark und manchmal hart, besonders zu sich selbst. Gleichzeitig sind sie auch unglaublich verletzlich und sanft, auch zu den Frauen der anderen Generation. Man vernimmt beim Lesen keinen Groll, wie er mir beispielsweise oft in Mutter-Tochter-Beziehungen begegnet, sondern viel Verständnis auch für jene Dinge, die nicht so leicht verstanden werden können.
Es ist ein großer Roman über das Loslassen und Festhalten, den ich wirklich mit aller Dringlichkeit weiterempfehle.

Bewertung vom 06.01.2026
Noah, Trevor

Ins hohe Gras


sehr gut

Als ich das Buch aus dem Briefkasten genommen habe, hat mein sechsjähriger Sohn es sofort geschnappt und erstmal ganz lange die wunderschönen Illustrationen bewundert. Wie aus einer anderen Zeit wirken die einfachen, stimmungsvollen Bilder, die wirklich jede Buchseite zu einem Erlebnis machen.
Natürlich haben wir uns dann auch gleich ans Lesen gemacht und fanden jeweils unterschiedliche Aspekte der Geschichte toll. Wir haben immer wieder Pausen gemacht, um über die kurzen, philosophischen Sätze zu sprechen. Der namenlose Junge und sein Teddy Walter ergänzen sich in ihren Ansichten so toll und das Buch ist wirklich sowohl für Kinder als auch Erwachsene ein toller Anlass zum Träumen, Innehalten und über wichtige Lebensthemen Sprechen. Besonders das Ende hat mich als Mama sehr gerührt!
Ich empfehle das Buch als Geschenk an sich selbst oder an Menschen mit tiefgründigen Kindern.

Bewertung vom 06.01.2026
Woywod, Torsten

Mathilde und Marie


gut

Marie, die ihrem stressigen Leben in Paris den Rücken zugekehrt hat, trifft zufällig auf auf die alte Isländerin Jonina, die Menschen so lesen kann, als seien es Bücher. Gemeinsam landen sie in Joninas idyllischem belgischen Wohnort namens Redu, der seinen eigenen Takt hat. "In einer Welt, die immer schneller, lauter und oberflächlicher wird, findest du hier einen Gegenpol zur allgemeinen Rastlosigkeit.", also genau das, was Marie braucht. Redu gibt es wirklich und es ist ein so genanntes Bücherdorf, in dem (zumindest im Roman) auf 390 Einwohner 14 Buchhandlungen kommen. Dieses Buch ist eine absolute Feel-Good-Lektüre, besonders für Leseratten. Ich hatte es mir in den Urlaub mitgenommen und fand es erst einmal reizvoll, mich der literarischen Verarbeitung von totaler Entschleunigung zu beschäftigen. Allerdings trieft das Buch ganz schön vor Kitsch und Pathos, was leider nicht mein Fall ist. So sympathisch mir der Autor, sein Vor- und Nachwort auch sind, durch das Buch musste ich mich eher zwingen, weil so gut wie nichts passiert. Ich bin mir allerdings sicher, dass meine Oma es mögen würde und auch all diejenigen, die detaillierte Landschaftsbeschreibungen und spannungsarme Belletristik mögen.

Bewertung vom 05.01.2026
Mohr, Judith

Taschenzauberei


sehr gut

Dieses Buch haben wir uns passenderweise in die Ferien mitgenommen, damit sie nicht so langweilig werden und das ist definitiv gelungen!
Das ungewöhnliche Format fanden wir zunächst toll, auf den zweiten Blick aber eher unpraktisch, weil das Buch überhaupt nicht gut in der Hand liegt. Weiterhin hätten wir uns mehr von den zauberhaften Illustrationen von Franziska Zobel gewünscht, weil sie wirklich perfekt zum Buch passen. Auch wäre es toll gewesen, die Bilder in Farbe zu drucken, aber da hat wahrscheinlich der Preis eine Rolle gespielt.
Die Geschichte selbst fand mein Sohn richtig spannend und ungewöhnlich und das Buch wurde regelrecht verschlungen.
Ich fand es toll, dass zwei eher 'uncoole' Kinder so aufblühen und tolle Sachen erleben. Auch dass Ben merkt, dass die früher ihm so langweilig erscheinende Lea ganz schön was auf dem Kasten hat und nicht nur der Schatten der beliebten Mädchen ist. Andererseits fand ich die Beschreibungen der beliebten Mädchen und Bens Schwester, vor allem ihrer Kleidung und ihres Make-Ups, sehr abwertend und dachte mir einfach nur: let them be. Das hätte ich mir anders gewünscht, auch die Wortwahl an manchen Stellen.
Fazit: ein tolles, abenteuerliches Buch über Freundschaft mit interessanten Wendungen, das wir trotz einiger Kritikpunkte unbedingt empfehlen würden.

Bewertung vom 17.12.2025
Graf, Maren

Einfach Sunny


ausgezeichnet

Ich war bereits erwachsen, als ich das erste Mal ein Buch mit einem blinden Protagonisten las. Es ist bis heute leider das einzige geblieben. Umso mehr freue ich mich, dass mein Kind diese Geschichte lesen durfte. Sunny, ein blindes Mädchen und eine selbst ernannte Sachen-Sucherin, möchte Ben helfen, der etwas Wichtiges sucht. Anfangs will er nicht ein mal verraten, worum es sich handelt, doch die selbstbewusste und kluge Sunny lässt nichts unversucht, um das geheime Objekt wiederzufinden. Hier geht es nicht nur um Freundschaft und das Überwinden von Hindernissen, sondern auch um Mobbing und warum es eigentlich immer besser ist, miteinander statt gegeneinander zu arbeiten. Die Illustrationen haben perfekt zur rasanten Story gepasst (und sind auch viel schöner als das eher mittelmäßige Cover!). Das einzige was ich persönlich kritisch anzumerken habe ist, dass dieses Buch bisweilen ableistische Sprache benutzt, zB "Idiot". Sonst können mein Sohn und ich es aber wirklich aus vollem Herzen jedem Kind empfehlen, das eine spannende Geschichte lesen möchte und hoffen auf weitere Abenteuer von Sunny an ihrer neuen Schule.

Bewertung vom 25.11.2025
Dietz, Shari;Dietz, André

Maris Märchen


ausgezeichnet

Wir mögen dieses Buch wirklich gerne, auch wenn wir sonst keine Märchen lesen und uns die Illustrationen nicht begeistern konnten. Der Inhalt aber umso mehr. Das Märchenbuch ist inklusiv, wirkt aber nicht bemüht, sondern ist rührend, lustig und einfach toll. Besonders gefallen hat uns die Geschichte "Humpelstilzchen", wo es genau anders herum ist wie im ursprünglichen Märchen: 'Humpelstilzchen' möchte bei seinem Namen genannt werden, allerdings beim echten. Hinten im Buch ist auch noch ein Appel an die Lesenden, wie wichtig Sprache für das Bewusstsein ist. Das hat mich sehr gerührt. Mein Kind war in einem inklusiven Kindergarten und hat, soweit ich das beurteilen kann, keine Berührungsängste gegenüber Menschen mit Behinderung. Sie sind einfach da und gehören wie wir alle dazu. Es gibt aber mehr als genug Menschen, die über Behinderung weder sprechen noch etwas damit zu tun haben wollen. Deshalb finde ich Bücher wie dieses so wichtig und wertvoll.

Bewertung vom 12.10.2025
Nguyen-Kim, Mai Thi;Meimberg, Marie

BiBiBiber hat da mal 'ne Frage. Warum muss ich schlafen?


ausgezeichnet

Zum Glück habe ich ein Kind, denn für mich selbst hätte mich dieses Buch wahrscheinlich nicht interessiert - welch großer Fehler! Wer Dr. Mai Thi Nguyen-Kim jemals beim Sprechen zugehört hat, weiß, dass sie unfassbar klug und unterhaltsam ist. Und genau das ist "Warum muss ich schlafen?" auch, und das wahrlich nicht nur für Kinder. Mein Sohn kann noch nicht lesen und hat zunächst die wundervoll bunten Bilder bewundert. Jede Seite ist so farbenfroh und ein kleines Kunstwerk für sich. Die Texte haben wir gemeinsam gelesen und es ist wirklich so gut gelungen, Information und Unterhaltung zu verknüpfen, dass man gar nicht aufhören möchte zu lesen. Wir haben mehrere Sachbücher über das Thema Schlaf zu Hause, aber keines ist so originell und interessant wie dieses.
Von BiBiBiber sind ja bereits mehrere Bücher erschienen, die wir nun auch lesen möchten, aber es funktioniert wunderbar auch ohne die Vorgänger zu kennen.
Ein rundum tolles Buch, das uns auch über die Lektüre hinaus zu sehr interessanten Gesprächen angeregt hat!

Bewertung vom 03.10.2025
Sauer, Anne

Im Leben nebenan


ausgezeichnet

Was für ein Pageturner.
Toni, die Protagonistin, wünscht sich ein Kind, aber es will einfach nicht klappen.
Parallel dazu läuft die Geschichte von Antonia (derselben Person), die eines Tages in einem Leben mit Mann, Haus und neugeborenem Kind aufwacht und das alles unbedingt loswerden will. Ich kenne beide Perspektiven und beide sind so wahr, dass es weh tut. Mutterschaft macht kinderlose Frauen meist unglücklich, weil sie ab einem bestimmten Alter wie eine erdrückende Erwartung stets präsent ist. Mutterschaft macht Mütter meist unglücklich, weil durch das Gebären die Erwartungen keineswegs aufhören, sondern Frauen mit voller Wucht von allen Seiten überrollen. Abwechselnd lesen wir von den beiden Versionen eines Lebens, das den Protagonistinnen keine Erfüllung schenkt. Vielleicht sollte also die Grenze zwischen Müttern und kinderlosen Frauen nicht mehr gezogen werden, denn wir sind alle vereint dadurch, dass uns das Patriarchat kollektiv unterdrückt und wir scheinbar nie gut genug sind.
Das Buch liest sich wahnsinnig geschmeidig, ist auch sehr unterhaltsam und ich empfehle es wirklich ALLEN, insbesondere auch Männern, denen diese Perspektive auf Weiblichkeit die Augen öffnen sollte. Die Männer an Tonis und Antonias Seite sind hier übrigens nicht "die Bösen": sie tun eigentlich alles, was sie tun sollten, sind lieb und bemüht und blicken doch nicht in ihre Partnerinnen hinein. Das macht das Buch für mich so vielschichtig, es sucht keine einfachen Lösungen für komplexe Probleme und ist trotz der schweren Themen eine leichte Lektüre.

Bewertung vom 27.09.2025
Walliams, David

Captain Flop


ausgezeichnet

Mein Sohn hat manche Bücher von David Walliams sogar mehrfach gelesen und er ist der größte Spaceboy-Fan, also haben wir Captain Flop mit viel Vorfreude erwartet. Diese hohen Erwartungen wurden zum Glück nicht enttäuscht, mein Sohn hat das Buch innerhalb von kürzester Zeit verschlungen (Geheimtipp für Kinder, die sonst ungern lesen!).
Die Story ist skurril und ganz im Walliams-Stil und die Comiczeichnungen passen unserer Meinung nach perfekt zur Geschichte. Die Schrift ist besonders gut lesbar, da hat jemand wirklich mitgedacht. Als ich den Anfang gelesen habe, und erst einmal Bösewichte und Schurken vorgestellt wurden, war ich zunächst skeptisch, weil ich keine 'Gut gegen Böse'-Geschichten mag, dieser Antagonismus wird dann aber aufgelöst. Insgesamt eine sehr lustige Lektüre, die ich allen Grundschulkindern mit Weltraum-Interesse sehr ans Herz legen kann.

Bewertung vom 10.09.2025
Schneider, Roberta

In sieben Koffern um die Welt


ausgezeichnet

Es gibt Bücher, die rühren einen auf eine ganz besondere Weise. "In sieben Koffern um die Welt" ist eines davon.
Wir haben es passenderweise in den Urlaub mitgenommen und mein Kind hat es so sehr geliebt. Jede Person, die hinter dem Koffer steht, hat ihre ganz persönliche, besondere Geschichte und die liebevollen Illustrationen sind einfach traumhaft. Das Buch ist Geschichte und Wimmelbuch zugleich und danach hat mein Kind sofort seinen eigenen Koffer gezeichnet. Am liebsten mochten wir beide den Koffer der Geheimagentin. In Anschluss an diesen Koffer haben wir uns gemeinsam wilde Geschichten ausgedacht, die diese Frau schon erlebt haben muss. Ich würde es für die Altersstufe 3-7 empfehlen, aber es hat definitiv auch mein Herz höher schlagen lassen. Ganz besonders empfehle ich es auch für den Einsatz im Kindergarten und in der Grundschule, auch speziell für die Sprachförderung ist dieses wunderschöne Buch perfekt, weil es die Phantasie so sehr anregt und viele Sprachanlässe bietet. Großes Kompliment an Frau Schneider und Spitzer!