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Benutzername: MsBookeria
Danksagungen: 8 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 29 Bewertungen
Bewertung vom 02.03.2015
Atlantia
Condie, Ally

Atlantia


gut

Rio und Bay sind Zwillinge, die in der Unterwasserstadt Atlantia wohnen. Große Glaskuppeln schützen sie vor dem Meer. Vor einiger Zeit war die Oberwelt nicht mehr wirklich bewohnbar. Die Menschen wurden krank und starben durch die verdreckte Luft und somit wurden einige Menschen ausgesucht, die in die neue Unterwasserstadt ziehen durften. Sie wurden von den Menschen in der Oberwelt durch Pipelines mit Nahrung versorgt und bauten dafür Rohstoffe in den unterirdischen Minen für sie ab. So leben sie im Gleichgewicht miteinander, dürfen sich jedoch nicht gegenseitig besuchen.
Einmal im Leben dürfen die Bewohner Atlantias zwischen dem Unten und dem Oben frei und endgültig wählen. Wenn jedoch ein Kind sich für die Oberwelt entscheidet, darf keins seiner Geschwister ihm mehr folgen.
Während Rio immer fasziniert war von der Oberwelt und unter dem freien Himmel leben wollte, liebt ihre Schwester Bay die Unterwasserstadt. Nach dem Tod ihrer Mutter überredet Bay Rio mit ihr unten zu bleiben. Als Rio dann an Tag der Entscheidung die Unterwasserwelt wählt, entscheidet sich Bay überraschenderweise gegen sie und wird sofort in einen Transport zur Oberfläche verfrachtet. Rio versteht den Sinneswandel ihrer Schwester nicht und setzt alles daran, herauszufinden warum Bay gegangen ist und einen Weg zu finden, ihr zu folgen.

Ally Condie hat hier wirklich eine wunderschöne faszinierende Welt geschaffen. Sie schafft es mit ihren bildlichen Beschreibungen Atlantia so richtig vor meinen Augen aufleben zu lassen. Auch das sich dahinter stehende System ist interessant: eine Führung aus einem Rat und der dort herrschenden spirituellen Religion. Es geht um alte Schriften, um teils fantastische Meereslebewesen und natürlich die Geschichte und Geheimnisse der Entstehung auf Aufrechterhaltung dieser Unterwasserstadt.
Es klingt jedenfalls nach sehr viel Potential, was hier leider meiner Meinung nach nicht ausgeschöpft wurde. Die Charaktere blieben für mich alle recht farblos. Außer Maire, die mir wirklich gut gefallen hat, waren sie fast gegeneinander austauschbar. Ich konnte mich mit ihnen weder identifizieren noch anfreunden. Daher waren sie mir mehr oder weniger egal und ich konnte nicht so sehr mit fiebern. Hinzu kam eine recht träge Handlung, die immer an den spannenden Stellen sehr kurz und bündig gehalten wurde und sonst zu sehr ins Detail ging. Ich hatte oft das Gefühl, das wahllos irgendwelche Informationen eingestreut wurden, die aber nicht weiter miteinander verbunden wurden und daher auch für die Handlung eher unwichtig waren. Was allerdings positiv war ist, dass ich das Rätsel der Stadt gerne lösen wollt und seine Geschichte erfahren wollte. Wenn mir die Charaktere nicht synaptisch waren, dann doch wenigsten die Stadt an sich. Insgesamt war die Handlung dann doch zu wenig durchdacht, leider irgendwie unstrukturiert und nicht ausgefeilt. Ich habe mir insgesamt mehr erhofft und hatte am Anfang noch große Hoffnungen, leider konnte mich dieses Buch letzt endlich nicht wirklich überzeugen.

Bewertung vom 27.04.2014
Morgen kommt ein neuer Himmel
Spielman, Lori Nelson

Morgen kommt ein neuer Himmel


gut

Als Bretts Mutter Elisabeth stirbt, hinterlässt sie bei ihrer Tochter nicht nur ein großes Loch, sondern auch noch ein besonderes Geschenk. Bevor Brett ihr Erbe antreten darf, soll sie erst einmal zu sich selbst finden. Denn Elisabeth hatte das Gefühl, dass ihre Tochter sich in den letzten Jahren sehr verändert hatte und von der lebensfrohen lustigen jungen Frau, die sie mal war, nicht mehr allzu viel übrig geblieben ist.
Dafür bekommt Brett eine Liste mit Lebenszielen, die sie selbst einmal vor 20 Jahren verfasst hatte. Ihre Mutter hatte die vermeintlich weggeworfene Liste für sie aufbewahrt. Nun sind noch die letzten 10 Punkte offen und Brett soll diese nun innerhalb eines Jahres erfüllen.
Damit wird sie nicht nur ins kalte Wasser geworfen, sondern auch dazu gebracht ihr derzeitiges Leben kritisch zu hinterfragen und sich wieder über ihre Erwartungen und Ziele klar zu werden.

Die Autorin hat einen sehr leichten fließenden Schreibstil. Der Geschichte nimmt gleich am Anfang an Fahrt auf und es gab keine langatmigen Passagen. Auch wenn viele Entwicklungen früh absehbar sind, streut die Autorin immer wieder kleine Überraschungen und Wendungen ein, die zum Weiterlesen animieren. Gefühlvoll beschreibt sie, wie Brett um ihre Mutter trauert und ihre Verzweiflung. Brett hat mir als Charakter ganz gut gefallen. Sie ist sehr verwöhnt und musste sich um Geld nie sorgen. Auch nach ihrem beruflichen Scheitern als Lehrerin wurde sie in der Firma ihrer Mutter mit offenen Armen aufgenommen. Trotzdem ist sie nicht wirklich glücklich und verliert sich selbst aus den Augen. Es war daher sehr schön ihre Entwicklung mit verfolgen zu können. Sie wurde endlich dazu gezwungen sich nicht mehr zu verkriechen und vor allen Problemen und Auseinandersetzungen davon zu laufen, sondern selbstständig ohne finanzielle Unterstützung auf eigenen Beinen zustehen. Brett fängt wieder an viel lebendiger zu werden, sich über ihre Wünsche klar zu werden und ihr Leben aktiv zu ändern und zu beeinflussen. Die Autorin hat es geschafft, dass ich an einigen Stellen richtig mit Brett mitleiden musste. Die anderen Charaktere waren dagegen meistens eher schwach gezeichnet.

Ich mochte die Grundidee des Buches, auch wenn sie nicht wirklich neu ist. Es ist ein schöner Gedanke, dass man von einem nahestehenden Verstorbenen Briefe und Aufgaben erhält, um die Trauerphase leichter durchleben zu können und Wegweiser für das weitere Leben zu erhalten.
Was anfangs eine sehr schöne Idee ist, waren die Briefe von Elisabeth an Brett, die ihr von ihrem Anwalt nach jeder bestanden Aufgabe vorgelesen werden. Zuerst fand ich diese Briefe sehr bewegend. Mit der Zeit ist mir aber aufgefallen, dass sie einfach zu exakt auf die entsprechenden Situationen eingeht. Es läuft ja nun nicht immer alles glatt bei der Erfüllung der Liste und ich finde es unglaubwürdig und übertrieben, dass ihre Mutter diese Entwicklungen so genau vorhersehen konnte, auch wenn sie ihre Tochter sehr gut kennt. Leider hat mich diese Tatsache im Laufe des Buches immer mehr gestört.
Ich denke insgesamt ist es ein leichtes Buch für Zwischendurch, um mal die Seele baumeln zu lassen. Wenn man mit diesen Erwartungen das Buch heran geht, wird man nicht enttäuscht werden.

4 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 17.06.2012
Nachricht von dir
Musso, Guillaume

Nachricht von dir


sehr gut

Madeline und Jonathan treffen sich per Zufall am Flughafen in New York. Beide steuern denselben letzten freien Tisch in einem Restaurant an und stoßen dabei zusammen. Dabei vertauschen sie unfreiwillig ihre Handys im Trubel und gehen dann weiter ihrer Wege. Zuhause in Paris bzw. San Franzisco angekommen entdecken sie erst das Missgeschick. Erst wollen sie die Handys schnellst möglich wieder zurücktauschen, aber irgendwie fühlen die sich immer wieder angestachelt von der eigenen Neugierde, mehr durch das Handy aus dem Leben des anderen zu erfahren. Die sind auf der Suche nach Informationen, entdecken kleine Hinweise, welche sie dazu veranlassen weiterhin im Leben des anderen zu recherchieren und Mutmaßungen aufzustellen. Es kommen immer mehr interessante Fakten zum Vorschein, die den Ehrgeiz das Geheimnis des anderen vollständig zu lüften, immer weiter voran treiben. Dabei wird ihnen erst sehr spät klar, dass ihre beiden Leben einen wichtigen Schnittpunkt haben, eine wichtige Gemeinsamkeit, der für beide eine prägende Bedeutung hat. So befinden sich beide schon im Strudel des Geschehens der aktuellen Ereignisse und bewegen sich so immer weiter auf einander zu…

Zuerst habe ich mich an dieses Buch nicht heran getraut, da ich dachte, es handelt sich um eine typische Liebesgeschichte eines französischen Autors. Dabei mag das Cover als auch der Titel sicherlich seine Wirkung getan haben und auch der Klappentaxt lässt nicht erahnen, dass dieses Buch noch viel mehr bieten kann. Dies ist sehr schade, denn Leser mit genau dieses Erwartungen werden evtl. etwas enttäuscht und alle anderen, die ein großen Bogen um das Buch daher machen, haben könnten hier wirklich etwas verpassen.

Meiner Meinung nach spielt in diesem Buch die Liebe eher eine untergeordnete Rolle, ohne zu leugnen, dass es auch ohne diese nicht ganz auskommt. Hauptsächlich aber geht es aber um zwei Menschen, jeweils mit einer tragischen Lebensgeschichte, die aus einem früheren Leben entflohen sind und versuchen sich dem zu entziehen. Manche Erlebnisse hinterlassen jedoch so tiefe Narben, das man sie niemals ganz vergessen kann. Vor seinem eigenen Leben kann man halt nicht weglaufen. Es ist wirklich spannend zu lesen, wie die beiden Protagonisten anfangen immer mehr Details aus dem Leben des anderen zu entdecken, sich darüber Gedanken zu machen und die andere Person teilweise damit konfrontieren. Darauf folgen viele Rückblenden, die das Bild immer mehr vervollständigen und im Verlauf des Buches fließen alle diese Informationen zusammen und ergeben ein großes Bild, welches dann beide einschließt.

Das Buch ist sehr gut geschrieben, sehr wohl nachvollziehbar, spannend und lesenswert bis zur letzten Seite. Es ist für jeden etwas, der gerne kriminalistische Romane liest, ohne unbedingt einen typischen Krimi lesen zu wollen. Ich kann dieses Buch nur empfehlen.

2 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 17.05.2012
Rotes Gold / Xavier Kieffer Bd.2
Hillenbrand, Tom

Rotes Gold / Xavier Kieffer Bd.2


sehr gut

Bei einem Galadinner im Musée d’Orsay im Louvre soll der Sushimeister Ryuunosuke Mifune, der als einer der besten Sushiköche der Welt gepriesen wird, mit dem höchsten Orden Frankreichs ausgezeichnet werden. Doch bereits vor dem Hauptgang bricht der Ehrengast zusammen. Die Diagnose ist eine tödliche Fischvergiftung. Doch dies hegt bei dem Luxemburger Koch Xavier Kieffer gewisse Zweifel, da ein Mann dieser Größe doch eigentlich alles über die Zubereitung von Fisch wissen müsste. Im geheimen Auftrag des Pariser Bürgermeisters, ermittelt Xavier Kieffer daher an diesem Mordfall weiter und findet heraus, dass es Fische gibt, die teurer sind als Gold. Die Spuren führen ihn in die unbekannte Welt der japanischen Sushi-Küche, in der für einen Thunnus thynnus sogar über Leichen gegangen wird...

Ich war sehr erfreut, dass in Tom Hillenbrands neuestem Roman Xavier Kieffer erneut zum kommissarischen Koch wird. Denn bereits schon in Hillenbrands Debütroman Teufelsfrucht fand ich den äußerst bescheidenen und bodenständig dargestellten Luxemburger Koch sehr sympathisch, sodass das Weiterlesen am zweiten Fall für mich wahre Freude bereitete. Auch finde ich schön, dass Kieffers private Beziehung zu der beeindruckenden Valérie (Chefredakteurin und Eigentümerin des legendären Restaurantführers Guide Gabin) weiter vertieft wird. Denn mit dieser ist Kieffer mittlerweile sogar liiert. Auch mag ich die zynische Art des Luxemburger Kochs, der stets alles hinterfragt und vielen Dingen eher skeptisch und vorsichtig gegenübersteht und so als ,,verdeckter Ermittler‘‘ die Fälle immer auf einer sehr interessante Art und Weise angeht. Den Handlungsverlauf kann man sehr gut nachvollziehen, sodass der Roman, bis auf ein paar langatmige Stellen, sowohl spannend als auch detailreich dargestellt wird. Außerdem merkt man als Leser, dass Tom Hillenbrand für seinen Roman Rotes Gold äußerst gut recherchiert hat. Denn Kieffer lässt den Leser auf eine sehr anschauliche Art und Weise in die kulinarische Welt der Sushi-Küche eintauchen, in der man mit Hilfe des Küchenlateins, welches als Glossar im Anhang zu finden ist, so allerhand Wissenswertes über die kulinarische Küche in Erfahrung bringen kann.

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 18.03.2012
Operation Eaglehurst / Null-Null-Siebzig Bd.1
Ferber, Marlies

Operation Eaglehurst / Null-Null-Siebzig Bd.1


sehr gut

Ehemaliger Secret Intelligence Service-Agent James Gerald, mittlerweise das 70. Lebensjahr erreicht und offiziell in Ruhestand, erfährt von dem Tod seines Freundes und ehemaligen Kollegen William Morat. Irgendetwas scheint jedoch faul an seinem Tod zu sein, denn kurz vorher erreichte ich noch eine geheimnisvolle Nachricht in Form eines Limericks, der darauf schließen lässt, dass William ihm etwas Wichtiges mitteilen wollte.
James macht sich auf nach Hastings in die Seniorenresidenz Eaglehurst, Williams letzten Wohnsitz. Da kommt ihm die gerade hinter sich gebrachte Bronchitis gerade recht und er quartiert sich zur Kurzzeitpflege im Ort des Geschehenen als neuer Bewohner ein. Tatkräftig zur Seite steht ihm Sheila Humphrey, seine Nachbarin und ehemalige Kollegin, und versorgt ihn mit einem speziell ausgerüsteten Rollator mit Reizgassprühvorrichtung und steht ihm auch bei seinen weiteren Ermittlungen vor Ort tatkräftig zur Seite. Die Ermittlungen gehen in humorvoller 007(0)-Manier los und schon kurz nach seinem Eintreffen stirbt ein weiterer Mitbewohner beim Bingo vor seinen Augen. Seine Ermittlungen laufen nun auf Hochtouren.
Was hat Mrs White, die Heimleiterin und Besitzerin von Eaglehurst, zu verbergen außer ihren hohen Schulden? Ist die Missstimmung zwischen Mrs White und ihre Tochter Kathie nur auf eine pubertäre Phase zurückzuführen? Welche Verbindung gibt es zwischen William Morat und dem neuen vermeintlichen Opfer, dem ehemaligen Chemieprofessor Thomas Maddison? Die ersten Spuren führen zum Limerick Club von Eaglehurst der Schwester Edith und Eleonora Hideous und auch das plötzliche Herzversagen der beiden Verstorbenen führt den Verdacht zu Dr. Goat, dem Hausarzt, mit starker Affinität zu homöopathischen Globuli. Zum Glück ist der örtliche Polizeichef Rupert Ruthersford, ein ehemaliger aber unfähiger Schüler, so kann James auf Hilfe und Unterstützung hoffen, nur leider kommt somit seine wahre Identität in Umlauf und nun hat James nicht nur seinen neuen Spitznamen „00-70“ weg, es erschwert ihm natürlich auch seine geheimen Ermittlungen und schon bald scheint James selbst im Fadenkreuz zu stehen, denn auf seinem Bett findet er erneut einen Limerick. Handelt es sich um einen Hinweis oder sogar eine Drohung?

Ich fand das Buch sehr humorvoll geschrieben und es zaubert dem Leser des Öfteren ein Schmunzeln aufs Gesicht. Die Charaktere sind liebevoll skizziert und authentisch und besonders die Protagonisten James und Sheila wachsen dem Leser sehr schnell ans Herz, so dass man mit Spannung ihre Ermittlungen verfolgt und mit rätselt. Sehr positiv war für mich, dass ich bis zum Schluss nicht wusste, wer hinter den Morden steckt und die Geschichte somit bis zum Ende interessant blieb. Das Ende war somit überraschend und bringt nochmal eine unerwartete Wendung. Besonders gelungen finde ich die Idee, eine neune Art „James Bond“ im fortgeschrittenen Alter zu entwerfen und ihn weiterhin ermitteln zu lassen. Solch ein Ermittler war für mich eine ganz neue Idee und somit erfrischend anders als in anderen Krimis, was durch die immer wieder eingebrachte Spezialausrüstung unterstrichen wird und für eine besondere humorvolle Note sorgt. Insgesamt eine lockere Lektüre mit guter Unterhaltung, auf die Fortsetzung freue ich mich schon.

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 20.02.2012
Das Leben der Wünsche
Glavinic, Thomas

Das Leben der Wünsche


gut

Jonas kann sehr zufrieden mit seinem Leben sein. Er ist Mitte dreißig, hat eine Frau namens Helen, sowie zwei kleine Söhne und einen Job in einer Werbefirma. Außerdem liebt er Marie, eine verheiratete Frau, mit der er eine Affäre hat.

Eines Tages sitzt Jonas in seiner Pause auf einer Parkbank und trifft dort auf einen fremden älteren Mann, der ihm drei Wünsche erfüllen will: egal was es auch sein mag! Jonas nimmt dies alles nicht so ganz ernst, wünscht sich aber dennoch, dass sich alle seine Wünsche erfüllen sollen. Dafür würde er auch auf die letzten beiden verzichten. Der Mann findet die Idee interessant und ist einverstanden, woraufhin er dann spurlos verschwindet.

Schon bald darauf passieren einige Ereignisse: Eine Berggondel stürzt ab und viele Menschen fallen in den Tod, ein Asteroid fliegt gefährlich nahe an der Erde vorbei, kommt ihr aber dann doch nicht so nah, wie anfangs erwartet. Kurz darauf stirbt seine Frau plötzlich an Herzversagen… Joans Leben wird ab hier total umgekrempelt und die Dinge geraten auch in seinem näheren Umfeld ins Rollen. Er ist verstört und traurig, gleichfalls aber hat er nun Hoffnung auf ein Leben mit Marie. Sein Kollege bittet ihn um einen flotten Dreier und langsam macht er sich um seine bewussten und unbewussten Wünsche Gedanken. Als die Krebserkrankung einer sehr engen Freundin erneut ausbricht und rapide voranschreitet, so dass es keine Hoffnungen auf Heilung mehr gibt, fordert er seine Wünsche bewusst heraus.

Zunächst hat mich am Schreibstil gestört, dass die wörtliche Rede nicht als solche gekennzeichnet ist. Daher fand ich es schwierig den Lesefluss beizubehalten und kam daher nur sehr mühsam in den Roman rein. Dies wurde allerdings besser als der Inhalt spannender und interessant wurde. Leider hatte ich später das Gefühl, dass die Geschichte gerade zum Ende an Tempo verlor.

Was ich allerdings sehr treffend und authentisch beschrieben fand, war die Passage, in der Jonas‘ Frau gestorben ist und beerdigt wurde. Es wirkte auf mich alles sehr realistisch und hat mich somit auch sehr getroffen und berührt. Zwischendurch gab es Stellen, die etwas wirr geschrieben waren, wobei ich etwas die örtliche und zeitliche Orientierung verloren habe und auch das Ende des Romans hat mich dann etwas verwirrt zurück gelassen. Ich war mir nicht so sicher, was die abschließende Reise von Jonas und Marie für einen Zweck für die Handlung und die Entwicklung der Charaktere haben soll. Ich hätte mir hier mehr Spannung gewünscht und eine unvorhergesehene Wendung versprochen.

Ich denke dem Buch liegt eine sehr interessante Idee zu Grunde, aus der an vielen Stellen aber mehr herausgeholt hätte können. Die hohen Erwartungen, die ich an das Buch hatte, wurden leider nicht ganz zufriedenstellend erfüllt.

Bewertung vom 04.02.2012
Das Schwein unter den Fischen
Ramadan, Jasmin

Das Schwein unter den Fischen


sehr gut

Celestine wächst bei ihrem Vater Reiner auf. Ihre Mutter, ein französisches Au-pair-Mädchen namens Colombe, hat sie als Baby bei ihrem Vater abgegeben. Als sie noch ein kleines Kind ist heiratet ihr Vater die Tankstellentochter Ramona. So wird sie erwachsen zwischen ihrer unglücklichen Oma Senta, ihrer lesbischen und etwas konventionellen Tante Trixi, ihrer dauerbetrunkenen Stiefmutter Ramona, Kater Friedrich und den alljährlichen Urlaubsausflügen nach Italien auf einen Campingplatz.

Außer Stine hat niemand aus ihrer Familie wirklich etwas aus seinem Leben gemacht. Sie selbst macht ihr Abitur und hat mehr mit ihrem Leben vor, jedoch ist sie sehr ziellos und weiß nicht welche Richtung sie einschlagen soll. Somit arbeitet sie erstmal in dem Imbiss von ihrem Vater. Sie hat nicht viele Freunde und auch keine richtige Bezugsperson. Vom Leben scheint sie sich einfach mitreißen zu lassen ohne einen Plan zu haben wo es sie hinführen soll. Im Hintergrund schwirrt immer leise der Gedanke an ihre ihr unbekannte verschwundene Mutter mit, die sie nie kennenlernen konnte. Als Stine durch eine zufällige Wendung anfängt in einem Pflegejob zu arbeiten, betreut sie Lilli, eine schwierige ältere Dame, und lernt dort ihrem Wohnhaus einen Jungen namens Enki kennen und verliebt sich das erste Mal richtig. Diese Beziehung führt sie und ihre gesamte Familie dann abermals nach Italien und wie der Zufall es will, verändert sich danach das Leben aller beteiligten.

Das Buch las sich sehr gut von Anfang an, es war mir keine große Mühe dran zu bleiben, obwohl man nicht sagen kann, dass wirklich besonders viel in der Handlung passiert, noch dass richtig Spannung aufgebaut wurde. Der Leser beobachtet einfach das Geschehen und lässt sich genau wie Stine mit dem Strom mitreißen. Trotzdem kann ich nicht sagen, dass es langweilig zwischendurch wurde. Ich habe mich ebenfalls gerne darauf eingelassen und mittreiben lassen von der Geschichte. Am Ende des Buches gibt es dann in Italien einen plötzlichen Cut in der Handlung und man kann kurz und bündig noch erfahren wie es mit den ganzen Charakteren des Buches weiterging.
Bis kurz vor Ende wirkte alles noch recht authentisch, allerdings fand ich diesen letzten Teil des Buches zwar interessant und damit auch eine gute Idee, den Inhalt jedoch etwas zu konstruiert, unrealistisch und nicht so ganz nachvollziehbar. Das Leben aller Beteiligten schien auf einmal viel zu positiv in der Gesamtheit zu sein, dies hat mich dann doch etwas gestört.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 26.12.2011
Die Insel der besonderen Kinder / Die besonderen Kinder Bd.1
Riggs, Ransom

Die Insel der besonderen Kinder / Die besonderen Kinder Bd.1


ausgezeichnet

Märchen für Erwachsene

Abraham erzählt seinem Enkel Jacob seit früher Kindheit Märchen, die von Kindern mit besonderen Gaben handeln. Niemals hätte Jacob sich erträumt, dass in diesen Geschichten sich mehr Wahrheit verbirgt und dass es diese Kinder noch immer geben würde. In seiner Jugend dann glaubte er immer weniger an die Geschichten seines Großvaters, vor allem weil dieser Zusehens seniler zu werden scheint und sich auffällig verhält. Er scheint Wahnvorstellungen zu haben und fühlt sich nur in Anwesenheit seiner Waffen einigermaßen beruhigt. So scheint es dann für alle Menschen in seiner Umgebung nicht so sehr verwunderlich, als er eines Tages im Wald stirbt, von wilden Tieren angefallen. Jacob, der seinen Großvater dort kurz vor seinem Tod findet, ein ihm unbekanntes Wesen sieht und aus den Wirren letzten Worten seines Großvaters einfach nicht schlau wird, beginnt sich nun doch zu fragen, ob in den Geschichten seines Großvaters nicht doch mehr Wahrheit steckt als vorerst bezweifelt .
Jacob bekommt von seiner Tante ein altes Buch aus dem Besitz seines Großvaters zu seinem Geburtstag, darin enthalten ist ein Brief von einer Frau, die früher die Leiterin seines Kinderheims gewesen zu sein scheint. Somit steht für ihn fest, dass er sich auf zu den Weg zu dem Ort aufmachen will, an dem dieser Brief vor vielen Jahren losgeschickt wurde, um das Geheimnis um Abraham zu lüften und sein ganz eigenes zu entdecken, welches viel mehr mit dem von seinem Großvater verflochten zu sein scheint, alles er es sich bisher je hätte träumen lassen.
Bei der Namensgebung ist mir gleich aufgefallen, dass der Autor zwei Namen aus der Bibel benutzt und genau wie dort, stehen die entsprechenden Personen in dem gleichen Verwandtschaftsgrad zu einander, es geht hier auch um Abraham und seinen Enkel Jacob. Zufall oder nicht? Ich konnte keine offensichtliche Gemeinsamkeiten entdecken, aber interessant ist es auf jeden Fall.
Riggs vereint hier Gegenwart mit märchenhaften, surrealen und fantastischen Elementen. Wie ich finde, ich ihm dies auch besonders gut gelungen. Unterstrichen wird dies dann noch weiterhin mit die schwarz-weiß Aufnahmen der frühen Versuche der Fotomontage oder Fotokunst und Trickaufnahmen und somit werden die Charaktere noch viel lebendiger und regelrecht zum Leben erweckt vor den Augen des Lesers. Dies ist auf jeden Fall für mich eine neue Idee und mir in dieser Form noch nicht begegnet in Romanen.
Der Roman ist wirklich spannend geschrieben, enthält an Ende noch einen unerwarteten Plot und ein Ende, welches nicht ganz ausschließen würde, dass es noch weitere Geschichten geben könnte, obwohl die Geschichte trotzdem sicherlich abgeschlossen ist. Die Charaktere gefallen mir gut. Auch wenn es letzt endlich relativ viele wurden, finde ich, dass jeder einzelne Charakter so ausreichend skizziert wird, so dass diese alle ein Gesicht bekommen und der Leser sie zuordnen und etwas mit ihnen anfangen und sie einschätze kann.
Ich denke, dieses Buch ist auf jeden Fall lesenswert!!!