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Nina
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Sankt Augustin
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Ein Leben ohne Bücher kann ich mir nicht vorstellen!

Bewertungen

Insgesamt 71 Bewertungen
Bewertung vom 10.01.2026
Wahl, Caroline

22 Bahnen


gut

Direkt und ohne Schnörkel

Ich habe mit hohen Erwartungen diesen Roman begonnen, wurde aber ein wenig enttäuscht.
Caroline Wahl hat mit ihrer direkten und schnörkellosen Sprache das Leben einer jungen Frau in einer deutschen Kleinstadt eindringlich porträtiert. Tilda fristet ein Dasein zwischen Verantwortung und Sehnsucht nach Freiheit. Denn sie studiert, arbeitet an der Supermarktkasse und kümmert sich um ihre kleine Schwester Ida und ihre alkoholkranke Mutter. Die Atmosphäre ist daher oft rau und traurig. Der Autorin gelingt es gut, die Zerrissenheit von Tilda glaubhaft und authentisch darzustellen.

Ein kleiner Lichtblick für Tilda sind die Begegnungen mit Viktor, der genau wie sie 22 Bahnen schwimmt und ihre Träume von einer Zukunft in Berlin.

Der Schreibstil von Caroline Wahl ist anders: frech, direkt und ohne Umschweife. Das wirkt zunächst einmal erfrischend. Aber nach einer Weile haben mich die vielen Wiederholungen und die oft kurzen und abgehackten Sätze gestört.

Die Geschichte von Tilda hat mich berührt, aber Tilda selbst ist mir nicht nahe gekommen. Dafür wurden sie und ihr Leben zu distanziert und oberflächlich beschrieben. Da konnte einfach keine Nähe aufkommen. Sprachlich ist 22 Bahnen anders, aber mir persönlich hat es nicht so gut gefallen.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 03.01.2026
Page, Libby

Das Jahr voller Bücher und Wunder (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Leise Töne mit großer Wärme

Dieses wunderbare Buch habe ich mit ins neue Jahr genommen und damit schon mein erstes Highlight in diesem Jahr gelesen!

Im Mittelpunkt dieses warmherzigen Romans steht Matilda Nightingale, von ihrem Ehemann Joe liebevoll Büchermaus genannt. Doch Joe ist vor ein paar Monaten gestorben und Tilda versinkt in ihrer Trauer. Aber dann bekommt sie einen Anruf von Alfie, der die Buchhandlung Booklane führt. Von Alfie erfährt sie, dass Joe ihr ein letztes großartiges Geschenk gemacht hat. Sie wird ein Jahr lang jeden Monat ein Buch von ihm bekommen. Somit begegnet sie Alfie einmal im Monat und es entwickelt sich eine zarte Freundschaft.

Joe hat die Bücher mit Bedacht ausgesucht und so nach und nach findet Matilda ins Leben zurück. Ich darf sie auf diesem sehr emotionalen Weg begleiten. Sehr oft standen mir Tränen in den Augen, aber sehr oft musste ich auch schmunzeln.

Ich hatte das Gefühl, ich wohne in dem Buch. Schon auf den ersten Seiten habe ich mich wohl gefühlt in der Geschichte, die Libby Page feinfühlig erzählt. Es ist eine leise Geschichte und genau deshalb hat sie mich so gefangen genommen.

Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an das Lesen und an die Geschichten, die uns manchmal ein Leben lang begleiten. Geschichten, die uns trösten, die uns Mut machen und neue Wege aufzeigen.

„Das Jahr voller Bücher und Wunder“ hat mit leisen Tönen und großer Wärme mein Herz berührt.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 28.12.2025
Henn, Carsten Sebastian

Sonnenaufgang Nr. 5


ausgezeichnet

Reise in die Tiefe der Erinnerungen

Carsten Henn hat mit Sonnenaufgang Nr. 5 einen warmherzigen und poetischen Roman geschrieben. Es geht um große Themen wie Verlust, Erinnerung, Freundschaft und Mut zur Wahrheit. Das alles hat Carsten Henn in eine bewegende Geschichte verpackt, die einerseits leicht zugänglich, aber gleichzeitig auch tiefgründig ist.

Im Zentrum steht der junge Jonas, der als Ghostwriter die Erinnerungen der alten Filmdiva Stella Dor festhalten soll. Was zunächst nach einer nüchternen Biografie klingt, entwickelt sich zu einer emotionalen Reise in die Vergangenheit – nicht nur für Stella, sondern auch für Jonas selbst.

Jonas erkennt, dass Erinnerungen nicht immer bloße Fakten sind, sondern lebendige, manchmal schmerzhafte Begleiter. Stella beschönigt oder verdrängt vieles, aber gerade das zeigt, wie sehr wir Menschen von unseren eigenen Geschichten beeinflusst und geprägt werden. Jonas muss sich dabei seinen eigenen Wunden stellen, lernt aber auch, dass Akzeptanz und Vergebung zu innerem Wachstum führen können.

Carsten Henn schreibt leise und poetisch. Sein Schreibstil ist von einer einfühlsamen Melancholie durchzogen, die nie ins Sentimentale abdriftet. Dabei wirken seine Figuren authentisch mit all ihren Ängsten, Fehlern und Hoffnungen. Besonders gemocht habe ich die Alltagsszenen und inneren Wandlungen, die Carsten Henn mit einem feinen Sinn für die kleinen Details erzählt.

Fazit: Ein feines leises Buch, ein stiller, wunderschöner Roman über das Leben, das Loslassen und den Mut, sich selbst zu begegnen.

4 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 27.12.2025
George, Nina

Die Passantin (eBook, ePUB)


sehr gut

Identität, Selbstbestimmung und weibliche Solidarität

Der neue Roman von Nina George „Die Passantin“ kommt auf leisen Sohlen und schiebt sich dann langsam und eindringlich unter die Haut. Seit dem Lavendelzimmer ist viel Zeit vergangen, Nina George hat sich weiterentwickelt. Ihr Schreibstil ist immer noch durchzogen von der feinen Poesie, aber gleichzeitig schreibt sie wütender und fordernder.

Im Zentrum der Geschichte steht Jeanne Patou, eine gefeierte Filmikone, die für tot gehalten wird, da sie auf den verhängnisvollen Germanwingsflug im März 2015 gebucht war. Sie hat den Flug aber in letzter Sekunde nicht angetreten. Das ist für sie die Rettung aus einem Leben, das von Kontrolle, Angst und emotionaler Gewalt geprägt ist. Sie bleibt in Barcelona und findet Zuflucht in einem alten Haus, das sie mit anderen Frauen teilt, die ebenfalls aus ihrem früheren Leben verschwunden sind.

Nina George zeichnet ein vielschichtiges Porträt von Jeanne, die keine Heldin ist, sondern eine verletzte Frau, die sich Schritt für Schritt in ein selbstbestimmtes Leben kämpft. Damit ist sie nicht allein, denn die anderen Bewohnerinnen bringen jeweils ihre eigene Geschichte und Verletzlichkeit mit. Ich begleite Jeanne sehr intensiv auf ihrem schmerzhaften, aber auch hoffnungsvollen Weg.

Die erzählerische Dichte macht den Roman sehr anspruchsvoll und ich musste oft innehalten, damit es nicht zu anstrengend wird. Die Fülle an Themen und Figuren war mir manchmal etwas zu viel. Aber Nina George nimmt sich eben Zeit, die inneren Konflikte und Wandlungsprozesse behutsam zu entfalten. Gleichzeitig beschreibt sie die Atmosphäre Barcelonas, das Licht, die Geräusche und Gerüche so lebendig, dass ich mich dem kaum entziehen kann.

„Die Passantin“ ist keine leichte Lektüre, aber ein sehr wichtiges Buch über Identität, Selbstbestimmung und weibliche Solidarität. Nina George erzählt feinfühlig, voller Empathie und gleichzeitig auch brutal ehrlich und direkt. Und genau das hat mir besonders gefallen.

5 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 26.12.2025
Winkelmann, Andreas

Entführung im Himmelreich / Mord auf Achse Bd.2 (eBook, ePUB)


sehr gut

Campingkrimi mit Charme und Spannung

Mit „Entführung im Himmelreich“ setzt Andreas Winkelmann seine warmherzige Cosy-Crime Reihe fort. Schauplatz ist natürlich wieder der Idyllische Campingplatz Himmelreich am Schielow-See. Dieses Mal ist der ortsansässige Bäcker spurlos verschwunden. Die Polizei – allen voran Kommissar Fass – legt sich schnell auf Suizid fest, aber Hobbyermittler und ehemaliger Schauspieler, Björn Kupernikus hat da so seine Zweifel und startet seine eigenen Ermittlungen mit Partnerin „in crime“ Annabell Schäfer.

Das erfrischende Duo habe ich schon im ersten Teil sehr gemocht! Denn ihre Art zu ermitteln ist sehr unkonventionell und spritzig und Lacher zwischendurch sind garantiert. Auch die Nebenfiguren sind liebevoll gezeichnet und allesamt ein bisschen schrullig. Der Autor ist selbst begeisterter Camper und hat hier wohl einige Erfahrungen einfließen lassen.

Der Schreibstil ist leicht, flüssig und sehr humorvoll. Kurze Kapitel, die in diesem Buch „Szenen“ genannt werden und geschickte Perspektivenwechsel sorgen für ein gutes Tempo. Besonders gelungen finde ich den Mix aus Spannung und schrägem Humor. Davon lebt das Buch. Der Kriminalfall selbst bleibt bis zuletzt undurchsichtig und bietet einige überraschende Wendungen.

Die Handlung ist stellenweise schon etwas überdreht und verlässt sich stark auf den Witz der Figuren, wodurch die kriminalistische Tiefe gelegentlich etwas zu kurz kommt. Aber das verzeihe ich schnell, denn ich werde bestens unterhalten mit diesem lockeren, atmosphärischen Krimi mit viel Campingflair und sympathischen Ermittlern.

Annabell ist nicht nur eine gute Partnerin a la Watson, sondern auch eine gute Köchin. Und die Rezepte kann ich ganz am Ende nachlesen. Ein kulinarischer Bonus!

5 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 22.12.2025
Motte, Anders de la

Rostiges Grab


ausgezeichnet

Wenn die Vergangenheit erwacht

Mit „Rostiges Grab“ gelingt Anders de la Motte erneut ein spannender und atmosphärischer Thriller, der mich bis zur letzten Seite gefesselt hat und den ich zu meinem Thriller Highlight in diesem Jahr gekürt habe.

Ich bin seit dem ersten Band ein Fan von Leonore Asker und auch hier fand ich sie sehr beeindruckend. Martin Hill ist ihr Gegenpol, die Dynamik zwischen den Beiden wird authentisch dargestellt – auch wenn ich beide abwechselnd gerne mal „geschüttelt“ hätte. Auch die anderen Charaktere sind stark gezeichnet mit Ecken und Kanten und sorgen immer mal wieder für Überraschungen. Leos Team erinnert entfernt an das Department Q, aber die „verlorenen Seelen“ haben das gewisse Etwas und entwickeln sich stetig.

Genauso beeindruckend finde ich die komplexe Handlung, die immer wieder mit neuen Wendungen aufwartet. Die düstere Stimmung zieht sich wie ein roter Faden durch die Story und hat mir so manches Mal eine Gänsehaut beschert.

Der Autor erzählt meistens abwechselnd aus der Sicht von Asker und Hill, ganz selten kommt Askers Gegenspieler Hellmann zu Wort und einen ganz wichtigen Part hat das „Graumädchen“ und ich erfahre erst ganz am Ende, wer sich dahinter verbirgt.

Kurz vor Ende bringt mich der Showdown an meine Grenzen, soviel Spannung ist kaum auszuhalten. Aber es fügt sich alles zusammen und die unvorhergesehenen Wendungen sind das Salz in der Suppe.

Der Thriller hat mich auch sprachlich überzeugt. Der Stil ist klar, atmosphärisch dicht und transportiert die Kälte der Umgebung ebenso wie die innere Unruhe der Figuren. Die Perspektivenwechsel, oft mit Cliffhangern verbunden halten den Spannungsbogen straff gespannt.

Fazit: Rostiges Grab ist ein überzeugender, literarisch anspruchsvoller Thriller, der Spannung und Tiefgang gekonnt miteinander verbindet.

5 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 19.12.2025
Strobel, Arno

Welcome Home - Du liebst dein neues Zuhause. Hier bist du sicher. Oder? (eBook, ePUB)


sehr gut

Albtraum hinter vertrauten Wänden

Mit Welcome Home hat Arno Strobel einen spannenden Psychothriller geschrieben, der auf eindringliche Weise mit den Urängsten spielt. Das äußerst menschliche Bedürfnis „Ankommen „und das Gefühl von Sicherheit verdreht der Autor geschickt zu einem Albtraum, der mich so schnell nicht mehr los gelassen hat. Denn diesen Albtraum erleben Ines und Marco, die sich mit ihrer kleinen Tochter den Traum vom eigenen Heim erfüllt haben.

Im Mittelpunkt dieses Psychothrillers steht dieses Heim und das ist mehr als nur ein Schauplatz, denn es wird zu einem Symbol für Angst, Kontrolle und Manipulation. Ich hatte beim Lesen ständig ein ungutes Gefühl im Bauch und der Spannungsbogen war megastraff gespannt.

Arno Strobel hat die Figuren glaubwürdig und vielschichtig gezeichnet. Er versteht es sehr gut, mit subtilen Andeutungen eine beklemmende Atmosphäre zu erzeugen. Die scheinbar heile Welt in der Neubausiedlung gerät immer mehr aus den Fugen. Wem kann man noch trauen? Der Autor setzt hier (zum Glück) weniger auf blutige Effekte sondern auf eine stetig wachsende Spannung.

Der Schreibstil ist klar, schnörkellos und sehr bildhaft, so wie ich es von Arno Strobel kenne und mag. Kurze Kapitel und geschickt platzierte Perspektivwechsel sorgen für ein hohes Erzähltempo. Das Ende ist dann doch überraschend und nicht konstruiert. Für mich absolut stimmig. Dieser atmosphärische Psychothriller hat mich sehr gut unterhalten!

6 von 6 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 17.12.2025
Breidenbach, Ursi

Christmas Cake und Glitzerschnee (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Bezaubernd schön!

Die hinreißend schöne Geschichte führt mich ins vorweihnachtliche Edinburgh. Dort begegne ich Jenny, die mit Weihnachten bisher wenig anfangen konnte. Die Begegnung mit ihrer Großmutter, die sie bisher nie kennengelernt hatte und dem liebenswerten weihnachtsbegeisterten Callum stehen im Zentrum dieser wunderschönen Erzählung.

Die Autorin hat die winterliche Atmosphäre und den Zauber der schottischen Hauptstadt perfekt eingefangen. Daher ist es die perfekte Lektüre, um sich in eine Decke eingekuschelt verzaubern zu lassen. Genau so ist es mir ergangen. Es war einfach schön zu beobachten, wie sich Jenny und Callum langsam näher kommen. Das fand ich glaubhaft, romantisch und gar nicht so kitschig wie es im ersten Moment klingt. Ich musste sehr oft schmunzeln bei Callums geduldigen und charmanten Versuchen, Jennys Herz für Weihnachten zu öffnen.

Ich liebe diese warmherzige und romantische Geschichte, die perfekt in die Vorweihnachtszeit passt. Sie hat mich zum Träumen eingeladen, denn ich habe schon ein paar Mal Weihnachten mit meinem Liebsten in seiner Heimat verbracht. Diesen ganz besonderen Zauber hat Ursi Breidenbach über ihre Geschichte gelegt und ich habe sie nun schon zum zweiten Mal gelesen, weil ich sie so schön finde.

5 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 08.12.2025
Mullen, Kelly

Die Einladung - Mord nur für geladene Gäste (eBook, ePUB)


gut

Winterlicher Krimi mit britischem Flair

„Die Einladung“ von Kelly Mullen präsentiert sich als atmosphärisch dichter Cozy Crime-Roman, der insbesondere durch sein winterliches Setting sowie das klassische Whodunit-Konzept besticht. Die Handlung nimmt ihren Ausgangspunkt in einer rätselhaften Einladung, die Rosemary McLane und sieben weitere Personen verpflichtet, an einer Feier teilzunehmen. Rasch wird deutlich, dass jeder der Gäste ein Geheimnis verbirgt. Als die Gastgeberin Jane tot aufgefunden wird, verdichtet sich die Spannung: Der Täter befindet sich unter den Anwesenden, und ein Verlassen des Hauses ist unmöglich.

Das hätte richtig spannend werden können, aber der Mittelteil hat sich unnötig in die Länge gezogen. Ich wurde zwar zum Miträtseln animiert, was ich bei einem klassischen Whodunit auch erwarte. Aber die zahlreichen Nebenfiguren blieben blass und kleinere Logikfehler haben für mich das Tempo aus der Geschichte genommen. Das konnte auch die gelungene Darstellung der winterlichen und stellenweise beklemmenden Atmosphäre nicht wirklich retten.
Das Ermittlerduo Rosemary (Mimi) und ihre Enkelin Addie haben mich allerdings durch Witz und Charme überzeugt. Der Schreibstil besticht durch seine lockere, unterhaltsame Art mit einer Prise britischem Humor.

Das Buch empfiehlt sich für all jene, die einen winterlichen Kriminalroman mit feinem Humor und stimmungsvoller Kulisse zu schätzen wissen und die sich an ein paar Längen nicht stören.

7 von 7 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 05.12.2025
Teige, Trude

Wir sehen uns wieder am Meer


ausgezeichnet

Freundschaft und Hoffnung

So ein fantastisches Buch! Trude Teige versteht es brillant, die Vergangenheit durch die authentische Darstellung der historischen Ereignisse zum Leben zu erwecken. Auch sensible und schwierige Themen fasst sie so gekonnt in Worte, dass das Lesen leicht ist, aber dennoch sehr berührend, dramatisch und eindrucksvoll.

Schauplatz ist zunächst das von Deutschen besetzte Örtchen Bodø in der Provinz Nordland in Norwegen. Dorthin verschlägt es die Krankenschwester Birgit nach dem Tod ihrer ersten Liebe Ilja. Bei ihm hat die Norwegerin russisch gelernt und ihre Liebe zu Russland entwickelt.

Trude Teige hat die Atmosphäre des besetzten Ortes Bodø sehr authentisch eingefangen. Die Beschreibung der Lebensumstände in den Lagern der Zwangsarbeiter kann niemanden kalt lassen. Birgit schaut nicht weg, sondern versucht zu helfen, so gut sie kann. Sie freundet sich mit der Ukrainerin Nadja an, die aus ihrer Heimat verschleppt wurde, um in der Fischfabrik zu arbeiten. Besonders berührend finde ich, wie die Freundschaft der Frauen ihnen Kraft gibt und sie trotz aller Verluste und traumatischen Erlebnisse nicht aufgeben lässt. Dadurch strahlt die Geschichte für mich so viel Hoffnung und Positivität aus, eben weil es immer wieder Menschen gibt, die alles riskieren, um anderen zu helfen.

Birgit gerät zwischen die Fronten, dabei wollte sie nur helfen. Das hat mich tief berührt. Aber tröstlich finde ich, dass trotz der schlimmen Umstände die Freundschaften Halt geben und einen positiven Blick in die Zukunft zulassen. Auch wenn manche Wunden niemals verheilen werden und mehr als oberflächliche Narben zurücklassen.

Ein wunderbares Buch, das mich genauso beeindruckt hat wie die beiden vorherigen Bücher.

8 von 8 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.