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Bewertungen

Insgesamt 18 Bewertungen
12
Bewertung vom 29.02.2016
Silent Scream / Kim Stone Bd.1
Marsons, Angela

Silent Scream / Kim Stone Bd.1


ausgezeichnet

Eigentlich sollten auf dem Grundstück, nahe dem ehemaligen Kinderheim Crestwood, alte Münzen vergraben sein, doch gefunden wird etwas ganz anderes, das niemand erwartet hat.
Bei den Aushebungen stößt man auf Mädchenleichen, die allerdings schon jahrelang dort zu liegen scheinen.

Kim Stone ist Detective bei der Mordkommission und mit ihrem Team für den Fall zuständig.
Sie ist ein etwas gewöhnungsbedürftiger Typ, doch trotzdem fand ich sie sehr sympathisch.
Im Laufe des Buches erfährt der Leser übrigens auch, warum Kim viele Dinge anders macht, als man es vielleicht erwartet.
Angela Marsons hat vielschichtige Charaktere geschaffen, wobei mir Kims Partner Bryant besonders ans Herz gewachsen ist.

Als kurz nach dem Leichenfund ehemalige Mitarbeiter des Kinderheims ermordet werden, sieht Kim sofort einen Zusammenhang zu den Mädchenleichen.
Was ist damals passiert? Fühlt sich jemand in die Enge getrieben? Geht es vielleicht um Rache?
Kim weiß, dass sie die Suche nach dem Täter im ehemaligen Kinderheim beginnen muss. Sie trifft auf die Zwillinge Nicola und Beth, die ihr aber auch merkwürdig vorkommen. Welches dunkle Geheimnis umgibt die ehemaligen Bewohner des Kinderheims?



Durch verschiedene Wendungen und einige falsche Fährten hält die Autorin den Spannungsbogen durchgehend oben.

Mit dem flüssigen Schreibstil, einem gut konstruierten Plot, interessanter Handlung und spannender Ermittlungsarbeit ist Angela Marsons ein fesselnder Krimi und ein richtig gutes Debüt gelungen.


Ich freue mich schon auf weitere Fälle mit Detective Kim Stone, denn `Silent Scream` ist der Auftakt zu einer neuen Krimireihe.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 16.02.2016
Der letzte Pilger / Kommissar Tommy Bergmann Bd.1
Sveen, Gard

Der letzte Pilger / Kommissar Tommy Bergmann Bd.1


sehr gut

`Der letzte Pilger` ist keine einfache Lektüre, die man mal so eben zwischen Tür und Angel lesen kann. Man muss sich wirklich etwas Zeit nehmen und darauf einlassen.
Zu Anfang des Buches werden viele verschiedene Namen mit unterschiedlichen Nationalitäten vorgestellt.
Dazu hielten mich die Zeitsprünge zwischen den Kriegsjahren und dem Heute auf Trab, da musste ich mich wirklich erstmal einlesen.

In einem Waldstück in Norwegen werden drei Skelette gefunden, es handelt sich um zwei Frauen und ein Kind. Anscheinend wurden sie im Krieg ermordet und dort vergraben.

Kommissar Tommy Bergmann könnte den alten Fall eigentlich zu den Akten legen, aber irgendetwas lässt ihn nicht los an diesem Fund. Er versucht, mehr darüber herauszufinden, wer die drei Toten waren und was damals passiert ist..

Kurz darauf wird ein ehemaliger Widerstandskämpfer, der 85jährige Carl Oscar Krogh, ermordet aufgefunden. Tommy wittert als Einziger einen Zusammenhang zu den drei Toten aus dem Wald, doch die Ermittlungen gestalten sich sehr schwierig, da fast alle, die etwas dazu sagen könnten, bereits tot sind.
Tommy verbeißt sich in den Fall und es kommen immer mehr Einzelheiten ans Licht, während der Leser in Rückblenden erfährt, was in den 40er Jahren wirklich passierte.
Hier geht es um Kriegsgeschichte, Liebe, Verrat und Spionage, die der Autor sehr gelungen beschrieben hat.

Ich bin so hin- und hergerissen, ich würde das Buch eher als einen Roman als einen Kriminalroman bezeichnen.
`Der letzte Pilger` ist etwas für jemanden, der sich für das Thema interessiert, ansonsten könnte es für den einen oder anderen Leser auch langweilig werden.

Die Geschichte wird einerseits sehr langatmig und detailreich berichtet, trotzdem empfand ich sie als spannend. Vor allem die Erzählung aus der Kriegszeit hat mich gefesselt.


`Der letzte Pilger` ist übrigens der Auftakt zu einer Serie mit Kommissar Tommy Bergmann.

Bewertung vom 25.10.2015
Glut und Asche / Hackberry Holland Bd.2
Burke, James Lee

Glut und Asche / Hackberry Holland Bd.2


gut

`Glut und Asche` ist der zweite Band um Sheriff Hackberry Holland. Den ersten Teil der Reihe `Regengötter` habe ich nicht gelesen. Ist vielleicht von Vorteil, ihn vorher zu lesen, denn dann lernt man manche Charaktere und ihre Geschichten von Anfang an kennen.
In der Wüste nahe der texanisch-mexikanischen Grenze geschieht ein brutaler Mord und die Spur nach dem Täter führt zu einer Asiatin, die an der mexikanischen Grenze illegale Einwanderer unterstützt.

James Lee Burke schreibt schnell und manchmal sehr sprunghaft, sodass es mir oft schwer fiel, dem Geschehen zu folgen. An anderen Stellen konnte ich mich wieder gut in die Story hineinversetzen.
Unterschiedliche Handlungsstränge mit vielen verschiedenen Personen haben es mir aber schwer gemacht, mich von dem Buch fesseln zu lassen.
Wie schon bei ` Sturm über New Orleans` empfand ich die Charaktere als zu oberflächlich beschrieben, zu keinem von ihnen konnte ich eine Bindung aufbauen,
Burke schreibt, wie immer, in einer deftigen Sprache, die aber zu seinen Storys passt. Es geht um Mord, aber auch um das harte Leben an der mexikanischen Grenze, wo es sehr brutal zugeht.
Für Sheriff Hackberry Holland keine einfache Aufgabe, zumal er bereits 80 Jahre alt ist und auch das eine oder andere Zipperlein hat

Glut und Asche ist ein gewaltiger Wälzer mit 700 Seiten. Leider hat das Buch ziemliche Längen, da hätten es weniger Seiten sicher auch getan.

Bewertung vom 14.04.2014
Ostseesühne / Pia Korittki Bd.9
Almstädt, Eva

Ostseesühne / Pia Korittki Bd.9


sehr gut

Mysteriöse Geschehnisse an der Ostsee!!!

Für mich war es das erste Buch, das ich über die Kommissarin Pia Korritke gelesen habe, aber ich hatte keine Schwierigkeiten, sofort in die Story einzusteigen.

Im neuesten Fall, mit dem Pia sich beschäftigen muss, geht es um zwei Mordopfer, eine verschwundene Familie und erstmal keinerlei Hinweise auf einen Tatverdächtigen.

Die Autorin hat einen angenehmen Schreibstil, der sich gut lesen lässt.

Im Buch gibt es keine übertriebene Action, sondern es ist eher ruhig gehalten und trotzdem spannend.

Zwischendrin gab es zwar manchmal einige Längen, aber es kam dennoch keine Langeweile auf. Zum letzten Drittel nimmt die Story aber nochmal rasant Fahrt auf und ich konnte das Buch nur schlecht weglegen.

Die Protagonistin Pia habe ich direkt ins Herz geschlossen, aber auch die anderen Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet. Von den Dorfbewohnern hatte ich ein genaues Bild vor Auge und auch das Gerede der Leute passte perfekt dazu. Seit Jahren gibt es Gerüchte und es wird gemunkelt, dass auf dem Röderhof ein Mädchen gefangen gehalten wird, doch wirklich unternommen hat nie jemand etwas.

Es passieren überhaut mysteriöse Dinge, vor allem, was die verschwundene Familie betrifft.

In wieweit sind sie an den Morden beteiligt, oder wieso sind sie sonst verschwunden? Wurden sie etwa auch Opfer des Mörders? Es dauert eine ganze Zeit, bis der Leser in dieser Hinsicht Aufklärung bekommt, sodass man ziemlich lange mitfiebern kann.

Eva Almstädt hat außerdem eine gute Mischung von Polizeiarbeit und Privatleben gefunden.

Vor allem Pia muss dazu jeden Tag einen Spagat hinlegen, um ihrem kleinen Sohn und der Arbeit gerecht zu werden. Da fehlt es ihr gerade noch, dass der Kindsvater ihr Steine in den Weg wirft und seine neue Freundin sich als Übermutter aufspielt.

Auch bei den anderen Familien des Dorfes lässt die Autorin uns hinter die Fassaden schauen.

Ostseesühne ist ein lesenswerter Krimi ohne viel Blutvergießen, der mich von Anfang bis Ende gefesselt hat. Ich freue mich schon, nun die übrigen Bände der Reihe zu lesen..

Bewertung vom 10.11.2013
Wer das Schweigen bricht
Borrmann, Mechtild

Wer das Schweigen bricht


ausgezeichnet

Manches bliebe besser im Verborgenen!!

Robert Lubisch findet nach dem Tode seines Vaters in dessen Nachlass ein Foto von einer unbekannten Schönen.

Zusammen mit einem SS-Ausweis, ausgestellt auf den Namen Wilhelm Peters.

Die Geschichte zu dem Ausweis kennt Robert, denn sein Vater hatte sie früher oft genug erzählt.

Doch wer war die schöne Unbekannte ?? Wieso hob der Vater dieses Foto so viele Jahre auf ?

Roberts Neugier ist geweckt und er begibt sich auf die Suche, denn einen winzigen Anhaltspunkt hat er. Das Fotoatelier in Kranenburg, in dem das Foto damals aufgenommen wurde.

Durch Zufall trifft er die Journalistin Rita Albers, die sofort eine Story wittert und anfängt, in der Vergangenheit zu graben. Auch als Robert gar nicht mehr wissen will, was damals passiert ist, recherchiert Rita weiter.

Als kurze Zeit später ein Mord passiert, bekommt Robert eine leise Ahnung, dass sie etwas herausgefunden haben muss, das auf gar keinen Fall ans Tageslicht gelangen sollte.


Mechthild Borrmann erzählt in zwei Handlungssträngen und kehrt immer wieder ins Jahr 1939 zurück.

In den Rückblenden erfährt der Leser alles über Wilhelm Peters und seine damaligen Freunde, eine Clique von sechs jungen Leuten, die sich ewige Freundschaft geschworen haben. Allerdings wird diese in der Kriegszeit auf eine harte Bewährungsprobe gestellt. Wir erfahren von enttäuschter Liebe, Verrat, Denunziantentum, Mord und lebenslangen Schuldgefühlen. Und genau durch diese Dinge sind die noch Lebenden unweigerlich bis heute miteinander verbunden.


Was Robert jedoch am Ende herausfindet, stellt alles, für ihn Vorstellbare, in den Schatten...


Dieses Buch wurde mir empfohlen, doch als es hier ankam, sprach es mich vom Cover her zuerst nicht sonderlich an...



Aber schon nach wenigen Seiten hat mich die Geschichte gefesselt, die Rückblenden ebenso wie die Gegenwart. Ich habe selten das Gefühl, dass ich ein Buch noch gerne länger lesen würde, aber hier war ich wirklich enttäuscht, als es schon zu Ende war. Die Zusammenhänge, die sich zum Schluss herausstellten, hatte ich so nicht erwartet und genauso wie Robert Lubisch, hat mich das Ende völlig überrascht und mir eine leichte Gänsehaut verursacht.

Meine Leser wissen ja, dass ich ruhige Krimis liebe, die ohne viel Action und reißerische Effekte auskommen und trotzdem spannend sind.


`Wer das Schweigen bricht`, hat mich total begeistert und ich finde, Mechthild Borrmann hat den Krimi-Preis verdient erhalten.

Ein tolles Buch, mein Lesetipp des Monats !!!

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 27.10.2013
Seelen im Eis
Yrsa Sigurdardóttir

Seelen im Eis


gut

Mäßig spannend !

Das Buch beginnt mit dem Ende und wir erfahren direkt, dass Ódinn und seine Tochter sterben.

Anschließend wird die Geschichte der beiden von Anfang an erzählt.

Ódinn lebt nach dem tödlichen Unfall seiner Ex-Frau mit Tochter Rún zusammen. Natürlich gibt es einige Schwierigkeiten, denn beide sind nicht aneinander gewöhnt. Zudem hat Ódinn noch eine neue berufliche Aufgabe bekommen. Er soll herausfinden, was vor vielen Jahren in dem Erziehungsheim Krókur geschehen ist, wie die Jugendlichen behandelt wurden und ob jemand Anspruch auf Schadenersatz hat.

Ódinn untersucht auch den Tod zweier Jungen, die damals in einem Auto erstickt sind. Gleichzeitig kommen bei ihm Zweifel auf, ob der Tod seiner Frau wirklich ein Unfall war, und irgendwie hat man den Eindruck, es hängt alles mit den Geschehnissen von früher zusammen. Ódinn hört mysteriöse Geräusche und Stimmen, für die es keine Erklärung gibt.

Ich empfand es aber alles andere als unheimlich oder gruselig.

Der zweite Handlungsstrang wirft uns ins Jahr 1974 zurück. In dem Erziehungsheim Krókur passieren seltsame Dinge. Hier wird aus der Sicht Aldis berichtet, einer jungen Angestellten im Heim.

Sie kennt die Jungen, die ums Leben gekommen sind und erzählt die Geschehnisse aus ihrer Sicht. Das Heim liegt ziemlich einsam und das Leben dort ist mehr als trist und öde. Die unheimlichen, langen dunklen Abende und Nächte verstärken noch die Trostlosigkeit. Sehr anschaulich beschreibt die Autorin die bedrückende Atmosphäre, die dort herrscht.

Bis zur Hälfte fand ich das Buch recht flüssig zu lesen, aber dann musste ich mich manchmal etwas durchquälen.

Von "nervenzerreißender Spannung", wie es auf dem Klappentext steht, konnte ich nicht wirklich etwas merken.

Zum Schluss hat es mich allerdings wieder gefesselt, weil das Ende überhaupt nicht vorhersehbar war.

Wegen der vielen Längen zwischendurch kann ich trotzdem nicht mehr als 3 Punkte vergeben.

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1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 15.10.2013
Blow Out
Laub, Uwe

Blow Out


ausgezeichnet

Erschreckend realistisch !!

2052,

Die Berliner Botschaftsangestellte Emma Fischer wird von ihrem Chef gebeten, eine uralte Top Secret Akte aus dem Keller-Archiv zu suchen.
Leider kann Emma sich nicht verkneifen hineinzusehen, und was sie liest, stellt sie vor eine schwere Entscheidung. Es geht um mehrere, 40 Jahre zurückliegende, Morde auf einer Bohrinsel, die vertuscht wurden. Ihr Chef, der Botschafter, soll lt. Akte ein kaltblütiger Mörder sein...Kann sie das Gelesene vergessen und einfach so weiterleben wie bisher ? Oder ist sie bereit, ihren Job und Karriere aufs Spiel zu setzen, indem sie ihr Wissen nicht für sich behält ?
Bei Nick Schäfer, einem befreundeten Journalisten, findet sie Hilfe, denn für ihn könnte eine Riesenstory drin sein.
Was danach geschieht, hätte Emma sich allerdings nie träumen lassen. Nick findet heraus, dass es sich hier um einen Umweltskandal handelt, der vor 40 Jahren begonnen hat und inzwischen verheerende Folgen hatte und weiter haben wird. Doch bevor Emma und Nick überhaupt dazu kommen, ihr weiteres Vorgehen zu planen, werden sie schon verfolgt und bedroht. Zur Polizei können sie nicht gehen, denn es sind bereits die obersten Geheimdienste involviert. Man will auf jeden Fall verhindern, dass der Inhalt der Akte an die Öffentlichkeit gelangt, und dazu gehen bestimmte Personen über Leichen.
Der Schreibstil des Autors ist sehr flüssig zu lesen, und obwohl es ja gar nicht so unbedingt mein bevorzugtes Genre war, hat mich das Buch schnell fesseln können.
Uwe Laub hat eine Menge interessanter und unterschiedlicher Charaktere geschaffen; die Protagonisten sind trotz ihrer Ecken und Kanten sympathisch und lassen den Leser mitfiebern.

In den ersten 300 Seiten geht es um die Flucht der beiden vor ihren Verfolgern, während sie nebenbei versuchen herauszufinden, was damals wirklich geschehen ist. Es gibt immer kurze Kapitel, oft mit einem Cliffhanger endend, sodass man unbedingt weiterlesen will.
Uwe Laub hat auch sehr gut und für Laien verständlich beschrieben, welche Auswirkungen solche Umweltsünden im riesigen Stil haben. Da kann einem schon ziemlich mulmig werden, denn das Ganze ist leider auch heute zu gut vorstellbar.

Im letzten Viertel überschlagen sich allerdings die Ereignisse etwas, da nimmt der Roman rasant an Fahrt auf. Eine Actionszene jagt die Nächste, da wäre für mich ein bisschen weniger mehr gewesen.

Mich hat das Buch sehr gut unterhalten, allerdings empfand ich die letzten 100 Seiten etwas anstrengend, aber das ist, wie immer, meine persönliche Meinung. Ich hatte das Buch trotzdem an einem Wochenende ausgelesen.

Ansonsten ist Uwe Laub hier ein spannendes Debüt gelungen mit einem erschreckend realistischen Szenario.

Bewertung vom 19.09.2013
Und morgen seid ihr tot
Widmer, Daniela; Och, David

Und morgen seid ihr tot


ausgezeichnet

Am Ende bleibt das Leben !!!

Die beiden Schweizer David und Daniela reisen seit zwei Monaten entlang der Seidenstrasse. Am 1. Juli 2011 befinden sie sich in Pakistan, auf dem Weg in Richtung Heimat, in drei Wochen wollen sie zurück in der Schweiz sein.

Zu ihrer Sicherheit werden sie jetzt von der pakistanischen Polizei begleitet, doch im Ort Loralai hat der Escortbus eine Reifenpanne und man schickt die beiden alleine vor bis zum nächsten Ort....

Und genau dort geraten David und Daniela Taliban-Kämpfern in die Hände, die sie entführen und verschleppen. Für die nächsten Monate werden diese Männer nun über ihr Leben und ihren Tagesablauf bestimmen und sie in ununterbrochene Todesangst versetzen.

Daniela schrieb während der Reise ihre Eindrücke in ein Tagebuch und führte das auch nach der Entführung weiter, wenn sie Papier und Stift bekam, was nicht selbstverständlich war.

Am Anfang des Buches hatte ich auch im Kopf "Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um".

Doch je länger ich las, desto vertrauter wurden mir die beiden und ich bangte und zitterte mit ihnen.

Daniela beschreibt sehr wirklichkeitsnah, wie das Leben der Bevölkerung sich abspielt. Primitivste Verhältnisse, für uns Europäer unvorstellbar, dass jemand heute noch so lebt.

Manchmal gibt es für kurze Zeit etwas Strom, dann läuft ein Ventilator, oder ein Handy wird aufgeladen..Handys gibt es, aber keinen Empfang; Handys gibt es, aber keine Toilette, keine sanitären Anlagen, natürlich auch keine Waschmaschinen und ähnliche Geräte.

Daniela und David werden mehrmals in andere Unterkünfte gebracht, jedesmal wird ihnen von den Entführern ein Zimmer mit Dusche und Internetanschluß versprochen, doch bekommen werden sie es nie.

Irgendwann sind sie schon zufrieden, wenn sie ein halbwegs anständiges Bett vorfinden, denn auch das ist keine Selbstverständlichkeit.

Die unerträgliche Hitze, Floh-und Ungezieferbefall, dauernder Durchfall, aufgrund der hygienischen Verhältnisse, machen den beiden ununterbrochen zu schaffen.

Die beschriebenen hygienischen Verhältnisse kann man sich fast gar nicht vorstellen.

Neugeborene Babys werden in dreckige Tücher eingewickelt und 2 Wochen lang nicht gewaschen. Wenn Kinder sterben, tröstet man sich damit, dass man ja noch mehr Kinder hat. Deswegen können die Entführer auch nicht wirklich nachvollziehen, warum Danielas und Davids Familien sich so sorgen und um die Freilassung bemühen, denn sie haben ja noch mehr Kinder.

Sehr interessant fand ich auch die Schilderung der Mentalität der meisten Männer, die die beiden kennengelernt haben.

Einerseits sind sie überaus gastfreundlich, denn Gastfreundschaft ist oberstes Gebot. Die Entführungsopfer bekommen sogar das erste Stück beim Essen angeboten, und im anderen Augenblick drohen die Bewacher wieder, sie zu erschießen, geben ihnen nichts zu essen und halten sie wie Tiere gefangen.

Die Männer haben keinerlei Bildung, kennen den Unterschied zwischen 5 Millionen und 50 Millionen Lösegeld nicht, wissen nicht, dass die Schweiz nicht zu USA gehört usw. Man lebt in den Tag hinein, betet und betet und das Größte ist, als Sprengstoffattentäter zu sterben.

Die Frauen dürfen gar nichts, außer ihren Männern zu Diensten sein. Sogar beim Essen bekommen sie oft nur die Abfälle, die Männer ihnen übrig lassen, wie abgenagte Knochen, an denen noch Fleischfetzen hängen.

Das Buch hat mich mitgerissen, ich konnte kaum aufhören zu lesen und hatte mehrmals Tränen in den Augen.

Vor allem diese dauernde Todesangst, nie zu wissen, ob sie den nächsten Tag überleben, ist so realistisch geschildert, dass man als Leser wirklich mitleidet.

Wer sich für das Leben in Pakistan, die Taliban und die ganze Lebenssituation interessiert, dem kann ich das Buch wärmstens empfehlen.

`Und morgen seid ihr tot` wird mich noch eine lange Zeit beschäftigen .

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 29.08.2013
Das Verstummen der Krähe / Kristina Mahlo Bd.1
Kornbichler, Sabine

Das Verstummen der Krähe / Kristina Mahlo Bd.1


ausgezeichnet

Spannend konstruierter Krimi !!!

Zuerst ist mir aufgefallen, dass das Buch auf schönem, dicken Papier gedruckt wurde, was sehr angenehm beim Lesen ist. Auch das Cover finde ich sehr ansprechend.

Die Protagonistin ist Kristina Mahlo, die als Nachlassverwalterin arbeitet. Eigentlich studierte sie Jura, doch ihr Leben und das ihrer Eltern änderte sich drastisch, als Ben, Kristinas Bruder, vor 6 Jahren spurlos verschwand..

Die Eltern trennten sich, gaben ihren Buchhandel auf, und Kristina schmiss ihr Studium hin, um ihren Eltern beizustehen.

Alle leben seitdem auf einem großen Bauernhof, zusammen mit Kristinas Freund Simon und ihrer Freundin Henrike.

Kristina bekommt einen merkwürdigen Auftrag; sie soll den Nachlass der verstorbenen Theresa Lenhardt verwalten und das beträchtliche Vermögen verteilen.

Doch die Bedingung ist, Kristina darf das Geld erst auszahlen, wenn einwandfrei geklärt ist, dass keiner der Erben etwas mit dem Mord zu tun hat, für den Theresas Ehemann zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt wurde..

Kristina hätte den Auftrag sicher abgelehnt, wenn die Verstorbene nicht einen Hinweis gegeben hätte, dass bei der Sache ein Zusammenhang zu dem Verschwinden ihres Bruders besteht.

Kristina nimmt den Fall an und beginnt mit den mühsamen Nachforschungen, denn der Mord liegt bereits sechs Jahre zurück.

Obwohl der Krimi ganz ohne Action oder Butvergießen auskommt, fand ich ihn extrem spannend. Da ich etwas ruhiger gehaltene Stories mag, hat er mich von Anfang bis Ende fesseln können.

Es geht hauptsächlich um Recherche, Zeugenbefragung, Kombinieren, und immer wieder um das Suchen nach einer Verbindung zu Kristinas Bruder und seinem Verschwinden.

Nebenbei erlebt der Leser hautnah mit, wie sehr das Leben einer ganzen Familie verändert wird, wenn einer von ihnen spurlos verschwindet.

Nichts ist mehr so, wie es einmal war und dieses Ereignis überschattet quasi auch nach Jahren noch alles...

Die Charaktere sind allesamt sehr interessant, vielseitig und unterschiedlich. Ich hatte irgendwann fast alle Mitwirkenden mindestens einmal in Verdacht, schuldig zu sein, denn anscheinend hat hier auch jeder ein Geheimnis.

Sabine Kornbichler hat die Story hervorragend konstruiert und dazu ein paar geniale Ideen einfließen lassen.

Vor allem vermutet man zwischendurch überhaupt nicht, was sich dann im Laufe der Geschichte herausstellt.

Auch das Ende ist perfekt, es bleibt keine Frage offen und doch hat man jetzt schon Lust auf den Nachfolger, denn `Das Verstummen der Krähe` soll der erste Band einer neuen Serie um Kristina Mahlo sein.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen und mich von Anfang bis Ende bestens unterhalten.

Sabine Kornbichler schafft es, den Leser mit einer packenden, spannenden Story gefangen zu nehmen und das ganz ohne blutige Szenen und Effekthascherei !!

Von mir eine ganz klare Kaufempfehlung !!

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