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Aarany
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Passionierte Leseratte

Bewertungen

Insgesamt 197 Bewertungen
Bewertung vom 08.01.2026
El-Arifi, Saara

Kleopatra (eBook, ePUB)


sehr gut

Alea iacta est (Die Würfel sind gefallen)


Cover & Klappentext
Das Cover ist schlicht, dafür aber sehr aussagekräftig. Es spricht für sich.
Der Klappentext war für mich weniger relevant, allerdings war ich gespannt, was die Autorin, die für mich keine Unbekannte ist, aus dem Leben Kleopatras gemacht hat.


Meinung
Kleopatra dürfte wohl für jeden ein Begriff sein, umso erstaunlicher, dass es kaum etwas gibt, was ein konkretes Bild von ihr zeichnet. So viel auch überliefert wurde, ist die Glaubwürdigkeit doch fragwürdig, schließlich stammen die Aufzeichnung von Historikern, die weit nach ihrem Tod lebten, und dienten oftmals der römischen Propaganda.

Saara El-Arifi hat sich an eine der mächtigsten Frauen der damaligen Zeit gewagt, dabei diverse Quellen bemüht, aber letztendlich ihre eigene Geschichte daraus gemacht.
Aus der Sicht von Kleopatra wird der Leser auf eine Reise in das alte Ägypten entführt und lernt die Pharaonin von einer anderen Seite kennen. Ihr Kampf um den Thron, ihre Liebe zu Caesar, ihre Pläne, ihr Wirken und ihr Ableben werden dabei zu einer interessanten spannenden Story verwoben, die zeigt, wie vielschichtig Kleopatra war.

Die Ich-Erzählperspektive hat mich zugegebenermaßen anfangs etwas irritiert. Normalerweise dient diese Erzählweise dazu, sich dem Hauptprotagonisten näher zu fühlen, aber da Kleopatra nun einmal längst nicht mehr lebt, mutete es seltsam an. Doch die Autorin hat sich definitiv etwas dabei gedacht, was sich am Ende herausstellt.

Der Schreibstil ist gewohnt solide und flüssig. Es gab, was die Wortwahl oder die Satzkonstruktion betrifft, keinerlei Stolperstellen. Was mich eher regelmäßig herausgerissen hat, waren die Ankündigungen auf die Zukunft. Ja, vieles weiß wohl jeder Leser, dennoch hätte ich es darauf ankommen lassen, sodass die Geschichte im Ganzen zündet und eine gewisse Spannung nicht vorweggenommen wird. Immerhin konnte man nicht wissen, wie die Autorin es darstellt. Das heißt, bestimmte Begebenheiten wurden insoweit geändert, dass es besser passt.
Leider ziehen sich diese Vorankündigen durch das gesamte Buch. Dennoch konnte ich nicht davon ablassen.

Ich habe Kleopatra an einem Abend förmlich verschlungen. Sie wurde mir nähergebracht. Ägypten stand immer an erster Stelle und war mehr als ein Land für sie. Dafür hat sie sich aufgeopfert und gekämpft. Ich bin beeindruckt von dieser starken Frau, die mit ihrer Intelligenz definitiv für ihre Feinde ein Dorn im Auge war.

Aus Kleopatra von Saara El-Arifi,
von Ptolemaios XII. an seine Tochter Kleopatra

»Wir sind Ägypten, und Ägypten sind wir. Manchmal müssen wir opfern, was wir lieben. Aber Ägypten muss leben. Immer.«



Fazit
Kleopatra, eine vielschichtige und sehr mächtige Frau, die mit ihrem Scharfsinn für ihre Ziele kämpfte.
Den Ansatz, den die Autorin hier gewählt hat, ist durchaus gelungen, auch wenn mich das gewählte Ende der Autorin sprachlos zurücklässt. Meiner Meinung nach hatte Kleopatra nach diesem abenteuerlichen Leben Besseres verdient.

Historische Darstellung trifft auf einen Schuss Fantasy. Mythos trifft Legende.

Ich vergebe dreieinhalb von fünf Sternen, runde aber auf knappe vier auf, sowie eine Leseempfehlung.

Bewertung vom 01.01.2026
Gray, R. M.

Nightweaver (eBook, ePUB)


sehr gut

Überraschend vielschichtig


Cover & Klappentext
Aufgrund der Farbgebung hat das Cover meine Aufmerksamkeit geweckt, obwohl es ansonsten nicht ganz mein Fall ist. Allerdings kommt es wie immer auf den Inhalt an. Und der Klappentext lässt in dieser Hinsicht ein spannendes Abenteuer erwarten.


Meinung
Vorab, es ist weniger Fluch der Karibik, sondern mehr Downton Abbey.

Im westlichen Meer wird die Lightbringer der Piratenfamilie Oberon von Nightweavern angegriffen. In dieser Nacht verliert Aster nicht nur ihren Bruder Owen, sondern auch ihr Zuhause. Kurz bevor sie gehängt werden, verspricht ihnen der Nightweaver Will Schutz und Arbeit auf seinem Anwesen.
Während Aster den Mörder ihres Bruders sucht, muss sie erkennen, dass es schlimmere Monster als die Nightweaver gibt, was aber nicht heißt, dass man ihnen vertrauen kann. Oder?

Man wird sofort in die Geschichte geworfen, beginnend mit der Schlacht auf der Lightbringer, dem Schiff, was dem Clan der Oberons als Zuhause dient. Die Familie verliert in der Nacht nicht nur einen Bruder beziehungsweise Sohn, sondern auch ihr Heim und beinahe ihr Leben.
Aster erkennt, dass die Geschichten, die ihre Eltern ihr erzählt haben, mit vielen Lücken behaftet sind. Gerade ihr Vater und ihre Mutter wirken auf mich lange Zeit undurchsichtig. Aber der Fokus liegt ganz klar auf Aster, die wohl als Einzige dem neuen Leben auf dem Anwesen der Nightweaver skeptisch gegenübersteht. Ihr sehnlichster Wunsch ist den Tod ihres Bruders zu rächen und schnellstmöglich zu verschwinden. Doch merkwürdige Dinge passieren auf dem Castor-Anwesen. Der Tod geht um. Nicht nur das ist der Grund, warum Astor sich entscheidet zu bleiben, um ihre Familie zu schützen, sondern auch der gut aussehende Will Castor.

Aster bringt viel Heldenpotenzial mit. Sie ist stur, durchsetzungsfähig und lässt sich nichts gefallen – vermutlich bedingt durch ihr Leben als Piratin. Das Problem hierbei ist nur, dass man von ihrem Piratenleben nichts weiter erfahren hat. Es wird erwähnt, dass sie getötet hätte, aber das ist beinahe kaum vorstellbar, wenn man sie und ihre Familie etwas besser kennenlernt.
Das gerät in den Hintergrund aufgrund der Ereignisse bei den Castors und dem verbotenen Näherkommen von Will und Aster. Doch ganz gleich, wie viel Zeit die Autorin für die beiden aufgewendet hat, um zu verdeutlichen, dass sie Gefühle für einander entwickeln, konnte diese angehende Romanze nicht bei mir punkten. Es wirkte durch die vielen Geheimnisse etwas unglaubwürdig.
Zum Glück bringen der Prinz von Eerie und Captain Shade neuen Wind in die Story.

Der Schreibstil ist geprägt von Schachtelsätzen, die, wenn man nicht aufpasst, so viel Aufmerksamkeit auf sich lenken, dass der Inhalt untergeht. Das ist mir phasenweise passiert, zumindest in Szenen, die überwiegend aus Beschreibungen bestehen. Dadurch entstehen einige Längen, die das Lesevergnügen schmälern. Doch ansonsten ist der Schreibstil geschmeidig.

Die Stärke der Geschichte sind die Charaktere, die sehr unterschiedlich sind und gleichzeitig viel Entwicklungsspielraum mitbringen, der teilweise schon genutzt wurde. Zudem ist auch der Leser gefragt. Die brutalen Morde sorgen dafür, dass eigene Überlegungen angestellt werden. Und nicht zuletzt einige Twists, wobei die meisten jedoch bei mir kaum zündeten. Da gibt es noch Spielraum nach oben.

Trotz einiger Längen gibt es auch eine Menge an spannenden Szenen, die regelrecht fesseln und das Tempo nach oben treiben, immer abgelöst von entspannteren Momenten. Das hat mir richtig gut gefallen, da ein zu rasanter Roman die emotionalen Abschnitte ignoriert. Das ist hier nicht der Fall.

Das Ende wiederum hat mich etwas verwirrt zurückgelassen, wobei ich davon ausgehe, dass Band zwei mehr Licht ins Dunkel bringen wird.


Fazit
Diese Geschichte ist wahrlich außergewöhnlich, und das ist nicht nur so dahingesagt. Gerade anfangs glaubt man zu wissen, womit man zu rechnen hat, doch es ist tatsächlich ganz anders. Allein dafür verdient die Autorin ein großes Lob.
Trotz einiger Schwächen hat mich Band eins überzeugt, sodass ich die Fortsetzung sehnsüchtig erwarte.

Ich vergebe dreieinhalb von fünf Sternen, runde aber auf knappe vier auf, sowie eine Leseempfehlung.

Bewertung vom 01.01.2026
Woods, Autumn

Nightshade (eBook, ePUB)


sehr gut

Sorrowsong


Cover & Klappentext
In meinen Augen ist das Cover etwas zu überladen, sodass man sich kaum auf die Details konzentrieren kann. Auch spiegelt es weniger die Düsternis wider, die diesem Buch innewohnt.
Doch letztendlich kommt es auf den Inhalt an.
Der Klappentext vermittelt einen wagen Eindruck, aber hinter diesen Seiten lauern weitaus mehr Geheimnisse.


Meinung
Dank eines Stipendiums darf Ophelia an der Eliteschule Sorrowsong in den schottischen Highlands studieren, die im Grunde lediglich den gefährlichsten und skrupellosesten Familien vorbehalten ist. Doch ihr liegt weniger an einem Abschluss, sondern an Rache für den Tod ihrer Eltern.
Als Ophelia von einem Stalker bedroht wird, ist es ausgerechnet Alex, der Sohn ihres Hauptverdächtigen, der ihr beisteht. Dabei lernt sie ihn kennen, und obwohl sie sich sträubt, kann sie kaum leugnen, dass in Alex mehr steckt als anfangs angenommen.

Die Erwartungshaltung ist gelegentlich der größte Feind. Wird sie nicht erfüllt, ist man enttäuscht. Umso entspannter, wenn man ohne große Erwartungen an eine Story herangeht. So ist es mir hier ergangen. Die Autorin ist für mich eine Unbekannte. Der Klappentext klang zwar interessant, gab aber zu wenig her, um einen wirklichen Eindruck zu vermitteln.
Trotzdem oder gerade deswegen bin ich so froh, auf diese Story gestoßen zu sein. Sie ist weder oberflächlich noch unnötig brutal, sondern tiefgängig und pur. Ich habe jede Seite geliebt.

Aus der Sicht von Ophelia und Alex wird man durch das Geschehen geführt. Man konnte sofort die Melancholie wahrnehmen, die dieser Handlung anhaftet und bis zum Schluss bestehen bleibt. Mir liegen solche Geschichten. Ich mag die Abgründe der Menschen, das Dunkle, das Hoffnungslose. Doch die Autorin hat immer für einen Ausgleich gesorgt, weil diese Emotionen enorm bedrückend sind und auch in einem Buch zu anstrengend werden können. Ophelia, von Trauer gezeichnet und von Wut verzehrt, ist ungemein schlagfertig. Ihre Sprüche sorgten bei mir regelmäßig für Lacher. Auch einige Charaktere strahlen durch die Dunkelheit aufgrund ihrer lebensbejahenden und witzigen Art. Da konnte ich es verschmerzen, dass die beiden Hauptprotagonisten, so unterschiedlich sie auf den ersten Blick auch scheinen mögen, doch mehr traurige Gemeinsamkeiten haben als anfangs ersichtlich.

Der Schreibstil sorgt für einen leichten Einstieg, obwohl ich eine Weile brauchte, um mich richtig mit Ophelia zu verbinden. Hier geht es weniger um Sympathie. Davon kann man nicht sprechen, wenn die Hauptprotagonistin so angelegt ist, dass man lange braucht, um sie kennenzulernen. Denn sie versteckt sich hinter Ablehnung und suhlt sich in ihrer Einsamkeit. Freundlichkeit begegnet sie mit Misstrauen. Natürlich sind das alles Schutzmechanismen, die aber verhindern, dass man ihre nahekommt.
Damit ist die Autorin ein Risiko eingegangen, denn eine gute Story steht und fällt mit starken, aussagekräftigen, präsenten Hauptprotagonisten, mit denen man sich identifizieren kann. Das ist zwar hier der Fall, aber es fällt doch deutlich leichter, wenn nicht alles so trist und grau ist.
Ich hingegen fühle mich in der Dunkelheit wohl. Ich liebe die Abgründe und die Tiefe, die damit einhergehen. Und das findet sich in diesem Roman wieder. Sowohl bei Ophelia als auch bei Alex. Es scheint, als könnten sie sich nur zusammen heilen. Diese Intensität hat mich zutiefst beeindruckt, weil sie so authentisch dargestellt wurde.

Dank der geschmeidigen Wortwahl, die einen flüssig durch das Buch führt, konnte ich mich komplett auf den Inhalt konzentrieren. Auch wenn relativ schnell klar ist, wer der Stalker ist, finden sich einige unvorhergesehene Wendungen und Spannungsspitzen, die dafür sorgen, dass man gern dranbleibt.
Einzig kleinere Sprünge in den Szenen haben mich anfangs irritiert. Es wurde Bezug auf Dinge genommen, die vorher nicht relevant waren. Doch darüber konnte ich im Verlauf hinwegsehen, schon allein wegen der Eigenheiten, die den ersten Teil zu etwas Besonderem machen.

Nightshade ist ein kleines Meisterwerk, dessen zweiten Teil ich kaum erwarten kann.


Fazit
Gift trifft auf Rätsel trifft auf Zitate.
Wer vor intensiven, tiefgründigen Geschichten nicht zurückschreckt, der ist hier genau richtig. Die Autorin versteht es, mit den Emotionen zu spielen, sodass man sich auf eine gefühlsmäßige Achterbahnfahrt einstellen sollte. Man wird zerstört, wiederaufgebaut, umarmt und weggestoßen.

Von mir gibt es vier von fünf Sternen und eine klare Leseempfehlung.

Bewertung vom 30.12.2025
Corland, Mai

Three Shattered Souls / The Broken Blades Bd.3 (eBook, ePUB)


sehr gut

Actionreiches Finale


Cover & Klappentext
Passend zu den vorangegangenen Teilen wurde auch dieses Cover gestaltet. Bis auf die Farbgebung und die Details sind sie gleich. Das Blau suggeriert Entspannung, was ich mit dem Buch nicht wirklich in Einklang bringe.

Der Klappentext macht definitiv neugierig auf mehr, besonders wenn man nicht jetzt erst auf die Trilogie aufmerksam geworden ist.



Meinung
Ein letzte Mission steht den Attentätern bevor, die sie wieder an den Anfang führt.

Die Handlung geht nahtlos weiter. Dennoch ist mir der Einstieg nicht leichtgefallen, weil der zweite Teil schon eine Weile her ist. Aber die Autorin versteht es, die Erinnerung durch geschickte Formulierungen hervorzuholen, sodass ich recht schnell wieder Anschluss fand.
Weiterhin dominieren kurze Kapitel aus unterschiedlichen Sichtweisen, die ein recht hohes Tempo fördern.

Im Mittelpunkt stehen die Protagonisten, weniger die Handlung. Ich konnte sie bisher kaum einschätzen, habe immer misstrauisch beobachtet, wie sie agieren und reagieren, war aber unsicher. Trotzdem wurde ich im Finale überrascht. Hier zeigt sich, wie vielschichtig die Charaktere angelegt wurden.
Obwohl der Fokus auf der Verbindung liegt, kommt die Handlung nicht zu kurz. Auch hier wurde wieder auf überraschende Wendungen gesetzt.
Die größte Schwäche scheint die Dosierung des Tempos zu sein. Entweder man fliegt quasi durch die Seiten oder man steht still. Der Anfang wird von einer hohen Geschwindigkeit dominiert, der Mittelteil zieht sich etwas, ehe es zum Ende hin wieder rasant weitergeht. Das hätte ich mir ausgewogener gewünscht. Insbesondere die Schlüsselszenen betreffend, die einer Geschichte eine andere Wendung geben kann, ist das unabdingbar.
Vielleicht liegt hier die Ursache für die weiterhin mangelnde Tiefe der Emotionen. Nicht falsch verstehen, die Autorin bediente hier eine breite Palette. Aber das Potenzial für intensivere Gefühle wäre da gewesen. Insbesondere der Ausgleich zwischen Überraschung und Spannung hätte besser herausgearbeitet werden können.
Vielleicht liegt es auch an meiner Vorliebe an Gegensätzen, die in dieser Trilogie für mich einfach zu kurz kamen, dass ich es so wahrnahm.

Der Schreibstil sorgt mit seiner angenehmen Wortwahl und der perfekten Mischung an Satzlängen für ein Lesevergnügen. Es macht einfach Spaß, der Story zu folgen.

Nach diesem actionreichen Abenteuer, in der ich die unterschiedlichsten Emotionen erlebt habe, hatte ich ein wenig Angst vor dem Ende. Das Ende, wie auch das gesamte Finale, ist ausschlaggebend für meine abschließende Meinung über eine Reihe.
Nun, hier wird es schwierig. Ich komme so ziemlich mit allem klar. Nicht immer ist das Optimum glaubwürdig und nachvollziehbar, ganz gleich ob man damit glücklich ist. Für mich ist das Ende passend. Was mich stört, sind die losen Enden.
Natürlich muss nicht jede Kleinigkeit abgeschlossen werden. Hier ist es eher so, dass die eigene Fantasie gefragt ist.


Fazit
Das Finale braucht sich nach den anderen beiden Bänden keineswegs zu verstecken, schon allein weil der Spannungsfaktor für Unterhaltung sorgt. Wenn man zusätzlich die Protagonisten berücksichtigt, die mit ihrer Vielschichtigkeit begeistern, dann kann man mit dieser Trilogie eigentlich nichts falsch machen.

Ich vergebe für den Abschluss von The Broken Blades dreieinhalb Sterne, die ich auf knappe vier aufrunde, und eine Leseempfehlung.

Bewertung vom 28.12.2025
Skadi, Liz

A Hunter's Legacy / Realm of Myths and Magic Bd.2 (eBook, ePUB)


sehr gut

Von Monstern und Magik


Cover & Klappentext
Die Farbgebung zeigt die Zugehörigkeit zum ersten Cover. Da Totenschädel einfach schon zu oft genutzt wurden, sprechen sie mich nicht mehr an, obwohl es indirekt zur Story passt.

Nach Band eins musste ich wissen, wie es weitergeht. Der Klappentext war für mich weniger relevant, da er nicht allzu viel preisgibt. Dennoch verspricht er eine gewisse Spannung.


Meinung
Nach den Ereignissen auf Azythros befinden sich Xena, die ebenfalls ein Halbmonster ist, und Ajax keineswegs in Sicherheit. Die Reiche wollten die Halbmonster schon immer benutzen, um sich einen Machtvorteil zu sichern. Doch nun sind sie auf deren Hilfe angewiesen, um die entfesselten Bestien aufzuhalten, die alles ins Chaos stürzen.
Die Rettung liegt auf der Insel Koralia. Aber allein kann Xena die Menschen nicht retten. Nur wem kann sie vertrauen, wenn sie alles zu verlieren droht, sollte sie die falsche Entscheidung treffen?

Aus Xenas Sicht wird der Leser erneut durch das Geschehen geführt. Mir ist der Einstieg erstaunlich leichtgefallen, obwohl es nahtlos weitergeht. Normalerweise brauche ich immer ein wenig, um mich an verschiedene Details der Handlung zu erinnern. Hier war dies nicht nötig.
Im Laufe von Band eins hat sich Xena in erster Linie als Cassia ausgegeben, sodass man sie kaum kennenlernen konnte. Aber hier stellt sich gut heraus, dass es lediglich einzelne Facetten waren. Denn dieser Mut steckt in ihr, auch wenn sie regelmäßig von Unsicherheiten geprägt wird.
In diesem Teil war sie mir deutlich näher, weil hier ihr komplexer Charakter entfaltet wurde.

Der Schreibstil hat mir zeitweise deutlich besser gefallen. Die Autorin hat weiterhin versucht, eine gewisse Lockerheit zu vermitteln, allerdings ohne allzu sehr ins Umgangssprachliche zu gehen. Leider neigt sie zu ungünstigen Worten bei gängigen Formulierungen. Das hat mich immer wieder etwas irritiert.

Die Weiterentwicklung der Story geht rasant voran, bedingt durch das hohe Tempo, was vorherrscht. Aber bei wichtigen Szenen wurde die Geschwindigkeit rausgenommen, was der Geschichte sehr gutgetan hat. Es bietet Platz für andere Emotionen als nur die vorherrschende Spannung.

In diesem Band wird man mit neuen und alten Charakteren konfrontiert. Sie sind teilweise unmöglich einzuschätzen. Das allein sorgt schon dafür, dass man gern dranbleibt.
Besonders Ajax wird genauer beleuchtet. Ich muss sagen, ich stand ihm sehr misstrauisch gegenüber. Vielleicht weil er sich nach langer Zeit etwas mehr entfalten kann. Weshalb er etwas sprunghaft erscheint. Und während man als Leser über die Wahrnehmung der Charaktere grübelt, wird man mit diversen Twists überrascht.

Insgesamt wurde ich wirklich toll unterhalten. Die Autorin hat viel Wert auf die Protagonisten gelegt, sodass ihre Entwicklung, obwohl zeitweise sprunghaft, doch glaubwürdig und authentisch wirkte.


Fazit
Während im ersten Teil anfangs noch auf ruhigere Szenen gesetzt wurde, geht es hier rasant weiter, sodass die Geschichte bedingt durch die Szenenwechsel wie eine Abenteuerreise anmutet.
Wer bereits von dem Auftakt begeistert war, wird hier sofort mitgerissen. Alle anderen sollten der Story eine Chance geben, da sie nicht nur oberflächlich unterhält, sondern auch erstaunlich viel Tiefgang mitbringt.

Ich vergebe erneut vier von fünf Sternen und eine Leseempfehlung.

Bewertung vom 12.12.2025
Benning, Anna

To Love a God / Götterlicht-Saga Bd.2 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Decidium


Cover & Klappentext
Passend zu Band eins wurde auch dieses Cover kreiert. Nach wie vor erinnert es an die griechische Mythologie, deren Vibes sich auch in der Geschichte finden. Normalerweise spricht mich diese Art Darstellung nicht an, aber hier passt es.

Der Klappentext war für mich weniger relevant. Nachdem ich den ersten Band der Trilogie geradezu verschlungen habe, war es für mich keine Frage, die Fortsetzung zu lesen, sondern Gesetz. Nichtsdestotrotz nimmt er den potenziellen Leser für sich ein.


Meinung
Nach den letzten Geschehnissen ist Aurora auf der Flucht, fernab von allem, was sie kennt. Galadons Herrschaft nimmt immer düsterere Züge an. Tagtäglich werden Menschen hingerichtet.
Um dem ein Ende zu setzen, fordert ihn Colden zu einem Kampf heraus, der ein für alle Mal die Machtverhältnisse klären soll, und Aurora folgt ihm. Doch in der Stadt, in der sie sich ihr Leben eingerichtet hatte, ist sie längst nicht mehr sicher. Nur fürchtet sie weniger ihren Tod, sondern Colden, der für einen Sieg alles zerstören würde.

Der Einstieg ist mir nicht leichtgefallen. Trotz Rückblende fehlten mir zu viele Details, und das Ende war mir komplett entfallen. Hier glaube ich, dass es weniger daran lag, dass das Buch keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen hat, sondern dass ich es verdrängt habe, weil ich sonst die Wartezeit nicht überstanden hätte.
Trotzdem war ich irgendwann, ohne es bewusst wahrzunehmen, wieder mitten im Geschehen.

Der Fokus liegt auch in Band zwei eindeutig auf Aurora, obwohl auch Colden einige Sichtweisen erhält, wieder unterbrochen von Ausflüge in die Vergangenheit.
Nach der Veränderung von Colden war das ein kluger Schachzug, denn es ist, als würde man ihn erneut kennenlernen. Und wie sehr er sich doch von der alten Version unterscheidet.
Gerade für Aurora ist das, neben allem, was geschehen ist, nur schwer zu verkraften. Zum Glück geben ihr Bruder und die Verbündeten ihr genug Halt, sonst würde sie vermutlich untergehen. Ganz gleich wie stark sie auch sein mag. Und das ist sie. Während sie mit ihrem Dasein zu kämpfen hat, muss sie um ihr Leben bangen. Noch mehr als je zuvor.

Wie schon im ersten Teil zeigt sich Aurora auch von ihrer verletzlichen Seite. Sie kämpft und sie strauchelt, doch sie gibt nicht auf. Diese Attribute zeichneten sie von Anfang an aus, dennoch hat sie sich weiterentwickelt, was mir erst im Nachhinein aufgefallen ist. Das spricht für die Autorin, weil es schleichend geschah und perfekt in die Handlung integriert wurde.

Der Schreibstil ist gewohnt sanft, geschmeidig, mit einem angenehmen Word-Building und einem entsprechenden Tempo, das je nach Szene variiert. Anna Bennings Art, Worte zu verwenden, richtet die Konzentration auf die Handlung und sorgt für eine Fülle an Emotionen, immer unterlegt von einem gewissen Grad an Spannung.
Längen waren kaum zu finden. Aufgrund der Szenenwechsel kam es natürlich zu Beschreibungen, was, wenn es zu ausufernd geschieht, das Potenzial für Längen bietet. Aber die Autorin hat hier meist das richtige Maß gefunden.

Die Charaktere sind durch die Reihe weg gelungen. Neue tauchen auf, alte verschwinden oder werden zu einem festen Bestandteil. Doch ganz gleich, welche Rolle ihnen zugedacht wurde, sie wirken keineswegs farblos, sondern brillieren mit ihrer Präsenz. Das ist recht ungewöhnlich, weil in vielen Büchern der Fokus lediglich auf den Hauptprotagonisten liegt.

Der zweite Teil der Götterlicht Trilogie ist alles andere als ein Zwischenband, der die Handlung kaum voranbringt. Zwar finden sich hier durchaus Hintergründe, die für das Verständnis notwendig sind, aber auch unvorhergesehene Wendungen und eine Entwicklung des Plots.


Fazit
Die Fortsetzung steht dem ersten Band in nichts nach. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass sich die Spannung noch steigern könnte, aber mir war es zwischenzeitlich unmöglich, dieses Buch aus der Hand zu legen. Es nimmt einen an die Hand und entführt den Leser in ein unvergleichliches Abenteuer, was einen kaum loslässt.
Wer noch unschlüssig, dem kann ich nur raten, sich darauf einzulassen.

Ich vergebe erneut fünf von fünf Sternen und eine klare Leseempfehlung.

Bewertung vom 10.12.2025
Owen, Abigail

The Things Gods Break / Schattenverführt Bd.2 (eBook, ePUB)


sehr gut

Mythisch, geheimnisvoll, vereinnahmend


Cover & Klappentext
Das Cover von Band zwei gefällt mir deutlich besser, was in erster Linie mit der Farbgebung zu tun hat. Sie passt zu diesem actionreichen Teil, der an Spannung kaum zu überbieten ist. Aber auch die Detail überzeugen und sind passend zum Buch gestaltet worden.

Der Klappentext gibt zwar nicht viel her, aber wer Teil eins kennt, wird garantiert dranbleiben wollen.


Meinung
Lyra hat das Crucible überlebt, doch die Prüfungen reißen nicht ab. Nur riskiert sie hier nicht nur ihr Leben, sondern das Fortbestehen der Welt, während ihr die Zeit davonrennt.

Der Einstieg in das Geschehen ist nicht gerade leicht. Alles passiert so schnell, dass man sich kaum zurechtfindet. Insbesondere Zeitreisen sind normalerweise nicht unbedingt mein Fall, daher brauchte ich eine Weile, um alles zu sortieren.
Ich gebe zu, der Anfang hat mich etwas überfordert, daher war ich anfangs etwas enttäuscht. Zum Glück habe ich schnell den Anschluss gefunden, sodass ich einfach nur mitgerissen wurde. Damit hat nicht zuletzt der Schreibstil zu tun, der sich zu Band eins weiterentwickelt hat. Atmosphärisch, vielschichtig und eindringlich wird man durch die Story geführt, jedoch ohne die Handlung in den Schatten zu stellen.
So unberechenbar der Einstieg auch sein mochte, werden im Verlauf die Fäden zusammengeführt, sodass alles einen tieferen Sinn ergibt. Das wurde toll umgesetzt. Gerade weil hier das Risiko besteht, sich in den Nebenszenen zu verlieren.

Ich brauchte eine Weile, um mit Lyra warm zu werden, was aber in Band zwei keine Problem mehr darstellte. Sie muss erneut Stärke und Durchsetzungsvermögen beweisen. Ihr Wille und ihre Stärke sind beeindruckend.
Sie steht natürlich wieder im Fokus und besitzt eine tolle Präsenz, jedoch ohne den Nebencharakteren den Spielraum zu nehmen. So gehen sie nicht unter und können ihre Eigenheiten zeigen. Dementsprechend sind sie alles andere als blass und farblos.

Hades hingegen überzeugt mich immer noch nicht ganz. Er stellt für mich aufgrund seiner Art einen Widerspruch in sich dar. Aber darüber konnte ich hinwegsehen, denn der Plot entwickelt sich interessant weiter. Dazu kommt die rasante Geschwindigkeit, die die Spannung befeuert, obwohl das nicht notwendig gewesen wäre. Ein wenig mehr Varianz hätte der Story gutgetan, denn damit wären positive Emotionen noch besser zur Geltung gekommen, und der Leser hätte die Möglichkeit gehabt, zwischendurch etwas durchzuatmen.
Dafür finden sich kaum Längen. Selbst die Beschreibungen sind so atmosphärisch und wortgewaltig, dass ich es fühlte. Das ist schon erstaunlich.

Das Ende von Band zwei zeigt aufgrund des Cliffhangers, der beinahe schmerzhaft ist, dass es noch eine Fortsetzung gibt. Ich leide und hoffe schnellstmöglich auf Teil drei.


Fazit
Es geht actionreich weiter. Trotz der teilweise harten Kost sorgt die Autorin immer wieder durch einen Ausgleich in Form von Lyra, die mit ihrem frechen Mundwerk und ihrer dosierten Witzigkeit unterhält.
Insgesamt bin ich positiv überrascht von Band zwei, trotz des schwierigen Einstiegs. Daher kann ich nur jedem raten, der noch unschlüssig ist, sich an die Schattenverführt-Reihe zu wagen. Es lohnt sich.

Obwohl sich im Vergleich zu Teil eins immer noch einige Schwächen finden, manchmal die gleichen, manchmal andere, zeigt die Autorin hier, was in ihr steckt.
Ich vergebe vier von fünf Sternen und eine klare Leseempfehlung.

Bewertung vom 08.12.2025
Marczak, Weronika Anna

Be Strong, My Pearl / The Monet Family Bd.5 (eBook, ePUB)


gut

Was es bedeutet, Hailie Monet zu sein


Cover & Klappentext
So einfach das Cover gestaltet ist, so schön ist es auch, und wie immer passend zu den anderen Bändern kreiert.

Der Klappentext war für mich weniger relevant, weil ich von Anfang an die Family-of-Secrets-Reihe gelesen habe.


Meinung
Es scheint, als wäre Camden Monet in Gefahr, also setzt Hailie alles daran, ihm zu helfen, ganz gleich was ihre Brüder davon halten.
Doch ihre leichtsinnige Handlungsweise bringt das Familienleben komplett durcheinander, sodass sie alles verlieren könnte.

Um dem Inhalt folgen zu können, ist es notwendig, die Bände von Anfang an zu lesen, da sie aufeinander aufbauen.

Erneut aus der Sicht von Hailie wird man durch das Geschehen geführt.
Da der letzte Teil mit einem Cliffhanger endete, findet man schnell wieder Anschluss. Ich hatte zumindest keine Schwierigkeiten mit dem Einstieg. Das liegt aber auch daran, dass in den vorherigen vier Büchern nicht so viel passiert ist. Die wichtigsten Punkte merkt man sich.

Der Schreibstil ist solide und überwiegend flüssig. Meines Erachtens nach sogar ein wenig besser. Allerdings schlichen sich zum Ende viele Flüchtigkeitsfehler ein, sodass einige Sätze nicht leicht verständlich waren, ganz zu schweigen von den Ungenauigkeiten diverser Beschreibungen. Aber unabhängig davon wirkt sich der Schreibstil weniger störend auf den Inhalt aus als bei den anderen Teilen.

Die Autorin setzt in diesem Band auf mehr Spannungsspitzen, die etwas mehr Tempo in die Geschichte bringen. Dennoch neigt sie weiterhin dazu, sich auf Kleinigkeiten zu verlegen, die die Handlung nicht voranbringen. Allerdings habe ich mich mittlerweile daran gewöhnt, stört mich also nicht weiter. Was mich eher irritierte, waren die kleinen Zeitsprünge.

Der Band umfasst etwas über ein Jahr. Hailie ist inzwischen fast siebzehn und deutlich reifer geworden. Mittlerweile wagt sie es, ihren Brüdern ordentlich Kontra zu geben, mit mehr oder weniger Erfolg.
Obwohl sie in diesem Teil auch häufig weint, ist es insgesamt weniger geworden. Mir war das zuvor immer ein bisschen zu viel. Ein falsches Wort und sie brach in Tränen aus.
Inzwischen ist sie tougher geworden, ein wenig. Und sie erkennt, wie sehr sie ihre Brüder liebt, auch wenn sie sich nach wie vor regelmäßig über sie aufregt. Gerechtfertigt.
So viele Möglichkeiten sie auch hat, aufgrund des Reichtums ihrer Familie, desto eingesperrter ist sie auch. Und dieser Mangel an Freiheit macht ihr immer mehr zu schaffen. Gerade die Geschichte über die Mutter ihrer Brüder zeigt, was daraus entstehen kann. Damit hat die Autorin deutlich mehr Tiefe in die Geschichte gebracht.
An anderer Stelle blieb es oftmals oberflächlich, was schade ist.

Wie schon in den anderen Teilen angemerkt, gibt es auch hier einiges an ungenutztem Potenzial. Die spannenden Szenen hätten nicht vorangekündigt werden müssen. Auch der Einstieg war zeitweise unglücklich formuliert.
Zusätzliche Tiefe hätte dafür gesorgt, dass man mit Hailie mehr mitleidet.
Dennoch sehe ich Verbesserungen, weshalb ich auch die nächsten Bände lesen werde. Denn trotz der Kritik mag ich die Reihe und bin gespannt, wie es mit Hailie weitergeht.


Fazit
Es ist nach wie vor seltsam, wie sehr mich die Reihe in ihren Bann gezogen hat. Besonders seit Hailie nicht mehr ganz so naiv wirkt. Auch hier hat sie noch mal einen Entwicklungsschub gemacht, jedoch ohne ihre positiven Eigenschaften zu verlieren.

Ich bleibe dabei: Diese Reihe besitzt ihren eigenen Charme.

Diesmal vergebe ich dreieinhalb von fünf Sterne, bleibe aber bei drei, und eine Leseempfehlung.

Bewertung vom 01.12.2025
Kiefer, Lena

Royal Heist (eBook, ePUB)


sehr gut

Gerechtigkeit/Rache


Cover & Klappentext
Obwohl das Cover recht einfach gehalten ist, hat es mich sofort angesprochen und neugierig auf den Klappentext gemacht.
Dieser wiederum klang interessant. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich keine große Erwartungen an das Buch hatte.


Meinung
Bücher über die Royals inklusive diverser Verwirrungen sind an und für sich nicht neu, aber diese Geschichte hat es wirklich in sich. Meine Erwartungen wurden bei Weitem übertroffen.

Darcy, eine begnadete Trickbetrügerin, ist mit ihrer Crew sehr erfolgreich, begangenes Unrecht wiedergutzumachen. Während Gerechtigkeit normalerweise Ziel der Coups sind, sinnt sie nun auf Rache. Seit die britischen Royals ihre Familie zerstörten, wartet sie auf eine perfekte Gelegenheit, die sich bietet, als eine ideale Kandidatin für Kronprinz Spencer gesucht wird. Ein Leichtes für Darcy, die in jede Rolle schlüpfen kann. Wäre da nicht Tristan, der sie permanent herausfordert und ihre Tarnung gefährdet.

Der Einstieg ist mir etwas schwergefallen, was tatsächlich mit dem Schreibstil zusammenhing, an den ich mich erst gewöhnen musste. Ich kann nur schwer beschreiben, was mich anfangs irritiert hat, aber ich stolperte über einige Sätze, obwohl das Word-Building angenehm und der Text überwiegend geschmeidig war. Zum Glück war das relativ schnell kein Problem mehr und ich konnte mich komplett auf das Geschehen konzentrieren.

Darcy war für mich als Hauptprotagonistin nicht sofort greifbar. Dank ihrer unterschiedlichen Rollen, die für die Coups notwendig sind, hat sie mit der Zeit selbst vergessen, wie sie wirklich ist. Daher ist das eindeutig gewollt. Tristan hingegen punktete sofort mit seiner sympathischen Art, ohne zu brav zu wirken. Für mich genau die richtige Mischung.
Sie bieten einen tollen Kontrast zueinander, zumindest anfangs. Aber Gegensätze finden sich nicht nur in den Protagonisten, sondern auch im Inhalt. Die Autorin hat ein unnachahmliches Gespür für witzige und spannende Szenen und weiß diese gut miteinander zu verknüpfen, während unterschwellig auch Wut und der Wunsch nach Rache schwelt. Toll umgesetzt.

Während die Geschichte voranschreitet, entwickeln sich die Protagonisten in einem nachvollziehbaren und damit glaubwürdigen Tempo. Es geschieht nach und nach, nicht sprunghaft. Das hilft, alle Beteiligten gut zu verstehen. Wobei hier noch erwähnt werden sollte, dass auch die Nebencharaktere mit ihrer Präsenz punkten, anstatt nur blass und farblos zu bleiben. Das spiegelt sich insgesamt in dem kompletten Buch wider. Es ist sehr aussagekräftig.

Wer hier vielleicht nur seichte Unterhaltung erwartet, der liegt komplett falsch. Royal Heist ist vielschichtig, überraschend, intensiv, emotional, witzig … Auch wenn das Ende etwas gemein war. Daher hoffe ich schnell auf den zweiten Band.


Fazit
Obwohl die Autorin für keine Unbekannte ist, bin ich mit ihren Büchern nicht weiter vertraut. Eine Tatsache, die ich ändern sollte.
Wer sie bereits kennt, wird garantiert auch hier begeistert sein. Für alle anderen kann ich nur sagen: traut euch! Die Idee mag, oberflächlich gesehen, nicht neu sein, entwickelt sich aber völlig anders und bringt alles für ein Highlight mit.

Von mir gibt es viereinhalb von fünf Sternen und eine klare Leseempfehlung.

Bewertung vom 01.12.2025
Meissner, Regina

Society of Death. Von Rache verführt (eBook, ePUB)


gut

Schwermut

Cover & Klappentext
Das Cover hat mich sofort angesprochen. Das Düstere und die Farbgebung entsprechen dem Inhalt. Mir gefällt es.
Den ausschlaggebenden Punkt, das Buch zu lesen, war die Autorin sowie der Klappentext.


Meinung
Aus der Sicht von Emery und Victoria wird man durch das Geschehen geführt. Wobei der Einstieg entspannt geschieht, weil ein gemächliches Tempo vorherrscht. Die Autorin war bestrebt, sich den Gegebenheiten und des Ausdrucks der damaligen Zeit anzupassen, was ihr auch gut gelungen ist.
Während Emery ein eher zurückhaltender junger Mann ist, der auch seine liebenswerte Art nicht verliert, als er ein Mitglied der Verbindung Skull & Bones wird und mit dem Auftrag betraut wird, den Stadtrat umzubringen, ist dessen Schwester Victoria eine überraschend starke Frau für die damalige Zeit. Sie interessiert sich für geistige Krankheiten, an der auch ihr Bruder litt. Das hat sie mit Emery gemeinsam.

Der Schreibstil hat mir sehr gefallen, wobei ich mir diesbezüglich keine Sorgen gemacht habe, denn die Autorin ist für mich keine Unbekannte. Sie zeichnet sich durch einen abwechslungsreichen Schreibstil und ein auffallendes Word-Building aus, das den Leser durch die Handlung trägt. Er wäre herausragend gewesen, wenn sie das Tempo entsprechend der Szenen besser angepasst hätte. So blieb es eher langsam. Das lenkt zwar die Aufmerksamkeit auf die leisen Töne, bringt aber keinerlei Abwechslung mit und sorgt für einige Längen. Deshalb fiel es mir das ein oder andere Mal schwer, richtig dranzubleiben und mich in der Geschichte zu verlieren. Gleichzeitig blieb in meinen Augen ein Teil der möglichen Emotionen auf der Strecke. Mehr Gegensätze, stärkere Schlüsselszenen, hätten mich persönlich zusätzlich angesprochen.
Zudem konnte ich keine großartige Entwicklung der Protagonisten verzeichnen.

Trotz der guten Idee konnte mich die Story nicht so ganz überzeugen, was ich zum Teil den genannten Punkten zuschreibe und zum anderen des ungenutzten Potenzials. Da aber Geschmäcker verschieden sind, ist es durchaus möglich, dass andere Leser den Roman ganz anders wahrnehmen.


Fazit
Die Geschichte besticht durch einen tollen Schreibstil und vielschichtigen Hauptprotagonisten, die in der damaligen Zeit gefangen sind, aber dennoch nicht aufgeben. In dieser Hinsicht hat mir Victoria besonders gefallen. Ihre Durchsetzungsfähigkeit und ihr Mut überraschen.

Ich vergebe drei von fünf Sternen.