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Sachsen

Bewertungen

Insgesamt 54 Bewertungen
Bewertung vom 11.01.2026
te Marveld, Saskia

Blutwild


ausgezeichnet

Wenn die Vergangenheit erneut zur tödlichen Bedrohung wird

Mit Blutwild legt die Autorin Saskia te Marveld einen Thriller vor, der nichts beschönigt und lange nachwirkt. Die Geschichte um Anka, die Jahre nach ihrer grausamen Gefangenschaft erneut mit den Spuren ihres Peinigers konfrontiert wird, ist von Beginn an beklemmend. Die rätselhafte SMS, die sie zurück in den Wald und mitten in ihre schlimmsten Erinnerungen führt, sorgt sofort für eine düstere, bedrohliche Atmosphäre.
Besonders eindrucksvoll ist die psychologische Tiefe der Hauptfigur. Ankas innere Zerrissenheit, ihre Angst und ihr Kampf gegen die Vergangenheit wirken glaubhaft und intensiv. Die grausamen Fundstücke in der Waldhütte sind nichts für schwache Nerven, fügen sich aber konsequent in die Geschichte ein. Der Spannungsaufbau ist konstant hoch, die Handlung nimmt immer wieder unerwartete Wendungen.
Blutwild ist ein harter, kompromissloser Thriller, der schockiert, fesselt und bis zum Schluss nicht loslässt. Eine klare Empfehlung für alle, die intensive Spannung und Plottwists mögen.

Bewertung vom 11.01.2026
Fast, Brooke

To Cage a Wild Bird


gut

Starkes Setting, schwache Romance

To Cage a Wild Bird von Brooke Fast punktet vor allem mit einer starken Hauptfigur und einem interessanten dystopischen Setting. Raven ist eine glaubhafte, kämpferische Protagonistin, deren Motivation nachvollziehbar ist, und Dividium wird atmosphärisch dicht und brutal beschrieben. Die Idee eines Systems, in dem Gefangene zur Jagd freigegeben werden, sorgt für Spannung und eine düstere Grundstimmung.

Weniger überzeugen konnte mich allerdings die Lovestory. Die Beziehung zwischen Raven und Vale wirkte stellenweise konstruiert und nahm für meinen Geschmack zu viel Raum ein. Besonders die Wortwahl in den Spicy-Szenen empfand ich als unpassend und eher störend, was den Lesefluss etwas gebremst hat.

Insgesamt ein solider Auftakt mit viel Potenzial, starkem Worldbuilding und einer interessanten Heldin, der jedoch in der romantischen Ausarbeitung und im sprachlichen Feinschliff Schwächen zeigt.

Bewertung vom 04.01.2026
Fournillier, Magdalena

Geliebt


ausgezeichnet

Zuversicht

"Geliebt" ist ein zauberhaft illustriertes Buch, das Leser jeden Alters mit seiner herzerwärmenden Geschichte berührt. Ein kleiner Hase, der sich verloren in einem Wandelwald befindet, begibt sich mutig auf eine Reise durch die Jahreszeiten. Dabei trifft er auf verschiedene Waldbewohner wie die sanfte Eule, das einfühlsame Reh und den fröhlichen Biber, die ihm die Kraft der Natur und den Wert von Achtsamkeit und Gemeinschaft näherbringen. Durch diese Begegnungen lernt der Hase, dass Liebe in vielen kleinen Dingen verborgen ist und stets präsent bleibt.Das Buch ist nicht nur optisch ein Genuss dank der stimmungsvollen Illustrationen, sondern vermittelt auch auf liebevolle Weise wichtige Werte wie Vertrauen, Verbundenheit und die Fähigkeit, im Wandel des Lebens Halt zu finden. Diese tiefgründige Geschichte eignet sich hervorragend, um in ruhigen Momenten Kraft und Trost zu spenden. Für viele ist es ein perfektes Geschenk, das Wärme und Hoffnung schenkt – wie eine sanfte Umarmung in Buchform.Insgesamt schafft "Geliebt" mit seiner poetischen Erzählweise und den liebevollen Bildern eine besondere Atmosphäre, die zum Träumen einlädt und das Herz berührt. Es ist ein Buch voller Zuversicht, das daran erinnert, dass Liebe unabhängig von äußeren Veränderungen immer da ist. Es eignet sich wunderbar für Menschen, die nach emotionaler Kraft und Geborgenheit suchen.

Bewertung vom 04.01.2026
Alvarenga, Daniel

Ruf der Leere


sehr gut

Ein Albtraum ohne Erlösung

Mit Ruf der Leere legt Daniel Alvarenga einen beklemmenden Thriller vor, der konsequent auf psychologischen Druck statt auf klassische Schockeffekte setzt. Das geplante Hüttenwochenende von Felix, Ben und Laura gerät früh aus dem Gleichgewicht, als unerwartete Gäste und unterschwellige Konflikte die Stimmung kippen lassen. Spätestens mit dem Auftauchen des alten Mannes, der eine tödliche Entscheidung von der Gruppe verlangt, brechen moralische Fassaden zusammen. Besonders eindringlich ist die Parallelhandlung um Felix’ Vater, der sich aus Sorge um seinen verschwundenen Sohn mit dessen Leben auseinandersetzen muss und dabei verstörende Erkenntnisse gewinnt. Daniel Alvarenga schreibt nüchtern und schonungslos über Egoismus, Angst und moralische Grenzsituationen. Das offene Ende verweigert eine klare Auflösung und verstärkt die beklemmende Wirkung der Geschichte, da viele Fragen bewusst unbeantwortet bleiben. Nicht jede Entwicklung überrascht, doch Atmosphäre und Thema tragen den Roman überzeugend.

Bewertung vom 12.11.2025
Shepherd, Catherine

Verstummte Narben: Thriller


ausgezeichnet

Gänsehaut garantiert

„Verstummte Narben“ von der Autorin Catherine Shepherd ist ein meisterhaft konstruierter Thriller, der mich von der ersten Seite an gefesselt hat. Die Geschichte um Rechtsmedizinerin Julia Schwarz, die in einem verstörenden Mordfall ermittelt, ist eiskalt, präzise und gleichzeitig emotional berührend. Besonders gelungen ist, wie die Autorin psychologische Tiefe mit rasantem Spannungsaufbau verbindet – jede Enthüllung sitzt und lässt den Puls steigen.
Die Atmosphäre ist dicht und beklemmend, die Figuren wirken authentisch, und die Handlung nimmt immer wieder unerwartete Wendungen. Catherine Shepherd versteht es, Abgründe sichtbar zu machen, ohne Effekthascherei zu betreiben. „Verstummte Narben“ ist ein Thriller, der unter die Haut geht – beklemmend, klug und packend bis zur letzten Seite.

Ein packender Psychothriller mit emotionalem Tiefgang.

Bewertung vom 24.10.2025
Lalami, Laila

Das Dream Hotel


sehr gut

Wenn Träume zur Gefahr werden

Laila Lalami entwirft in Dream Hotel ein bedrückend realistisches Zukunftsszenario, das Fragen nach Freiheit, Vertrauen und staatlicher Kontrolle aufwirft. Die Geschichte um Sara Hussein, die aufgrund ihrer Traumdaten als potenzielle Gefahr eingestuft und interniert wird, wirkt erschreckend plausibel. Lalami erzählt in klarer, präziser Sprache und mit psychologischem Feingefühl, wie Angst und Willkür das Leben einer jungen Mutter aus den Fugen reißen. Besonders beeindruckend ist, wie sie die Grenze zwischen Realität und Traum verschwimmen lässt und damit die Verletzlichkeit des Individuums in einem technokratischen System sichtbar macht. Ein spannendes, intelligentes Buch mit starkem gesellschaftskritischem Impuls – das Ende ist gut und lässt Raum für eigenes Weiterdenken.

Bewertung vom 16.10.2025
Gilbert, Elizabeth

All the Way to the River


gut

Liebe, Verlust und Selbstsuche – Elizabeth Gilbert auf dem Weg zu sich selbst
Elizabeth Gilbert erzählt in All the Way to the River eine zutiefst persönliche und schonungslos ehrliche Geschichte über Liebe, Verlust und Selbstfindung. Im Mittelpunkt steht ihre Beziehung zu Rayya, die zunächst als Freundschaft beginnt, sich zu einer großen Liebe entwickelt und schließlich von Krankheit und Abschied geprägt wird. Gilbert beschreibt mit emotionaler Tiefe, wie Nähe und Abhängigkeit ineinandergreifen und wie schwierig es ist, loszulassen, ohne sich selbst zu verlieren. Besonders stark sind die Passagen, in denen sie die gegenseitige Hingabe und Verletzlichkeit spürbar macht. Weniger überzeugend wirken hingegen die ausgedehnten spirituellen Selbstgespräche, theologischen Gedichte und gedanklichen Analysen, die die eigentliche Handlung oft unterbrechen und zu viel Raum einnehmen. Dadurch verliert das Buch stellenweise an Spannung und Leichtigkeit. Trotzdem bleibt All the Way to the River ein mutiges, authentisches Werk über die existenziellen Themen Liebe, Sucht, Krankheit und Abschied – ein Buch, das berührt, aber nicht immer fesselt.

Bewertung vom 12.10.2025
Boyle, T. C.

No Way Home (deutschsprachige Ausgabe)


ausgezeichnet

Zerrissene Herzen in der Wüste Nevadas

Mit No Way Home gelingt T. C. Boyle einmal mehr ein Roman, der die Abgründe menschlicher Beziehungen mit schonungsloser Intensität ausleuchtet. Die Geschichte um Terry, der nach dem Tod seiner Mutter ein neues Leben in der Wüste Nevadas beginnen will, entwickelt sich schnell zu einem düsteren Drama. Statt Abstand und Klarheit findet er in Bethany eine Frau, die ihn unwiderstehlich anzieht – und zugleich in ein Chaos aus Obsession und Eifersucht stürzt. Dass ihr Ex-Freund Jesse ihn warnt, macht das Verhängnis nur greifbarer. Boyle schreibt in gewohnt kraftvoller Sprache, pointiert und mit einem Gespür für psychologische Spannung, die nie ins Banale abrutscht. Er zeigt, wie Liebe als zerstörerische Kraft wirken kann, wenn Menschen in ihren eigenen Sehnsüchten gefangen sind. Ein packender, atmosphärisch dichter Roman, der lange nachhallt.

Bewertung vom 27.09.2025
Enders, Giulia

Organisch


ausgezeichnet

Faszinierender Blick nach innen – anschaulich und inspirierend

„Organisch“ von Giulia Enders ist ein faszinierendes und zugleich leicht verständliches Sachbuch, das mit vielen anschaulichen Beispielen und Illustrationen überzeugt. Die Autorin nimmt die Leser mit auf eine spannende Entdeckungsreise durch den menschlichen Körper und zeigt, wie klug und vielseitig er Probleme löst. Besonders beeindruckend ist, wie Giulia Enders es schafft, neueste wissenschaftliche Erkenntnisse mit Humor und Leichtigkeit zu vermitteln, sodass selbst komplexe Abläufe klar und greifbar werden. Die liebevoll gestalteten Zeichnungen ergänzen den Text perfekt und machen das Lesen zu einem Erlebnis. Am Ende bleibt nicht nur ein tieferes Verständnis für unseren Körper, sondern auch eine neue Wertschätzung für seine Fähigkeiten. Ein inspirierendes Buch für alle, die neugierig auf das Zusammenspiel von Wissenschaft, Leben und Körper sind.

Bewertung vom 19.09.2025
Aichner, Bernhard

Man sieht nur mit der Schnauze gut


ausgezeichnet

Warmherzige Kurzgeschichten aus Hundeperspektive

Mit Man sieht nur mit der Schnauze gut zeigt Bernhard Aichner eine völlig neue Seite seines Schaffens. Statt düsterer Thriller präsentiert er hier eine Sammlung von Kurzgeschichten rund um den liebenswerten Hund Aspro, der mit Witz, Herz und einer feinen Nase die Welt aufmischt. Erzählt aus tierischer Perspektive ist dieses Buch ein echter Genuss: humorvoll, warmherzig und mit einer Portion Spannung gewürzt. Besonders schön ist, wie Aspro nicht nur kleine Kriminalfälle löst, sondern auch in seiner neuen Familie seinen festen Platz findet – ein Hund mit Charme, Biss und unendlich viel Streichelbedarf 🐾. Aichner gelingt es, den Leser tief in die Gefühlswelt des Vierbeiners mitzunehmen und dabei das Mensch-Hund-Verhältnis voller Zuneigung und Augenzwinkern zu beleuchten. Eine Sammlung, die berührt, zum Lachen bringt und lange im Herzen bleibt.